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Kopf-oder Bauchschmerzen und die Suche nach der Ursache

 
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 27.04.2006, 09:13    Titel: Kopf-oder Bauchschmerzen und die Suche nach der Ursache Antworten mit Zitat

Hallo,

anders als bei Schlägen, kommt das Kind nicht nach Hause und berichtet emport "ich wurde heute gemobbt" - auf einmal klagen Kinder morgens vor der Schule über Kopf- oder Bauchschmerzen. Schnell ist unter Umständen klar, dass organisch nichts vorliegt, denn das Leiden hört auf, wenn das Kind zu Hause bleiben darf. Aber bis das, was in der Schule wirklich passiert, im vollen Ausmaß klar ist, kann es lange dauern. Meist können die Kinder erst Jahre später, wenn sie wesentlich älter sind, dann sagen, was wirklich geschehen ist. Eltern sind häufig gezwungen zu reagieren, ohne eigentlich genau zu wissen, was los ist und ohne das ganze Ausmaß zu kennen!

So kann es sich zeigen: Eines morgens klagt das Kind über Kopf- oder Bauchschmerzen und sagt, dass es nicht in die Schule gehen kann. Das geht dann über Wochen jeden Morgen so: Das Kind klagt nach dem Wecken über Schmerzen und will nicht in die Schule gehen. Es wird aus dem Bett gezerrt, in das Bad geschoben, an den Eßtisch gezerrt, wieder ins Bad geschoben und irgendwann das fertig angezogenen Kind aus der Haustür geschoben. Erleichtertes aufatmen, wenn man die Schritte im Treppenhaus hört und es nicht sofort Sturm an der Tür klingelt und das Kind weint, es könne nicht in die Schule gehen, weil es ihm so schlecht gehe.

Zwar ist klar, dass irgend etwas total schief läuft, aber es ist nicht eindeutig zu klären. Das Kind leidet offensichtlich, es fehlt ihm aber noch die Fähigkeit die Situation zu analysieren. Auf der Suche nach der Ursache gibt es lange Gespräche mit dem Kind. Wenn die Freunde ihr Verhalten ändern, sich nicht mehr so häufig verabreden wollen, Gespräche mit den Klassenkameraden, mit den Eltern der Klassenkameraden. Irgendwann wird das Kind gefragt, ob es die Klasse oder die Schule wechseln will, anfänglich sagt es vielleicht noch "nein", aber dann, wenn man diesen Zustand über Wochen durchgehalten hat, sind die Grenzen für Kind und Eltern erreicht, es muss gehandelt werden, man kommt um einen Wechsel in die Parallellklasse oder einen Schulwechsel nicht herum.

Was sich in der Praxis als schwierig erweisen kann, denn eigentlich ist dieser Wechsel nicht so ohne Weiteres möglich. Um diese Tipps soll es hier gehen, wie schaffe ich einen Klassenwechsel durchzusetzen. Wie einen Schulwechsel, wenn es keine bezahlbare Privatschule gibt, die gut ist und auch noch Platz hat.

Welche Erfahrungen gibt es, was war erfolgreich und was nicht?


Doris
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optimistin



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BeitragVerfasst am: 27.04.2006, 16:06    Titel: fieber und erschöpfungszustände Antworten mit Zitat

Mein kind reagierte auf seine Schwierigkeiten in der Schule mit unerklärlichem Fieber und auch immer wieder mit Erschöpfungszuständen.

Unser damals achtjähriger Sohn war von einem Lehrer unterrichtet worden, der die Schüler gelegentlich schon wegen geringer Vergehen trat.

Viel zu lange schwiegen die Kinder aus Angst und Scham. Auch unser Sohn. Der Lehrer gab sich uns Eltern gegenüber immer besonders "lieb", verständnisvoll und nett.

Unser Kind hatte der untersetzte mitfünfzigjährige Pädagoge getreten, weil sich der Junge nach der Pause nicht schnell genug auf seinen Platz setzte, sondern träumte.

Unser Aufbegehren gegen diese Methoden brachte uns viele Feinde. Die Schule machte regelrecht mobil gegen uns. Der Lehrer bestätigte seine "Trittbewegungen", bedauerte diese aber zunächst nicht. Da wir keine Hilfe von der Schulleitung bekamen, erstatteten wir Strafanzeige.

Unser Kind war in der folgenden Zeit oft krank. Es schien als nehme er jeden auch noch so "kleinen" Virus mit. Wie wir heute wissen, war eine regelrechte Mobbing-Maschine gegen unsere Familie angelaufen.

Letztendlich steigerte sich die "Müdigkeit" des Jungen so, dass er unmittelbar nach der Schule zu Bett ging und bis anderntags schlief. Zwei Tage nacheinander. Am dritten Tag brach er nachmittags zuhause regelrecht zusammen und weinte und weinte.

Wir erfuhren schließlich, dass er seit einiger Zeit "Förderunterricht" bei eben jenem besagten Lehrer hatte, in einem extra Raum, ohne die Klasse. Und das, obwohl der Rektor von der mittlerweile juristisch erwiesenen rechtswidrigen Tat des Lehrers wusste.

Das Ergebnis dieser pädagogischen Maßnahme war ein eklatanter Leistungsabfall des Kindes in eben jenem "Förderfach".

Uns Eltern hatte man nicht über diese Aktion nicht unterrichtet. Wir behielten den Jungen sofort zur Erholung zuhause.

Die Umschulung verlief relativ zügig, wenngleich mit erheblichen Schönheitsfehlern.


Zuletzt bearbeitet von optimistin am 01.05.2006, 21:36, insgesamt einmal bearbeitet
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 28.04.2006, 07:07    Titel: Antworten mit Zitat

Wie ihr vermutlich alle wisst (hier nachlesen könnt), ist unser jetzt 11jähriger Sohn seit Januar "mit den Nerven fertig" und hat die Schule "abgehakt".

Mobbing-Kampagne gg. Familie? Ja, kann ich nachvollziehen, glaube ich sofort - ähnliche Erfahrungen......

Die Schulbehörde versucht gerade rechtswidrigerweise ein VO-SF (Verfahren sonderpäd. Förderbedarf) gg. unseren Sohn anzuleiern - wohl mit dem Ziel, das Kind, bei dem eine nachgewiesene Hochbegabung vorliegt, an eine sonderschule zu schicken, (um die Akte schließen zu können).

Momo
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menthelius



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BeitragVerfasst am: 28.04.2006, 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

hallo momo, optimistin, doris,

warum outet ihr nicht diese Lehrer, Direktoren, die das stützen und die Schule?

@ Optimistin,

Ist dieser Lehrer noch im Amt, diese Schulleitung, die nichts getan hat?

Vielleicht sollte es einen Thread geben, in dem "geoutet wird" in kurzen Stichpunkten der Vorfall, aber mit allen amtlichen Beweisen.

Wer solche Geschichten liest und nicht selbst erlebt hat, der glaubt das nicht.

Grüsse
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 28.04.2006, 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

...weil ich zur Zeit mit dem Kind noch mitten in einem Prozess stecke...

Derzeit mache ich die Schule (und Schulbehörde...) nicht öffentlich, um das Kind zu schützen.

Wenn ich ihn irgendwann "in einem sicheren Hafen habe", dann werden die Namen und Orte hier nachzulesen sein - ja, auch der von Madame X, der wir viel von dem jetzigen "kuddel-muddel" zu verdanken haben.......

Momo
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optimistin



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BeitragVerfasst am: 29.04.2006, 18:29    Titel: hallo menthelius, Antworten mit Zitat

wir haben die hilfe des rechtsstaats in anspruch genommen, um den gepeinigten kindern zu helfen. die mühlen der justiz mahlen zwar bisweilen quälend langsam, aber einen anderen weg kann es nicht geben.

wie manche andere betroffene familie in einem solchen fall, mussten auch wir über die taten des lehrers hinaus noch eine menge weiterer attacken und hässlicher erlebnisse über uns ergehen lassen. auch wir erlebten eiskalte lüge, große aggression, perfide inszenierungen und unglaubliche abgebrühtheit.

wer sich gegen gewalttätige lehrer wehrt, muss unter umständen mit einer menge rechnen: anonyme angriffe, psychisch gequälte kinder, hetze gegen die eigene person, terror.


furcht vor entdeckung?
wie menschen reagieren, die "dreck am stecken" haben und disziplinarmaßnahmen oder strafrechtliche konsequenzen zu fürchten haben, ist nicht immer deckungsgleich mit dem ideal des aufrechten und aufrichtigen bürgers, beamten und jugendvorbilds.

menschen, die um prestigeverlust, pensionsverlust etc. fürchten müssen, weil sie selbst kinder im amt misshandelt haben, scheuen sich vielleicht auch nicht, weitere schritte zu gehen, die jenseits der rechtsgrenzen liegen.

druck auf zeugen?
eine solche möglichkeit wäre es beispielsweise zu versuchen druck auf zeugen auszuüben, (gezielte anrufe bei eltern: "denken Sie an ihr kind! was soll aus ihm werden, wenn es gegen seinen lehrer aussagt? wie sollen wir danach mit ihm umgehen. denken sie an ihr kind") oder diskreditierende unwahrheiten über zeugen zu verbreiten, um diese zu isolieren.

Aber auch der missbrauch von macht, das instrumentalisieren zum dank verpflichteter abhängiger, (z.b. elternvertetern mit eigenen "problemkindern"), vergehen gegen den datenschutz, (verteilen von akten aus laufenden ermittlungsverfahren an unbeteiligte), fälschung von dokumenten und verleumdung wären denkbar.

und schlichtweg die lüge.

wie weit ein täter gehen könnte, um die aufklärung seiner tat(en)und die konsequenzen zu verhindern, ist sicher für laien schwer einzuschätzen.

wir z.b. waren noch niemals zuvor in unserem leben in einer solchen situation, dass eines unserer kinder gewaltopfer wurde. wir hatten gar keine erfahrung, als wir bei schulleitung, strafverfolgungsbehörde und dienstaufsichtsbehörde hilfe suchten.

wieviel erfahrung ein täter oder dessen vorgesetzte möglicherweise mit der "bearbeitung" von lehrergewaltdelikten gegen schüler haben können, ist opfern sicher nicht selten unklar.
die meisten menschen halten derartige übergriffe wahrscheinlich für seltene einzelfälle und haben große schwierigkeiten sich vorzustellen, dass an der schule ihres eigenen kindes dererlei zum alltag gehören könnte.

weitere täter im umfeld?
es kann ja theoretisch sogar sein, dass sie durch ihren protest geradezu in ein "wespennest" stechen. das könnte der fall sein, wenn sich im umfeld des täters weitere bis dahin unentdeckte täter befänden oder gar die vorgesetzten des täters selbst schon einmal...

in einem solchen fall hätte das opfer dann unter umständen eine vielzahl potentieller feinde, die eventuell mit großer macht, vielleicht sogar konzertiert, gegen es vorgingen.

psychische zersetzung der opfer?
psychische zersetzung durch einschüchterung, verleumdung und mobbing wären da sicher schon geeignete mittel, opfer oder zeugen zum schweigen zu bringen.

durchhaltevermögen?
in einem solchen fall erforderte es wohl ein nicht unerhebliches maß an psychischen, physischen und auch finanziellen durchhaltevermögen des opfers oder seiner vertreter.

letzteres würde wichtig, wenn z.b. dienstaufsehende behörden die aufklärung verschleppten, indem sie sich monate lang immer wieder bitten ließen, akten plötzlich verlören oder diese kaputt gingen. dass jeder anwaltsbrief die vertreter des opfers geld kostet ist ja nicht unbekannt. wenn ein solcher anwalt nun 7 briefe schreiben müsste, bevor er eine antwort bekäme?

könnte es sein, dass die möglichkeiten der schikane vielfältig wären?

pervertierung der täter- opferrollen?
gelänge es dem/den täter/n nun auch noch das opfer oder seine vertreter gezielt so zu provozieren, dass es vor (gar nicht oder vorab gezielt falsch informierten) zeugen schwächen zeigt, z.b. vor verzweiflung laut würde, dann genösse/n er oder sie selbst den schutz einer öffentlich wahrgenommenen opferrolle. das eigentliche opfer oder seine vertreter würden zu "angreifern".

routine gegen opfer?
spekulierte man nun, dass täter bereits routine im kleinkriegen der vertreter von opfern hätten, fiele es nicht schwer sich vorzustellen, dass ihnen dieses "kunststückchen" leicht gelänge.
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 08.05.2006, 08:37    Titel: Wie kann man Mobbing beweisen? Antworten mit Zitat

Hallo Menthelius,

ich will auch noch auf deine Frage eingehen: "warum outet ihr nicht diese Lehrer, Direktoren, die das stützen und die Schule?"

Bei Mobbing sind die Beweise einfach schwer zu bringen, das Kind zeigt durch sein 'Bauchgefühlt', dass etwas überhaupt nicht in Ordnung ist - mehr an Beweisen hat man nicht! Man versucht ein Puzzle zusammenzusetzen, Erklärungen zu finden, aber es sind meist nur Vermutungen. Und aufgrund dieser unsicheren Beweislage muss man Entscheidungen treffen, um sein Kind und sich selbst zu schützen. Auch die Aussage eines Kindes viele Jahre später "Der Lehrer hat versucht mich fertig zu machen", ist kein Beweis, der für eine Kampagne ausreichen würde. Man kann für sich nur klären, ob das eigene Handeln richtig war oder nicht, je nachdem wie man reagiert hat.

Was soll man in die Öffentlichkeit bringen, aufgrund dieser "Beweislage"?

Gegen Mobbing von Lehrern gilt es vor allen Dingen ein Bewußtsein in der Gesellschaft zu schaffen! Und solange der Geist der Selektion über unsere Schulen schwebt, der den Lehrern ungeheuere Macht gibt, wird es immer Personen geben, die diese Macht mißbrauchen. Aufgrund dieses Machtverhältnisses ist eine "Beziehung" auf gleicher Augenhöhe zwischen Lehrern und Eltern häufig nicht vorhanden. Und solange das so ist, sind wir noch weit davon entfernt, dass unsere Kinder mit Freude zur Schule gehen und Spaß am lernen haben können!

Doris
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optimistin



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BeitragVerfasst am: 20.05.2006, 06:36    Titel: noch links zum thema Antworten mit Zitat

mein bauch tut weh - wenn kinder angst vor der schule haben

http://www.teachersnews.net/te68/in....70600027846A?OpenDocument

bauchschmerzen im kinder- und jugendalter: was viele eltern nicht wissen:
http://www.ratio2000.de/article.php?sid=1455


Zuletzt bearbeitet von optimistin am 21.05.2006, 08:17, insgesamt einmal bearbeitet
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 20.05.2006, 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

In diesem Artikel geht es um Bauchschmerzen im Zusammenhang mit Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen (LRS):
Zitat:
Pauline hatte in der letzten Zeit immer häufiger Bauchschmerzen und mochte nicht mehr in die Schule gehen. Bereits in der ersten und zweiten Klasse bemerkte die Mutter, daß ihre aufgeweckte kleine Tochter beim Lesen- und Schreibenlernen langsamer war als ihre Freundinnen. Doch die Lehrerin hatte sie immer beruhigt: "Machen Sie sich keine Sorgen. Das wächst sich zurecht. Jeder hat sein eigenes Tempo beim Lernen.
http://www.abendblatt.de/daten/2005/11/05/500223.html

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BeitragVerfasst am: 20.05.2006, 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hier Auszüge aus dem Text von Detlef Träbert zum Thema "Schulangst" http://www.familienhandbuch.de/cmai....elles/a_Schule/s_953.html
Zitat:
* Wenn Kinder beim Rechtschreiben immer wieder, vor allem aber ungeduldig und mit Schimpfen oder gar Strafen, auf ihre Fehler hingewiesen werden, können sie Angst vorm Schreiben entwickeln.
* Wird ein Schulkind von anderen regelmäßig wegen fehlerhafter Antworten ausgelacht, kann es Angst entwickeln sich am Unterricht zu beteiligen.
* Kinder, die in der ersten Zeit auf dem Gymnasium immer wieder zu hören bekommen: "Wer das nicht kann, gehört nicht hierher!", entwickeln Angst vor dem Versagen, denn wer das Gymnasium wieder verlassen muss, blamiert sich und beschämt die Eltern. Das möchte kein Kind.

Schulangst ist somit eine spezielle Erscheinungsform der Angst. Sie ist eine Reaktion auf Gefahren oder Bedrohungen in Bezug auf Schule und kann vielfältige Ursachen haben. In der Literatur werden verschiedene Formen der Angst von Schülern genannt:

* Lern- und Leistungsangst (Prüfungsangst),
* Schullaufbahnangst (vor schlechten Zensuren, Sitzen bleiben und Schulversagen),
* Stigmatisierungsangst (vor Bloßstellen, Lächerlichmachen oder Prestigeverlust),
* Trennungsangst,
* Strafangst,
* Personenangst, manchmal auch als soziale Angst bezeichnet (vor dem Rektor, vor Lehrkräften oder Mitschülern),
* Konfliktangst,
* Institutionsangst (vor den hierarchischen Herrschaftsstrukturen, der Größe, Komplexität, Unüberschaubarkeit der Schule) und
* neurotische Angst (= Angst vor der Angst).

Die Symptome von Schulangst können von Kind zu Kind sehr unterschiedlich aussehen. Sie können auch eine Reaktion auf ganz andere seelische Belastungen darstellen, etwa auf Spannungen zwischen den Eltern, einen Umzug oder auch einen Todesfall. Darum muss in solchen Fällen stets erst medizinisch und dann psychologisch abgeklärt werden, was hinter dem beobachteten Verhalten steckt. Die häufigsten Symptome sind:

* Magenprobleme ("Schul-Bauchweh") mit Schmerzen im ganzen Oberbauchbereich, gelegentlich Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Essstörungen und langfristig daraus folgenden Gewichtsschwankungen;
* andauernde Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen;
* Kopfschmerzen;
* Schlafstörungen, auch Angst- und Alpträume;
* Verhaltensauffälligkeiten vom Trödeln vor der Schule über Aggressionen oder auch Depressionen, neuerliches Nägelkauen oder Einnässen bzw. -koten bis hin zur totalen Schulverweigerung.

Was hinter Schulangst stecken kann

Eine wesentliche Ursache von Schulangst ist der Leistungsdruck. Die Angst vor Noten und Klassenarbeiten bestimmt vor allem bei Realschülern und Gymnasiasten den Alltag. In den Bundesländern, in denen am Ende der Grundschulzeit die weitere Schullaufbahn aufgrund der Noten festgelegt wird und nicht der freien Elternentscheidung überlassen ist, wirkt der Leistungsdruck ganz enorm auch schon im 4. Schuljahr und strahlt sogar in die 3. Klassenstufe und noch weiter nach vorne aus.

Doris
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