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"Scheitern tut der Seele weh" ? Ein Plädoyer gegen

 
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optimistin



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 18.05.2006, 09:51    Titel: "Scheitern tut der Seele weh" ? Ein Plädoyer gegen Antworten mit Zitat

"Scheitern tut der Seele weh" ? Ein Plädoyer gegen die Selektion

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=790&sid=145
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Doris Carnap
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Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 08.06.2006, 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Schluss mit Sitzenbleiben

Das an deutschen Schulen immer noch weit verbreitete Sitzenbleiben muss nach Auffassung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Ute Erdsiek-Rave (SPD), ?deutlich reduziert werden?.
Das Wiederholen einer ganzen Schulklasse sei ein ?Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste", sagte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin (SPD) am Montag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Es vergeude Lebenszeit junger Menschen und bringe statt Hilfe oft nur weitere Demotivation mit sich. Durch individuelle Schülerförderung sollte das Sitzenbleiben künftig ?so weit es geht überflüssig gemacht werden?.

Weltmeister im Sitzenbleiben

Nach dem neuen Bildungsbericht der Kultusminister wiederholen in Deutschland Jahr für Jahr mehr als 250 000 Schüler eine Klasse. Bei insgesamt neun Millionen Schülern sind dies fast drei Prozent. Eine so hohe Sitzenbleiber-Quote gibt es in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat der Welt. Besonders verbreitet ist das Wiederholen von Klassen in Deutschland bei Jungen während der Pubertät.

Nach den Worten von Erdsiek-Rave gibt es trotz der jüngsten Reformbemühungen in mehreren Bundesländern ?immer noch eine tief sitzende Mentalität in Deutschland, dass das Wiederholen von Klassen das pädagogische Instrument schlechthin ist?. Aus der Schulforschung wisse man jedoch, ?dass diese vermeintliche Allzweckwaffe ihr Ziel nicht erreicht?.

Auch nach Ehrenrunde kaum Erkenntnisgewinn

Der Bildungsbericht verweist dabei auf die Ergebnisse der Pisa-Studie, wonach bei 15-jährigen Sitzenbleibern auch nach einer ?Ehrenrunde? kaum Erkenntnisgewinne festgestellt wurden. Wenn man den dafür erforderlichen zusätzlichen Personalbedarf an den Schulen hinzurechne, verstärkten sich die Zweifel an dieser pädagogischen Praxis, heißt es in dem Bericht.

Erdsiek-Rave sagte: ?Der Unterricht muss stärker am Gedanken des individuellen Förderns orientiert werden.? Durch Aus- und Fortbildung müssten die Lehrer dazu gebracht werden, ?die Schüler rechtzeitig vor Beginn einer kritischen Phase besser zu unterstützen?. Dazu müsse auch die Diagnosefähigkeit der Pädagogen weiter verbessert werden. (jk/dpa)
http://focus.msn.de/bildung/schule_nid_29984.html

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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Erika
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BeitragVerfasst am: 08.06.2006, 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris,

da kann ich ja dann froh sein, hier in Schleswig-Holstein zu leben. Rolling Eyes

Zitat:
?Der Unterricht muss stärker am Gedanken des individuellen Förderns orientiert werden.? Durch Aus- und Fortbildung müssten die Lehrer dazu gebracht werden, ?die Schüler rechtzeitig vor Beginn einer kritischen Phase besser zu unterstützen?. Dazu müsse auch die Diagnosefähigkeit der Pädagogen weiter verbessert werden. (jk/dpa)


Das hört sich ja wunderbar an - das ist schon lange mein Reden. Überzeugt, dass sich etwas tut bezüglich Förderung, Aus- und Fortbildung und Diagnosefähigkeit der Lehrer glaube ich allerdings erst, wenn es soweit ist. Da habe ich große Zweifel, allein schon deshalb, weil der allgemein anerkannte Stand der Wissenschaft m.E. teilweise schon Jahrzehnte überholt ist.

Viele Grüße
Erika
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In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz natürlicher Zustand.

(A. Jean Ayres)
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 09.06.2006, 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erika,

die hessische Kultusministerin geht davon aus, dass die "Diagnosefähigkeit der Pädagogen" schon allein dadurch verbessert wurde, weil einige wenige Lehrer an einer Fortbildung zur Verbesserung der Diagnosefähigkeit teilgenommen haben.

Was die Lehrer wirklich vestanden haben, wie sie das Gelernte umsetzen oder wie und ob sie das Wissen an ihre Kollegen weitergeben, wird nicht weiterverfolgt. Man nimmt einfach an, dass schon alles seine Richtigkeit haben wird, steckt den Kopf in den Sand und träumt vom nächsten Wahlsieg.

Zielorientiertes Arbeiten - man setzt ein Ziel, arbeitet daran, um das Ziel zu erreichen und überprüft dann, ob das Erreichte dem gesetzten Ziel entspricht- scheint hier unbekannt zu sein!

Wundern nur wir Eltern uns über eine derartige Unprofessionalität?

Doris
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 09.06.2006, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das meint eine Gruppe von Experten:

Bildungsreformen brauchen Zeit und Konsens - Experten diskutieren auf den ersten Reckahner Bildungsgesprächen: http://www.emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=470
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 14.06.2006, 07:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

nach der neuen Umfrage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) sind mittlerweile 22% der befragten Lehrer dafür das Sitzenbleiben abzuschaffen (1998 waren es nur 8%). Pressemitteilumg des IFS zur 3. Lehrerumfrage

Marianne Demmer von der GEW dazu:
Zitat:
Demmer forderte von den Kultusministern, schulpolitische Veränderungen ?endlich sorgfältig vorzubereiten? und von der üblichen Basta-Politik Abschied zu nehmen. Gute Beispiele für richtiges Wollen, aber falsche Ausführung seien in jüngster Zeit die Themen Sitzenbleiben und individuelle Förderung. ?Absichtserklärungen der Kultusminister reichen da überhaupt nicht. Diese Vorhaben müssen durch Fortbildung der Lehrkräfte und Unterstützungsangebote für die Schulen flankiert werden. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, werden die Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise auf ihrer mehrheitlich ablehnenden Haltung gegenüber der Abschaffung des Sitzenbleibens beharren.?
GEW Lehrerbefragung


Laut einer Meldung der Frankfurter Rundschau vom 13. Juli hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) noch am Wochenende gefordert,
Zitat:
Lehrern nicht dieses "Sanktionsmittel" zu nehmen. "Damit würde die Politik zum Autoritätsverfall der Lehrer beitragen", so Schavan. Frankfurter Rundschau

Doris
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hier der Anfang einer Rede von Renate Hendricks, jetzt Mitglied des Landtages NRW, war viele Jahre lang Vorsitzende des Bundeselternrats (BEL) zum Thema:

Zitat:
Sitzenbleiben überflüssig machen - individuelle Förderung stärken
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren Kollegen und Kolleginnen,

Sitzenbleiben ist volkswirtschaftlich unsinnig, lernpsychologisch höchst fragwürdig und pädagogisch in 99 Prozent aller Fälle vermeidbar und für die jungen Menschen eine sinnlose Verschwendung von Lebenszeit.

Es wird sie daher sicherlich nicht wundern, dass wir dem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen in vollem Umfang zustimmen. Dieser Antrag regiert auf die Ergebnisse neuer Bildungsforschung und weist den Weg für einen besseren, zielgerichteten und vor allem gerechteren Bildungsansatz. Und wer mich als langjährige Elternvertreterin kennt, weiß, dass ich vor vielen Jahren schon ein Bleiberecht an den Schulen gefordert habe, an denen Kinder aufgenommen werden.

Bekanntlich zeichnet sich das deutsche Schulsystem durch einen massiven Anteil des Aussortierens oder Filterns im Verhältnis zum Fördern aus. Die Möglichkeit des Sitzenbleibens gehört ebenso zum Aussortieren wie die Möglichkeit des Abschulens. Beides jedoch verhindert eine konsequente Förderung der Schüler und Schülerinnen. Denn in dem Maße eine Schule ihre Schüler aussortiert, wird sie nicht gleichzeitig ihre Bemühungen darin setzen, diese Kinder zu fördern.
Bei der in der Regel recht emotional geführten Diskussion um das Sitzenbleiben werden häufig Prominente angeführt, wie Edmund Stoiber, Einstein, oder auch unsere Ministerin Frau Sommer, die trotz Sitzenbleiben eine durchaus erstaunliche Karriere vorzuweisen haben. Aber diese interessanten Beispiele können nicht darüber hinweg täuschen, dass für viele Kinder Sitzenbleiben mit einem enormen Motivationsverlust, einem Knick in der Biografie verbunden ist und am Ende häufig eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird, nämlich dann, wenn als Folge des Sitzenbleibens die Verweisung auf andere Schulformen eintritt.

Natürlich muss Sitzenbleiben nicht bei allen Schülern oder Schülerinnen zu einer dauerhaften Identitätsstörung führen. In bestimmten Ausnahmefällen, etwa bei langer Krankheit eines Schülers, mag es auch sinnvoll sein, eine Klasse zu wiederholen. In solchen Fällen sehen auch die schulisch erfolgreichen Staaten der Welt die Möglichkeit des freiwilligen Wiederholens vor. Die zwangsweise Wiederholung eines ganzen Schuljahrs bringt aber in der Regel keinerlei Vorteile.

Der Aufwand wäre nur dann gerechtfertigt, wenn das Sitzenbleiben die fachlichen Leistungen der Schüler verbessern würde oder zumindest ihre Motivation stärken. Das Gegenteil ist aber meist der Fall. Untersuchungen verweisen darauf, dass die Klassenwiederholung außer einer künstlichen Verlängerung der Ausbildungszeit wenig bringt. In den Fächern, an denen er gescheitert war, verbessert sich der Schüler nur kurzfristig. In den anderen Disziplinen schaltet er gelangweilt ab. Warum soll er auch Physik wiederholen, wenn er in Englisch schlecht ist? ...
http://www.renate-hendricks.de/.net....Y/html/10480/welcome.html


Doris
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