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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Förderung Hochbegabung
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Momo86
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 02.04.2006, 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erika,

aber klar kennen die das HB-Gutachten, es ist ja in der Schulakte und war auch Gegenstand bei Gericht.

Es ist so: Wenn ein HB-Kind Probs macht, dann wollen sie dem armen Kind ja "helfen", damit es die Probs nicht mehr hat (macht)...

Wenn also das Kind eine Schulangststörung hat, ... dann muss man das arme Kind doch "entlasten", und sei es, dass man es in den E-Bereich oder lb-Bereich schickt......- kleine Gruppe: "Da können wir uns doch viiiiiiel besser um ihn kümmern!"

Nee, nicht mit meinem Sohn, nie!!!

Meine antwort also:

Sehr geehrte Frau .........,


Ihr Schreiben vom 29.03.06 ging am 01.04.06 hier ein - so war ich zunächst geneigt, an einen "Aprilscherz" zu glauben...- nehme aber doch an, dass Sie es ernst meinen ...(?)

1. Warum die Kinderpsychiatrie (mit praktisch NICHT-Beschulung) als Aufenthaltsort für unseren Sohn nicht in Frage kommt, habe ich nun mehrfach und ausführlich erläutert. Eine weitere Wiederholung erübrigt sich daher.

2. Dass nach so einem uns allen (........eingeschlossen) gut bekannten Mobbing-Fall an der ..........-Schule, diese Schule nicht für .........geeignet ist, zumal die Schulleiterin von einer Anmeldung dort abriet (nicht aufnahmebereit war...), muss ich ebenfalls nicht ein weiteres Mal erläutern.

3. Wie bereits dem Verw.Gericht mitgeteilt, habe ich andere in Frage kommende Schulen (einschließlich der Realschulen) bereits telefonisch konsultiert und mdl. Absagen erhalten. U.U. könnte ich mit Hilfe der Landesschulbehörde ...........Aufnahme dort jeweils durchsetzen, aber welche Chance hätte er dann da - gg. den Willen der SL' n?

4. Die Rückkehr ans Gymnasium ............ist auch aus der Stellungnahme des Kinderpsychiaters Dr. ..............hervorgehend (16.03.06) ausgeschlossen.

5. Meine Einlassungen zum Thema "sonderpäd. Förderbedarf" für ...........beziehen sich ausschließlich auf die langfristige Krankschreibung, aus deren Dauer sich lt. Schulgesetz ein "sonderpädagogischer Förderbedarf" (ohne gesonderte Feststellung) ergibt:
nachzulesen z.B. bei www.schure.de bei "sonderpäd. Förderbedarf":
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
II. 8 Unterricht und Erziehung unter den Bedingungen von Krankheit

8.1 Besonderer pädagogischer Förderbedarf

Schülerinnen und Schüler, die auf Grund einer Erkrankung für längere Zeit oder in regelmäßigen Abständen zu Hause oder im Krankenhaus, einschließlich der Abteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder in ähnlichen Einrichtungen stationär behandelt werden und die Schule nicht besuchen, können während dieser Zeit Unterricht zu Hause oder im Krankenhaus erhalten. Grundsätzlich liegt bei Schülerinnen und Schülern, die langfristig oder wiederkehrend erkrankt sind, besonderer pädagogischer Förderbedarf vor.

Die deutlich veränderten Lerngegebenheiten dieser Schülerinnen und Schüler erfordern besondere pädagogische Hilfen im Unterricht. Ziele, Inhalte, Methoden und Medien werden dem besonderen Förderbedarf entsprechend ausgewählt. Das schulische Lernen wird unter Berücksichtigung der Belastungen, die sich aus der jeweiligen Krankheit ergeben, flexibel organisiert.

(etc. ...)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sie halten es aber nun in Ihrem aktuellen Schreiben für "notwendig, dass ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs nach § 68 NschG eingeleitet wird. "

Meines Wissens soll ein solches Verfahren eingeleitet werden, wenn mit einer hohen Wahrscheinlich von einem "sonderpädagogischen Förderbedarf" ausgegangen werden kann ... -und wenn zuvor alle Maßnahmen im Regelschulbereich ausgeschöpft worden sind...
Da ............laut Begabungsgutachten des Dr. ..........ein "hochbegabtes Kind" ist, mache ich vorsorglich auf die durch das MK angeregten Maßnahmen aufmerksam, hier nachzulesen:

http://www.mk.niedersachsen.de/mast...._N890028_L20_D0_I579.html ==> und bitte zu überlegen, was denn tatsächlich für unseren Sohn umgesetzt worden ist.......(Rücksprache mit dem Gymnasium ..............erforderlich).

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könnten in der Tat nur wir, die Erziehungsberechtigten, ein solches Verfahren einleiten.

Was würde denn möglicherweise als Ergebnis dabei herauskommen?

Förderbedarf kann bestehen für Kinder mit motorischen Beeinträchtigungen und Körperbehinderungen, für Kinder mit Lernbehinderungen, für Kinder mit geistigen Behinderungen, mit Sprachbehinderungen, mit emotionalen/sozialen Behinderungen (Erkrankungen).

Für ............käme nach dem bisherigen Sachstand nur ein Förderbedarf "emotionale-/soziale Entwicklung" überhaupt in Betracht, da er weder kb, noch gb, noch lb und auch nicht sprachbehindert ist.

Möglicher Ausgang:
a) kein Förderbedarf ===> das Kind kann(muss) eine allgemein bildende Schule ohne ergänzende Maßnahmen besuchen.

b) Feststellung eines Förderbedarfs, z.B. im Bereich "emotionale/soziale Entwicklung"

I. Kind wird mit zusätzlicher sonderpäd. Unterstützung an einer aufnahmebereiten allgemeinbildenden Schule begabungsgerecht im GU gefördert.......................
CAVE: Es heißt nämlich im entsprechenden Gesetzestext:
5.2 Sonderpädagogische Förderung im gemeinsamen Unterricht

Schülerinnen und Schüler mit Sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich des emotionalen Erlebens und sozialen Handelns besuchen allgemeine Schulen, wenn dort die notwendigen personellen, räumlichen und sachlichen Voraussetzungen gegeben sind oder geschaffen werden können. Die sonderpädagogische Förderung im gemeinsamen Unterricht erfolgt in Zusammenarbeit von sonderpädagogischen Lehrkräften mit Lehrkräften der allgemeinen Schule.

Nach den Telefonaten der letzten Wochen rechne ich nicht damit, dass sich eine "aufnahmebereite Schule" finden lässt. Mit einen Förderbedarf -E- kann unser Sohn von jeder Regelschule abgelehnt werden!!!

II. Wenn keine Regelschule aufnahmebereit ist, wird der Förderort (notfalls auch gg. die überstimmbaren Erziehungsberechtigten) von der Schulbehörde festgelegt.

Da es in ............keine Förderschule mit dem Schwerpunkt -E- gibt, werden die allermeisten Kinder (bei denen in der Regel auch Lernbeeinträchtigungen vorliegen...) in den entsprechenden Sonderschulen für Lernhilfe (....... und ...........) mitunterrichtet.

In schweren Fällen steht mit der Einrichtung "..............." 50 km entfernt eine stationäre und teilstationäre Maßnahme zur Verfügung, unterrichtend nach den Lehrplänen der LB-Schule wie der Hauptschule.

Für unseren Sohn birgt also die Einleitung eines VO-SF (neben der Möglichkeit"kein Förderbedarf", dann sind wir so weit wie jetzt auch...) das hohe Risiko, als hochbegabtes (dazu sehr sensibles) Kind, was NICHT SCHWERERZIEHBAR ist , völlig unpassend an einer LB-Schule oder auch E-Schule unterrichtet werden zu müssen, weil es keine "Förderschulen für hochbegabte Kinder" gibt. Er wäre nicht der erste Fall eines hb-Kindes, welches mit Hochbegabung an einer Sonderschule landete......

Sollten Sie mir eine wohnortnahe Einrichtung nachweisen können, in welcher unser Sohn mit auch sonderpäd. Förderung nach gymnasialen Richtlinien entsprechend seiner Begabung und seines jetzigen Leistungsstandes unterrichtet werden kann, habe ich kein Problem mit der Möglichkeit der Aufnahme dort ein VO-SF zu beantragen, - nicht aber, wenn für uns alle zum jetzigen Zeitpunkt klar sein dürfte, dass nach einem VO-SF von einer "begabungsgerechten Beschulung" nach §54 NSchG in keiner Weise mehr ausgegangen werden kann.

Unter Betrachtung also des "für und wider" kann Ihr Ansinnen, durch uns ein VO-SF einleiten zu lassen, nur klar VERNEINT werden!

Da aber sich aus der zur Zeit zeitlich nicht absehbaren Krankschreibung sich sowohl ein Recht auf Unterricht als auch eines auf sonderpäd. Förderung ergibt, bestehe ich immer noch auf eine angemessene Lernunterstützung/Lernbegleitung unseres Jungen.

In Französisch ist er z.Zt. eine gute Lektion weiter als die Klasse, in Englisch lesen wir aktuell ein englisches Buch ( "Treasure Island"), welches er sich vom älteren Bruder ausgeliehen hat. Auch in den Sachfächern bestehen m.E. keine Lücken.



MfG Momo
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 23.04.2006, 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Lt. mdl. Aussage bereiten sie ein VO-SF vor!

Ich habe inzwischen einen Rechtsanwalt!

Wagt es ja nicht!

Momo
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 06.05.2006, 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

http://img465.imageshack.us/img465/8139/mazeitung20hz.jpg




Heute erschien der 1.Bericht - in der örtlichen Tagespresse - die Darstellung der Schulbehörde, wir würden unserem Kind ärztliche Behandlung verweigern, ist natürlich Unsinn.
Richtig ist: Hochbegabung ist keine Krankheit. Die hiesige KJP hat keine Ahnung, was HB betrifft. Und daher lassen wir unser Kind nicht stationär oder teilstationär in die Psychiatrie einweisen - mit möglicherweise nicht wieder gut zu machenden Folgeschäden.
Eine Sinn machende ambulante Betreuung gerne jederzeit - wurde und wird uns aber nicht angeboten - weil es hier kein entsprech. Angebot zu geben scheint.

M.
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 06.05.2006, 11:32    Titel: HB´s in Förderschulen Antworten mit Zitat

Hallo Momo!

Der Bericht schildert die festgefahrene Situation und die Problematik recht gut.

Ein erschreckender Gedanke macht sich breit: Wie viele HB´s sitzen wohl unerkannt in Förderschulen?

Vielleicht holt man ja jetzt endlich nach, was die ganze Zeit versäumt wurde und fragt deinen Sohn einmal nach seinen Wünschen.

Vielleicht formiliert er seine Gedanken und Vorstellungen ja einfach mal hier im Schülerforum? Ich würde mich freuen.
Drücke die Daumen, dass sich rasch ein engagierter Mathelehrer meldet und dich ein wenig entlastet.

Viele liebe Grüße

Angelika
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 06.05.2006, 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Sohn hat seit 4 Monaten keinerlei Schul- und Lehrerkontakt mehr - komplette Verweigerung auf deren Seite!

Keiner fragt ihn... (deshalb hat er die beiden Zeitungsinterviews sehr genossen!) - aber jetzt möchte die LSchB ihn "sonderpädagogisch" überprüfen.

Ich frage micht, wie........

Das Kind ist weiterhin krank geschrieben, in keiner Schule. Ich habe hier das Hausrecht...... - und ganz gewiss liefere ich ihn nicht in irgendeiner Förderschule ab.


Die wollten 4 Monate nichts von meinem Kind wissen - jetzt will ich mit diesen W..... nichts mehr zu tun haben.

LG Momo


Zuletzt bearbeitet von Momo86 am 15.05.2006, 18:13, insgesamt einmal bearbeitet
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 10.05.2006, 06:28    Titel: Antworten mit Zitat

Gestern habe ich mit einem Obermacker aus dem MK telefoniert... Der war noch relativ verständnisvoll, hat dennoch versucht, "Überzeugungsarbeit" zu leistem

Ein VO-SF diene doch meinem Kind, um eine Lösung zu finden... etc.pp.!

Nein, Nein, Nein! Nicht nach den ganzen Lügen.

Aufgrund des Zeitungsartikels habe ich Kontakt mit weiteren betroffenen Eltern bekommen.
Danach ist auch klar: Hausunterricht gibt es selbst dann nicht, wenn es eine klare Rückführungsperspektive an die Stammschule gibt.

Und wer sich traut, sein Recht darauf notfalls einzuklagen - wie ich - muss damit rechnen, notfalls über ein VO-SF das Anrecht auf eine begabungsgerechte Ausbildung zu verlieren.

Allerdings kommen sie an mir nicht vorbei!!!

Momo
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 18.05.2006, 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Morgen berichtet das Hamburger Abendblatt.
Ziemlich ausführlich, denke ich.

Momo
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 19.05.2006, 06:16    Titel: Antworten mit Zitat

Quelle:
http://www.abendblatt.de/daten/2006/05/19/564459.html

Zu begabt für die Lehrer?
Marvin (11): Er hat einen hohen IQ - und Angst, Fehler zu machen. Marvins Mutter unterrichtet ihren Sohn zu Hause - die Schule macht ihn krank. Die Mutter fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen.
Von Hanna-Lotte Mikuteit

Lüneburg -
Marvins* Tag ist straff organisiert. Ab acht ist freies Lesen, um neun beginnt der Unterricht: Englisch, Französisch, Mathe, Deutsch in Halbstunden-Einheiten, danach im Wechsel die anderen Fächer. Gerade ist Englisch dran. "Maybe you can help us with our campagne", liest der Elfjährige einen Text aus seinem Schulbuch vor. Nicht im Klassenzimmer - Marvin sitzt zu Hause in einem Dorf bei Lüneburg am Küchentisch neben seiner Mutter und paukt.

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"Meinem Sohn wird der Unterricht verweigert", erhebt Sabine Jörgen* (3Cool schwere Vorwürfe gegen die Schulbehörde. Seit Mitte Januar ist Marvin, hochbegabt mit einem IQ von 136, nicht mehr in der Schule gewesen. Er leidet unter Angstzuständen. "Marvin ist auf nicht absehbare Zeit krank geschrieben. Unser Antrag auf Hausunterricht wurde abgelehnt", sagt sie bitter.

Rückblick: Marvin war acht Jahre alt und in der dritten Grundschulklasse, als ein Kinderpsychiater seine Hochbegabung feststellte. Damals wurde auch - bei Hochbegabten nicht ungewöhnlich - "eine deutliche Diskrepanz zwischen dem exzellenten Testergebnis und der derzeitigen Lernsituation" festgestellt. "Ich habe versucht, Hilfe zu finden. Ohne Erfolg", sagt Sabine Jörgen. Nach dem Wechsel aufs Gymnasium verschärfte sich Marvins Lage. "Wir haben viele Arbeiten geschrieben. Der Druck stieg", sagt der sensible Junge. Immer häufiger wurde er krank, war im ersten Schulhalbjahr 23 Tage im Unterricht. "Er hat versucht, alles nachzuarbeiten", sagt seine Mutter. "Aber seine Angst, Fehler zu machen, ist so groß. Im Januar ist er umgekippt, wollte nicht mehr in die Schule."

Seitdem führt Sabine Jörgen einen verzweifelten Kampf, fühlt sich von Schulleitung, Behörden und Fachärzten im Stich gelassen - und fürchtet sogar einen teilweisen Entzug des Sorgerechts. "Mein Ziel ist, daß Marvin eine Schule besuchen kann, in der er gefördert wird", sagt die Mutter, die fest an die Fähigkeiten ihres Kindes glaubt. Auch Marvin möchte wieder in die Schule, "eine, in der es Spaß macht zu lernen", sagt er.

Derzeit aber ist alles im Unklaren. Bereits Anfang April hatte das Lüneburger Verwaltungsgericht den Antrag der Familie auf Hausunterricht abgelehnt. Obwohl das niedersächsische Schulgesetz diese Möglichkeit bei einer Krankheitsdauer von mehr als vier Wochen vorsieht. "Hausunterricht soll als Überbrückung dienen. Ziel ist, daß das Kind reintegriert wird", sagt die Sprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg, Susanne Strätz. Das sei in Marvins Fall derzeit nicht gegeben. Um einen individuellen Förderplan für den Jungen zu entwickeln, will die Behörde "den sonderpädagogischen Bedarf" ermitteln.

Dagegen wehrt Sabine Jörgen sich mit aller Kraft. "Es hätte alles Mögliche vorher gemacht werden können", klagt sie Versäumnisse der Verantwortlichen an. Marvins Problem sei, daß seine intellektuelle Entwicklung der emotionalen weit voraus sei - nicht mehr und nicht weniger. Sie befürchtet nun, daß ihr Kind als nicht eingliederfähig eingestuft werden könnte - und auf einer Haupt- oder Förderschule landet. "Da geht er kaputt", fürchtet die zweifache Mutter, die Kontakte in ganz Deutschland hat und ähnliche Beispiele kennt (s. Infowinkel).

"Es zeigt sich immer mehr, daß erfahrene Ansprechpartner für diese Kinder fehlen oder solche Angebote sehr teuer sind", sagt Sabine Jörgen. Sie muß sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, daß sie sich und ihrem Jungen nicht helfen lassen will. So hat sie Vorschläge, daß er in der Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt wird und dort auch zur Schule geht, abgelehnt. Dahinter, so Jörgen, stecke ihre Angst, daß die Behörden über den weiteren Lebensweg Marvins entscheiden könnten - und nicht die Eltern. Inzwischen wird der Junge zweimal die Woche von einem Sozialpädagogen betreut. Nach langen Auseinandersetzungen - und der Androhung eines teilweisen Sorgerechtsentzugs, sollten die Eltern nicht zustimmen, - ist jetzt eine gemeinsames Gespräch aller Beteiligten geplant, um einen Weg für Marvin zu finden.

* Namen geändert

erschienen am 19. Mai 2006


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http://www.abendblatt.de/daten/2006/05/19/564460.html


Hochbegabt? Ein Problem in Deutschland

In Deutschland gibt es erhebliche Defizite bei der schulischen Förderung hochbegabter Kinder. Betroffen sind nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind zwei bis drei Prozent der Kinder mit einem IQ über 130. Immerhin gibt es inzwischen für das Thema mit Beratungsstellen, Kinderakademien, Modellklassen oder der Möglichkeit früherer Einschulung sowie des Überspringens von Klassen ein neues Verständnis. Im Norden gibt es in Rostock und Braunschweig Hochbegabten-Schulen, in Hamburg hat die private Brechtschule spezielle Klassen eingerichtet. Aber immer noch werden besondere Fähigkeiten von Eltern und Lehrern nicht erkannt, gelten hochbegabte Kinder als Störenfriede, weil sie sich nicht anpassen (können) - nicht selten aus Langeweile. Oft reagieren sie auch mit Schulverweigerung. Infos unter www.dghk.de.

mik
erschienen am 19. Mai 2006
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 24.05.2006, 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Momo,

sehr guter Artikel!

Es zeigt sich mal wieder, dass es hier nur um reine Behördenwillkür geht und das Wohl des Kindes auf der Strecke bleibt!


Ich drücke Dir und Deinem Kleinen weiterhin die Daumen.

Liebe Grüsse

Petra
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rosaria



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Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 27.06.2006, 08:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Momo,

seid Ihr das?

http://www.haz.de/niedersachsen/288635.html

"Mutter muss elfjährigen Sohn zu Hause unterrichten."

Gab es Reaktionen auf den Artikel?

Wie habt Ihr den Mut gefunden, an die Presse zu gehen?

rosaria
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rosaria



Anmeldedatum: 27.06.2006
Beiträge: 35
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 27.06.2006, 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmal hallo,

es gibt in Deutschland eine Spezialistin für am Schulsystem gescheiterte Hochbegabte und für Konfliktsituationen mit Schulbehörden:

Frau Prof. Dr. Anne Eckerle

Infos u.a. hier:

http://www.hochbegabtenhilfe.de/l147de/-Hochbegabtenhilfe

Eine Mutter aus meinem Bekanntenkreis hatte Kontakt zu ihr, Frau Eckerle konnte weiter helfen.

Weiter viel Mut und Kraft!

rosaria
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Momo86
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 27.06.2006, 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das sind wir.

Mit Frau Eckerle hatte ich ebenfalls Kontakt.

Sie konnte uns nur eine psych. Praxis etwa 50 km von hier empfehlen.

Unser Sohn redet nicht mit Psych. - 3 Monate Wartezeit, dann 1 Stunde (2 St.) Autofahren und wieder nach Hause ohne Ergebnis...- das muss ich derzeit nicht haben.

Momo
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