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ABITUR MIT 15

 
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 11:41    Titel: ABITUR MIT 15 Antworten mit Zitat

Abitur mit 15
Der Überflieger

Bayerns jüngster Abiturient übersprang vier Klassen, aber seine Mitschüler machten es ihm nicht immer leicht.
Von Christine Burtscheidt



Hochbegabter Abiturient geht mit 15 an die Hochschule

Mit einer 1,2 im Zeugnis zählt David Widmann zu den besten Abiturienten Bayerns - und er ist mit 15 der jüngste unter allen.



Lässig kommt er daher in seinem gemusterten Hemd, den blauen Shorts und den gegelten Haaren. Lässig klingt auch der Satz, den er gleich zu Beginn sagt: "Ein gewisses Talent muss man schon haben." Dabei ist David Widmann nicht so ein cooler Typ, wie es den Anschein hat; schon gar nicht, wenn er über seine Begabungen sprechen soll.

"Die vielen Interviews, das ist ganz schön stressig", sagt er. Viel lieber redet er vom Fußball. Weshalb es gut sei, als Verteidiger beim BCF Wolfratshausen zu spielen oder weshalb die Deutschen Weltmeister würden. Wenn heute die Abiturzeugnisse in Bayern überreicht werden, wird es sich Winfried Steflbauer, sein Direktor am Ickinger Gymnasium, nicht nehmen lassen, die besonderen Fähigkeiten Davids herauszustellen.


Mit einer 1,2 im Zeugnis zählt er zu den besten Abiturienten im Land und mit seinen 15 Jahren ist er noch dazu der jüngste. Der Jüngste dürfte er vorerst auch bleiben, wenn er im Herbst mit einem Doppelstudium in Informatik und Mathematik an der Technischen Universität in München beginnt.

"Davids Stinkephasen"

Also die klassische Geschichte eines Wunderkindes? "Nein", sagt sein Vater, Eugen Widmann. Gerade das wolle er auf keinen Fall in der Zeitung lesen. Denn Davids Leben habe durchaus seine Brüche. Ohne die Unterstützung der Eltern und Lehrer hätte auch alles ganz anders laufen können. Denn anfangs galt David als Problemkind.

Im Kindergarten litt er unter einer Sprachstörung, wollte lieber zuhause bleiben, war schon mal launisch und nicht ansprechbar, was sein Vater heute freundlich mit "Davids Stinkephasen" umschreibt. Erst später habe sich gezeigt, dass dies Ausdruck seiner Unterforderung war. Der Junge habe sich schlichtweg gelangweilt.

Eher zufällig wurde eine Lehrerin aufmerksam, die einsprang, als die Klassenleiterin krank war. Ihr fiel auf, dass David den Stoff besonders schnell aufnahm. Und so riet sie den Eltern, doch einen Test zu machen. Der stellte prompt seine Hochbegabung fest. Wie hoch der IQ war, weiß heute keiner mehr: "Was sagt auch so eine Zahl", winkt der Vater ab.

Wichtiger war die Frage: Was tun? Zur Auswahl standen zwei Möglichkeiten: David auf ein Internat für besonders begabte Kinder zu schicken oder eine Klasse überspringen zu lassen. Der Junge entschied sich für Letzteres. Die Eltern waren froh: "Das ist doch nichts, in so einem Stall mit lauter Elitären", sagt sein Vater heute.

Ätzende Langeweile, ätzende Mitschüler

David wechselte somit in die zweite Klasse Grundschule. Anfangs war das für ihn eine Herausforderung ? "mit dem Füller schreiben und Diktate in Deutsch", sagt er. Doch das hielt nicht lange an. In der dritten Klasse setzte dieses Gefühl "ätzender Langeweile" wieder ein. David war zu Hause "ungenießbar", wie sein Vater erzählt. Immerhin wusste die Familie ? inzwischen waren noch zwei Söhne zur Welt gekommen ? was mit dem Ältesten los war: David war es langweilig in der Schule und so übersprang er auch die vierte Klasse und ging auf das Gymnasium.

Im Herbst 1999 fing er als Achtjähriger in Icking an. "Das war nicht einfach", sagt er. Im ersten Deutschaufsatz, einer Erlebniserzählung, schrieb er prompt eine Fünf. Vor allem aber kam er mit den so viel älteren Klassenkameraden nicht zurecht. Manche schienen neidisch zu sein, andere konnten vielleicht mit dem jüngeren Schüler nichts anfangen. Die Abwehrhaltung dem Klassenbesten gegenüber steigerte sich.

Besonders schlimm wurde es in der Mittelstufe. David wurde als Streber beschimpft, dabei sagt er von sich: "Ich mache so wenig wie möglich." Nichts half. Die Eltern sahen sich wiederholt gezwungen, den Beratungslehrer aufzusuchen, um die Wogen zu glätten. War dann mal Ruhe, machte sich in David die Unlust wieder breit. So übersprang er weitere Klassen ? erst die siebte, dann die neunte.

"Ich will ein ganz normaler Junge sein"

Die vergangenen vier Jahre hat er sich unter seinen Mitschülern dann aber wohlgefühlt. Dort fand er Freunde, die gerne mit ihm Schafkopf spielen oder programmieren. David hat Spaß an den Computersprachen, weil sie so logisch sind wie die Mathematik. "Man beweist etwas und das ist dann unumstößlich", sagt er.

Sprachen sind weniger seine Sache, mit Ausnahme von Latein ? der Sprache mit der größten Logik, wenn man so will. David liest auch gerne Historienromane oder Populärwissenschaftliches wie "Fermats letzter Satz ? die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels" von Simon Singh. Er mag aber auch Harry Potter und eben den Fußball.

Vor allem will er "ein ganz normaler Junge sein", der bei der Abi-Zeitung mitschreibt und Märchen erfindet. Was ihm die Zukunft bringt, kann er mit 15 Jahren noch nicht sagen, aber eines weiß er: "Hochbegabte müsste man besser fördern. Sie haben es nicht leicht im Schulsystem."

(SZ vom 30.6.2006)

http://www.sueddeutsche.de/jobkarri....tudium/artikel/543/79464/
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Sabine Hartmann



Anmeldedatum: 02.02.2006
Beiträge: 68
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 06.07.2006, 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mit der Mutter des Jungen telefoniert und fragte sie, wie sie (er) das geschafft haben. Die Mutter sagte mir, dass, sobald sie merkten es wird schwierig, eingreifen konnten. Er hatte immer gute Noten.

Jedoch ihr zweiter Sohn kommt mit seiner HB nicht so gut zurecht. Auch hat man, wenn ich die Mutter richtig verstanden habe, an der Schule kein Verständnis.

Ich finde das schade. Das eine Kind wird als "Vorzeigeobjekt" der Schule "missbraucht", und der Bruder erleidet das Schicksal der meisten Hochbegabten in unserem Schulsystem. Das ist dekadent.

Ich habe an die Süddeutsche Zeitung geschrieben, dass man auch mal über die Schattenseiten der hochbegabten Kinder an unseren Schulen berichten sollte.

Ich bin sonst eigentlich immer für positive Nachrichten (im Fernsehen und in den Zeitungen sind ja fast nur schlechte), aber hier liegt meiner nach Meinung ein Missbrauch vor und es muss doch mal die Wahrheit auf's Tapet gebracht werden.

Aber ich freue mich für David.Very Happy Ich finde es klasse, wie er das geschafft hat. Er kann gerade durch seine Geschicht doch ein Vorbild sein für alle anderen hochbegabten Kinder. Es lohnt sich, sich anzustrengen.
Exclamation
Sabine
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