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Bayern-kein Abschluss ohne Anschluss

 
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 18.07.2006, 16:14    Titel: Bayern-kein Abschluss ohne Anschluss Antworten mit Zitat

http://www.km.bayern.de/km/lehrerinfo/thema/2005/03812/index.asp

Kein Abschluss ohne Anschluss
Dr. Franz Knoll, der Leiter der Staatlichen Schulberatungsstelle für Oberbayern-Ost, stellt in dem Artikel der Lehrerinfo 1/06 die Durchlässigkeit des gegliederten Schulsystems in Bayern dar.



Das bayerische Schulsystem ist vielfältig differenziert, durchlässig und leistungsstark. Ein modernes Schulsystem muss sowohl den Lernmöglichkeiten des Einzelnen gerecht werden als auch gesellschaftlichen Entwicklungen in entsprechender Weise begegnen. Die folgenden Ausführungen haben zum Ziel, ein Bewusstsein und Verständnis dafür zu schaffen, was das "Bayerische Schulsystem" in all seinen unterschiedlichen Formen auszeichnet. Dies ist notwendig, um den gesetzlichen Beratungsauftrag (Art.78 BayEUG) erfüllen zu können: "Jede Schule und jede Lehrkraft hat die Aufgabe, die Erziehungsberechtigten und die Schülerinnen und Schüler in Fragen der Schullaufbahn zu beraten und ihnen bei der Wahl der Bildungsmöglichkeiten entsprechend den Anlagen und Fähigkeiten des Einzelnen zu helfen."
Wichtigster Grundsatz des gegliederten bayerischen Bildungssystems ist, dass möglichst jeder Abschluss auch einen Anschluss hat.
1 Das verfassungsmäßige Recht auf angemessene schulische Bildung
Artikel 128 der Bayerischen Verfassung garantiert den Anspruch des Bürgers auf eine Ausbildung, die seinen erkennbaren Fähigkeiten und seiner inneren Berufung entspricht. In Artikel 132 definiert die Bayerische Verfassung den sich daraus ergebenden Aufbau des Schulsystems: ?Für den Aufbau des Schulwesens ist die Mannigfaltigkeit der Lebensberufe, für die Aufnahme eines Kindes in eine bestimmte Schule sind seine Anlagen, seine Neigung, seine Leistung und seine innere Berufung maßgebend, nicht aber die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung der Eltern."
2 Ausdifferenzierung von Bildungswegen
Alle Schulsysteme moderner Gesellschaften kennen die Ausdifferenzierung von Bildungswegen, die sich allerdings bezüglich des Zeitpunktes und des Ausmaßes der Differenzierung unterscheiden. (Baumert & Artelt, 2003) Vielfältig gegliederte Schulsysteme, wie sie z. B. Bayern, Baden-Württemberg, aber auch Österreich haben, verlangen auf Grund äußerer Differenzierungen Übergangsentscheidungen, die mehrere Schullaufbahnen eröffnen. Integrierte Systeme verlagern diese Entscheidungen nach innen, kommen aber selbst bei der inneren Differenzierung um begabungsgerechte Platzierungen nicht herum. Je mehr ein Schulsystem integriert und vereinheitlichend strukturiert ist, desto stärker steigt an der einzelnen Schule die Leistungsheterogenität und damit auch die pädagogische Herausforderung, den unterschiedlichen Fähigkeiten, Interessen und Neigungen gerecht zu werden. Je mehr und je stärker sich die Lernleistungen in den Klassen unterscheiden, desto schwerer wird es, die leistungsfähigeren Schüler nicht zu unterfordern und die weniger leistungsfähigen nicht zu überfordern, ohne die Lernzielgleichheit aufzugeben. Ab einem bestimmten Ausmaß an Leistungsvarianz innerhalb einer Klasse wird eine Lehrkraft überfordert sein. Wenn binnendifferenzierende Maßnahmen nicht mehr ausreichen oder zu zeit- und personalintensiv wären, dann müssen äußere Differenzierungs- oder Gruppierungsmaßnahmen hinzukommen.
3 Bayern fördert Schüler durch Ausdifferenzierung von Bildungswegen und der Möglichkeit von Schwerpunktsetzungen
Eine Form angemessener Förderung eines Schülers ist z. B. die mögliche Wahl eines seinen Lern- und Leistungsvoraussetzungen angemessenen Anforderungsniveaus, auf dem der Schüler sich in den nächsten Jahren durch gezieltes Fordern erfolgreich entwickeln kann. Dies legt eine Differenzierung in unterschiedlich anspruchsvolle Lerngruppen nahe, wie dies in Bayern mit der äußeren Differenzierung in einzelne Schularten wie Hauptschule, Realschule und Gymnasium der Fall ist. Eine weitere Form, den unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten der Schüler gerecht zu werden, ist die Förderung individueller Stärken durch Schwerpunktsetzungen, z. B. durch die Wahl verschiedener Ausbildungsrichtungen oder Wahlpflichtfächergruppen innerhalb einer Schulart.
4 Übergänge im gegliederten Schulwesen sind an Leistungskriterien und Eignungsfeststellungen gekoppelt
Die Wahl der passenden Schule stellt die Eltern vor eine wichtige Entscheidung. Einerseits wollen sie für ihr Kind die Schulart wählen, die am Ende die meisten Optionen gewährleistet, andererseits wollen sie ihre Kinder auch nicht überfordern. Oftmals entstehen in den Beratungsgesprächen auch Missverständnisse dadurch, dass sich die Lehrkräfte als ?Anwalt des Kindes? verstehen und besonders die mögliche Überforderung im Auge haben, während die Eltern die Sorge um eine gute Ausbildung und die besten Zukunftschancen umtreibt. Diese Situation ist für viele Lehrkräfte belastend, zumal dann, wenn die Eltern versuchen, mit allen Mitteln auf die Eignungsfeststellung Einfluss zu nehmen. Die Erziehungsberechtigten und die volljährigen Schülerinnen und Schüler haben das Recht, soweit nicht Pflichtschulen zu besuchen sind, Schulart, Ausbildungsrichtung und Fachrichtung zu wählen. Für die Aufnahme sind allerdings Eignung und Leistung des Schülers maßgebend (Art. 44 BayEUG). Um die Eignung und Leistung festzustellen, stehen grundsätzlich folgende Elemente zur Wahl:
* Gutachten
* Notengrenzen
* Probeunterricht/Aufnahmeprüfung
* Aufnahme auf Probe
Das Übertrittsverfahren soll möglichst gerecht und landesweit vergleichbar feststellen, ob ein Grund- oder Hauptschüler die Voraussetzungen für den erfolgreichen Besuch des Gymnasiums, der Realschule oder der Wirtschaftsschule erreicht hat. Der Verzicht auf eine leistungsgerechte Platzierung im Übertrittsverfahren würde leicht zur Über- oder Unterforderung und damit zu verringerter Motivation bzw. zu vermeidbarer Frustration führen. Die Eignungsfeststellung am Ende der Grundschule ist eine Prognose auf der Grundlage des erbrachten Leistungsbildes und der vorgegebenen Notenkriterien. In der Regel ist die Beurteilung durch die Klassenlehrkraft der Grundschule auf der Basis einer längeren Beobachtung (3. und 4. Jahrgangsstufe) ein verlässlicherer Indikator als eine punktuelle Aufnahmeprüfung an der weiterführenden Schule. Die Qualität der Eignungsfeststellung mit der Berücksichtigung des Lern und Arbeitsverhaltens könnte allerdings durch die Einbeziehung der Orientierungsarbeiten noch verbessert werden. Mit der Reform der Notengebung in der Grundschule erhalten die Eltern eine differenzierte Rückmeldung ab der Jahrgangsstufe 2 über das Lern- und Arbeitsverhalten und über die Teilbereiche in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie über Möglichkeiten der Förderung. Damit haben die Lehrkräfte alle wichtigen Daten eines Schülers zur Erstellung eines differenzierten Übertrittszeugnisses. Einsiedler (2003) fasst in einem Literaturvergleich die Argumente für und wider die Prognosegüte des Grundschulgutachtens zusammen und stellt fest, dass das Grundschulgutachten eine relativ zuverlässige und beachtenswerte Information sei. Leider gibt es bisher keine umfassenden, differenzierten und differenzierenden Anforderungsprofile für die Realschule und das Gymnasium. Ein solches Anforderungsprofil entfaltet sich anhand von 5 Kriterien:
* Notenkriterium für die Aufnahme und Qualität der Aufnahmeprüfung
* Anzahl und Intensität der Unterrichtsfächer an der aufnehmenden Schule
* semantische Beschreibungen der erforderlichen Lernmotivation, Ausdauer, Interessen sowie des selbst gesteuerten Lernens
* Anspruch der Abschlüsse wie Hochschulreife, mittlerer Schulabschluss
* eigene Erfahrungen oder Erfahrungen anderer Personen
Es gilt, die Anforderungsprofile der weiterführenden Schulen stärker herauszuarbeiten und den Grundschullehrkräften und den Eltern zu verdeutlichen, damit sie mit den Stärken und Schwächen des Kindes verglichen und abgewogen werden können. Dies ist der Aspekt der relativen Passung.
6 Die Übertrittsempfehlung ist keine ?Schulabschlussprognose?, sondern eine ?Passungsprognose?
Die Übergangsempfehlung am Ende der Grundschule ist nach Baumert & Artelt (2003) keine Schulabschlussprognose, sondern die Vermutung über die mehr oder weniger gute Passung zwischen aktuellem Leistungs- und Entwicklungsstand eines Schülers und dem curricularen und didaktischen Angebot zu Beginn der Sekundarstufe I. Wenn darüber hinaus über alle Schularten der Weg zu höheren schulischen Abschlüssen offen steht, dann ermöglicht später auch ein Umstieg, höhere Abschlüsse zu erreichen und darauf weiter aufzubauen. Es kommt nach Cortina & Trommer (2003) immer wieder zu Fehldeutungen im Bildungswesen, wenn man den fälschlichen Eindruck erweckt, dass mit dem Übergang auf eine bestimmte Schulart auch ein bestimmter Schulabschluss garantiert oder zumindest leichter zu erwerben sei. Umgekehrt ist es auch eine Fehldeutung, wenn man den Weg über die Hauptschule als Sackgasse für weitere Bildungsqualifikationen betrachtet, wie es oftmals die Sorge von Eltern ist. Die Entscheidungen an den Knotenpunkten der Differenzierung legen den schulischen oder beruflichen Weg nicht dauerhaft fest. Das gegliederte Schulsystermin Bayern ist durchlässig und bietet bei entsprechenden Leistungen passende Wege zu allen schulischen Abschlüssen (vgl. Titelbild ?Kein Abschluss ohne Anschluss?).
7 Ab Jahrgangsstufe 5 gibt es ein breit gefächertes Angebot unterschiedlicher Anforderungen und Schwerpunktsetzungen
Die Grundschule als gemeinsame erste Schule kennt die große Aufgabe und Notwendigkeit der Individualisierung und Differenzierung. Die Lehrkräfte unterrichten Schüler in der größten Bandbreite; diese reicht von besonders Begabten bis hin zu Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die wenigstens ?aktiv? am Unterricht teilnehmen können. Die Grundschule steht vor der großen Herausforderung, dem heterogenen Leistungsspektrum innerhalb einer Klasse so gerecht zu werden, dass Schüler in der Förderung ihrer kognitiven Kompetenzen nicht zu kurz kommen, also nicht überfordert oder unterfordert werden. Schüler, die in ihren Lernvoraussetzungen den Anforderungen an der Grundschule nicht gerecht werden oder die in einer anderen Hinsicht einer speziellen Förderung (Sehen, Hören, Lernen, Sprache, körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, soziale und emotionale Entwicklung) bedürfen, die an der allgemeinen Schule nicht geleistet werden kann, werden in einer ersten Form der äußeren Differenzierung an der entsprechenden Förderschule in kleinen Gruppen unterrichtet. Die zweite äußere Differenzierung ist das Angebot von Lerngruppen auf unterschiedlichem Anforderungsniveau:
Hauptschule, Realschule, Gymnasium.
Auf der Stufe des Gymnasiums ist neben der erhöhten sprachlichen Anforderung durch die Wahl einer Ausbildungsrichtung schon mit dem Übertritt die erste Setzung unterschiedlicher Schwerpunkte möglich:
* Sprachliches Gymnasium
* Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium
* Musisches Gymnasium
* Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Gymnasium
Nach der Jahrgangsstufe 6 wird das bayerische Schulsystem noch weiter ausdifferenziert:
* Für besonders leistungsstarke Schüler der Hauptschule werden ab der Jahrgangsstufe 7 Mittlere-Reife-Klassen angeboten, in den Jahrgangsstufen 7 und 8 zur Vorbereitung auf Mittlere-Reife-Klassen auch Mittlere-Reife-Kurse und
* als Alternative in Form einer wirtschaftlichen Grundbildung die Wirtschaftsschule.
Die Realschule bietet ab der Jahrgangsstufe 7 verschiedene Ausbildungsschwerpunkte als Wahlpflichtfächergruppen an:
* mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Bereich
* wirtschaftlicher Bereich
* fremdsprachlicher Bereich: zweite Fremdsprache Französisch
* musisch-gestaltender, hauswirtschaftlicher oder sozialer Bereich
Ab der Jahrgangsstufe 7 entfaltet sich die breite Differenziertheit des gegliederten bayerischen Schulsystems voll:
* Förderschule (7 Förderschwerpunkte)
* Hauptschule (Regelklassen und Mittlere-Reife-Klassen)
* Realschule (4 Ausbildungsschwerpunkte)
* Wirtschaftsschule (2 Ausbildungsschwerpunkte)
* Gymnasium (4 Ausbildungsrichtungen mit weiteren Profilbildungen)
8 Die Durchlässigkeit innerhalb des gegliederten Schulsystems wird den unterschiedlichen Entwicklungen der Schüler gerecht
Da sich die Leistungsfähigkeit der Kinder im Laufe der Schulzeit ändern kann und selten gleich bleibt oder sich der zunächst richtig eingeschlagene Weg als zu steil oder zu flach herausstellen kann, ist die Durchlässigkeit im gegliederten Schulsystem ein zentrales Kennzeichen. Durchlässigkeit kann jedoch nicht bedeuten, dass jeder für sich, ohne Berücksichtigung seines individuellen Lern- und Leistungsvermögens, den höchsten Schulabschluss fordert. Durchlässigkeit ist der Sammelbegriff für Laufbahnanpassungen oder Laufbahnkorrekturen in einem gegliederten Schulsystem. Damit sind auch die Möglichkeiten der individuell geprägten ?Navigationen? durch das gegliederte Schulsystem gemeint. Das differenziert organisierte Schulsystem Bayerns will und kann auf innere und äußere Laufbahnkorrekturen nicht verzichten. Es macht deshalb keinen Sinn, von irreversibler Selektivität zu sprechen. Im Gegenteil: Die Durchlässigkeit ermöglicht die Förderung auf dem Niveau, das den momentanen Leistungsvoraussetzungen entspricht. Nur so können Schüler Erfolgserlebnisse, Kompetenzbewusstsein und Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit erlangen.
9 Das berufliche Schulwesen erweitert die Zugangsmöglichkeiten zu allen schulischen Abschlüssen bis zur Hochschulreife
Leistungsfähigen und leistungsbereiten Jugendlichen in der Berufsausbildung, die bisher noch nicht den mittleren Schulabschluss erreichen konnten, steht die Möglichkeit offen, an einer beruflichen Schule den mittleren Schulabschluss zu erwerben. Damit wird das Schulsystem weiter geöffnet; neben der beruflichen Qualifikation werden weiterführende Schulabschlüsse vermittelt. So wird der mittlere Schulabschluss bei einem Notendurchschnitt von mindestens 2,5 an der Berufsschule oder Berufsfachschule, über die Meisterprüfung oder die Fachschulreife an der Fachschule zuerkannt (vgl. Abb. 1). Darüber hinaus bietet die Fachoberschule und Berufsoberschule die Möglichkeit, die Fachhochschulreife bzw. die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Dies ist auch möglich über Ergänzungsprüfungen an der Fachakademie. Für die Berufsoberschule wird eine Berufsausbildung vor dem Eintritt vorausgesetzt (vgl. Abb. 2). Der Schulversuch FOS 13 bietet Jugendlichen mit gutem Zeugnis der Fachhochschulreife die Möglichkeit, die fachgebundene oder allgemeine (2. Fremdsprache) Hochschulreife zu erwerben. Staatsminister Siegfried Schneider entwickelt die Fachober- und Berufsoberschule zu einer dreijährigen ?Beruflichen Oberschule? fort, die mit einem gestuften Ein- und Ausstieg das bisherige System erweitert. Der Kultusminister reagiert damit auch auf die Auswertung der PISA-Studie, die für Bayern einen nicht unerheblichen Teil der Realschüler als leistungsmäßig für das Gymnasium geeignet und Teile der Hauptschüler als für die Realschule geeignet einstuft.

10 Schulart- und Bildungsabschlüsse sind entkoppelt ? jede Schulart im Sekundarbereich I ermöglicht den mittleren Schulabschluss
Den Eltern ist nicht immer bekannt, dass im gegliederten bayerischen Schulsystem jede Schulart im Sekundarbereich I einen mittleren Schulabschluss anbietet, der natürlich wegen der unterschiedlichen Fächer und Schwerpunkte nicht gleichartig, wohl aber gleichwertig ist. Ein Blick auf Abb. 1 zeigt, dass es unter Einschluss der beruflichen Bildung 11 Möglichkeiten gibt, den mittleren Schulabschluss zu erreichen, vorausgesetzt die nötige Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft (die nötigen Kompetenzen) sind vorhanden. Die folgende Tabelle zeigt den Anteil der Schularten an der Vergabe des mittleren Schulabschlusses, womit deutlich wird, dass das gegliederte Schulwesen sehr gute Chancen für die einzelnen Bildungsbiographien bietet.

11 Aufbauend auf dem mittleren Schulabschluss gibt es verschiedene Wege zu einer Hochschulreife
Für das gegliederte Schulsystem Bayerns haben die Abschlüsse des beruflichen Bereichs die genannte große Bedeutung, da über diesen Weg weitere Aufstiege und Wiederaufstiege möglich sind. Dem Erwerb der Hochschulreife über den beruflichen Weg gilt derzeit die besondere bildungspolitsche Aufmerksamkeit; darauf liegt auch ein Schwerpunkt der aktuellen Reformbestrebungen (Lehrerinfo 4/05, S. 12). Abb. 2 zeigt die Möglichkeiten zur Erlangung der Hochschulreife im Überblick und veranschaulicht damit die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems.
12 Ausblick
Wie die Ausführungen gezeigt haben, ist das Schulsystem in Bayern differenziert gegliedert, durchlässig und leistungsstark. Kein System ist aber gut genug, um nicht noch verbessert werden zu können. Änderungswünsche bezüglich der Ausdifferenzierung oder Vereinheitlichung von Bildungsgängen müssen berücksichtigen, dass die Maßnahmen an die historisch gewachsenen Strukturen anschlussfähig bleiben müssen, wenn sie die für produktive Entwicklungen erforderliche Akzeptanz erzielen wollen (Baumert & Artelt, 2003). Ein wichtiger Punkt sei hier noch genannt: Intensive Reformbemühungen sollten der Hauptschule gelten, damit sie noch stärker zu einem von den Eltern akzeptierten Bildungsgang wird.

Kontakt: info@sbost.de
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Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
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