Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V.
www.emgs.de
 

Der Verein von Eltern für Eltern

Das Schreiben von Beiträgen ist nur registrierten Usern gestattet

Elterninitiative-Startseite

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

"Bankrotterklärung der Pädagogik"

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Bildungspolitik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:56    Titel: "Bankrotterklärung der Pädagogik" Antworten mit Zitat

http://www.sueddeutsche.de/jobkarri....studium/artikel/54/80973/


Neues Schulgesetz
Handys verboten

In Bayern gilt künftig ein Handy-Verbot an Schulen. Außerdem dürfen notorische Schulstörer vom Unterricht ausgeschlossen werden.
Von Christine Burtscheidt



Schule: Handys verboten, stören auch

Das neue Gesetz soll laut CSU für "mehr Disziplin" an Schulen sorgen.



Das Telefonieren mit Handys ist in Bayerns Schulen von Herbst an verboten. Zudem dürfen notorische Schulstörer ausgeschlossen werden, Migrantenkinder müssen bei der Einschulung über Deutschkenntnisse verfügen. Gegen den Widerstand von SPD und Grünen beschloss die CSU gestern die Änderungen des Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (EUG).

Kultusminister Siegfried Schneider sprach von "sinnvollen Ergänzungen", die Opposition geißelte sie jedoch als "Haudrauf-Pädagogik" und "Bankrotterklärung".



» Es wird keine Schultasche kontrolliert. «

Schneider verteidigte im Landtag die Reformen, die für mehr Disziplin und weniger Gewalt an den 4000 öffentlichen Schulen sorgen sollen: "Es gibt keinen Grund, dass Schüler zwischen dem Unterricht und der Pause telefonieren müssen", sagte er. Wer künftig das Mobiltelefon benutze, müsse mit Sanktionen rechnen. Doch hätten die Schulen nicht mit mehr Aufwand zu rechnen. "Es wird keine Schultasche kontrolliert."

Migrantenkinder müssen künftig im Kindergarten an einem Sprachtest teilnehmen und können verpflichtet werden, Vorkurse zu besuchen, um Deutsch zu lernen. Schneider verteidigte die Maßnahme mit den Worten: "Sprache ist der Schlüssel zum schulischen Erfolg". Ziel sei, dass jedes Kind bei der Einschulung Deutsch könne. Zur Möglichkeit, fortan Störenfriede aus der Schule auszuschließen, sagte er: "Es gibt Fälle, da sind Schulen mit ihrem Latein am Ende."

Kritik kam von der Opposition: "Hier wird Pädagogik durch Ordnungspolitik ersetzt", sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann. Das Nutzungsverbot für Handys zeige die völlige Hilflosigkeit der Regierung gegenüber den gesellschaftlichen Problemen der Zeit. "Sie regeln jeden Käse von oben, mit Selbstständigkeit der Schulen hat das nichts zu tun."



» Bankrotterklärung der Pädagogik. «

Den Schulausschluss von Randalierern hieß Pfaffmann eine "Bankrotterklärung der Pädagogik". Auch er halte Gewalt für inakzeptabel. Die Konsequenz müsse daraus aber sein, die Prävention zu verbessern. Der SPD-Mann forderte mehr Lehrer, Schulsozialarbeiter, Psychologen und Förderung. Zur Sprachstandserhebung für Migrantenkinder erklärte er: "Das kommt viel zu spät." Erforderlich sei zudem ein kostenloses letztes Kindergartenjahr, wie es Rheinland-Pfalz beschlossen habe: "Respekt vor dem Land!"

Die CSU warf der SPD daraufhin "Orientierungslosigkeit" vor. Der Bürger erwarte von der Regierung klare Regeln, sagte der Abgeordnete Georg Eisenreich. Bildung habe auch etwas mit der Einhaltung von Grenzen zu tun. Die Opposition bezichtigte er "ideologischer Verbohrtheit", die sie auf dem Rücken der Migrantenkinder austrage. Die Grünen-Abgeordnete Simone Tolle konterte daraufhin: "Ihnen geht es doch gar nicht um Integration. Sie haben doch jahrelang verhindert, dass Deutschland ein Einwanderungsland wird."

Mit der Novelle des bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes werden auch die so genannten Kopfnoten in der Grundschule Rechtsgrundlage. Von der zweiten Klasse an enthält das Zeugnis neben Ziffernnoten auch Bemerkungen zum sozialen Verhalten, der Mitarbeit und Leistungsbereitschaft der Kinder. Auch das lehnt die Opposition ab.

Zuspruch erhielt die CSU lediglich für ihre Bereitschaft, in Bayern die Zensur von Schülerzeitungen abzuschaffen. Künftig darf jede Redaktion selbst entscheiden, ob ihr Organ als "Einrichtung der Schule" erscheint oder dem Presserecht unterliegt. "Die sprichwörtliche Schere im Kopf hat damit ausgedient", begrüßte die Junge Presse Bayern die Reform.

(SZ vom 20.7.2006)
_________________
Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Tess



Anmeldedatum: 16.03.2006
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 24.07.2006, 17:18    Titel: nicht schon wieder die bösen handys.............. Antworten mit Zitat

Marlene Mayer hat Folgendes geschrieben:

» Es wird keine Schultasche kontrolliert. «


dann ist zu hoffen, dass auch keine Leibesvisitationen durchgeführt werden, mein Sohn trägt seines nämlich in der Hosentasche. Und solange so häufig spät Nachmittagsschule ist und auch mal unangekündigt überzogen wird, wird er sein handy mitnehmen.

Für Lehrer ist das handy ein lästiger Störfaktor, für die Eltern ein Sicherheitsfaktor. Das wiegt mehr.

Abgesehen davon ist es ja weniger das telefonieren, das Lehrer stört, als die Möglichkeit, das " pädagogische Ausrutscher" gefilmt werden können und so nach draussen gelangen.


Grüsse,

Tess
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 24.07.2006, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Die Lehrerin meines Sohnes hat des Öfteren während des Unterrichtes mit ihrem Handy telefoniert. Mein Sohn erzählte uns das und ich habe sie deswegen einfach mal angesprochen. Eigentlich nur, weil mein Sohn angeblich vieles nicht wahrnehmen würde.

Darauf hin erklärte sie uns, dass ihr Vater sehr krank sei und sie sich das nicht nehmen lassen möchte so oft wie möglich Kontakt zu halten, bzw. zu erfahren wie es ihm geht.

Zum einem verständlich für uns, aber wenn ich bedenke, was wäre wenn eine Mutter oder Vater eines Kindes schwer erkrankt ist, könnte, dürfte das Kind dann mit seinem Handy telefonieren. Wer hätte dafür Verständnis?
_________________
Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Bildungspolitik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de