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Wo wird Eingliederungshilfe beantragt?

 
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Mirabella



Anmeldedatum: 26.08.2006
Beiträge: 9
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 26.08.2006, 20:13    Titel: Wo wird Eingliederungshilfe beantragt? Antworten mit Zitat

Hallo an alle!

Kaum hier im Forum gelandet, habe ich bereits Fragen.

Bei meiner jüngsten Tochter wurde in der 3. Klasse eine LRS ((F81.9) festgestellt.
Seit zwei Wochen nun besucht meine Tochter die Realschule und ich habe sowohl die Klassenlehrerin als auch den Deutschlehrer von der LRS unterrichtet. Die Klassenlehrerin teilte mir mit, das die LRS nur berücksichtigt werden könne, wenn sich das Kind in einer Förderung befinde (sie befindet sich zur Zeit wegen einer auditiven Wahrnehmungsstörung in logopädischer Behandlung mit steigender Tendenz). Meine Frage, ob eine logopädische Förderung ausreiche, konnte sie mir nicht beantworten. Der Deutschlehrer sagte mir auf Nachfrage, das in der 5. und 6. Klasse die Rechtschreibung noch nicht weiter berücksichtigt würde und die LRS insofern erst ab der 7. Klasse von Bedeutung für die Notengebung sei. Allein das hat mich schon verwirrt. Allerdings bat er um die Diagnosestellung des Sozialpädriatrischen Zentrums, welches die Diagnose gestellt hatte.
Ich habe die Möglichkeit, meine Tochter in eine Förderung eines Institutes zu geben, nur leider fehlen mir im Moment die finanziellen Mittel, so das ich auf die Eingliederungshilfe zurückgreifen müsste.
Das Telefonat mit dem Jugendamt ergab, das nicht ich diesen Antrag stellen könne, sondern das dies die Schule tun müsse. Daraufhin war ich vollends verwirrt. Bisher bin ich davon ausgegangen, das ich im Namen meines Kindes diese Eingliederungshilfe beantrage müsse.

Was stimmt denn nun wirklich?

Und meine zweite Frage lautet: Was bedeutet F81.9 hinter der Diagnose "Umschriebene Lese- und Rechtschreibschwäche wenn auf der nächsten Seite der Diagnose steht, das diese Lese- und Rechtschreibschwäche an der Grenze zur Störung läge?

Liebe Grüße und schon einmal danke für eure Antworten
Mira
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mira,

willkommen im Forum! Wer hat denn bei deiner Tochter die LRS festgestellt? Hat die Schule veranlasst, dass du deine Tochter außerschulisch testen lässt? Ärzte und Psychologen rechnen ihre Leistungen bei der Kassenärztlichen Vereinigung ab, nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10). F81.9 bedeutet "Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, nicht näher bezeichnet
Lernbehinderung o.n.A.
Lernstörung o.n.A.
Störung des Wissenserwerbs o.n.A."
F81.1 z.B. steht für 'isolierte Rechtschreibstörung'.
http://www.dimdi.de/static/de/klass....m2005/fr-icd.htm?gf80.htm

Der Antrag auf Eingliederungshilfe nach §§27a und 35a wird beim Jugendamt gestellt, dein Weg war der richtige. Das war früher schon mal Thema hier: http://emgs.de/forum-emgs/viewtopic....=121&highlight=%A735a Aber weil das Geld knapp ist, weigert sich das Jugendamt häufig, die Aufgaben zu übernehmen für die die Schule und die Lehrer zuständig sind.

In NRW gibt es einen Erlass zur "Förderung von Schülerinnen und Schülern bei besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS)" - kennst du ihn? http://www.lvl-nrw.org/lrs-runderlass.php. Lesen- und Schreibenlehren wird als als Aufgabe der Schule gesehen und natürlich auch die Förderung der Schüler die Schwierigkeiten beim Spracherwerb haben.
Zitat:
1.2. Es gibt Schülerinnen und Schüler, bei denen besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens beobachtet werden. Für diese Schülergruppe sind besondere schulische Fördermaßnahmen notwendig.

Unter Punkt 2. Fördermaßnahmen steht
Zitat:
"Um besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben zu vermeiden oder zu überwinden, sind allgemeine Fördermaßnahmen, gegebenenfalls zusätzliche Fördermaßnahmen, unter Umständen aber auch außerschulische Maßnahmen erforderlich."

Bis 2.5 ist geregelt wie diese schulischen Fördermaßnahmen aussehen können. Unter 2.6 werden dei Gründe für außerschulische Maßnahmen beschrieben:
Zitat:
2.6 Außerschulische Maßnahmen
Trotz intensiver schulischer Fördermaßnahmen ist es möglich, dass einzelne Schülerinnen und Schüler die für das Weiterlernen grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten im Lesen und Rechtschreiben nicht erwerben. Dies kann insbesondere der Fall sein bei Schülerinnen und Schülern- mit einer psychischen Beeinträchtigung ( z.B. ausgeprägte Angst vor Misserfolgen, geringes Selbstvertrauen ),

- mit neurologischen Auffälligkeiten ( z.B. Störungen der sensomotorischen Integration, der Laterialitätsstruktur, bei zentralmotorischen oder Hirnfunktionsstörungen ),

- mit sozial unangemessen Verhaltenskompensationen ( z.B. verstärktes Aufmerksamkeit fordern, aggressives oder gehemmtes Verhalten ),die Schule weist in diesem Fall die Erziehungsberechtigten auf geeignete Förder- und Therapiemöglichkeiten hin ( z.B. Schulpsychologische Beratungsstellen, motorische oder Sprachtherapien, Erziehungsberatungsstellen ). Werden über die schulische Förderung hinaus Maßnahmen durchgeführt, sollten diese miteinander abgestimmt werden.

Wie sah die Förderung für deine Tochter in der Grundschule aus? Und welche Probleme hat deine Tochter jetzt noch?

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Mirabella



Anmeldedatum: 26.08.2006
Beiträge: 9
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris!

Vielen Dank für deine rasche Antwort.

Die LRS meiner Tochter wurde im Sozialpädriatischen Zentrum in Kerpen von einem Diplom-Psychologen festgestellt.
Die Initiative, das Kind dort vorzustellen, ging von meinem Mann (er ist nicht der Vater) aus. Er selbst ist von LRS betroffen und als er meine Tochter mit ihren Schwierigkeiten und ihrer Frustration beobachtete, kam er mit der Idee, sie testen zu lassen. Diese Idee habe ich sofort aufgeriffen - zum Glück.
Die Schule selbst war bis dahin noch nicht an mich heran getreten und war auch recht erstaunt, als ich ihnen sagte, das ich meine Tochter testen lassen wolle. Noch erstaunter waren sie, vor allem die Klassenlehrerin, als ich ihnen das Ergebnis übergab.
Während der gesamten 3. Klasse bekam meine Tochter kaum Unterstützung von der Schule. Sie besuchte allerdings da schon die Logopädie, da sie ja eine auditive Wahrnehmungsstörung hat.
Im 4. Schuljahr änderte sich die Situation in der Schule, da die Klasse eine neue Klassenlehrerin bekam. Diese war klasse. Sie unterstützte meine Tochter in jeder Hinsicht. Meine Tochter bekam Förderunterricht, Hilfe zur Selbsthilfe, Internetseiten mit Übungen für LRS-Kinder, Diktate, die eigentlich schlechter als 4 waren wurden nicht mehr benotet. Stattdessen fanden sich unter dem Diktat aufmunternde Worte und immer ein Lob für den kleinsten Erfolg.

Den Erlaß des Landes NRW habe ich erst vor kurzem kennengelernt und ich gestehe, das ich mich da noch mal ganz genau "durchwühlen muß.

Die Rechtschreibfertigkeiten haben sich im Laufe der logopädischen Betreuung gebessert, sind aber - zumindest in meinen Augen - immer noch recht groß. Es sind solche Dinge, das sie manches Mal "vergißt" nach einem Satzende den neuen Satz groß zu beginnen, Doppellaute werden nicht geschrieben oder geschrieben, wo sie nicht hingehören, "ie" klappt gar nicht - ich denke mal, es sind recht typische Fehler.
Ihre Frustrationsgrenze ist recht niedrig und sie wirft oft ihren Füller quer durchs Zimmer, wenn ihr der xte Fehler auffällt. Sie weint, ist kaum zu beruhigen und hält sich selbst für unfähig in allem.

Liebe Grüße
Mira


Zuletzt bearbeitet von Mirabella am 27.08.2006, 11:25, insgesamt einmal bearbeitet
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Den Antrag beim Jugendamt stellst du selbst.

Allerdings wird das Jugendamt bei der Schule ein Schulauskunftsersuchen stellen zur Frage der Leistung und Förderung des Kindes wie auch zu merklichen seelischen Störungen.

Übernommen werden die Kosten für eine LRS-Therapie nach §35 a bei seelischen Störungen (oder Drohen einer seelischen Behinderung), wenn ein Zusammenhang zur LRS gegeben ist.
Das bloße Vorliegen einer LRS genügt nicht.

Vereinzelung des Kindes, tgl. Kopf- und Bauchweh, keine Freunde, keine Lebensfreude, evtl. sogar Schulverweigerung sind Indizien.

LG Momo
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Eselsbrücke für -ie-

Wenn ich ein Wort in Silben spreche und die Silbe endet auf -i-, kommt meist das e dahinter.

Rie- se
Tie-gel
Wie-se
ge-blie-ben
Bie-ne


Wenige Ausnahmen (Ti-ger)- oder Wörter, die den Wortbaustein -ig - (z.b. wen-ig, we-ni-ge) haben.



Zuhause kann man prima mit dem Programm "Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung nach Carola Reuter-Liehr üben (Winkler-Verlag).

Gerade solche Dinge wie Doppelung: kom-men => kommt

LG Momo
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Mirabella



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Beiträge: 9
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muß gerade noch mal auf den Erlaß zur Förderung zu sprechen kommen.
Es ist doch so, das dieser Erlaß auch für Lehrer gilt, die an einer Schuler in erzbischöflicher Trägerschaft unterrichten?

Momo - danke dir für diese Tipps.

Mira
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

end - ent

auch eine beliebte Fehlerquelle.........

Merke: Mit der Vorsilbe -end- gibt es nur 3 Wörter!

endlos - endgültig - endlich
===>>> auf Karteikarte schreiben, anpinnen, auswendig lernen.

Alles andere kann man getrost mit -ent- schreiben.

LG Momo
---------------------------------------------------

Für die -ie- Regel lasst bitte die Kinder mal selbst möglichst viele Wörter finden (Duden oder per brain storming) und die Gültigkeit der Regel überprüfen.

Umgekehrt Wörter finden, wo sie NICHT gilt (vielleicht mit einem Freund zusammen).

Das prägt sich besser ein.

Momo
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 31.08.2006, 07:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mira,
Zitat:
Mira: Es ist doch so, das dieser Erlaß auch für Lehrer gilt, die an einer Schuler in erzbischöflicher Trägerschaft unterrichten?

Ja, der Erlass gilt für allle! Grundsätzlich ist es sinnvoll im zuständige Schulamt nachzfragen, wie dort der Erlass interpretiert wird. Dann weißt du, welche Unterstützung du von dort erwarten kannst, eventuell kann auch der schulpsychologische Dienst eingeschaltet werden. Der Skandal ist aber meist, dass jeder den Erlass nach seinem "Gutdünken" interpretiert und wirkliche Ahnung kannst du auch auf dieser Ebene nicht immer vorraussetzen.

Zur Förderung: Natürlich ist eine logopädische Behandlung der auditiven Wahrnehmungsstörung eine mehr als ausreichende Förderung von deiner Seite! Und jetzt ist die Förderung durch die Lehrerin gefragt!

Kinder durchlaufen beim Schreibenlernen unterschiedliche Prozesse, das kann man gut an den Fehlerarten erkennen, das ist bei Legasthenikern genauso, sie brauchen dafür nur wesentlich länger und sie werden die Rechtchreibung nie ganz sicher beherrschen. Allerdings hängt die Rechtschreibsicherheit auch vom Stress ab unter dem die Kinder stehen. Zu Hause in einer entspannten Atmosphäre gelingt es meist besser, in der Schule unter Zeir- und Notendruck wesentlich schlechter. Den negativen Druck von den Kindern zu nehmen, ist Ziel des Erlasses.

Doris
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