Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V.
www.emgs.de
 

Der Verein von Eltern für Eltern

Das Schreiben von Beiträgen ist nur registrierten Usern gestattet

Elterninitiative-Startseite

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Bindungsfähigkeit

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Sonstiges
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 19.09.2006, 18:35    Titel: Bindungsfähigkeit Antworten mit Zitat

Ich las interessiert den Artikel in der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE Ausgabe Oktober 2006 und möchte ihn einfach mal einstellen.

Bindungsfähigkeit: Die Grundlagen werden in der Kindheit gelegt
Bleiben in frühen Jahren gute Erfahrungen mit anderen Menschen aus, kann dies fatale Folgen für die spätere Beziehungsfähigkeit haben

Nichts wäre irriger als die Annahme, es gäbe eine genetische Ausstattung, welche eine Art Garantie dafür darstellte, dass der Mensch sich mit Blick auf seine Beziehungs- und Kooperationsfähigkeit gesund entwickelte.
Die genetische Ausstattung garantiert lediglich, dass die neurobiologischen Werkzeuge dafür vorhanden sind. Entscheidend für die Fähigkeit, genetisch bereitgestellte Systeme auch einsetzen zu können ist, ob sie - vor allem in der Frühphase des Lebens - "eingespielt" und benutzt wurden, und das heißt: ob Lebewesen in ihrer Umwelt gute Erfahrungen mit anderen Individuen machen konnten.
Als Erwachsene wirken wir selbst daran mit, dass Kooperation gelingt. Als Neugeborene, als Kinder und ein Stück weit auch noch als Jugendliche sind wir jedoch darauf angewiesen, dass uns gute zwischenmenschliche Erfahrungen geschenkt werden. Für das Funktionieren und Instandhalten aller biologischer Systeme gilt ein Satz aus der amerikanischen Hirnforschung, der lautet: "Use it or lose it", also "Benutze es (das, was die Gene bereitstellen), oder du wirst es verlieren." Für die Motivationssysteme heißt dies: Bleiben während der Kindheit und Jugend gute Beziehungserfahrungen aus, hat dies fatale Folgen für die spätere Beziehungsfähigkeit der betroffenen Individuen.

Die US-Wissenschaftler Alison Fries und Seth Pollak untersuchten zusammen mit einigen Kollegen vierjährige Kinder. Diese hatten ein sehr unterschiedliche Vorgeschichte. Die eine Hälfte war nach der Geburt-aus unterschiedlichen Gründen-von den Eltern verlassen oder getrennt worden. Diese Kinder hatten die ersten etwa 16 Lebensmonate in Kinderheimen zubringen müssen, in denen sie zwar ausreichend mit Nahrung versorgt, psychisch jedoch in hohem Maße vernachlässigt worden waren. Kurz nach Vollendung des ersten Lebensjahres waren die Kinder aber durch Adoptiveltern aufgenommen und von da an gut und liebevoll versorgt worden. Bei der anderen Hälfte der Vierjährigen handelte es sich um normal aufgewachsene Kinder, die von Geburt an von ihren Eltern versorgt worden waren. Die Forscher beobachteten nun die Kinder und deren Mütter in einer Spielsituation, wobei die Mütter dem Kind sanfte Zärtlichkeiten zuteil werden ließen (es zum Beispiel beiläufig streichelten). Die von Geburt an bei bei ihren Eltern aufgewachsenen Kinder zeigten im Verlauf der Spielszene einen messbaren Oxytozianstieg. Vierjährige aus der Gruppe der Kinder, die das erste Lebensjahr in Heimen verbracht hatten und die nun in der gleichen Weise mit ihren Adoptivmüttern spielten, zeigten im Vergleich dazu einen deutlich geringeren Anstieg ihres Oxytozins, obwohl ihnen die Adoptivmütter in gleicher Weise Zuwendung und Zärtlichkeit hatten zuteil werden lassen.
Keine Frage: Die Zuwendung, welche die Heimkinder seit ihrer Adoption von ihren neuen Eltern erfahren hatten, war für diese Kinder gleichsam lebensrettend, ohne Adoption hätten sie, wie Studien zeigen, weit verheerendere Folgeschäden erlitten. Dennoch demonstriert die Untersuchung, wie nachhaltig Erfarhrungen von Lieblosigkeit und Vernachlässigung im Körper auf längere Zeit abgespeichert werden und welche Spuren sie in den Motivationssystemen hinterlassen. "Gute Gene" sind daher alles andere als eine Garantie für eine gesunde Entwicklung. Gene können ihre Funktion nur im engen Zusammenspiel mit der Umwelt wahrnehmen. Joachim Bauer

Artikel der Psychologie-heute Ausgabe Oktober 2006
_________________
Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Sonstiges Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de