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Hochbegabt und hochsensibel

 
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.07.2006, 15:37    Titel: Hochbegabt und hochsensibel Antworten mit Zitat

Hallo,

Die Lehrerin "aktenklammer" fragt eine Mutter, die im Schulthemenforum ihr hochbegabtes und hochsensibles Kind beschreibt:
Zitat:
"Bist du nicht manchmal auch traurig, wie wenig dein Kind von einem Kind hat? Ihm scheint ja jegliche kindliche Begeisterung und jegliches Weltvertrauen zu fehlen, wenn man in dem Alter an mögliche Verkeimung u.ä. denkt. Ich finde es wirklich traurig."

und eine andere Lehrerin Nell schreibt
Zitat:
Die Ängste und "Verhaltensstörungen" des Kindes sind das andere. Wo kommen die eigentlich her? Warum sind die nicht wenigstens zum Teil therapierbar?
Ich habe z.B. auch eine völlig irrationale Angst vor Spinnen oder vor der Höhe, aber wie entwickeln sich solche Ängste so extrem weiter, dass sie völlig außer Kontrolle geraten? Das ist eine echt ernst gemeinte Frage.
Wenn ich die Auflistung der Ängste dieses Jungen lesen, dann bin ich wirklich erschreckt darüber, wie ein 11jähriger sowas entwickeln konnte. Und warum ist es scheinbar nicht möglich, dem Jungen psychisch zu helfen?

und Milli schreibt:
Zitat:
Langsam bekomme ich wirklich endgültig den Eindruck, dass hier die "Besonderheiten" noch zelebriert und gepuscht werden.
Diese werden eitel gepflegt, da ja so besonders und gleichzeitig wird auf eine Sonderrolle bestanden, anstatt dem intelligenten Kinde auch auch mal klar zu machen, dass es SO in dieser Gesellschaft nicht betehen kann.


Bei dieser Diskussion suchen alle den Fehler beim Kind und natürlich bei der Mutter, denn das Kind scheint nicht 'normal' zu sein. Keine Mutter kann sich ihr Kind aussuchen und viele Mütter (ich auch nicht!) haben sich vor der Geburt des Kindes darüber keine Gedanken gemacht, dass es auch Kinder mit schwierigem Temperament gibt. Vorher wusste man: War ein Kind schwierig, lag es an der Mutter;-) Nach der Geburt stellte man fest, dass das eigene Kind sich von vielen anderen erheblich unterscheidet, sogar von den eigenen Geschwistern. Sicher ist der Umgang mit Kindern mit schwierigen Temperamenten nicht immer einfach, besonders wenn man es mit ahnungslosen Mitmenschen zu tun hat. Aber traurig ist man doch eher nicht! Häufig ist man eher erstaunt wie oberflächlich viele andere sind. Besonders hochbegabte, hochsensible Kinder haben besondere Fähigkeiten, meist verfügen sie über eine ganz besondere Persönlichkeit und helfen auch Eltern häufig zu einer ganz anderen Weltsicht.

Hier der Eingangstext der Seite http://www.hochsensible.de/ :
Zitat:
Hochsensible Menschen sind Menschen, die besonders feinfühlig und empfindsam sind. Sie haben aufgrund einer physiologischen Disposition ihres Nervensystems eine erhöhte Empfänglichkeit für Reize - und zwar sowohl für äußere Reize wie z.B. Geräusche oder Gerüche als auch für innere wie z.B. Erinnerungen, Vorstellungen, Gedanken. Diese erhöhte Aufnahmebereitschaft für Reize führt dazu, dass hochsensible Menschen mehr Informationen aufnehmen als ihre nicht hochsensiblen Mitmenschen, so dass sie Dinge registrieren können, die anderen entgehen: Z.B. nehmen hochsensible Menschen subtile Veränderungen in ihrer Umgebung viel stärker wahr und können so wertvolle Hinweise und Informationen an andere weitergeben. In den Texten findet sich Einiges zu den Vorzügen, die mit dieser erhöhten Offenheit für Reize einhergehen.

In unserer modernen Kultur kann sich eine hohe Sensibilität aber auch ungünstig auf das Leben hochsensibler Menschen auswirken, nämlich dann, wenn es zu einer Überreizung kommt. Was andere nicht stört wie z.B. laute Musik oder starke Gerüche, kann für hochsensible Menschen stark stimulierend und somit sehr stressig sein. Die meisten Menschen können laute Sirenen, grelles Licht oder starken Geruch einfach ignorieren, während sich hochsensible Menschen dadurch stark beeinträchtigt fühlen und in einen äußerst unangenehmen Zustand der Übererregung geraten können. In einem solchen Zustand wird ein Mensch überwältigt von der Masse der Information, die er aufgenommen hat und verarbeiten muss. Unter der Rubrik Tipps finden sich einige Hinweise, wie man mit solchen Situationen umgehen bzw. diese vermeiden kann. Da die erhöhte Reizempfänglichkeit zu schnellerer Erschöpfung führt, ist es wichtig, sich Auszeiten zu nehmen, in denen man sich regenerieren kann.

Woher kommt die hohe Sensibilität ?

Man geht davon aus, dass eine hohe Sensibilität bei ca. 2/3 aller hochsensiblen Menschen vererbt wurde und sich dann bereits im Babyalter zeigt als höhere Empfindsamkeit gegenüber neuen unerwarteten Reizen z.B. gegenüber Lärm, neuer Nahrung oder Kleidung. Dies kann dazu führen, dass ein Baby häufiger schreit. Zudem scheinen hochsensible Babys eher aus dem Schlaf gerissen zu werden, sie lachen häufiger und machen insgesamt einen sehr wachen Eindruck. Bei ca. 1/3 aller hochsensibler Menschen kann sich die hohe Sensibilität aber auch im Verlauf des späteren Lebens, z.B. durch viele stressreiche Erfahrungen gebildet haben.

Warum lehnen viele Menschen ihre Sensibilität ab ?

In unserer Kultur wird Sensibilität gemeinhin mit Schwäche gleichgesetzt und verpönt. Die meisten hochsensiblen Menschen werden in ihrer Kindheit die Erfahrung gemacht haben, dass sie mit ihrer sensiblen Veranlagung auch abgelehnt wurden. Als Erwachsene haben sie dann unter Umständen ein Leben lang das Gefühl, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, sie nicht recht hineinpassen oder einen Fehler haben, den es auszumerzen oder zumindest zu verstecken gilt. Zudem wird es für hochsensible Menschen schwieriger, in einer immer lauter, greller und schneller werdenden Umwelt zufrieden zu leben und zu arbeiten.

Hochsensibel zu sein ist kein Fehler, es ist eine Eigenschaft.

Ein besonders empfängliches und feines Nervensystem zu haben, ist keine Schande. Es ist nicht krank. Es ist anders.

Hochsensibel zu sein kann ein Gewinn sein. Die Fähigkeit, schon feinste Veränderungen wahrnehmen zu können, Stimmungen und Situationen zu erfassen, ist in vielen Lebensbereichen und Berufen enorm wichtig, denn sie bildet die Basis für Intuition, Kreativität und ist unabdingbar für eine einfühlsame Kommunikation.


Unter Texte http://www.hochsensible.de/texte.htm stehen viele interessante Beiträge zu diesem Thema, unter anderem auch ein Auszug aus dem Buch "Die Wiederentdeckung des Temperaments" von Marcel M. Zentner:

Temperament und kultureller Kontext: http://www.hochsensible.de/kinder-temperament.htm

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson


Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 14.12.2007, 08:45, insgesamt einmal bearbeitet
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Doris Carnap
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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 10.10.2006, 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ein weiterer Beitrag zum Thema:
Zitat:
Wolfgang Streitbörger

Die Supersensiblen - eine übersehene Minderheit?

Die Psychologin Elaine Aron bricht eine Lanze für ?Highly Sensitive Persons" - für Menschen, die auf ihre Umwelt besonders sensible reagieren und deshalb oft zur Überreizung neigen. Zwar braucht jede Gesellschaft feinfühlige Menschen, aber die Empfindsamen sehen sich immer mehr an den Rand gedrängt... http://www.textransfer.de/sensible.html

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