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Eine Schule für Jungen und Mädchen

 
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Autor Nachricht
Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 30.10.2006, 16:56    Titel: Eine Schule für Jungen und Mädchen Antworten mit Zitat

Hallo,

Ende August fand eine eine eintägigen Tagung zum Thema "Eine Schule für Mädchen und Jungen" in Berlin statt. Auf dieser Fachkonferenz stellten Jugendforscher, Pädagogen und Erziehungswissenschaftler nicht nur die Ergebnisse jüngster Forschungen zum Thema "Geschlechtergerechtigkeit in der Schule" vor, sondern fragten auch nach den Gründen für diese Entwicklungen und berichteten anhand praktischer Erfahrungen über Modelle zur Überwindung der Probleme.

weitere Informationen

Prof. Uwe Sielert von der Universität Kiel unterbreitete generelle Thesen und Vorschläge für eine gendergerechte Schule. Als Ziel definierte er eine "Geschlechtermultikulturalität", bei der "die verschiedenen Elemente der Geschlechter nicht abgeschafft, sondern neu zusammengesetzt werden können, um die volle Bandbreite geschlechtsbezogener Praktiken für alle verfügbar" gemacht werden. Sein Beitrag zusammen gefaßt:
Zitat:
Mit Geschlechterunterschieden umgehen?
Thesen und Vorschläge für eine gendergerechte Schule
1. Eine Schule, ?welche die intersubjektive Anerkennung einer jeden einzelnen Person in jeder einmaligen Lebenslage anerkennt? (Annedore Prengel) ist auch eine gute ?Schule für Jungen und Mädchen? (Tagungsthema).
2. Die sukzessive Aufmerksamkeit für einzelne - als vom Bildungssystem benachteiligt identifizierte - Personengruppen (Mädchen, Jungen, Jugendliche mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung) beleuchtet aus verschiedenen
Perspektiven das Homogenitätsphantasma und die hegemoniale Dominanzkultur von deutschen Schulen. Zurzeit dynamisiert die Diskussion um die Benachteiligung von Jungen nicht nur das Genderthema, sondern auch die Grundsatzfrage des Umgangs
mit Heterogenität.
3. Bevor der öffentliche Diskurs zum jeweiligen Thema wieder auskühlt, müssen strukturelle Maßnahmen etabliert werden,
- die tendenziell in die Richtung von mehr Verschiedenheit gehen,
- in diesem Kontext auch die Chancen der Mitglieder der jeweils identifizierten Gruppe erhöhen und 
- keine neuen Homogenisierungen oder Dominanzansprüche hervorbringen.
4. Ich plädiere für Maßnahmen in der Ausbildung, damit Lehrende lernen, Heterogenität zu identifizieren und den Umgang mit Vielfalt zu kultivieren.
5. Das Geschlecht durchzieht als ein wichtiges Merkmal (inkorporiertes Phantasma) alle anderen Differenzkategorien. Selbst bei einer zeitweiligen Konzentration auf das Geschlechterthema müssen andere, die Genderausprägung variierende Komponenten mitgedacht werden: Sozialschicht, Ethnie, sexuelle Orientierung, Religion, physische und psychische Besonderheiten.
6. Wo Geschlechterdualität war, soll Geschlechtervielfalt werden: Ziel ist eine Art ?Geschlechtermultikulturalität?, bei der die verschiedenen Elemente der Geschlechter nicht abgeschafft, sondern neu zusammengesetzt werden können, um die volle
Bandbreite geschlechtsbezogener Praktiken für alle verfügbar zu machen.
7. Schon die Ausbildung der Lehrenden ermöglicht eine wirksame Sensibilisierung zum kompetenten Umgang mit Vielfalt und somit auch für eine gendergerechte Schule:
Neben vielen anderen strukturellen, inhaltlichen, didaktischen und interaktiven Initiativen zur Qualifizierung zum Umgang mit Heterogenität, mit denen in Universitäten experimentiert wird, hat sich an der Universität Kiel ein ?Kompetenztraining Pädagogik der Vielfalt? als motivierend und effektiv erwiesen.
8. In vielen kleinen, von TZI-geschulten Tutor/innen angeleiteten Lerngruppen begegnen sich die Studierenden in ihrer Verschiedenheit, thematisieren auch das Genderthema und erleben dabei diskriminierende und produktive Seiten des Umgangs mit Heterogenität. Dabei wird die Motivation geweckt, latente und manifeste Homogenitätsmuster aufzuspüren, die sich in den Strukturen, den Interaktionen und Didaktiken auch der Schule verbergen. Exemplarisch wird das Bewusstsein geweckt
für die Unterschiedlichkeit der Menschen und für offene ?Gedeihräume? zur individuellen Persönlichkeitsentwicklun
g.


Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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