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Aus schlauen Kindern werden Schüler ...

 
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Silke
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Anmeldedatum: 22.03.2006
Beiträge: 89
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 16.09.2006, 15:41    Titel: Aus schlauen Kindern werden Schüler ... Antworten mit Zitat

Hallo,

nachfolgend ein Buch, das man jedem empfehlen kann, dem das Thema ?Schule? am Herzen liegt:

Titel:

?Aus schlauen Kindern werden Schüler ??

Von dem, was in der Schule verlernt wird

Autor:

John Holt

Zitat:

"John Holt, lange Zeit selbst Lehrer und einer der einflussreichsten Reformpädagogen unserer Zeit, geht in diesem Buch der Frage nach, warum Kinder mit zunehmenden Alter immer lernunlustiger werden.
Was geht eigentlich vor sich, wenn sie im Unterricht nach und nach verstummen, blind drauflosraten oder nur noch die ?richtige Antwort? geben wollen, aus Angst, alles falsch zu machen?
Der Autor hat in einer Art Unterrichtstagebuch unzählige Beispiele dafür gesammelt, wie Kinder wirklich lernen und wie man ihnen in Schule und Unterricht, aber auch im täglichen Umgang, gerecht wird."

Beltz-Verlag, Taschenbuch, 256 Seiten

ISBN 3-407-22132-0


Aus schlauen Kindern werden Schüler ... Von dem, was in der Schule verlernt wird.
John Holt
Beltz 2004-03 Broschiert 256 Seiten




LG

Silke
_________________
Einen Menschen erziehen heißt, ihm zu sich selbst verhelfen (Peter Altenberg)
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 03.10.2006, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

ich hatte mir das Buch schon hingelegt, um es hier vorzustellen - du warst schneller Smile. Ich finde auch, dass es ein wichtiges Buch ist. John Holt beobachtete schon in den 60er Jahren, was in Schulen falsch läuft und hat entsprechende Schlüsse daraus gezogen. Dieses Wissen, wie Schüler lernen und wie sie nicht lernen, sollte heute eigentlich jedem Lehrer bekannt sein, ist es aber leider nicht!

Im Beltz Verlag gibt es eine Leseprobe, zu der man kommt, wenn man John Holt in das Suchfenster eingibt und dann den Buchtitel auswählt: http://www.beltz.de/html/frm_suche.htm

Hier einige ausgewählte Zitate aus dem Buch, die mir wichtig erscheinen:
Zitat:
Als dieses Buch zum ersten Mal unter dem Titel Wie Kinder scheitern erschien, fragten mich die Leute:" Wann schreiben Sie endlich ein Buch über Lehrer, die scheitern?" Meine Antwort war: "Aber genau darum geht es doch in diesem Buch.

Doch auch wenn das Buch von einem Lehrer handelt, der oft scheiterte, dann handelt es ebenso von einem Lehrer, der sich damit nicht abfand, der nicht aufgab. Es war mein Beruf und meine frei gewählte Aufgabe, Kinder beim Lernen zu helfen, und wenn sie nicht lernten, was ich ihnen beibrachte, dann war es meine Pflicht und Schuldigkeit, nach anderen Unterrichtsmethoden zu suchen, die funktionierten.

Seit Jahren dränge und bitte ich Lehrer und Lehramtsstudenten, diese Haltung gegenüber ihrer Arbeit einzunehmen. Die meisten antworten mir: "Warum legen Sie alles, was in der Schule schief läuft, uns zur Last? Warum wollen Sie uns ständig ein schlechtes Gewissen machen?"

Das tue ich nicht. Ich habe mir selbst keine Vorwürfe gemacht oder mich schuldig gefühlt, nur weil meine Schüler oft nicht lernten was ich unterrichtete, weil ich nicht das tat was ich mir eigentlich vorgenommen hatte, und noch kein Mittel gefunden hatte, es in die Tat umzusetzen. Aber ich stahl mich nicht aus der Verantwortung. [...] Ich möchte, dass Schulen und Lehrer beginnen für das, was bei ihrem Tun herauskommt, Verantwortung zu unternehmen (S.7)

Zitat:
Es gibt eine einfache Frage, die kaum irgend jemand je gestellt zu haben scheint. Von all den Dingen, die Lehrer tun - welche helfen beim Lernen und welche behindern es? Dass wir diese Frage so selten stellen, liegt daran, dass wir stillschweigend davon ausgehen, dass alles Lehren zum lernen führt - außer bei Schülern, bei denen etwas nicht stimmt-, so dass wir nur darüber nachdenken brauchen, was die Kinder lernen sollen (S.53)

Zitat:
Als meine Kollege Bill Hull an die Schule kam, wo wir zusammen die fünfte Klasse unterrichteten, arbeitete er als Referendar des Fachbetreuers für Mathematik, einem sehr viel älterem Mann, der sein ganzes Leben an dieser exklusiven Schule für Kinder mit hohem IQ Mathematik unterrichtet hatte. Eines Tages nach dem Unterricht fasste er die Arbeit seines Lebens Bill gegenüber mit den Worten zusammen: "Ich unterrichte, aber sie lernen nicht."

Diese Erfahrung kennen die meisten Lehrer, die sich über ihre Arbeit nichts vormachen, und auch ich machte sie, als ich in Colorado zu unterrichten begann. ich unterrichtete, aber sie lernten nicht. Ein paar Schüler, die schon gut gewesen waren, bevor ich sie kannte, blieben gut. Die schlechten Schüler wurden nicht besser, sondern zumeist schlechter. Wenn wir die Erfolge der "besten" Schulen anschauten und prüften, wie viele ihrer mangelhaften und ungenügenden Schüler sie in gute Schüler verwandelt haben, wäre das Ergebnis sicher niederschmetternd.

Die Frage, die ich so viele Jahre lang zu beantworten versuchte, lautete: Warum lernen sie nicht, was wir unterrichten? Die Antwort reduziert sich letztendlich darauf: Weil wir sie unterichten - das heißt, den Inhalt ihrer Köpfe zu kontrollieren versuchen (S. 198)

Zitat:
Der Arbeit in der Schule liegen in groben Umrissen die folgenden Ideen zugrunde: 1. In dem weiten Bereich menschlichen Wissens gibt es gewisse Dinge, die so wesentlich sind, dass sie jeder gelernt haben sollte. 2. Wie weit ein Mensch als gebildet gelten kann, geeignet ist, vernünftig in die Welt von heute zu leben und ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein, hängt von dem Ausmaß des Grundwissens ab, über das es verfügt. 3. Es ist deswegen die Aufgabe der Schule, den Kindern so viel an wesentlichem Wissen zu vermitteln wie nur irgend möglich. So versuchen wir denn, den Kindern in der Schule gewisse Fakten, Rezepte und Begriffe einzutrichtern, ganz gleich ob sie ihnen schmecken oder nicht, auch ohne Rücksicht darauf, dass sie vielleicht ängstlich oder krank dabei werden oder dass es andere Dinge gibt, die zu lernen sie viel mehr interessieren würde.

Solche Grundsätze sind ein absurder schädlicher Unfug. Wir werden in unseren Schulen nicht eher eine echte Erziehung und wirkliches Lernen erleben, bis wir diesen Unsinn aufgegeben haben. Kinder sollen in der Schule lernen, was sie wissen möchten, und nicht das nach unserer unmaßgeblichen Ansicht Notwendige. Ein Kind das etwas Wissen will, behält es im Gedächtnis und macht davon Gebrauch. ein Kind dagegen, das etwas lernt, um jemanden zu gefallen und ihn bei guter Laune zu halten, vergisst es, sobald die Notwendigkeit zu gefallen oder die Gefahr zu missfallen vorrüber ist. Deswegen vergessen Kinder bis auf einen kleinen Rest so schnell alles, was sie in der Schule gelernt haben[...] der einzige Unterschied zwischen schlechten und guten Schülern ist deshalb, dass die schlechten alles sofort vergessen und die guten damit bis nach der Prüfung warten. (S.247)

Was schlecht ausgebildetet Lehrer bewirken, wenn sie dann vor der Klasse stehen beschreibt Holt auch :
Zitat:
Einmal drinnen werden sie versuchen, mit ihrem mangelndem Selbstvertrauen, ihrem schwachen und gefährdeten Selbstwertgefühl und ihrer überwältigenden Angst fertig zu werden, auf die einzige Art, die solche Menschen kennen - indem sie einen unaufhörlichen psychologischen Krieg gegen die Kinder führen , um diese noch unsicherer, ängstlicher und unglücklicher zu machen, als sie es selbst sind. Dieser Krieg beginnt sehr früh. Eine Mutter erzählte mir vor gar nicht langer Zeit, dass ihr fünfjähriger Sohn an einem seiner ersten Vorschultage
mit einem Freund gesprochen hatte. Da er in seinem kurzen Leben noch nie gesagt bekommen hatte, dass er nicht mit anderen Menschen reden durfte, wusste er nicht, dass er ein Verbrechen begangen hatte. Statt ihm einfach ihre Regel zu erklären, schimpfte ihn die Lehrerin aus und stellte ihn an den Pranger. Auf solche Weise wird der Krieg geführt. Es wird nicht viel gelernt werden, solange er in Gange ist. Und es gibt wenige Anzeichen, dass er sich seinem Ende nähert.
Die Schule neigt dazu, sowohl ein Ort unaufrichtigen Verhaltens als auch ein für Kinder unbehaglicher Aufenthaltsort zu sein.(S.242)

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Anmeldedatum: 20.02.2006
Beiträge: 60
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 22.11.2006, 19:08    Titel: Lernen: Lesen zu lernen um zu lernen! Antworten mit Zitat

Hallo Doris, Hallo Silke

Reformpädagodik ist ein so wunderschönes Wort, leider verstehen es die, die es verstehen sollten nicht.
Der Autor, John Holt, spricht mir aus dem Herzen.
Obwohl ich das Buch noch nicht vollständig gelesen habe, denke ich trotzdem an folgendes:

Zitat:
Sollten wir im Rahmen der Vereinsgründung in einem noch zu erarbeitenten Grundsatzprogramm nicht einige Gedanken davon mit aufnehmen?


Desweiteren überlege ich wie wir uns der breiten Öffentlichkeit am besten darstellen, um die verantwortlichen im Schulwesen auf die dringende Systemveränderungen festlegen können. Dabei könnte uns dieses Buch eine große Hilfe sein, oder ?

Darüber hinaus, wie können wir es hier im Forum besser plazieren? Neuer Themenblock ???

Das ist eine Aufgabe für die Administration und Moderatoren !?!?!?!

Liebe Grüsse
Heinz
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