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Schule ist unsere Sache ? ein Appell an die Öffentlichkeit

 
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Doris Carnap
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Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 24.11.2006, 19:06    Titel: Schule ist unsere Sache ? ein Appell an die Öffentlichkeit Antworten mit Zitat

Zitat:
Schulverbund ?Blick über den Zaun? Schule ist unsere Sache ? ein Appell an die Öffentlichkeit - Erklärung von Hofgeismar (14. November 2006)

In dem Netzwerk ?Blick über den Zaun? sind bundesweit 54 sehr unterschiedliche Schulen aller Schularten in staatlicher wie in freier Trägerschaft zusammengeschlossen. Was uns eint, sind gemeinsame pädagogische Grundüberzeugungen. Wir haben sie aus unserem Verständnis unseres Berufs und der leitenden Erziehungsziele unserer Gesellschaft gewonnen. Wir haben sie in einem Aufruf veröffentlicht.

Wir haben daraus Standards abgeleitet (www.blickueberdenzaun.de), an denen wir uns orientieren. Nun appellieren wir an die Öffentlichkeit, die bessere Schule mit uns zu erstreiten: gegen die zunehmende Entsolidarisierung unserer Gesellschaft und bildungspolitische Fehlentwicklungen. Wir skizzieren hier eine Vision. Sie soll kein ?Serienmodell? abbilden, sondern das Grundmuster einer guten Schule. Es lässt sehr unterschiedliche Formen der Verwirklichung zu.

Die Schule ist ein Gemeinschaftswerk aller Beteiligten, die mit- und füreinander Verantwortung übernehmen: Die Schule als ?Polis?. Die Pädagoginnen und Pädagogen, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern, die Kommune mit ihren Möglichkeiten und auch außerschulische Institutionen wirken zusammen, um mit dem Anspruch ?Wir dürfen kein Kind verlieren? Ernst zu machen. Sie handeln nach dem Grundsatz: Zuerst und vor allem kommt es darauf an, dass es den Kindern und Jugendlichen in der Schule an Leib und Seele gut geht. Das beginnt mit scheinbaren ?Kleinigkeiten?, die aber bald als Standards gelten: ein gutes, nahrhaftes Frühstück oder Mittagessen, ein Gesundheits- und Beratungsdienst, ein flexibler, den Bedürfnissen der Kinder angepasster Tagesrhythmus, gute Möbel, Ausstattung der Schule mit vielfachen Lerngelegenheiten, Ausstattung der Klassen und Arbeitsplätze mit handlichen, anregenden, gut geordneten Materialien, genügend Platz zum Lernen, Spielen und
Bewegen.

Zum Kern der Entwicklungsarbeit wird die Neugestaltung des Unterrichts und der Lernangebote. Die Vorgabe ist: Lernen muss - auch bei aller unverzichtbaren Mühe und Anstrengung - Freude machen, mit Anschauung und Erfahrung verbunden sein, geschieht am besten in der Auseinandersetzung mit bedeutsamen Gegenständen und findet darum oft auch außerhalb der Schule statt. Bewährung und Ernstfall gehören ebenso dazu wie Belehrung und systematisches Üben. Die Schule stellt hohe Anforderung an alle Beteiligten und bietet zugleich vielfältige Unterstützung.

Die Schule ist einladend, freundlich und anregend gestaltet, ein Ort, an dem Kinder den ganzen Tag über gern und gut leben und lernen können. Niemand wird beschämt, niemand muss sich als Versager fühlen. Darum ist das Sitzenbleiben abgeschafft, der Unterricht ganz darauf ausgerichtet, der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht zu werden. Die Schule hat deshalb neue Formen der Leistungsbegleitung und -bewertung entwickelt: verpflichtende Beratungsgespräche, Lernvereinbarungen, Portfolios.

Die Schule arbeitet selbstständig und eigenverantwortlich; so wird ihre ganze pädagogische Kreativität freigesetzt. Die starren Jahrgangsklassen sind durch flexible Lernformen und Lerngruppen ersetzt worden: An dieser Schule ist es beispielsweise normal, dass Zwölf- und Vierzehnjährige zusammen Englisch lernen oder im Labor experimentieren können. Haupt- und Nebenfächer gibt es an dieser Schule nicht: Theater, Handwerk, Musik oder Religion gelten als ebenso wichtig wie Englisch oder Mathematik. Der Umgang mit Sprache und Literatur ist nicht auf das Fach Deutsch beschränkt, sondern Aufgabe aller Fächer. Tests werden als diagnostische Hilfsmittel genutzt.

Die Schule arbeitet eng mit einem wissenschaftlichen Institut oder anderen Experten zusammen; gemeinsam wird beraten und beschlossen, wie Lernprozesse beobachtet und evaluiert werden können. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden nach dem individuellen Lernfortschritt bewertet. Als Orientierungsrahmen dienen fachliche Mindeststandards, die die Stufen des Lernens abbilden und an denen sich zeigen lässt, was bereits erreicht wurde. Am Ende der Schullaufbahn wird an Beispielleistungen aus allen Bereichen nachgewiesen, was ein Schüler/eine Schülerin gelernt hat und kann. Dieses Leistungsportfolio schließt den Nachweis elementarer, von allen verlangter und erreichbarer Grundkenntnisse und Kompetenzen ein. Ein verzweigtes, früh greifendes Unterstützungssystem sorgt dafür, dass alle Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs diese Grundkenntnisse nachweisen können. Sie verlassen die Schule mit einem Zeugnis, das von den abnehmenden Einrichtungen als Anschlussnachweis zu lesen ist und eine Übersicht über das gesamte Leistungsprofil enthält.

Wir appellieren an alle Menschen, die in Politik, Wirtschaft, Bildungsadministration und Erziehungswissenschaft Verantwortung tragen: Die Schulen brauchen Unterstützung, um ihren Auftrag zu erfüllen...

http://www.blickueberdenzaun.de/11Aktuelles.html

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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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