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"Freie" Schulen und ihre Freiheiten

 
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Fred Steeg
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Anmeldedatum: 24.03.2006
Beiträge: 60
Bundesland: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 25.12.2006, 14:49    Titel: "Freie" Schulen und ihre Freiheiten Antworten mit Zitat

Eine sogenannte "korporative" (also Gesamtschule mit Orientierungsstufe) freie katholische Schule hat mich mal wieder dazu gebracht, beim Bildungs-Ministerium (Rhld-Pflz) nachzufragen, was denn "freie" Schulen so für Freiheiten haben. Aktueller Anlaß war:

Eine Mutter eines Kindes mit Rechenschwäche (4.Kl) erkundigte sich vorsorglich vor einem Antrag auf Aufnahme, ob denn an der freien katholischen Schule Wille und Möglichkeit bestehen (wie im Schulgesetz von Rhld-Pflz vorgesehen) Kindern, die schulextern gefördert werden, auch Erleichterungen wie Notenaussetzungen und Individualisierung von Klassenarbeiten und Hausaufgaben zu gewähren. Der Orientierungsstufenleiter erläuterte (ohne pädagogische Begründung versteht sich!), man habe sich in dieser Schule darauf festgelegt, keine diesbezüglichen Ausnahmen in den weiterführenden Schulstufen zuzulassen. Er empfahl auf eine öffentliche Schule auszuweichen.

Das Ministerium sieht darin allerdings einen Verstoß gegen allgemeine Prinzipien des Schulgesetzes. Der zuständige Referent versprach sich darum zu kümmern. Mal sehen wie ernst er das nun betreibt!?

Meine kurzfristigen Schlußfolgerungen:

1. Offensichtlich kümmern sich die Ministerien immer nur dann um die "Freien", wenn jemand sie darauf aufmerksam macht. Es ist jedoch offensichtlich, dass die "Freien" sich einiges an arbeitssparenden, kostensparenden, selektionseffektiven und altertümlichen Schulmethoden beibehalten haben, was laut neuerer und auch schon etwas älterer Schulgesetze gar nicht zulässig ist.

2. Bei den "Freien" müssen Eltern besonders darauf achten, ob und wie ihre Kinder in Ausnahmesituationen und bei Lernproblemen von der Schule "integriert" werden. Bei entsprechend ideologischer Aufbereitung läßt sich nämlich noch jeder altertümliche Blödsinn als fortschrittliche pädagogische Praxis behaupten.

3. Vor allem sollen Eltern, die aktuell mit solchen Problemen zu tun haben, sich nicht für dumm verkaufen lassen. Oft wird nämlich einfach behauptet etwas "wäre nun mal so" oder an einer bestimmten Schule wäre dies oder jenes nicht möglich. Sogar vor Seelenmassage der Eltern im kleinen Gesprächskreis - unter Vorsitz der/des SchuldirektorIn/s wird nicht zurückgeschreckt. Allerdings gibt es dieses Verfahren auch an öffentlichen Schulen - insofern kann es auch dort keine Entwarnung geben!

Eltern, laßt Euch nicht verkohlen! Besteht vor allem - jeseits der rechtlichen Begründung - auf einer pädagogischen Argumentation! Schulen können es sich nämlich nicht leisten, offen zuzugeben, dass sie Kinder jahrelang überfordern und zu Versagern heranziehen. Tatsächlich ist dies nämlich die Konsequenz aus solchem Verhalten von Schulen - auch in Bundesländern, wo dieses Verhalten durch Gesetze gedeckt wird.

http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de/schultip.html

http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de/ahnen.html
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Gruß Fred Steeg
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Braunauge



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Beiträge: 62

BeitragVerfasst am: 29.12.2006, 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

leider ist es so das viele Bundesländer noch keinen Erlass haben um auch den Dyskalkuliekindern Ihren so nötigen Schutz zu gewähren.

Können/dürfen private Schulen da anders handeln ? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Wo ein Wille ist , ist wohl auch ein Weg. Das gilt aber in meinen Augen für alle Schulen. Ich verstehe nicht wie Lehrer sich dazu bereit erklären können solche Kinder, mit Noten u. Aufgabenstellungen die sie noch überfordern, zu quälen. Kann denn der Lehrerberuf so Spaß machen ?

Private Schule

Ich habe mich mit meinem Kind auch an einer privaten Schule beworben. Anfangs habe ich darüber nachgedacht die Legasthenie zu verschweigen. Allerdings wollte ich dann doch , das die Schule wenn schon denn schon, mein Kind mit all seinen Schwächen akzeptiert u. auch fördert. Ich habe dann einfach alle Klassenarbeiten kopiert u. mitgeschickt. Rolling Eyes Wink Außerdem auch genau sein Wesen beschrieben.
Bisher sind wir immerhin auf Warteliste. Laughing Bei Zusage würde ich aber auch noch mal ein Gespräch mit der Schule führen , bevor ich mein Kind dort hinschicken würde. Genau die Vorstellungen abgleichen um Probleme schon vorher zu vermeiden, bzw. Missverständnisse. Im Zweifelsfall lieber eine andere Schule wählen. Privat hin oder her.

Gruß Braunauge
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Fred Steeg
Moderator


Anmeldedatum: 24.03.2006
Beiträge: 60
Bundesland: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 29.12.2006, 18:21    Titel: Dyskalkulieerlasse Antworten mit Zitat

Hallo Braunauge,

in meiner beruflichen Arbeit als Rechenschwächetherapeut habe ich die Erfahrung gemacht, dass die bestehenden Regelungen für "sonderpädagogischen Förderbedarf" eigentlich ausreichen, vorausgesetzt man setzt ihre Anwendung an den Schulen durch. Ob die speziellen neuen Rechenschwächeerlasse besser oder schlechter für Dyskalkuliekinder sind, halte ich im Einzelfall für fraglich.

siehe auch: http://www.ifrk-ev.de/content/steeg.htm

Unbedingt sollten Eltern sich über die Handhabung von Rücksichtnahmen bei Lernproblemen vor der Anmeldung erkundigen. Man kann sich einigen Ärger ersparen bzw. vorsorglich die Lehrer auf kommende Problemstellungen aufmerksam machen. Dann kann zumindest hinterher keiner mehr sagen: "Ja, wenn wir das vorher gewußt hätten!"
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Gruß Fred Steeg
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