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Eignungstest für Lehrer

 
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 30.12.2006, 12:22    Titel: Eignungstest für Lehrer Antworten mit Zitat

http://www.gmx.net/de/themen/beruf/....055900034068641wk1ZQ.html

Erdsiek-Rave fordert Eignungstests

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz will Eignungstests zur Pflicht für Lehramtstudenten machen. Ute Erdsiek-Rave sagte, damit könnten angehende Lehrer früh herausfinden, ob der Beruf für sie geeignet ist. So lasse sich der Praxisschock verhindern.

"Zusammenarbeit gewollt": Ute Erdsiek-Rave, KMK-Vorsitzende und Bildungsministerin Schleswig-Holstein

"Eine verpflichtende Eignungsprüfung sollte am Ende der Bachelorphase stehen, bevor die Studenten in den Masterstudiengang gehen, der direkt auf den Beruf vorbereitet", sagte die SPD-Politikerin Ute Erdsiek-Rave dem SPIEGEL. Sie ist Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und noch bis Mitte Januar 2007 Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK).

Hintergrund ist eine Studie der Universität Potsdam, nach der 30 bis 40 Prozent der Lehramtsstudenten für den Beruf nicht geeignet sind, etwa weil sie zu schüchtern sind. Mit diesem Problem will sich die KMK im März beschäftigen.

Abhilfe schaffen könnte, so die KMK-Präsidentin, auch ein Selbsttest, den die Potsdamer Wissenschaftler entwickelt haben: "Wer Lehrer werden will, könnte mit einem solchen Test schon am Ende der eigenen Schulzeit herausfinden, ob der Beruf für ihn geeignet ist."

Zu den Ursachen, warum so viele ungeeignete Menschen Lehrer werden wollten, gehörten "falsche Vorstellungen von dem Beruf. Der hat einerseits leider ein negatives Image - andererseits erwarten auch viele, dass der Job nicht so schwer ist und man viel Freizeit hat", sagte Erdsiek-Rave im SPIEGEL-Interview. In der Praxis seien viele angehende Lehrer "geschockt, wie schwer und zeitintensiv die Arbeit tatsächlich ist".
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Thomas Logemann



Anmeldedatum: 11.10.2006
Beiträge: 39
Bundesland: Berlin

BeitragVerfasst am: 31.12.2006, 02:21    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich sollte die Referendarszeit ja genau diese Eignung ermöglichen bzw. aufzeigen, ob man als Lehrer geeignet ist.... Das Problem (wie in anderen Ausbildungsbereichen auch): Wer `nen Haufen Zeit und Geld in seine Ausbildung gesteckt hat, will sie "auf Deibel komm `raus" auch zuende führen - sonst steht man plötzlich vor dem Scherbenhaufen vertaner Zeit.... Und die lieben Kleinen baden diesen Scherbenhaufen dann bis zur Pensionierung aus...
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 01.01.2007, 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

die mangelnde Personalauswahl und -entwicklung und auch Teamentwicklung kritsiere ich als Graphologin seitdem meine Kinder in Deutschland in die Schule gehen, also seit fast zehn Jahren! Das hat mich persönlich sehr erschüttert, als ich feststellen musste wie viele ungeeignete Persönlichkeiten den Lehrerberuf gewählt haben und die schon allein deswegen überfordert sind. Und dass es jahrelang keinerlei Unterstützungssystem für diese überforderten Menschen gab, empfinde ich als besonders tragisch.

Es muss tatsächlich vor Beginn des Studiums festgestellt werden, ob ein Mensch die notwendige starke Persönlichkeit für diesen anspruchsvollen Beruf besitzt. In anderen Ländern (Kanada, Schweden, Finnland) wird zu Beginn des Studiums geprüft, ob die Menschen überhaupt in der Lage sein werden diesen sehr anspruchsvollen Beruf auszuüben! Und wenn es Probleme gibt müssen die angegangen werden. Die Hälfte unserer Persönlichkeit machen erworbene Einstellungen aus - an denen kann man arbeiten, die sind veränderbar.

Schaarschmidt (Potsdamer Lehrerstudie) beschreibt diese problematischen Eignungsvorraussetzungen als "Einschränkung der Widerstandskraft, Defizite in der sozialen- kommunikativen Kompetenz und Beeinträchtigung des Selbstvertrauens". Als Basisvorraussetzungen sind laut Schaarschmidt "emotionale Stabilität und einer aktiv-offensiven Haltung den Lebensanforderungen gegenüber, vor allem Stärken im sozial-kommunikativen Bereich (prosoziale Einstellung, Sensibilität und Rücksichtnahme, aber auch die Fähigkeit zur Durchsetzung und Selbstbehauptung). Interessant ist auch, dass es bei der Ausübung des Berufs einen engen Zusammenhang von gesundheitlicher Situation und sozialem Klima im Kollegium gibt. "Dort wo wir die günstigeren Beanspruchungsverhältnisse feststellen, finden wir fast ausnahmslos auch ein gutes soziales Klimavor. Darunter sei vor allem Verstanden, dass die Beziehungen im Kollegium durch Offenheit, Interesse füreinander und gegenseitige Unterstützung gekennzeichnet sind und eine Schulkultur besteht, die ein hohes Maß an Gemeinsamkeit bei der Durchsetzung schulischer Normen aufweist."

Das hatte ich in einem alten Beitrag ( http://emgs.de/forum-emgs/viewtopic....highlight=personalauswahl) geschrieben: "Von den Lehrern werden Fähigkeiten und Kompetenzen erwartet, die sie häufig gar nicht besitzen: eine starke Persönlichkeit, selbstbewußter Umgang mit Kritik, Kommunikationskenntnisse - das sind Vorraussetzung für einen angemessenen Umgang mit den Mitmenschen (Schüler, Eltern und Kollegen). Kenntnis über pädagogische Diagnostik - der Grundvorraussetzung, um zu erkennen was Schüler schon können und was nicht, um ihnen dann beim Lernen zu helfen. Wissen über Entwicklungspsychologie - um zu beurteilen was 'normal' ist und was nicht. Wichtig auch Lernpsychologie - unter welchen Bedingungen lernen Kinder, wie kann man sie motivieren. Das alles sind Kenntnisse und Fähigkeiten die häufig schlicht fehlen! Aber gute Lehrer werden nicht geboren sondern gemacht." In vielen anderen Ländern funktioniert das jedenfalls alles wesentlich besser als bei uns.

Bei uns haben sich viele für den Lehrerberuf entschieden, weil sie in der Schule an bestimmten Fächern Spaß hatten und angenommen hatten, einen garantiert sicheren Halbtagsjob mit vielen Ferien erwischt zu haben. Das Ganze stellt sich dann als großer Irrtum heraus, wenn man selbstständig in dem Beruf arbeiten muss! Aber selbst wenn es dann wirklich kritisch wird, exisiteren bis jetzt keine funktionierenden Unterstützungssysteme.

Doris
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Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 02.01.2007, 16:47, insgesamt einmal bearbeitet
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 02.01.2007, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris (gut in`s neue Jahr gekommen?!)

Da stellt sich aber immernoch dieFrage: "Wie führt man es in der Praxis durch?"

Für Menschen die eine handwerkliche Tätigkeit anstreben, bibt`s Tests - Geschicklichkeit, motorische Feinheiten, dreidimensionales Vorstellungsvermögen - Schlosser "dürfen" aus einem Eisenklotz einen Würfel feilen... (hab`ich das gehasst...), Maurer einen Klinkerverbund erstellen, "Holzwürmer" mit der Raspel einen Halbrund-Sims fertigen...
Tja - und Lehrer?

Das Managemant hat`s erfunden, mittlerweile wird`s in Schulen von Schülern und Lehrern gleichermassen praktiziert: Das Konfliktmanagement. Um festzustellen, ob jemand als Lehrer/in geeignet ist, müsste man also einen vorab getätigten "Praktikumsbeweis", z.B. in Form einer Weiterbildung zum Midiator/Konfliktmanager fordern. Den wer mit Konflikrten ohne Anwendung physischer und psxchischer Gewalt umgehen kann, - müsste auch als Lehrer geeignet sein. Nur dürfte diese Forderung wohl kaum als Kriterium, "Clausus Confliktum" in der Studienverordnung stehen...
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 02.01.2007, 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,
Zitat:

Thomas schrieb: Da stellt sich aber immer noch die Frage: "Wie führt man es in der Praxis durch?"

In einigen Ländern (Finnland, Schweden. Kanada) werden verschiedene Tests gemacht, bevor man zum Studium zugelassen wird - ähnlich wie sie sonst bei der Personalauswahl ( Assessment- Center) üblich sind. Die Kandidaten werden auf emotionale, intellektuelle und charakterliche Voraussetzungen geprüft. Und was im Assessment - Center wichtig ist, man wird nicht nur bei den Tests beobachtet, sondern während der ganzen Zeit, das kann das geschulte Auge erkennen, wie man unter Stress und auch Konflikte reagiert, ob man gelassen bleibt oder unfreundlich wird, z.B.. Es gibt auch gute Persönlichkeitstests, die ausführlich die Fähigkeiten der getesteten Personen beschreiben.

Das alles wird es in Deutschland wohl nicht geben, hier wird es wahrscheinlich bei der Empfehlung an die angehenden Studenten bleiben, sich vor Beginn des Studiums einen Fragebogen durchzuarbeiten. Ich halte das nicht für ausreichend.

Doris
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Thomas Logemann



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BeitragVerfasst am: 03.01.2007, 03:42    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

wenn es diese Tests schon gibt , und diese sich bewährt haben, sollte man sie von Seiten der Elternvertreter/innen, der Schülervertretungen und der GEW auch über den Weg des europäischen Gerichtshofes einklagen. Wenn wir nämlich darauf warten, das unsere Politiker von selbst auf die Idee kommen, Eignungstests für angehende Lehrer in die Ausbildungs/Studienverordnung aufzunehmen, dann sind unsere Kinder selbst schon Grosseltern, bevor sich was getan hat...
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 03.01.2007, 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Thomas,

das Thema steht bei der KMK im März auf der Agenda. Jetzt muß man erst mal abwarten, wie die Entscheidung wirklich ausfallen wird. Bei unserem föderalen System bedeutet es ja immer, dass man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen wird. Und dann dauert es noch bis es umgesetzt wird...Auch hier ist wieder Geduld nötig! Aber immerhin es bewegt sich was!

Einen informativer Beitrag zum Thema gibt es hier: http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4....elnr=24254&mode=print

Doris
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rosaria



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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas, hallo Doris,

zu meinem Bekanntenkreis gehört eine Finnin, die in Finnland als Lehrerin ausgebildet wurde. Sie erzählte von ihrem Eignungstest, der damals etwa ein, zwei Jahre nach Beginn des Studiums stattfand und Voraussetzung für die Zulassung zur weiteren Ausbildung war:

Sie bekam ein total bescheuertes Thema (Religion: das Gesangbuch)und sollte nach wenigen Stunden Vorbereitung eine Unterrichtsstunde ausarbeiten und halten.
Zuerst glaubte sie: Das schaffe ich nie und ist nach Hause gefahren. Dann fiel ihr aber ein, dass in Finnland eine Neufassung des Gesangbuches eingeführt werden sollte und dass vor einigen Tagen dazu etwas in der Zeitung stand...
Sie hat sich der Anforderung gestellt, musste sich der Kritik der Prüfer stellen ---- und hat die Zulassung bekommen!

Stress aushalten können und belastbar sein: ganz wichtig für den Lehrerberuf. Und wie Ihr seht, auch einfach zu testen.

Meine Freundin, die in der DDR zur Lehrerin ausgebildet wurde, musste sich eines Stimmtests unterziehen. Auch nicht unwichtig: Piepsestimmen kommen nun mal nicht gegen eine Klasse an.

Also Möglichkeiten gibt es genug.
Kann man irgendwie die Teilnehmer der KMK bestärken, dieses Vorhaben auch umzusetzen?

rosaria
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