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Pädagogik Prof fordert die Legalisierung d. Hausunterrrichts

 
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 24.03.2007, 17:46    Titel: Pädagogik Prof fordert die Legalisierung d. Hausunterrrichts Antworten mit Zitat

Hallo,
die Diskussion um Hausunterricht ist in Deutschland ja überfällig, hier ein aktuelles Interview zum Thema:

Zitat:
Pädagogik-Professor Volker Ladenthin fordert die Legalisierung des Hausunterrichts
"Die Kriminalisierung der Eltern ist ein Skandal"
Bonn - Volker Ladenthin ist der erste und einzige deutsche Pädagogikprofessor, der sich offiziell für "Homeschooling", häuslichen, privaten Unterricht, starkmacht. Hierzulande ist es bislang zwar verboten. Doch Kritiker, darunter UN-Berater Vernor Muñoz Villalobos, wollen das Verbot nicht länger hinnehmen. Die Schulpflicht sollte auch in Deutschland in eine Bildungspflicht umgewandelt werden, sagt Ladenthin, Lehrstuhlinhaber für historische und systemische Erziehungswissenschaften an der Uni Bonn. In seinem Buch "Homeschooling" (Ergon Verlag, Würzburg 2006) schildert Ladenthin, warum Eltern den Weg aus Schulen suchen
. Mit Ladenthin sprach Birgitta vom Lehn.
Die Welt:
Herr Ladenthin, in Deutschland hat sich bislang kein Pädagogikprofessor ernsthaft mit Hausunterricht befasst. Warum?
Volker Ladenthin:
Es dauert meist ein paar Jahre, bis Wirklichkeitsphänomene auch von der Wissenschaft aufgenommen werden. Wir hatten in Nordrhein-Westfalen vor ein paar Jahren die Diskussion über das Selbstlernen in der selbstständigen Schule, und wenn Sie das konsequent zu Ende denken, dann ist die selbstständige Schule letztlich die, die Eltern selber machen. Dann zeigte sich, dass Homeschooling auch eine soziale Bewegung war, mit der wir in Zukunft rechnen müssen. Bevor sich die Positionen noch mehr verhärten, hielt ich es für sinnvoll, einmal die Argumente zur Kenntnis zu nehmen.
Welt:
Und was sind die Argumente? Es ist doch viel bequemer, die Kinder in die Schule zu schicken.
Ladenthin:
Ich finde, es ist viel bequemer, die Kinder zu Hause zu haben. Dann ist man mit ihnen in einer Lebenswelt, man weiß, was sie interessiert. Kinder wegzuschicken ist immer Arbeit: Man muss sie auf die Schule vorbereiten, und wenn sie zurückkommen, muss man dann ja trotzdem noch mit ihnen arbeiten.
Welt:
In der Tat stellen viele Eltern fest: Nach der Schule geht die Arbeit erst richtig los. Hausarbeiten, Üben, Lernen. Dann sagen Eltern sich: Dann kann ich auch gleich alles selbst machen.
Ladenthin:
Richtig. Politiker sagen zwar häufig: Wir wollen keine Minderheiten- oder Subgruppenbildung. Aber nachmittags ist der Bereich ja bereits in privater Hand. Da sind dann meist die Mütter aktiv, oder aber man schickt seine Kinder in private Nachhilfeinstitute. Wir haben de facto bereits die Hälfte der Schulzeit für ein Drittel der Schüler als Homeschooling.
Welt:
Was ist das für eine Elterngruppe, die ihre Kinder selbst beschulen will?
Ladenthin:
Es sind Eltern, die sehen, dass ihre Kinder Probleme in der Schule haben. Dabei gibt es drei Gruppen: Erstens Kinder mit körperlichen Gebrechen, die etwa zu weit transportiert werden müssen. Es gibt in der Eifel einen Fall, da besteht die Schuladministration darauf, dass ein blindes Kind 120 Kilometer weit in eine Blindenschule fährt. Das ist doch der helle Wahn! Zweitens sind es Kinder, die aufgrund von psychischen Problemen nicht in die Schule passen: die typischen Mobbingopfer, die sensiblen Kinder, die in den übergroßen Klassen nicht mehr zurechtkommen. Die dritte Gruppe stammt von Eltern, die sehr bildungsbewusst sind und erlebt haben, dass viel Unterricht ausfiel und ihre Kinder in der Schule ein halbes Jahr lang nur Mandalas malten. Diese Eltern sagen: Das wollen wir nicht. Wir wollen, dass unser Kind die bestmögliche Bildung bekommt. Deshalb wollen wir uns selbst darum kümmern.
Welt:
Sind es vor allem Eltern aus bildungsnahen Schichten, die für Homeschooling plädieren?
Ladenthin:
Ja. Zum Hintergrund: Die Schulpflicht wurde ja ursprünglich deshalb eingeführt, weil die bildungsfernen Schichten ihre Kinder zu Hause behielten und sie zum Kartoffelausbuddeln und Getreideernten gebrauchten. Da hat der Staat gesagt: Dadurch schädigen Eltern ihre Kinder, weil sie nur auf kurzfristigen Vorteil bedacht sind. So führte man die Schulpflicht ein, man nahm den Eltern die Kinder weg, damit sie etwas lernen konnten. Jetzt haben wir aber ein anderes Klientel: Wir haben hochgebildete Eltern, 50 Prozent der Eltern haben eine gymnasiale Bildung. Die sagen: In der Schule lernen die Kinder zu wenig oder das Falsche. Der Staat muss quasi nicht mehr die Kinder vor den Eltern schützen, sondern er muss die Eltern unterstützen. Aber das ist bislang noch nicht richtig verstanden worden.
Welt:
Warum tut man sich nur in Deutschland so schwer mit dem Homeschooling? In vielen anderen Ländern ist es ja gang und gäbe.
Ladenthin:
In Deutschland ist die staatliche Tradition extrem stark ausgeprägt. Deutschland war auch eines der ersten Länder in Europa, das die staatliche Schule eingeführt hat. Die Tradition wirkt fort.
Welt:
Wie hoch schätzen Sie den Bedarf an privaten Lerneinheiten?
Ladenthin:
Ich halte ihn für sehr hoch, und er wird zunehmen. Denn die staatlichen Schulen werden immer mehr zu Verwaltungseinrichtungen. Sie verwalten Wissen. Aber sie nehmen die Kinder nicht mehr als Personen ernst. Das geht gar nicht mehr bei den Normierungen und Standardisierungen. Da werden sich bildungsambitionierte Eltern Auswege suchen. Der Drang zu Privatschulen ist ja schon da. Meine Prognose: Wir werden eine hochgradige Differenzierung des Bildungssystems erleben.
Welt:
Bis zu welchem Alter halten Sie es überhaupt für möglich, Kinder daheim zu beschulen?
Ladenthin:
Bis Klasse sieben. Danach kann man nur noch Fächer unterrichten, in denen man selbst spezialisiert ist.
Welt:
Kritiker befürchten beim Homeschooling, dass sich religiöse Gruppen dadurch abkapseln und ihre Kinder beeinflussen.
Ladenthin:
Eine gewisse Gefahr sehe ich schon, dass Sekten hier ihren Nachwuchs rekrutieren. Das findet de facto auch statt, ohne dass das jemanden stört, zum Beispiel bei den Zeugen Jehovas. Da werden Kinder zwar in die Schule geschickt, aber aus dem gesamten sozialen Leben isoliert. Und da kümmert sich keiner drum. Das ist auch der Punkt, an dem ich mit den Homeschoolern in Konflikt gerate. Ich sage: Nicht Eure elterliche Gewalt ist das Recht gegenüber Kindern, sondern die pädagogische Aufgabe. Ihr dürft Eure Kinder nicht nach Euren Wünschen formen, sondern Ihr müsst sie nach ihren eigenen Wünschen erziehen.
Welt:
Eltern müssten sich also quasi testen lassen, ob sie den Ansprüchen genügen?
Ladenthin:
Ja, das Ganze müsste professionalisiert werden. Wir planen nun die erste Studie zu Homeschooling in Deutschland.
Welt:
Halten Sie es für angemessen, wie Jugendämter zurzeit reagieren? Oft greifen sie rigide durch, holen Kinder ab, schicken sie in die Psychiatrie, stecken Eltern in Zwangshaft.
Ladenthin:
Nein, ich halte das für unangemessen. Sie können Menschen nicht mit Gewalt zur Bildung zwingen. Bildung und Gewalt schließen sich aus. Ein behutsames Vorgehen ist unbedingt notwendig, vor allem, weil es sich um bildungsambitionierte Eltern handelt. Dass diese Eltern kriminalisiert werden, ist ein Skandal.
http://www.welt.de/welt_print/artic....tern_ist_ein_Skandal.html

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 25.03.2007, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Der Tagespiegel zu dem Thema:
Zitat:
Küchen Latein

Häuslicher Unterricht ist in Deutschland verboten, in Österreich nicht
. Das hat seit Kaiserin Maria Theresia Tradition. Aber warum tut man sich das an: nie ohne Kinder zu sein.

Von Verena Mayer
Wenn die Lehrerin zum Unterricht geht, steigt sie eine steile Treppe hinunter, vorbei an Stiefeln, Jacken und Regalen voll Marmelade. Ganz unten ist das Klassenzimmer, ein heller Raum mit Tafel, Pult und Bänken. Oft setzt sich Dietlind Ramminger aber auch an den Esstisch zu ihren Schülern oder bleibt beim Unterricht in der Küche stehen. Dietlind Ramminger ist hier zu Hause. Ihre Schüler sind es auch ? es sind ihre eigenen Kinder.

In Österreich ist das erlaubt: Man muss ?häuslichen Unterricht?, wie er offiziell heißt, bei den Schulbehörden beantragen; am Ende jedes Jahres müssen die Kinder dort eine Prüfung ablegen. Das ist inzwischen auch in Deutschland bekannt ? so ging im Herbst der Fall von sieben Baptisten-Familien aus Paderborn durch die Medien, die ihre 19 Kinder von der Schule abgemeldet hatten, weil ihnen der Religions- und Sexualkunde-Unterricht nicht passte. Also probierten sie ihr Glück in Österreich, wo der Antrag aber aus formalen Gründen abgelehnt wurde. Wie die Baptisten haben die meisten Deutschen, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken, religiöse Gründe. Warum sonst sollte man das den Kindern antun: keine Klassenkameraden, kein Pausenhof, keine Begegnung mit anderen Welten, eine einzige dominante Bezugsperson. Warum sollte man sich das selbst sonst antun? Alle Verantwortung alleine zu tragen, nie mal ohne Kinder sein?

?Weil mein Kind in der Schule unglücklich war?, sagt Dietlind Ramminger. Sie ist 30 Jahre alt, Österreicherin, keine christliche Fanatikerin. Ihre Tochter Irmgard habe sich in der Grundschule nicht wohl gefühlt, kam mit dem vorgegebenen Alltag nicht zurecht. Jeden Morgen um halb sieben, wenn der Schulbus auf der Dorfstraße stand, hat sie geweint. Die nächste Schule war zu weit entfernt, die Rammingers leben auf dem Land. Eine Schulpsychologin hat Dietlind Ramminger vorgeschlagen, ihre Tochter zu Hause zu unterrichten. In Österreich hat das seit Kaiserin Maria Theresia Tradition, nicht nur, weil viele Orte abgeschieden in den Bergen liegen: Es gibt schlicht keine Schulpflicht, nur eine Unterrichtspflicht. Bis zur neunten Klasse können die Kinder zu Hause unterrichtet werden. Bestehen sie ihre Prüfungen nicht, müssen sie allerdings zurück zur Schule.

Irmgard ist acht und geht in die dritte Klasse. In einem dunkelblauen Kleid kniet sie auf der Küchenbank und zeigt eifrig ihre Hefte. Ein aufmerksames Mädchen, ein bisschen altklug vielleicht. Wie die Prüfung im Sommer war? ?Babyleicht!?, ruft sie. ?Nur im Rechnen war ich ein bisschen langsam.? Englisch kann sie inzwischen auch, das lernt sie bei der Großmutter. ?Jetzt können Mama und Papa nicht mehr auf Englisch streiten?, sagt sie. Neben ihr sitzt ihr Bruder Wolfgang, ein blonder Junge mit Sommersprossen, der seine Zahnspange im Mund vor- und zurückschiebt. Der Siebenjährige sieht mit der Ehrfurcht des kleinen Bruders zu seiner Schwester hoch.

Auch er wird von seiner Mutter unterrichtet: weil er das so wollte. Dietlind Ramminger streicht ihm über den Kopf. ?Das geht sehr gut, nur im Schreiben bist du nicht so schnell. Das soll aber jetzt keine Kritik sein.? Den beiden Kleinen, drei und vier Jahre alt, will Dietlind Ramminger die Entscheidung überlassen. Wobei sie nicht weiß, ob Ulrike für den Hausunterricht geeignet ist. ?Die bringt vielleicht nicht die nötige Disziplin mit.?

?Disziplin? ist ein Wort, das Dietlind Ramminger sehr oft verwendet. Der typische Schultag beginnt pünktlich um sieben. Die Kinder setzen sich an ihre Instrumente, Wolfgang spielt Cello und Flöte, Irmgard Klavier, Geige, Flöte und Hackbrett. Danach holen die Kinder ihre Schultaschen, packen Bücher und Hefte aus, und Dietlind Ramminger fragt sie, womit sie anfangen wollen. An diesem Tag steht eine Gedächtnisübung auf dem Programm. Das Schulbuch liegt auf der Bauernkommode im Flur, die Kinder lesen dort einen Satz, den sie dann, zurück in der Küche, in ihre Hefte schreiben. Die beiden kleinen Geschwister sitzen währenddessen auf dem Boden und spielen Memory. Ulrike springt immer mal wieder auf, tobt herum oder drischt auf ihre kleine Spielzeuggeige ein. Dann lässt die Mutter sie etwas zeichnen oder schickt sie raus in den Garten, um die Hasen zu füttern. Ob ihnen nicht die anderen Schulkinder fehlen? Wolfgang schüttelt still den Kopf. ?Überhaupt nicht?, meint Irmgard.

Am Anfang habe sie sich Sorgen gemacht, den vorgeschriebenen Lehrplan nicht zu schaffen, sagt Dietlind Ramminger. Sie hat den Stoff dann so schnell durchgezogen, dass die Kinder im März mit allem fertig waren. Inzwischen hat sich das Tempo eingespielt. Wie an jeder normalen Grundschule gibt es Lob und Tadel, Dietlind Ramminger streicht Fehler in den Aufgaben an, manchmal vergibt sie Punkte. Wenn die Kinder eine bestimmte Anzahl zusammen haben, dürfen sie sich etwas wünschen. Irmgard will ein Fahrrad, Wolfgang eine Ziehharmonika. Nur eines ist anders als an der Schule: Den ganzen Dezember haben die Kinder frei. Der Advent gehört den Weihnachtsvorbereitungen, so wie es früher auf dem Land üblich war.

Die Rammingers wohnen in einem Dorf in der Steiermark. Die Landschaft ist hügelig, vom Haus aus sieht man auf Wälder und Obstgärten. Dietlind Ramminger betreibt mit ihrem Mann Reinhard eine kleine Landwirtschaft. Aufgewachsen ist sie in Pretoria, ihr Großvater war Direktor der südafrikanischen Staatsbibliothek, ihre Mutter züchtete Araberpferde. Als Dietlind Ramminger fünf war, ging die Familie zurück nach Österreich, von damals stammen ihre eigenen schlechten Erinnerungen an die Schulzeit, sagt sie. Nicht nur, dass sie sich in dem neuen Land schwer tat. Weil sie keinen Dialekt sprach, wurde sie in der Schule auch noch als ?Piefke?, als Deutsche verspottet.

Solche Erfahrungen wolle sie ihren Kindern ersparen. Sie glaubt auch, dass sie ihnen viel mehr mitgeben könne als eine normale Schule. ?Da halten die Langsamen die Guten auf?, assistiert ihr Mann, der kurz in die Küche gekommen ist, um sich etwas zu trinken zu holen. Dietlind Ramminger geht mit den Kindern in den Wald hinterm Haus oder lässt sie Rechenaufgaben am Computer machen. Sie bastelt, zeichnet und musiziert mit ihnen, hat einen Komposthaufen angelegt, Käse gemacht und ihnen Weben beigebracht. ?In der Volksschule haben sie in der ganzen Zeit gerade mal fünf Zeichnungen gemacht und einen Kochlöffel gebastelt.? Der Erfolg gibt ihr recht ? jedenfalls, wenn man ihn an Noten bemisst. In Irmgards Zeugnis von der Schulbehörde stehen nur Einsen.

Anfangs wurde die Heimlehrerin schief angeschaut, nicht zuletzt von ihrem Mann. ?Wenn du es schaffst, unterstütze ich dich, wenn nicht, bringe ich die Kinder eigenhändig in die Schule?, habe er zu ihr gesagt. Reinhard Ramminger, in einer Bauernfamilie aufgewachsen, ist ein drahtiger Mann, 40 Jahre alt. Bevor er geheiratet hat, war er Marathonläufer, ist mit dem Fahrrad quer durch Australien und die USA gefahren.

Irmgard ist inzwischen fertig mit dem Diktat und macht Rechenübungen auf dem Computer. Später wird sie zu ihrer Freundin gehen, mehrere Nachmittage in der Woche verbringt sie mit Kindern aus dem Dorf. Wolfgang braucht noch. ?Schau noch mal, ob es ?der' oder ?dem' heißt?, rät die Mutter. ?Wenn du so fragst, weiß ich schon?, murmelt er und bessert seine Fehler aus. Wenn an einem Tag nicht viel weitergehe, mache sie eben am nächsten mehr, sagt Dietlind Ramminger. Ob sie sich vorstellen könne, ihre Kinder zu unterrichten, bis sie 15 sind? Sie zuckt mit den Schultern. Den Grundschulstoff traue sie sich aber in jedem Fall zu. Sie selbst war erst an einer Waldorfschule, hat dann eine Hauswirtschaftsschule absolviert und eine Tischlerlehre gemacht.

Es ist Mittag, Dietlind Ramminger lässt die Kinder die Schulsachen packen und sammelt die Spielsachen der Kleinen ein. Sie macht sich ans Kochen, stellt Bohnen und Kartoffeln aus dem Garten auf den Tisch und ruft ihren Mann. Wenn sich die Rammingers um den Tisch versammeln, an den Händen fassen, singen und sich einen guten Appetit wünschen, kommt man sich ein bisschen vor wie in einem Traum von Eva Herman: Ein Haus, in dem alles hell und schön ist, umgeben von Natur und einem Bilderbuchdorf. Und in der Mitte eine Mutter, die sich für ihre Kinder aufopfert. Eigentlich wollte Dietlind Ramminger ja Instrumentenbauerin werden. Sie hat eine Zeit lang in der Gastronomie gearbeitet, im Weißen Rössl am Wolfgangsee, dann hat sie geheiratet. Sie sagt, dass sie ihre Träume auch verwirklichen könne, wenn die Kinder groß sind. Bis dahin will sie ihnen ?ein Stück heile Welt ermöglichen?.
http://www.tagesspiegel.de/sonntag/archiv/25.03.2007/3156071.asp#

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BeitragVerfasst am: 15.05.2007, 07:33    Titel: Kinder nicht in der Schule - Eltern im Gefängnis??? Antworten mit Zitat

Vor kurzem ist ein Ehepaar aus Herleshausen-Archfeld im Werra-Meißner-Kreis vom Amtsgericht in Eschwege zu einer Geldstrafe von insgesamt 900 ? verurteilt worden, weil sie ihre vier Kinder zu Hause unterrichten und nicht zur Schule schicken.
Grund für den Hausunterricht sind religiöse und weltanschauliche Gründe.
Der Staatsanwalt hatte drei Monate ohne Bewährung gefordert.
Der Richter fand deutliche Worte über das Schulamt, das allein zur Lösung des Problems beitragen könne, aber sich ansonsten überhaupt nicht um die Kinder kümmere. Die Eltern hatten beantragt, dass ihre Heimschule als Ersatzschule anerkannt wird (vor fast einem Jahr). Niemand war bisher bei der Familie, über den Antrag ist nicht entschieden.

Die Informationen entstammen einem Zeitungsartikel.

Dies ist der Link: http://www.extratip.de/index.php?pi....tikel&artikel_id=4066

rosaria
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