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In 300 Jahren vielleicht

 
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Landys



Anmeldedatum: 01.09.2006
Beiträge: 27
Bundesland: Sachsen

BeitragVerfasst am: 14.05.2007, 18:23    Titel: In 300 Jahren vielleicht Antworten mit Zitat

Habe mal ein Problem, was meiner Ansicht nach mit viel Gewalt zu tun hat und ich suche dazu große Hilfe.
Pflichtlektüre 7. Klasse Gymn. "In 300 Jahren vielleicht" von Tilmann Röhrig
Gewaltszenen sind - abgehackte Kinderhände, ausgestochene weinende Augen, geschändete Frauen und Männer, Kannibalismus, das Zerhacken von Leichen ... ...
Hier höre ich mal auf. Meine Meinung ist der Verbot dieses Buches als Pflichtliteratur. der Sinn, Aufzeigen der Unmenschlichkeit und Grausamkeit des 30jährigen Krieges, kann bestimmt durch weniger Brutaltät erreicht werden. Ich bin einfach nur geschockt über das Lesen einer solchen Lektüre, denn wir sind gegen alle Formen von Gewalt, an manchen Schulen geht es nur noch gewalttätig zu und die Lehrer suchen sich dennoch solche Beispiele aus.
Ich habe meinem Sohn verboten, dieses Buch zu lesen, was letztendlich akzeptiert wurde, aber eibne Lösung ist dies dennoch nicht, denn er hört ja im Unterricht von diesem grausamen Gemetzel.
Was meint ihr dazu? hat man denn als Mutter eine Chance überhaupt, sich dagegen zu wehren, hat das Sinn, ist das sinnvoll?
Die Antworten, die ich bis jetzt bekam, waren sinngemäß so - die Lehrerin darf machen was sie für richtig hält - pädagogisches Geschick.
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rosaria



Anmeldedatum: 27.06.2006
Beiträge: 35
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 15.05.2007, 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hm - ich hatte gerade eben einige Urteile über Schulrecht überflogen, die hier eingestellt sind. Da fällt oft das Stichwort "pädagogische Freiheit" - natürlich gibt es für diese pädagogische Freiheit Grenzen.

Leugnet der Lehrer den Holocaust oder bringt den Schüler falsche Englisch Vokabeln bei, ist das relativ einfach.

Aber bei solchen Fragen, welche Mittel im Unterricht eingesetzt werden, wird es schon schwieriger.

Da im deutschen Schulsystem fest verankert ist, dass der Lehrer eigentlich machen kann, was er will, wenn die Klassentüre zugeht, wird es in solchen Fällen immer stark darauf ankommen, wie er einzelne auf Kritik reagiert.

Teamarbeit, Elternmitbestimmung und so weiter sind ja große Tabus. (Postive Ausnahmen gibt es zwar, aber in der Regel ist es anders.) Wo kämen wir denn da hin, wenn wir die Sorgen von Eltern ernst nehmen würden.

Ich will Dir aber nicht den Mut nehmen, Dich weiter zu engagieren.
Eventuell findest Du Eltern, die Dich unterstützen. Aber auch da ist leider meine Erfahrung, dass die Eltern in der Mehrheit leider schon resigniert haben.

rosaria
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"Alles Lernen ist nicht einen Heller wert, wenn Mut und Freude dabei verloren gehen."
(Johann Heinrich Pestalozzi)
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Landys,

weil ich das Buch nicht kenne, musste ich erstmal danach googeln: Das Buch ist für Kinder ab 13 Jahren empfohlen und hat 1984 den Jugendbuchpreis erhalten und hier zwei Meinungen dazu:

Zitat:
Mein Kurzkommentar: Das Buch ist sehr eindringlich und verlangt einen mitdenkenden Leser, denn nicht nur die Vielfalt der Namen verwirrt zuerst, sondern auch die nur in Andeutungen gehalten Situationen, die eher skizzenhaft als ausführlich gehalten sind. Gewisse Formen der Verfremdung und ständiger Szenenwechsel können das Lesen schwer machen, dennoch hat die Geschichte ihre eigene Faszination, die zum Weiterlesen zwingt. Andererseits ist die Lektüre deprimierend, ja erschütternd, und das Buch enthält soviel Grausamkeit und Unmenschlichkeit, soviel Elend und Unglück, daß es bei mir den Zweifel am Menschen erregt hat. Die Schilderung der Soldaten und ihrer entmenschten Grausamkeit - obwohl es die "eigenen" waren - das Ausgeliefertsein der Dorfbewohner, die Gräßlichkeit eines Krieges, der sich selbst ernährt, all dies ist kaum auszuhalten und veranschaulicht eine alte These, daß nämlich der Mensch, wenn die dünne Decker der Zivilisiertheit, zerstört ist, zum Unmenschen wird. Aber es gibt da auch noch die Dorfbewohner, die Frauen und die Kinder, die still leiden und irgendwie an ein Morgen glauben, auch wenn es dafür keinen guten Gründe zu geben scheint. Die Hoffnung des Lesers jedoch, daß deren Leiden mit dem veranstalten Fest zu Ende gehen und ein neuer Anfang beginnt, wird bitter enttäuscht. http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/KJL/roehrig.htm


Zitat:
Als ich das Buch las war ich ehrlich gesagt ein bisschen geschockt, denn soviel Mordlust, Brutalität, Unmenschlichkeit und Grausamkeit auf einem Haufen hatte ich eigentlich nicht erwartet. In einen Buch muss eigentlich nicht genau beschrieben werden, wie Menschen derartig hingerichtet werden. Meiner Meinung ist dieses Buch nichts weiter als eine Reihe von erschütternden Hinrichtungen.
Doch etwas gutes hat dieses Buch, es Ist das erste Buch (das denke ich jedenfalls), das wirklich zum weiterlesen anregt und auch noch sehr spannend ist. Jeder, der sich für die Zeit während des 30jährigen Krieges interessiert, sollte dieses Buch lesen!
http://www.ciao.de/Mitglied__schenkie_813784


Bei ?schenkie? handelt es sich wohl um einen Jugendlichen. Interessant ist, dass er auch das Spiel ?Counter Strike? kommentiert hat, dass ja von unseren Politikern gerne als ein Killerspiel hingestellt wird. Und er schreibt er sei ?ein bisschen geschockt? über ? Mordlust, Brutalität, Unmenschlichkeit und Grausamkeit auf einem Haufen?.

Ich habe von Kindern und Jugendlichen gehört, die von wesentlich harmloseren Beschreibungen in Büchern schlaflose Nächte hatten.

Wir können nicht auf der einen Seite eindringlich vor den Gewaltvideos auf Handys warnen ? ?Gewaltvideos, die Folterungen und Tötungen zeigen, kursieren auf den Handys Wiesbadener Jugendlicher. Polizei und Psychiater warnen vor den Auswirkungen der visuellen Brutalität. http://www.wiesbadener-kurier.de/ju....t.php3?artikel_id=2233218 und anderseits detaillierte Gewaltbeschreibungen in Schriftform als harmlos sehen ? für sensible Kinder ist sicher beides schädlich und für bildhafte Denker langt die Beschreibung der Grausamkeiten mit Worten.

Was empfinden denn die Kinder bei der Lektüre des Buches? Haben sich die Eltern dazu geäußert? Pädagogische Freiheit hin oder her ? wie hat denn die Lehrerin die Wahl der Lektüre begründet, was daran ist in ihren Augen pädagogisch sinnvoll oder wertvoll?

Doris
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Landys



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Beiträge: 27
Bundesland: Sachsen

BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Die Lehrerin verweigert jede Stellungnahme. "Es ist ihr pädagogisches Recht, ihre Unt.materialien auszusuchen." So in etwa das Schulamt. ich bin nicht gegen diese lektüre, nur gegen das jetzige Behandeln im Unterricht. die Schüler sind geredamal in der Pupertät und versuchen sich, ich hoffe nur, dass sie nicht irgendwelche Szenen aus dem Buch "geil" finden!
Ich wurde jetzt gefragt, da ich meinem Sohn verbat, dieses Buch zu lesen, ob er es sich denn nicht heimlich nimmt und liest? Leider halten sich meine Kinder an die seltenen aber ausgesprochenen Verbote. Als ich meinen Sohn danach fragte, ob er es sich nicht doch durchlesen möchte, kam die prompte Antwort:"Nein. Die Anderen haben auch gesagt, dass sie es lieber nicht gelesen hätten!" Die Freunde, die er mit hierher bringt, wollen darüber, über das Buch, nicht reden. "Es ist zu grausam." Die einhellige Meinung.
Mein Sohn wird in diesem Deutschzweig die angedrohte Note 6 beim Nichtlesen der Lektüre und der angkündigten Arbeit darüber von der Benotung befreit.
Aber darum geht es mir nur in zweiter Linie. In erster Linie sind es die vermittelten Grausamkeiten, die in einer 7.Klasse in dieser Form nicht sein sollten.
Ich bin selber irgendwie überfordert. Doch eines weiß ich bestimmt. mein Sohn wird, trotz meines zaghaften Einwandes, dieses Buch nicht lesen, in 300 Jahren vielleicht ...
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 18.05.2007, 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Landys,


was meinen denn die anderen Eltern zu dieser Lektüre?

Liebe Grüsse

Petra Litzenburger
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rosaria



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BeitragVerfasst am: 21.05.2007, 08:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das würde mich auch interessieren.

Oder gilt hier das altbekannte Lehrervorurteil über Eltern, dass diese sich nicht um Schulbelange ihrer Kinder kümmern?

Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit, als wir den Film "Die Brücke" gezeigt bekamen. Es wurde ausdrücklich gesagt, dass jeder, dem es zuviel wird, hinausgehen kann. Das haben auch zwei Mädchen in Anspruch genommen. Wir waren damals so fünfzehn, sechzehn.

Ich selbst halte es auch so, dass ich mir die Lektüren meiner Kinder anschaue. Der Kleine hat in der Siebten "Freak" gelesen; der Große liest gerade in der Elf einen englischen Krimi bei dem es um Vertuschung von Umweltdelikten geht.

Beide Bücher beinhalten auch Gewalt, aber ich finde sie für Kinder des jeweiligen Alters auch in Ordnung, zudem sind die Inhalte im Unterricht aufbereitet worden.

Schade, dass die Lehrerin nicht diskutieren will. Gerade durch eine Diskussion könnte ihr pädagogisches Ziel erreicht werden, wenn es lauten soll: Den Kindern wird die Grausamkeit von Krieg und Gewalt klar. Sie erkennen, dass hinter bloßen Geschichtsdaten menschliche Schiksale stehen.

Um wieviel besser könnte dieses Ziel erreicht werden, wenn die Eltern einbezogen werden? Wenn die Eltern vielleicht dann noch von ihrem Großvater erzählen, den sie nie kennenlernen durften?

rosaria
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Landys



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BeitragVerfasst am: 24.05.2007, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Die Lehrerin hat doch eingelenkt und war vergangene Woche zu einem Gespräch bereit. Zu diesem kam es nicht mehr. Seit gestern wurde das Thema-Buch aus dem Unterricht aller 7.Klassen genommen.

Ich bin trotzdem irgendwie enttäuscht von dieser Lehrerin, vorher war es die netteste Person, und jetzt reagiert sie unwirsch auf meine Angelegenheiten - wies mich sogar ab, dass ein anderer Lehrer für mich das Erforderliche ausführen mußte.
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