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Leistungsdruck

 
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 05.06.2007, 07:17    Titel: Leistungsdruck Antworten mit Zitat

Zitat:
Leistungsdruck
Der Preis des Erfolgs

VON KLAUS HURRELMANN

Eltern von Schulkindern in Deutschland sind sehr anspruchsvoll, wenn es um die Leistungsbilanz ihres Nachwuchses geht. Sie erwarten gute Noten und hohe Schulabschlüsse. Wie die Untersuchungen des Dortmunder Instituts für Schulentwicklungsforschung zeigen, wünschen sich 55 Prozent der Mütter und Väter von ihren Kindern, dass sie das Abitur machen. Damit setzen sie diese enorm unter Druck. Ihre Gründe sind dabei nicht unberechtigt: Am heutigen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt können sich nur noch Absolventen mit einem hochwertigen Schulabschluss durchsetzen.

Nun schaffen aber keineswegs 55 Prozent aller Schüler das Abitur. Es sind, wenn man die Abschlüsse nach zwölf Schuljahren (Fachhochschulreife, fachgebundenes Abitur) hinzurechnet, allenfalls 40 Prozent. Diejenigen 15 Prozent, die gegen die Erwartungen ihrer Eltern verstoßen, fühlen sich als Leistungsversager.

Ängste und Depressionen

Doch es wird noch schlimmer: Wie die letzte Shell Jugendstudie zeigt, haben die Schüler selbst inzwischen die hohen Leistungsansprüche ihrer Eltern übernommen. Schaffen sie trotz Nachhilfeunterricht die erstrebten Leistungen nicht, geraten sie unter Stress. Hierin liegen die wichtigsten Gründe für das erschreckend hohe Ausmaß von psychischen Belastungen. Die jüngste Studie des Robert Koch-Instituts hat das gewissermaßen im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums amtlich dokumentiert.

Die genaue Analyse der Gesundheitssituation von 18 000 Kindern und Jugendlichen in Deutschland identifiziert 22 Prozent der Sieben- bis 17-Jährigen mit auffälligen psychischen Störungen. Am häufigsten werden Störungen des Sozialverhaltens, Ängste und Depressionen festgestellt. Die Werte sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Je nach Naturell suchen sich Belastungen auch in Aggressionen und im Konsum legaler und illegaler Drogen bis hin zum Alkoholrausch ihr Ventil.

Psychische Störungen sind ebenso wie Aggressionen und Drogenmissbrauch so etwas wie der "Preis", den Schulkinder für ihre angespannte Lern- und Lebenssituation zahlen. Wer Misserfolge hat und sich als Versager fühlt, der nimmt psychisch in der einen oder anderen Weise Schaden. Was bedeutet das für das Elternhaus? Väter und Mütter sollten sich in Gelassenheit üben. Sie könnten ihre Kinder viel besser zu guten Leistungen anhalten, wenn sie ihnen nicht tagtäglich mit hohen Erwartungen im Nacken säßen. Statt dessen sollten sie ihnen viele positive Rückmeldungen liefern und sie so langfristig unterstützen.

Das aber ist schwierig: Viele gut situierte Familien, die um den Statusverlust fürchten, reagieren entsprechend verkrampft. Noch schwieriger ist es für bildungsferne Eltern. Wie Untersuchungen zeigen, steigen der psychische Druck und das Ausmaß von Störungen bei Kindern in diesen Familien deutlich an. Immer mehr Eltern brauchen Tipps, wie sie ihre Kinder stimulieren können, ohne sie gleichzeitig zu malträtieren.

Und was heißt das für die Schule? Den psychischen Druck, der aus der Versagensangst resultiert, müssen die Lehrkräfte ernst nehmen. Angst ist kein guter Motivator, sondern blockiert viele Potentiale. Entsprechend wichtig sind klare und transparente Leistungsanforderungen. Noch wichtiger ist eine direkte und gezielte Förderung jedes einzelnen Schülers. Und schließlich die Kooperation mit den Eltern.
http://www.fr-online.de/in_und_ausl....g/aktuell/?em_cnt=1148257


Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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