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Typisch Lehrer: der Frührentner

 
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 05.06.2007, 07:07    Titel: Typisch Lehrer: der Frührentner Antworten mit Zitat

Aus der Rubrik der Frankfurter Rundschau "FR in der Schule" vom 4.6.2007:

Zitat:
Typisch Lehrer: der Frührentner
Man sieht sie fast täglich und muss mit ihnen auskommen - die Lehrkräfte

VON ANNIKA B. BERGBAUER, 16 JAHRE

Ihr kennt ihn doch auch! Den alten Lehrer mit den unmöglichen lila Pullis, den sein eigener Unterricht langweilt und der innerlich schon lange auf Rente geschaltet hat. Er kommt mit dem Fahrrad und seiner braunen Ledertragetasche in die Schule, packt in der Pause seine Brotbox aus und verputzt das von Mama geschmierte Pausenbrot. Die gute Frau dürfte zwar schon weit über achtzig sein, aber um ihren Bub kümmert sie sich immer noch ganz liebevoll. Kauft ihm die lila Pullis und die grauen Unterhosen und gibt Gute-Nacht-Küsschen.

Anschreiben, abschreiben

So etwas darf doch kein Vorbild sein! Jemand, der es nicht geschafft hat, sein Leben in die Hand zu nehmen, sich selbstständig ein eigenes Zuhause und damit auch eine Identität aufzubauen. Jemand, der in seiner Entwicklung mit etwa acht Jahren stecken geblieben ist und dann Chemie oder Physik studiert hat, um auch später noch Basteln zu dürfen - sogar vor Publikum.

Jemand, der irgendwann keine Lust mehr auf die ganzen Experimente hat, weil er schon vorher weiß, was passieren wird. Obwohl dann doch nichts passiert, weil im Unterricht nie ein Versuch so gelingt, wie er soll. Das ist wie, wenn man die Pointe schon vor dem Witz erzählt bekommt, aber diese so schlecht ist, dass man trotzdem nicht lacht.

Wenn er schon zu Beginn der Stunde seine Ledertasche öffnet und den dicken Ordner mit den vergilbten Zetteln auspackt, schalten doch alle auf den Langeweile-Überlebensmodus, auf Schlafen oder gegenseitiges außerunterrichtliches Entertainment. Ist ja auch egal was, denn Schüler und Lehrer wollen einfach die Stunde so schnell wie möglich hinter sich bringen - ohne psychische und physische Schäden.

Sein Unterricht hat etwa den Gehalt einer alten Bananenschale: Viele Filme, deren Sinn sich in Augenlider-Entspannungsübungen für Schüler erschöpft. Formeln anschreiben, abschreiben, aufschreiben, sie nicht verstehen, weil der pädagogisch geformte Lehrmeister auch nach 25 Jahren noch nicht erklären kann. Und wenn es ein Atommodell zu bauen gibt, was man in etwa jede Stunde macht, dann sind alle total begeistert. Schon allein wegen der Zeit, die es braucht, das Zeug zusammen- und wieder auseinander zu bauen! Aber immer daran denken: Arbeit ist Kraft mal Weg, schummeln gilt nicht!

Wie kommt man mit dem Lehrer vom Typ Frührentner aus? Immer schön lächeln und nicken. Immer intelligenter aussehen als man ist und vor der Arbeit noch einen Grippekranken besuchen. Ihr wisst doch wie es ist, wenn einem die eigene Mutter ständig sagt, was zu tun ist. Gebt diesem Lehrer wenigstens vormittags recht und nachmittags frei!
http://www.fr-online.de/in_und_ausl....c5ec2c6e6274e1226c0309afd


Doris
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 06:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hier die Leserbriefe.

Zitat:
URL: http://www.fr-online.de/in_und_ausl....ng/campus/?em_cnt=1152183

Leserbriefe
Pauschalisierende Diffamierung
Typisch Lehrer: Der Frührentner, FRiSCH vom 4. Juni

Ist auch in Zukunft damit zu rechnen, dass die Redaktion Ihre Zeitung als Plattform für pauschalisierende Diffamierungen von Berufs- oder Personengruppen nutzen lässt, die Vorurteile bei Außenstehenden verfestigt - wie in besonders perfider Weise in diesem Artikel geschehen?

Manfred Wolf per E-Mail

Fleck auf dem Pullover

Ja, ich fühle mich erkannt und von der Autorin zutiefst beschämt. Schließlich komme ich auch mit dem Rad zur Schule, benutze (selten) eine Ledertasche, einen dicken Ordner, aus Sparsamkeit sogar ältere Arbeitsblätter, unterrichte Chemie. Da über die Hälfte der Merkmale des "typischen Lehrers" auf mich zutreffen, selbst ein gelegentlicher Fleck auf dem Pullover, bin ich also auch ein typischer Frührentner. Nur muss ich mich, statt unbeschwert die Frührente zu genießen, immer noch mit Engagement und Freude mit der einen oder anderen ebenso typischen Annika befassen. Im Übrigen liebe ich Vorurteile, man kann gegen sie ankämpfen. Jan Prediger, Wiesbaden

Keine Hintertür für die Satire

Eine frustrierte 16-Jährige kann ihren Unmut über ihre Unvollkommenheit natürlich auf ihren Lehrer projizieren und im Freundeskreis äußern. Allerdings sollte sie nicht dadurch Zuspruch erhalten, dass die Ergebnisse in einer Zeitung gedruckt werden. Und nein, der Artikel kann auch nicht die Hintertür Satire benutzen, denn normalerweise sind Satiren lustig und wenigstens halbwegs an die Wirklichkeit angelehnt. Sebastian Schwerdt, Emden

Bezahlte Nesthocker spielen Lehrer

Stimmt, Männer sollten ihr Leben in die Hand nehmen, sie sollten eine Identität aufbauen - und nicht als unverheiratete Nesthocker den Lehrer mimen, womöglich noch gegen Bezahlung! Der Beitrag wirft die Frage auf, ob Männer, die Lehrer wurden, überhaupt intakt sein können. Bitte durchleuchtet auch Lehrerinnen einmal in dieser kritischen Weise. Und die Väter. Und dann auch die Mütter. Vielleicht kann man bewirken, dass die alle es endlich bleiben lassen. Eine Weile wird es dauern, klar. Aber man muss halt dranbleiben.

Günther Hentschel, Stolzenau

Bittere Schuljahre, keinerlei Initiative

Sie müssen ja bittere Schuljahre durchmachen. Ich finde nur schlimm, dass Sie keinerlei Initiative entwickeln etwas zu ändern. Da müssen wir um unsere Schulen richtig Angst haben, wenn Sie dort nur lernen sich mit den Umständen zu arrangieren. Legen Sie los, ändern Sie Ihre Schule! Klaus Bernhardi, Hamburg

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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 06:55    Titel: Antworten mit Zitat

Eine weitere "Typ" - erschienen am 11.6.:
Zitat:
URL: http://www.fr-online.de/verlagsserv....kt_frisch/?em_cnt=1152182

Typisch Lehrer: Der Motivierte
Man sieht sie fast täglich und muss mit ihnen auskommen - die Lehrkräfte

VON ANNA YELIZ SCHENTKE, 16 JAHRE

Dass es jemanden gibt, der den starken Belastungen die im Schulalltag lauern, standhalten kann, ist kaum zu glauben. Aber doch, es gibt diese ungewöhnliche Spezies - den supermotivierten, ausgeglichenen Power-Lehrer.

Er sieht jeden Tag so aus wie von einer Yoga-Wellness-Farm entlaufen, hat niemals Ringe unter den Augen und ist immer gut gelaunt.

Das Körnermüsli und den Bio-Apfel in der Pause noch schnell gut durchgekaut, hüpft er regelrecht in den perfekt vorbereiteten Unterricht und lockt selbst den lustlosesten Schüler mit feschen Sprüchen und herausforderndem Unterrichtsstoff aus der Reserve. Eine fünf zu schreiben ist beim ihm unmöglich, es sei denn man trennt versehentlich den Müll falsch oder kaut nicht zu recycelnden Kaugummi.

Sollte es im Unterricht doch einmal lauter werden, bleibt der Power-Lehrer ganz gefasst - er packt seelenruhig die Triangel aus, schlägt dreimal an und wartet 30 Sekunden ab.

Wird es immer noch nicht ruhiger, nimmt er sich das Klassenbuch und trägt sorgfältig ein, wer nach der Stunde den Schulgarten umgraben muss. Probleme mit den Kollegen hat der Power-Lehrer nie, denn er ist höflich, zuvorkommend und immer hilfsbereit. Selbst nach einem harten Schultag hat er immer noch genug Energie, um in der Konferenz neue Konzepte zur Gestaltung der Klassenräume vorzustellen. Erst spätabends, nach der Korrektur jeglicher Klausuren und der Unterrichtsvorbereitung für den nächsten Tag, sinkt er seufzend und erleichtert in sein Bett und widmet sich seiner höchst anspruchsvollen, lehrreichen Abendlektüre.

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