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Schulen als Armutsfallen!

 
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Erik
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Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 27.07.2007, 17:45    Titel: Schulen als Armutsfallen! Antworten mit Zitat

An alle verantwortungsvollen Eltern und die es noch werden wollen!

Wenn sich selbst mir als satirisch angehauchtem Vater die Worte in der Feder stecken bleiben und die Fußnägel nach hinten rollen, heißt das nichts Gutes.

Und richtig: Wieder einmal wurde der Beweis erbracht, wie ich heute lesen musste, dass die Bildung "Made in Germany" von Politikern dominiert wird, die - trotzigen, uneinsichtigen Kindern gleich - partout den Fortschritt, vor allem außerhalb von Deutschland, leugnen. Das Festhalten am althergebrachten Schulsystem ist der Tatsachenbeweis für die "Rück-Sicht" in die gute alte Zeit der 3-Klassen-Gesellschaft, um deren Erhalt die Politiker im deutschsprachigen Raum trotz aller Dementi zusehends bemüht sind, wie der nachfolgende Artikel eindrucksvoll beschreibt:

Zitat:

Schulen als Armutsfallen (Darmstädter Echo vom 27.04.2007)

Der umtriebige UNO-Menschenrechtsinspektor Munoz lässt mit seiner Kritik an Deutschland nicht locker

VON KARL-HEINZ REITH
BERLIN. Vernor Munoz ist wie¬der da. Zum Ärger von Kultusministern und Bundesregierung lässt der umtriebige UNO-Menschen¬rechtsinspektor nicht locker mit seiner harschen Kritik am deutschen Schulsystem. Beim Welt-Lehrerkongress in Berlin mahnte der Rechtsprofessor aus Costa Rica jetzt eine inhaltliche Stellungnahme Deutschlands auf seine Vorwürfe und Empfehlungen an. Ein Buch über das ?Recht auf Bildung" und die verschnupften deutschen Reaktionen auf den Munoz-Besuch vor einem Jahr gibt der Debatte neuen Auftrieb.
Deutschland am Pranger des UNO-Menschenrechtsrats in Genf - dort wo sich sonst Schurken- und Folterstaaten verantworten müssen? Doch Bildung ist ein Menschenrecht - und ausdrücklicher Bestandteil der UNO-Charta, die im kommenden Jahr 60 Jahre alt wird. Dieses Recht auf Bildung gilt nicht nur für Kinder von Vermögenden oder Normalverdienern, sondern auch für rund drei Millionen Schüler aus armen Familien in Deutschland, für Migrantenkinder und Behinderte so¬wie für jene Jugendlichen im schulpflichtigen Alter, deren Eltern als Flüchtlinge, Asylbewerber oder gar als Illegale hier leben.
In keinem anderen Industriestaat der Welt ist der Bildungserfolg eines Kindes so abhängig von seiner sozialen Herkunft wie in Deutschland. Deshalb hatte Munoz - ungeachtet deutscher Einwände ? der Bundesrepublik im
Vorhaltungen gemacht. Die mehrgliedrige Struktur mit Haupt-, Real-, Sonderschulen und Gymnasien und die international ?untypische" frühe Aufteilung zehnjähriger Kinder auf verschiedene Schulformen diskriminiere ?de facto" alle von ihrer Herkunft her Benachteiligten. Weltweit wird nur noch in Deutschland und Österreich schon bei Zehnjährigen über die weitere Bildungslaufbahn entschieden.
Mit seinem Bericht für den UNO-Menschenrechtsrat habe er ?keine Doktorarbeit" schreiben wollen, sagte Munoz bei der Vorstellung des Buches als Reaktion auf Kritik an seiner Methode. Er habe nur das dargestellt, was ihm aufgefallen sei bei seiner - von Wissenschaftlern und Beamten gut vorbereiteten - neuntägigen Inspektionsreise durch Deutschland, und er habe dies an den internationalen Kriterien des Menschenrechts auf Bildung gemessen. Die deutschen Ergebnisse aus den jüngsten internationalen Studien wie Pisa, Iglu und Timss rundeten das Bild ab.
Schützenhilfe von Wissenschaftlern
Die Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Jutta Allmendinger, teilt zwar die methodische Kritik an dem Munoz-Papier. Beim Fazit hingegen pflichtet sie ihm bei: ?Auch wenn man hart empirisch vor¬ geht, kommt man zu den gleichen Ergebnissen", sagt Allmendinger. Und: ?Die Chancen-Ungleichheit in Deutschland hat zu-, nicht ab¬genommen."
16 Prozent aller Schüler in Deutschland kommen nach Darstellung des Direktors am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, Wolfgang Edelstein, aus mehr oder minder armen Familien. In seinem Buchbeitrag zum Munoz-Besuch nennt er die Schulen im gegliederten System ?Armutsfallen", die ?zur Erhaltung der Armut" beitragen. Wie Munoz macht auch Edelstein dafür vor allem die meist nur vierjährige Grundschulzeit in Deutschland verantwortlich, die viel zu kurz sei, um herkunftsbedingte Nachteile auszugleichen. Zusammen ?mit der Entwicklung der Hauptschule zur Restschule und dem Werteverlust des Hauptschulabschlusses auf dem Lehrstellen- und Arbeitsmarkt" erkennt Edelstein einen ?folgenreichen Mechanismus der intergene-rationellen Reproduktion von Armutsverhältnissen". Und auch umgekehrt sieht es nicht viel an¬ders aus: Hat der Vater oder die Mutter studiert, wird meist auch das Kind in Deutschland später ein Akademiker. Dies hatte unlängst erneut die Sozialerhebung des Studentenwerks aufgezeigt. So werden Armut wie gute Bildung zum Erbgut.
Seit über 30 Jahren liegen den Kultusministern robuste wissenschaftliche Daten über die fehlende Chancengleichheit und die so¬ziale Schieflage im deutschen Bildungssystem vor - ohne dass es bisher zu spürbaren Änderungen gekommen ist. Sollte die Anklage des UNO-Menschenrechtsinspektors auch diesmal ohne Niederschlag verhallen, sieht Marianne Demmer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gar Bundespräsident Horst Köhler gefordert. Dann müsse das Staatsoberhaupt eine nationale Debatte über den Munoz-Bericht anstoßen.


Dem angewandten Bildungs-Feudalismus sollten alle Verantwortlichen, ob nun im Range eines "Großfürsten (Ministerpräsident) eines föderalen Herrschaftsbereiches (Bundesland) oder eines Bediensteten des Hofstaates (KuMi), im deutschsprachigen Raum umgehend eine Absage erteilen, denn sonst droht der "Bildung made in Germany" ebenso das Aus wie der deutschen Sprache:

"Ei have only de Hauptschulabschluss, batt dem Titscher männi sänks 4 mei gudd Ausbildung to a Key-Account-Manager (Also Verkäufer)"

Wie beginnt noch Mal ein volksbekannter Kanon?

WACHET AUF; WACHET AUF, ES KRÄHET DER HAHN ....

Euer Erik
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