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Lernschwache Kinder zwischen den Fronten - Wichtige Info

 
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Erik
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BeitragVerfasst am: 19.09.2007, 10:37    Titel: Lernschwache Kinder zwischen den Fronten - Wichtige Info Antworten mit Zitat

Im ewigen Streit "Wer übernimmt die Kosten für Therapien" hat das Darmstädter Verwaltungsgericht ein Machtwort gesprochen:
Zitat:
Urteil -" Kreis will Legasthenie-Therapie nicht bezahlen und gewinnt Prozess - ?Schulaufgabe"
VON MICHAEL FRITZ - Darmstädter Echo vom 18.09.2007

DARMSTADT-DIEBURG. Ein bemerkenswerter Streit um die Förderung lernschwacher Kinder ist zwischen dem Kreis Darmstadt-Dieburg, dem Staatlichen Schulamt Darmstadt und dem Kultusministerium in Wiesbaden eskaliert. Wer hilft Schülern, die das Schreiben, Lesen und Rechnen nur mit großer Mühe begreifen? Ist die Schule verpflichtet, das Defizit auszubügeln? Oder ist es nicht doch Aufgabe des Jugendamts, die Therapiekosten zur Behebung dieser ?Teilleistungsstörungen" zu übernehmen?

In rund 20 Fällen haben im Landkreis offenbar alle Beteiligten nicht mehr weitergewusst, so dass die Eltern das Verwaltungsgericht in Darmstadt anriefen. Gestern nun gab das Landratsamt bekannt, dass es ein wegweisendes Urteil zu Gunsten des Jugendamtes gegeben habe, das landesweit für Aufsehen sorge. Das Gericht habe die Klage einer Mutter abgewiesen, die den Kreis zur Bezahlung einer Therapie zwingen wollte. Die Schule, an der das Kind lernt, hatte die Mutter zuvor ans Jugendamt verwiesen. Angeblich mit der Begründung, in der Schule sei man für eine Legasthenieförderung nicht ausgestattet.

Der Kreis empfindet das Urteil als Befreiungsschlag. In ganz Hessen gebe es tausende solcher ungeklärter Fälle, die nach dem Darmstädter Urteil nun in neuem Licht erschienen, heißt es behördenintern. Zu Spitzenzeiten hat das Jugendamt die Therapiekosten von 400 Kindern übernommen - überwiegend handelte es sich um Klienten aus den zweiten bis vierten Grundschulklassen. Der¬eit sind noch 200 ?Altfälle" in Behandlung, die aber ?nach und nach auslaufen".

Der Erste Kreisbeigeordnete Klaus Peter Schellhaas (SPD) freute sich gestern, dass die Jugendhilfe ?nicht mehr die Säumnisse der Schulverwaltungen ausgleichen muss". Die Hessische Kultusministerin müsse die Schulen freilich ?so ausstatten, dass Kinder mit Teilleistungsschwächen gefördert werden können".

Im Kultusministerium reagierte am Abend Pressesprecherin Daniela Bruse überrascht auf die Eskalation. Ausgerechnet Hessen sei führend in der Förderung von lernschwachen Kindern. Karin Wolff [CDUJ habe am 18. Mai 2006 eine spezielle Verordnung in Kraft gesetzt, mit der die Schulen verpflichtet werden, individuelle Förderpläne für jedes lernschwache Kind zu erstellen. ?Natürlich ist das also Sache der Schule."

Auch der Landkreis beruft sich auf diese Verordnung, wirft Wolff aber vor, das Ganze nicht mit Leben zu füllen, sondern die Schulen mit dem Problem allein zu lassen. Ministeriumssprecherin Bruse kann die Vorwürfe nicht teilen und stuft die Darmstadt-Dieburger Vorgänge eher als Einzelfälle ein. Was aktuell schief gelaufen sei, müsse in den nächsten Tagen geklärt werden. Gestern Abend konnte Bruse die entscheidenden Gesprächspartner nicht mehr erreichen.


Wie immer, also auch gestern, wird seitens des KuMi auf Papier verwiesen, das ja bekanntlich geduldig ist. Auch wir gehören mit unserem Sohn (zZt. 9. Klasse Gymn.) zum Kreis der betroffenen, sind also einer der tausenden von Einzelfälle - logisch, jedes Kind ist eine einzelne Person - aber jetzt sollte Schluss mit lustig sein.

Morgen z.B. haben wir ein Gespräch mit der Klassenlehrerin wegen der "Förderung", weil die Klassenkonferenz muss ja feststellen, ob unser Sohn noch von LRS betroffen ist oder ob es sich pubertär verwachsen hat. Ja geht's noch? So kommt dieses Urteil genau richtig, den besonders die weiterführenden Schulen tun nichts, und das seit Jahren. Papier ist ja geduldig... aber ich nicht!!

Also stelle ich wie letztes Jahr einen Antrag auf Förderung und Nachteilausgleich auf der Grundlage der "Verordnung über die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen - VOLLR - vom 18.05.2006" sowie des "Erlasses zum Nachteilausgleich für Schülerinnen und Schüler mit Funktionsbeeinträchtigungen, Behinderungen oder für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen vom 18.05.2006" und werde dies aufgrund dieses Urteils auch stringend einfordern.

Und das sollten alle Eltern betroffener Kinder und alle volljährigen Schülerinnen und Schüler tun - dann ändert sich vielleicht endlich was - es ist ja schon Wahlk(r)ampf!

Aber bitte nicht auf Kosten unserer Kinder! - denn ich befürchte, dass dieser Fall noch lange nicht ausgestanden ist.

Euer Erik
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Braunauge



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BeitragVerfasst am: 22.09.2007, 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht Erik , ich sehe das Urteil eher negativ für die Kinder.
Sie bekommen somit keine außerschulischen Therapien mehr genehmigt. Wie soll denn die Schule so etwas hinbekommen ? Eine LRS-Förderung mag ja noch angehen , aber eine Legasthenieförderung ? Da gehört schon ein bisschen mehr dazu, wie Lese- u. Schreibförderung. Und nur das ist die Schule in der Lage anzubieten (wenn überhaupt). Nachteilsausgleich usw. ist gut und wichtig , aber die richtige Förderung nicht weniger.

Nein, ich glaube die Schulen werden jetzt noch mehr Kinder der Förderschule zuweisen, weil nur dort auch motorische u. weitere Begleiterscheiningen einer Dyskalkulie-Legasthenie therapeutisch behandelt werden können.
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Erik
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Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 22.09.2007, 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Braunauge,

schon seit Jahren ist es Usus, dass die Jugendämter die Kostenübernahme für Therapien bezüglich LRS, Diskalkulie etc. generell ablehnen und den Eltern sagen: Sie können ja vor dem Verwaltungsgericht klagen. Dies bedeutete bisher, die Entscheidung des Gerichts erfolgte zu einem Zeitpunkt, zu dem das betroffene Kind schon nicht mehr Schüler war.

Im Grunde genommen ist das alles nur Spiegelfechterei. Hier sollten alle betroffenen Eltern, und das sind nach neusten Schätzungen zwischen 10 und 15 % ALLER Schülerinnen und Schüler, Tendenz steigend, endlich einmal an einem Strang ziehen und darauf hinwirken, dass die Teilleistungsstörungen als Erkrankung angesehen und gewertet werden.

Die Ausrede, man kann diese ja nicht heilen, also können auch keine Heilkosten übernommen werden, darf nicht länger akzeptiert werden. Wie viele Erkrankungen gibt es, wo keinerlei Heilungschancen bestehen und doch werden die Behandlungskosten übernommen. Nur bei unseren Kindern nicht.. wir haben ja auch so viele!

Es ist höchste Zeit, dass Kinder endlich eine Lobby erhalten... und das können nur wir Eltern erreichen.

Die Vereinsgründung war der erste Schritt und ich hoffe, dass uns viele folgen.

Euer Erik

PS. Das Urteil ist trotzdem ein Teilerfolg, denn jetzt nehmen die Schulen die Sache ernst bzw. können dazu gezwungen werden. Allein das nimmt schon etwas Druck von unseren Kindern. Meine Frau und ich waren jedenfalls positiv überrascht von unserem Elterngespräch mit der Deutschlehrerin. Es hat sich doch einiges zum Besseren gewandelt.
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 24.09.2007, 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erik, hallo Braunauge,

Zitat:
Erik: Es ist höchste Zeit, dass Kinder endlich eine Lobby erhalten... und das können nur wir Eltern erreichen.

Das Problem dabei ist nur, dass wir Eltern uns erst mal einig sein müssten, wie man z.B. mit Legasthenie umgehen sollte Wink Ich zum Beispiel wehre mich dagegen, meinen begabten Sohn (und andere Kinder) mit seinen vielen wunderbaren Fähigkeiten als krank zu bezeichnen, nur weil er schlechter ?recht? schreiben kann als seine Klassenkameraden. Ich setze mich aber dafür ein, dass die Lehrer mit diesen Kindern gut und verständnisvoll umgehen, weil sie länger als andere Kinder brauchen, um die Rechtschreibung einigermaßen zu beherrschen und nie immer in allen Lagen alles 100% richtig schreiben werden.

Und eine Frage an Braunauge: Wie unterscheidet sich deiner Meinung nach eine LRS Förderung von einer Legasthenie Förderung? Wie sieht deiner Meinung nach die richtige Legasthenie Förderung aus? Gibt es eine nachgewiesen erfolgreiche Legasthenie Therapie, die von Fachleuten als die richtige empfohlen wird?

Was Lehrer zu lernen haben ist: Es ist normal verschieden zu sein. Ich denke die Einstellung, mein Kind ist krank oder hat aber eine Legasthenie, verhindert den normalen Umgang mit diesen Kindern in der Schule eher. Denn für einen Umgang mit einer Krankheit oder einer besonderen Störung fühlen Lehrer sich nicht zuständig. Und diese Fehlvorstellungen sollten Lehrer ablegen: gute Rechtschreibung = intelligent und schlechte Rechtschreibung = dumm und/oder faul!

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Braunauge



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BeitragVerfasst am: 25.09.2007, 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und eine Frage an Braunauge: Wie unterscheidet sich deiner Meinung nach eine LRS Förderung von einer Legasthenie Förderung? Wie sieht deiner Meinung nach die richtige Legasthenie Förderung aus? Gibt es eine nachgewiesen erfolgreiche Legasthenie Therapie, die von Fachleuten als die richtige empfohlen wird?

Was Lehrer zu lernen haben ist: Es ist normal verschieden zu sein. Ich denke die Einstellung, mein Kind ist krank oder hat aber eine Legasthenie, verhindert den normalen Umgang mit diesen Kindern in der Schule eher. Denn für einen Umgang mit einer Krankheit oder einer besonderen Störung fühlen Lehrer sich nicht zuständig. Und diese Fehlvorstellungen sollten Lehrer ablegen: gute Rechtschreibung = intelligent und schlechte Rechtschreibung = dumm und/oder faul!


Hallo Doris,

Ja, ich möchte da differenzieren. LRS entsteht oder ist gemacht (oft schulischerseits) ! Legasthenie hat andere Ursachen u. es kommen noch oft Störungen dazu. Diese zusätzlich zu therapieren halte ich für Legakinder sehr wichtig . Schulisch verursachte LRS ist aufholbar u. die Lücken meist mit den üblichen Rechtschreibübungen, als zusätzliche Förderung, schließbar.

Eine spezielle Therapie die auf alle Legakinder passen würde , gibt es aus meiner Sicht nicht . Die Ausprägungen u. Ursachen sind da zu verschieden .

Ich habe zur Zeit Kontakt mit einem sehr schwer betroffenden Kind . Bisher zeigte nicht eine Lega-Therapie Erfolg . Das Kind konnte mit 12 Jahren nicht ein einziges Wort lesen oder schreiben (aber hervorragend rechnen) . Nun lernt das Kind mit dem Gebärdenalphabet schreiben und lesen . In kurzer Zeit lernte es schnell die ersten Wörter zu lesen u. zu schreiben. Hätte es diese Therapie an einer Regeschule bekommen können ? Ich bezweifle das .

Zitat:
mein Kind ist krank oder hat aber eine Legasthenie, verhindert den normalen Umgang mit diesen Kindern in der Schule eher.
Da gebe ich Dir recht und wieder auch nicht.
Ich glaube das diese Kinder schon einen besonderen Schutz brauchen , damit sie nicht völlig mutlos werden . In den meisten Fällen halten sie sich nämlich selbst , als erstes für dumm .

Zitat:
gute Rechtschreibung = intelligent und schlechte Rechtschreibung = dumm und/oder faul!
Das Problem ist aber nunmal , das Kinder die über den normalen Förderunterricht der Schule keinen Zuwachs verzeichnen , als lernbehindert eingestuft werden.

Verstehe mich bitte nicht falsch u. wer mich kennt weiß das auch : Ich bin nicht der Meinung, ein Kind dürfe sich auf seiner Dyskalkulie/Legasthenie ausruhen !!!! Doch es muss individueller gefördert werden . Die LRS-Übungen der Schule schaden nicht , sind aber für diese Kinder aus meiner Sicht nicht ausreichend. Und an diesem Punkt muss man sie aus meiner Sicht einfach anders behandeln , um Ihnen die Chance auf Zuwachs nicht zu verwehren.

Zitat:
die Lehrer mit diesen Kindern gut und verständnisvoll umgehen, weil sie länger als andere Kinder brauchen, um die Rechtschreibung einigermaßen zu beherrschen und nie immer in allen Lagen alles 100% richtig schreiben werden.
Hier sehe ich halt die Gefahr , das man Legakinder dann nur mit durchschleift . Nach dem Motto : Sie lernen es eh nie ! Das mag für einige ja auch zutreffen , aber viele könnten halt mehr Zuwachs durch eine individuelle Therapie haben.

Und wenn ich spezielle Therapien für diese Kinder fordere , kann ich nicht im gleichen Atemzug vom Gegenüber erwarten Sie als "normal" zu betrachten . Als krank würde ich sie eh nicht bezeichnen. Für mich hat die Störung eben deswegen einen eigenen Namen !

Zitat:
Denn für einen Umgang mit einer Krankheit oder einer besonderen Störung fühlen Lehrer sich nicht zuständig.
........ oder nicht genügend ausgebildet ?

Wenn man spezielle Therapien in die Schulen bringen könnte , wäre das sicher eine gute Entscheidung gewesen ! Aber in der jetzigen Realität ist es für die Kinder von Nachteil !

Besser die Kinder hätten ein Recht auf außerschulische Therapie + Förderung in der Schule + Akzeptanz Ihrer Störung !

So schiebt man nur entgülig etwas auf die Schule ab , was sie so gebündelt , nicht imstande ist zu leisten .
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Silke
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BeitragVerfasst am: 25.09.2007, 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo an alle,

jetzt möchte ich mich auch einmal einmischen; wir machen ja diesen ganzen Legasthenie-Zirkus mit unserem Sohn jetzt schon sechs Jahre mit, und ich habe, zumindest was die Schule unsers Sohnes angeht, den Eindruck, dass sich endlich etwas bewegt.
Wir hatten ja, wie Erik bereits angesprochen hat, einen Termin mit der Deutsch-Lehrerin unseres Sohnes, die erste Ansprechpartnerin ist, für alles, was mit der Legasthenie zusammenhängt.
Sie hat auch die Aufgabe mit allen anderen Lehrern, hier vor allen Dingen den Lehrern der sprachlichen Fächer, in Kontakt zu bleiben.
Der Termin verlief sehr angenehm; sie befragte uns ausführlich über die Methoden, die für unseren Sohn hilfreich sein könnten, um einen besseren Umgang mit seiner Legasthenie zu ermöglichen.
Dabei ging es nicht nur um "mehr Zeit bei Klassenarbeiten", sondern auch um solche Dinge, wie "klares Schriftbild", "klar strukturierte Arbeitsanweisungen" und dergleichen Dinge mehr, alles kleine Bausteine, die aber einem legasthenen Kind ungemein helfen können, im Umgang mit seiner Schwäche.
Sie fragte auch genau ab, wie das Ganze in den Sprachen aussieht und welche Hinweise für die jeweiligen Lehrer hilfreich sein könnten.
Alles in allem, war ich positiv überrascht, zumal sie uns dann noch erzählte, dass kurz vor den Herbstferien, eine Fortbildung bzgl. Legasthenie stattfinden wird.
Zum ersten Mal in dieser ganzen Zeit, fühlte ich mich als Mutter eines derart benachteiligten Kindes, wirklich ernst genommen, und ich hege die Hoffnung, dass dies nicht nur "leere Worte" waren.

Viele Grüße
Silke
_________________
Einen Menschen erziehen heißt, ihm zu sich selbst verhelfen (Peter Altenberg)
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 27.09.2007, 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Braunauge, hallo Silke,

Zitat:
Braunauge: Ja, ich möchte da differenzieren. LRS entsteht oder ist gemacht (oft schulischerseits) ! Legasthenie hat andere Ursachen u. es kommen noch oft Störungen dazu. Diese zusätzlich zu therapieren halte ich für Legakinder sehr wichtig.
[...]
Ich habe zur Zeit Kontakt mit einem sehr schwer betroffenden Kind . Bisher zeigte nicht eine Lega-Therapie Erfolg . Das Kind konnte mit 12 Jahren nicht ein einziges Wort lesen oder schreiben (aber hervorragend rechnen) . Nun lernt das Kind mit dem Gebärdenalphabet schreiben und lesen .
[...]
Eine spezielle Therapie die auf alle Legakinder passen würde , gibt es aus meiner Sicht nicht . Die Ausprägungen u. Ursachen sind da zu verschieden.

Ja, man muss auch bei den Legasthenikern differenzieren, dein Beispiel zeigt einen schweren Fall, der eine besondere Behandlung braucht. Was wäre aber gewesen, wenn alle Kinder in der ersten Klasse das Gebärdenalphabet gelernt hätten, wie es in manchen Schulen üblich ist? Wahrscheinlich wäre diesem Kind (und seinen Eltern) viel erspart geblieben. Viele Störungen entstehen doch erst durch den unsachgemäßen Umgang in der Schule. Und in den meisten Fällen verstreicht ja die Grundschulzeit, ohne dass von Lehrern rechtzeitig der Hinweis kommt, dass bei einem Kind der Lernprozess abweichend verläuft. Besorgte Mütter merken das meist schnell und melden ihre Beobachtung an die Schule zurück und werden erst mal beruhigt. Und dann kommt plötzlich der Holzhammer in Form der Überprüfung für sonderpädagogischen Förderbedarf, also Schule für Lernhilfe oder Erziehungshilfe wegen Verhaltensauffälligkeit. Häufig sind die Eltern aber selbst Legastheniker und können nur schwer die Schwäche der Kinder erkennen.

Zitat:
Braunauge: Das Problem ist aber nun mal , das Kinder die über den normalen Förderunterricht der Schule keinen Zuwachs verzeichnen , als lernbehindert eingestuft werden.

Ja, deswegen muss die Ausbildung der Lehrer verändert werden und der Förderunterricht anders werden. Und natürlich muss man reagieren, wenn der Förderunterricht ?wertlos? ist. Aber nicht alle Eltern sind in der Lage das zu erkennen. Besser wäre eine kompetente Förderung in der Schule.

Zitat:
Braunauge: Ich glaube das diese Kinder schon einen besonderen Schutz brauchen , damit sie nicht völlig mutlos werden . In den meisten Fällen halten sie sich nämlich selbst , als erstes für dumm.

Ja, diesen besonderen Schutz haben sie ja. In den meisten Ländern ist das ja seit ewigen Zeiten geregelt, nur kümmerte es die Lehrer in der Vergangenheit wenig.

Zitat:
Braunauge: Besser die Kinder hätten ein Recht auf außerschulische Therapie + Förderung in der Schule + Akzeptanz Ihrer Störung !


Meine Reihenfolge sieht so aus: Akzeptanz für ihre Störung und angemessene Förderung in der Schule, und in Ausnahmefällen auch Anspruch auf eine außerschulische Therapie.

Ich glaube sowieso nicht, dass sich ein Kind auf seiner Legasthenie ausruht! Denn für Kinder die ?vom Normalen? abweichen bedeutet das Stress, also von ?Ruhe? keine Spur. Aber wer dauerhaft entmutigt ist steigt aus und gibt sich auf. Und das gilt es mit allen Mitteln zu verhindern.

Zitat:
Silke: jetzt möchte ich mich auch einmal einmischen; wir machen ja diesen ganzen Legasthenie-Zirkus mit unserem Sohn jetzt schon sechs Jahre mit, und ich habe, zumindest was die Schule unsers Sohnes angeht, den Eindruck, dass sich endlich etwas bewegt.
[?]
Alles in allem, war ich positiv überrascht, zumal sie uns dann noch erzählte, dass kurz vor den Herbstferien, eine Fortbildung bzgl. Legasthenie stattfinden wird.
Zum ersten Mal in dieser ganzen Zeit, fühlte ich mich als Mutter eines derart benachteiligten Kindes, wirklich ernst genommen, und ich hege die Hoffnung, dass dies nicht nur "leere Worte" waren.

Silke, das hört sich gut an. Ich bin gespannt, wie es nach der Fortbildung weitergeht.

Doris
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