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Therapie nach Noten für verhaltensauffällige Kinder

 
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Erik
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Anmeldedatum: 30.08.2006
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 12.09.2007, 12:10    Titel: Therapie nach Noten für verhaltensauffällige Kinder Antworten mit Zitat

Heute war im Darmstädter Echo zu lesen, wie unsere Handball-Weltmeister, allen voran der Nationaltorhüter Henning Fritz, sich aus einem absoluten Leistungstief mit dieser Therapie befreit haben... und wie erfolgreich diese Therapie bei Kindern mit LRS, ADS, ADD, ADHD, Dyskalkulie u.v.m. angewendet werden kann:

Zitat:
Audio-Visuelle-Wahrnehmungs-Förderung (AVWF) nutzt die Musik als Impulsträger. Entwickler Ulrich Conrady: ?Ob Klassik oder Pop ist völlig unerheblich. Entscheidend sind die modulierten Schallwellen, die auf einen kaum bekannten Muskel im Mittelohr einwirken. (Tonhöhen- und Längen-Unterscheidung)." Das Geheimnis der ?Therapie nach Noten" sind also modulierte Schallwellen, die verkürzt und verändert werden. Die aufbereitete Musik - über Kopfhörer oder Raumakustik - erreicht und reizt Gehirnströme und Herzfrequenz - wirkt entspannend wie im Tiefschlaf. Sie nimmt zugleich Einfluss auf die Gefühls- und Bewegungskontrolle, die innere Ruhe und Sicherheit - dämpft damit den permanenten Alarmzustand im Kopf. Das autonome Nervensystem kehrt zurück in die Balance.
Die Behandlung beginnt mit der Diagnostik (Befundung). Die AVWF dauert dann zehn Sitzungen (je eine Stunde) mit Klangbeschallung und Beratung eines Förderkonzepts, 1530 Euro kostet das Paket. Die Kassen zahlen diese Therapie bisher nicht. Der Erfinder beschrieb eine Depotwirkung, die er über acht Jahre gemessen hat. In diesem Zeitraum erwiesen sich Gehör und Gehirn nach den Impulsen noch als lernfähig.
In Griesheim (bei Darmstadt) wurde inzwischen das Zentrum für Wahrnehmungsförderung Hessen ins Leben gerufen. Heinz Nothnagel leitet es. In Blomberg hat sich der ?Verein zur Förderung und Unterstützung bei "Wahrnehmungsdefiziten" gegründet. Vorsitzender ist der frühere Handball-Nationalspieler Daniel Stephan (Lemgo), Stellvertreter Markus Baur, Schatzmeister Henning Fritz. Die Handball-Helden möchten damit Schulprojekte mit AVWF anschieben und gerade verhaltens- und sozialschwachen Kindern die Chance eröffnen, von Gonradys ?Therapie nach Noten" zu profitieren.
Internet: www.avwf.de. Mail: avwf@pfergo.de


Wegen einer Kostenübernahme bzw. Beihilfe sollte man sich in jedem Fall mit dem zuständigen Jugendamt in Verbindung setzen mit dem Verweis (bei LRS etc.) auf die Eingliederungshilfe gemäß § 35a Abs.1 Nr.1 Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII)
Zitat:
§ 35 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen

.....§ 5 Wunsch- und Wahlrecht

(1) Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.
(2) Der Wahl und den Wünschen soll entsprochen werden, sofern dies nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist. Wünscht der Leistungsberechtigte die Erbringung einer in § 78a genannten Leistung in einer Einrichtung, mit deren Träger keine Vereinbarungen nach § 78b bestehen, so soll der Wahl nur entsprochen werden, wenn die Erbringung der Leistung in dieser Einrichtung im Einzelfall oder nach Maßgabe des Hilfeplanes (§ 36) geboten ist.


in Form der Kostenübernahme dieser Therapie. Und nicht sofort abweisen lassen, wie es gerne und eigentlich getan wird. Ich habe in anderer Sache die Erfahrung gemacht, dass eine Störung der gewohnten Kreise im Beamtenalltag in Form der Androhung einer Einstweiligen Anordnung per Eilantrag nicht willkommen war und zu einer spontanen Zahlungsbereitschaft führte.

Also in keinem Fall als Bittsteller sondern als Anspruchsteller auftreten, denn es geht um das Kindeswohl - und da haben Richter sehr wenig Verständinis für das Machtgepränge staatlich bestallter Verwaltungs-Exekutoren.

Viele Grüße
Erik
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Fred Steeg
Moderator


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BeitragVerfasst am: 18.09.2007, 11:00    Titel: Nachfrage zum Zusammenhang mit Legasthenie Antworten mit Zitat

Zu dem Beitrag von Erik habe ich folgende Frage:

Was hat "Therapie nach Noten" mit Rechenschwäche (evtl. auch mit Legasthenie oder ADHS) zu tun? Die Aussage, sie wirke auch bei Rechenschwäche, Legasthenie, ADHS, erweckt Hoffnungen, stellt aber selbst kein nachvollziehbares Argument dafür dar.
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Gruß Fred Steeg
http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de
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Doris Carnap
Moderatorin


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BeitragVerfasst am: 18.09.2007, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

die Diskussion zum Thema sollte vielleicht auf einen Thread begrenzt bleiben, wegen der besseren Übersichtlichkeit. Hier steht meine Einschätzung: http://www.emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?p=3558#3558

Doris
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 01.11.2007, 07:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

eine aktuelle Meldung von Wissenschaft.de:
Zitat:
01.11.2007 - Medizin

Mit Hörtraining gegen Legasthenie

Forscher: Das Gehör zu schulen, kann bei Lese-Rechtschreib-Schwäche helfen


Ein Hörtraining kann Legasthenikern beim Umgang mit Sprache helfen: Es verändert die Gehirnaktivität so, dass die Betroffenen Sprache besser verstehen können, haben amerikanische Forscher in einer Studie mit legasthenischen Kindern gezeigt. Während die Gehirne der Kinder vor dem Training auf schnelle Tonfolgen verzögert reagierten, war die Aktivierung nach dem Training vergleichbar mit der bei Kindern ohne die Lese-Rechtschreib-Schwäche. Übungen mit Tönen können also die Verdrahtungen im Gehirn verändern und dadurch die Sprachverarbeitung bei Kindern mit Legasthenie verbessern, folgern die Forscher.

Die Wissenschaftler erfassten die Gehirnaktivität von neun- bis zwölfjährigen Kindern, während diese zwei verschiedene Tonfolgen hörten: eine mit langsam wechselnden und eine mit schnell wechselnden Tonhöhen. Bei den Tönen handelte es sich nicht um Sprache, aber um Tonmuster, die ähnlich auch in der gesprochenen Sprache vorkommen. Bei gesunden Kindern reagierte das Gehirn stärker auf die schnellen Tonfolgen als auf die langsamen: Hier waren insgesamt elf Gehirnregionen deutlich aktiviert. Bei Kindern mit Legasthenie war dieses Aktivierungsmuster dagegen nicht zu beobachten. Stattdessen verarbeiteten sie die schnellen Tonfolgen fast genauso wie die langsamen.

"Dieses Muster ist ganz offensichtlich falsch", sagt Studienautorin Nadine Gaab von der Kinderklinik in Boston. "Aber um Sprache zu verstehen und später Buchstaben oder Silben richtig zu schreiben, müssen die Kinder schnelle Tonwechsel richtig erkennen können". Um diese Verarbeitung zu verbessern, trainierten Gaab und ihre Kollegen die legasthenischen Kinder acht Wochen täglich mit Hilfe eines Computerprogramms. Dabei hörten die Kinder zuerst langsame Tonfolgen, später wurden diese schneller und komplexer und umfassten auch Silben, Wörter und Sätze. Nach dem Training wurde die Gehirnaktivität der Kinder erneut gemessen.

Tatsächlich reagierten die Gehirne der Kinder mit der Lese-Rechtschreib-Schwäche nach dem Training auf die schnellen Tonfolgen ähnlich wie die gesunder Kinder. Außerdem verbesserte sich auch die Lesefähigkeit der Kinder. Die neue Methode könnte es Forschern eines Tages erlauben, Legasthenie frühzeitig zu erkennen, meint Gaab. Mithilfe der Gehirn-Daten könnte die Schwäche schon erkannt werden, bevor die Kinder anfangen zu lesen. Ob allerdings alle Legastheniker von einem solchen Training profitieren, können die Forscher noch nicht sagen.

Nadine Gaab (Kinderklinik in Boston) et al.: Restorative Neurology and Neuroscience, Band 25, Seite 295

ddp/wissenschaft.de ? Christine Amrhein http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/285015.html

Doris
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Erika
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Beiträge: 147
Bundesland: Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 03.11.2007, 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein gutes Hörtraining ist der Brainboy von Fred Warnke, www.brainboy.de. Fred Warnke befasst sich seit mehr als 40 Jahren schwerpunktmäßig mit dem Hören. Er kennt auch die weiteren Zusammenhänge bezüglich kindliche Entwicklung. Fred Warnke hat auch mehrere Bücher geschrieben, z.B. "Der Takt des Gehirns" und "Was Hänschen nicht hört". Falls jemand an einem gebrauchten Brainboy interessiert ist - ich habe einen für den halben Preis (80 ?) zu verkaufen.

Zitat:
Ob allerdings alle Legastheniker von einem solchen Training profitieren, können die Forscher noch nicht sagen.


Ob ein Hörtraining hilft, hängt abgesehen von der Qualität des Trainings (es gibt viele, aber nicht alle sind gut) davon ab, ob die Hörverarbeitung ein dicker Brocken innerhalb der Entwicklungsstörung ist oder nicht. Ist zum Beispiel eher die visuelle Wahrnehmung gestört, z.B. durch Winkelfehlsichtigkeit, dann kann ein Hörtraining logischerweise nicht DIE Lösung sein. Fast nie tritt eine Hörverarbeitungsstörung isoliert auf. Die Grafik von J. A. Ayres (s. Seite 10 unter 3.2.) http://www.bredner.de/WS-Studie%203.pdf zeigt, wie kindliche Entwicklung funktioniert.

Außerdem spielt es eine große Rolle, in welchem Alter das Hörtraining gemacht wird. Ist ein hörwahrnehmungsgestörtes Kind bereits in der 4. Klasse, hat es schon viele Wissenslücken, die nicht von heute auf morgen weg gezaubert werden können. Ein spezielles Legasthenietraining kann jetzt aber erst erfolgreich sein.

Ich frage mich, wieso die o.a. Forscher nicht wissen, was längst bei anderen Fachleuten bekannt ist. Manches braucht bekanntlich mehrere Generationen, bis es sich herumspricht.

Viele Grüße
Erika
_________________
In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz natürlicher Zustand.

(A. Jean Ayres)
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