Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V.
www.emgs.de
 

Der Verein von Eltern für Eltern

Das Schreiben von Beiträgen ist nur registrierten Usern gestattet

Elterninitiative-Startseite

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Hauptschulen

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Bildungspolitik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 05.11.2007, 07:55    Titel: Hauptschulen Antworten mit Zitat

Hallo,

in vielen Bundesländern gibt es schon keine Hauptschulen mehr, in Rheinland - Pfalz sollen sie bis 2013 abgeschaffte werden. Nur in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bleibt alles beim unverändert. Ein Artikel aus der Frankfurter Rundschau zum Thema:

Zitat:

Bildungsreform
Der Hauptschule bricht der Boden weg

VON JEANNETTE GODDAR

In Rheinland-Pfalz sollen die Schwächsten bald nicht mehr unter sich bleiben. Die Hauptschule als eigenständige Schulform wird bis 2013 abgeschafft und in eine Realschule plus integriert. Gymnasien und Gesamtschulen bleiben als eigenständige Schulformen bestehen. Damit geht die Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) einen Schritt, der ihr Land bildungspolitisch in die Mehrheit der Bundesländer einsortiert. Rheinland-Pfalz ist das zehnte Bundesland, das die Hauptschule abgeschafft oder zumindest einen Fahrplan dafür vorgelegt hat.

So vehement die Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern des getrennten Unterrichts diskutiert wird - so wenig nimmt man wahr, dass alle neuen Bundesländer sowie Bremen und das Saarland seit Jahren ohne Hauptschule auskommen.

Brandenburg hat sie nach 1990 überhaupt nie eingeführt; in den vier anderen Neu- Ländern konnte sie sich aus profan demographischen Gründen nicht lange halten: Von Anklam bis Zwickau machte der wendebedingte Rückgang der Bevölkerung eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen unumgänglich. So entstand in den 90er-Jahren in Sachsen die Mittelschule, in Thüringen die Regel-, in Sachsen-Anht die Sekundarschule. 1996 schaffte das Saarland die Hauptschule ab; Bremen folgte. Überall verlief die Gründung gemeinsamer Schulen völlig geräuschlos.

Erst in jüngster Zeit haben Hamburg und Schleswig-Holstein das Ende der Hauptschule besiegelt - und sich dabei stärker als die Ostländer von inhaltlichen Argumenten leiten lassen. Dass es in Deutschland nicht gelingt, Kindern aus bildungsfernen Schichten im Laufe einer zehnjährigen Schullaufbahn Bildungsgerechtigkeit zukommen zu lassen wusste man immer. Seit Pisa weiß man aber, dass andere Länder dieses vermeintlich unmögliche Unterfangen durchaus beherrschen, zumeist (auch) durch längeres gemeinsames Lernen. Bei dem Versuch mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen liegt es nahe, auf die Hauptschule zu gucken: Die ist außer im Süden der Republik nahezu überall zur Restschule verkommen und wird von weit weniger als einem Drittel der Schüler besucht; in Berlin nicht einmal mehr von jedem zehnten. Dort sammeln sich vor allem unfreiwillige Gäste, die sich kaum motivieren lassen und sogar wenn sie einen guten Abschluss machen, kaum einen Beruf ergreifen können. Nur jeder zehnte Ausbildungsberuf, so der Dortmunder Bildungsforscher Ernst Rösner, steht Hauptschülern offen.

Als Konsequenz aus der in den Großstädten besonders offenkundigen Misere hat in Hamburg die allein regierende CDU die Gründung so genannter Stadtteilschulen beschlossen. Möglichst schon 2009 sollen sämtliche Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu Schulen fusionieren, an denen alle Abschlüsse - auch das Abitur - absolviert werden können. Mit den Gymnasien soll ein Zwei-Säulen-Modell entstehen. In Schleswig-Holstein können Schulen seit diesem Jahr entscheiden, ob sie als Gemeinschaftsschule von der ersten bis zur zehnten Klasse alle Kinder - also auch potenzielle Gymnasialschüler - gemeinsam unterrichten, oder ob sie als Haupt- und Realschulen ab 2010 zu "Regionalschulen" fusionieren. Auch die Gemeinschaftsschulen sollen mit gymnasialen Oberstufen zusammenarbeiten.

Außer in Hamburg, wo der Weg zum Abitur künftig grundsätzlich an allen Schulen ermöglicht werden soll und an Schleswig-Holsteins Gemeinschaftsschulen, gilt allerdings bundesweit weiter: Die neuen Schulen vereinen Haupt- und Realschüler - die Gymnasiasten bleiben anderswo unter sich. Und: Unterricht im gleichen Gebäude bedeutet noch lange nicht, dass die Schüler gemeinsam lernen oder dass der wenig zielführende Hauptschulabschluss abgeschafft würde. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland werden Schüler von der siebten Klasse an in so genannten "abschlussbezogenen" Klassen unterrichtet und lernen wie gehabt auf Haupt- oder Realschulabschluss hin. Die schleswig-holsteinischen Regionalschulen wollen diesem Modell folgen. In Bremen und im Saarland werden Schüler von der 9. Klasse an separat unterrichtet. Nur Thüringen und in Zukunft wohl auch Hamburg stellen Schulen grundsätzlich frei, Schüler so zu differenzieren, wie sie es für richtig halten: in separaten Klassen oder nach Leistungsgruppen; in Kern- oder in allen Fächern, in Klasse fünf, sieben oder neun.

In der Riege der Hauptschulbefürworter versammeln sich zurzeit noch die unionsregierten Flächenstaaten der alten Bundesrepublik: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Berlin gibt es zwar noch die Hauptschule, aber Aufweichungstendenzen. Im kommenden Jahr will ein Modellversuch zur Gemeinschaftsschule den gemeinsamen Unterricht von der ersten bis zur zehnten Klasse erproben. Anschließend soll entschieden werden, wie es mit dem Schulsystem weitergeht. Auch in dem rot-rot-regierten Bundesland zeichnet sich aber ab, dass es mit dem wirklichen Unterricht für alle nichts wird: Kein einziges Gymnasium wollte freiwillig das gemeinsame Lernen erproben. http://www.fr-online.de/in_und_ausl....=1236836&index_page=2


Bildungssystem: Hauptschule nicht nur in Rheinland-Pfalz auf dem Rückzug http://www.fr-online.de/in_und_ausl....k/aktuell/?em_cnt=1235719

Reformplan: Rheinland-Pfalz schafft Hauptschule ab http://www.fr-online.de/in_und_ausl....k/aktuell/?em_cnt=1235706

Analyse: Der Rest im Filter http://www.fr-online.de/in_und_ausl....ommentare/?em_cnt=1236867

Doris Ahnen: "Unser Schulsystem ist entwicklungsoffen"
http://www.fr-online.de/in_und_ausl....=1236837&index_page=2

Doris
_________________
"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Bildungspolitik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de