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Kopie: "Normale" Hochbegabung

 
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Beitragsrekonstruktion



Anmeldedatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 10:45    Titel: Kopie: "Normale" Hochbegabung Antworten mit Zitat

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MarleneMayer
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Erstellt am 04.05.2005 - 21:22 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Gespräch mit dem Konrektor eines Gymnasium. Inhalt des Gesprächs war der stundenweise Unterricht in höheren Klassenstufen, um einen hochbegabten Underachiever evtl. etwas zu motivieren.

Die Worte des Konrektor: "Bei ihrem Sohn handelt es sich um eine "normale" Hochbegabung. Das versteh ich nicht, wie meinen sie das. "Nun ja, nicht so begabt wie z.B. Albert Einstein.

Es gibt also die "normale" Hochbegabung, das war mir bis dato so nicht bekannt, aber man ist ja lernfähig.

Gibt es auch eine "normale" Behinderung, einen "normalen" Durchschnitt?

Wieder einmal ratlos aber doch interessiert an Meinungen und Wissen anderer.

Marlene Mayer




Erika





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Erstellt am 06.05.2005 - 22:30 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Marlene,

ist der Konrektor "normal" lernresistent oder "besonders" lernresistent?

Was muss man sich eigentlich alles anhören! Unmöglich!

Gruß Erika




Signatur"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

MarleneMayer
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Erstellt am 07.05.2005 - 21:08 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Erika,

nun, ich kann Dir das leider nicht "normal" beantworten.

Jede Hürde, die man bewältigt, stellt gleichzeitig die nächsten zehn Hürden auf. So fühlt man sich nach einem Gespräch, nur um etwas Hilfe zu bekommen für die Kinder.

Ist denn alles was mit HB zu tun hat, wirklich so schwer verständlich, das frag ich mich immer wieder aufs neue.

Liebe Grüße

Marlene Mayer





DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 08.05.2005 - 15:14 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Marlene,

mit nicht normaler Hochbegabung, könnte er die Wunderkinder meinen. Häufig wird ja HB gleichgesetzt mit außergewöhnlicher Leistung auf einem bestimmten Gebiet, einer Domäne, die sich auch noch besonders früh zeigt. Das ist auch ein Aspekt der Hochbegabung. Sicher kennst du das Buch von Ellen Winner 'Hochbegabt' in dem sie die 'Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern' beschreibt.

Wie sagte doch kürzlich, ein nicht mehr junger Lehrer: "In meiner ganzen Laufbahn als Lehrer ist mir noch kein einziger hochbegabter Schüler begegnet." Gleichzeitig wurden in dieser Schule getestete hochbegabte Schüler in C-Kursen gehalten (teilweise trotz sehr guter Noten), weil man der Meinung war, diese Schüler könnten, wenn überhaupt, höchstens den Hauptschulabschluss schaffen. In der Realität ist das Wissen von Lehrern über Kinder mit intellektueller Hochbegabung erschütternd laienhaft!

In deinem Beispiel geht es darum einen Underachiever zu motivieren und ihn am Unterricht in einer höheren Klasse teilnehmen zu lassen. Das finde ich außergewöhnlich und sehr lobenswert! Wie wird das an der Schule organisiert, vielleicht kannst du darüber mal berichten?

Doris Carnap




Signatur»Gebildet im Sinne der Erwachsenenbildung wird jeder, der in der ständigen Bemühung lebt, sich selbst, die Gesellschaft und die Welt zu verstehen und diesem Verständnis gemäß zu handeln« (Deutscher Ausschuss des Erziehungs- und Bildungswesen, 1966).

MarleneMayer
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Erstellt am 08.05.2005 - 20:23 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Doris,

es wird an der Schule noch nicht organisiert. Wir arbeiten daran.

Es geht um einen Hochbegabten Schüler (Underachiever) der wieder etwas Motivation bekommen soll, ein Versuch.
Der Schüler befindet sich im Wiederholungsjahr der 7.Jahrgangsstufe und ist massiv unterfordert. Ein Vorrücken auf Probe wurde von der Lehrerkonferenz im vergangenen Schuljahr abgelehnt. Depression, Psychosomatische körperliche Beschwerden, Unterforderung führten mitunter zu schlechten Zensuren, das Klassenziel wurde nicht erreicht. Der Beratungslehrer dieser Schule war mit dieser Situation überfordert.
Der Schüler wollte weiter, war mit Unterstützung eines Psychologen wieder motivierter.
Die Chance wurde ihm nicht gegeben, keine Sonderrechte eben.
Wir sind nun der Meinung, dass es sinnvoll wäre, den Schüler zu motivieren und ihn in höheren Klassen stundenweise mit zu unterrichten.
Bei dem Schüler handelt es sich nicht um eine "normale" Hochbegabung, sondern um eine allgemeine intellektuelle HB, die sich in jedem Untertest bestätigt.
Seit dem die Lehrer von der HB des Schülers wissen, kommen des Öfteren noch Sätze wie, "du müsstest das doch alles wissen, wenn du so HB bist", natürlich vor der Klasse, was nicht gerade pädagogischen Wert darstellt.

Kommenden Mittwoch steht ein weiteres Gespräch an, ich werde dann berichten.

Liebe Grüße

Marlene Mayer




MarleneMayer
Moderator




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Erstellt am 09.05.2005 - 12:43 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Doris,

nach einer Rücksprache mit dem Konrektor, soll der stundenweise Unterricht für den Schüler nun erfolgen. Interesse zeigt der Schüler für das Fach Geschichte.

Vorab wird es ein Versuch bleiben, der aber meiner Meinung nach ein erster Schritt sein kann, insbesondere das der Schüler auch merkt, nicht allein gelassen zu werden, ihn, so hoffe ich für ihn, motivieren wird.

Es ist nicht einfach für hochbegabte Schüler, aber auch nicht einfach für Lehrer und Schule, jedem Schüler gerecht zu werden. Das scheitert meiner Meinung nach am existierenden Schulsystem, einem überholungsbedürftigen Lehrplan, letztendlich an der obersten Stelle.

Marlene Mayer






DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 10.05.2005 - 12:29 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Marlene,

solange Unterricht so stattfindet wie es meistens üblich ist - lehrerzentriert - bleiben viele Kinder auf der Strecke. Wie anders gute Lehrer im gleichen System mit ihren Schülern umgehen beeindruckt mich immer wieder - das ist nicht nur eine Frage der äußeren Bedingungen sondern ist weitgehend von der Persönlichkeit des Lehrers abhängig!

Mit 'organisiert' meinte ich, ob die Unterrichtsfächer parallell unterrichtet werden oder fällt ein anderes Fach einfach aus, während der Schüler am Geschichtsunterricht der höheren Klasse teilnimmt - denn das könnte dann ja wieder ein neues Problem geben.

Grundsätzlich finde ich die bayrische Möglichkeit des Vorrückens auf Probe großartig - allerdings gibt es einen Haken - die Lehrerkonferenz muss zu der Auffassung gelangen, "dass die Schüler die Mängel in den Fächern, in denen sie keine ausreichenden Leistungen erzielt haben, in absehbarer Zeit beheben werden." Das heißt, die Lehrerkonferenz muss etwas beschließen was sie vorher bereits ausgeschlossen hat. Eigentlich hat das Vorrücken auf Probe keinen Nachteil für die Schule (die Probezeit dauert bis 15. Dez und kann bei Bedarf um höchstens zwei Monate verlängert werden), denn die Lehrerkonferenz entscheidet wieder darüber, ob der Schüler die Probezeit bestanden hat oder zurückverwiesen wird. Gerade Hochbegabten sollte man doch diese Möglichkeit geben, denn wenn sie motiviert sind, können sie außergewöhnliches leisten! Wenn allerdings Lehrer wenig Ahnung von den Stärken und Schwächen die mit Hochbegabung verbunden sind haben, wird es schwierig! Beim stundenweisen Unterricht in einer höheren Klasse kann es zum Problem werden, wenn die Lehrer nicht wirklich davon überzeugt sind und den Schüler anspornen und unterstützen. Denn gerade die Underachiever sind sehr von den Rückmeldungen der Umgebung abhängig. Und Sätzte wie "du müsstest das doch alles wissen, wenn du so HB bist" deuten nicht auf Akzeptanz und Achtung hin.

Ich bin gespannt wie es weiter geht.

Doris Carnap





Signatur»Gebildet im Sinne der Erwachsenenbildung wird jeder, der in der ständigen Bemühung lebt, sich selbst, die Gesellschaft und die Welt zu verstehen und diesem Verständnis gemäß zu handeln« (Deutscher Ausschuss des Erziehungs- und Bildungswesen, 1966).

MarleneMayer
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Erstellt am 04.06.2005 - 22:25 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Fortsetzung....

Bis dato ist nichts geschehen. Der Schüler muss sich darum selbst kümmern, das soll folgendermaßen ablaufen. Entweder vor Unterrichtsbeginn, wofür der Schüler eine Zeitspanne von ca. 10 Minuten hat oder während der Pause, in der er Essen, Trinken und Suchen soll. Der Schüler soll sich an einen bestimmten Lehrer wenden um das weitere zu besprechen. Schule wird von 2000 Schülern besucht!

Bei einem anderen Fall bekam eine Schülerin, lediglich eine Internetadresse für eine angeblich interessante Seite. Für sie sollte ein Unterricht im Fach Physik/Chemie stattfinden, sie sprach mit dem Lehrer. Nun muss sie noch einige Wochen abwarten, weil die Klasse noch eine Schulaufgabe schreiben muss und danach könnte sie dann mal "eine" Unterrichtsstunde beiwohnen.

Der Konrektor dieses Gymnasiums sagte zur Mutter, "sie soll die Seite der Lehrer verstehen", natürlich tut sie das, besonders die Seite der Lehrer die ihr Kind seit Bekanntsein der HB mit "Blöd" titulieren.

Organisatorisch ist es mit Sicherheit ein bürokratischer Aufwand, der aber meiner Meinung nach bei einer Besoldung im Beamtenstatus durchaus durchführbar sein kann oder muss.

Ferner wurde der Mutter erzählt, das an der gleichen Schule zwei HB Kindern das Vorrücken auf Probe gestattet wurde, jedoch wären beide gescheitert, was der Konrektor nun als Erfahrung ad acta legt.

Nach einem weiteren ausführlichem Telefonat mit dem Konrektor, befinden wir uns wieder bei A.

Der Konrektor wird seinen Worten nach, sich eine Information bei einem ihm bekannten Psychologen einholen, wobei deutlich wurde, das Lehrer sowie Schulleitung beim Thema Hochbegabung nicht ausreichend, wenn überhaupt involviert sind.

Der Konrektor dieser Schule wird eine Rückmeldung über das Gespräch mit dem Psychologen machen.

Der Schüler hat massive psychosomatische Beschwerden die sich in Zittern, Schweißausbrüchen, Migräne, Übelkeit zeigen, kein organischer Befund.

Der Schüler bemalt sich neuerdings beide Arme mit Kugelschreiber während des Unterrichtes, die Zeichnung zeigt die innen liegende Blutgefässe.

Der Schüler hat sich mit einem Zeugen beim Konrektor darüber beschwert, das er von einer Lehrerin während des Unterrichtes tituliert wurde, nachdem er gestand, sein Arbeitsheft vergessen zu haben, wofür er zusätzlich von der Lehrerin schreiend vor der Klasse mit der Note 6 benotet wurde, ihn vor der Klasse als blöd hingestellt und gesagt hat, das sie nicht schuld sei, an seiner Klassenwiederholung.

Der Konrektor redet von Verständnis den Lehrern gegenüber!

Geht es nun um die Lehrer oder um die Schüler?











MarleneMayer
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Erstellt am 15.06.2005 - 16:41 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Bis heute weder ein Anruf, noch ein Schreiben von Seiten des Konrektors. Angeblich wollte er sich nach einer Erkundigung bei einem Psychologen melden.

Ich komme der Überzeugung nahe, der Ablauf des vorgetäuschten Verständnis, sollte nur der Beruhigung einer Mutter dienen.

Von wegen differenzierter Unterricht, schöne verständnisvolle Worte, aber keine Taten, nicht mal der geringste Versuch einer Tat!

Eher der scheinbar intelligente Versuch was zu organisieren wobei aber leider der Überblick schon im Vokabular fehlt, was man eigentlich in so einer Position und nach Besoldungsstufe leisten könnte.

Unverständlich, aber was kann man erwarten? Was man mit dem Auge nicht sehen, mit den Ohren nicht hören will, geistig nicht verstehen will oder "kann", wird nicht nur ignoriert sondern bewusst registriert als Unerwünscht. Der einfachste bürokratische Ablauf, keine zusätzliche Arbeit, es geht ja nur um das Wohl der Kinder, wozu sich zusätzlich engagieren.

In diesem Sinne, einen Dank an den Konrektor für seine Worte, denen eigentlich Taten folgen sollten.

Hauptsache der Stuhl wackelt nicht! Der Stuhl des Schülers darf ruhig zerbrechen!






ladina





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Erstellt am 12.07.2005 - 12:34 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo,

hat denn jetzt noch Geschichtsunterricht in der höheren Klassenstufe stattgefunden und hat er sich positiv auf die Befindlichkeit des Schüler ausgewirkt. Oder ist überhaupt nichts mehr passiert.


lg,

ladina
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