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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
"Das Opfer hat die Initiative ergriffen"



Idsteiner Lehrer soll Schüler missbraucht haben

Vom 11.01.2008

Ein Lehrer einer Idsteiner Sonderschule sitzt seit gestern auf der Anklagebank des Wiesbadener Landgerichts. Dem 35 Jahre alten Pädagogen wird vorgeworfen, einen ehemaligen Schüler in neun Fällen sexuell missbraucht zu haben.

Von Manfred Knispel

Der seit einem halben Jahr von seinem Dienst an einer Idsteiner Schule für Erziehungshilfe suspendierte Lehrer gab am ersten Prozesstag die Anklagevorwürfe weitgehend zu. Doch im Gegensatz zur Darstellung des Staatsanwalts in der Anklageschrift stufte er seine eigene Rolle als eher passiv ein. Es sei fast immer das zur Tatzeit zwölf Jahre alte Opfer gewesen, das die Initiative ergriffen habe. "Nach anfänglichem Zögern gab ich nach", hieß es in seinem auf mehreren Seiten schriftlich vorbereiteten Geständnis. Auf Bitten des Jungen habe er diesem auch Oralverkehr und andere Gefälligkeiten "gewährt". Heute hingegen, so der Lehrer weiter, "schäme ich mich und verfluche mich dafür".

Wie ein Vater?

Zur Tatzeit war der Angeklagte nicht mehr Lehrer des schwer verhaltensauffälligen Jungen gewesen. Kennen gelernt hatte er ihn im Jahr 2002 während seiner Referendarszeit an einer anderen Idsteiner Sonderschule. Dort war der Junge durch Musikunterricht gezielt gefördert worden, der Angeklagte hatte ihm Gitarrenunterricht erteilt. Als die Spezial-Förderung später eingestellt wurde, habe er auf Drängen des Jungen sowie dessen Mutter die Betreuung privat weitergeführt. Nach und nach sei er dann immer mehr in eine Vaterrolle geschlüpft. "Ich war die einzige Vertrauensperson des Jungen", schätzte der Angeklagte sein Verhältnis zu ihm ein.

Es begann in London

Zu den ersten sexuellen Übergriffen sei es Anfang des Jahres 2006 während einer gemeinsamen Reise nach London gekommen. "Mir war es unangenehm", erklärte der Angeklagte. Zu späteren Gelegenheiten habe der Junge dann erneut die Initiative ergriffen. Der Lehrer, für den es nach eigenen Angaben die erste sexuelle Beziehung in seinem Leben überhaupt war, blieb dabei: "Ich habe ihn nie zu etwas aufgefordert."

Das Jugendamt hatte, ohne indes einen konkreten Verdacht zu hegen, die Mutter bereits im Jahr 2005 erfolglos gewarnt, dass der Kontakt zwischen dem Lehrer und dem Jungen möglicherweise zu eng sei.

"Ich war so glücklich, dass er sich um meinen Sohn kümmert", sagte die 46-Jährige gestern als Zeugin. Der Pädagoge sei zuletzt fast "ein Familienmitglied" gewesen.

Der Anklagevertreter reagierte überaus skeptisch auf das Geständnis des 35-Jährigen und seine Version, dass die Initiative gar nicht von ihm ausgegangen sei. Darin bestärkt wurde er vom ermittelnden Polizeibeamten. Der Junge habe ihm gegenüber den Ablauf genau umgekehrt geschildert, sagte der Beamte als Zeuge aus. Der Lehrer habe den Jungen nach dessen Angaben zur Teilnahme an der Reise nach London und später zu einer weiteren Fahrt nach Hamburg überredet und diese Gelegenheiten dann ausgenutzt. Der Polizeibeamte hielt diese Aussagen des Schülers für sehr glaubwürdig.

Ähnlich sah es auch die Anwältin der als Nebenklägerin auftretenden Mutter. Sie warf dem angeklagten Lehrer vor, "die Verantwortung von sich zu schieben."

Dem Bruder anvertraut

Bekannt geworden waren die Taten, nachdem sich Opfer und Täter über ein teures Weihnachtsgeschenk zerstritten hatten. Anschließend hatte sich der Junge zunächst seiner Mutter und dann ausführlich seinem Bruder offenbart. Die Mutter sagte dazu: "Das geht wohl besser von Mann zu Mann."

Die Prozessbeteiligten waren sich gestern einig darin, dem Opfer einen Auftritt vor Gericht zu ersparen. Am kommenden Donnerstag will die Kammer dann ein Urteil verkünden. http://www.allgemeine-zeitung.de/rh....t.php3?artikel_id=3118037


Zitat:
Der schlimmste Vertrauensbruch
Lehrer hat Kind sexuell missbraucht / Haftstrafe

Vom 18.01.2008

Von Manfred Knispel

WIESBADEN Zu drei Jahren Haft hat das Landgericht Wiesbaden gestern einen 35 Jahren alte Sonderschul-Lehrer aus Idstein wegen sexuellen Missbrauchs eines Schülers verurteilt. Der Mann hatte vor Gericht gestanden, sich an dem Jungen vergangen zu haben.

Ein feingeistiger Intellektueller. Diesen Eindruck hinterließ der Angeklagte vor Gericht. Und seine Reue wirkte glaubhaft. "Ich verachte mich dafür", sagte er. Das Opfer, einen zur Tatzeit im Jahr 2006 zwölf Jahre alten verhaltensauffälligen Jungen, bat der Mann dann im Gerichtssaal "um Vergebung".

Nie wieder in Beruf zurück

Sein Geständnis hatte dem Jungen den Auftritt als Zeuge vor Gericht erspart. Dies honorierte das Gericht bei der Strafzumessung. Richterin Ingeborg Bäumer-Kurandt hielt dem inzwischen suspendierten Pädagogen allerdings vor, "das Vertrauen des Kinds in schlimmster Form missbraucht" zu haben. Das Gericht geht davon aus, dass der Angeklagte nach dieser Verurteilung niemals wieder in seinem Beruf arbeiten könne.

Am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte noch zu erklären versucht, dass die Initiative zu den sexuellen Handlungen hauptsächlich von dem Jungen ausgegangen sei. Er habe eher widerwillig auf dessen Bitten und Fragen zur Sexualität reagiert, sagte der Lehrer. Dabei sei es zu den Übergriffen gekommen.

Gestern schien es, als übernehme er die volle Schuld. Für das Gericht war es indes ebenso wie für den Staatsanwalt unerheblich, von wem die Initiative ausging. Verantwortlich sei allein der erwachsene Angeklagte, nicht aber das Kind. "Täter und Opfer stehen hier nicht auf einer Stufe", sagte Staatsanwalt Klaus Heimann-Trosien in seinem Plädoyer. Er hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert.

Der Angeklagte hatte den Jungen im Jahr 2002 während seiner Referendarszeit in einer Idsteiner Sonderschule kennen gelernt. Dort hatte er dem Kind im Rahmen einer gezielten Förderung Gitarrenunterricht erteilt. Später betreute er ihn privat weiter und wurde dabei zur wichtigsten Vertrauensperson. Zu den Taten kam es während gemeinsamer Reisen nach London und Hamburg. Wegen insgesamt sechs unterschiedlichen Taten wurde der Lehrer jetzt verurteilt, angeklagt waren ursprünglich neun.

Kinderbilder aus Internet

Als besonders "fatal" stufte es das Gericht ein, dass sich das Kind mit den Fragen zu seiner beginnenden Sexualität gerade an einen Mann gewandt habe, der "kein unbefangenes Verhältnis zur Sexualität" habe. Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben selbst noch nie eine sexuelle Beziehung gehabt. Die Polizei hatte bei ihm zwar zahlreiche Kinderfotos gefunden, die er aus dem Internet herunter geladen hatte. Der 35-Jährige hatte aber versichert, keineswegs sexuell an Kindern interessiert zu sein. Tatsächlich war er bislang noch nicht entsprechend aufgefallen.

junge wieder auffällig

Die sexuelle Beziehung zu dem Jungen hatte der Angeklagte selbst abgebrochen. Bekannt geworden waren die Taten, nachdem sich der Junge an seine Mutter und seinen Bruder gewandt hatte. Vorausgegangen war ein Streit mit dem Angeklagten um einen teuren Weihnachtswunsch. Der Junge selbst zeigt heute wieder deutlich mehr Verhaltensauffälligkeiten, was nach Einschätzung der Anwältin der Eltern auch auf den sexuellen Missbrauch zurückzuführen sei. http://www.allgemeine-zeitung.de/rh....t.php3?artikel_id=3126713

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Petra Litzenburger



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Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 09.02.2008, 09:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Schläge, wenn ein Buchstabe falsch war



Braunschweig 2004

Ein Grundschullehrer hat Kinder an den Ohren gezogen, mit einem Lineal auf den Kopf geschlagen oder ihre Finger gequetscht, wenn sie zu laut waren, einen Buchstaben falsch schrieben oder mit ihrem Nachbarn plauderten. Der 61-Jährige wurde zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Bis zum Urteil sagte er, es habe sich lediglich um Anschauungsunterricht gehandelt: "Die Kinder wollten wissen, wie Schüler früher bestraft wurden." Sein Anwalt sagte, er sei wegen Stress und Überforderung ausgebrannt gewesen.


Berlin 2005

Eine Lehrerin hat eine Fünftklässlerin mit einem Buch aus 15 Zentimetern Höhe auf den Kopf geschlagen. Ein Arzt stellte eine leichte Gehirnerschütterung fest. Der Banknachbar des Mädchens erzählte vor Gericht, dass viel Lärm in der Klasse war und die Schülerin ihn fragte, welche Seite sie im Buch aufschlagen soll. Daraufhin habe die Lehrerin ihr mit dem Buch auf den Kopf geschlagen. Die Beschuldigte sagte, sie habe sich nach der Stunde bei dem Mädchen entschuldigt und auch dessen Mutter informiert. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt.


Pforzheim 2008

Eine Erzieherin soll Erstklässler aufgefordert haben, einen Mitschüler zu schlagen. Einem Zeitungsbericht zufolge haben die Kinder den Jungen geohrfeigt und mit Fäusten geschlagen. Das baden-württembergische Kultusministerium sprach von einem Einzelfall. Die Frau sei überfordert gewesen. Die Beschuldigte räumte den Vorfall ein und wurde suspendiert. cos



Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/7951464
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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 09.02.2008, 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Lehrer ohrfeigt Schüler: Zwei Tage Knast!

Ganz Frankreich diskutiert den Prügel-Fall

Berlaimont - Was dürfen Lehrer? Diese Frage diskutiert ganz Frankreich. Denn ein 49-jähriger Pädagoge musste für 48 Stunden in den Knast, weil er einen Sechstklässler geohrfeigt hatte. Der Elfjährige hatte mehrere Aufforderungen des Lehrers ignoriert und ihn am Ende ein "Arschloch" genannt.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Schüler einen Lehrer als Arschloch bezeichnet", verteidigt sogar der französische Regierungschef François Fillon den Pädagogen. Es sei "nie eine gute Lösung", einen Schüler zu ohrfeigen. Aber die Lehrer bräuchten "ein wenig Disziplin und ein wenig Respekt".

Zu der Ohrfeige kam es schon im Januar. "Es war ein Reflex", entschuldigte sich der Lehrer. Doch dem Vater des Jungen war das nicht genug. Der Polizist zeigte den Lehrer wegen schwerer Tätlichkeit an und sorgte dafür, dass er vorgeladen, vernommen und für 48 Stunden in Polizeigewahrsam genommen wurde. Im März soll der Ohrfeigen-Fall nun vor Gericht kommen. Und obwohl die Prügelstrafe verboten ist, wollen viele Franzosen den Lehrer als Sieger aus dem Gerichtssaal ziehen sehen. Denn in Frankreich sind körperliche Strafen auch in Familien noch weit verbreitet.


Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner....t/nachrichten/206397.html



Zitat:
7. Februar 2008, 19:09 Uhr

Von Christine Hoffmann
Schule

Franzosen unterstützen ohrfeigenden Lehrer


Ein Pädagoge schlägt einen Elfjährigen im Unterricht und trifft auf großes Verständnis bei Eltern und Politikern. Der Schüler hatte ihn nach einer Auseinandersetzung ?Arschloch" genannt. Jetzt brodelt eine Diskussion um die Wiedereinführung der Prügelstrafe.
Foto: AFPDie Ohrfeige des Lehrers hat großes Interesse erreigt. Vor allem, weil die Maxime der Schule lautet: "Hier bereit der Verwaltungsrat die Zukunft des Kreise vor".

Eine Ohrfeige im Klassenzimmer bewegt die Franzosen. Weil ein Sechstklässler ihn ?Arschloch? nannte, schlug ein Lehrer zu. Eltern und Politiker sind empört ? über den Schüler. Nun hat sich sogar der französische Regierungschef François Fillon hinter den 49 Jahre alten Pädagogen gestellt. Es war ein normaler Unterrichtstag Ende Januar in der Schule Gilles de Chin im nordfranzösischen Berlaimont: Dem Lehrer missfiel die Unordnung auf dem Arbeitsplatz eines Elfjährigen. Als eine Ermahnung nicht half, wischte der Lehrer Hefte und Bücher des Schülers mit einer Handbewegung vom Tisch. Als der Junge ihn daraufhin ein Arschloch nannte, verpasste ihm der Lehrer eine Ohrfeige. Später entschuldigte sich der 49-Jährige und versicherte, er habe noch nie einen Schüler geschlagen: ?Das war reiner Reflex.? Einer mit Folgen: Der Vater des Jungen, ein Polizist, zeigte den Lehrer an. Er wurde vorgeladen, vernommen und für 24 Stunden unter Arrest gestellt. Für die Beleidigung verwies die Schulleitung den Elfjährigen drei Tage von der Schule. Seitdem kommt die Schule nicht mehr zur Ruhe. Fernsehteams belagern das Gebäude. Am Montag versammelten sich Eltern, ehemalige Schüler sowie Kollegen des Lehrers auf dem Schulhof und bekundeten ihre Solidarität mit dem Lehrer.


Weiterführende links
Lehrer beklagen Mobbing durch Schüler
Regierungschef unterstützt schlagenden Lehrer
Schüler drehen den Spieß um
Online-Mobbing soll bestraft werden
Jugend soll nicht vor lebenslanger Haft schützen
?Er ist ein guter Lehrer, anerkannt in der Verwaltung und als Pädagoge?, sagte Michel Devred von der Lehrergewerkschaft Snes-FSU der Zeitung ?Le Monde?. Die Sympathisanten sammelten mehr als 15000 Unterschriften. Viele fügten ihrer Unterschrift unter der Petition einen Kommentar bei, etwa: ?Nur Mut, wir sind alle mit Dir? oder ?Eins ist sicher ? die sind alle verrückt geworden?. Auch der französische Premier unterstützt den Lehrer. ?Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Schüler einen Lehrer als Arschloch bezeichnet?, sagte Fillon am Mittwoch im Radiosender RMC. Dafür habe der Schüler eine härtere Strafe verdient als drei Tage vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Es sei ?nie eine gute Lösung?, einen Schüler zu ohrfeigen. Aber die Lehrer bräuchten ?ein wenig Disziplin und ein wenig Respekt?, um ihren Unterricht abhalten zu können. Fillon sagte, es stehe ihm nicht zu, über die Justiz zu urteilen. Aber ?offen gesagt, als Bürger und als Vater von Schulkindern schockiert es mich?, dass der Lehrer in Polizeigewahrsam genommen wurde. Bildungsminister Xavier Darcos betonte in einem Interview, dass mehr Lehrer Opfer von Schülergewalt seien als umgekehrt. Ohne jeden Zweifel habe der Lehrer schlecht reagiert, aber der Junge sei schon oft durch eine extrem vulgäre und brutale Art aufgefallen.

Debatte um körperliche Züchtigung
In Deutschland wäre eine derart breite Unterstützung für prügelnde Lehrer schwer vorstellbar ? trotz zunehmender Schülergewalt auch hierzulande. Zwar ist in Frankreich wie auch in Deutschland die Prügelstrafe an Schulen verboten, doch es gibt Unterschiede: In Deutschland ist es Eltern seit 2000 gesetzlich untersagt, Kinder ?körperlich zu bestrafen oder seelisch zu verletzen?. Französische Eltern dagegen dürfen noch immer zu einer maßvollen körperlichen Züchtigung greifen. Und das tun die Franzosen auch. Neun von zehn Eltern gaben bei einer im Dezember veröffentlichten Umfrage der Europäischen Familienunion (UFE) an, ihr Kind bisweilen geschlagen zu haben. Mehr als die Hälfte der Franzosen ist dagegen, dass die körperliche Züchtigung verboten wird. In einigen Ländern der westlichen Welt gibt es Bestrebungen, die Prügelstrafe an Schulen wieder einzuführen. Nach dem Verbot in Großbritannien im Jahr 1996 versuchte vor einiger Zeit eine Liverpooler Privatschule das Recht auf Prügel gerichtlich durchzusetzen. 40 Privatschulen standen hinter der Initiative. In Japan ist es die Regierung, die angesichts der wachsenden Gewalt in den Schulen plant, die Prügelstrafe für renitente Schüler in abgeschwächter Form wiedereinzuführen. Ein entsprechender Vorschlag einer Expertenkommission traf im Januar dieses Jahres auf Zustimmung von Ministerpräsident Shinzo Abe. Schlagworte
Ohrfeige Schülergewalt Berlaimont Frankreich Lehrer Prügelstrafe So weit ist man in Frankreich noch nicht. Am 27.März muss sich der Pädagoge, der den Elfjährigen ohrfeigte, erst einmal vor dem Zivilgericht von Avesnes-sur-Helpe verantworten. Im Falle einer Verurteilung könnte es sogar zu einer Haftstrafe kommen. Die Schule hat sich noch nicht zu etwaigen Konsequenzen geäußert.


Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/arti...._ohrfeigenden_Lehrer.html
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 09.02.2008, 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
TELEPOLIS

Überlastete Schüler und Politiker auf Entrümpelungstour


Thorsten Stegemann 06.02.2008
Niedersachsens wiedergewählter Ministerpräsident Christian Wulff will ein "menschlicheres" Gymnasium. Eine grundlegende Schul- und Bildungsreform lehnt die CDU allerdings weiterhin ab
Zuhauf beschwerten sich Eltern, Schüler und Lehrer bei der niedersächsischen Landesregierung: Seit der Verkürzung der Abiturientenschulzeit auf 12 Jahre seien vor allem die Fünft- und Sechstklässler mit einem so strammen Arbeitspensum belegt worden, dass Freizeitaktivitäten auf der Strecke blieben. Nach der Wiederwahl zeigt sich Landesvater Christian Wulff nun von seiner milden Seite. "Die organisatorischen Reformen sind abgeschlossen, jetzt geht es um die pädagogischen", erklärte (1) der Ministerpräsident Anfang der Woche den Redakteuren der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Ende dieses Monats will er seine Vorstellungen in einer Regierungserklärung präzisieren, denn Ideen habe er "da so einige". Wer seine Neugier bis dahin nicht zügeln kann, erfährt aus dem Vorabbericht schon einmal, wohin sich Niedersachsens Gymnasien entwickeln sollen. "Neue Lernformen" möchte Wulff den Schülern nahebringen, und zählt dazu "projektbezogenen Unterricht". Außerdem soll die Klassenstärke reduziert und mehr Förderunterricht erteilt werden. Zu guter Letzt will der Ministerpräsident die viel zitierte Integration bereits in der Schule beginnen lassen, erklärte er anlässlich einer Stippvisite im Hamburger Wahlkampf. Ausländische Kinder sollen die gleichen Bildungschancen haben und deshalb so früh wie möglich mit der deutschen Sprache vertraut gemacht werden.

Parteifreund Roland Koch träumte vor nicht allzu langer Zeit noch von pädagogisch wertvollen Aufenthalten in Sibirien und einheimischen Erziehungscamps, doch mit dieser Strategie ist die CDU bekanntlich nicht sonderlich gut gefahren. Wulff setzt nun also auf den grundsätzlich mehrheitsfähigen Vorschlag, Schulen zu Stätten der Begegnung zu machen und insbesondere die Gymnasiasten vor übermäßigem Stress und Leistungsdruck zu bewahren.

Wenn es nach dem neuen Hoffnungsträger und seinem Kultusminister Bernd Busemann (CDU) geht, kann die Kultusministerkonferenz (2) sogar die Grenze von 265 Jahreswochenstunden, die bis zum Abitur vorgeschrieben sind, senken. Bei acht Jahren Gymnasium hätten die Schüler ansonsten 33 Stunden Unterricht zu absolvieren, rechnen die Unionspolitiker vor. Die G8-Reform, die Kinder in 12 Jahren zum Abitur bringen und der Wirtschaft schneller die High Potentials zur Verfügung stellen soll, kann in der Realität also ohne weiteres zu einer 50-Stunden-Woche für Schülerinnen und Schüler führen.

Doch wenn die Zahl der Jahreswochenstunden deutlich reduziert werden soll, muss gestrichen werden. "Entrümpelung" nennt Busemann das, weiß allerdings nicht so recht, wo denn der nicht mehr allgemeinbildende Sperrmüll abgeholt werden könnte. "Sollen wir Algebra im Mathematikunterricht streichen und in Geschichte den ersten Weltkrieg weglassen?" fragte der Kultusminister vor Wochenfrist. Keine schlechte Idee, denn Geschichtskenntnisse sind bekanntlich relativ und selektiv (3) und laufen überdies Gefahr, den Raum der Realhistorie unversehens zu verlassen (4).

In unmittelbarer Nähe des Busemannschen Einflussbereichs kursieren weitere interessante Vorschläge. Vielleicht, so eine Idee (5) aus Nordrhein-Westfalen, könnten die Schulbuchverlage in Zukunft markieren, welche Themen im Unterricht behandelt werden sollen und welche dem engen Zeitplan geopfert werden müssen. In einem Punkt sind sich fast alle Diskussionsteilnehmer mittlerweile einig: Es wäre durchaus sinnvoll gewesen, diese Fragen vor der Umstellung zu klären!

Ein Brandbrief an die KMK ? "G 8 wird beendet"


Noch vor Christian Wulff setzte ein anderer Prominenter das Thema ganz oben auf die Tagesordnung. TV-Moderator Reinhold Beckmann schaltete sich in einer bekannten deutschen Tageszeitung in die aktuelle Schuldebatte ein. Die Kinder, meinte (6) der frisch gebackene Träger des Bundesverdienstkreuzes, würden "in diesem Schulsystem bloß auf Verwertbarkeit fürs Berufsleben gezüchtet".

Dahinter steckt eine ungeheuer schlampig gemachte Schulreform. (...) Der immense Schulstoff wird im Unterricht bloß durchgehechelt. Da wird nicht mehr Wissen mit Lebenserfahrung verknüpft, wie es pädagogisch sinnvoll wäre. Fürs Wiederholen und Vertiefen fehlt die Zeit. Die Leidtragenden sind die Kinder. Die kommen täglich völlig k. o. aus der Schule.
Reinhold Beckmann

Wo Beckmann Recht hat, hat selbst Beckmann Recht. Kein Wunder also, dass in den 15 Bundesländern, in denen "G8" auf den Weg gebracht wurde oder schon erste Konsequenzen zeitigt, mit Vehemenz gegen die ungeliebte Reform protestiert wird. Politiker, die darin keinen Anlass sehen, sich programmatisch einzurichten, sind selber schuld.

Hamburgs bald zur Wahl stehender Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat die Zeichen der Zeit jedenfalls ebenso deutlich erkannt wie sein niedersächsischer Amtskollege. Die Freie und Hansestadt habe sich mit dem Saarland schon vor einem Jahr vergeblich für eine Verringerung der Jahreswochenstunden eingesetzt, ließ von Beust mitteilen. Er werde nun höchstpersönlich "einen Brandbrief" an die Kultusministerkonferenz schreiben.

Die SPD hat den Stimmungswandel offenbar schon vorausgeahnt. Im Programm (7) der erfolgreichen hessischen Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti hieß es kurz und knapp:

Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit in der Mittelstufe wird aufgehoben, G 8 wird beendet.
Entwurf des SPD-Regierungsprogramms für die Wahlperiode 2008-2013 des Hessischen Landtags

Menschliche Gymnasien oder gemeinsame Schulen?

Ob die Kultusministerkonferenz in den letzten Jahren überhaupt besetzt war und dort irgendjemand die Umstellung von 13 auf 12 Schuljahre (8 ) beschließen konnte, wird sich unter diesen Umständen wohl nicht mehr eindeutig klären lassen. Vereinzelte Belege existieren freilich noch.

Insgesamt ist das Berufseintrittsalter der jungen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu hoch. Deshalb wird die neue saarländische Landesregierung auch an dieser Stelle ein deutliches Signal setzen. Wir wollen als erstes der alten Bundesländer das Gymnasium im Saarland flächendeckend achtjährig ausgestalten.
Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) in seiner Regierungserklärung am 27.10.1999

Die Unionspolitiker haben allerdings längst Besseres zu tun und überbieten sich mit Vorschlägen, wie die Jahrhundertreform schnellstmöglich wieder kassiert werden kann. Doch mit einer Absenkung der Unterrichtsbelastung an Gymnasien wird das Grundproblem kaum zu lösen sein. Die Herstellung von Chancengerechtigkeit kann nicht an der Spitze des Schulsystems beginnen, weil die Kinder aus unterprivilegierten, finanzschwachen und bildungsfernen Familien hier nur in Ausnahmefällen ankommen. Das Deutsche Studentenwerk hat vor wenigen Tagen noch einmal nachdrücklich auf die "soziale Polarisierung" von Bildungschancen hingewiesen (9).

Die soziale Herkunft, insbesondere der Bildungsgrad der Eltern, entscheidet in Deutschland noch immer über den Bildungsweg und darüber, ob jemand studiert oder nicht. Kinder aus Beamtenfamilien, in denen mindestens ein Elternteil studiert hat, haben eine fünfeinhalb Mal so hohe Studierchance wie Kinder aus Arbeiterfamilien. Im Jahr 2005 schafften 83 von 100 Akademiker-Kindern den Sprung an die Hochschule, aber nur 23 von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition. Im Jahr 2003 waren es auch 83 Akademiker-Kinder, die ein Studium aufnahmen, aber immerhin 26 Nicht-Akademikerkinder. Die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems droht sich noch weiter zu verschärfen.
Deutsches Studentenwerk

Die Sozialdemokraten favorisieren vor diesem Hintergrund das Konzept einer "gemeinsamen Schule" (10), die alle Kinder vom 5. bis zum 10. Jahrgang zusammen unterrichten und sie nicht vorzeitig auf verschiedene Schulformen verteilen will. Im Falle eines Wahlsieges in Niedersachsen hätte die Einführung allerdings freiwillig erfolgen sollen.

Wir wissen aber, dass noch viel Überzeugungsarbeit auf dem Weg zur "Gemeinsamen Schule" nötig ist. Diese Überzeugungsarbeit wollen wir leisten. Wir werden deshalb diese neue Schule nicht "von oben" verordnen. Eine so grundlegende Umwandlung der Schullandschaft ist nur in Übereinstimmung mit Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Kommunen möglich. "Gemeinsame Schulen" werden überall da entstehen, wo Eltern in ausreichender Zahl dies wünschen. Dann muss der Schulträger dem Elternwillen Rechnung tragen.
Regierungsprogramm der SPD Niedersachsen 2008-2013


Muster ohne Wert und die Gefahr des Kommunismus

Nun haben Wahlprogramme nicht unbedingt etwas mit praktischer Politik zu tun ? selbst wenn sie Regierungsprogramme genannt werden. Ob die SPD ihre Vorstellungen, die auch eine deutliche Verbesserung des Ganztagsschulangebots vorsehen, hätten durchsetzen können, bleibt vorerst dahin gestellt. Bis dato bieten bundesweit erst 2000 Schulen einen verlässlichen Ganztagsunterricht für alle Schüler an ? um mehr Lehrer und Betriebspersonal zu beschäftigen und die Infrastruktur deutlich zu verbessern, wären Investitionen von vielen Milliarden Euro nötig, die auch findige Sozialdemokraten nicht einfach herbeizaubern können.

Überdies regt sich gegen die Pläne erbitterter Widerstand. Der Philologenverband Niedersachsen (11) wehrt sich gegen die "von den Bildungsideologen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen massiv betriebene Einführung einer Zwangs-Einheitsschule", und die Schüler Union Deutschlands (12) sieht sich durch die unbefriedigende Gesamtsituation sogar veranlasst, ein wenig Klassenkampf zu spielen.

Gerade auch aufgrund der hohen Schulabbrecherzahl und der Gefahr durch die sozialistische Idee der Einheitsschule muss das Thema schnell behandelt werden. Derzeit führen die schwachen Ganztagsschulen mit ihrer hohen Belastung für die Schüler nur den Kommunisten in unserem Land in die Hände.
Schüler Union Deutschlands

Aber vielleicht gibt es mittelfristig doch konsensfähige Zwischenlösungen. Die Landesvorsitzende des niedersächsischen Verbandes Bildung und Erziehung (13), Gitta Franke-Zöllmer, hält es für einen Skandal, dass der historische Schulstrukturkompromiss des Deutschen Bildungsrates aus den 70er Jahren, der die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen und damit die Chancengleichheit abgesichert hatte, "leichtsinnig aufgekündigt" wurde.

Der VBE fordert deshalb eine Rückkehr zur 6jährigen Gymnasialen Mittelstufe, die wieder im Gegensatz zur heute üblichen "Abschulung" den Wechsel zwischen den Schullaufbahnen und eine stressfreie Entwicklung während der Pubertät ermöglicht.
Gitta Franke-Zöllmer

Anschließend darf dann vielleicht gemeinsam darüber nachgedacht werden, ob es einem Schulsystem nicht möglich sein kann oder gar muss, leistungsstarke Schüler und Ausnahmebegabungen zu fördern und Kindern mit Lernschwierigkeiten oder Bildungsrückständen trotzdem und gleichzeitig eine realistische Chance zu geben, ihre Defizite aufzuholen. Dass ein dreigliedriges Schulsystem in seiner jetzigen verschlimmbesserten Form in der Lage ist, diese Aufgaben zu erfüllen, muss nach Lage der Dinge allerdings bezweifelt werden.
Links

(1) http://www.haz.de/newsroom/politik/....edersachsen/art668,402269
(2) http://www.kmk.org
(3) http://www.fu-berlin.de/presse/fup/2008/fup_08_016/index.html
(4) http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/463/156052/
(5) http://www.vbe-nrw.de/content_id/16....5ea6ebcf9ec04242f6b029974
(6) http://www.bild.de/BILD/news/vermis....rfordert,geo=3657814.html
(7) http://www.laenger-gemeinsam-lernen....Hessen_07_regProg_SPD.pdf
(8 ) http://www.kmk.org/doc/publ/Leitfaden.pdf
(9) http://www.studentenwerke.de/presse/2008/300108a.pdf
(10) http://www.spdnds.de/imperia/md/con....regierungsprogrammweb.pdf
(11) http://www.phvn.de
(12) http://www.schueler-union.de
(13) http://www.vbe-nds.de

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27228/1.html

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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 20.02.2008, 07:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
GYMNASIUM IN DELMENHORST

Lehrer lässt Schüler Nazi-Lied singen


Musikunterricht mit Propaganda-Einlage: Ein Lehrer in Delmenhorst hat seine Klasse aufgefordert, ein Lied der Hitler-Jugend zu singen und dabei den Hitler-Gruß zu zeigen. Er selbst sang lautstark mit, Eltern stellten Strafanzeige. Jetzt ist der Lehrer krank.

Diese Zeilen sollten die Schüler einer zehnten Klasse am Willms-Gymnasium in Delmenhorst im Musikunterricht singen: "Wir marschieren für Hitler / Durch Nacht und durch Not / Mit der Fahne der Jugend / Für Freiheit und Brot".

Es ist eine Passage aus dem Hitler-Jugend-Lied "Vorwärts, vorwärts", auch bekannt unter "Unsre Fahne flattert uns voran". Der Text stammt von Baldur von Schirach, Reichsjugendführer der Nazis. Passiert sein soll am Delmenhorster Gymnasium dies: Ein Musiklehrer habe seine Schüler das Lied singen lassen, selbst lautstark mitgesungen und die Schüler außerdem dazu aufgefordert, den Hitler-Gruß zu zeigen, wie das "Delmenhorster Kreisblatt" berichtet. Als eine Schülerin sich weigerte, habe der Lehrer zu ihr gesagt, sie solle mitmachen.

Die Landesschulbehörde und die Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte den Vorfall, der sich zugetragen habe, als die Zeit des Dritten Reiches im Unterricht thematisiert wurde. Einige Schüler beschwerten sich bei der Schulleitung. Direktor Burkhard Leimbach hörte sich daraufhin beide Seiten an, er informierte die Behörde und leitete ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer ein.

Nazi-Lied "zu Demonstrationszwecken" gesungen

Der Vorfall habe sich bereits Anfang Februar ereignet, sagte heute Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg. Der Musiklehrer sei offenbar "ziemlich unbedarft" gewesen und habe zu seiner Verteidigung gesagt, er habe das Lied "zu Demonstrationszwecken" singen lassen.

Strätz bestätigte auch, dass Eltern Strafanzeige wegen Volksverhetzung stellten. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen allerdings inzwischen eingestellt. Das bloße Singen des Liedes sei keine Volksverhetzung, sagte Staatsanwalt Rainer du Mesnil de Rochemont dem "Delmenhorster Kreisblatt".

"Vorwärts, vorwärts" sei zwar verboten - der Vorfall habe sich aber innerhalb einer Klasse ereignet und sei deshalb nicht öffentlich. Es müsse eine "nicht übersehbare Zahl von Personen betroffen sein", so du Mesnil. Dies sei in einer Schulklasse nicht der Fall. Das Ermittlungsverfahren sei abgeschlossen, die Sache bleibe für den Lehrer ohne strafrechtliche Konsequenz.

Der Lehrer hat sich nun erst einmal krank gemeldet - die Landesschulbehörde wartet derzeit auf das Ergebnis des amtsärztlichen Gutachtens, ob er dienstunfähig ist. Falls nicht, könne er in den Schuldienst zurückkehren, so die Behörde.

Mitte vergangener Woche habe der Direktor einen Brief an die Schüler und Lehrer geschrieben, berichtet das "Delmenhorster Kreisblatt": Er werde "wegen seines Fehlverhaltens" nicht an das Gymnasium an der Willmsstraße zurückkehren. Gegen den Lehrer sei ein Disziplinarverfahren eröffnet worden. Nach Angaben des niedersächsischen Schulministeriums soll die Landesschulbehörde über dienstrechtliche Konsequen entscheiden.


Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,536346,00.html
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Petra Litzenburger



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Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 04.03.2008, 06:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Verzweifelte Schüler und Tränen im Unterricht

Lehrerin vermiest Stimmung im Gymnasium - Krisenplan soll Pädagogin zur Vernunft bringen



Stollberg. Hinter der freundlichen gelben Backsteinfassade des Carl-von-Bach-Gymnasiums brodelt es gewaltig: Schüler und Eltern haben sich bei der Bildungsagentur in Chemnitz über eine Lehrerin beschwert, die ihren Schülern das Leben schwer macht. Die Vorwürfe richten sich gegen Barbara Schmidt*. Sie soll ein völlig überzogenes Niveau bei der Stoffvermittlung verlangen und pädagogisches Geschick vermissen lassen.

Von Tränen im Unterricht, Angst vor der Lehrerin, abwertenden und respektlosen Beschimpfungen berichten Stollberger Gymnasiasten. Bösartige Androhungen, wie "Ich kann dich durch das Abitur fallen lassen, wenn ich will", seien keine Seltenheit gewesen. Mindestens ein Schüler hat inzwischen das Gymnasium wegen Barbara Schmidt gewechselt. Lutz Steinert, Sprecher der Bildungsagentur, bestätigt: "Es handelt sich um keine Lappalie."

Am Donnerstag fand ein Krisengespräch zwischen Schülern, Eltern, der Lehrerin, dem Direktor sowie einer Vertreterin der Schulaufsicht statt. Ergebnis: Man einigte sich auf einen Fünfpunkteplan, der fortan ein harmonischeres Miteinander garantieren soll - so wie es das Schulprogramm des Carl-von-Bach-Gymnasiums auf der Internet-Homepage verspricht. In dem Protokoll der Diskussionsrunde wurde festgelegt: "Wöchentlich organisiert die Fachlehrerin mit den Schülern ein Feedback zur Lernatmosphäre, um zukünftig Missverständnisse oder demotivierende Bemerkungen vollständig zu vermeiden." Schulleiter und Schulaufsicht würden die weitere Entwicklung kritisch begleiten. "Wir bleiben dran", so Direktor Siegfried Schulze.

Schul-Elternsprecherin Angela Müller bestätigt ebenso wie andere Eltern, dass es schon mehrfach Probleme mit Barbara Schmidt gab. Müller bedauert: "Alles dreht sich nur um diese Lehrerin. Dass 50 andere Lehrer hervorragend arbeiten, rückt schnell in den Hintergrund." Das Manko des deutschen Schulsystems sei, dass man pädagogisch ungeeignete Lehrer kaum vom Unterricht fernhalten könne, es sei denn, sie begingen einen Rechtsverstoß.

An mindestens vier Schulen hat Barbara Schmidt unterrichtet - und in jeder ist die Erinnerung an sie nicht unbedingt positiv. Der Direktor des Hohensteiner Lessing-Gymnasiums, Klaus Hoppe: "Es gab auch bei uns Probleme. Diese waren aber bei weitem nicht so gravierend wie jetzt in Stollberg." Ein Fall am Carl-von-Bach-Gymnasium hat sich so hochgeschaukelt, dass der Schüler inzwischen die Reißleine zog und die Schule wechselte.

Er lernt jetzt an einem anderen Gymnasium - und hat seine Noten deutlich gesteigert. Zufall? Von einer 5 in Deutsch verbesserte er sich auf eine 2. Einen Aufsatz aus Stollberger Zeiten hat er aufgehoben. Mit "5+" war dieser bewertet, darunter steht geschrieben: "Wie viele willst du noch?" In einem anderen Fall musste er bei Barbara Schmidt im Juni zum Ende des Schuljahres eine Straf-Leistungskontrolle schreiben, weil er aus Frust dem Unterricht ferngeblieben war. 25 Minuten hatte er Zeit für 20 Fragen - über Stoff, der zu Beginn des Schuljahres behandelt wurde.

Obwohl der Abiturient inzwischen wieder gern zur Schule geht, hat er die für ihn schlimme Zeit am Stollberger Gymnasium nicht vergessen. Noch immer hat er Angst vor der Lehrerin, seinen Namen möchte er deshalb lieber nicht in der Zeitung lesen. Er ist der Redaktion bekannt. Trotz der schlechten Erfahrungen betont er: "Fachlich kann ich der Lehrerin überhaupt keinen Vorwurf machen, da war sie absolut kompetent. Problematisch ist die Art, wie sie den Unterricht führt."

Auch im Internetportal "Spickmich.de" kommt die Pädagogin nicht gut weg. In dem Portal können Schüler ihre Lehrer anonym mit Noten bewerten. Während die meisten Pädagogen des Gymnasiums zwischen 1,5 und 2,5 liegen, ist es bei Barbara Schmidt eine 4,7. Guter Unterricht: 5, faire Prüfungen: 5-, faire Noten: 5. Acht Wertungen wurden bisher abgegeben.

Die Qualität in Schmidts Unterricht soll sich nun bessern, hofft Schulleiter Schulze. "Die Lehrerin hat zugesagt, ihr Feingefühl gegenüber einzelnen Schülern zu überprüfen. Wir sollten uns jetzt wieder auf unsere Aufgabe konzentrieren, nämlich Heranwachsende auf respektvolle Weise zu bilden und zu erziehen." Barbara Schmidt wollte sich gegenüber der "Freien Presse" nicht zu den Vorwürfen äußern.

*Name von der Redaktion geändert




Von Nancy Dietrich



Quelle: http://www.freiepresse.de/NACHRICHT....GE/STOLLBERG/1234058.html
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 04.03.2008, 08:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Zitat:
Lutz Steinert, Sprecher der Bildungsagentur, bestätigt: "Es handelt sich um keine Lappalie."


aaaah, es tut sich was im Land.

Zitat:
Am Donnerstag fand ein Krisengespräch zwischen Schülern, Eltern, der Lehrerin, dem Direktor sowie einer Vertreterin der Schulaufsicht statt. Ergebnis: Man einigte sich auf einen Fünfpunkteplan, der fortan ein harmonischeres Miteinander garantieren soll - so wie es das Schulprogramm des Carl-von-Bach-Gymnasiums auf der Internet-Homepage verspricht. In dem Protokoll der Diskussionsrunde wurde festgelegt: "Wöchentlich organisiert die Fachlehrerin mit den Schülern ein Feedback zur Lernatmosphäre, um zukünftig Missverständnisse oder demotivierende Bemerkungen vollständig zu vermeiden." Schulleiter und Schulaufsicht würden die weitere Entwicklung kritisch begleiten. "Wir bleiben dran", so Direktor Siegfried Schulze.


wow, es wird sogar was getan!
Zitat:
"Wir bleiben dran", so Direktor Siegfried Schulze


Super!!! Herr Direktor Siegfried Schulze und vielen Dank!!!

Zitat:
Das Manko des deutschen Schulsystems sei, dass man pädagogisch ungeeignete Lehrer kaum vom Unterricht fernhalten könne, es sei denn, sie begingen einen Rechtsverstoß.


Deswegen werden solche Lehrer von Schule zu Schule weitergereicht und hunderte von Schülern müssen darunter leiden. Ich finde es gut dass an dieser Schule etwas getan wird, damit die Dame ihr Verhalten endlich mal überdenkt und so diese Spirale vielleicht unterbrochen wird. Ich hoffe für alle Beteiligten, dass der Fünfpunkteplan Erfolg bringt!!!!

LG Legolas
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