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Spickmich.de Gericht: Schüler dürfen Lehrer benoten!

 
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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 28.06.2007, 07:55    Titel: Spickmich.de Gericht: Schüler dürfen Lehrer benoten! Antworten mit Zitat

Entgegen der Auffassung einiger Lehrer, Schulleitungen,Schulämter, Kultusminister, GEW und Philologen-Verbände hat das Kölner Landgericht in seiner ersten Bewertung die Benotung von Lehrern durch Schüler im Internet bei www.spickmich.de als rechtens bezeichnet:




Zitat:
27.06.2007 14:56

Gericht: Schüler dürfen Lehrer im Internet benoten

In einer ersten Bewertung hat ein Kölner Gericht die Benotung von Lehrern durch Schüler im Internet als rechtens bezeichnet. Nur Schmähkritiken, die die Lehrer diffamieren, sind demnach nicht zulässig, alles andere wird durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. In dem konkreten Fall ging es am Mittwoch vor dem Kölner Landgericht um eine Gymnasiallehrerin vom Niederrhein, die von ihren Schülern auf der Website www.spickmich.de benotet worden war. Zu den Kategorien gehören dort unter anderem "sexy", "cool und witzig" und "menschlich".

Die Lehrerin hatte daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung erwirkt. Sie fühlte sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt und hielt Datenschutzbestimmungen für missachtet. Das Gericht sah dies zunächst auch so und erließ deshalb die einstweilige Verfügung. Dagegen legten die Betreiber der Website, drei Kölner Studenten, Widerspruch ein. In der ersten mündlichen Verhandlung am Mittwoch kündigten die Richter nun die Aufhebung der einstweiligen Verfügung an. Sie begründeten dies damit, dass persönliche Angaben der Lehrerin zuvor bereits auf der Homepage der Schule veröffentlicht worden seien, offenbar mit ihrem Einverständnis. Dies ändere die Rechtslage.

Außerdem gehe es in dem konkreten Fall nicht um eine Schmähung, sondern um eine reine Meinungsäußerung. "Im Bereich der Berufausübung muss man sich öffentlicher Kritik stellen", sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske. Der Beschluss, die einstweilige Verfügung aufzuheben, soll am 11. Juli verkündet werden. (dpa) /

Quelle:http://www.heise.de/newsticker/meldung/91830

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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 25.07.2007, 09:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
hier sind nochmal zusammengefasst die Leitsätze des Urteils:
Zitat:
LG Köln, Urteil vom 11.07.2007 - Az. 28 O 263/07
spickmich.de - Die Bewertung von Lehrern auf einer Internet-Bewertungsplattform kann eine zulässige Meinungsäußerung darstellen. Die Veröffentlichung von Angaben zur Person eines Lehrers auf einer solchen Plattform ist zulässig, wenn die Daten aus allgemein zugänglichen Quellen stammen.
Leitsätze:

BGB §§ 823, 1004; GG Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1; BDSG §§ 3, 4 Abs.1, 28 Abs. 1 Nr. 3, 29 Abs. 1 Nr. 2
1. Der Einzelne muss grundsätzlich Einschränkungen seines Rechts auf informelle Selbstbestimmung hinnehmen, wenn und soweit dies von hinreichenden Gründen des Gemeinwohls getragen wird und bei einer Gesamtabwägung zwischen der Schwere des Eingriffs und dem Gewicht der ihn rechtfertigenden Gründe die Grenze des Zumutbaren noch gewahrt ist.

2. Eine Tatsachenbehauptung bezieht sich auf etwas Geschehenes oder einen gegenwärtigen Zustand und steht deshalb grundsätzlich dem Beweis offen, d.h. ihre Wahrheit oder Unwahrheit ist grundsätzlich mit dem in der Prozessordnung vorgesehenen Beweismitteln überprüfbar. Werturteile sind demgegenüber durch Elemente der Stellungnahme und des Dafürhaltens und Meines geprägt und deshalb dem Beweis nicht zugänglich. Hat eine Äußerung in diesem Sinne sowohl einen tatsächlichen Gehalt als auch einen wertenden Charakter, hängt ihre Einordnung in die eine oder andere Kategorie davon ab, ob der tatsächliche Gehalt der Äußerung so substanzarm ist, dass der gegenüber der subjektiven Wertung in den Hintergrund tritt oder ob das nicht der Fall ist, d.h. ob der in einem Werturteil enthaltene Tatsachenkern nur unbestimmt angedeutet ist oder ob sich das Werturteil als zusammenfassender Ausdruck von Tatsachenbehauptungen darstellt (BGH, Urteil vom 09.11.1971 - Az. VI ZR 57/70, GRUR 1972, 435, 439).

3. Die Bewertung von Lehrern im Rahmen einer hierfür vorgehaltenen Internet-Bewertungsplattform kann ein Werturteil darstellen. Die Frage, ob ein Lehrer als "sexy", "cool" oder "fair" usw. empfunden wird, hängt von dem persönlichen Verhältnis des bewertenden Schülers zu seinem Lehrer ab. Ein ausreichend konkreter Tatsachenkern, der mit Mitteln des Beweises überprüft werden könnte, ist in der Aussage nicht erkennbar. Eine solche Bewertung ist aber als Meinungsäußerung einzustufen.

4. Wegen seines die Meinungsfreiheit des Art. 5 Abs. 1 GG verdrängenden Effekts ist der Begriff der Schmähkritik eng auszulegen. Auch eine überzogene, ungerechte oder gar ausfällige Kritik macht eine Äußerung für sich genommen noch nicht zur Schmähung. Von einer solchen kann vielmehr nur dann die Rede sein, wenn bei der Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung des Betroffenen im Vordergrund steht, der jenseits polemischer und überspitzter Kritik herabgesetzt und gleichsam an den Pranger gestellt werden soll (vgl. BGH in NJW 2002, 1192, m.w.N.).

5. Die Bewertung des Verhaltens und Auftretens eines Lehrers im Rahmen einer hierfür vorgehaltenen Internet-Bewertungsplattform kann grundsätzlich nicht als bloße Diffamierung angesehen werden und entbehrt auch nicht von vorne herein des erforderlichen Sachbezugs. Dies gilt jedenfalls soweit sich die jeweiligen Schüler setzen sich vorliegend mit dem Verhalten und Auftreten der Lehrer auseinander setzen. Im Rahmen einer derartigen Bewertung dürfen auch einprägsame, starke Formulierungen (hier: "sexy" oder "cool") verwendet werden. Vergleichbare Formulierungen wären zulässig, selbst wenn sie eine scharfe und ggf. abwertende Kritik zum Inhalt haben und so mit übersteigerter Polemik vorgetragen werden: ob andere diese Kritik für "falsch" oder "ungerecht" halten, ist nicht von Bedeutung.

6. Die Veröffentlichung von peronenbezogenen Daten, d.h. Angaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer Person (§ 3 BDSG - z.B. Name, Beruf, Anschrift usw. - hier: einer Lehrerin), auf einer geschäftsmäßig betriebenen Internetseite (§ 29 Abs. 1 BDSG) ohne Zustimmung des Betroffenen (§ 4 Abs. 1 BDSG) ist zulässig, wenn die betreffenden Daten aus allgemein zugänglichen Quellen stammen.

7. Lässt es ein Betroffener (hier: eine Lehrerin) zu, dass Daten zu seiner Person in einem allgemein und jedermann zugänglichen Medium (hier: der Internetseite einer Schule) veröffentlicht und vorgehalten werden, handelt es sich bei derartigen Daten um Daten aus allgemein zugänglichen Quellen i.S.v. §§ 28 Abs. 1 Nr. 3, 29 Abs. 1 BDSG. Dann stellt aber die Veröffentlichung solcher Daten auf einer geschäftsmäßig (§ 29 Abs. 1 Nr. 2 BDSG) oder zu eigenen Zwecken (§ 28 Abs. 1 Nr. 3 BDSG) betriebenen Internet-Bewertungsplattform kein Mehr an herausgegebener Information gegenüber der bereits erfolgten Veröffentlichung dar. Dies gilt jedenfalls, wenn es sich um persönliche nicht aber besonders sensible Daten handelt und soweit die Veröffentlichung nicht in anderer Weise ein schutzwürdiges Interesse des Betroffenen verletzt (hier verneint).
MIR 2007, Dok. 271
________________________________________
Anm. der Redaktion: Ein besonderer Dank für die Mitteilung der Entscheidung gilt Herrn RA Thorsten Feldmann, LL.M., Berlin (www.jbb.de). Herr RA Feldmann ist als Prozessbevollmächtigter der Verfügungsbeklagten mit dem Verfahren befasst.
________________________________________

@ Volltext zur Entscheidung als PDF unter http://medien-internet-und-recht.de

Online seit: 14.07.2007 - 16:04 Uhr
Short-Link zum Dokument: http://miur.de/dok/1294.html
Permanenter Link zum Dokument: http://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=1294
ISSN 1861-9754 (Medien Internet und Recht)

http://medien-internet-und-recht.de....n_mir.php?mir_dok_id=1294

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BeitragVerfasst am: 09.09.2007, 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin der Meinung, dass sich gute Lehrer von ihren Schülern rückmelden lassen, wie ihr Unterricht ist. Mit Fragebögen, die anonym ausgefüllt werden. Wie das geht kann man hier lesen:
http://www.qis.at/qis.asp?Dokument=49&Reihenfolge=3

Zitat:
STREITGESPRÄCH ÜBER SPICKMICH.DE
"Anonyme Lehrerbenotung ist feige"

Bei Spickmich.de bewerten Schüler ihre Lehrer - Meinungsfreiheit oder Mobbing? Zornige Pädagogen stritten mit den Gründern bisher nur vor Gericht, jetzt trafen sie sich erstmals: Peter Silbernagel vom Philologenverband, Manuel Weisbrod und Bernd Dicks von der Webseite.

SPIEGEL ONLINE: Herr Silbernagel, zeugt es nicht von Dünnhäutigkeit, wenn Sie in einem Atemzug mit kriminellem Online-Mobbing auch die eher harmlose Lehrer-Bewertungsseite Spickmich.de nennen?

Silbernagel: Lehrer sind nicht dünnhäutig, aber sie sollten eine gewisse Sensibilität besitzen. Wir wollten das Internet in den Mittelpunkt rücken - hier gibt es vieles, das die Grenzen alberner Schülerscherze übersteigt. Wie Kollegen verunglimpft und beschimpft werden, ist zum Teil ein Fall für den Staatsanwalt.

SPIEGEL ONLINE: Herr Weisbrod und Herr Dicks, können Sie bei Spickmich verhindern, dass Lehrer zum digitalen Freiwild werden?

Weisbrod: All das, worauf Herr Silbernagel hier anspielt - Porno- Montagen, Hinrichtungsvideos - finden wir schrecklich. Und wir tun alles, damit das bei uns nicht stattfindet.

Dicks: Wir haben auf jeder Seite einen Button mit der Aufschrift: "Hier stimmt was nicht - diesen User melden, diesen Beitrag melden." Es gibt technische Filter, und die Lehrerzitate werden von uns durchgeschaut und dann erst freigeschaltet. Deshalb war ich auch so entrüstet, als Sie unser Bewertungs-Portal in Zusammenhang mit Beleidigungen und Bedrohungen brachten. Das ist ein starkes Stück!

Silbernagel: Aber Sie können nicht ausschließen, dass gerade über ungeprüfte Lehrerzitate beleidigende Aussagen auf Ihre Seite kommen. Das kann schnell die Grenze des Zumutbaren überschreiten, wenn es nämlich sexistische oder rassistische Bemerkungen sind.

SPIEGEL ONLINE: Kann Spickmich bei 250.000 angemeldeten Nutzern und schon über 100.000 Lehrerbewertungen wirklich garantieren, dass alles in Ordnung ist?

Weisbrod: Wir geben nur Zitate frei, die auch etwa in einer Schüler- oder Abi-Zeitung stehen könnten. Wenn es trotzdem Probleme gibt und ein Lehrer uns eine Mail schreibt, dann ist sein Zitat innerhalb von 60 Minuten aus dem Netz - ohne jede Nachfrage. Wir haben kaum Beschwerden, alle zwei Wochen meldet sich mal jemand.

SPIEGEL ONLINE: Dramatisiert die Lehrerlobby Einzelfälle?

Silbernagel: Es mag ja sein, dass sich von Zehntausenden nur wenige melden. Das ändert nichts daran, dass das Anliegen insgesamt fragwürdig und höchst problematisch ist. Dieses Bewertungsschema ist weder seriös noch tragfähig. Stichworte wie "sexy" oder "leichte Prüfungen" regen nun wirklich keinen Austausch zwischen Lehrkraft und Schülerschaft an, auch wenn Sie diesen Eindruck gern erwecken.

Weisbrod: Darf ich fragen, ob Sie ein gestörtes Verhältnis zur Meinungsfreiheit haben? [...]
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,502580,00.html

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BeitragVerfasst am: 10.01.2008, 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

eine Meldung aus der ZEIT 02/2008:
Zitat:
Angst vor Zensuren

Zwei Lehrerinnen klagen abermals gegen die Website spickmich.de, auf der Schüler Noten vergeben. Sind sie nur beleidigt, oder ist eine solche Bewertung wirklich nutzlos?

Von Parvin Sadigh

Schüler bekommen Zensuren für ihre Leistungen. Auch wenn sich vieles ändert an den Schulen: Die Macht bleibt auf Seiten der Lehrer, schon allein durch die Mittel, die sie mit den Noten an der Hand haben. Es kann vorkommen, dass eine Klasse jahrelang einem Lehrer ausgeliefert ist, der seinen Schülern unvorbereitet, womöglich sogar unfair und aggressiv gegenübertritt. Nach wie vor ist es in vielen Schulen üblich, dass der Lehrer die Klassentür hinter sich schließt und dort allein seinen Stoff übermittelt - so gut er es eben kann. Das beginnt sich jedoch zu ändern. An einigen Schulen arbeiten Lehrer inzwischen zusammen, kritisieren sich gegenseitig und lernen voneinander. Sie lassen sich freiwillig evaluieren.

Doch oft geschieht das noch nicht, oder die Schüler werden in den Prozess nicht integriert. Daher ist der Impuls verständlich, dass die Lernenden auch die Leistungen ihrer Lehrer benoten wollen, um transparenter zu machen, wie es ihnen ergeht. Das Internet ist ihr Medium. Deshalb ist es folgerichtig, dass sie ihre Bewertung öffentlich für alle sichtbar vornehmen. Mehr als eine Viertelmillion Schüler haben auf der Website spickmich.de bislang ihre Schulen und Lehrer anonym bewertet. Die Kategorien für die Lehrerbewertung sind einerseits auf den Unterricht bezogen wie "gut vorbereitet", "faire Noten" oder "fachlich kompetent", andererseits wird auch die Persönlichkeit des Lehrers im Rahmen des Unterrichts betrachtet, beispielsweise mit den Kategorien "cool und witzig", "menschlich" oder "beliebt". "Sexy" wurde entfernt. Besonders coole oder dämliche Zitate des Lehrers können auch veröffentlicht werden.

Zwei Lehrerinnen in Köln klagen nun nochmals gegen spickmich.de. Der Prozess beginnt am Mittwoch. Sie wollen erreichen, dass ihre Daten gelöscht werden. Im November vergangenen Jahres hatte das Oberlandesgericht Köln - ähnlich wie schon das Landgericht Köln - in der Unterlassungsklage entschieden, dass die Meinungsfreiheit der Schüler hier mehr wiege als Persönlichkeitsrechte. Die Lehrerin, die damals noch allein geklagt hatte, müsse die Benotung hinnehmen, "solange keine diffamierende Schmähkritik vorliege". Inzwischen hat sich der Klage die Direktorin des Gymnasiums angeschlossen.

Gerichtssprecher Eßer sagte, bei dem Hauptsacheverfahren gehe es im wesentlichen um dieselben Rechtsfragen wie im einstweiligen Verfügungsverfahren, der Sachverhalt könne aber intensiver ermittelt werden. Eine Entscheidung sei am Mittwoch noch nicht zu erwarten.

Was aber bringt den Schülern das Angebot von spick-mich.de überhaupt? Eine Seite, auf der Handwerker bewertet werden, schätzen viele Verbraucher als Entscheidungshilfe. Transparenz kann also auch den Schulen nicht schaden: Was läuft da hinter verschlossenen Klassentüren? Wie kompetent ist das Kollegium? Eltern und Schüler können anhand der Bewertungen zumindest eine Stimmung erkennen, wie es zugeht an den Schulen, die für sie infrage kommen. Kommt ein neuer Lehrer an die Lehranstalt, bringt auch er seine Noten mit. Sonst sind es nur die Schüler, die ihre Zeugnisse vorzeigen müssen. Für manche Schüler mag es auch einfach darum gehen, Dampf abzulassen, sich nicht ganz so machtlos zu fühlen.

Eigentlich könnten sich auch viele Lehrer freuen. Denn sie können sich ansehen, wie sie ankommen, im besten Fall eigene Schwächen und Stärken erkennen und daran arbeiten. Sie könnten ihre Erkenntnisse in den Unterricht zurücktragen und mit den Schülern vereinbaren, wie es besser laufen kann.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn die Daten sind natürlich nicht zuverlässig. Wer will, kann einen Lehrer diffamieren, weil spickmich.de anonym funktioniert. In den meisten Fällen gibt nicht jeder Schüler einer Klasse sein Urteil ab, während umgekehrt jeder Fremde sich einloggen kann, ob er an der Schule lernt oder nicht. Wer sich mehrere E-Mail-Adressen und Identitäten zulegt, kann die Noten eines verhassten Lehrers manipulieren. Übrigens kann es genauso gut vorkommen, dass Lehrer ihre eigenen Noten auf diese Weise schönen.

Vielleicht geht es meistens fair zu. Die Mitglieder können durch einen einfachen Klick den Betreibern melden, wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt. Doch wie gerecht genau es zugeht, kann keiner wissen. Vertrauen schafft das Portal daher nicht. Veränderungen im Verhalten der Lehrer wird es aus dem selben Grund auch nur selten bewirken. Peter Silbernagel vom Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen sagte nach dem ersten Urteil: "Es ist ein gefährliches Signal, wenn das Gerichtsurteil so ausgelegt wird, dass eine anonyme Pauschalkritik über Internetforen 'normal' ist. Statt sich mit Lehrerinnen und Lehrern in der Schule kritisch auseinanderzusetzen und auch die eigene Position zu überdenken, geht man bei der Internet-Nutzung einen feigen, unkontrollierbaren und nicht selten menschlich sehr verletzenden Weg." Andere Philologen-Verbände und die GEW, die Gewerkschaft der Lehrer, äußern sich ähnlich ängstlich und abweisend.

Die Evaluationsforscherin Christiane Spiel von der Universität Wien, Vorstandsvorsitzende der DeGEval-Gesellschaft für Evaluation, erkennt ebenfalls nicht, worin der Nutzen von Internetseiten wie spickmich.de liegen soll. Denn sie ist der Ansicht, dass Rückmeldungen von Schülern zwar durchaus anonym abgegeben werden sollen, da die Macht nun mal ungleich verteilt ist und weil eine Einzelmeinung auch gar nicht ausschlaggebend ist, sondern die Gesamtbewertung durch die Klasse. Doch die Einschätzungen sollten wechselseitig sein und gemeinsam bearbeitet werden. Sie meint außerdem: "Eine Bewertung sollte nie ohne ein Ziel durchgeführt werden." Im Vorfeld schon sollten sich Lehrer und Schüler überlegen, wofür die Ergebnisse genutzt werden sollen. Beispielsweise könne es darum gehen, wie man gemeinsam Lehren und Lernen verbessern könne. Das geht eben nicht in der Öffentlichkeit des Internets. Die Bewertungen müssen besprochen und am besten gleich Änderungen vereinbart werden. Nach einiger Zeit kann dann durch neuerliche Rückmeldungen geprüft werden, ob die beabsichtigten Veränderungen wirklich erreicht wurden.

Das ist keine graue Theorie. An vielen Schulen gehen Schüler und Lehrer schon sehr vertrauensvoll und konstruktiv miteinander um. Die Erfahrungen mit Evaluationen, wie Christiane Spiel sie beschreibt, sind oft positiv. Schüler fühlen sich ernst genommen, verantwortlicher und ihrer Schule verbundener als zuvor, wie es zum Beispiel ein Gymnasium öffentlich im Internet protokolliert. Das Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern steigt. Würden mehr Schulen regelmäßig damit arbeiten, wäre das Interesse an spickmich.de vielleicht gar nicht so groß und Klagen der beleidigten Lehrer nicht nötig. Sie wüssten dann besser, ob ihnen mit den schlechten Bewertungen recht geschieht. http://www.zeit.de/online/2008/02/spickmich-lehrer-evaluation

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BeitragVerfasst am: 21.01.2008, 08:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Beitrag zum Thema aus der Frankfurter Rundschau vom 19.1.2008
Zitat:

"An deutschen Schulen fehlt Feedback-Kultur"
VON OLIVER HEIL

Sie lässt nicht locker. Eine Gymnasial-Lehrerin klagt weiter gegen die Internetplattform www.spickmich.de, obwohl sie bereits zweimal vor Gericht abgewiesen wurde. Sie ist vor allem um ihre Persönlichkeitsrechte besorgt. Doch auch aus anderen Gründen üben Pädagogen Kritik an Portalen wie Spickmich, bei denen Personen bewertet werden. Lehrer und Experten haben Zweifel, ob die Internet-Foren helfen, den Unterricht zu verbessern. Sie könnten gar Grund für schlechte Stimmung sein, wenn Lehrer sich an den Pranger gestellt fühlten, fürchten sie.

Das scheint das Bildungsministerium von Südkorea anders zu sehen. Die Koreaner haben Spickmich um Hilfe gebeten. Zwar gibt es in Korea bereits ein System zur Evaluation von Lehrerleistungen, doch die Bildungspolitiker könnten sich vorstellen, das bald auch via Internet zu machen.

In Deutschland gibt es dagegen noch keine Feedback-Kultur an den Schulen. Nasanin Kamani, Abiturientin am Deutzer Gymnasium in Köln, sagt, sie kenne zwar Lehrer, die die Meinungen ihrer Schüler zum Unterricht einholten, aber das sei eine Minderheit. "Von 40 Lehrern machen das vielleicht drei oder vier." Daher freut sie sich, dass dank Spickmich nun wieder über die Bewertung des Unterrichts diskutiert wird. "Nachdem man das jahrelang nicht so ernst genommen hat, kommt jetzt endlich Bewegung rein."

Auch Jan Hense vom Lehrstuhl für empirische Pädagogik und pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München vermisst die Feedback-Kultur. Viele Lehrer wüssten gar nicht, wie sie den Schülern eine Rückmeldung geben sollen. Die heftigen Reaktionen auf Spickmich wertet Hense als Indiz dafür, dass es in den Klassen oft nicht viel Vertrauen gebe. Klar, dass konstruktive Kritik an den Lehrern dann oft nicht möglich ist.

Kopfnoten per Mausklick


Auf Spickmich können Schüler den Lehrern an ihrer Schule Kopfnoten geben. Benotet wird anonym nach genau definierten Kategorien wie "faire Noten", "fachlich kompetent" oder "cool und witzig". Die Schüler bewerten nur Lehrer ihrer eigenen Schule. Die Noten errechnen sich aus dem Schnitt aller Wertungen und werden erst angezeigt, wenn für einen Lehrer mindestens fünf Bewertungen abgegeben wurden.

Bernd Dicks kann das Pranger-Argument nur schwer verstehen. Der Sprecher von Spickmich betont, dass es zusätzlich zu den schon ins System eingebauten Einschränkungen noch eine Art Alarmsystem gebe. Durch statistische Methoden würden die Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, wenn irgendwo besonders ungewöhnliche Noten abgegeben werden. Schüler könnten darüberhinaus, wenn ihnen eine gemeine Wertung auffalle, über ein Feld mit der Aufschrift "Hier stimmt was nicht" Alarm schlagen. "Die Durchschnitts-Note aller Lehrer ist 2,7", betont Dicks: "65 Prozent der Lehrer werden mit einer Eins oder einer Zwei bewertet."

In der Mehrzahl wollen die Schüler also offenbar nicht bloß Dampf ablassen. Trotzdem sind die Pädagogen nicht glücklich über das Portal. Marianne Demmer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft urteilt: "Spickmich halte ich als Rückmeldungskanal zur Verbesserung des Unterrichts für nicht geeignet." Zwar sei es schade, dass viele Lehrer sich die Chancen der Bewertung entgehen ließen. Schließlich sei die Möglichkeit, auf Lob und Kritik gemeinsam mit der Klasse einzugehen, für den Erfolg des Unterrichts ganz elementar. Bloß im Internet sei dieses Instrument schlecht aufgehoben.

Bewertung im Unterricht

Das sieht Wissenschaftler Hense, Fachmann für Evaluation und den Einsatz neuer Medien im Lehrprozess, genauso. Trotz der Einschränkungen für die Abstimmung bei Spickmich betont er, dass die Bewertungen dort nicht repräsentativ seien. "Man weiß gar nicht, wer da abstimmt. Vielleicht nur die besonders Unzufriedenen oder die sehr Zufriedenen." Auch die Kriterien von Spickmich hält er nicht für geeignet, um die Qualität von Lehrern zu beurteilen. " Da gibt es längst bessere und erprobte Methoden der Evaluation." Er favorisiert einen Mix aus externer Bewertung und einer gemeinsamen Besprechung von Schülern, Lehrern und Eltern, aus denen dann Zielvereinbarungen für den Unterricht entstehen.

Spickmich dürfte Hense zufolge wenig Auswirkung auf den Unterricht haben. Er berichtet von Studien, denen zufolge Lehrer besonders dann kritisches Feedback annehmen, wenn sie auch von den Kriterien überzeugt sind, nach denen das Feedback zustande kommt.

Eltern, die sich im Internet über die Bewertungen von Schulen oder Lehrern informieren wollen, rät Hense zur Vorsicht. "Ich würde einen Elternabend vorziehen." Eltern können sich bei Spickmich für eine Art Gast-Mitgliedschaft anmelden, um sich einen Eindruck von der Stimmung an den Schulen zu machen. Die Macher von Spickmich planen bis zum Sommer ein Schulportal nur für Eltern.

Unabhängig von der Aussagekraft der Kritik, scheint das Portal dem Wunsch der Schüler ein Ventil zu geben, auch mal die Lehrer bewerten zu dürfen. Hense erklärt auch das mit der mangelnden Feedback-Kultur. "Klar nutzen die Schüler dann diese scheinbare Chance, den Machtspieß mal umzudrehen."

Und Spickmich-Sprecher Bernd Dicks betont: "Wenn es Feedback-Kanäle gäbe, hätten wir die Lehrer-Benotung gar nicht umgesetzt. Dann wären wir ein ganz normales Schülerportal und müssten auch nicht dauernd zum Gericht latschen."
http://www.fr-online.de/in_und_ausl....g/aktuell/?em_cnt=1274214

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BeitragVerfasst am: 31.01.2008, 08:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

im ZDZ Morgenmagazin gibt es eine Abstimmung zum Thema Spickmich - über 70% der Befragten sind dafür:

Zitat:
"Eine Lehrerin klagt gegen ihre Bewertung in einem Internetportal. Sie sieht ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Dürfen Schüler ihre Lehrer im Internet benoten?
http://morgenmagazin.zdf.de/ZDFde/i....24/0,1872,7152824,00.html

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BeitragVerfasst am: 31.01.2008, 08:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Das neuste Urteil zum Thema:

Zitat:
Schüler dürfen Lehrer benoten

Wenn Schüler ihren Lehrern im Internet Noten geben, ist das eine zulässige Meinungsäußerung, hat das Kölner Landgericht entschieden. Eine Gymnasiallehrerin hatte zum zweiten Mal gegen die Website spickmich.de geklagt.

Die Benotung von Lehrern durch ihre Schüler im Internet ist rechtmäßig. Das Kölner Landgericht hat heute in einem Zivilverfahren entschieden, dass solche Bewertungen als zulässige Meinungsäußerungen gelten. Eine Gymnasiallehrerin aus Moers am Niederrhein hatte zum zweiten Mal gegen das Internetportal spickmich.de auf Unterlassung geklagt. Sie sah sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt.

Auf der Website spickmich.de können Schüler die Leistung ihrer Lehrer bewerten - anonym. In Deutschland hat bislang mehr als eine Viertelmillion Schüler hiervon Gebrauch gemacht. Die Website ist umstritten, weil ein Missbrauch nicht ausgeschlossen werden kann - sowohl durch Schüler als auch durch Lehrer. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Deutsche Philologenverband sehen die Persönlichkeitsrechte der benoteten Lehrer nicht ausreichend geschützt.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Lehrerin geklagt. Einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung lehnte das Kölner Landgericht ab und entschied, dass Lehrer die Bewertung durch die Schüler hinnehmen müssen, "solange keine diffamierende Schmähkritik" vorliegt. Die Meinungsfreiheit der Schüler wiege mehr, urteilte das Gericht.

Nun aber führte die Richterin heute aus, dass sowohl im Bewertungsmodell als auch im bei spickmich.de ausgestellten Zeugnis nicht das Erscheinungsbild oder die allgemeine Persönlichkeit der Klägerin betroffen seien. Bewertet würde lediglich die konkrete Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit.

"Wir freuen uns, dass die Richterin erneut für die Meinungsfreiheit der Schüler entschieden hat", sagte Spickmich-Pressesprecher Bernd Dicks zu ZEIT online. "Das Urteil zeigt, dass das Klassenzimmer nicht das Wohnzimmer der Lehrer ist und dass Lehrer durch ihre Arbeit im öffentlichen Dienst auch von öffentlichem Interesse sind."

Aufgeben will die Gymnasiallehrerin, deren Bewertung durch etwa 50 ihrer Schüler bei spickmich.de mittlerweile von 4,3 auf 3,1 gestiegen ist, allerdings nicht: Sie hat angekündigt, Berufung einzulegen und strebt eine Grundsatzentscheidung beim Bundesgerichtshof oder beim Bundesverfassungsgericht an.

ZEIT online, dpa
05/2008


Und so reagierte der Philologen-Verband NRW auf das Urteil:
Zitat:
URL: http://bildungsklick.de/pm/58129/sp....l-schadet-dem-schulklima/
Pressemeldung von: Philologen-Verband NRW
spickmich - Urteil schadet dem Schulklima
Internet fördert Misstrauens-Kultur
Düsseldorf, 30.01.2008

Auf Unverständnis stößt das sog. "spickmich"-Urteil des Oberlandesgerichts Köln beim Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen. Gegen alle rechtlichen Bedenken der Datenschutzbeauftragten in Nordrhein-Westfalen und Bayern stellt das Gericht den Schülerinnen und Schülern einen Freifahrschein aus bei der Benotung von Lehrerinnen und Lehrern im Internet.

Der Philologen-Verband hält das Urteil für sehr problematisch, da es die Persönlichkeitsrechte von Lehrkräften deutlich zurückstellt. Der Verband geht davon aus, dass weitere Klageverfahren bei anderen Landesgerichten andere Urteile nach sich ziehen.

"Nicht alles, was juristisch nicht angreifbar sein mag, ist menschlich korrekt und pädagogisch sinnvoll. Wichtig ist ein Schulklima des Vertrauens und nicht des Misstrauens. Mit dem spickmich-Urteil wird einer Unkultur der Anonymität, Feigheit und mangelnden Zivilcourage das Wort geredet. Zum persönlichen Gespräch gibt es keine Alternative!", kommentiert Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, das Kölner Urteil.

Der Philologen-Verband betont, dass Schülerinnen und Schüler zu selbstbewussten Staatsbürgern an den Schulen erzogen werden sollen. Anonymes Lehrermobbing ist keine Lösung der Probleme. Und Gerichtsurteile, die der Sprachlosigkeit Vorschub leisten, begünstigen, dass menschlicher Respekt und die Wertschätzung des anderen verloren gehen könnten.

Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen leistet nicht nur Rechtsberatung, sondern gibt seinen Mitgliedern auch Rechtsschutz in diesen Fällen. Gleichermaßen hat er bereits vor Monaten eine Initiative ins Leben gerufen "Gegen Gewalt gegen Lehrkräfte", die gezielt Beschämungen, Diffamierungen und Beleidigungen gegenüber Lehrkräften bis hin zu tätlichen Übergriffen im Rahmen eines Netzwerks unterbinden will.

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BeitragVerfasst am: 31.01.2008, 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

interessant zu lesen - das Urteil und die Kommentare dazu:
http://www.lawblog.de/index.php/arc....rerbewertung-ist-erlaubt/

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BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

DIE ZEIT

Zitat:
Interview: "Die können 30 Jahre einfach so vor sich her unterrichten"

Das Internet-Schülernetzwerk Spickmich ist mit seinen Benotungen von Lehrern in die Schlagzeilen geraten. Eine empörte Lehrerin hatte geklagt, deren Note auf Spickmich miserabel ausfiel. Heute wird das Urteil gesprochen. Betreiber Bernd Dicks will die "schwarzen Schafe" unter der Lehrerschaft aber weiter auf der Seite outen.


Wie geht es Ihnen einen Abend vor der Urteilsverkündung. Ist viel los?

Es ist unglaublich. Uns wundert das selber, wie groß das Medieninteresse ist. Eine Leistung im Internet zu bewerten ist ja nichts Ungewöhnliches. Wenn man bedenkt, dass ganz viele Urlauber ihre Reiseveranstalter bewerten. Aber der Aufschrei aus den Reihen der Lehrer macht die Sache dann wohl doch auch für die Medien sehr interessant. Wir können uns kaum retten vor Presseanfragen.

Es beführt eben viele Empfindlichkeiten. Ist doch klar, dass sich viele Lehrer aufregen.

Viele Lehrer haben Vorurteile gegen Spickmich. Sie sind extrem unerfahren mit dem Internet. Man muss sich mal vor Augen führen, dass über die Hälfte aller Lehrer älter als fünfzig ist und selten ins Internet geht. Wir erleben häufig, dass die Lehrer unser Internetportal gar nicht kennen, aber dennoch negativ eingestellt sind. Das kann man nur durch Gespräche ausgleichen. Denn wir wollen Lehrer nicht an den Pranger stellen. Die Zahlen beweisen ja auch das krasse Gegenteil. 250.000 Lehrer sind schon benotet worden, die haben im Schnitt eine 2,7. Also keine schlechte Note. Ich hatte im Abi eine 3,1.

Wie viele Schüler sind registriert?

Über eine halbe Millionen. 65 Prozent aller Lehrer haben eine eins oder eine zwei vor dem Komma. Das ist doch eine gute Aussage.

Wie erklären Sie sich dann die Empörung seitens der Lehrer?

Das spüren wir hier bei uns in der Redaktion gar nicht so, wie es öffentlich dargestellt wird. Wir bekommen deutlich mehr positive Reaktionen. Gerade hat uns eine Lehrerin geschrieben, dass sie die Seite total super findet, weil ihrer Meinung nach Schüler einem Lehrer gar nicht sagen können, wenn sein Unterricht nicht gut ist. Ein Schüler kann einem Lehrer nicht sagen: Du hast bei der Notenvergabe wahrscheinlich gewürfelt. Das geht in diesem krassen Abhängigkeitsverhältnis Schule einfach nicht.

Vielleicht kommt ein gewisses Unwohlsein auf, wenn man Benotungen über sich im Internet liest, dessen Absender anonym bleibt?

Wir haben es ganz am Anfang anders versucht. Der Schüler wurde namentlich genannt, wenn seine Benotung auch geheim blieb. Das hatte zur Folge, dass einige Lehrer die Schüler am Kragen gepackt haben und sie zum Direktor geschliffen haben mit der Aufforderung, entweder du meldest dich von dieser Seite ab oder von der Schule. Da muss ich einfach den Ball zurück spielen. So unpädagogisch wie sich einige Lehrer damals verhaltet haben, ist eine face-to-face Bewertung nicht möglich.

Es ist leider so, dass es keine Feedback-Kultur an den deutschen Schulen gibt. Lehrer, die einmal verbeamtet sind, sind auch keinen Kontrollen mehr unterzogen. Die können 30 Jahre einfach so vor sich her unterrichten. Ich kenne aus meiner Schulzeit noch Lehrer, die 20 Jahre alte Folien jedes Jahr wieder neu auflegen. Das ist doch nicht Sinn der Sache. Schule ist doch keine Quarkfabrik, sondern hier wird Wissen und Bildung vermittelt. Wenn hier Leute schlecht arbeiten, dann wird schnell mal die Zukunft einiger Schüler versaut.

Was sind also die Ziele von Spickmich?

Wir kamen irgendwann auf den Punkt, an dem die Klagen auf unserem Tisch so viele waren, dass wir uns überlegt haben, ob wir das überhaupt weitermachen wollen, wenn wir eventuell dafür in den Knast müssen. Den Druck haben wir nur von den Lehrern bekommen, die schlechte Noten bekommen haben. Das kann nicht sein, dass diese Lehrer Recht bekommen, haben wir entschieden. Wir wollen den Schülern ein Meinungsforum bieten. Spickmich ist ja nicht nur ein Forum zur Benotung, es gibt auch viele andere Angebote wie Chats und Clubs.

Wie viele Klagen haben Sie inzwischen bekommen?

Wir haben inzwischen mehrere Ordner voll.

Wie viel Zeit verbringen Sie täglich im Büro von Spickmich?

Es ist inzwischen ein Fulltimejob. Man muss schon Spaß an der Sache haben. Es ist total interessant, den Kontakt mit den Schülern zu haben. Am Anfang haben wir gedacht, hoffentlich geht auch einer auf die Seite. Hoffentlich interessiert das überhaupt. Die Schüler haben uns aber die Bude eingerannt. Das ist ein tolles Gefühl, dass die Seite, in die man seine ganzen Ideen eingebracht hat, die man programmiert hat, so angenommen wird. Inzwischen sind wir auf einer professionellen Ebene angekommen. Spickmich ist eine GmbH, es gibt Sponsoren.

Mit welchem Urteil rechnen Sie?

Die Richterin hat ja schon mal geurteilt. Der neue Antrag der Lehrerin unterscheidet sich nicht wesentlich von seinem Vorgänger. In der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hat die Richterin schon gesagt: Was soll ich hier anders entscheiden?

Kennen Sie die Lehrerin persönlich?

Nein.

Haben Sie Verständnis für ihren Zorn?

Warum sie so beharrlich ist, können wir inzwischen verstehen. Hinter ihr steht ganz einfach die Lehrer-Gewerkschaft. Das ist doch immer so. Die suchen sich dann jemanden, mit dem sie das machen können.

Im Falle einer Niederlage – wie sähen die Konsequenzen für Spickmich aus?

Wir müssten die Lehrerin von der Seite nehmen. Wir würden selbstverständlich in Berufung gehen.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Spickmich wird sich als Schülernetzwerk weiter entwickeln. Wie sehen uns nicht als Konkurrenz zu Studie VZ. Wir werden unsere Angebote in ganz andere Richtungen weiter entwickeln. Unser nächstes Projekt ist eine Seite für Eltern, die sich im Bereich der Schule vernetzen möchten. Hier könnte ein konstruktiver Dialog zwischen Schule und Elternhaus möglich sein.

Suchen Sie denn bereits nach Kaufinteressenten für Spickmich?

In absehbarer Zeit nicht. Zwischen uns und Spickmich gibt es eine große persönliche Bindung.

Spickmich.de ist eine Internet-Portal zur Benotung von Lehrern und seit Februar 2007 in Deutschland und Österreich online. Gründer sind die drei Kölner Studenten Tino Keller, Manuel Weisbrod und Philipp Weidenhiller. Bernd Dicks kam später an Bord.
Um bei Spickmich mitmachen zu können, muss man sich mit Namen, Schule und Klasse registrieren. Dann darf man benoten - anhand von zehn Kategorien wie „guter Unterricht“, „Motiviert“ und „Fachlich kompetent“. Nach einem Workshop der Bertreiber mit Schülern wurde die umstrittene Kategorie „Sexy“ auf Wunsch der Schüler gestrichen.

Bernd studiert Politik-Soziologie und Medienwissenschaft, die anderen drei anderen Betriebswirtschaft in Köln. Manuel hat gerade seine Diplomarbeit abgegeben. Tino schreibt an seiner und Philipp ist noch mitten im Hauptstudium. Ende des Monats erscheint Bernds erstes Buch „Lehrer – Eine Gebrauchsanweisung“ mit Tipps und Tricks im Umgang mit Lehrern.

Das Interview führte Katrin Jurzig http://images.zeit.de/text/news/artikel/2008/01/29/2466001.xml

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Legolas



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BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Schülerin muß Schule verlassen wegen Lehrerbeleidigung im Internet:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,538554,00.html

Frage ich mich nur, wann die ersten Lehrer die Schule wegen Schülerbeleidigung verlassen...... Evil or Very Mad

Lg Legolas
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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Beleidigung im Internet ? Polizei holt Schülerin ab

Ministerium: Öffentliche Kritik an Lehrern ist erlaubt


Von Uwe Hildebrandt



BRAUNSCHWEIG. Eine 14-Jährige hat im Internet Lehrer beleidigt und flog von der Schule. Niedersachsens Lehrer-Gewerkschaft GEW findet das richtig: "Schulleiter müssen hart durchgreifen."

Polizisten hatten das Mädchen aus dem Schulsekretariat in Bad Kissingen abgeholt. Mit dem Streifenwagen ging es nach Hause. Zwei Lehrer hatten sie angezeigt, nachdem sie die Beleidigungen im Internet entdeckt hatten. Bei manchen Äußerungen im Internet würden Schüler "die Schmerzgrenze überschreiten", sagt GEW-Landeschef Eberhard Brandt: "Lehrer haben mich angesprochen und gesagt ,Tu was!? ? sie haben Angst vor einem rechtsfreien Raum."

Das Kultusministerium wies gestern auf ein Urteil hin, dem zu Folge die Bewertung von Lehrern im Internet grundsätzlich zulässig sei. Der Braunschweiger Soziologe Horst Rademacher meint: "In Zeiten von Qualitätsmanagement darf die Kritik von Schülern kein Problem sein. Beleidigungen sind aber nicht akzeptabel."Braunschweiger land


Samstag, 01.03.2008



Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2046/artid/8069900
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 13.03.2008, 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Interview mit Marianne .Demmer von der GEW zum Thema spickmich:
Zitat:
"Es fehlt eine Feedback-Kultur"
Spickmich stößt die Lehrer mit der Nase darauf, dass im Unterricht Raum für Schülerbeteiligung sein muss. GEW-Vize Marianne Demmer will daher mit spick mich kooperieren - und es zivilisieren.


taz: Auf der Seite spickmich.de bewerten Schüler ihre Lehrer. Schüler finden es wahnsinnig cool, den Spieß mal umzudrehen und selbst Noten zu geben.
Marianne Demmer: Dass ein Teil der SchülerInnen Spickmich klasse findet, ist logisch. Schüler können damit deutlich machen, dass sie eine Möglichkeit wollen, um ihren Lehrern zu sagen, was sie von ihnen fachlich und menschlich halten. Manche wollen sich aber auch rächen. Oft merkt man jedoch ernsthaftes Bemühen, eine faire Rückmeldung zu geben.

Wie finden Sie das?
Spickmich ist auch Ausdruck eines Mangels - einer fehlenden Feedback-Kultur im Unterricht. Wir sehen in Zensuren zur Bewertung aber nicht der Weisheit letzten Schluss - also auch nicht für Lehrer. Aber viel schlimmer ist: Spickmich kann zu anonymem, aber öffentlichem Lehrermobbing auf "hohem Niveau" missbraucht werden. Spickmich ist auch nicht halbwegs objektiv und kann manipuliert werden.

Kann in dem Lehrernoten-Portal dennoch eine Chance stecken?
Spickmich hat aus meiner Sicht indirekt auch einen positiven Effekt: Die Lehrerschaft wird jetzt mit der Nase darauf gestoßen, dass sie im Unterricht Raum geben muss für Schülerbeteiligung und Rückmeldung. Die GEW appelliert seit langem an die Lehrer, in der Schule eine faire und gleichberechtigte Feedback-Kultur zu etablieren. Wir haben bereits vor einigen Jahren mit der Universität Hamburg eine Studie in Hamburger Schulklassen zur feedback-Kultur im Unterricht durchgeführt. Die SchülerInnen hatten die Möglichkeit sich in schriftlichen Befragungen anonym zu äußern. Die Fragen waren vorher gemeinsam erarbeitet worden. Anschließend fand eine gemeinsam Auswertung statt und es wurde nach Entwicklungsmöglichkeiten gesucht
.
Was kam bei dem Versuch heraus?
Die Ergebnisse waren sehr positiv. Der Unterricht und das Klima wird besser, wenn SchülerInnen ernst genommen werden, wenn sie sagen können, was ihnen gefällt, was ihnen nicht gefällt, wenn sie Verbesserungsvorschläge machen oder erfolgreichen Unterricht loben können. Ich habe als Lehrerin die Erfahrung gemacht, dass SchülerInnen verantwortungsvoll sind, wenn sie den Eindruck haben, dass man sie als "Partner im Lernprozess" ernst nimmt. SchülerInnen sind ja auch Unterrichtsexperten, nämlich für die Eindrücke und Wirkungen, die ich als Lehrer erziele. Wer die SchülerInnen als "Ko-Konstrukteure" ihrer Lernprozesse auf seiner Seite hat, ist als Lehrer oder Lehrerin in der Regel auch erfolgreich.

Die Alternative zu Spickmich, die Quälvideos über Lehrer bei Youtube. Was ist Ihnen lieber: Solche Horrorfilmchen - oder halbwegs nachvollziehbare Kriterien auf Spickmich?
Die Frage ist rhetorisch, natürlich Spickmich. Aber dennoch: Für die Verbesserung der Schul- und Unterrichtskultur müsste bei Spickmich noch viel passieren, was von der individuellen Lehrerbeurteilung wegführt. Außer einem Anstoß zur Diskussion leistet Spickmich bislang für die konkrete Verbesserung der Feedback-Kultur auf Klassenebene nichts.

Wie könnte man die Bewertungen von Spickmich auf die Klassenebene herunter holen?
Ich bin ziemlich sicher, dass dort, wo Schülerrückmeldung bisher noch nicht fest etabliert war, jetzt verstärkt darüber geredet wird. Die GEW unterstützt das und gibt professionelle Hilfe - zum Beispiel auf unserer Homepage, wo Lehrer Hilfe für Feedback-Prozesse abrufen können.

Könnte die GEW nicht einfach mit Spickmich zusammenarbeiten?
Uns gegenseitig beraten, ja. Wir haben uns gerade mit den Machern der Spickmich-Seite zusammengesetzt. Es war sehr hilfreich, das zu tun. Spickmich will, wenn ich richtig sehe, weg von der Lehrerbeurteilung hin zu einer Bewertung der Schulen. Wir werden da unsere Meinung einbringen, das heißt wir schauen uns die neuen Fragen an und kommentieren sie.

Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?
Vielleicht der Beginn einer kritischen Zusammenarbeit. Spickmich hat keine eigenständige "politische Mission", die Schulkultur zu verbessern. Aber wir haben dieses Ziel sehr wohl.
INTERVIEW:CHRISTIAN FÜLLER
http://www.taz.de/1/leben/internet/....sh=c01a2c9f62&type=98

Doris
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