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Kopie: Mobbing in der 1. Klasse

 
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Anmeldedatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 10:57    Titel: Kopie: Mobbing in der 1. Klasse Antworten mit Zitat

» Gewalt und Mobbing durch Schüler » Mobbing in der 1. Klasse, Hilfe!




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jasue





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Erstellt am 06.06.2005 - 17:09 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo! Grad registriert und schon frag ich was. Freue mich eure Seiten gefunden zu haben und hoffe auf Hilfe und Antworten.

Situation:
Tochter in der 1.Klasse einer verlässlichen Grundschule.
Seit Schulanfang immer wieder Zwischenfälle mit Gewalt auf dem Schulhof, sie wird von 1-2 Kindern festgehalten und von anderen geschlagen oder getreten. Mussten schon mehrmals zum Arzt wegen der logischen Konsequenzen (Unterleibsschmerzen nach Tritten in den Unterbauch).
Habe mich auch schon öfter beim Konrektor (gleichzeitig ihr Klassenlehrer) über mangelnde Aufsicht auf dem Schulhof beschwert.
Es sind in den grossen Pausen meistens 2 Lehrkräfte auf dem Schulhof, der sehr unübersichtlich ist.
Mir wurde gesagt, dass meine Tochter zu den Aufsichtspersonen gehen müsse und sich beschweren sollte.
Tut sie ja auch, aber nichts passiert.

Heute rief mich ihr Klassenlehrer an und sagte ich solle nicht erschrecken, aber es könnte sein, dass mein Kind "etwas verstört" nach Hause kommen könnte. Es wäre da was während der Betreuungsstunde passiert. 3 Jungen hätten sie ins Gebüsch gelockt und ihr dort die Hosen runtergezogen. Aber er würde noch mit den Jungen reden, wüsste auch nichts genaueres.
Ich fragte dann, wo denn die Betreuerin gewesen sei und warum sie nichts gemerkt hätte.
"Bei 24 Kindern kann das mal passieren" o.so ähnlich kam's zurück.

Ich werde jetzt mein Kind aus der Betreuung nehmen, sie möchte, verständlicherweise, auch nicht mehr daran teilnehmen.

Meine Fragen hierzu:
a. Betreuung, verlässliche Grundschule, gibt es Richtlinien über das Schüler/ Betreuer Zahlenverhältnis oder ist das den Schulen freigestellt?

b. Was kann ich gegen diese, nicht nur für mein Kind, sehr spürbare Nicht-Aufsicht unternehmen?

c. Was kann man in der Schule im Ganzen gegen Gewalt, Mobbing, etc. unternehmen? Was für Erfahrungen habt ihr da? Was funktionierte an euren Schulen, was nicht?

Wir haben noch 3 Jahre an dieser Schule vor uns, ausser wenn wir in den Bereich einer anderen ziehen.
Ich möchte meinem Kind helfen und auch den anderen Kindern, den mobbenden und gemobbten.

Danke,
Sue




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Angelika





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Erstellt am 06.06.2005 - 21:35 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Sue!

Ich hoffe, deiner Kleinen geht es gut und sie hat die Vorfälle einigermaßen unbeschadet überstanden.

Ich kann dir aus unserer Erfahrung leider nur sagen, was NICHT funktioniert und bin deshalb eigentlich kein guter Ansprechpartner.

Ich versuche aber trotzdem mal deine Fragen zu beantworten, vielleicht ist der eine oder andere nützliche Tipp dabei.

1. Die Zahlen sind ganz klar geregelt und in der Schule hängt bestimmt ein Aufsichtsplan aus - du kannst dir die Namen der Aufsichten aber auch von der Schulleitung oder im Sekretariat geben lassen.
So hat man schon einem einen konkreten Gesprächspartner für seine Fragen.

2. Als erstes ist natürlich das Gespräch wichtig und angeraten. Vielleicht hat sich mit der Zeit an eurer Schule einfach eine gewisse Nachlässigkeit bei den Aufsichten eingeschlichen, die duch Elterninteresse unterbrochen werden kann.

Es empfiehlt sich auch, immer mal in den Pausen und/oder Betreuungszeiten über den Schulhof zu schlendern

Wenn Gespräche nicht fruchten kann die Elternvertretung, die Schulleitung, das Schulamt, das Jugendamt etc. informiert und eingeschaltet werden. Wenn es so weit kommt, sollten Anfragen nur noch schriftlich formuliert werden - Gespräche sind so schlecht nachzuweisen.

3. An vielen Schulen werden "Gewalt-Seminare" durchgeführt, an denen aber oft leider nur die Schüler teilnehmen.

Ich bin dafür, das Klima im Ganzen aufzulockern und zu verändern, und dazu brauchen wir auch die Lehrer.

Auf unserem Schulhof (in Bbg geht man 6 Jahre zur Grundschule) werden die Kinder abgegrenzt, das heißt, bestimmt Altersgruppen dürfen nur bestimmte Bereiche betreten.

Ich halte dies für die schlechteste Lösung, denn so werden "Feindschaften" noch unterstrichen. Für viel besser halte ich da das "Buddy-System" in dem ältere Schüler die Patenschaft für die jüngeren übernehmen.
Dies fördert ein gesundes Sozialverhalten; die Großen sind stolz auf ihre Verantwortung und die Kleinen werden gut beschützt.

Vorfälle in der von dir geschilderten Art häufen sich an unserer Schule. Die SL versucht regelmäßig, dies zu leugnen, aber wenn die betroffenen Eltern sich zusammen setzen, verpufft das Argument "Einzelfall" plötzlich ganz schnell.

Vielleicht findest du ein paar Eltern, die ebenfalls Handlungsbedatf sehen, und ihr könnt per Elternabend, Elternkonferenz und Schulkonferenz ein paar Projekte vorstellen und einbringen, die ihr ausgearbeitet habt - das Internet ist voll von Beispielen und Vorschlägen hierzu.


Alles Gute und berichte bitte von deinen Fortschritten!

Angelika






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jasue





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Erstellt am 06.06.2005 - 23:38 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo, Angelika,
danke für Antwort.

1. Meine Tochter war nicht verstört, lol, sie war empört und s...wütend, mit Recht!

2. "Aufsichtsplan"
Nein, wenn dann nur im Lehrerzimmer, das nicht fúr mich zugänglich ist.
der Schulleitung oder im Sekretariat
(Noch) nicht sehr kooperativ, Sekretärin nur ein paar Tage die Woche da.

Und es geht ja nicht nur um die Pausenaufsicht, sondern eben um die nachschulische Betreuung.

3. Gespräch mit Klassenlehrer/Konrektor findet morgen vormittag statt, auch noch während der Bundesjugendspiele, super timing! Und ich schlendere öfter mal dort vorbei, weil mir eben die Probleme bekannt sind, die nicht nur mein Kind dort hat.
Eine absolute Beobachtung a la Orwell kann man wohl von keinem verlangen, aber Probleme müssen ernst genommen werden.

4. "Buddy-System" hmm, eine Idee, die sich bestimmt auch hier entwickeln lässt. Werde das mal bei den nächsten Gesprächen und Versammlungen zur Sprache bringen. Die Elternschaft, das Engagement an der Schule sind wirklich gut, mal sehen was sich machen lässt.

5. Bekam dazu noch heute einen Anruf einer Mutter mit vom Klassenlehrer (nicht nur) abgestempelten Problemkind und sie denkt (nicht nur) ihr Kind wird schikaniert...Es scheint, als wenn nur Jungen das Ziel dieses Lehrers sind. Und wie soll es sein, er ist im selben Jahrgang wie mein Kind.

Eigentlich geht es mir aber direkt um folgendes:

Betreuungsregelungen, Anzahl der Schüler pro Betreuungskraft (in dieser Situation 24/1), Schulung der Betreuungskraft, Ausbildung der BK, was darf sie oder auch nicht. Mir kam zu Ohren, dass sie eigentlich nicht mit den Betreuungskindern auf den Schulhof darf, tut es aber. Sie ist eine nicht pädagogisch, etc. ausgebildete Kraft, aber super nett. Ich möchte ihr persönlich keinen Strick draus drehen, aber wenn der Ratio nicht stimmt, usw. möchte ich gerne etwas in der Hand haben, wenn ich mit der Schulleitung spreche.

Die sofortige Abmeldung meiner Tochter von der Betreuung ist schon, mit Begründung, gedruckt, mit Bitte um eine Diskussion dieser, inzwischen, gehäuften Vorfälle.

So, nu aber Schluss.

LG,
Sue








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Angelika





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Erstellt am 07.06.2005 - 08:28 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

jasue schrieb



Eigentlich geht es mir aber direkt um folgendes:

Betreuungsregelungen, Anzahl der Schüler pro Betreuungskraft (in dieser Situation 24/1), Schulung der Betreuungskraft, Ausbildung der BK, was darf sie oder auch nicht. Mir kam zu Ohren, dass sie eigentlich nicht mit den Betreuungskindern auf den Schulhof darf, tut es aber. Sie ist eine nicht pädagogisch, etc. ausgebildete Kraft, aber super nett. Ich möchte ihr persönlich keinen Strick draus drehen, aber wenn der Ratio nicht stimmt, usw. möchte ich gerne etwas in der Hand haben, wenn ich mit der Schulleitung spreche.

Die sofortige Abmeldung meiner Tochter von der Betreuung ist schon, mit Begründung, gedruckt, mit Bitte um eine Diskussion dieser, inzwischen, gehäuften Vorfälle.

So, nu aber Schluss.

LG,
Sue





Nochmal Hallo!

Schön, dass deine Tochter so reagiert - meine hat in einem ähnlichen Fall direkt zugetreten - was nun in ihrer Schulakte steht - allerdings ohne zu erwähnen, dass der Junge sie zuvor unsittlich berührt hat.

Nun zu deinem aktuellen Problem:

Die "Verlässliche Halbtagsschule" scheint bundesweit leider noch nicht ganz so verlässlich zu sein.
Die Betreuungszeiten, -schlüssel und die Qaulifikation der Betreuer ist oft individuell geregelt.

An unserem Schulrat prallten kürzlich sogar wochenlange, völlig unbeaufsichtige Zeiten (Grippewelle) ganz geschmeidig ab. Er hätte ja schließlich keine Horden von Vertretungspersonal, die mit den Füßen scharrend in den Startlöchern stehen - hieß es in der Presse hierzu.

Sind solche Dinge nicht in eurem Betreuungsplan aufgelistet und geregelt?
Wie sieht es mit dem Schulkonzept aus - da muss doch etwas zu finden sein - ist im Sekretariat einzusehen .

Wichtig ist, dass ein Gespräch über die Vorfälle in Gang kommt, und dass es dir gelingt zu beweisen, dass es sich eben nicht um "bedauerliche Einzelfälle" handelt, und dass Handlungsbedarf besteht.

Eigentlich war ich ja postitiv überrascht, dass du überhaupt einen Anruf erhalten hast - bei uns sieht man über so etwas NOCH ganz locker hinweg.

Viel Erfolg wünsch ich euch!

Angelika





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Ulrike
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Erstellt am 07.06.2005 - 18:50 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo jasue,

für Niedersachsen gibt es (wie auch für die übrigen Bundesländer) keine Verordnung über eine Schüler/Aufsichtsrelation! Schon gar nicht wenn es sich ? und das vermute ich mal ? um eine freiwillige, durch Betreuungs-Fördervereine organisierte Maßnahme handelt.

Durch Gesetz oder Erlass sind folgendes geregelt:

Nds. SchulG (NSchG,NI)

§ 62 NSchG - Landesrecht Niedersachsen

Aufsichtspflicht der Schule
(1) Die Lehrkräfte haben die Pflicht, die Schülerinnen und Schüler in der Schule, auf dem Schulgelände, an Haltestellen am Schulgelände und bei Schulveranstaltungen außerhalb der Schule zu beaufsichtigen. Die Aufsicht erstreckt sich auch darauf, dass die Schülerinnen und Schüler des Primarbereichs und des Sekundarbereichs I das Schulgrundstück nicht unbefugt verlassen
(2) Geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule (§ 53 Satz 1), das Betreuungspersonal (§ 53
Satz 2) sowie geeignete Erziehungsberechtigte können mit der Wahrnehmung von Aufsichtspflichten betraut
werden. Auch geeignete Schülerinnen und Schüler können damit betraut werden, wenn das Einverständnis ihrer
Erziehungsberechtigten vorliegt.

(§ 53 Übrige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschreibt nur in welchem Dienstverhältnis die genannten Personen stehen)

Das bedeutet : JEDE/R DARF betreuen, hier gibt?s also zunächst keine weiteren Anhaltspunkte irgendeiner Einschränkung .
Die Arbeit in der Grundschule
Erlass des MK vom 3.2.2004 ? 301.2-31020 ?

2. Aufgaben und Ziele
?..
2.3 In der Grundschule wird eine eigene altersangemessene Form des Zusammenlebens
und Arbeitens entwickelt. Diese erfordert entsprechende Regeln, die mit der Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen sowie der Achtung der religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen Anderer einhergehen. Das Zusammenleben in der Schule muss gelernt und geübt werden. Dazu gehört, sich anderen Schülerinnen und Schülern gegenüber situationsangemessen, hilfsbereit und rücksichtsvoll zu verhalten, eigene Wünsche zurückzustellen, mit Rückmeldungen zu Lernergebnissen angemessen umzugehen, sich an Ordnungsformen zu halten, Regeln der Zusammenarbeit zu beachten, aber auch sich selbst zu behaupten und eigene Standpunkte zu vertreten. Die Schule sorgt für ein positives soziales Klima, nimmt auf den unterschiedlichen Stand sozialer Fähigkeiten bei den Schulanfängern Rücksicht und führt die Schülerinnen und Schüler in einem individuell fortschreitenden Prozess zu den genannten Zielen.

Viel geben diese "Texte" nun wirklich nicht her: unverbindliche, weit ausladende "Formeln", die jede Schule eigentlich für sich erst mit Inhalten füllen muss.
Aber darin liegt auch die Chance der Beteiligten "Vorort", hier aktiv mitzuwirken und zu gestalten.
Die Diskussionen ?Wie viel Aufsicht brauchen unsere Kinder?? kenne ich seit Jahren.
Dabei lehne ich die Schulhöfe mit Gefängnis-Aufsichten allerdings genauso ab, wie die Aufsichtsführenden ???Kaffee-Tanten?, die während des Plausches über die neue Haarfarbe der Kollegin X auf dem Schulhof nicht gestört werden wollen!
Aber darin sind wir uns ja vermutlich einig!
Ich bin auch der Überzeugung, dass den Kindern Möglichkeiten des ???Unbeobachtet-Sein? eingeräumt werden müssen.
Nun schreibst du, dass sich bei euch an der Schule Vorfälle häufen, das ist natürlich bedenklich!
Besonders dann, wenn etwas gegen den Willen von Kindern geschieht und eher alle nichts sehen und wahrnehmen wollen, statt hinzuschauen und zu handeln.
Also wichtig bleibt, dass von Elternseite die Probleme offensiv dargelegt werden und ein dem Erziehungsauftrag der Schule entsprechendes Handlungskonzept erstellt wird!
Da wird es unterschiedliche Anregungen geben, die sich aber durchaus in einem Konzept verwirklichen lassen!

Liebe Grüße

Ulrike




SignaturULrike Schober-Steinemann
(Moder.)

Wenn Wissen vom Kopf in den Bauch rutscht,
wird es zur Überzeugung.
Helga Schäferling
(*1957); deutsche Sozialpädagogin

jasue





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Erstellt am 07.06.2005 - 19:34 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo zurück, Ulrike,

ja einige dieser "Gummiparagraphen/Vorschläge" hatte ich auch schon entdeckt, aber den hier noch nicht:

Die Schule sorgt für ein positives soziales Klima, nimmt auf den unterschiedlichen Stand sozialer Fähigkeiten bei den Schulanfängern Rücksicht und führt die Schülerinnen und Schüler in einem individuell fortschreitenden Prozess zu den genannten Zielen.

Das lässt sich doch ausbauen. Ich möchte ja auch lieber mit der Schule an diesem Problem arbeiten, als gegen.

Ich hoffe nur, dass all dies nicht eskaliert. War da heute Zeugin, wie der Lehrer einen Schüler "disziplinierte" und das dies anscheinend alltäglich ist, war mir aus der Reaktion der anderen Kinder und Lehrer ersichtlich. Für mich ein erschreckendes Erlebnis!

Vergessen eigentlich alle, dass Kinder auch nur Menschen sind, aber eben Menschen in Ausbildung?

Danke Angelika und Ulrike für Rat und Schulter, werde wohl in nächster Zeit öfter hier sein und dann auch hoffentlich a. positives berichten können und b. auch ein bisschen helfen können.

LG aus dem Norden,

Sue

P.S.: Natürlich möchte ich auch keinen Orwellschen Schulhof oder Schule.

[Dieser Beitrag wurde am 07.06.2005 - 19:51 von jasue aktualisiert]




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jasue





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Erstellt am 09.06.2005 - 08:08 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Und hier geht's weiter:

Nachdem der Lehrer beide Schüler und meine Tochter interviewt hat, werden jetzt die beiden (einer hat den anderen angeleitet) bestraft (Müllsammeln, etc. Auszeiten wenn die anderen draussen sind).

Mir wurde dazu noch vom Klassenlehrer mitgeteilt, dass ich mein Kind erst zum Halbjahresende aus der Betreuung nehmen könnte, aber sie bis Montag Pause machen sollte, dann würde man weiter sehen.

Ich hab ihr das gesagt, sie will absolut nicht mehr in die Betreuung. Verstehe ich ja auch. Werde mich also noch, so kurz vor den Ferien, mit Schulleiter und Klassenlehrer unterhalten müssen.

Das andere Kind über das ich schrieb, hat die Mutter jetzt erstmal zu Hause behalten, er will nichts sagen úber Geschehnisse im Klassenraum, aber er ist total verängstigt und will nicht in die Schule, Weinen, Bauchweh etc. Sie wird jetzt ihren Kinderarzt zu Rate ziehen.

Ah, ja: und heute ist übrigens "Schreitag"...diesen Namen hat Donnerstag bei den Kindern, der einzige Tag an dem der Klassenlehrer den ganzen Tag unterrichtet....Kein Kommentar...

LG,
Sue




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besorgteMami





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Erstellt am 09.06.2005 - 09:37 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hey, sue.
Bei uns auf dem Schulhof - der nach meinem Dafürhalten gar nicht so unübersichtlich ist - ist die Pausenaufsicht auch so eine Sache.
Ab und zu glaube ich, dass der/die Zuständige einfach vergisst, nach draußen zu gehen. Auf dem Flur noch aufgehalten wird, schnell noch kopieren muss oder was weiß ich noch machen muss.
Mein Rat, den ich nach nun sechs Jahren GS-Erfahrung dir geben kann, ist: Schau, dass dein Kind viele Freundinnen/Freunde hat. Unerlässlich, wenn was passiert, niemand hat so schnell den Lehrer gefunden, als die beste Freundin, während sich die zweitbeste um die Verletzte kümmert.
Der nächste Punkt, der noch viel wichtiger ist, schick deine Tochter in eine (Kampf)sportart.
Ja, ich hör schon die Anderen, die erschreckt aufschreien. Aber ich habe selbst diese Erfahrung gemacht.
Unser Ältester wurde von einem Drittklässler als Opfer auserkoren; in den Pausen geschubst, Bein gestellt, Mütze abgeholt.
Mein Rat zur Aufsicht zu gehen oder mit dem KL zu reden, war zwar pädagogisch richtig, aber leider völlig wirkungslos. Auch mein Gespräch mit dem Lehrer wurde mit einer ähnlichen Antwort beschieden, die du erhalten hast: Wir können nicht überall sein.
Nächster Schritt: Selbsthilfe. Mein Mann hat sich das nette Bürchen mal dazwischen genommen und ihm erklärt, dass wir nicht mögen, dass er unseren Sohn so ärgert und quält und dass wir uns notfalls auch mit seinen Eltern in Kontakt setzen werden. Reaktion von <Bürchen>: Lachen, mach doch!
Also auch von dieser Seite her keine Abhilfe zu erhoffen. (Die Mama ist alleinerziehend und mit dem Lümmel damals schon überfordert. Ich will ihr keinen Vorwurf machen, sie hat bestimmt getan was sie konnte, die Tochter ist auch gut geraten. Nur halt der Sohn ....)
Bei unserem Jugendpfleger, einer Stelle in der Gemeinde, fand ich Hilfe. Er riet mir, das Selbstvertrauen unseres Kindes mit Hilfe einer Sportart aufzubauen. Er kannte das Problem auch aus eigener leidvoller Erfahrung und riet mir gleich zu Judo oder Jujutsu (hab ichs richtig geschrieben?)
Judo hat den schönen Vorteil, dass der Verteidigungscharakter im Vordergrund steht. Es wird nicht - wie bei Karate - auf Angriff trainiert. Außerdem wird die Würde des Gegners immer beachtet (es wird vor und nach dem Kampf gegrüßt). Er konnte mir sogar zwei Vereine im Umkreis nennen.
Unser Sohn hat sich das Training angesehen und beschlossen, es mal zu probieren. Wir haben ihm aber auch erklärt, dass das was wir sieben Jahre lang erzogen haben schon richtig ist, aber in solchen Fällen wie bei dem anderen Jungen es leider nichts bringt zu diskutieren und man sich dann auch anders helfen muss.
Nach einem Monat war unser Sohn fest im Verein, hatte seinen ersten Griff gelernt. Dem Drittklässler teilt er dann auch mit, dass er nun Judo könne. Und bot ihm ein Päckchen Gummibären an. Ob sie nicht jetzt aufhören könnten ihn zu ärgern, er hätte gelernt, er dürfe niemandem wehtun.
Ja, das hat gewirkt. Unser Sohn hat Ruhe vor ihm, er hatte nie wieder Probleme mit irgendeinem.
Als er dann im Dezember (drei Monate nach Trainingbeginn) auf einem Anfänger-Turnier auch noch eine Medaille holte, [er hatte solch sagenhaftes Glück, dass in seiner Gewichtsklasse nur drei Meldungen waren], diese mit in die Schule brachte und stolz auch herumzeigte, war diese Schulhof-Geschichte endgültig Geschichte.
Und seine jüngeren Geschwister profitierten (immer noch) davon.
Fabian hat seine Kampferfahrung nicht einsetzen müssen, es hat gereicht, dass seine Haltung eine Art von "Ich kann im Notfall kämpfen - und auch gewinnen!" ausgestrahlt hat.

Es ist doch länger geworden, als ich beabsichtigte.
Sorry. Ich möchte dir aber zeigen, dass du mit dem richtigen Ansatzpunkt deiner Tochter helfen kannst.
Da sie ja wütend reagiert hat, denke ich, sie ist auch eher eine Person, die eher aktiv ist, die lieber etwas tut, als dass sie still leidet.
Sprich mit ihr, frag sie, was ihr Spaß machen würde.
Eine Vereinsmeisterin im 300m Schmetterling, oder die Altersklassen-Zweite im Sprint wird auch respektiert und das Selbstbewusstsein steigt.

Auf die Aufsicht zu hoffen, dürfe ein hoffnungs-loses Unterfangen bleiben.







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