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Anmeldedatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 12:38    Titel: Kopie: LRS ( Seite 2) Antworten mit Zitat

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Tanja ...



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... Erstellt am 21.10.2005 - 20:26 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo Marlene,

wenn ich jetzt nicht ganz daneben liege, hat wirkliche Legasthenie, im Unterschied zu einer Lese-Rechtschreibschwäche eine genetische Ursache in Form einer Störung auf dem Chromosom 15 und 6.
Wodurch Martians Ausführung doch unterstützt wird.
Eine genetische Störung gilt im landläufigem Sinne hier als Krankheit.
Wenn gleich deine Erklärung natürlich die besser annehmbare ist.Und ich dieser in vielen Punkten zustimme. Aber das eine und das andere schliessen sich ja nicht aus.

LG Tanja




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Martian



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... Erstellt am 21.10.2005 - 22:24 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Neurobiologische Befunde zeigen klar Veränderungen
im Gehirn von Personen mit Legasthenie.
Genetische Einflüsse spielen zweifellos eine wichtige
Rolle bei der Legasthenie. Molekulargenetischen
Untersuchungen geben sichere Hinweise, dass
mehrere Genorte auf dem Chromosomen 1p, 2p
(DYX3), 3q (DYX6), 6p (DYX2), 6q (DYX4), 15q
(DYX1) und 18p (DYX5) eine Rolle bei der Entstehung
einer Legasthenie einen Einfluss ausüben.
Die Kombination von Lese- und Rechtschreibstörung
und ADHD (Attention-Deficit-Hyperactivity-
Disorder) ist bei etwa 30% der Kinder mit
Legasthenie gegeben.


Solange weder die Gesellschaft noch die Familien und schon gar nicht die Schulen bereit sind, die Fähigkeiten, Talente sowie die Kreativitätspotentiale eines Legasthenikers als Chance und Geschenk zu sehen, wird sich leider trotz schöner Worte nichts ändern.

Erst wenn zumindest einige Menschen im Umfeld eines Legasthenikers begreifen und verstehen, dass eine Dyslexie eine genetisch-biologische Teilleistungsstörung ist, hat er/sie eine Chance, die Phänomenalitäten seiner Fähigkeiten zu nutzen.

Solange aber weiterhin nur Thesen, Phrasen und Kopien irgendwelcher Postings genutzt werden, mit denen das Leben eines Legasthenikers zwangsläufig erschwert wird, wird die Genialität eines Dyslektikers nie zum Einsatz kommen können.

Einen schönen Tag wünscht

martian



Tanja ...



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... Erstellt am 21.10.2005 - 22:33 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Und was schlägst du vor?
Gespräche mit Lehrern verlaufen oftmals in heftige Frustunterhaltungen und Sackgassen.
Förderungen für die Kinder privat sind teuer und von manchen einfach nicht leistbar.
§35a ist nicht bei jedem Anwendbar.
Nicht alle Eltern verfügen über genügend Wissen ihren Kindern selber helfen zu können.
Was wäre also eine tatsächlich praktikable Lösung?





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sondern wie B es versteht.

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Erika ...



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... Erstellt am 22.10.2005 - 00:24 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo,

nach mehrjähriger Beschäftigung mit den Themen Lernstörungen allgemein, motorische Auffälligkeiten, ADS, Legasthenie, autistische Züge, Tics, Epilepsie usw. bin ich absolut nicht mehr von der ausschließlich genetisch bedingten Krankheit/Störung "Legasthenie" überzeugt, schon gar nicht von der Unheilbarkeit.

Hierzu noch einmal folgende Links:

Diese Grafik hat mir sehr geholfen, die Zusammenhänge der kindlichen Entwicklung zu verstehen.

www.arcor.de/palb/alben/16/394016/1024_6362336534353565.jpg

Zu genetischen Disposition z.B. bei der visuellen Wahrnehmung: s. Seite 15 unterer Absatz hier</a><a href="http://www.chucholowski.homepage.t-online.de/praxis/downloads/bedeutung_persistierender_primitiver_reflexe_beim_Lesen.pdf" target=new>www.chucholowski.homepage.t-online.de/praxis/downloads/bedeutung_persistierender_primitiver_reflexe_beim_Lesen.pdf

Die Bedeutung der Basisfunktionen Bewegen und Wahrnehmen für das Erlernen von Lesen und Schreiben
www.pi-tirol.at/lrs/Vortrag%20Gudrun%20Kesper.doc

Der Brainboy von Warnke (ca. ? 160,00) wurde bereits von Marlene erwähnt. Wir haben ihn auch benutzt und Erfolge erzielt. Allerdings ist die Hörverarbeitung nur ein Teil des Ganzen. Wenn die Hörverarbeitungsstörung ein besonders dicker Brocken bei einem Kind ist, kann damit sehr viel erreicht werden. Den dicksten Brocken zu finden, ist aber nicht einfach.

www.legasthenie.de/Methoden/TewesStudie.pdf
www.meditech.de/article.php?article=20013

Hier geht es um Winkelfehlsichtigkeit, ebenfalls ein Teil von Entwicklungsstörungen
www.meditech.de/article.php?article=30010

Auch hier www.foren.de/system/thread-lernbehi....dlegasthenie-emgs-284089- haben wir schon einmal darüber diskutiert.

Allein mit Schulmedizinern kommt man leider nicht weiter.

Tanja schrieb

Was wäre also eine tatsächlich praktikable Lösung?



Ohne finanzielle Mittel der Eltern sieht es zur Zeit wirklich schlecht aus, außer im Schulamtsbezirk Wetzlar. Alle Eltern, die sich allerdings auch Urlaubsreisen leisten können, wären finanziell in der Lage, statt eines z.B. Mallorca-Urlaubs in die Zukunft ihres Kindes zu investieren.

Förderung ist eigentlich Aufgabe der Schulen. Es gibt inzwischen Schulen, die tatsächlich Förderung anbieten, die an den Ursachen ansetzt. Leider sind diese immer noch die Ausnahmen. Dazu braucht es gut ausgebildete Lehrer. Die sind ebenfalls Ausnahmen.

Vieles könnte allerdings bereits im ersten Lebensjahr getan werden, um eine Legasthenie oder auch andere Lern- und Verhaltensprobleme zu verhindern. Dazu braucht man Ärzte, die über ihren Tellerrand hinausschauen. Die gibt es bisher leider nicht so häufig.

Ich würde bei Legasthenie oder anderen Lern- und/oder Verhaltensauffälligkeiten zuerst bei www.kiss-kid.de hereinschauen. Dort gibt es inzwischen einige erfahrene Mütter, die gute Tipps geben können.

Falls sich hier jemand weiter in die Richtung "Entwicklungsstörungen" informieren möchte und Fragen hat, stehe ich gern zur Verfügung.

Ich gebe es zu, das war wieder ganz schön viel Geschreibsel. Weniger ist manchmal mehr! Das Thema ist leider so umfangreich und schwer, in wenigen Sätzen deutlich zu machen.

Viele Grüße
Erika






Signatur"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

DorisCarnap ...
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... Erstellt am 22.10.2005 - 11:42 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Liebe Heike,

die Arbeit des PTE kenne ich nicht.

Ich habe beobachtet, dass viele Eltern eine Therapie nach der anderen mit ihren Kindern machen lassen, sehr viel Geld für diese Therapien ausgeben, nebenbei die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen, über den Erfolg der Therapie unzufrieden sind, sie abbrechen, die Kinder neu testen lassen und so weiter. Irgendwann können die Eltern dann mit der Rechtschreibleistung ihrer Kinder leben und diese Therapie war dann erfolgreich. Die Kinder, an deren Fähigkeiten über Jahre gezweifelt wurde (teilweise lagen auch IQ-Tests mit falschen erschreckend niedrigen Werten vor) werden depressiv, aufsässig, machen dann 'dicht' in der Pubertät.

Ich habe einen anderen Weg gewählt. Ich habe mich auf die Unterstützung zu Hause beschränkt, die aber mit eigener positver Einstellung gemacht.

Das Buch das bei mir für tieferes Verständnis gesorgt hat, war das von Marlene auch beschriebene 'Legasthenie als Talentsignal' von Ronald Davis. Ich kannte ja die Legasthenie nur im Erwachsenenalter, wie sie bei Vater und Großvater noch zu merken war, als kleine Schwäche.

Die Schwierigkeiten begannen bei meinem Sohn in der dritten Klasse, als sein Lehrer anfing ungeübte Diktate zu schreiben. Die erste Note stand für einen bis dahin sehr guten Schüler gleich hart und eindeutig darunter:
6

Glücklicherweise war es zu Beginn des dritten Schuljahres, ich konnte ihn dabei unterstützen, das Überprüfen der Rechtschreibung über die Regeln zu erlernen und die Empfehlung des Lehrers zu vergessen, der meinte, die deutsche Sprache sei lauttreu und die Schüler brauchen doch nur zu schreiben was sie hörten. Das tat mein Sohn brav, er schrieb: Der Vatter vert Farat - als die Unterrichtseinheit 'Wörter mit dem Buchstaben 'V' abgeprüft wurde! Der Schluss des Lehrers aus derartigen Fehlen: Er hat nicht gelernt, war also nur faul. Mein Sohn selbst war zutiefst entsetzt über die eigene Unfähigkeit das Gelernte umzusetzen.

Ich konnte durchsetzen, dass die Rechtschreibnote ausgesetzt wurde, eine schulische Förderung wurde auch eingeleitet, aber die Hauptaufgabe bei der Förderung habe ich übernommen. Wichtig ist es den Kindern zu erklären, dass sie die Rechtschreibung erlernen können, dass es nur länger dauert und auch mühevoller ist. Auch wichtig ist es, den Kindern klarzumachen, dass sie ganz normal sind und dass die Schwäche beim Lesen und Schreiben lernen, auf der anderen Seite Stärken mit sich bringt: die gute räumliche Wahrnehmung. Ich hatte meinem Sohn damals eine Liste mit bekannten Personen, die auch Legastheniker sind ausgedruckt www.dyslexia.com/qafame.htm
de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Für mich war es besonders wichtig sein Selbstwertgefühl zu stärken. Das war nicht ganz einfach, sein Lehrer arbeitete heftig dagegen, er hatte keinerlei Verständnis für die legasthenen Schwächen seines Schülers, den er für sehr leistungsfähig und auch besonders intelligent hielt.

Ich habe meinen Sohn etwa bis zum Ende des siebten Schuljahres regelmäßig unterstützt. Als es im vierten Schuljahr losging mit Aufsatzschreiben, habe ich mir manchmal den Text von ihm diktieren lassen, in den Computer getippt, ausgedruckt, er hat ihn dann abgeschrieben und ich habe nochmal Korrektur gelesen. So hat er gelernt gut zu formulieren, er hatte außerdem einen Text, der nicht zu unsauber aussah und war nicht entmutigt vom zu vielen Schreiben müssen. Er hatte Schwierigkeiten zu lesen und hat über lange Zeit nur Comics gelesen. Mit Harry Potter allerdings änderte sich das als er 9 Jahre alt war.

Er weiß, dass er durch gute mündliche Mitarbeit die schwächeren schriftlichen Noten ausgleichen muss. In Englisch hat er keine großen Probleme (Englisch war seine erste Schulsprache, wir lebten einige Jahre im Ausland) aber dafür in Französisch um so mehr. Allerdings anstatt ihn mit Nachhilfe zusätzlich zu belasten, habe ich am Anfang Vorhilfe geleistet. Zu Beginn einer neuen Lektion habe ich diese mit ihm durchgelesen und ihm die unbekannten Wörter übersetzt - das dauert ca 10 -15 Minuten. Fast jeden Abend vor dem Schlafengehen liest er sich den Text und die Vokabeln nochmal durch. Auf diese Weise lernt er viel ohne große Anstrengung.

Wichtig ist es für etwas zu sorgen bei dem das Kind erfolgreich sein kann - das kann je nach Fähigkeit Sport, Musik oder Schachspielen (bei Älteren auch Computerspielen) sein.

Er ist jetzt 15 Jahre, seine Rechtschreibung ist in Deutsch einigermaßen erträglich, hauptsächlich hat er noch Schwächen in der Groß- und Kleinschreibung, diese Probleme scheinen aber viele Jungen in der Pubertät zu haben. Seine Schrift allerdings ist katastrophal. Er ist selbstbewußt, er kann mit seiner Schwäche leben und er hat jetzt eingermaßen verständnisvolle Lehrer.

Interessanter als die Besonderheiten der Gene finde ich die Unterschiede bei der Arbeit des Gehirns. Beim Gehirnscan von Legasthenikern und 'Normalos' haben Sally und Bennett Shaywitz (Yale Center for the Sudy of Learning and Attention) festgestellt, dass es einen Unterschied bei der Nutzung gibt. Es werden von Legasthenikern andere Regionen des Gehirns benutzt, als von Kindern mit guten Leistungen im Lesen und Rechtschreiben. Es werden Regionen genutzt, die für das Erkennen der Linien und Kurven, also den visuellen Anteile der Schrift (der Buchstaben) gut geeignet sind. Diese Schwäche beim Dekodieren der Worte ist aber eingebettet in viele Stärken ? das Vorstellungsvermögen, das Verständnis für Wortinhalt und Satzbau, das Allgemeinwissen, der Wortschatz, das logische Denken, die Fähigkeit kritisch zu Denken und das Problemlösen. Diese Fähigkeiten sind meist überdurchschnittlich gut vorhanden!

Hier unter dieser Rubrik (Förderung LRS) habe ich unter phonologischer Bewußtheit mehr über die Arbeit von Sally und Bennett Shaywitz geschrieben, das Buch 'Overcoming Dyslexia' wurde bis jetzt immer noch nicht ins Deutsche übersetzt, aber mittlerweile ist eine billigere Taschenbuchausgabe auf dem Markt.

Das wichtigste für uns Mütter ist für die Schwächen unserer Kinder Verständnis zu entwickeln und Geduld, verständnisvolle Lehrer scheint dein Sohn ja zu haben.

Berichte doch mal wir das PTE arbeitet, welche Tests dort gemacht wurden und wie die Eltern eingebunden und informiert werden.

Doris




Signatur"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

MarleneMayer ...
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... Erstellt am 22.10.2005 - 11:49 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Liebe Tanja,

es handelt sich bei dem Beitrag, siehe auch Link, nicht um meine Erklärung!

Bei dem Wort, Begriff Krankheit, frage ich mich just in dem Moment, was dann das Wort, Begriff "Gesundheit" bedeutet. Wer oder was ist krank und wer oder was ist gesund? Was bedeutet die "Norm", bzw. was fällt unter die "Norm"?


Marlene Mayer




Braunauge ...



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... Erstellt am 22.10.2005 - 14:38 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

ADS, Legasthenie, autistische Züge, Tics, Epilepsie usw. bin ich absolut nicht mehr von der ausschließlich genetisch bedingten Krankheit/Störung "Legasthenie" überzeugt, schon gar nicht von der Unheilbarkeit. schrieb



Wie belegst du das ? Denn die Stammbäume vieler Betroffender, zeigen sehr deutlich die Vererbbarkeit der Legasthenie . Vererbbar ist aber nur ein genetischer Defekt. Wie Doris schon schrieb ist die Veränderung im Gehirn schon nachgewiesen. Daher ist das für mich zumindestens erwiesen .

Natürlich gibt es auch Rechtschreibschwächen die "heilbar" sind. Hier ist das Problem aber ganz anders gelagert . Eventuell kommen dann hierfür tatsächlich die von dir beschriebenen Ursachen zum tragen oder eine falsche Übermittlung. Und dann wären die Therapien auch zu 100 % wirksam. Bei einer "wirklichen" Legasthenie erreichst du das nicht !

Bei dem Wort, Begriff Krankheit, frage ich mich just in dem Moment, was dann das Wort, Begriff "Gesundheit" bedeutet. Wer oder was ist krank und wer oder was ist gesund? Was bedeutet die "Norm", bzw. was fällt unter die "Norm"?

schrieb

Frage : Ist eine Behinderung für dich keine Krankheit ? Wenn jemand nicht laufen kann , ist er dann nicht krank ? Behindert ihn das nicht ? Ist er nicht trotzdem auf anderen Gebieten zu Höchleistungen in der Lage ?

Ich finde das ADS´ler u. Legastheniker (nur damit habe ich bisher Erfahrung) , eine sehr starke Behinderung haben u. das damit für mich auch unter Krankheit fällt. "Krank sein" muss man ja nicht gleichsetzen mit "nicht normal sein" . In einem Krankenhaus bin ich als Kranker normal, aber im Büro bin ich als Kranker eben nicht normal !

Ich denke kaum das es den Betroffenden hilft das "Andersein" nett zu umschreiben , oder es gar als besondere Begabung auszulegen. Eher sollte es heißen : "Dafür hast du andere besondere Begabungen !"

Aus meiner Sicht ist es besser die Betroffenden mit ihrem "Anderssein" stark zu machen u. ihnen beizubringen wie sich am besten damit arrangieren . Dazu gehört natürlich auch "Hilfestellung" in verschiedenen Formen . Man sollte den Betroffenden nicht immer die Illusion vermitteln , das da immer ein gewisser Schonraum für sie bereit steht. In der Schule können wir das noch erkämpfen, aber danach .... ?

Akzeptanz JA ! Sich darin ERGEBEN NEIN !

Ohne finanzielle Mittel der Eltern sieht es zur Zeit wirklich schlecht aus, außer im Schulamtsbezirk Wetzlar. Alle Eltern, die sich allerdings auch Urlaubsreisen leisten können, wären finanziell in der Lage, statt eines z.B. Mallorca-Urlaubs in die Zukunft ihres Kindes zu investieren. schrieb

Auch das finde ich in der Pauschalbetrachtung einfach nur falsch ! Wer sich beides leisten kann hat wohl das Optimum . Wer aber die Wahl hat sollte den Urlaub vorziehen, als sein Kind von Terapie zu Therapie zu schleppen. Gerade Eltern die die Förderung ihrer Kinder selbst in die Hand genommen haben brauchen mal eine "Auszeit" . Auch für das Kind unheimlich wichtig ! Es kann und darf sich nicht immer alles um das Kind, die Schule, die Behinderung drehen !

Sehr schön ist das auch in dem Buch : " Wenn Kinder anders sind - Unterstützung für Mütter in Not. " beschrieben. >>>>> Unbedingt lesen !!!!!!!

Eine Mutter sagte noch letzte Woche zu mir : " Meine Güte ich bin einfach nur froh in den Ferien mal den Stift fallen lassen zu dürfen u. zu sehen wie mein Kind einfach mal Kind sein darf schenkt mir wieder enorm viel Kraft für den Schulalltag ! "

LG Braunauge




DorisCarnap ...
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... Erstellt am 22.10.2005 - 15:35 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo an alle,

www.lernen-heute.de/legasthenie.html schrieb

"Legasthenie wird auch heute noch im International Code of Diseases (ICD), dem Verzeichnis der anerkannten Krankheiten, aufgeführt "




Die Abkürzung ICD steht für 'International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems' also "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" icd.web.med.uni-muenchen.de/texte/icd10.quelle.html

Die zur Zeit gültige Version heißt ICD -10 (10. Revision. Und dort sind unter dem Thema Entwicklungsstörungen (F81.-) 'Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten' aufgeführt mit dem Hinweis:

"Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungstadien an gestört sind. Dies ist nicht einfach Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen; es ist auch nicht allein als Folge einer Intelligenzminderung oder irgendeiner erworbenen Hirnschädigung oder -krankheit aufzufassen."

Unter F81.0 Lese- und Rechtschreibstörung der Hinweis:

Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wieder zu erkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefähigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebenen Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus. Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig.

www.lumrix.de/icd.php?f=lumrix-get&....rce%2Ff%2Ff81.xml&h=1


Die ICD-10 wird seit dem 01.01.2000 zur Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung (§§ 295 und 301 SGB V) eingesetzt, insbesondere für die Zwecke des pauschalierenden Entgeltsystems G-DRG (German Diagnosis Related Groups). Für diese Zwecke wird die ICD-10-GM verwendet, die bis zum Jahr 2003 als ICD-10-SGB-V bezeichnet wurde. GM bedeutet "German Modification", SGB V steht für "Sozialgesetzbuch V" www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/#diagnose"

Hier ein Link zur Geschichte des ICD :

icd.web.med.uni-muenchen.de/texte/6.icd10.r.html

Doris




Signatur"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson

MarleneMayer ...
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... Erstellt am 22.10.2005 - 18:29 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Einer meiner Töchter hat eine geistige Behinderung.

Eine Behinderung ist für meine Begriffe nicht unbedingt eine Krankheit, sowie eine Krankheit auch nicht unbedingt eine Behinderung ist
Wenn jemand nicht laufen kann, dann kann er nicht laufen, ist in seiner Bewegung behindert, aber krank, warum kann er nicht laufen, auf Grund eines Unfalls oder auf Grund einer Krankheit? Behindert gleich zu setzen mit Krankheit ist nicht akzeptabel für meine Begriffe.

Bleiben die Frage offen, was oder wer ist die Norm? Was oder wer ist gesund, was oder wer ist krank?

Marlene Mayer




Erika ...



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... Erstellt am 22.10.2005 - 23:34 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

Hallo,

Doris schrieb

Ich habe meinen Sohn etwa bis zum Ende des siebten Schuljahres regelmäßig unterstützt. Als es im vierten Schuljahr losging mit Aufsatzschreiben, habe ich mir manchmal den Text von ihm diktieren lassen



Genau das habe ich heute mit meinem 8.jährigen Sohn (3. Klasse) gemacht. Er schreibt nächste Woche seine 1. Bildergeschichte als Klassenarbeit. Schreiben strengt ihn immer noch sehr an (bisher kein Legastheniker). Das Üben in der Schule und Hausaufgaben allein reichen nur selten für meine Kinder, obwohl sie sicher intelligent sind. Bin ich zu ehrgeizig? Ich denke nein.

Die Wichtigkeit, die Kinder zu stärken und ihnen zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen sehe ich genau so, Doris.

Ich habe meine Kinder bisher übrigens nicht von einer Therapie zur nächsten geschleppt und dann festgestellt, dass es nichts bringt. Im Grunde sind/waren es nur wenige Minuten täglich bzw. 1-3-malige Behandlungen (Kiss), die eine Sekunde dauern. Das bedeutet doch weniger Belastung als auf Dauer schlechtere Noten zu haben trotz mehr Üben als die anderen. Ich würde es immer wieder so machen.

Doris schrieb

Interessanter als die Besonderheiten der Gene finde ich die Unterschiede bei der Arbeit des Gehirns. Beim Gehirnscan von Legasthenikern und 'Normalos' haben Sally und Bennett Shaywitz (Yale Center for the Sudy of Learning and Attention) festgestellt, dass es einen Unterschied bei der Nutzung gibt.



Ja Doris, die Gehirne werden anders benutzt, das ist wohl richtig. So etwas ist auch eine Folge von Entwicklungsstörungen. Einerseits entwickeln sich dadurch besondere Talente und Fähigkeiten - Ron Davis habe ich auch gelesen - seine Methode ist sicher nicht schlecht - kenne auch 2 Kinder, die Erfolge damit erzielt haben, die aber m.E. nicht mit einer "Ursachen-Behandlung" vergleichbar sind - andererseits haben Kinder Defizite, z.B. mit der Rechtschreibung, meistens gekoppelt mit anderen Problemen.

Ich habe inzwischen sogar die Vermutung, dass die sogenannte Hochbegabung, die eigentlich treffender als besondere Begabung in bestimmten Bereichen bezeichnet werden müsste, mit Entwicklungsstörungen zusammenhängt. Hochbegabte scheinen ja zurzeit wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Frau Prof. Dr. Dr. Teuchert-Noodt (Neurobiologin), die ich bei einem Kongress zur kindlichen Entwicklung kennengelernt habe, findet meine Vermutung gar nicht so abwegig und berichtete, dass zurzeit gerade eine entsprechende Studie läuft.

Das Gehirn ist ein Leben lang lernfähig, das ist eigentlich der neueste Stand der Wissenschaft. Das sagen auch Gerald Hüther - Doris, er ist dir bekannt, Manfred Spitzer - Buch "Lernen" kennst du sicher auch - Fred Warnke - Frau Prof. Dr. Dr. Teuchert Noodt und ganz viele andere Fachleute sind ebenfalls überzeugt. Es gibt dafür inzwischen wissenschaftliche Beweise.

Jeder muss für sich entscheiden, ob sein Kind mit den besonderen Begabungen auf der einen Seite und den Defiziten auf der anderen gut zurecht kommt oder nicht. Bei meinem Großen sah ich trotz der von Doris genannten Unterstützung durch das Elternhaus die Notwendigkeit, an seinen Defiziten etwas zu verändern. Wir haben im 2. Schuljahr (zum Glück so früh) mit Förderung begonnen - ja, es hat einiges an Geld gekostet - die Förderung hat mein Kind nicht geqält und zeitlich nicht besonders in Anspruch genommen - weniger als ständiges unnötiges Üben, wenn die Basisfunktionen nicht da sind.

Braunauge schrieb

Wie belegst du das ? Denn die Stammbäume vieler Betroffender, zeigen sehr deutlich die Vererbbarkeit der Legasthenie . Vererbbar ist aber nur ein genetischer Defekt. Wie Doris schon schrieb ist die Veränderung im Gehirn schon nachgewiesen. Daher ist das für mich zumindestens erwiesen .



Die Veränderungen im Gehirn bestreite ich nicht. Wie ich oben schon schrieb, ist das Gehirn veränderbar, ein Leben lang.

Es gibt eine genetische Disposition, aber die ist nur ein Teil des Ganzen. Weiter oben habe ich einen Link eingestellt, in dem etwas zur genetischen Disposition im Bereich Sehen geht. Hier wird m.E. deutlich, dass z.B. mit einer Prismenbrille eine Menge ausgeglichen werden kann.

Meine Erkenntnisse habe ich mir wie ein Puzzle in mehr als vier Jahren durch eigene Recherche selbst zusammengesetzt. Ich weiß, ich stehe mit meiner Meinung nicht allein. Einen einzigen "Beleg" für die Richtigkeit meiner gewonnenen Erkenntnisse gibt es nicht, nur viele einzelne Puzzlesteine. Mein Empfinden ist zurzeit, dass zumindest über einzelne Teile meiner gewonnenen Erkenntnisse in den Medien immer mehr berichtet wird.
Ich kann ich nur empfehlen, viel in alle Richtungen zu lesen. Besonders ans Herz legen kann ich nach wie vor "Flügel und Wurzeln" von Dorothea Beigel (u.a. diplomierte Legasthenietrainerin), "Greifen und Begreifen" von Sally Goddard und "Bausteine der kindlichen Entwicklung" von Jean.A. Ayres (Entwicklerin der Behandlungsmethode "Sensorische Integration). Anderer Meinung sein kann jeder anschließend immer noch.

Hier noch ein Link zum Thema Legasthenie (auch zur genetischen Disposition):

www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_882.html

Den Schreiber Detlef Träbert (ehemaliger Lehrer und u.a. 1. Vorsitzender der Initiative "Humane Schule" habe ich kürzlich auf einem Seminar "Hirngerechtes Lernen" kennengelernt. Er weiß viel über Entwicklungsstörungen bzw. Basisfunktionen, die als Grundlage zum leichten Lernen vorhanden sein müssen, allerdings bisher auch noch nichts über Kiss und frühkindliche Reflexe.

Viele Grüße
Erika









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