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Generalstaatsanwalt befürwortet Gewalt gegen Kinder

 
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 17:11    Titel: Generalstaatsanwalt befürwortet Gewalt gegen Kinder Antworten mit Zitat

Warum werden Strafanzeigen von Eltern gegen Lehrer, die ihre Kinder geschlagen haben von Staatsanwälten eingestellt?

Begründet werden diese Einstellungen damit, dass "unangemessene Berührungen", treten oder schlagen pädagogische Maßnahmen seien, oder dass der Schlag ins Gesicht oder an den Kopf sehr leicht gewesen sei und keine (sichtbaren) Verletzungen zur Folge hatte. An die verletzten Kinderseelchen wird kein Gedanke verschwendet.


Auf das "Warum" findet sich hier eine Antwort:


Hansjürgen Karge, 64 Jahre alt, Generalstaatsanwalt beim Berliner Landgericht und damit Chef der größten deutschen Anklagebehörde befürwortet Gewalt gegen Kinder!




Karges schlagende Argumente

Der Generalstaatsanwalt, eben noch Opfer einer Attacke, teilt selbst wieder aus: Das Gewaltverbot gegen Kinder sieht er nicht so eng
Jan Thomsen

Dass dieser Mann hier fehl am Platz ist, war schon klar, bevor er nur ein Wort sagte. Denn Hansjürgen Karge, 64 Jahre alt, Generalstaatsanwalt beim Berliner Landgericht und damit Chef der größten deutschen Anklagebehörde, saß an diesem Dienstagabend auf dem Podium ausdrücklich als Experte zum Thema Jugendkriminalität: Die CDU Zehlendorf hatte eingeladen, ins Gemeindehaus im Kiez um den Lupsteiner Weg, wo im August der 16-jährige Keith M. einen sieben Jahre alten Jungen erschlug.

Nun ist aber Karge, bekannt für schneidige Thesen, jüngst gerade nicht als Fachmann für Jugendstrafrecht aufgefallen, sondern im Gegenteil als Opfer von Seniorengewalt - hatte ihn doch erst am Montag dieser Woche ein 71-Jähriger in seinen Diensträumen im Kriminalgericht Moabit heimgesucht und mit Fäusten sowie einem Knüppel traktiert. Der verwirrte Rentner, der die Justiz als solche für den Totalverlust seines Vermögens verantwortlich macht, steckt inzwischen in einer Nervenklinik; Karge jedoch lehnte jede ärztliche Behandlung ab. Von den äußeren Folgen der Attacke ist am Tag danach tatsächlich kaum etwas zu entdecken. Zwei kleine Hämatome unterm rechten Auge sind die einzigen Spuren, die der Attentäter im Gesicht des Beamten hinterließ. Dass Karge jedoch keineswegs nur einstecken kann, bewies er an dem Abend auf erstaunlich klare Weise.

Beim nahe liegenden Thema Erziehungsdefizite klagte er zunächst über die seiner Ansicht nach in der deutschen Gesellschaft "völlig übertriebenen Vorstellungen von antiautoritärer Erziehung". Dies liege an "den 68ern", gegen die er immer gewesen sei. Den konstatierten Prinzipienschwund wusste er dann per Beispiel zu belegen: "Wenn ich sehe, wie kleine Kinder im Kaufhaus ihre Mütter terrorisieren - ich muss da immer meine Hände festhalten."

Wer sich an dieser Stelle noch damit beruhigte, dass der Chefermittler sich und seine Hände im Ernstfall ganz offenbar im Griff hat, sah sich kurz darauf getäuscht. Denn Karge beendete sein Referat über die "merkwürdigsten Konstellationen, die man jetzt Familie nennen muss", so: "Ich will ja nicht die Prügelstrafe wieder einführen - aber einen Klaps lasse ich mir nicht verbieten."

Protest gegen diese Selbstauskünfte zum Thema Gewalt in der Familie regte sich im Publikum kaum. Nur ein Jugendsozialarbeiter wagte anzumerken, dass sich die Pädagogik seit 1968 entwickelt und den Sinn des Grenzensetzens inzwischen erkannt habe.

Vielleicht wäre auch der Hinweis hilfreich gewesen, dass Bekenntnisse wie die des Generalstaatsanwalts heutzutage durchaus strafrechtlich relevant sein können. Denn seit November 2000 haben Kinder ein im Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragraf 1631) verbrieftes Recht auf eine konsequent gewaltfreie Erziehung - auch ein Karge'scher "Klaps" ist verboten. Die UN-Kinderrechtskonvention fordert das schon seit 1992. Wer dies partout nicht befolgen mag, dem können Jugendämter, Familiengerichte und im Einzelfall auch Staatsanwälte zu Leibe rücken - denn die Misshandlung Schutzbefohlener ist ohnehin unter Strafe gestellt, nachzulesen im Strafgesetzbuch, Paragraf 225.

Zu jener Novelle haben im Übrigen weniger die Schwärmereien der 68er, sondern die Erkenntnisse der Sozialforschung geführt: Experten warnen, dass geprügelte Jugendliche dreimal öfter als andere zu Gewalttätern werden. Ob dies auch bei Keith M., dem mutmaßlichen Mörder von Zehlendorf, eine Rolle spielte, wird der Prozess ergeben.


Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/497208.html
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Der Herr Generalstaatsanwalt wurde aufgrund dieser Aussage von Herrn Ratzmann (Die Grünen) angezeigt - Verfahren eingestellt - wen wundert´s noch?

http://www.taz.de/pt/2005/11/29/a0212.1/text

Ich habe es mir trotzdem nicht nehmen lassen, Herrn Ratzmann (per mail) zu diesem Schritt zu gratulieren. Ist doch ermutigend, wenn sich wenigstens manche Politiker mit der Gesetzeslage auskennen.

Falls sich jemand diesen Glückwünschen anschließen möchte:

http://www.gruene-fraktion-berlin.d..../1401.volker_ratzmann.htm
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