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Abschulung zu recht ?

 
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Gesche



Anmeldedatum: 26.09.2009
Beiträge: 34
Bundesland: Niedersachsen Reg. Bez. Lüneburg

BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 19:49    Titel: Abschulung zu recht ? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
heute habe ich eine Frage, die das Kind einer Freundin betrifft, die beiden leben wie ich in Niedersachsen.
Ich muss dazu leider etwas ausholen.
Das Kind, ich nenne es A, kam nach der Grundschule zunächst auf eine Realschule, von dort wechselte es nach dem ersten Halbjahr der Klasse 5 zum Gymnasium (eine entsprechene Empfehlung lag vor). Dummerweise wurde A dann krank, konnte einige Monate die Schule nicht besuchen. A wurde trotzdem versetzt nach Klasse 6, kam dann aber wegen der Fehlzeiten nicht mehr mit und ging zum Halbjahr zurück nach Klasse 5. A wurde wieder versetzt nach Klasse 6, dann nach Klasse 7 und dann nach Klasse 8. Soweit so gut. Im Laufe des 8. Schuljahres nun wurde A wieder krank, ging dann im 2. Halbjahr der 8. Klasse nur noch selten zur Schule und konnte am Ende dieses zweiten Halbjahres in den meisten Fächern scheinbar nicht mehr benotet werden, jedenfalls wurde das so dargestellt. A wurde also nicht versetzt und sollte die Klasse 8 auf dem Gymnasium wiederholen. Nun war A schon dauernd von Mitschülern als Schulschwänzerin gemobbt worden, und auch die Lehrerschaft schloss sich anscheinend dieser Meinung an. A‘s Krankheit war überwiegend psychisch bedingt und bis endlich eine Diagnose und entsprechende Behandlungen erfolgten, verging die Zeit, die Direktion des Gym legte der Mutter nahe, A von der Schule zu nehmen und zur Realschule zu schicken. A selbst konnte sich nicht mehr überwinden, das Gym zu betreten, der erste Schultag nach den Sommerferien war für A eine Katastrophe, A drehte auf dem Weg zur Schule um. A’s Mutter folgte daraufhin dem Wunsch des Gym und meldete A am nächsten Tag an der Realschule an, dort sollte A die Klasse 8 besuchen.

Inzwischen bekam A endlich einen Rehaplatz (über Weihnachten), bis zu dieser Reha war A krankgeschrieben, ging also das erste Halbjahr wieder nicht zur Schule. Nachdem die Reha vorbei war, begann das 2. Halbjahr. A ging also einige Wochen zur Realschule, lebte sich gut ein, konnte dem Stoff gut folgen. Dann bekam A leider eine Grippe und direkt danach noch einen anderen Infekt und ging somit wieder drei Wochen lang nicht zur Schule. Jeder Versuch, danach wieder zur Schule zu gehen, scheiterte. A bekam Panikattacken, konnte die Wohnung morgens nicht mehr verlassen, fiel in Ohnmacht usw. A wurde wieder krankgeschrieben. Die Direktion der Realschule teilte nun der Mutter mit, A würde zum Sommer abgeschult werden, das heisst, A würde ohne jeden Abschluss nach der 8. Klasse aus der Schule entlassen. A ist jetzt sechzehneinhalb Jahre alt und hätte, wenn A immer zur Schule gegangen wäre, im Sommer zehn Jahre Schule hinter sich.
Zu A’s Hintergrund ist noch zu sagen, dass die Mutter alleinerziehend und arbeitslos ist, von Behörden und Ärzten wurden weder A noch die Mutter je wirklich ernstgenommen, immer wieder vertröstet und so lief einfach die Zeit davon. Jetzt endlich scheint ein Arzt gefunden worden zu sein, der sowohl die körperlichen als auch die psychischen Probleme A’s ernstnimmt und eine Therapie gestartet hat, die die Schulfähigkeit möglichst bald wieder herstellen soll.

Nach dieser langen Vorgeschichte, die ich hier nur kurz skizziert habe, stellt sich nun die Frage, ob die Realschule A tatsächlich ‚rausschmeissen‘ kann oder ob A das Recht hat, die 8. Klasse auf der Realschule zu wiederholen und damit die Chance auf eine Abschluss bekommt, der sonst erst nach Erreichen der Volljährigkeit auf bisher unbekanntem Weg und mit unbekannter Finanzierung erreicht werden könnte.
Ich hoffe sehr, dass einer von Euch mir weiterhelfen kann.
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Calwin



Anmeldedatum: 17.09.2009
Beiträge: 121
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 29.04.2012, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag Gesche,
ich glaube sie können, im Anhang, Auszüge aus dem Niedersächsichen Schulgesetz.

§ 61 a
Ende des Schulverhältnisses in besonderen Fällen

Die Schule kann für nicht mehr schulpflichtige Schülerinnen und Schüler das Schulverhältnis beenden, wenn aufgrund von Schulversäumnissen nicht mehr zu erwarten ist, dass sie den Bildungsgang erfolgreich beenden können.

§ 65
Dauer der Schulpflicht

(1) Die Schulpflicht endet grundsätzlich zwölf Jahre nach ihrem Beginn.

Schulpflicht im Primarbereich und im Sekundarbereich I

1Alle Schulpflichtigen besuchen mindestens neun Jahre lang Schulen im Primarbereich und im Sekundarbereich I; das Durchlaufen der Eingangsstufe (§ 6 Abs. 4) wird dabei vorbehaltlich der Sätze 2 und 3 mit zwei Jahren als Schulbesuch berücksichtigt. 2Ausnahmen können zugelassen werden, wenn Schülerinnen oder Schüler ein Schuljahr übersprungen oder eine Schule im Ausland besucht haben. 3Auf die Schulzeit können die Dauer einer Zurückstelluug vom Schulbesuch (§ 64 Abs. 2) und das dritte Schuljahr in der Eingangsstufe angerechnet werden. 4Die Dauer eines Ruhens der Schulpflicht (§§ 70, 160) wird angerechnet. 5Die Sätze 3 und 4 gelten nicht, wenn Schulpflichtige durch ein weiteres Schulbesuchsjahr voraussichtlich den Hauptschulabschluss erreichen.

§ 67
Schulpflicht im Sekundarbereich II

(1) Im Anschluss an den Schulbesuch nach § 66 ist die Schulpflicht im Sekundarbereich II durch den Besuch einer allgemeinbildenden oder einer berufsbildenden Schule zu erfüllen.

(2) Auszubildende erfüllen ihre Berufsschulpflicht durch den Besuch der Berufsschule.

(3) Jugendliche, die nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis stehen, haben ihre Schulpflicht, sofern sie keine allgemeinbildende Schule im Sekundarbereich II weiterbesuchen, nach Maßgabe ihrer im Sekundarbereich I erworbenen Abschlüsse durch den Besuch einer berufsbildenden Schule mit Vollzeitunterricht zu erfüllen.

(4) 1Jugendliche, die nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis stehen und die

wegen der Art oder Schwere einer Beeinträchtigung nach § 14 Abs. 1 Satz 1 in berufsbildenden Schulen mit Vollzeitunterricht nicht hinreichend gefördert werden können und daher einer besonderen Betreuung in einer geeigneten außerschulischen Einrichtung oder einer beruflichen Eingliederung in einer Werkstatt für Behinderte bedürfen oder
in einem Berufsbildungswerk beruflich ausgebildet werden,

erfüllen ihre Schulpflicht durch den Besuch der Berufsschule mit Teilzeit- oder Blockunterricht. 2Werden Behinderte in einer Werkstatt für Behinderte in der Arbeits- und Trainingsphase gefördert, sollen sie in eigenen Klassen der Berufsschule unterrichtet werden, auch wenn sie nicht mehr schulpflichtig sind.

(5) 1Jugendliche, die nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis stehen und in besonderem Maße auf sozialpädagogische Hilfe angewiesen sind, können ihre Schulpflicht durch den Besuch einer Jugendwerkstatt erfüllen, die auf eine Berufsausbildung oder eine berufliche Tätigkeit vorbereitet. 2Die Schule, die ein Berufsvorbereitungsjahr führt, kann in besonders begründeten Ausnahmefällen auch die Erfüllung der Schulpflicht durch den Besuch einer anderen Einrichtung mit der in Satz 1 genannten Aufgabenstellung gestatten. 3Die Erfüllung der Schulpflicht erfolgt auf der Grundlage eines einzelfallbezogenen Förderplans, der von der Jugendwerkstatt oder der anderen Einrichtung und von derjenigen berufsbildenden Schule gemeinsam auzustellen ist, die von der Schülerin oder dem Schüler zu besuchen wäre.

(6) Das Kultusministerium wird ermächtigt, durch Verordnung für das ganze Land oder für das Gebiet einzelner Schulträger zu bestimmen, dass Auszubildende einzelner Berufe ihre Berufsschulpflicht durch Teilnahme am Blockunterricht zu erfüllen haben, wenn die personellen, räumlichen und schulorganisatorischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind.
_________________
HG
Calwin
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