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Kopie: Legasthenie: ein Methodenstreit

 
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 23.01.2006, 20:01    Titel: Kopie: Legasthenie: ein Methodenstreit Antworten mit Zitat

Ersteller:

Ulrike
Moderatorin




Status: Offline
Registriert seit: 12.12.2004
Beiträge: 32
Nachricht senden Erstellt am 14.07.2005 - 00:08

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Legasthenie: Methodenstreit auf dem Rücken der Kinder?

Frankfurter Rundschau: "Land unterstützt zweifelhafte Studie" 11.07.2005

(bikl) Das Schicksal Legasthenie könnte vielen Kindern erspart bleiben. So das Ergebnis des groß angelegten hessischen Modellversuchs "Schriftsprach - Moderatoren" (bildungsklick.de berichtete darüber.)

Die Studie unter Leitung des renommierten Legasthenie-Experten Dr. Gerd Schulte-Körne hatte zwei Konzepte untersucht, von der nur eines den erhofften Erfolg brachte: Lollipop, ein Lehrwerksverbund des Berliner Schulbuchverlags Cornelsen. Die Rechtschreibwerkstatt, ein Konzept des Schulpsychologen Norbert Sommer-Stumpenhorst, erwies sich hingegen als ungeeignet.


Erfolgreich lesen und schreiben

Doch Ministerium und Schulamt gehen bislang mit diesen Ergebnissen mehr als zurückhaltend um.

Stattdessen, so berichtete die [Frankfurter Rundschau] in ihrere Ausgabe vom 9. Juli, "lässt das hessische Kultusministerium die Rechtschreibwerkstatt weiterhin testen. An der Universität Gießen untersucht eine Arbeitsgruppe um Professor Ulrich Glowalla, wie gut sich Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten durch Sommer-Stumpenhorsts Methode verhindern lassen."
"Innovationen im Lese- und Schreibunterricht (ILSU)" heißt dieses Gießener Modellprojekt.

Unter der Überschrift "Land unterstützt zweifelhafte Studie" meldet die Rundschau allerdings Zweifel an der Objektivität jener an, die diese Studie derzeit erstellen. "Professor Glowallas Ehefrau ist Geschäftsführerin der Lerndesign GmbH, die Material für die "Rechtschreibwerkstatt" herstellt und dieses über den Collishop von Diplom-Psychologe Norbert-Stumpenhorst im Internet vertreibt."

In Auftrag gegeben oder nicht?
Sieht so unabhängige Forschung aus? Auch stellt sich die Frage, warum überhaupt eine zweite Studie in Auftrag gegeben wurde. Hatte vielleicht die erste Untersuchung die Überlegenheit der Rechtschreibwerkstatt beweisen sollen und man war mit dem Ergebnis nicht zufrieden?

Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau ging das Kultusministerium jetzt auf Distanz und will gar nicht Auftraggeber der Gießener Studie sein. Auf den [Interseiten] der Hochschule taucht das Ministerium allerdings in eben dieser Funktion auf.
Vom Erfolg der Rechtsschreibwerkstatt war Professor Glowalla übrigens schon zu Beginn seines Forschungsprojekts überzeugt: "Ein Kind, das das Programm durchgearbeitet hat, wird keine Probleme mehr bei der Rechtschreibung haben", hatte er damals gegenüber der örtlichen Presse erklärt.

Konsequenzen ziehen
Die Ergebnisse der Marburger Studie geben keinen Anlass für diese Euphorie. Schließlich hat die Rechtschreibwerkstatt hier eine miserable Quote erzielt, im Gegensatz zu Lollipop. Daraus, so Dr. Gerd Schulte-Körne, ließen sich schon jetzt Konsequenzen ziehen. "Die Frage ist, inwieweit die Politik, die einzelnen Ministerien das umsetzen wollen."
Eine berechtigte Frage, wird doch seit der ersten PISA-Studie nahezu verzweifelt nach Methoden gesucht, wie Kinder erfolgreicher das Lesen und Schreiben lernen können. Die Marburger Wissenschaftler scheinen eine Antwort gefunden zu haben. Und die Gießener hätten wohl gern eine andere.

noch eine Meinung:Wilfried Metze
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In diesem Forum Rechtschreibwerkstatt
sind die unterschiedlichen Positionen zur Auswertung der "Marburger Studie", sowie zur RSW und Lollipop abrufbar.

Wenn sich Wissenschaft streitet, müssen wir uns wohl erst recht ein eigenes "Urteil" erarbeiten!

Da entbrennt ein Streit unter "Wissenschaf(f)tlern und wird wieder einmal auf dem Rücken der betroffenen Kinder ausgetragen.
Gewinner sind doch in beiden Fällen zwei Verlage, die zum Schuljahresbeginn ihre Materialien mit dem Vermerk: "Entwickelt unter wissenschaftlicher Begleitung", auf den Markt werfen. Jeder wird seinen Teil als innovatives Konzept verkaufen und anschliessend die ?s zählen!

Gut gemacht!

Weiterführende Links:

- Artikel in der Frankfurter Rundschau
- Projektbeschreibung Modellversuch Schriftsprachen - Moderatoren
- Die Ergebnisse der Studie [Modellversuch Schriftsprach-Moderatoren]
- Der Lehrwerkverbund Lollipop des Cornelsen Verlags im Überblick Lehrwerkverbund Lollipop Lehrwerkverbund Lollipop
- Das Internetportal der Rechtschreibwerkstatt von Norbert Sommer-Stumpenhorst
- Projektbeschreibung Projekt der Gießener Studie


Nach allem was ich bisher gelesen habe fällt mir nur ein:
Wissen-schaf(f)t mich! (oder so ähnlich!)

.....aber was schafft die Wissenschaft?

Ulrike

[Dieser Beitrag wurde am 14.07.2005 - 14:13 von Ulrike aktualisiert]





Signatur
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ULrike Schober-Steinemann
(Moder.)

Wenn Wissen vom Kopf in den Bauch rutscht,
wird es zur Überzeugung.
Helga Schäferling
(*1957); deutsche Sozialpädagogin
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