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Courage



Anmeldedatum: 26.09.2009
Beiträge: 84
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 04.10.2009, 15:53    Titel: Jetzt bin ich auch aktiv! Antworten mit Zitat

Hallo,

in den Sommerferien bin ich lesenderweise auf diese Seite gekommen. Ich habe erst nicht glauben können, was ich so alles lesen musste. Mehrere Beiträge (natürlich über A., aber auch Rudis Geschichte und andere) haben mich gefesselt.
Mein Coming-out: Ich bin Lehrerin!
Bisher kannte ich (naiv wahrscheinlich) nur Mobbing unter Schülern bzw. am Arbeitsplatz. Aber auch das reichte mir schon, so dass ich mich als Klassenlehrerin immer möglichst schnell unter Zuhilfenahme eines kompetenten Schulsozialarbeiters (ja, Rudi, die gibt es auch!) darum bemüht habe, z. B. dem betroffenen Mädel zu helfen.
Hier geht es ja offensichtlich nicht um Schwarz-Weiß-Malerei, sondern darum, um Betroffenen zu helfen. Als Lehrerin sehe ich mich besonders aufgefordert, dieses Forum und die Arbeit hier zu unterstützen. (Aber auch hier gleich eine Einschränkung: In einem Beitrag, der noch nicht wiederhergestellt wurde, könnte ich mich nicht positiv - im Sinne des Threaderstellers - äußern. - Hier gemeint: die bis in die höchste Gerichtsbarkeit getriebene Anfechtung einer Klassenarbeit, weil ein Schüler vergessen hatte, sein Heft pünktlich abzugeben!)

Ich habe während meiner Dienstzeit schon unter Schülern und Eltern gelitten, auch an Kollegen. Das alles hat viel Kraft gekostet. Aber die überwiegende Erfahrung ist die, dass Schule viel Spaß machen kann und wir viele, viele Schülereltern haben, die - auch kritisch - unsere Arbeit begleiten und unterstützen.

Ich hoffe, dass ich jetzt nicht die Buhfrau Wink für euch werde, denn ich kann nur für meine Arbeit reden und lasse mich nicht auf Verallgemeinerungen ein. Wenn ich festgestellt hätte, dass hier nur draufgedroschen wird, hätte ich mich nicht angemeldet.
Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.
Liebe Grüße, Courage

Zu meiner Person:
Ich unterrichte an einer Hauptschule in NRW, bin verheiratet (mit einem HS-Lehrer) und habe einen Sohn, der zum Glück bisher nur geärgert wurde, aber noch nicht gemobbt wurde!
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Rudi



Anmeldedatum: 11.09.2009
Beiträge: 461

BeitragVerfasst am: 04.10.2009, 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Courage,

so ging es mir auch.
Als ich hier erst einmal (ein halbes Jahr) mitgelesen habe, konnte ich es nicht fassen, was an deutschen Schulen alles so geschieht. Vor allem die Geschichten von Kim, A. und Collins Sohn schreien zum Himmel.

Ich denke, keiner von uns hier hat generell etwas gegen Lehrer. An der neuen Schule unseres Sohnes gab es bisher keine Probleme - weder mit dem Klassenleiter noch mit den Fachlehrern. Es geht also. Wenn es am Kind oder dessen Eltern gelegen hätte (wie man uns unterstellte) würde es wohl anders aussehen.

Ja. Und die Schulsozialarbeiter? Da gibt es sicher sehr gute. Leider sind wir an eine Person geraten, die m. E. mehr das eigene berufliche Fortkommen als das Wohl der Schüler in Sinne hatte.

Ich kenne einige Schüler der Wohlfühlschule, die zu ihr schon gar nicht (oder nicht mehr) gehen, weil sie die Erfahrung machen mussten, dass es mit dem Vertrauensverhältnis (besonders mit der Verschwiegenheit) nicht weit her ist.
Die Kinder befürchten ihren eigenen Angaben nach erhebliche Nachteile, wenn sie sich auf ein Gespräch mit der Dame einlassen.

Meiner Ansicht nach steht sie ohnehin in der Regal auf Seiten der Lehrer und nicht auf der Seite der Schüler, wenn es probleme gibt. So kommt man halt doch besser vorwärts ...

Aber mal ehrlich: Das kann es doch nicht sein, oder?

Rudi
die sich mit dem Thema in ihrem eigenen Fred noch ausführlich beschäftigen wird
_________________
Bist auf Frieden du erpicht, darfst du intervenieren nicht, denn sonst gibt es bösen Streit mit der Schulsozialarbeit.
Und solltest du dann noch verstohlen dein Kind aus dieser Anstalt holen, dann Mütterlein, oh hüte dich - die Folgen sind gar fürchterlich.
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Gesche



Anmeldedatum: 26.09.2009
Beiträge: 34
Bundesland: Niedersachsen Reg. Bez. Lüneburg

BeitragVerfasst am: 04.10.2009, 17:19    Titel: Hallo Antworten mit Zitat

Hallo Courage,

ich finde es gut, dass sich auch Lehrer hier einschreiben.
Seit 14 Jahren habe ich Kinder in der Schule, das älteste hat in diesem Jahr sein Abi gemacht, das jünste ist in diesem Jahr eingeschult worden. Da ich in Niedersachsen in einer mittelgrossen Stadt lebe, sind wir an Einzugsgebiete gefesselt, können also nicht entscheiden, welche Grundschule oder welches Gymnasium wir gern für unsere Kinder hätten.
Während dieser 14 Jahre habe ich einige Lehrer kennengelernt, wirklich gute, engagierte aber auch, leider in der Überzahl, grottenschlechte. Und gerade die sind es ja, die Kindern schaden.
Das sind Lehrerinnen, die aus einem lebensfrohen kleinen 8jährigen Mädchen innerhalb von zwei Schuljahren in Kind machen, dass sich nichts mehr zutraut, dass sich selbst für dumm hält und sich nur noch die Hautpschule zutraut (dieses Kind konnte mit drei Jahren bereits einiges schreiben und lesen, kannte eine Unmenge Tiere mit Lebensdaten, Futter, Umwelt und richtigem Namen und war außerordentlich selbstständig). Jetzt langsam wird sie wieder sie selbst, fast vier Jahre danach.
Und sie war in dieser Klasse nicht die einzige, es ging mehreren Kindern so, von der Lehrerin nur unter Protest oder gar nicht für das Gymnasium geeignet eingeschätzt, teilweise deshalb zunächst in die Realschule gesteckt, dort krass unterfordert, kommen alle diese Kinder jetzt auf dem Gym gut klar. Vergleichbares gilt für Kinder mit Realschulvermögen, die von ihr zur Hauptschule empfohlen wurden.
Alle haben gemeinsam, dass Frau X sie falsch berurteilte, ihnen mangelndes Sozialverhalten bescheinigte, mangelndes Arbeitsverhalten und alle diese Kinder haben sich nichts mehr zugetraut.
Diese Lehrerin ist noch jung, ich schätze sie auf dreissig ungefähr, und sie wird noch viele Jahre Kinder, die ihr nicht passen, weil sie auch ein kleines bisschen einen eigenen Kopf habe (mehr war es nicht - nichts gravierendes !) abstempeln und falsch beurteilen.

Wie alle Eltern hier, könnte ich noch viel mehr schreiben, Kleinigkeiten, die sehr verletzend für die Kinder waren und sind, Lehrer, die sich massiv im Ton vergreifen, die ihre Kompetenzen um Lichtjahre überschreiten, Lehrerinnen, die den Unterricht zum Lackieren ihrer Nägel nutzen, LehrerInnen, die offen beleidigen, die Kinder missachten, demotiviern usw. usw.

Glücklicherweise gibts auch andere, dass sind die, die man auch mal telefonisch erreichen kann, denen man auch mal private Probleme der Schüler anvertrauen kann, die sich kümmern und Gedanken machen und bei Lernproblemen versuchen zu helfen. Mit diesen Lehrern können Kinder ganz viel erreichen, in deren Unterricht gehen sie gern und dort lernen sie auch eine Menge.

Solche Lehrer wünsche ich mir für meine und für alle anderen Kinder.

LG, Gesche
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Macht die Augen auf



Anmeldedatum: 12.09.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 04.10.2009, 17:45    Titel: Antworten mit Zitat

..
_________________
Macht die Augen auf

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.


Zuletzt bearbeitet von Macht die Augen auf am 26.10.2009, 20:16, insgesamt einmal bearbeitet
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 04.10.2009, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Courage,

herzlich willkommen im Forum der EMGS!

Ich freue mich immer wieder sehr darüber wenn sich hier auch Lehrer an den Diskussionen beteiligen! Ich weiß es gibt gute Lehrer, nur hatte ich in den letzten Monaten dass Gefühl das ich die meisten von denen in meiner eigenen Schulzeit verbraucht
habe... Wink

Zitat:
Hier geht es ja offensichtlich nicht um Schwarz-Weiß-Malerei, sondern darum, um Betroffenen zu helfen. Als Lehrerin sehe ich mich besonders aufgefordert, dieses Forum und die Arbeit hier zu unterstützen


Richtig, es geht darum den Betroffenen zu helfen und das du Hilfe anbietest finde ich wirklich gut und auch mutig.

Leider mussten die meisten( Eltern) die hier schreiben erfahren, das wenn Sie ihren Kindern helfen wollten und das Gespräch mit Lehrern suchten, fortan als "Störer des ewigen Friedens" im Lehrerzimmer gehandelt wurden. Viele von uns mussten leider immer wieder feststellen, das den persönlichen Befindlichkeiten und gekränkten Eitelkeiten von "erwachsenen" Lehrern eine viel höhere Aufmerksamkeit geschenkt wurde, als dem Leiden der Kinder.

Es ist leider Realität, das Kinder schon im Grundschulalter auch von Lehrern gemobbt werden, weil diese nicht in der Lage sind professionell mit Schwierigkeiten umzugehen und mit den Eltern vernünftig zusammen zu arbeiten.

Mich würde interessieren wie du das siehst, wird man vielleicht wirklich irgendwann Betriebsblind und kann nicht mehr unterscheiden zwischen Eltern die wegen jedem Pups ( wieso hat Lieschen da einen halben Punkt mehr, mein Fritzchen hat doch viel schöner gemalt) in die Schule rennen und solchen die sich ernsthaft, begründete Sorgen machen?

Ich hoffe das hat dich nicht gleich zu Anfang zu sehr erschlagen, führe nur zurzeit schon zum zweiten Mal einen monatelangen Kampf, mit Schulen und Behörden um für die Rechte meines Sohnes zu kämpfen, der von einer psychisch gestörten Lehrerin gemobbt wurde. Im Laufe dieses Kampfes schreckte die Schule nicht davor zurück mich anzuzeigen um mich mundtot zu machen. Die Lehrerin wurde zwar mittlerweile entlassen aber trotzdem gibt keiner zu das die Schule einen Fehler gemacht hat und mein Kind muss nun sehen wie es mit den Folgen weiterleben kann.

VLG Legolas
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Courage



Anmeldedatum: 26.09.2009
Beiträge: 84
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 04.10.2009, 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für euer Willkommen!

@Legolas:
Ja, es gibt Eltern, die im Lehrerzimmer (meiner Schule!) Thema sind, das sind die Eltern, die sich über Kleinigkeiten aufregen, aber die tatsächlichen Schwierigkeiten nicht sehen wollen. Bspl.: Warum gibt es in der Parallelklasse eine Aufgabe mehr bei den Hausaufgaben? Aber gleichzeitig macht Töchterchen keine einzige Hausaufgabe!
Wir haben auch Eltern, die mit Problemen, ernsten Problemen zur Schule kommen und (meist) ein offenes Ohr finden, zuletzt eine Mutter, die sich über SchülerVZ-Mobbing beschwerte und den Folgen für den Schulalltag. Über solche Dinge wird im Lehrerzimmer keineswegs gelästert, denn wir tauschen in solchen Fällen nur die notwendigen Dinge aus, wie z. B. XY hat Probleme mit ABC, achtet bitte darauf, dass ABC nicht den Unterricht nutzen um weiterzumachen, bzw. dass XY von anderen unterstützt werden kann. Es sei denn, die Eltern verlangen von uns Verschwiegenheit, aber das ist selten sinnvoll (in solchen Fällen), denn oft kann man nur gemeinsam helfen durch gemeinsames Hinsehen. Es gibt eine Mutter, die jeden Tag ihr Töchterchen nicht nur zur Schule bringt, sondern jeden Tag auch zusätzlich noch mindestens einmal "aufläuft", um das Brot nachzubringen, um zu sehen, dass das Mädel auch schön spielt (7. Sj.). Es gibt keine Probleme mit dem Mädel, aber die Mutter erwartet jeden Tag mehrere Male Gesprächsbereitschaft von der Klassenlehrerin. Das nervt dann wirklich!
Ich selbst gebe meinen Schüler und den Eltern meine Telefonnummer, weil ich abends mehr Ruhe habe, um auch mal länger zuzuhören (oder nach Schulschluss). In den sogenannten Pausen bin ich an zu vielen Orten gleichzeitig, um da auch wirklich die Ohren frei zu haben. Aber das haben die Eltern verstanden und nutzen mein Angebot auch. So habe ich auch keine feste Sprechstunde, denn die bringt nichts, denn welche Eltern haben auch dann wirklich Zeit? Und Vertretungsunterricht, der dann auch meist ansteht, hat Vorrang. So gibt es die Möglichkeit, einen Termin, nach 13.30 Uhr oder auch abends abzusprechen. Da ich am Schulort wohne, bin ich auch schon öfter für diese Gespräche abends zur Schule gefahren. Alles in Ruhe ... ist für alle Beteiligten einfach besser!
Und das herausgeben der Telefonnummer hat auch damit zu tun, dass ich in einem Dorf wohne, wo fast jeder fast jeden kennt. Ich bin aktiv in der Gemeinde, warum sollte ich mich verstecken, ich will erreichbar sein. Ausgenutzt hat das noch niemand! Und das finde ich das beste Zeichen für eine gelungene Elternarbeit (von beiden Seiten!).
Liebe Grüße, Courage
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