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Schulverweis
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Heart



Anmeldedatum: 23.11.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 01:42    Titel: Schulverweis Antworten mit Zitat

Hallo, Ihr Lieben!

Ich habe mal eine Frage. Ist das richtig, dass ich bei einem schriftlichen Verweis durch den Schulleiter den Widerspruch an diesen Schulleiter richte, der ihn ausgesprochen hat? Oder habe ich da noch andere Möglichkeiten?

liebe Grüße
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NIKI



Anmeldedatum: 12.09.2009
Beiträge: 495

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 06:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hhhmmmm?
So aus dem Bauch heraus würd ich wohl sowohl der Schule als auch dem Schulamt den Widerspruch zuschicken.
Einerseits damit die Schule sieht, dass ich auch weitere Schritte notfalls gehe und andererseits damit die Damen und Herren im Schulamt meinen Namen schonmal gehört haben Razz - für weiterreichende Schritte***

LG

NIKI
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Heart



Anmeldedatum: 23.11.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 13:50    Titel: Schulverweis Antworten mit Zitat

Danke Niki. Die Damen und Herren kennen uns da auch schon. das ist es ja. Es wird nix bringen. Die Herrschaften haben mit uns bereits Schriftverkehr, sogar sehr ausführlich. Die Härte ist, unser Sohn kriegt einen Verweis und die stellvertretende Rektorin, die unseren Sohn angepackt hat nix. Bildungsministerium?
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heart,

herzlich Willkommen im Forum der EMGS!

Es gibt verschiedene Richtlinien wie man mit Verweisen ( Ordnungsmaßnahmen) umgehen sollte, soweit ich weiß auch unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland.

Es wäre gut wenn du mal genauer beschreiben könntest, was vorgefallen ist und aus welchem Bundesland du kommst.

VG Legolas
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Heart



Anmeldedatum: 23.11.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Legolas,

Wir wohnen im Land Sachsen. Unser Sohn hatte die Schule unerlaubt verlassen, weil er das Unterrichtszimmer nicht fand. Das änderte sich immer, weil renoviert wurde. Ich hab dann in der Schule angerufen und ihn wieder hingeschickt. Die stellvertretende Rektorin hat ihn im Schulhaus abgefangen und nur weil er "na und" sagte, hat sie ihn gepackt und durch das Schulhaus ins Sekretariat geschubst. Dann war er natürlich nicht mehr kooperativsbereit und das ganze Drama nahm seinen Lauf. Jedenfalls hat er, so wie ich das Schreiben der Schule verstehe, jetzt einen Schulverweis vom Schulleiter bekommen, aufgrund dessen, dass er danach wieder abgehauen ist. Angeblich soll er aggressiv und beleidigend gewesen sein. Ich weiß aber selber, dass mich das Sekretariat der Schule selber angelogen hat und der Rektor auch lügen kann. Wir hatten vor einem Jahr schon Gespräche beim Schulamt. Das war für die Katz. Die stellv.Rektorin hat ihn an dem Tag als Drogenkonsument bezichtigt und der Rektor hat ihn behindert genannt. Er hat nur keine Ordnungsmaßnahme verhängt aus Zitat: In Würdigung der besonderen Umstände der Situation habe ich mich entschieden, eine in vergleichbaren Fällen ausgesprochene Ordnungsmaßnahme nicht zur Anwendung zu bringen. etc.pp
Ich gehe davon aus, er meint diesen körperlichen Angriff und den Rest auch, den hat er von uns schon schriftlich bekommen. Selbst die zuständige Referentin vom Schulamt hat von uns deswegen Post bekommen. Ich hoffe nicht, dass sie sich deshalb an ihrem Kaffee verschluckt hat. Confused
Die beiden hatten sich bereits deswegen schon verständigt und dass einzige was sie beunruhigt ist, dass die Schule keine Telefonnummer mehr von uns zur Verfügung hat. Confused
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heart,

also erst mal allgemein zu Ordnungsmaßnahmen in Sachsen:

Zitat:
Ordnungsmaßnahmen (Schulstrafen) sind:
1. schriftlicher Verweis
2. Überweisung in eine andere Klasse/Kurs
3. Androhung des Ausschlusses aus der Schule
4. Ausschluss vom Unterricht und anderen schulischen
Veranstaltungen bis zu 4 Wochen *)
5. Ausschluss aus der Schule *)
Ordnungsmaßnahmen können, aber müssen nicht getroffen
werden.
Sie sind erst anzuwenden, wenn die rein pädagogischen Erziehungsmaßnahmen
keinen Erfolg versprechen und wenn der Schüler
schuldhaft, also vorsätzlich (mit Wissen und Wollen) oder
fahrlässig gehandelt hat. Alle im Schulgesetz aufgeführten Ordnungsmaßnahmen
sind Verwaltungsakte.
*) Diese Ordnungsmaßnahmen sind nur bei schwerem und wiederholtem
Fehlverhalten zulässig
Ordnungsmaßnahmen müssen rechtsstaatlich ausgestaltet sein
Der Schulleiter bzw. Klassenleiter muss den ganzen Sachverhalt
vollständig ermitteln. Dazu sind alle Beteiligten festzustellen.
Alle Angaben müssen notiert werden.
• Alle beteiligten Personen (Täter, Opfer, Dritte) müssen vor der
Entscheidung angehört werden. (Im Falle minderjähriger Kinder
auch die Eltern) Dazu muss ihnen der vollständige Sachverhalt
mitgeteilt werden. Ein Protokoll sollte vom Schulleiter/
Klassenleiter sowie vom betroffenen Schüler/Eltern unterschrieben
werden.
• Manchmal ist auf Antrag des betroffenen Schülers der Klassenschülersprecher
zu hören.
• Die Ordnungsmaßnahme wird dem Schüler bzw. dessen Erziehungsberechtigten
mitgeteilt. Eltern über 18-jähriger Schüler
können durch die Schule informiert werden. § 50a (2) SchulG
Ein schriftlicher Verweis wird nach angemessener Zeit gelöscht,
wenn eine Besserung eingetreten ist. Er erscheint nicht auf dem
Zeugnis.
Ordnungsmaßnahmen gegen einen bestimmten Schüler dürfen
nicht in Elternabenden erörtert werden. Es sei denn, der Schüler
selbst, oder im Falle seiner Minderjährigkeit seine erziehungsberechtigten
Eltern wollen das so. S. 139, 5. Tätigkeitsbericht des
Sächsischen Datenschutzbeauftragten (31.03.97


Mit dem Widerspruch in Sachsen ist auch nicht ganz einfach hier sind die Vorraussetzungen für einen ( widersprechbaren)Verwaltungsakt aufgeführt:
Ein Widerspruch ist nur gegen so genannte "Verwaltungsakte" möglich. Die häufigste Form eines Verwaltungsaktes ist der Bescheid einer Behörde. Es kommt jedoch nicht auf die Schriftform an. Wenn ein Schreiben einer Behörde den Namen "Bescheid" trägt, einen Tenor und eine Rechtsbehelfsbelehrung hat, spricht dies für das Vorliegen eines solchen Verwaltungsaktes.

Zitat:
Um eine Entscheidung im Zweifelsfall eindeutig als Verwaltungsakt zu identifizieren, müssen folgende Punkte erfüllt sein:

Hoheitliche Maßnahme
Die Behörde handelt aufgrund öffentlich-rechtlicher Vorschriften, zum Beispiel auf dem Gebiet des Baurechts, Schulrechts oder Sozialrechts.
Behörde
Die Maßnahme wurde durch eine Behörde getroffen, also eine Stelle, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnimmt, zum Beispiel das Landratsamt oder die Bildungsagentur.
Regelung
Die Behörde fordert von Ihnen ein bestimmtes Tun oder Unterlassen oder stellt das Bestehen von Rechten und Pflichten fest.
Einzelfall
Die Regelung muss sich auf einen individuellen Einzelfall beziehen und keine generellen Bestimmungen treffen wie beispielsweise eine Satzung oder ein Gesetz.
Außenwirkung
Die Maßnahme muss sich an eine Person außerhalb der Verwaltung richten. Verwaltungsinterne Vorgänge sind damit ausgeschlossen.


Und hier noch die Maßnahmen die ihr ergreifen könnt:

Zitat:
2.4 Rechtsmittel gegen die Maßnahmen
Gegen die im SchulG normierten Ordnungsmaßnahmen sind Widerspruch
und Anfechtungsklage durch die Schüler bzw. die Eltern
möglich. Dabei haben diese Rechtsmittel bei Maßnahmen nach
§ 39 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 bis 5 und Abs. 6 SchulG keine
aufschiebende Wirkung, d. h. die verhängten Ordnungsmaßnahmen
entfalten sofort – unabhängig von der Einlegung eines Rechtsmittels
– Wirkung. Bei einem Widerspruch gegen einen Schulausschluss
muss der Schüler die Schule trotz seines Widerspruches
verlassen. Der Ausgang des Rechtsmittelverfahrens muss nicht
abgewartet werden.


Aber so ganz aus dem Bauch raus würde ich mal sagen, dass dein Sohn an dieser Schule kein Bein mehr auf den Boden kriegt, die scheinen da alle was gegen ihn ( oder gegen euch ) zu haben. Wird sicher ziemlich anstrengend und Kräfte raubend. Habt ihr schon mal über einen Schulwechsel nachgedacht? Wobei ich natürlich in keinster Weise das Verhalten der " Pädagogen" gut heißen möchte.

VLG Legolas
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Heart



Anmeldedatum: 23.11.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 17:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, haben wir. Aber er wollte an der Schule bleiben. vor allem wegen seiner Freunde. Ich versteh ihn da ja auch. Er ist jetzt 7. Klasse und hat sowieso nicht mehr allzulange. Er soll wenigstens den Hauptschulabschluss schaffen. Wir können bei ihm aber auch manchmal gegen eine Wand reden. Ich seh nur nicht ein, dass wir uns von dieser Schule alles gefallen lassen müssen. Hauptsache die Integration läuft hier gut. Was mit den restlichen Eltern und Schülern ist, ist egal. so ungefähr.
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heart,

das ist natürlich schwierig aber auch verständlich!

Was hat es denn mit dem Verweis auf sich ( kannst du auch per PN, wenn du es nicht öffentlich machen möchtest)

Es stand ja auch irgendwo, dass ein Verweis bei guter Führung
irgendwann gelöscht wird und auch nicht im Zeugnis auftaucht.

Zitat:
Wir können bei ihm aber auch manchmal gegen eine Wand reden


Oh jee, das steht mir noch bevor! Vielleicht könnt ihr ihn ja mit dem Berufswunsch kriegen. Hat er denn schon mal ein Betriebs-Praktikum gemacht?

Und gibt es vielleicht irgendeinen Lehrer/in zu dem er Vertrauen hat. Vielleicht macht es Sinn diesen mit ins Boot zu ziehen.

Zitat:
und hat sowieso nicht mehr allzulange


eben, vielleicht schafft ihr es das Ruder noch mal rum zu reissen!
Ansonsten, musst du wirklich da durch. Wenn du Hilfe brauchst beim Widerspruch---du weißt ja wo du uns findest. Hattet ihr denn eine Anhörung wegen dem Verweis?

LG Legolas
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Courage



Anmeldedatum: 25.09.2009
Beiträge: 84
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 02:32    Titel: Antworten mit Zitat

Mal so ganz allgemein?

Manche Schüler können einen schon zum Schubsen verleiten.
Was hätte die Frau denn sonst machen können? Wäre der Junge freiwillig mitgegangen? Die Aussage "na und" finde ich da nicht besonders beruhigend.

Ich kenne 7.-Klässler mit Drogenproblemen. Dies anzusprechen bedarf aber einer sehr sorgfältigen Abwägung. Ich habe auch schon mal zu einem Schüler gesagt: "Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich auf Drogen tippen." Wenn der Schüler mir dann etwas "reinwürgen" will, kann er schnell sagen, dass ich ihm Drogenkonsum unterstellt hätte.

Eine Aussage in Richtung Behinderung ist nicht hinzunehmen. Aber auch da ist es mir schon passiert, dass ich Schülern im Unterricht gesagt habe: "Ihr behindert euch gegenseitig beim Lernen", der Anruf der Mutter am gleichen Nachmittag: "Warum bezeichnen Sie meinen Sohn als behindert?" So geschehen. Seitdem bin ich immer sehr vorsichtig mit solchen Aufrüttelungsversuchen meinerseits und Schülerberichterstattungen andererseits.

Wenn der Rektor ohne ersichtlichen Grund (und auch wenn der Junge tatsächlich behindert sein sollte!!!), den Jungen als behindert bezeichnet ist das pädagogisch mehr als zweifelhaft. Vielleicht hat der Rektor auch mal den Mut seine - wahrscheinlich in der Empörung vorgebrachte - Äußerung um Entschuldigung bittend zurückzunehmen (ich glaube immer noch an das Gute im Menschen!)

Unklar ist mir die Sache mit dem "vergangenen Jahr" - gab es da keine Ordnungsmaßnahme oder war die nicht durchgeführte Ordnungsmaßnahme auf die jetzt aktuelle Situation bezogen? Ich blicke da im Moment nicht ganz durch. Waren die Sachverhalte so ähnlich? Gab es den Schriftverkehr mit dem Schulamt im letzten Jahr oder jetzt schon aktuell?

Bei uns gibt es den schriftlichen Verweis (im Rahmen einer Teilkonferenz - reduzierte Klassenkonferenz - ausgesprochen) schon für "kleinere Vergehen", z. B. die mehrmalige Missachtung von Anweisungen (z. B. nicht das Schulgelände verlassen), meist in Kombination mit Vernachlässigung der schulischen Pflichten (aktive Mitarbeit im Unterricht, Anfertigung von Hausaufgaben, ständiges Zuspätkommen, fehlendes Unterrichtsmaterial, ...)

Der Junge scheint ja aus Schulsicht kein "Ersttäter" zu sein: Dann ist aus eben dieser Sicht mit der ersten Ordnungsmaßnahme (schriftlicher Verweis) nur ein erster, kleiner Schritt getan.

Du bist als Mutter/Vater da anderer Meinung und hast (verständlicherweise eine andere Sicht), es ist auch nicht leicht zu akzeptieren, dass der eigene Sprössling vielleicht zu selbstbewusst und dann auch pflichtverletzend (vielleicht auch beleidigend???) ist. Wenn - nach ruhigem Nachdenken - aber wirklich nichts vorliegt, würde ich den Widerspruch (der auch bei uns keine aufschiebende Wirkung hat) erst einmal (so ist der Rechtsweg) bei der Schulleitung einreichen. Denn diese muss dann reagieren: Stellungnahme. Wenn euch diese Stellungnahme nicht passt, sind weitere Schritte notwendig.

Ich teile aber auch Legolas Ansicht, dass in einem solchen Fall (vergleichbar mit einem beziehungsmäßigen Zerwürfnis) eine Trennung von der Schule, sprich ein Schulwechsel für euch die bessere Lösung ist. Auch wenn nicht unbedingt der Widerspruch für "böses Blut" in der Schule sorgen muss, scheint die ganze Karre aber ganz schön verfahren zu sein. Kann dein Sohn die Gründe für sein Verhalten nennen? Denn auch eine Baustelle, bzw. Renovierungsarbeiten, erklärt nicht, warum er die Schule (beim ersten "Entweichen") verlässt. Beim ersten Lesen hatte ich den Eindruck, dass es sich um einen Erstklässler handelt. Meistens laufen die Kinder doch mit mehrern anderen Kindern im Schulgebäude herum - zum Beispiel beim Raumwechsel, auf dem Weg auf den Schulhof ... Warum ist nur dein Sohn "alleine?" außerhalb der Schule unterwegs?

Ich möchte deine Darstellung nicht in Frage stellen oder dir unterstellen, dass dein Sohn ein "Rüpel" oder ähnliches ist. Ich versuche dir nur die Sichtweise der Schule (könnte ähnlich in der Schule so gedacht werden) darstellen. Dann kannst du dich auch besser auf deren Argumente einstellen. Also, bitte nicht böse sein!

Courage
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 07:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Manche Schüler können einen schon zum Schubsen verleiten.


Es dürfte unbestreitbar sein, dass manches Verhalten mancher Schüler manche Lehrkräfte zum Schubsen "verleitet". Das ist menschlich, da auch Lehrkräfte Menschen sind und an ihre Grenzen stoßen.

Das Verleiten und das Ausführen sind dann wieder 2 paar Schuhe.
Ich könnte mich manchmal zu ganz anderen Dingen "verleiten" lassen, habe mich aber als Erwachsener Mensch insoweit unter Kontrolle, dass ich dies dann doch nicht ausführe.


Zitat:
Was hätte die Frau denn sonst machen können? Wäre der Junge freiwillig mitgegangen? Die Aussage "na und" finde ich da nicht besonders beruhigend.


Die Aussage finde ich aber auch nicht beunruhigend, da es für mich normaler jugendlicher Sprachgebrauch ist. Ich denke nicht, dass es für den Jungen angenehm war, von seinem Eltern wieder in die Schule geschickt zu werden, nachdem er doch schon mal zu Hause war. Das Verhalten der Eltern war für mich aber absolut in Ordnung und zeigt, dass diese grundsätzlich bereit sind mit der Schule an einem Strang zu ziehen und ein solches Verhalten ihrem Jungen nicht durchgehen lassen möchten. Die Eltern hätten den Jungen auch zu Hause lassen und ihm eine Entschuldigung mitgeben können, dass der Junge aus gesundheitlichen Gründen nach Hause gegangen war.

Dieses "na und" kann auch, aufgrund der für den Jungen wahrscheinlich unangenehmen Lage, ein Verlegenheitsausspruch gewesen sein, wie es manchen Erwachsenen noch passiert, wenn sie nicht weiterwissen.

Die Lehrerin hätte den Jungen auffordern können mit ihr zu
kommen, oder ihn Auffordern in seine Klasse zu gehen. Bei Verweigerung hätte sie ihm androhen können, zu Hause anzurufen. Folgt er den Anordnungen nicht, hätte die Lehrerin die Eltern anrufen und den Jungen aufgrund der Verweigerung wieder nach Hause schicken können. Ich denke nicht, dass der Junge zu Hause dann mit offenen Armen empfangen worden wäre, sondern ihm zumindest eine Standpauke gewiss gewesen wäre.

Über einen Verweis hätte die Schule dann auch noch nachdenken können.


Meiner Meinung nach kam es hier zu menschlichen (Über-) Reaktionen, die mit einem einfachen Gespräch und einer Entschuldigung von Schüler zu Lehrerin und Lehrerin zu Schüler aus der Welt zu schaffen gewesen wäre.

Nach meinen Erfahrungen werden Schülerfehlverhalten oft an die " große Glocke" gehangen, während fehlerhaftes pädagogisches Fehlverhalten von Lehrkräften von Schule und Behörden gerne kleingeredet und unter den Teppich gekehrt wird.

So wie es auch den Beiträgen von Heart herauslese ist es auch genau das, was die Eltern ärgert. Zu Recht, wie ich finde!

Ich denke nicht, dass die Eltern auf das Schubsen großartig reagiert hätten, wenn der Schüler keinen Verweis bekommen hätte.

Statt im Gespräch zu bleiben haben sich die Fronten, wie leider so oft, scheinbar verhärtet. Für beide Seiten sehr schade, vor allem für den Schüler.

Hallo Heart,

ein Verweis stellt grundsätzlich einen Verwaltungsakt dar. Ein Widerspruch ist somit möglich. Sollte dem Widerspruch nicht stattgegeben werden ist auch eine Anfechtungs- und Verpflichtungsklage möglich.

Viele Grüsse

Petra Litzenburger
_________________
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Heart



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Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petra, hallo Courage.

Petra hat mich verstanden. Unser Sohn war ja bereit wieder in die Schule zu gehen. Das zeigte ja schon sein Wiedererscheinen dort. Wenn er nicht gewollt hätte, wäre er auch nicht mehr hingegangen. Das hätte ich dann gar nicht so schnell mitbekommen, weil die Schule uns sowieso nur noch anruft, wenn sie es wirklich für nötig erachtet. Und das ist zumindest nicht bei Nichterscheinen der Fall. Und er hatte wirklich nur ein "na und" gesagt, mehr nicht. Das ist für mich jedenfalls kein Grund einen Schüler gleich anzupacken und ein nicht Mitgehen zu unterstellen. Ich glaube, dann müssten viele Schüler täglich in Schulen solcherlei Torturen ausgesetzt sein. Was kommt dann als nächstes Courage? Rohrstock, so wie früher? Das ist das was mich auch so ärgert. Pädagogen gehen immer gleich von ganz schlimmen Sachen aus, auch wenn sie nicht dabei waren. Immer ist der Schüler schuld. Die Erfahrung als Eltern zeigt uns aber auch immer etwas anderes. Bereits bei meinem Anruf im Sekretariat, indem ich selbst nach dem Unterrichtszimmer gefragt habe, bekam ich von der Schulsekretärin zwei verschiedene Antworten. Zum einen hat sie mich runtergeputzt, in einem Ton, als wenn ich sonstwas wär, dann behauptete sie das Zimmer wäre immer das gleiche und dann viel ihr ein, achja hier haben ja schon welche deswegen nachgefragt. Ich wunderte mich danach jedenfalls nicht mehr, dass er heimkam.
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Heart



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BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 08:50    Titel: Antworten mit Zitat

Mit dem Schulamt hatten wir auch schon im vorletzten Schuljahr Kontakt. Es ging darum, dass seine neue Klassenlehrerin unseren Sohn als Schläger bezeichnet, obwohl er sich nur wehrt. Verletzt war er oft genug. Klar ist unser Sohn kein Engel, aber er ist keiner der in die Schule geht um andere Schüler zu verkloppen. Er hatte oft genug versucht anderen Schülern zu helfen und war dann derjenige der Ärger bekam. Ich habe mir immer andere Aussagen geholt, von anderen Schülern, ohne Rücksprache mit unserem Sohn vorher zu halten. Sie hatten dann einen Schüler in der Klasse der Tabletten nehmen muss, um ihn ruhig zu halten. Vor den Augen der Klassenlehrerin ist er auf unseren Sohn losgegangen. Sie reagierte erst, als unser Sohn sich wehrte und unserer bekam den Ärger. Leider ist das wirklich so passiert. Als unser Sohn auf dem Pausenhof in den Bauch geschlagen bekam, er seine Klassenlehrerin bat, ihn durch uns abholen zu lassen, diese sich aber aufgrund seiner Noten sich weigerte uns anzurufen, daraufhin haben wir uns an das Schulamt gewandt. Das war im vorletzten Schuljahr, einen Termin deswegen bekamen wir erst im letzten Schuljahr. Als wir versuchten den Vorfall mit der Klassenlehrerin zu klären, hieß es plötzlich, unser Sohn hätte einen anderen Schüler mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen. Auch dies versuchten wir mit Hilfe des Schulamtes aufzuklären. Leider, trotz Versprechen der zuständigen Referentin, hielt sie es am Ende nicht für nötig, auch nur einen Versuch der Aufklärung zu starten. Ihre Begründung dafür war, die Erwartung von konträren Aussagen. Ein Kopfstoß gegen die Wand, finde ich jedenfalls nicht lustig. Und nur weil man widersprüchliche Aussagen erwartet, lasse ich das Ganze unter den Tisch fallen? Ohne uns darüber zu informieren? Dazu brauch ich kein Schulamt.

Sein Bauch war knallrot als er nach Hause kam. Dieser Schüler hatte ihm schon die ganze Woche angedroht, dass er in dieser Woche "fällig" ist. Er bat den ganzen Morgen seine Klassenlehrerin ihm zu helfen. Sie sagte nur, dann gehst du am Unterrichtsende später heim. Einen Anruf an uns hielt sie nicht für nötig.

Somit bekommt die Schule nun auch keine Telefonnr. mehr. Da es im Notfall sowieso keinen Anruf an uns geben wird.
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 08:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wie immer in diesem Fällen:
Kind beim Arzt vorstellen, als Unfallbericht schreiben lassen (Schulunfall), dann muss die Schule auch was schreiben.
Keine Gespräche ohne Zeugen und anschließendes Protokoll.
Fristen setzen, dann auch handeln. Nötigenfalls Strafanzeige wg. Körperverletzung, wegen übler Nachrede (bei Falschbehauptungen), wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.
Nach länger verstrichener Zeit sind Schule und Schulamt (die sind nur interessiert, ihre Lehrkräfte zu schützen) weder in der Lage noch bereit irgend etwas zu klären.

Machs schriftlich, sehr konkret und beweisbar, z.B. mit einem Schulunfallbericht. Leider geht es nicht anders.

Zitat:
Einen Anruf an uns hielt sie nicht für nötig.

Unsere Kinder tragen jeder ein einfaches altes Handy in der Schultasche. Notfallanrufe können so getätigt werden. (Das eine Kind kommt ohnehin ohne Anruf bei Stundenausfällen nicht nach Hause, da kein passender ÖPNV vorhanden).

Nicht jammern, heart, sondern dir klar werden, was du erreichen willst und wie dies umgesetzt werden kann.

Dann strategisch denken und handeln.
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Heart



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BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo M.,

Machen wir mittlerweile alles. Unfallberichte, alle möglichen Kontakte schulmässig schriftlich. So haben wir immer was zur Hand. Und keiner kann mehr sagen, dass hätte er so nie gesagt. Mittlerweile zeigen wir Eltern uns alle gegenseitig an, damit der Rektor die Hände in den Schoss legen kann und nur noch Verweise schreiben muss. Er ist damit fein raus.

Ich habs dem Schulamt sogar schriftlich gegeben, dass sie sowieso nur für die Schule arbeitet und nicht in unserem Interesse. Seitdem hab ich von ihr keine Antwort mehr bekommen. Vielleicht braucht sie ja auch so lange um darüber "nachzudenken". Embarassed
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Bayer



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Beiträge: 1348
Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 08.12.2009, 09:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Somit bekommt die Schule nun auch keine Telefonnr. mehr. Da es im Notfall sowieso keinen Anruf an uns geben wird.

Eindeutig ein Fehler, heart. Die Schule wird im Zweifel behaupten, dass ihr nicht mitwirkungsbereit und nicht schulinteressiert seid, denn ihr weigert euch ja sogar eure Te.Nr. bekannt zu geben.

Mach' s andersherum:
"Sehr geehrter Herr/Frau...

hiermit teilen wir Ihnen mit, wo wir wann in Not- aber auch allen anderen Fällen zu erreichen sind:
privat: ............................
dienstlich:......................
Handy:...............................

Da unser Sohn in der Vergangenheit häufiger durch Verschulden von Mitschülern erheblich verletzt nach Hause kam, bitten wir Sie hiermit nachdrücklich, uns unverzüglich zu informieren, wenn sich unser Sohn bei Ihnen mit Verletzungen meldet und darum bittet, seine Eltern kontaktieren zu dürfen, weil es ihm nicht gut geht.

Wir bitten um Unterschrift der Kenntnisnahme dieser Mitteilung durch den anhängenden Rückläuferzettel.


Mit freundlichen Grüßen., ............................


z.H. Eltern xy

Hiermit bestätige ich durch Unterschrift, dass ich von der Elterninformation der Eltern xy, Kind xy vom .................. Kenntnis erhalten habe.
Die Eltern xy wünschen unverzüglich tel. informiert zu werden, wenn ihr Kind xy sich mit Verletzungen bei mir oder Kollegen meldet.

Unterschrift: ......................................................., Datum:...............
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