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Ausschluss vom Unterricht und Isolierung des Schülers

 
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Rheingold



Anmeldedatum: 14.03.2010
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BeitragVerfasst am: 14.03.2010, 14:30    Titel: Ausschluss vom Unterricht und Isolierung des Schülers Antworten mit Zitat

Gegen meinen Sohn wurden im Rahmen einer Teilkonferenz (Klassenkonferenz) Ordnungsmaßnahmen verhängt. Ich will hier nicht auf die haarsträubenden Einzelheiten eingehen, sondern komme direkt zu meiner Frage:

Zu den Ordnungsmaßnahmen gehörte auch der Ausschluss vom Unterricht der Klasse für 5 Tage.
Mein Sohn wurde in dieser Zeit völlig alleine in einen Empfangsraum gesetzt und musste dort täglich 5 bis 6 Stunden Aufgaben bearbeiten, die die Lehrer ihm brachten. Auch die Pausen durfte er nicht mit den anderen Schülern verbringen, sondern musste sie dann nehmen, wenn die anderen im Unterricht waren. Er war also völlig isoliert und ganz alleine in diesem Raum.

Meine Frage: Ist so was rechtlich zulässig?

Vielen Dank
Rheingold

Vielen Dank und Grüße
Rheingold
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Legolas



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BeitragVerfasst am: 14.03.2010, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rheingold,

herzlich Willkommen im Forum der EMGS!

Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer sind unterschiedlich auch die Ordnungsmaßnahmen die verhängt werden dürfen. Manchmal ist es auch wichtig auf welche Art und Weise die Eltern und der Schüler in das Verfahren involviert wurden.

Meistens gibt es nämlich Verfahrensfehler und dadurch kann es sein dass die Ordnungsmaßnahme nicht rechtmässig ist/ war.

Es wäre schön wenn du uns mitteilen könntest aus welchem Bundesland du kommst und welche Klasse dein Sohn besucht!

VG Legolas
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Rheingold



Anmeldedatum: 14.03.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 14.03.2010, 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Legolas,
vielen Dank für deine Antwort. Also, wir sind aus NRW und Verfahrensfehler hat es einige gegeben. So sind wir über das genannte Fehlverhalten nicht informiert worden, die angewendeten erzieherischen Maßnahmen sind uns nicht bekannt, Eltern-Lehrer bzw. Eltern-Lehrer-Schülre Gespräche wurden nicht geführt, das Fehlverhalten beruht im Weentlichen auf Vermutungen und Zuschreibungen, wurde als nicht nachgewiesen, es ist zudem eine Gruppe von Schülern, die "stört" etc. Die konkreten Vorwürfe lauten dabei meist Reden im Unterricht, Diskussionen mit Lehrern. Gewalt war nicht im Spiel.

Wir sind dabei Widerspruch gegen die Ordnugsmaßnahmen einzureichen. Auch an übergeordneter Stelle hat man telefonisch bereits geäußert, dass das Vorgehen so, wie wir es darlegen und zum Glück auch nachweisen können, nicht verfahrensgerecht ist. So weit so gut.
Die Maßnahme meinen Sohn in einen Einzelraum zu verbannen und zu isolieren, empfinde ich als unzumutbar. Das reguläre Vorgehen wäre, dass er in einer Parallelklasse beschult wird oder den Unterrichtsstoff zu Hause erarbeiten muss.

Meine Frage: Ist es rechtlich zulässig, Schüler so zu isolieren?

Viele Grüße
Rheingold
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Legolas



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Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 14.03.2010, 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rheingold,

ich kopiere mal die Vorschriften zu Ordnungsmaßnahmen in NRW hier rein:

Zitat:
Auszug aus dem Schulgesetz
Fünfter Teil Schulverhältnis
Dritter Abschnitt Weitere Vorschriften über das Schulverhältnis
§ 53 Erzieherische Einwirkungen, Ordnungsmaßnahmen
(1) Erzieherische Einwirkungen und Ordnungsmaßnahmen dienen der geordneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule sowie dem Schutz von Personen und Sachen. Sie können angewendet werden, wenn eine Schülerin oder ein Schüler Pflichten verletzt. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist zu beachten. Ordnungsmaßnahmen sind nur zulässig, wenn erzieherische Einwirkungen nicht ausreichen. Einwirkungen gegen mehrere Schülerinnen und Schüler sind nur zulässig, wenn das Fehlverhalten jeder oder jedem Einzelnen zuzurechnen ist.

(2) Zu den erzieherischen Einwirkungen gehören insbesondere das erzieherische Gespräch, die Ermahnung, Gruppengespräche mit Schülerinnen, Schülern und Eltern, die mündliche oder schriftliche Missbilligung des Fehlverhaltens, der Ausschluss von der laufenden Unterrichtsstunde, die Nacharbeit unter Aufsicht nach vorheriger Benachrichtigung der Eltern, die zeitweise Wegnahme von Gegenständen, Maßnahmen mit dem Ziel der Wiedergutmachung angerichteten Schadens und die Beauftragung mit Aufgaben, die geeignet sind, das Fehlverhalten zu verdeutlichen. Bei wiederholtem Fehlverhalten soll eine schriftliche Information der Eltern erfolgen, damit die erzieherische Einwirkung der Schule vom Elternhaus unterstützt werden kann. Bei besonders häufigem Fehlverhalten einer Schülerin oder eines Schülers oder gemeinschaftlichem Fehlverhalten der Klasse oder Lerngruppe soll den Ursachen für das Fehlverhalten in besonderer Weise nachgegangen werden.

(3) Ordnungsmaßnahmen sind

der schriftliche Verweis,
die Überweisung in eine parallele Klasse oder Lerngruppe,
der vorübergehende Ausschluss vom Unterricht von einem Tag bis zu zwei Wochen und von sonstigen Schulveranstaltungen,
die Androhung der Entlassung von der Schule,
die Entlassung von der Schule,
die Androhung der Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes durch die obere Schulaufsichtsbehörde,
die Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes durch die obere Schulaufsichtsbehörde.

Rechtsbehelfe (Widerspruch und Anfechtungsklage) gegen Ordnungsmaßnahmen nach Satz 1 Nr. 2 und 3 haben keine aufschiebende Wirkung. § 80 Abs. 4, 5, 7 und 8 der Verwaltungsgerichtsordnung bleibt unberührt.

(4) Maßnahmen nach Absatz 3 Nr. 4 und 5 sind nur zulässig, wenn die Schülerin oder der Schüler durch schweres oder wiederholtes Fehlverhalten die Erfüllung der Aufgaben der Schule oder die Rechte anderer ernstlich gefährdet oder verletzt hat. Bei Schulpflichtigen bedarf die Entlassung von der Schule der Bestätigung durch die Schulaufsichtsbehörde, die die Schülerin oder den Schüler einer anderen Schule zuweisen kann. Die Entlassung einer Schülerin oder eines Schülers, die oder der nicht mehr schulpflichtig ist, kann ohne vorherige Androhung erfolgen, wenn die Schülerin oder der Schüler innerhalb eines Zeitraumes von 30 Tagen insgesamt 20 Unterrichtsstunden unentschuldigt versäumt hat.

(5) Maßnahmen nach Absatz 3 Nr. 6 und 7 sind nur zulässig, wenn die Anwesenheit der Schülerin oder des Schülers aus Gründen der Sicherheit nicht verantwortet werden kann. Diese Entscheidung bedarf der Bestätigung durch das Ministerium. Soweit die Schülerin oder der Schüler die Schulpflicht noch nicht erfüllt hat, ist für geeignete Bildungsmaßnahmen zu sorgen.

(6) Über Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 3 Nr. 1 bis 3 entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter nach Anhörung der Schülerin oder des Schülers. Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann sich von der Teilkonferenz gemäß Absatz 7 beraten lassen oder ihr die Entscheidungsbefugnis übertragen. Den Eltern und der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer oder der Jahrgangsstufenleiterin oder dem Jahrgangsstufenleiter ist vor der Entscheidung Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. In dringenden Fällen kann auf vorherige Anhörungen verzichtet werden; sie sind dann nachzuholen.


(7) Über Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 3 Nr. 4 und 5 entscheidet eine von der Lehrerkonferenz berufene Teilkonferenz. Der Teilkonferenz gehören ein Mitglied der Schulleitung, die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer oder die Jahrgangsstufenleiterin oder der Jahrgangsstufenleiter und drei weitere, für die Dauer eines Schuljahres zu wählende Lehrerinnen oder Lehrer oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemäß § 58 als ständige Mitglieder an. Weitere, für die Dauer eines Schuljahres zu wählende Mitglieder sind eine Vertreterin oder ein Vertreter der Schulpflegschaft und des Schülerrates. Diese nehmen an Sitzungen nicht teil, wenn die Schülerin oder der Schüler oder die Eltern der Teilnahme widersprechen.

(Cool Vor der Beschlussfassung hat die Teilkonferenz der betroffenen Schülerin oder dem betroffenen Schüler und deren Eltern Gelegenheit zu geben, zu dem Vorwurf der Pflichtverletzung Stellung zu nehmen; zu der Anhörung aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler kann die Schülerin oder der Schüler eine Person des Vertrauens oder der Lehrerinnen und Lehrer hinzuziehen.

(9) Ordnungsmaßnahmen werden den Eltern schriftlich bekannt gegeben und begründet.


Den Punkt mit dem Ausschluss vom Unterricht habe ich unterstrichen.
Ich denke mal das man dir dieses als Argument anbieten wird. Ausschluss vom Unterricht heißt aber für mich, das der Schüler dann die Schule gar nicht besucht. In der Klasse meines Sohnes ( Grundschule) bekamen auch gerade drei Schüler diese Ordnugsmaßnahme ( zu Recht Evil or Very Mad ) aufgebrummt und die Eltern mussten dann eben sehen wie sie die Betreuung der Kinder organisieren.

Zitat:
Die Maßnahme meinen Sohn in einen Einzelraum zu verbannen und zu isolieren, empfinde ich als unzumutbar

Da stimme ich dir völlig zu. Hat auch für mich so ein bischen so eine Art an den Pranger stellen.

Zitat:
Das reguläre Vorgehen wäre, dass er in einer Parallelklasse beschult wird oder den Unterrichtsstoff zu Hause erarbeiten muss.
genau das ist das was möglich gewesen wäre und was mit dem Schulgesetz in Einklang gebracht werden kann.

Zitat:
Meine Frage: Ist es rechtlich zulässig, Schüler so zu isolieren?

Wenn man sich an das Schulgesetz hält nach meiner Auffassung nicht. Auch wäre es zu klären wie es sich in diesem Falle mit der Aufsichtspflicht der Schule verhält.

Ich denke mit deinem Widerspruch habt ihr ganz gute Chancen. Eine entsprechende Dienstaufsichtsbeschwerde würde ich gleich hinten dranhängen!
Läuft die Maßnahme denn noch? In diesem Fall würde ich den Jungen aufgrund der ungeklärten Rechtslage zu Hause lassen.

Langfristig würde ich aber an eurer Stelle über einen Schulwechsel nachdenken!

VG Legolas
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Rheingold



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BeitragVerfasst am: 14.03.2010, 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Legolas,
danke für die Info. So weit wir wissen, wird die Aufsichtspflicht nicht verletzt. Die Maßnahme ist letzte Woche ausgelaufen, also mein Sohn hat die 5 Tage durchgehalten, an den letzten beiden Tagen ging es ihm dann aber auch körperlich sehr schlecht. Einen Schulwechsel ziehen wir auf jeden Fall in Erwägung, würden dies aber gerne geordnet zum Ende des Schuljahres tun. Ob wir dies schaffen weiß ich nicht. Der Lehrer hat schon von Anfang an angekündigt, dass er meinen Sohn nicht an der Klasse und wohl auch nicht an der Schule haben will. Der Grund dafür ist mir nicht bekannt. Ich möche nicht ins Detail gehen, das würde den Rahmen sprengen, aber die Zustände und das pädagogische Selbstverständnis an dieser Schule und vor sind für mich irritierend und empörend.
Dienstaufsichtsbeschwerde in dieser Angelegenheit war auch noch mal ein guter Tipp.

Herzlichen Dank dafür
Rheingold
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Courage



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BeitragVerfasst am: 14.03.2010, 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ausschluss vom Unterricht bedeutet nicht zwangsläufig auch Ausschluss vom Schulbesuch.

Ein Widerspruch gegen die verhängte Ordnungsmaßnahme hätte auch keine aufschiebende Wirkung gehabt. Ein Widerspruch ist aufgrund der Verfahrensfehler aber anzuraten. Wenigstens, damit so etwas an dieser Schule demnächst "ordentlicher" gehandhabt wird.

An unserer Schule würde bei solchen "Vergehen" nicht als erste Ordnungsmaßnahme (die ja auch erst dann verhängt werden darf, wenn erzieherische Maßnahmen durchgeführt wurden, es sei denn, die Schwere des Vergehens ist gravierend - Gewalt!) der Unterrichtsausschluss laufen. Vermutlich eher ein schriftlicher Verweis, gekoppelt mit erzieherischen Maßnahmen, die dann aber von den Eltern abgelehnt werden können. Je nach Einsicht der Eltern sind uns da die Hände gebunden. Ohne Elternmitarbeit ist es sehr schwierig, erzieherisch mit den Kindern zu arbeiten (und das gehört auch zu unseren Aufgaben: Bildungs- und Erziehungsaufgaben).

Ein Unterrichtsausschluss, z. B. bei "Wiederholungstätern", kann sehr unterschiedlich gestaltet werden, Beispiele:
- xy holt sich morgens die Aufgaben in der Schule ab, bringt sie mittags wieder erledigt zurück (das machen wir, wenn wir auch soziale Strukturen verändern wollen)
-xx bleibt der Schule ganz fern (wenn z. B. eine Gefährdung für andere Schüler ausgeschlossen werden soll, wenn xx sonst vor Unterrichtsbeginn wieder für Schwierigkeiten sorgen könnte)
-xz bleibt der Schule fern und macht in der Zeit ein Praktikum (bei älteren Schülern möglich, setzt aber die Mitarbeit und Unterstützung durch die Eltern voraus - da erzieherische Maßnahme)
-xzz macht seine Aufgaben in einem Nebenraum zum Rektorat, ist weitgehend isoliert (auch um ganz bewusst Kontakte zu Schülern zu verhindern, zum Schutz der anderen, und um die Zeit als Nicht-Ferien deutlich zu machen)

Meines Wissens ist die Anwendung erzieherischer Maßnahmen in solchen Fällen (also ohne Gewalt - da ist spontanes Handeln unabdingbar, und wird in der Regel auch von allen Beteiligten so akzeptiert - ist auch rechtlich abgesichert) vorausgesetzt. Inwieweit aber alle Formen des Maßnahmekatalogs abgearbeitet werden müssen, ist nicht rechtlich festgelegt. Zu einer sinnvollen erzieherischen Maßnahme gehört meiner Meinung nach aber auch die Einbeziehung der Eltern (siehe oben).

Rein rechtlich dürfte es aufgrund dieser Situation wohl schwierig werden, einen Verfahrensfehler zu erkennen.
Andere mögliche Verfahrensfehler (die selbst bei uns vorkommen, obwohl wir uns immer bemühen!):
Durftet ihr "Zeugen" mitbringen, der Junge einen "Mitschüler seines Vertrauens" oder einen "Lehrer seines Vertrauens"? Ist die Ladungsfrist eingehalten (bei der nicht vorhandenen Schwere der Vergehen sind es immerhin 7 Tage)

Die Isolation des Schülers ist meiner Meinung nach nicht rechtlich anfechtbar (es besteht ja die indirekte Aufsicht), aber ich halte sie für nicht verhältnismäßig. Bei Gewalt oder Gewaltandrohung, bei Stören des Schulfriedens, z. B. durch rassistische Beleidigungen anderer Schüler...) sehe ich es als nachvollziehbar und z. T. dringend erforderlich an: Ziel: Schutz der anderen, der Regelfall Unterricht/Schule soll sich "verdient" werden, d. h. die Auszeit soll genutzt werden, um wieder den "richtigen Weg" für sich als Ziel zu erkennen und zu finden.

Viele erzieherische Maßnahmen werden praktiziert, ohne dass Eltern (leider) informiert werden:
Gespräch mit dem Schüler
Gespräch mit Schüler und Sozialarbeitern
Ausschluss aus der laufenden Unterrichtsstunde
Nacharbeit unter Aufsicht (bei uns werden zwar die Eltern informiert, aber das geht manchmal auch bei Eltern unter, dass dies schon eine erzieherische Maßnahme ist - nicht böse sein, trifft ja auch nur sehr selten so zu)


Gerade in einem Fall, wie du ihn hier geschildert hast, wäre bei uns das Procedere so:
schriftliche Mitteilung an die Eltern, entweder als Brief oder Eintrag ins Hausaufgaben/Mitteilungsheft
Nacharbeit des durch Störens verpassten Unterrichtsinhalts unter Aufsicht
Dann, wenn das alles nicht zu einer Verbesserung führt, laden wir zu einem pädagogischen Gespräch ein: Eltern, Schüler, Lehrer, manchmal auch Rektorin, oder auch Schulsozialarbeiterin... Dort gibt es dann Maßnahmen, wie z. B. Führung eines Hausaufgabenheftes, Verhaltensheftes - wie war die Mitarbeit, gab es Störungen...
In dieser Runde hat natürlich auch der Schüler das Rederecht, er darf selbst von seiner Wahrnehmung der Situation berichten und auch Gründe nennen. Er und seine Eltern machen, wenn es gut läuft, selbst Vorschläge zur Veränderung der Situation, die dann gegebenenfalls "eingearbeitet" werden.

Diese Gesprächsrunde dient dann sozusagen als Vorstufe zu einer Teilkonferenz, meist versteht der Schüler das dann auch so.

Ich bin gespannt, wie euer Widerspruch ausgeht. Ist denn bei der Teilkonferenz alles "fair" verlaufen? Hattet ihr Gelegenheit zur Stellungnahme? Konnte euer Sohn von seinen Wahrnehmungen berichten?
Wie seht ihr das Verhalten eures Sohnes, bzw. könnt ihr die grundsätzliche Kritik am schulischen Verhalten eures Sohnes nachvollziehen? Ich habe das so verstanden, dass ihr nur mit der gewählten Maßnahme nicht einverstanden wart, bzw. dass ihr die mangelnde Information an euch vermisst habt. Habe ich das richtig so verstanden? Wenn ihr weitere Tipps braucht, könnt ihr euch gerne noch einmal melden.

Aber, was für einen Grund sollte der Lehrer für eine solche Ablehnung eures Sohnes haben? Das kann ich nicht nachvollziehen.
Ist er schon vorbestraft? Hat er schon wegen eines Gewaltdeliktes die Schule wechseln müssen? Ist er rassistisch veranlagt? Wohl alles eher nicht, nicht wahr?

Aufgrund der Verfahrensfehler, wenn es wirklich welche sind, würde ich nicht unbedingt zu einem Schulwechsel raten. Wenn der Lehrer seine Voreingenommenheit so zur Schau trägt, dann ist es wohl besser, die Schule zu wechseln. Leider.
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Rheingold



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BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Courage,
vielen Dank für deine Antwort.
Mein Sohn ist erst seit kurzem auf dieser Realschule und in der 6. Klasse. Aufgrund eines Umzugs musste er die Schule zum Halbjahr wechseln. Er ist weder gewalttätig noch kriminell.
Der Klassenlehrer zeigte sich schon von Anfang an sehr abweisend meinem Sohn gegenüber. Diesen Eindruck hatten auch die ehemalige Klassenlehrerin und ein Begleiter, den ich zu einem von mir angeregten Informationsgespräch mitnahm.

Die Verfahrensfehler liegen deutlich vor. Ich habe viele und nachweisliche Versuche unternommen, um mit dem Klassenlehrer in Kontakt zu treten. Das ist aber auf wenig Resonanz gestoßen. Eltern- und Erziehungsarbeit werden als unzumutbare Zusatzarbeit empfunden. Zwischen dem Schreiben, in dem ich über das Fehlverhalten meines Sohnes informiert wurde, einschließlich der Ankündigung, dass ich mit einer Teilkonferenz rechnen müsse und der Einladung zur Teilkonferenz lagen 5 Werktage, ohne das es gravierende Verstöße seitens meines Sohnes gegeben hätte.

Das tatsächliche Fehlverhalten ist vergleichsweise harmlos: Er redet und diskutiert gerne im Unterricht. Das kann nerven, war aber in der früheren Schule kein Problem und konnte von den LehrerInnen schnell in den Griff bekommen werden. Dies auch aufgrund einer guten Elternarbeit.

Mein Sohn würde gerne auf der Schule bleiben, da er dort Freunde gefunden hat und nicht schon wieder wechseln möchte.

Aber angesichts der Situation ist wohl wirklich ein Schulwechsel angezeigt.

Herzlichen Dank
Rheingold
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Rheingold



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BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

p.s.:
Rechtlich wurde die Teilkonferenz korrekt durchgeführt. Von der Möglichkeit eine weitere Lehrkraft oder einen Schüler hinzuzuziehen haben wir keinen Gebrauch gemacht. Mein Sohn ist so durch den Wind, dass er gar nicht mehr einschätzen kann, wer wie zuihm steht. Auch wir kannten die anderen Lehrer noch nicht. Als ich mich darum bemühte, wurde ich darauf hingewiesen, dass die Fachlehrer dafür keine Zeit hätten, da sie ja selbst noch eigene Klassen hätten. Für solche Gespräche gebe es die Elternsprechtage. Nun ja.
Als skandalös empfand ich den Umstand, dass eine Lehrerin zur Teilkonferenz geladen war, die meinen afrikanisch stämmigen Sohn und andere Kinder (rassistisch) beschimpft (scheiß Afrikaner", "du Neger", zu anderen Kindern: "du Fettsack", "halt die Klappe"etc.) und die mich, ohne mich zu kennen, öffentlich vor der Klasse meines Sohnes bloß gestellt hat. Daneben hat die Lehrerin große disziplinarische Probleme. Angeblich soll sie die Schule bald verlassen. Aber wie gesagt, dass Problem ist seit langem bekannt. Gegen diese Dame werde ich allerdings eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen.

Glücklicher Weise ist diese Kollegin nicht erschienen. Sie war angeblich verhindert. Aber allein die Einladung hat mich empört und ich frage mich, wie eine solche Person meinen Sohn beurteilen soll?

Insofern lief die Teilkonferenz rechtlich vielleicht korrekt ab, aber inhaltlich und in Hinblick auf die Zusammensetzung war ich entsetzt.

Rheingold
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Courage



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BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rheingold,

die "ständigen Mitglieder" der Teilkonferenz werden zu Schuljahresbeginn von der Lehrerkonferenz aus den eigenen Reihen gewählt. Die Wahl gilt für ein Jahr. Wie die "Mannschaft" gebildet wird (also gewählt wird) ist wohl von Schule zu Schule unterschiedlich. Vielleicht ist die von dir beschriebene Kollegin ja auch gewählt und war dann natürlich auch zu der Teilkonferenz für deinen Sohn dabei - ist dann auch für sie eine Dienstverpflichtung (nur mit Entschuldigung darf sie fehlen).

Dass dies natürlich für dich noch einen zusätzlichen Afffront bedeutet, kann aber nicht der Teilkonferenz an sich angelastet werden. Jetzt tut es mir natürlich leid, von Rassismus zu sprechen, aber wovon das Herz voll ist, davon quillt der Mund über. Wir haben gerade eine Teilkonferenz in Vorbereitung für eine Schülerin, die zwei andere Mädchen übelst rassistisch angeht. Das finde ich in der Tat noch schlimmer als "mal eben eine Kopfnuss" oder ähnliches, obwohl ich auch so etwas nicht gut heißen kann.

Zusätzlich nehmen an der Teilkonferenz der Klassenlehrer und ein Mitglied der Schulleitung teil (die Schulleitung kann den Vorsitz aber delegieren, so dass sie nicht unbedingt anwesend sein muss).

Ich hatte zu Schuljahresbeginn vor einem Jahr auch ein "Ach, du willst in meine Klasse?"-Erlebnis. Da stand nämlich plötzlich Schüler Nr. 31 vor meiner Tür. Die Schülerin sollte ursprünglich in die Parallelklasse. Ich war wirklich nicht begeistert. In einer Hauptschulklasse sind diese großen Zahlen nicht so dolle. Es blieb dabei, die Schülerin hatte in Absprache mit dem Parallelkollegen "getauscht" und sie war dann eben fortan in meiner Klasse. Sie wird wohl auch am Anfang gedacht haben: "Was will die denn von mir?" Aber da sie ja von sich aus in meine Klasse wollte und ich eine mir ursprünglich zugewiesene Schülerin an den Kollegen "verloren" habe, hat diese unfreundliche Begrüßung dann im Nachhinein erklärt. Mittlerweile bin ich unendlich froh über diesen Tausch! Denn dieses zweite Tauschmädel ist diejenige, die auf ihre Teilkonferenz wartet (Rassismus!).

Sind dir denn im Rahmen der Teilkonferenz Mitwirkungsmöglichkeiten genannt worden? Sind Erwartungen an dich gerichtet worden, wie du und Schule in Zukunft (besser) zusammenarbeiten sollen? Gab es Absprachen (z. B. Verhaltensheft - Belohnungssystem für störungsfreies Arbeiten in der Schule...)? Der Schüler, also dein Sohn, steht zwar im Mittelpunkt dieser Teilkonferenz, aber die Mitwirkung aller Menschen, die sich um das Wohl des Kindes (also Erziehung) zu kümmern haben, ist doch auch maßgeblich gefordert.

Ich wünsche euch viel Glück - und (ich gebe die Hoffnung nie auf) vielleicht findet ihr kooperationsfreudige Lehrer/Lehrerinnen an dieser Schule (vielleicht Parallelklasse?). Dann hätte dein Sohn eine neue, bessere Chance und würde seine Freunde nicht ganz verlieren.

Liebe Grüße, Courage
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Legolas



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Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rheingold,

Zitat:
Als skandalös empfand ich den Umstand, dass eine Lehrerin zur Teilkonferenz geladen war, die meinen afrikanisch stämmigen Sohn und andere Kinder (rassistisch) beschimpft (scheiß Afrikaner", "du Neger", zu anderen Kindern: "du Fettsack", "halt die Klappe"etc.) und die mich, ohne mich zu kennen, öffentlich vor der Klasse meines Sohnes bloß gestellt hat.
Shocked

Das ist echt der Hammer, gut das du hierzu eine DAB schreibst!

Zitat:
Angeblich soll sie die Schule bald verlassen. Aber wie gesagt, dass Problem ist seit langem bekannt.

Die Frage ist wo geht sie dann hin? So jemand gehört doch nicht auf Kinder losgelassen.... Mad

Zitat:
Der Klassenlehrer zeigte sich schon von Anfang an sehr abweisend meinem Sohn gegenüber
.
Unerwünschte Mehrarbeit....?
Zitat:
Diesen Eindruck hatten auch die ehemalige Klassenlehrerin und ein Begleiter, den ich zu einem von mir angeregten Informationsgespräch mitnahm

Dann brauchst du dir wenigstens nicht einreden lassen, das du dir das einbildest... Wink

Zitat:
Das tatsächliche Fehlverhalten ist vergleichsweise harmlos: Er redet und diskutiert gerne im Unterricht

Für manche ist das wirklich sehr unpassend, bringt ja den ganzen Tagesplan durcheinander, aber dafür haben Eltern einfach kein Verständnis.. Rolling Eyes Aber so ein Schüler ist natürlich außerhalb des Klassenzimmers viel besser untergebracht.

Zitat:
Mein Sohn würde gerne auf der Schule bleiben, da er dort Freunde gefunden hat und nicht schon wieder wechseln möchte.


Das kann ich gut verstehen und ich wünsche euch wirklich das die Situation sich bessert, aber Hoffnung habe ich bei diesem Laden kaum.

VG Legolas
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Courage



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Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Legolas hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Das tatsächliche Fehlverhalten ist vergleichsweise harmlos: Er redet und diskutiert gerne im Unterricht

Für manche ist das wirklich sehr unpassend, bringt ja den ganzen Tagesplan durcheinander, aber dafür haben Eltern einfach kein Verständnis.. Rolling Eyes Aber so ein Schüler ist natürlich außerhalb des Klassenzimmers viel besser untergebracht.



VG Legolas


Tja, aus Lehrersicht kann das aber auch ganz anders wirken. Beispiel Schülerin xy quatscht pausenlos entweder mit der Nachbarin oder - auch sehr beliebt - quer durch die Klasse mit ...

Das gleiche Mädel glaubt immer wieder diskutieren zu müssen, warum diese Gespräche (z. B. während einer Erarbeitungsphase) so unglaublich wichtig sind. "Wir wollen doch nur absprechen, warum xx morgen nachmittag unbedingt die pinke Hose anziehen soll, das müssen Sie doch verstehen..."

Das Mädel wird kurzfristig mit einer Mitschülerin auf den Flur geschickt (damit der Unterricht wieder laufen kann, damit die Mädels ihre ach so wichtige Diskussion beenden können). Von einem Kollegen angesprochen sagen sie dann: "Och wir haben wirklich nur geredet und diskutiert" So die Selbstwahrnehmung der Mädels.


Gut, das Beispiel mag für den ein oder anderen etwas übertrieben wirken, es gab es aber tatsächlich (gut, es war nicht die Hosenfarbe, sondern irgendeine Markenjacke).

Solche Mädels (oder Jungen) gibt es leider häufiger.

Aber, der Unterschied zum hier vorliegenden Fall: Es ging bei den Mädels nicht sofort um eine Teilkonferenz, sondern um eine Nacharbeit unter Aufsicht. Sie hatten in der Tat sehr viel Übungszeit und Erarbeitungsphasen "verquatscht". Das Ganze kann Lehrer und Mitschüler durchaus nerven.

Aber, es gibt leider Lehrer, die wirklichen Diskussionswillen (bei Sachthemen) nicht zu schätzen wissen. Aber auch da kann der gutgemeinte Diskussionsbeitrag zumindest schon mal anstrengend sein (manche Schüler wissen so unglaublich viel von x-mysterie oder so, absolut unwissenschaftlich, aber sehr kinderfreundlich gemacht).

Rheingold, ich möchte dir keinesfalls unterstellen, dass dein Sohn zu der Beispielgeschichte von mir passt. Aber es gibt in der Tat oft ein großes Auseinanderklaffen von Wahrnehmungen: und die sollten spätestens in einer Teilkonferenz geklärt werden!

Liebe Grüße, Courage
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Rheingold



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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 09:31    Titel: Antworten mit Zitat

Leider war die Teilkonferenz keinesfalls dazu angetan Sachverhalte zu klären. Auch das Verhalten uns gegenüber war unhöflich und respektlos. Wir sind nachweislich Eltern, die Schule in ihren Anliegen unterstützt und müssen nun erleben, dass wir regelrecht demontiert werden. Tatsächlich sah ich mich gezwungen eine nachträgliche Stellungnahme einzureichen und alle belegbaren Versuche aufzuführen, die wir unternommen haben, um eine vernünftige Kommunikation mit LehrerInnen herzustellen. Diese Versuche beruhten leider nicht auf Gegenseitigkeit.

Gut, mein Sohn redet im Unterricht und verhält sich streckenweise pubertär. Schön, und nun? Ist das eine besondere Herausforderung? Meines Erachtens ist dem nicht so. Die Befindlichkeiten der LehrerInnen kann ich gut nachvollziehen, denn ich habe selbst einige Jahre als Lehrerin schwierige Schüler unterrichtet. Aber der Umgang mit Störungen gehört zum pädagogischen Alltagsgeschäft, ebenso wie Elternarbeit.

Mehrere Lehrkräfte an dieser Schule haben jedoch geäußert, das Erziehungsarbeit nicht zu ihren Aufgaben gehört. Das ist nicht richtig. Denn im SchulG NRW ist in den §§ 1 und 2 eindeutig festgehalten, das Bildung und Erziehung zum Auftrag von Schule gehören. Die LehrerInnen dieser Schule meinen aber Erziehung sei nicht ihre Aufgabe. Gleiches gilt für die Elternarbeit. Auch diese wird von den LehrerInnen unserer Schule als Belastung empfunden. So geht´s nun wirklich nicht.

Alle Initiativen zur Verbesserung von Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern sind von uns ausgegangen. Zumeist sind wir dabei auf Widerstand bei LehrerInnen und Schulleitung gestoßen.

So wie ich die Situation einschätze, werden wir nicht an dieser Schule bleiben können.

Ich danke allen herzlich für Informationen und Zusprache.

Viele Grüße
Rheingold
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Legolas



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Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Courage

Zitat:
Beispiel Schülerin xy quatscht pausenlos entweder mit der Nachbarin oder - auch sehr beliebt - quer durch die Klasse mit ...

Das gleiche Mädel glaubt immer wieder diskutieren zu müssen, warum diese Gespräche (z. B. während einer Erarbeitungsphase) so unglaublich wichtig sind. "Wir wollen doch nur absprechen, warum xx morgen nachmittag unbedingt die pinke Hose anziehen soll, das müssen Sie doch verstehen..."

Das Mädel wird kurzfristig mit einer Mitschülerin auf den Flur geschickt (damit der Unterricht wieder laufen kann, damit die Mädels ihre ach so wichtige Diskussion beenden können). Von einem Kollegen angesprochen sagen sie dann: "Och wir haben wirklich nur geredet und diskutiert" So die Selbstwahrnehmung der Mädels.


Gut, das Beispiel mag für den ein oder anderen etwas übertrieben wirken, es gab es aber tatsächlich (gut, es war nicht die Hosenfarbe, sondern irgendeine Markenjacke).

Solche Mädels (oder Jungen) gibt es leider häufiger.


Ja und??? gab es gibt es und wird es zukünftig auch immer wieder geben. Das in den Griff zu bekommen ist euer Job!!!

Zitat:
Das Ganze kann Lehrer und Mitschüler durchaus nerven.

Ich denke es gibt hier keinen der bei seiner Arbeit nicht durch irgendwelche Umstände genervt und behindert wird. Das ist nun mal so, Nobodys Perfect! Auch ich bin genervt wenn ich meine Aufträge nicht zu Ende kriege, weil ich auf einen Kollegen warten muss, der vielleicht den Vormittag in der Kantine verquatscht hat. Schwärze ich diesen deswegen an, oder toleriere ich es einfach weil er vielleicht ein anderes Mal mir den Rücken frei hält wenn ich nicht 100 % laufe!

Das Verhalten des Lehrers an Rheingolds Schule zeigt, das dieser so ziemlich von allem genervt ist was ihm begegnet, egal ob Schüler oder Eltern und dieses "genervt sein" ungefiltert an seine Mitmenschen zurück gibt!

Und das kann man sich als normaler Angestellter nicht erlauben...

VG Legolas
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Courage



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Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

@Legolas:

Ich habe doch klar den Unterschied deutlich gemacht, oder? Es geht dabei (bei meinem Beispiel!) nicht ums Anschwärzen oder Lehrerjammerei!

Natürlich gehört es zu unserem Job, mit solchen Schüler umzugehen. Da kann und will ich überhaupt nicht widersprechen. Aber alle Schüler haben Anspruch auf ungestörten Unterricht, und ihr glaubt nicht, wie sensibel Schüler sein können, wenn ein oder zwei Schülerinnen auf ihre "nervige" Art und Weise Unterricht sabotieren.

(Gerade aktuell, Abschlussschüler trauen sich nicht mehr, sich im Fachunterricht zu äußern, weil eine Mitschülerin pausenlos die anderen bei Unterrichtsbeiträgen "anmacht", sie trauen sich kaum noch, etwas zu sagen! Da müssen wir Lehrer gerade diese Schüler unterstützen, den "nervigen" Schüler wieder an seine Pflichten zur Mitarbeit erinnern, den anderen eine störungsfreie Unterrichtszeit ermöglichen, indem die "nervige" Schülerin auch für eine gewisse Zeit nacharbeiten darf oder in die parallele Lerngruppe versetzt wird.)

Ich habe Schüler, die wollen wirklich ihre Ziele erreichen und für diese setze ich mich auch ein.

Aber rheingold hat einen ganz anderen Fall geschildert und hat hier auch meine deutliche Rückendeckung erhalten. Mit meinem Beispiel wollte ich nur rheingold "Argumentationshilfe" geben, wenn Kollegen mit Beispielen kommen, die meinem ähneln. Leider gibt es oft verschiedene Sichtweisen (oder zum Glück?). Da ist es gut, wenn man die Argumente der "Gegenseite" kennt und dann auch "Antworten", "Lösungsmöglichkeiten" zur Hand hat, mit denen er die "Gegenseite" von seinen Ideen überzeugen kann. Das war meine Absicht. Ich wollte - und das hat rheingold hoffentlich verstanden, ihm bzw. seinem Sohn nichts unterstellen.

Ziel war: Rheingold erfährt, wie man (bei einem "schlimmeren" Fall) trotzdem sinnvoller hätte agieren können. Nach dem Motto: Warum denn bei meinem Sohn nicht auch?
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