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Dan ist endlich wieder zuhause!

 
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Bayer



Anmeldedatum: 08.09.2009
Beiträge: 1348
Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 10:03    Titel: Dan ist endlich wieder zuhause! Antworten mit Zitat

http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama420.html

Dan Schulz, vom Jugendamt Hellerdorf über Jahre seiner Mutter entzogen, ist endlich wieder zuhause.

Man kann in Dans Fall von "staatlicher Entführung" sprechen.

Vorgeschichte bei www.dans-leben.de

J.
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Rudi



Anmeldedatum: 11.09.2009
Beiträge: 461

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Weiß man, ob die Mutter gegen die Mitarbeiter des Jugendamtes Strafanzeige erstattet hat?

Rudi
fassungslos
_________________
Bist auf Frieden du erpicht, darfst du intervenieren nicht, denn sonst gibt es bösen Streit mit der Schulsozialarbeit.
Und solltest du dann noch verstohlen dein Kind aus dieser Anstalt holen, dann Mütterlein, oh hüte dich - die Folgen sind gar fürchterlich.
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Courage



Anmeldedatum: 26.09.2009
Beiträge: 84
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Die haben doch nur ihre Pflicht getan...

Ironie off!

Das ist wirklich kaum zu glauben. Welche Hilfe bekommt Dan jetzt? Er benötigt doch bestimmt noch therapeutische Unterstützung, um mit dieser Situation klar zu kommen.
Ist der Vater, der ja vielleicht gar nicht so viel beabsichtigt hatte (sondern "nur" das Sorgerecht wollte?), einmal befragt worden, was er mit seinen Unterstellungen ausgelöst hat?
Darf er jetzt noch Dan sehen (ich hoffe, dass Dan das erst noch erspart wird - es sei denn, er will es wirklich selbst!)?

Wie soll Dan jetzt noch Erwachsenen trauen? Die einen (Jugendamt) zerstören seine Welt, die anderen (z. B. Lehrer...) konnten ihm nicht helfen, waren machtlos.

Wie kann ein einziges Gutachten, erstellt von Leuten, die die Familie nun gar nicht kennen, solche Auswirkungen haben?
(Ich sollte mal in einem Sorgerechtsstreit eine Aussage machen - auf Wunsch der Mutter, ich konnte das nicht, weil ich nur ihr gefärbtes Bild der Familie kannte. Ich kannte nur das Kind. Zum Glück wurde ich nicht vorgeladen, die Mutter hatte wohl dann auch die Sorge, dass meine Aussage vielleicht doch nicht ganz so günstig für sie ausfallen würde - das Kind wirkte in der Schule ziemlich "verstört" durch die Mutter. Wenn ich - obwohl ich immerhin das Kind täglich in der Schule erlebte, keine Aussagen treffen konnte - wie kann dann jemand ein Gutachten erstellen, ohne sich kundig zu machen?)
Warum wurden die Lehrer, die weiteren Verwandten, die Nachbarn, die Kindergärtner oder ... nicht befragt?
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Bayer



Anmeldedatum: 08.09.2009
Beiträge: 1348
Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Dan war die 3,5 Jahre im Kinderheim Mattisburg bei Anklam untergebracht.

http://initiative-kinderheim.blogspot.com/


http://initiative-kinderheim.blogsp....ie-erzieher-verdacht.html

Dieses Heim

http://video.google.de/videoplay?docid=-8519191158282802995#

stand unter erheblicher Kritik, ist inzwischen unter Leitung eines neuen Trägers.

http://www.imheim.de/38068-kinderheim-schlatkow-durchsucht.html

http://www.berlinonline.de/berliner....chrichten/0006/index.html

Zitat:
Das Horror-Kinderheim von Meck-Pomm
Schwere Vorwürfe gegen den Heimleiter der "Mattisburg": Er soll Kinder missbraucht, in ihre Betten Steine statt Kuscheltiere gelegt haben
Schlatkow - Sie mussten ihn küssen, vor ihm auf die Knie gehen und ihn anbeten wie einen Gott. Statt Kuscheltiere gab es Backsteine mit ins Bett. Wenn diese Vorwürfe stimmen, machten die Kinder im heilpädagogischen Kinderheim "Mattisburg" in Schlatkow bei Anklam (Vorpommern) die Hölle durch. Leiter Kurt Z. (60) soll Minderjährige vernachlässigt, erniedrigt und sogar missbraucht haben. Einen Jungen habe er angebrüllt: "Friss Gras, wenn du dich hier nicht benimmst."

Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat Ermittlungen gegen Kurt Z. eingeleitet. Doch die Untersuchungen sind schwierig. "Die Betroffenen litten häufig unter schweren psychischen Erkrankungen", betont Oberstaatsanwalt Michael Böhme. Ihm liegt die Anzeige einer heute 21-Jährigen vor. Sie sei vom Heimleiter gezwungen worden, ihn zu küssen. Er verweigerte auch eine von ihr gewünschte Verlegung in eine Psychiatrie. Und es muss geprüft werden, ob der Trägerverein Mietverträge zu überhöhten Mieten mit der Eigentümerin der Gebäude abgeschlossen hat. Pikant: Eigentümerin ist die Ehefrau von Z.

Und es gibt noch mehr Vorwürfe. "Ich habe seit Jahren Jugendämter auf Missstände in der Einrichtung aufmerksam gemacht. Doch die Überprüfungen haben nichts ergeben", sagt Edeltraud Schmid, Leiterin einer Förderschule, in der auch "Mattisburg"-Kinder betreut wurden. "So gab es Kinder, die ungewaschen und im Winter ohne Socken in die Schule kamen. Ein Kind berichtete, dass es vor dem Heimleiter niederknien und ihn als ,Du bist mein Gott' anbeten musste", so Schmid. Ein psychisch kranker Junge offenbarte seiner späteren Pflegefamilie, dass er zu Boden gedrückt worden war. Man habe ihm gesagt: "Friss Gras, wenn du dich hier nicht benimmst!"

Kurt Z. weist alle Vorwürfe zurück: "Das ist aberwitzig. Wenn es etwas geben würde, wäre die Einrichtung längst zu." Bei ihm hätten sich weder Staatsanwaltschaft noch Polizei gemeldet. "Stimmt nicht", entgegnet Polizeisprecher Axel Falkenberg. Erst im Sommer seien Beamte vor Ort gewesen. Und 2000, 2005 und 2006 ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen die frühere Heimleiterin und Ehefrau des jetzigen Heimchefs wegen fahrlässiger Körperverletzung. In allen drei Fällen musste Susanne Z. eine Geldbuße zahlen.

Zwei Jugendämter zogen jetzt Konsequenzen: Sie brachten laut "RTLaktuell" ihre Kinder in anderen Heimen unter.



Zitat:
Akten zu Kinderheim Mattisburg nicht geschlossen

Schlatkow (dpa/mv) - Ein Jahr nach den Misshandlungsvorwürfen im früheren heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim Mattisburg in Schlatkow (Ostvorpommern) ermittelt die Staatsanwaltschaft immer noch. Die Vorwürfe gegen die frühere Leitung des Kinderheims sowie mehrere Betreuer hätten sich bisher nicht erhärtet, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg am Donnerstag der dpa. Seit Juli führt auf Drängen des Landesamtes für Soziales ein neuer Träger die Einrichtung. Einer Mitarbeiterin des Heims hat der Träger gekündigt, nachdem sie Anfang September betrunken im Auto mit zwei Schutzbefohlenen unterwegs war.

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Legolas



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Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

das ist, gleichwertig mit A `s. Geschichte, so ziemlich der Gipfel der Unverschämtheit von dem was sich Deutschlands Behörden alles erlauben können. Evil or Very Mad

Unfassbar!!!

Zitat:
Dann verbiete man ihm zu weinen!
Man verbiete ihm, von seinem Wunsch, nach Hause zu wollen, zu reden!


Wenn ich das lese, kann ich die Tränen nicht zurückhalten....

erschütterte Grüße, Legolas
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NIKI



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BeitragVerfasst am: 28.03.2010, 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Echt krass!!!

So wie der Kleine in dem Film um Hilfe bettelte, kann es auch ihm nicht gut dort gegangen sein. Embarassed Crying or Very sad
Ich kriege hier echt Gänsehaut und hätte wohl nen Detektiv eingeschaltet um mein Kind aufzuspüren ( vielleicht durch Telefonrückverfolgung oder so) und hätte ihn dort - egal wie- herausholen wollen!!!

Lg

NIKI

P.S.: Ich kenne einen Fall, wo die Mama ihr Baby damals in Pflegschaft gab ( freiwillig) und als es ihr wieder gut ging, wollte sie ihr Kind gern zurückhaben. Leider unternahm die Pflegefamilie alles dies zu verhindern: die kamen weder zu Terminen noch sonstwas, obwohl ein hinzugezogenes Gericht der Mama das Kind zusprach. Sowas find ich auch voll schlimm und das JA konnte wohl angeblich nichts tun!
Wie das ausgegangen ist, weiß ich derzeit allerdings nicht.
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Bayer



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Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 29.03.2010, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.betroffene-eltern.com/info.htm


Eine Seite von und für "betroffene Eltern"

J.
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 29.03.2010, 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.fr-online.de/_em_cms/_gl....ma/&em_ivw=fr_magazin

Zitat:
Sorgerechtsstreit

Das Wunder von Hellersdorf

Ron ist wieder zu Hause. Der Junge aus Berlin-Hellersdorf, über dessen Schicksal die Frankfurter Rundschau vergangenes Jahr berichtet hatte, litt mehr als drei Jahre in einem Kinderheim.

Das Jugendamt hatte ihn dorthin geschickt und Heidi S. das Sorgerecht entzogen, obwohl sie für ihren Sohn sorgen konnte. Vor Gericht hat sie die Heimkehr des Elfjährigen erstritten. Jetzt sitzt er mit Mutter und Schwester wieder in seinem Zimmer. Doch die Vergangenheit lastet auf der Familie.

Von Antje Hildebrandt




Ron und seine Mutter (Bild: Christian Kilemann)

Sein Paradies, das ist ein Garten. Ein halber Quadratmeter Urwald, den er mit einer Hingabe pflegt, die ungewöhnlich ist für einen elfjährigen Jungen. Dieser Garten wächst in einer Plastikwanne neben seinem Bett. In die Mitte hat er zwei Tupperdosen gestellt, randvoll gefüllt mit Wasser. Drumherum hat er kleine Kakteen, Palmen und Affenbrotbäume gepflanzt. Unter ihren Blättern hat er seine Pokémon-Figuren versteckt. Sie liegen da nicht zufällig, jedes Fabelwesen hat seinen Platz. Ron mag es, wenn die Dinge ihre Ordnung haben. Er hat sich seine eigene Welt geschaffen, als sein Leben aus den Fugen geraten ist. Der Garten ist ein Souvenir an die Zeit im Kinderheim.

Das "Paradies", wie er dieses Biotop nennt, war sein Rezept gegen Heimweh. Diesen Schmerz, der ihn immer dann überfiel, wenn er den Hörer aufgelegt hatte, nachdem er mit seiner Mutter telefoniert hatte - und die Zeit bis zum nächsten Besuchstermin so langsam wie Sand in einer Eieruhr verrann. Einmal im Monat durfte ihn seine Familie besuchen. Und bei einer dieser Begegnungen hat ihm seine Mutter die Ableger für sein Paradies aus seinem Kinderzimmer mitgebracht. Jetzt lugen die Bäume schon über den Rand der Plastikwanne. Über drei Jahre lang war Ron von seiner Familie getrennt. Er sagt: "Ich hätte nicht geglaubt, dass ich jemals wieder zurück darf."

Seit Ende Januar ist er wieder zu Hause. Ein Wunder ist geschehen. So jedenfalls empfindet es Ron. So empfinden es auch seine Mutter und die beiden älteren Schwestern, Winonah, 25, und Tashina, 19. Nach über drei Jahren hat Heidi S. das Sorgerecht für ihren Jüngsten zurückbekommen. So hat es das Oberlandesgericht Rostock (OLG) am 27. Januar diesen Jahres entschieden. Das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf, musste die Vormundschaft wieder an sie abtreten. Ein Grund zum Feiern - eigentlich. Doch danach ist der Familie nicht zumute. Ausgerechnet dieser Gerichtsbeschluss hat ans Licht gebracht, was sie schon die ganze Zeit geahnt hatten.

Ron ist das Opfer übereifriger Behörden geworden. Das kann man aus einem neuen Gutachten herauslesen, auf das das OLG seinen Beschluss stützt. Der Junge geriet zwischen die Fronten eines Sorgerechtsstreites, der kafkaeske Züge annahm. Denn den Mann, der das ganze Verfahren ursprünglich in Gang gebracht hatte, hat Ron bis heute nicht kennen gelernt. Es ist sein eigener Vater: Antonio Ch., 38. Heidi S. hatte sich schon vor Rons Geburt von dem Mann aus Peru getrennt. Seither herrscht Krieg zwischen den beiden. Heidi S. fühlte sich von ihrem Ex-Ehemann verfolgt. Der muss nach der Scheidung mit seiner Abschiebung rechnen. Was vielleicht erklärt, warum er so vehement auf dem Umgang mit seinem Kind besteht. Er wirft Rons Mutter vor, sie enthalte ihm den gemeinsamen Sohn vor. Der Streit um einen geregelten Umgang eskaliert.

Antonio Ch. hat eine engagierte Rechtsanwältin, die spanisch spricht und sich den Ruf einer Expertin für Asyl- und Aufenthaltsrecht erworben hat. Sie wird nicht müde, in seitenlangen Schreiben an das Jugendamt Zweifel an der Erziehungsfähigkeit von Heidi S. zu säen. Im Jugendamt Marzahn-Hellersdorf stößt sie damit auf offene Ohren. Man kennt und schätzt ihren Mandanten dort. Von 1997 bis 2000 hat er nach eigenen Worten als "Butler" für die Behörde mit Kindern gebastelt, Nachhilfe gegeben und Feste gestaltet. Bis zu zwanzig Stunden die Woche.

Vor mehr als einem Jahr hat die Frankfurter Rundschau über den Fall berichtet. Die Reportage hieß "Der verlorene Sohn". Sie erzählt davon, dass Ron am 24. Oktober 2006 morgens um 5.35 Uhr in seinem Kinderzimmer in Berlin-Hellersdorf ohne Vorwarnung aus dem Schlaf gerissen und vom Jugendamt "in Obhut genommen" wird, wie es in der Amtssprache heißt. So fängt es an. Ein Ende ist nicht absehbar. Mit einer psychischen Erkrankung der Mutter begründen die Verantwortlichen diese Maßnahme, mit einer Angststörung des Sohnes und damit, dass der damals Siebenjährige vor ihr beschützt werden müsse. Wasserdichte Beweise dafür, dass das Wohl des Kindes tatsächlich akut gefährdet war, gibt es zu dem Zeitpunkt jedoch nicht. "Die Herausnahme war überstürzt, da zuvor nicht alle anderen Optionen ausgelotet wurden", zu diesem Schluss kommt der Kinder- und Jugendpsychiater Professor Frank Häßler, der das neue Gutachten im Fall von Familie S. zusammen mit einer Kollegin erstellt hat. Nach Hausbesuchen und stundenlangen Gesprächen mit allen Beteiligten, auch mit Rons Vater.

Häßler gilt als erfahrener Sachverständiger in Sorgerechtsprozessen. Der 52-Jährige, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni Rostock, hat im Laufe seines Berufslebens über 850 forensische Gutachten angefertigt. 2009 wurde er vom Oberlandesgericht (OLG) Rostock auch mit der Untersuchung von Familie S. beauftragt. Ron lebte inzwischen in der Mattisburg, einem Kinderheim in Mecklenburg-Vorpommern. Zuständig für die nächste Etappe im Sorgerechtsstreit war das Amtsgericht Anklam. Dort hatte seine Mutter die Wiedergabe des Sorgerechts gefordert. Sie sagt, Rons Zustand hätte sich in den ersten Monaten verschlechtert. Er erbricht das Essen, er muss sich ständig kratzen wegen seiner Neurodermitis. Er findet keinen Draht zu den anderen Kindern im Heim. Viele sind autistisch oder geistig behindert. Seine Schwester Tashina sagt, sein Waschzwang hätte sich verschlimmert. Sie werde nie vergessen, wie er einmal beim Händewaschen auch seinen Pullover einseifte und weinend stammelte: "Warum hilft mir denn keiner?"Frank Häßler hat dem Jungen eine Angst- und Zwangsstörung attestiert. Er sagt, Ron hätte schon in der Mattisburg psychiatrisch behandelt werden müssen. Wie solle denn ein Kind verstehen, warum es im Heim gelandet sei? "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, es schreibt die Schuld seinem Umfeld zu - oder es sucht sie bei sich selbst."

Ron, so scheint es, hat sich für die zweite Möglichkeit entschieden. Besorgt hat seine Mutter registriert, dass er ohne erkennbaren Anlass Wutanfälle bekommt, seit er wieder zu Hause ist.

Neulich zum Beispiel hat sie ihn gefragt, warum er seiner Lieblingspalme einen Ast abgeschnitten hat.

"Ich musste es tun."

"Warum musstest du es tun?"

"Weil ich böse bin."

Heidi S. holt tief Luft. Sie sagt, in ihrem Herzen sei Ron nie weg gewesen, aber es komme jetzt vor, dass sie ihn nicht mehr verstehe. Ernster und schneller reizbar sei er geworden, findet Tashina. Ihr Bruder bleibe am liebsten zu Hause und daddele am PC. Er brauche Ruhe.

Heidi S. drängt ihn nicht, ihr zu erzählen, was er in der Mattisburg erlebt hat. Sie sagt: "Es kommt pünktchenweise hoch..." Sie lässt den Blick durch sein Zimmer schweifen. Es sieht aus, als halte sie zwischen Stapeln von Comics und dem "Paradies" nach ersten Alarmsignalen Ausschau.

Schlimme Geschichten ranken sich um die Mattisburg, seit ein ehemaliger Mitarbeiter 2008 in einem Fernsehbeitrag von skandalösen Zuständen hinter den dicken Mauern dieses Gutshof-ähnlichen Heimes berichtete. Von der Misshandlung von Schutzbefohlen und der Unterschlagung von Pflegesätzen durch den damaligen Heimleiter Z. war die Rede. Z. musste gehen, die Ermittlungen gegen ihn verliefen im Sand. Ron redet nicht gerne über die Zeit.

Seine Mutter holt einmal tief Luft. Da hat sie nun wie eine Löwin für das Sorgerecht gekämpft. Und jetzt, da sie ihr Ziel erreicht hat, fühlt sie sich manchmal wie ein Ballon, aus dem die Luft entweicht. Keine Kraft mehr für weitere Behördenkämpfe. Sie hat Glück im Unglück gehabt. 2008 fordert sie beim Familiengericht Anklam das Sorgerecht zurück. Der Antrag wird abgelehnt. Sie legt Beschwerde beim OLG ein. Inzwischen hat eine erfahrene Familienrechtlerin den Fall übernommen. Es hat einen Film des NDR-Magazins "Panorama" und eine FR-Reportage über die Familie gegeben. Eine Welle der Solidarität schwappt Heidi S. entgegen. Wildfremde Leute wollen ihr helfen. Das Verfahren wird noch einmal neu aufgerollt.

Frank Häßler sagt, einen solchen Fall wie den von Familie S. habe er noch nie erlebt. Er hat sich durch Berge von Akten gegraben, um zu prüfen, auf welcher Grundlage das Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg Heidi S. das Sorgerecht entzog. Und dabei festgestellt, dass ein psychologisches Gutachten über Mutter und Sohn zum Zeitpunkt der Inobhutnahme gar nicht vorlag. Es wurde erst Monate nach der gewaltsamen Herausnahme des Kindes im Auftrag des Familiengerichtes Tempelhof-Kreuzberg angefertigt.

Der Psychiater spricht von einem Gutachten, das "oberflächlich" und "unwissenschaftlich" erarbeitet wurde und den Anschein erweckte, als sei es nur zu dem Zweck in Auftrag gegeben worden, "die übereilte Herausnahme nachträglich zu rechtfertigen". Die Gutachterin, die Berliner Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,Gisela Schneider, hat Familie S. nie in ihrem Zuhause erlebt. Sie trifft - logischerweise - auf ein verstörtes Kind und eine ebensolche Mutter. Sie attestiert Heidi S. "eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und zwanghaften Zügen". Über Ron heißt es, er sei "ein schwer gestörtes Kind mit vielen Symptomen und Beschwerden, die Krankheitswert haben und behandelt werden" müssen.

Mit dem Gutachten ist es ein bisschen so, als würde der TÜV einen Autofahrer auffordern, probehalber gegen einen Baum zu fahren, um den Halter anschließend mit dem Hinweis durch die TÜV-Prüfung rasseln zu lassen, das Fahrzeug habe einen Totalschaden.

Doch Gegengutachten, die Heidi S. schon während des Verfahrens vor dem Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg einholte, werden nicht als Beweismittel zugelassen. Es war, als ob sie gegen unsichtbare Mauern rannte. Ein nicht enden wollender Albtraum - vor allem für Ron.

Ron ist nicht sein richtiger Name. Als die FR das erste Mal über ihn berichtete, gab es die Auflage des Jugendamtes, nur in anonymisierter Form über den Fall zu berichten. Rons neuer Vormund, Frau S. vom Jugendamt Marzahn-Hellersdorf, wollte sich damals nicht zu dem Fall äußern. Dagegen stand sie dem Gutachter Frank Häßler Rede und Antwort. Sie offenbarte dabei ein erschreckendes Maß an Hilflosigkeit. Auf die Frage, warum Ron ohne vorherige Begutachtung aus der Familie genommen wurde, antwortete sie: Sie und andere Mitarbeiter hätten "keinen direkten Einblick" gehabt und "die unmittelbare Gefahr war nicht abzusehen." So steht es in in Häßlers Gtachten. Auf seine Nachfrage bestätigte sie, "dass es nicht um eine Gefahr in Verzug ging, sondern um die Angst, dass die Kindesmutter untertauchen könnte. Die Antwort auf die Frage, worin die konkrete Angst (...) zu diesem Zeitpunkt bestanden habe, blieben alle Beteiligten schuldig".

Ängste. Vermutungen. Unterstellungen. Eine wackelige Basis für die gewaltsame Inobhutnahme eines Kindes. Die Dienstherrin der Jugendamtsmitarbeiterin und Bezirksstadträtin, Manuela Schmidt (Die Linke), will sich zu den Erkenntnissen des neuen psychologischen Gutachtens nicht äußern. "Aus sozialdatenschutzrechtlichen Gründen geben wir zu Einzelfällen prinzipiell keine Auskünfte", heißt es in einer Email ihrer Referentin.So müssen Fragen offen bleiben. Zum Beispiel die, warum das Jugendamt für Ron nach der Pflegesatzordnung mindestens 4230 Euro im Monat an die Mattisburg zahlen musste, aber nicht dafür sorgte, dass er dafür auch adäquate Hilfe bekam.

Für Frank Häßler ist der Fall symptomatisch für ein strukturelles Problem der deutschen Kinder- und Jugendhilfe. "Wir brauchen auf Länderebene ein Organ, das die Jugendämter berät, ihre Entscheidungen kontrolliert und durchgreift, wenn Fehler passieren." Ron, da ist er sich mit der Anwältin von Heidi S. einig, hätten die Behörden nicht drei Jahre seiner Kindheit in der Familie stehlen müssen, wenn es in den so genannten Erziehungshilfekonferenzen der Behörde von Anfang an nur um das Kindswohl gegangen wäre.

Heidi S. ist eine Frau, von der Häßler sagt, sie sei eine liebevolle Mutter und zum Zeitpunkt der Untersuchung psychisch eindeutig gesund gewesen. Möglicherweise habe es nach der Trennung von ihrem Ex-Mann einen "sensitiven Beziehungswahn" gegeben. Einer Rückkehr ihres Sohnes stehe jetzt aber nichts im Weg.

Der Junge hat in drei Jahren zwei Heime und einen Selbstmordversuch überlebt. Häßler sagt, er leide noch immer unter einer Angst- und Zwangsstörung und habe überdies einen motorischen Tic entwickelt - nervöse Gesichtszuckungen bei innerer Anspannung. Er sei trotzdem erstaunt darüber, dass der Junge vor dem Hintergrund seiner Geschichte noch "so normal geblieben ist". In der Grundschule in Mecklenburg-Vorpommern hatte Ron, dem Häßler einen IQ von 135 attestiert hat, fast nur Einsen. Seine Lehrer attestierten ihm "eine rasche Auffassungsgabe", "großen Lerneifer" und ein ausgezeichnetes Sozialverhalten. Seiner Mutter hat Ron erzählt, dass er Freunde an dieser Schule gefunden hat. Einer von ihnen hat ihn gerade in Berlin besucht.

Familie S. lebt noch immer in der Plattenbauwohnung in Hellersdorf. Dabei hat Frank Häßler der Familie zu einem Umzug geraten. Heidi S. bekam das Sorgerecht nur unter Auflagen zurück.

Dasselbe Jugendamt, das den Stein im Fall Ron ins Rollen gebracht hatte, wacht jetzt darüber, dass sie in einer dreimonatigen Clearingphase in wöchentlichen Gesprächen beim Berliner Institut für Familientherapie (BIF) klärt, welche Hilfe sie für sich und die Kinder in Anspruch nehmen könnte. Zuständig für sie ist jetzt ein anderer Mitarbeiter, aber er hat bereits angekündigt, dass die Behörde sofort wieder eingreifen werde, sobald sie einen Hinweis bekomme, dass irgendetwas nicht stimme. Heidi S. hat seine Worte als Drohung verstanden. Ihr Ex-Mann hat ihr in einem Schreiben angekündigt, dass er keinen Sinn in einer Mediation sehe, die das OLG im Interesse des gemeinsamen Kindes gefordert hat.

Sie sagt: "Es ist noch nicht vorbei."



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Bayer



Anmeldedatum: 08.09.2009
Beiträge: 1348
Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 29.03.2010, 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Jugendamt, der Nachhall Nazi-Deutschlands?
Sonntag, den 21. März 2010 um 13:54 Uhr Franz Romer Kommentar Franz Romer: Danke an Karin Jäckel für die Übersetzung und die Erlaubnis, diese zu veröffentlichen.


Hier geht es im wesentlich darum, wie Deutschland aus dem Ausland gesehen wird. Denn wie Deutschland gerne China wegen der Menschenrechte angreift….Allerdings ist auch ein Kern eines Totalitarismus erkennbar in Deutschland. Es gibt auch eine Minderheit von wirklich sozial helfenden Menschen im Jugendamt. Tatsache scheint mir, dass viele der Institution Jugendamt immer mehr überziehen, insbesondere auch Politiker und Richter anlügen und so kommt es dann zu solchen Ausbrüchen, wie der von Reinhard Bütikofer, MdEP, Die Grünen, im Video am Ende zu sehen sind. Ich werde ihm dazu noch schreiben. Tun Sie es auch: reinhard.buetikofer(at)europarl.europa.eu


Dale Hurd



CBN N ews Sr. Reporter (Foto CBN)



Als CBN News Veteran berichtete Dale Hurd ebenso ausführlich über West-Europa wie über China, Russland, Zentral- und Südafrika. Seit 9/11 erstattete Dale tiefgründig über verschiedene Aspekte des globalen Terrorkrieges in den USA und Europa Bericht.


Deutschland/ 18.03.2010

Jugendamt, der Nachhall Nazi-Deutschlands?

Von Dale Hurd

CBN News Sr. Reporter


BERLIN – Es hört sich an wie Nazi-Deutschland: Familien in Angst vor einem lauten Klopfen, früh morgens an der Tür, herein stürmende Polizisten, die ihnen ihre Kinder wegnehmen.

Aber das ist nicht Nazi-Deutschland. Es ist das Deutschland von heute.


In Berlin, als Behördenmitarbeiter wegen des 7-jährigen Dan Schulz kamen, filmte seine Familie heimlich die Kindesentziehung. Auf dem Film weinen Familienmitglieder und man kann den Jungen schreien hören: „Mama! Ich will nicht weg!“

Ein deutscher Beamter antwortet: „Deine Mutter kann dir jetzt nicht helfen.“


Der Junge wurde von Deutschlands rühriger Jugendbehörde, dem Jugendamt, mitgenommen. Der offizielle Grund, weshalb der kleine Dan mitgenommen wurde, war, dass er nicht zur Schule ging, sondern zu Hause unterrichtet und danach auf einer Privatschule eingeschult worden war.


Zerstörung normaler Familien

Das Jugendamt, das Deutschlands umstrittenes Familienrechtssystem beherrscht, entzieht Kinder, wann immer es will und zwar aus ganz normalen Familien. Die gut dokumentierte Behandlung von Familien durch das Jugendamt, insbesondere von Homeschooler-Familien, ist jetzt zur internationalen Angelegenheit geworden.


Im Januar wurde den Romeikes, einer deutschen Homeschooler-Familie, Asyl in den USA gewährt, nachdem ein Einwanderungs-Richter geurteilt hatte, dass Deutschland und das Jugendamt ihre Menschenrechte verletzt habe. Mike Donnelly, von der „Home School Legal Defense Association“ war einer der Anwälte der Romeikes.


„Der Richter sagt, dass diese Verfahrensweise allem widerspricht, woran wir als Amerikaner glauben“, führte Donelly aus. „Er bewertete diese [verletzten Rechte] als grundlegende Menschenrechte. Es war die Art Recht, das kein Land seinen Bürger verweigern darf.“



Zweifellos tut das Jugendamt irgendwo etwas Gutes, aber es hat international einen Ruf als unbarmherzige Organisation errungen, die Kinder ihren guten Eltern wegnimmt und Elternhäuser zerstört.


„Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt waren schrecklich“, sagte Dans Mutter Heidi Schulz. „Sie zerstören Familien; sie quälen Menschen und machen Geld damit.“

Sie wird immer noch von dem Morgen verfolgt, als ihr Sohn ihr weggenommen wurde. „Er schrie so laut und hielt mich fest und ich konnte nichts tun. Gar nichts“, erinnerte sie sich.

Als er weg war, durfte Heidi ihn sporadisch sehen und mit ihm telefonieren. Sie sagte: „Wann immer ich ihn sprechen konnte, weinte er und sagte: ‚Mama, komm und hol mich!‘ Und ich sagte: ‚Ich weiß nicht, wo du bist.‘“


Kinder-Handel-Netzwerk?

Nach drei Jahren Kampf und Beten für ihren Sohn ordnete ein Richter endlich die Rückführung Dans nach Hause an. Heidi sagte, ihr Sohn sei in einem Waisenhaus untergebracht wurde, wo er von anderen Kindern verprügelt , schlecht ernährt und schlecht gekleidet und für anderthalb Jahre nicht unterrichtet wurde.


„Es war entsetzlich. Zuerst dachte ich, sie würden mich zum Arzt bringen, aber nichts passierte“, erinnerte sich Dan. „Sie sagten mir, ich sei krank.“


Gegner und Opfer des Jugendamt sagen, das System laufe auf ein Kinder-Handel-Netzwerk hinaus, in dem etwa 80 Kinder pro Tag ihren Eltern weggenommen und auf Kinderheime und in Psychiatrien verschoben würden und die übrigen in Pflegefamilien kämen. Sie behaupten, dass das System ständig mehr Kinder entziehen müsse, um funktionieren zu können.


„Es gibt ein System von Personen, Sozialarbeiter, Lehrer, Psychotherapeuten, die davon leben, dass Kinder aus ihren Familien gerissen werden“, sagte die deutsche Psychologin Carola Storm-Knirsch. „Wir nennen es eine Industrie.“


Storm-Knirsch arbeitete in mehreren Fällen für das Jugendamt. Aber sie brach mit dem Jugendamt wegen des Schulz-Falls, den sie „völlig falsch“ nannte.

„Es gibt Heime mit leeren Betten. Und die brauchen Kinder“, erklärte sie. „Und sie rufen das Jugendamt an und fragen: »Hallo, habt ihr ein Kind für uns?«“


Dokumente, die CBN News vorliegen, weisen nach, dass der kleine Dan dem staatlichen Heim, in dem er festgehalten wurde, rund 8000$ im Monat einbrachte.

Während CBN News bei Heidi war, bekam sie eine Rechnung per Post vom Jugendamt für das, was ihrer Familie angetan worden war. „Eintausend sechshundert Euro“, sagte sie und fügte sarkastisch hinzu: „Sie nehmen dein Kind und dann dein Geld.“


Reform überflüssig?

Das örtliche Jugendamt-Büro ist direkt gegenüber der Wohnung von Schulzes, also baten wir um ein Interview. Sie sagten, sie könnten nicht über den Fall sprechen, erklärten aber, sie hätten „human und korrekt und legal gehandelt“.


Die deutsche Botschaft in Washington sagte uns glatt, das Jugendamt bedürfe keiner Reform. Und antwortete „Ja“, als wir fragten: „Hält Deutschland sich bezüglich der Respektierung der Elternrechte an die Europäische Menschenrechtskonvention?“


Aber ein deutscher Rechtsexperte bestand darauf, dass der oberste deutsche Gerichtshof 2004 urteilte, dass die Europäische Menschenrechtskonvention für Deutschland nicht verbindlich ist.


Während ihres Kampfes um ihren Sohn versuchte Heidi bei deutschen Politikern wie dem ehemaligen Vorsitzenden des Europaparlaments Gehör zu finden. Ein Videofilm zeigt jedoch, dass, als ein anderes Jugendamtsopfer behauptete, das Jugendamt müsse als kriminelle Vereinigung angesehen werden, der frühere Vorsitzende der deutschen Grünen, Reinhard Bütikofer, aus der Haut fuhr: „Schluss mit diesem dummdreisten radikalen Geschwätz! Das ist dummdreistes radikales Geschwätz! Ich will mit solchem Geschwätz nicht belästigt werden!“


Heidi Schulz hat schon zwei bemerkenswerte Töchter groß gezogen. Winonah studiert in Japan und Tashina in Amerika. Dennoch unterstellt das Jugendamt Heidi psychische Probleme und hat eine neues Gerichtsverfahren angestrengt, das dazu führen könnte, dass ihr Sohn Dan ihr abermals entzogen würde.

Dan sagte uns, dass bei seiner Mutter nichts verkehrt sei. „Das Kinderheim ist krank, nicht meine Mutter.“


Der Nachhall Nazi-Deutschlands

Die Psychologin Storm-Knirsch stimmte dem zu und sagte, die Schulz-Familie sei gesund, sie persönlich meine jedoch, einige deutsche Jugendamtsmitarbeiter und der Familiengerichte könnten eine Therapie brauchen.


„Diese Leute sind krank!“, sagte sie.


„Heidi, die im kommunistischen Ostdeutschland aufwuchs, sagte, in gewisser Weise sei der Kommunismus sicherer gewesen als das neue Deutschland.

„Sie (das Jugendamt) sind so mächtig“, sagte sie. „Sie haben alle Macht und du bist niemand.“


Das deutsche Establishment wird nicht gern daran erinnert, dass das Jugendamt unter Adolf Hitler etabliert wurde. Storm-Knirsch fügte hinzu: „Adolf Hitler machte seine Arbeit gut.“


HSLDA-Anwalt Mike Donnelly erzählte CBN News, dass weitere deutsche Familien politisches Asyl in den United States suchten.


In Berlin gestand Heidi uns indessen, sie fühle sich hilflos, während sie auf die Entscheidung des Jugendamts warte, ob sie ihren Sohn behalten dürfe oder nicht.


©Übersetzung Dr. Karin Jäckel



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Home School Legal Defense Association

International Human Rights Group


http://www.cbn.com/cbnnews/world/20....lfare-Agency-Echoes-Nazi-


zum Film:

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Bayer



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BeitragVerfasst am: 29.03.2010, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Dies war der Bericht der FR vor einem Jahr :

Zitat:
Protokoll eines Dramas

Der verlorene Sohn

Sein Zimmer hat er seit zweieinhalb Jahren nicht mehr betreten, und doch ist er irgendwie da. Auf den Regalen verstauben seine Bücher und seine Bastelarbeiten. In einer Schachtel bewahrt seine Mutter einen Talisman auf, den er ihr geschenkt hat. Sie weiß noch genau, wann das war: Es war am Abend vor jenem frühen Morgen, als die beiden Frauen vom Jugendamt und die Polizisten ihn aus der Wohnung trugen.

In ihrer Wohnung brennt kein Licht. Draußen ist es den ganzen Tag nicht richtig hell geworden, ein Grauschleier liegt über der Stadt, und es scheint, als läge er auch hier drinnen, im Kinderzimmer ihres Sohnes. Ron wird er in dieser Geschichte heißen, zum Schutz seiner Persönlichkeitsrechte.

Ron hat sein Zimmer seit zweieinhalb Jahren nicht mehr betreten, und doch ist Ron irgendwie da. Auf den Regalen verstauben seine Was-ist-Was-Bücher und die hölzernen Dinosaurier, die er aus den Einzelteilen eines Bausatzes zusammengeklebt hat.

In diesem Reich muss ein kreatives Kind zu Hause gewesen sein, eines mit Phantasie. Was hat Ron nicht alles gebastelt! Roboter und Raumschiffe aus Tonpapier. Heidi S., seine Mutter, hat sie in einer Schachtel verwahrt, auch den Kopf eines Affen, von dem Ron gesagt hat, sie solle ihn gut aufbewahren. Es sei ein Talisman.

Wann er ihn ihr geschenkt hat, weiß sie genau. Es war der 23. Oktober 2006, der Vorabend jenes Tages, an dem ihr das Jugendamt ihren damals siebenjährigen Sohn weggenommen hat. Es war 5.35 Uhr, als es an ihrer Tür klingelte.

Die Uhrzeit erscheint am unteren Rand einer Videoaufzeichnung, die ihre damals 15-jährige Tochter Tashina mit der Kamera gedreht hat. Im Sommer 2008 konnte man Ausschnitte daraus in einem Fernsehfilm sehen. Titel: "Wenn Jugendämter versagen".

Eine NDR-Journalistin hatte Schicksale von Kindern dokumentiert, die infolge fehlender Kontrolle der Jugendämter verhungert sind oder die - wie Ron - auf Anweisung der Behörden in ein Heim gesteckt wurden.

Der Film wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, von dem Kritiker der staatlichen Kinder- und Jugendhilfe sagen, es sei strukturell bedingt. Hierzulande fehle eine Instanz, die die Jugendämter kontrolliere.

Gesetzeslücken eröffneten dem Machtmissbrauch durch Sozialarbeiter Tür und Tor.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat mehrfach undurchsichtige Verfahrensweisen und willkürlich erscheinende Vollzüge deutscher Jugendämter kritisiert. Dem EU-Parlament in Brüssel liegen 200 Petitionen von deutschen Eltern vor, die Menschenrechtsverletzungen der Jugendämter anprangern. Eine davon stammt von Heidi S.

Sie wohnt im Plattenbau, in einer vielbefahrenen Straße in Berlin-Hellersdorf. Der Bezirk gilt als sozialer Brennpunkt, einige Straßen weiter steht die Wiege der "Arche", eines bundesweit aktiven Vereins, der sich um vernachlässigte Kinder kümmert und der in dieser Geschichte auch eine Rolle spielen wird.

Heidi S. entspricht nicht dem Klischee der alleinerziehenden Mutter, der langsam alles entgleitet. Wegen einer Amalgamvergiftung frühverrentet, hat sie im Alleingang zwei Töchter groß gezogen: Tashina, inzwischen 18, bereitet sich auf ihr Abitur vor, Winonah, 24, studiert Japanologie.

Ron entstammt der Ehe mit einem peruanischen Studenten, den Heidi S. 1996 auf dem Weihnachtsmarkt kennen lernte, wo er Silberschmuck verkaufte. Er hielt sich illegal in Deutschland auf.

Die Ehe geht in die Brüche, ihr Mann zieht bereits vor Rons Geburt aus, er muss um sein Aufenthaltsrecht bangen. Er besteht darauf, den Sohn zu sehen. Das Kind wird zum Faustpfand in dieser zerrütteten Beziehung. Damit fängt diese Geschichte an.

Sie erzählt von einer Mutter, die in die Mühlen der Bürokratie gerät, als sie Schutz beim Jugendamt sucht. Sie ist eine streitbare Frau, die schnell mit Strafanzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden zur Hand ist, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlt.

Vielleicht erklärt das, warum aus einem gewöhnlichen Streit um ein Umgangsrecht ein Machtkampf wurde, der darin gipfelte, dass das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf am 23. Oktober 2006 beim Familiengericht den sofortigen Entzug des Sorgerechts beantragte - ohne Wissen der Mutter.

Am selben Tag wurde Ron mit sieben Jahren eingeschult. Viel zu spät, wie das Jugendamt später kritisieren sollte. Dabei kann Heidi S. beweisen, dass nicht sie es war, die die Einschulung des Sohnes verschleppt hatte, sondern das Jugendamt selbst.

Es ist nur eine von vielen Ungereimtheiten in dieser Geschichte, die sich wie eine kafkaeske Parabel auf die Willkür des Behördenapparates liest. Die Verantwortlichen weigern sich, ihre Entscheidung zu begründen. Ein Kind ist ihrer Macht hilflos ausgeliefert, es weiß nicht mehr, wem es noch vertrauen kann.

Im Sommer 2008 hat Ron im Jugendheim versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Junge ist hochbegabt, aber er gilt schon lange als verhaltensauffällig. Er leidet an einem Waschzwang, er nässt nachts ein, er schläft und isst schlecht. Er hat panische Angst vor Dunkelheit, Schmutz und Spinnen.

Heidi S. macht ihren Ex-Mann für diese Störungen verantwortlich. Sie ringt um Fassung, wenn die Rede auf ihn kommt. Schuldzuweisungen haben sie in diese Sackgasse manövriert. Sie ist vorsichtig geworden.

Sie sagt, er habe das Kind nicht haben wollen. Er sei während der Schwangerschaft gewalttätig geworden.

Ron ist zwölf Monate alt, als er seinen Vater zum ersten Mal für mehr als nur einen Moment lang sieht. Eine Stunde verbringen Vater und Sohn alleine. Heidi S. legt den Talisman ihres Sohnes wieder zurück in die Schachtel, als sie von dem Tag erzählt: "Hinterher war Ron total verstört."

So gerät die Familie ins Visier des Jugendamtes. Heidi S. überzieht ihren Ex-Mann mit einer Flut von Strafanzeigen. Sie sagt, er habe sie telefonisch terrorisiert und bedroht. Wiederholt wird in ihre Wohnung eingebrochen, die Spuren am Schloss sind aktenkundig, aber die Polizei nimmt keine Fingerabdrücke.

Heidi S. fühlt sich allein gelassen. Sie sagt, bei einem der Einbrüche sei Rons Kinderausweis gestohlen worden. Sie steigert sich in die Angst hinein, ihr Ex-Mann könne den Sohn nach Peru entführen.

Die Polizei rät ihr, Ron von der Einschulung zurückzustellen. Er soll eine kleine Schule mit übersichtlichem Pausenhof besuchen, sicher ist sicher.

Das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf verspricht, ihr bei der Suche zu helfen, doch es rührt sich nicht. Im August 2006 nimmt sie die Angelegenheit selber in die Hand. Ron bekommt einen Platz in einer Schule des Kindervereins "Arche", kleine Klassen, guter Betreuungsschlüssel. Am 23. Oktober 2006 wird er eingeschult. Am Morgen danach wird Ron aus der Wohnung getragen.

Bernd Siggelkow, Gründer des Vereins "Die Arche", verwundert dieser Fall nicht. Der evangelisch-freikirchliche Pfarrer sagt, er habe in den vergangenen fünf Jahren ein Dutzend weiterer Fälle erlebt, in denen das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf nicht zum Wohl der Kinder gehandelt habe.

In dem wohl spektakulärsten Fall fiel die Behörde durch Untätigkeit auf: Es war die Polizei, die sechs kleine Kinder aus einem Dreckloch befreien musste. Bernd Siggelkow kennt die erwachsenen Töchter von Heidi S., auf Wunsch ihrer Mutter hat er versucht, bei den Fallkonferenzen zu vermitteln, die das Jugendamt nach dem 24. Oktober anberaumt hat, um die Rückführung des Kindes vorzubereiten.

Schließlich, so steht es im achten Buch des Sozialgesetzbuches, definiert der Gesetzgeber eine Inobhutnahme nur als "vorläufige Unterbringung". Vorrangiges Ziel der Kinder- und Jugendhilfe ist es aber, dass "die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie innerhalb eines im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes (...) vertretbaren Zeitraumes so verbessert werden, dass sie das Kind (...) wieder selbst erziehen kann".

"Eine Suche nach Lösungsansätzen hat es aber gar nicht gegeben", erinnert sich Siggelkow. "Es ging nur um einseitige Schuldzuweisungen an die Mutter."

Warum das Jugendamt Ron aus der Familie nahm, obwohl der Junge allem Anschein nach nicht misshandelt wurde und mit seiner Einschulung auch das von Sozialarbeitern in solchen Fällen gern bemühte Argument "häufiges Fehlen in der Schule" hinfällig geworden war, steht für Bernd Siggelkow außer Frage: "Zwei Wochen vorher ist in Bremen der kleine Kevin tot aufgefunden worden. Die Jugendämter hatten Angst, dass sich ein solcher Fall in ihrem Bereich wiederholt."

Es ist eine dieser Fragen, die ungehört verhallen, weil die Behörde mauert. Es ist nicht einmal bekannt, auf welcher Grundlage das Jugendamt auf akute Gefährdung des Kindswohls entschieden hat.

Die Berichte der bis dahin für die Familie zuständigen Verfahrenspflegerin deckten sich im Wesentlichen mit einem Protokoll, das die Polizei im Rahmen der Amtshilfe für die Behörde schrieb. Darin heißt es, die Wohnung mache einen aufgeräumten und sauberen Eindruck. Rons Zimmer sei kindgerecht möbliert. "Das Verhältnis zu seiner Mutter ist von Vertrauen und großer, gegenseitiger Zuneigung gekennzeichnet", schreibt die Polizei am 4. November 2005.

Heidi S. hat diesen Bericht in einem Leitz-Ordner abgeheftet. Sie ist eine schmale Mittvierzigerin mit wachen Augen in einem blassen Gesicht. Sie wirkt erschöpft. Doch wenn sie erzählt, welche Schritte sie schon unternommen hat, um ihr Kind zurückzubekommen, staunt man über die Energie, die dieser Kampf in ihr freigesetzt hat.

Sie sagt, sie sei jetzt so weit, dass sie manchmal vergesse, welche Jahreszeit draußen sei. In ihrem Herzen klaffe ein Loch, doch irgendwie schaffe sie es, den Schmerz auszublenden. Seit jenem Morgen des 24. Oktober 2006 funktioniere sie wie ein Notstromaggregat.

Sie kamen zu elft, zwei Frauen vom Jugendamt, eine Gerichtsvollzieherin, Polizeibeamte waren auch dabei. Ron schlief noch, er trug eine Schlafanzughose und ein dünnes T-Shirt, als sie ihn aus dem Bett rissen.

In dem Video, das seine Schwester Tashina gedreht hat, hört man ihn schreien. Man sieht nicht, wie er sich an seiner Mutter festklammert. Es dauert anderthalb Stunden, bis es den elf Erwachsenen gelingt, den zierlichen Jungen aus der Wohnung zu tragen.

Wenn Heidi S. von diesem Tag erzählt, spiegelt sich in ihrem Gesicht eine Mischung aus ohnmächtiger Wut und ungläubigem Staunen. Nicht nur sie macht dieser Fall fassungslos.

Nach dem Sozialgesetzbuch dürfen Jugendämter Kinder und Jugendliche nur dann aus den Familien herausnehmen, wenn ihr Wohl akut gefährdet ist. Anhaltspunkte dafür konnte aber auch keiner der fünf Gutachter finden, die sich im Auftrag ihrer Anwälte mit dem Fall beschäftigt haben.

Dennoch hat das Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg Heidi S. im August 2007, ein Jahr nach Rons Wegnahme, endgültig das Sorgerecht entzogen.

Das Urteil der zuständigen Richterin P. stützt sich im Wesentlichen auf das psychologische Gutachten, mit dem sie die Berliner Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie G. Sch. beauftragt hatte.

Diese attestierte Heidi S. "eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und zwanghaften Zügen". Heidi S. bilde sich die Bedrohung durch ihren Ex-Ehemann nur ein. Sie habe ihn als bösen Mann verteufelt und die Familie damit in einen Ausnahmezustand gebracht.

Indirekt gibt sie damit der Mutter die Schuld für die Verhaltensauffälligkeiten ihres Sohnes. Über Ron heißt es in dem Gutachten, es handele sich "um ein schwer gestörtes Kind mit vielen Symptomen und Beschwerden, die Krankheitswert haben und behandelt werden müssen".

Filme aus dem Archiv der Familie zeigen ein anderes Bild. Man sieht einen kleinen Jungen mit langen Haaren, der mit Feuereifer Keksteig in der Küche ausrollt. Man schaut ihm bei den ersten wackeligen Versuchen auf seinem Fahrrad im Garten der Familie zu. Er wirkt glücklich, so wie ein umsorgter Junge.

Dieses Familienleben kennt die Sachverständige jedoch nur aus Erzählungen Dritter. Ihr Gutachten beschreibt den Zustand, in dem sich Ron nach der gewaltsamen Trennung von seiner Familie befand, in einer ihm fremden Umgebung, nicht davor. Sie traf, was Wunder, auf ein schwer traumatisiertes Kind.

Nicht nur deshalb ist das Gutachten fragwürdig. Es werfe zum Beispiel die Frage auf, wie die Psychiaterin zu der Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung bei Heidi S. gekommen sei, kritisiert der Berliner Gerichtsgutachter Dr. Bernd Stefanides. "Welche Effektivitätskriterien wurden hier einbezogen? Oder handelt es sich lediglich um Eindrucksurteile – und wenn ja, von wem?"

Nach Einschätzung des renommierten Psychologie-Professors Dr. Wolfgang Klenner erfüllt das Gutachten "sogar die Straftatbestände der Verleumdung und üblen Nachrede".

Schließlich, kritisiert Klenner, der über jahrzehntelange Erfahrung als psychologischer Gerichtssachverständiger in Vormundschafts- und Familienangelegenheiten verfügt, sei die von der Gutachterin beschworene Erziehungsunfähigkeit der Mutter keine messbare Größe. "Der Indikator für die elterliche Erziehung ist das Kind", schreibt Klenner in einem Gegengutachten.

Um überhaupt erst mit ihrem Gutachten beginnen zu können, hätte die Psychiaterin also einen Entwicklungsrückstand des Kindes nachweisen müssen, der eindeutig auf das Konto der Mutter ginge.

"Dergleichen Überlegungen hat die Sachverständige aber nicht angestellt", urteilt Klenner.

"Gefälligkeitsgutachten" werden Expertisen in Gerichtskreisen genannt, deren Ergebnis von vornherein feststeht. "Man kennt seine Sachverständigen", sagt dazu einer, der zu dem Thema "Auswahl und Rolle des Gutachters im familiengerichtlichen Verfahren" wissenschaftliche Vorträge hält: Ernst Elmar Bergmann, Familienrichter am Amtsgericht Mönchengladbach-Reydt.

Bergmann sagt: "Wenn jemand eine Frage in einer bestimmten Richtung geklärt haben will, sucht er sich den Sachverständigen aus, dessen Richtung so ist." Da das Kindswohl ein abstrakter Begriff sei, erfordere eine richterliche Entscheidung besonders viel Lebenserfahrung.

Auch deshalb, weil die Ausbildung der Richter im Familienrecht "hochgradig jämmerlich" sei, schrieb Bergmann in einem Fachaufsatz, erschienen 1997 in einer Tagungsdokumentation des evangelischen Pressedienstes epd. Bis heute, sagt Bergmann der FR, habe sich daran nichts geändert.

Es ist eine Einschätzung, die sich mit den Erfahrungen von Carola Storm-Knirsch deckt. Die 60-jährige Psychotherapeutin ist als Verfahrenspflegerin und psychologische Sachverständige tätig. Als Anwältin der Kinder vertritt sie deren Interessen vor Vormundschafts- oder Familiengerichten.

2007 übernahm sie im Auftrag der Richterin P. im Fall Heidi S. die Rechtsvertretung für Rons minderjährige Schwester Tashina. Richterin P. ließ auch in Tashinas Fall prüfen, ob Heidi S. ihrer Erziehungspflicht gerecht werde. Der Anwalt von Heidi S. hatte einen Befangenheitsantrag gegen sie gestellt.

Carola Storm-Knirsch sagt, sie habe der Richterin Anhaltspunkte dafür liefern sollen, dass Heidi S. ihre Tochter mit den Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann so manipuliert habe wie Ron. Dabei kam Carola Storm-Knirsch nach einem Gespräch mit Tashina zu einem ganz anderen Ergebnis. "Natürlich war das Mädchen extrem verunsichert. Aber Schuld daran war doch eher der Verlust des Bruders."

Als sie der Richterin ihre Bedenken mitteilte und obendrein eine Genehmigung beantragte, Ron im Heim zu besuchen, um sich ein vollständiges Bild von der Familie zu verschaffen, sei sie von ihrer Aufgabe wieder entbunden worden. Ihr Eindruck: "Die Richterin war hochgradig befangen."

Heute lebt Ron in der Mattisburg, einem Kinderheim in der Nähe von Anklam. Hinter den dicken Mauern eines gutshofähnlichen Anwesens ist Ron, der Einserschüler mit einem IQ von 138, unter anderem zusammen mit autistischen und geistig behinderten Kindern untergebracht.

Das bestätigt Heiko Will, Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern. Bei seiner zuständigen Aufsichtsbehörde firmiert die Einrichtung als heilpädagogisches Heim, entsprechend hoch sind die Pflegesätze.

Zwischen 4230 bis 6240 Euro zahlt der Staat dem privaten Trägerverein pro Kind. Als er noch bei seiner Mutter war, lebte Ron von einem Sozialhilfesatz von 211 Euro. Wenn man zynisch wäre, könnte man sagen, es gibt Leute, die jetzt an ihm verdienen.

Die Mattisburg. Schon der Name weckt Assoziationen, die mit der Realität nichts gemein haben. Die Mattisburg, das ist das verwunschene Schloss aus einem Märchen von Astrid Lindgren. Es heißt "Ronja Räubertochter".

Heidi S. sagt, Ron sei in einem besorgniserregenden Zustand, seine Neurodermitis habe sich verschlimmert. Sie würde ihn gerne fragen, wo sein neuer Winterparka geblieben sei und wie er die Zeit im Heim totschlägt. Doch sie verkneift sich diese Fragen. Bei ihren Treffen sitzt immer ein Aufseher daneben. Nur alle vier Wochen darf sie ihren Sohn für drei Stunden sehen.

Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) sind Beschwerden über die Einrichtung bekannt. Vor einigen Monaten geisterte die Mattisburg als "Horror-Heim" durch die Boulevardpresse, inzwischen haben sich betroffene Eltern zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen.

Den Stein hatte ein ehemaliger Erzieher ins Rollen gebracht, der nach seiner Kündigung in einem TV-Bericht von skandalösen Zuständen berichtete: Christian Richter, 32.

Zu der Zeit, in der er, Richter, noch dort gearbeitet habe, habe Ron weder die lange versprochene Kunsttherapie noch eine psychologische Einzelbetreuung bekommen, sagt Richter der FR. Ein Teil des Pflegegeldes sei in die Renovierung der Häuser geflossen, die der Frau des ehemaligen Geschäftsführers des Vereins, Kurt Z., gehören.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Stralsund gegen Z., es geht um die Veruntreuung von Pflegesätzen, um Missbrauch und Misshandlung von Schutzbefohlenen. Der Direktor des Landesamts für Gesundheit und Soziales, Heiko Will, bestätigte auf Anfrage der FR, der gesamte Vorstand sei inzwischen ausgewechselt worden – bis auf Thomas K., der als rechte Hand des Geschäftsführers gilt. Er leite das Heim noch kommissarisch.

Man kann K.’s Stimme auf einer Tonaufnahme vom 29. Juni 2008 hören, die Heidi S.’ Tochter Tashina mit dem MP3-Player gemacht hat und die der FR vorliegt. Man hört zuerst einen aufgelösten Ron, der schluchzt: "Ich möchte gar nichts mehr, gar nichts mehr, gar nichts mehr. Ich möchte einfach nicht mehr da sein."

Und dann die Stimme von K., der entgegnet: "Nach dem Tod ist es noch viel doofer, wenn man das nicht ordentlich abgeschlossen hat, wenn man nicht ordentlich aus dem Leben rausgehen kann, dann ist das ganz doof nach dem Tod."

Man versteht nun, warum Heidi S. vor Sorge um Ron kaum noch schlafen kann. Mit ihren Töchtern hatte sie Ron an jenem Junitag im Heim besucht, sie hatte Kaffee und Kuchen mitgebracht, um ihren Geburtstag nachzufeiern.

Heidi S. sagt, es habe Streit mit K. gegeben, weil die Familie auf einer Wiese feiern wollte. Es sei immer dasselbe Theater. Bis heute gibt es keinen geregelten Umgang, um jeden Besuchstermin müsse sie kämpfen. Irgendwann an diesem Nachmittag sei Ron ausgerastet.

Heidi S. sagt: "Ron hat vor unseren Augen versucht, sich ein Messer in den Bauch zu rammen."

Weiß Frau S. vom Jugendamt, sie ist der neue Vormund des Jungen, von dem Suizidversuch? Ihre Dienstherrin Dr. Manuela Schmidt, die Stadträtin von Berlin-Hellersdorf, gibt dazu wie überhaupt zu dem Fall keine Stellungnahme ab. In einem Interview mit der Berliner Zeitung äußerte sie sich immerhin zu der Frage, weswegen Ron frühmorgens aus dem Bett geholt worden sei: "Für ein Kind ist es um sechs Uhr genauso drastisch wie um acht, es gibt keine sanfte Methode."

Mehr als zwei Jahre nach dem Tag, an dem Ron aus seiner Familie gerissen wurde, trägt noch immer das Jugendamt das Sorgerecht für Ron. Diese ungewöhnliche Konstellation versetzt die Behörde sogar in die bequeme Position, eine Berichterstattung über den Fall Ron verbieten zu können.

So hat das Jugendamt inzwischen einen Anwalt für Medienrecht engagiert, dem es gelang, die Ausstrahlung des NDR-Films in der ursprünglichen Version untersagen zu lassen. Die Begründung sei glasklar gewesen, heißt es in der Rechtsabteilung des NDR: Da Heidi S. nicht mehr sorgeberechtigt sei, dürfe sie sich zu dem Fall nicht öffentlich äußern – nur noch anonym.

Im NDR-Magazin Panorama wurde der Fall unlängst noch einmal als Beispiel für die Willkür der Jugendämter geschildert, diesmal anonym, auch, ohne den Vornamen des Jungen zu nennen.

Nun könnte man einwenden, das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wiege schwerer als die in den Händen einer Behörde liegenden Persönlichkeitsrechte eines Kindes, das gegen seinen Willen aus seiner Familie gerissen wurde. Als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt hätte es der NDR auf einen Prozess ankommen lassen können.

Doch einen Gerichtsbeschluss über ein Ausstrahlungsverbot gibt es gar nicht. Auf Anfrage der FR heißt es in der Rechtsabteilung des NDR, man habe eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Und das in dem Wissen, dass der Vorstoß des Jugendamtes "offenbar Teil der Strategie sei, eine generelle Berichterstattung über den Fall zu verhindern", wie die zuständig Justiziarin einräumt.

Wie es scheint, geht die Rechnung des Jugendamtes auf. ZDF-Reporter, die über den Fall einen Beitrag geplant hatten, ließen ihre Pläne wieder fallen.

Auf Anfrage der FR teilte Stadträtin Schmidt mit: "Ich muss die Persönlichkeitsrechte des Jungen schützen." Deshalb kein Kommentar. Auch eine Anfrage an die zuständige Richterin P. verläuft ergebnislos.

In der Pressestelle des Familiengerichts heißt es: Richter gäben grundsätzlich keine Erklärungen gegenüber der Presse ab; ihre Urteile sprächen für sich.

Tatsächlich? Elisabeth Sodies vom Bonner Verein Curare hat da so ihre Zweifel. Curare ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die Förderung der Menschenrechte in Gesetzgebung und Verwaltung zur Aufgabe gemacht hat. In den Regalen der ehemaligen Finanzmaklerin stapeln sich die Akten von 40 strittigen Fällen von Kindeswegnahme.

In zehn Fällen ist es Sodies bisher gelungen, den Eltern ihre Kinder zurückzubringen. Wichtigste Voraussetzung sei, dass die Eltern kooperativ seien und sich einen qualifizierten Anwalt leisten könnten, sagt Sodies. Doch genau daran hapere es in der Praxis. "Wenn Eltern fertiggemacht werden, arbeiten sie nicht mehr mit." Und ohne Prozesskostenhilfe könnten sich viele Betroffene gar keinen Rechtsbeistand leisten.

So ist es auch im Fall Heidi S. Vom ersten Anwalt hat sie sich getrennt. Sein Honorar sprengte den Satz der Prozesskostenhilfe. Er sei nicht der Messias, sagt er der FR.

Auch Thomas Zebisch, der Heidi S. seit August 2007 vertritt, macht keinen Hehl daraus, dass ihn dieser Fall auf eine harte Probe stellt. Er ist ein schwerer Mann mit tönender Bassstimme, bis vor kurzem hat er in der Punkband seines Sohnes gesungen. Zu taktieren, ist nicht sein Stil. Vielleicht erklärt das, warum er vor Gericht gegen Wände rennt.

Der Fall Ron füllt in seiner Kanzlei inzwischen zehn Leitz-Ordner. Zebisch, selbst Vater dreier Kinder, atmet einmal tief durch, als er sagt, er habe jetzt beinahe alle Rechtswege ausgeschöpft.

Vergeblich hat er versucht, das Urteil des Familiengerichts anzufechten und beim Kammergericht ein psychologisches Obergutachten zu beantragen. Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wurde gar nicht erst zugelassen, "weil dafür nach Ansicht des Kammergerichts keine Gründe vorliegen": In dessen Begründung für die Ablehnung der Beschwerde von Heidi S. gegen den Beschluss des Amtsgerichts heißt es: "Es besteht kein Anlass für die Einholung eines Gegengutachtens."

Eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht wurde ebenfalls abgewiesen, angeblich war Zebisch ein Formfehler unterlaufen, was der Anwalt bestreitet.

Bleibt nur noch der Gang zum Gerichtshof für Europäische Menschenrechte in Straßburg. Doch bevor sich der Anwalt an diese letzte Instanz wendet, will er den Ausgang eines noch schwebenden Verfahrens abwarten.

Die Hoffnungen von Heidi S. beruhen jetzt auf dem Oberlandesgericht Rostock. Es wird demnächst darüber urteilen, ob das Familiengericht Anklam ihren Antrag auf die sofortige Rückführung ihres Sohnes oder wenigstens eine verbindliche Regelung des Umgangs zu Recht abgewiesen hat.

Heidi S. findet den Beschluss wie auf Anhieb im Halbdunkel von Rons Zimmer. Die Pflanzen, die er einst hochgepäppelt hat, scheinen die einzigen zu sein, die sie regelmäßig gießt. Dem Grünzeug in der Küche kann man dabei zusehen, wie es verkümmert. Überhaupt wirkt die Wohnung leer.

Heidi S. lebt hier ganz alleine. Winonah studiert für zwei Semester in Japan, Tashina ist aus Angst vor dem Jugendamt in die USA geflüchtet. Dieselbe Gutachterin, die Ron als ein schwer gestörtes Kind bezeichnet hatte, kam nach Gesprächen mit Tashina zu dem Schluss, sie sei zwar psychisch nicht auffällig, könnte aber in Zukunft ernsthaft erkranken.

Heidi S. versetzte dieses Gutachten in Alarmbereitschaft. Sie hat einen Kredit aufgenommen, um der Tochter ein Highschool-Jahr in den USA zu finanzieren. Ihr Anwalt hat ihr dazu geraten.

Erst im Juni 2008 hat das Kammergericht auf seine Anfrage bestätigt, dass es eine auf "Heimunterbringung der 17,5 Jahre alten Tochter Tashina S." gerichtete Parallelakte gebe. Vier Monate später schrieb das Familiengericht zwar, von einer Heimunterbringung sei jetzt nicht mehr die Rede, Tashina sollte sich aber psychiatrisch behandeln lassen.

Ihre Mutter ist jetzt aber so weit, dass sie kein Risiko mehr eingeht. Heidi S. sagt, sie werde auch keine Ruhe geben. Ron sei in ihrem Bauch gewesen, sie sei gut zu ihm gewesen. Sie will ihren Jungen zurück. Sogar einer Therapie würde sie sich unterziehen, wenn man es von ihr verlangte.

Die Psychotherapeutin, die ihr nach der Trennung von Ron "eine Anpassungsstörung in Form einer reaktiven Depression" attestiert hatte, hat es für nicht nötig erachtet, sie zu behandeln. In ihrem Gutachten steht, Heidi S. sei psychisch vollkommen gesund.



Frankfurter Rundschau

06.02.2009

http://www.fr-online.de/in_und_ausl....1beb32a04be4189fed64c7f5c

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