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Bin ich zu empfindlich?
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Morenas



Anmeldedatum: 31.03.2010
Beiträge: 13
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 31.03.2010, 22:40    Titel: Bin ich zu empfindlich? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
als Neuling komme ich gleich mit einem riesen Beitrag.
Vllt. mag sich aber doch jmd. in unsere Geschichte einlesen & einfach mal seine Meinung schreiben?

Meine Kinder sind anders,sie passen nicht in das doch so gern gesehene Schema "F", platt gesagt.
Kurzum sie sind sozial- emotional verhaltensauffällig.
Wir waren auf einem guten Weg, doch seit sie in die Schule gehen, hat sich das Blatt wieder gewendet.

Ich habe Eltergespräche geführt noch und nöcher, habe mich immer Gesprächsbereit gezeigt, versucht Hilfen ins Boot zu holen, bei der Erziehungsberatung, beim Jugendamt- zumindenst konnte ich einen kleinen Teilerfolg erzielen. Denn nun besuchen meine Kurzen nach der Schule eine Heilpädagogische Tagesgruppe.

Natürlich es lässt sich nicht wegdiskutieren, daß es in bestimmten Lebensbreichen immer wieder mal Schwierigkeiten gibt und sie gewiss auch einige Defiziete haben (geringe Frustrationsschwelle u.s.w) ich denke ich kann sagen, daß ich die Augen nicht verschließe vor unseren Problemen und immer versuche es allen Seiten recht zu machen, mit den Mitteln die mir eben zur Verfügung stehen. Aber..........

Aber was eigentlich?
Wir haben, für mein Empfinden, einen Lehrkörper (Frau) der auf Stur stellt, mir Vorhaltungen darüber macht, daß meine Kinder keinen Körperkontakt zu lassen, zu erwachsen reden, alles genau hinterfragen und wissen wollen u.s.w

Nun wurde ein Antrag zur Überprüfung auf Förderbdarf gestellt. Kein Problem, das habe ich auch von Anfang an gesagt. Es würde mich sogar freuen, wenn meine Söhne, bzw. der Lehrer stundenweise eine "Hilfe" an die Seite bekommt. Ich hätte aber nicht nachfragen dürfen.Die Antwort lautete dann "es gibt zwei Möglichkeiten, entweder sie stimmen zu, was für ihre Erziehungsfähigkeit immer besser aussieht, oder aber wir beschließen dass bei der Halbjahreskonferenz, überprüft werden sie so oder so."

Es folgte ein gemeinsames Gespräch, mit der Tagesgruppe, dem Schulleiter und dem Klassenlehrer und mir natürlich.
In dem Gespräch wurde klar, daß der Klassenlehrer es bevorzugen würde, wenn meine Kinder auf eine Förderschule wechseln. Auf mehrmaliges Nachfragen der Gruppe, ob man denn auch etwas positives über die Jungs sagen könnte oder ob es nur negatives zu berichten gibt, herrschte großes Schweigen, so daß der Schulleiter das Wort ergriff & sagte, daß sie von den Leistungen her ein hohes Niveau haben und sicher nicht immer die Buhmänner seien. Es gäbe da schon einige Klassenkameraden, die genau wüssten wie sie die packen müssten und womit sie sie piecksen könnten.
Das Gespräch nahm seinen Lauf, ich saß dabei und hörte mir alles an und nicht nur bei mir kam es so an, als ob der Lehrer eine persönliche Abneigung gegen meinen Sohn hat.

Er sähe kaum Chancen auf Verbesserung der Situation und wisse auch nicht, wie lange er diese Belastung noch ertragen könne.
Beinahe kam es zur Eskalation, als ich das Wort ergriff, nachdem meine Kinder als "angehende Straftäter" hingestellt wurden oder das zumindenst Tendenzen in diese Richtung zu erkennen seien.
Ich habe lediglich darauf hingewiesen, daß ich als Elternteil darüber informiert werden möchte, wenn es tatsächlich mal zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen ist, damit ich zu Hause mit meinen Junioren das Thema nochmals aufgreifen kann. Ich habe gefragt wie es sein kann, daß ich darüber nicht bescheid weiß, obwohl wir ja mehr oder weniger regelmäßig miteinander in Kontakt stehen. Und wieso solche Vorfälle erst jetzt ins Gespräch kommen? Die Antwort darauf war: "......soll ich sie denn jetzt wegen jeder Kleinigkeit kontaktieren?"


Einen Tag später nach dem beschrieben Gespräch, kommt einer der beiden nach Hause, über´s ganze Gesicht strahlend und erzählt, daß KL ihn gelobt hätte, weil er in der Pause gut reagiert habe und sich nicht hat provozieren lassen.
Ich schwöre, dass war das erste Mal, daß ich von ihm soetwas gehört habe, er selber war auch ziemlich verwundert, bisher habe man ihn noch nie gelobt.

Soweit so gut, der Antrag auf Überprüfung läuft, das dazugehörige Elterngespäch liegt auch hinter uns, ebenfalls wurden meine Kinder im Unterricht beobachtet und ein entsprechendes Gutachten verfasst. Im abschließenden Elterngespräch sagte mir die Lehrkraft die diese Überprüfung durchführt, daß sie eigentlich nichts auffälliges feststellen konnte, siebrenzlige Sitautionen souverän gelöst hätten und auch sonst im Klassenverbund "unauffällig" waren. Die Klasse wäre im Allgemeinen recht "geladen" und sehr unruhig.
Der Klassenlehrer wäre mehr als erstaunt gewesen, denn so würden sich mein Söhne normal nicht verhalten.

Von meinen Kindern bekam ich eine ähnliche Reaktion, der Lehrer sei an diesem Tag sehr nett zu ihnen gewesen.Einer der beiden sagte KL hätte ihn nicht, wie sonst "lächerlich" vor seinen Mitschülern gemacht und als "kleines dummes Kindergartenkind" hingestellt..

Auch wenn sich das jetzt ganz gemein anhört und ein Lehrer sicher einen nicht all zu einfachen Job hat, so erhärtet sich für mich immer mehr der Gedanke, daß er sich an diesem Tag meinen Kindern gegenüber "fairer" verhalten hat, als in Situationen, in denen er die Klasse alleine unterrichtet.

Ich habe ein wenig Angst, daß jetzt gesammelt wird, damit man die Beiden von der Schule bekommt.
Angst, daß Entscheidungen getroffen werden, mit denen ich nicht einverstanden bin. Angst, daß ich mit meiner Unterschrift, einen Freifahrtschein unterschrieben habe und schlußendlich nichts machen kann. Nein, nicht wegen dem Gutachten, daß fällt ja positiv aus. Die Förderlehrerin müsste eigentlich zu ihrer Empfehlung noch einen alternativ Vorschlag machen. Sie sagte mir aber, daß sie dies nicht mache, da es für sie keine Alternative gäbe. Sollte sie aber dazu angehalten werden, doch einen zu verfassen, so würde sie mir raten eine Förderkommission zu beantragen.
In der sich dann wohl alle Beteiligten zusammensetzen müssten, um nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung zu suchen.

Ich bemühe mich immer die Sitiuation so sachlich wie möglich zu sehen- allerdings bin ich aber auch Mutter. Und als solche kann ich meine Emotionen nicht ganz aussen vor lassen.
Ich weiß, daß sie einen festen Rahmen brauchen, indem sie sich bewegen, an dem sie sich orientieren können, ich weiß, daß sie es nicht mögen angefasst zu werden, wenn einer von beidensauer ist und habe dieses auch in der Schule gesagt. Ich weiß dass es nichts bringt in einer hochkochenden Situation auf die Zwei einzureden, dann bocken sie und machen völlig dicht. Also beruhigen, denn so schnell wie der Sturm angbraust kommt, verzieht er sich meist wieder, dann ist auch ein Gespräch möglich.

Eine Lehrkraft hat sicher keinen Erziehungsauftrag, die Verantwortung liegt bei den Eltern.
Aber hat denn nicht auch ein "schwieriges" Kind, daß Recht vernünftig behandelt zu werden, Gehör zu finden, wenn es Ärger in der Pause gibt, ohne immer gleich davon auszugehen...."ach, er ist darin verwickelt, da kann es nur einen Schuldigen geben", da brauchen wir uns nicht weiter mit zu befassen.

Ich merke meinen Kindern an, wenn es nicht so gut in der Schule lief, inzwischen rücken sie dann auch selber mit der Sprache raus, ohne daß ich nachfragen muss. Sie erzählen, wenn sie Mist gebaut haben und auch wenn sie für ihr Empfinden ungerecht behandelt wurden etc.
Und dann hört es sich doch immer etwas anders an, als der Lehrer das schildert.
Ich bemühe mich dann den goldenen Mittelweg zu finden und meinen Kindern zu vermitteln, daß ich sie aber auch den Lehrer verstehen kann. Erkläre wo sie sich hätten anders verhalten können und wie man das nächste Mal ein Problem besser lösen könnte.
Versuche den Lehrer darauf anzusprechen scheiterten kläglich, mein Söhne verdrehen die Wahrheit.

Deswegen getraue ich mich schon gar nicht, einige Dinge anzusprechen, die die Beiden hier vom Stapel lassen. So gibt es immer wieder Schwierigkeiten, mit gewissen Mitschülern, im Stuhlkreis wurde den Zweien geraten, sich mit den betreffenden Schülern gut zu stellen, dann würde es sicher keinen Ärger mehr geben.
Oder ganz toll auch folgende Aussage vor allen Mitschülern..."wenn du so weiter machst fliegst du von der Schule..."

Meine Gefühle, dieses Thema betreffend, sind mal so und mal so.
Jeden Tag belatscher ich die Beiden, "lass dich nicht auf Ärger ein, lass dich nicht provozieren, geh zu einem Lehrer wenn du nicht weiter weißt".
Mein Kurzen versuchen das umzusetzen, ein Verhalten was ihnenaber auch wieder negativ ausgelegt wird, da sie nicht selbstständig in der Lage seien Konflikte zu lösen.

Meine Kinder sind gewiss keine Engel, jedoch versucht KL sie als Schläger abzustempeln. So habe z.B. einer der beiden den KL geschubst.
Wie ist es aber möglich, daß sie so ein Verhalten hier zu Hause nicht an den Tag legen?
Niemals würden sie hier die Hand gegen einen Erwachsenen erheben, ich habe es in den ganzen Jahren nicht einmal erlebt.


Momentan bin ich total verunsichert, versuche aber dennoch alles auf mich zukommen zu lassen und zumindenst nach aussen hin gelassen zu bleiben. Und immer wieder stelle ich mir die Frage, was kann ich anders machen, kann ich überhaupt was tun?

Herzlichen Dank an alle die bis hier her durchgehalten haben....
lG Morenas


Zuletzt bearbeitet von Morenas am 07.05.2010, 08:48, insgesamt einmal bearbeitet
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Rudi



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Beiträge: 461

BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 07:19    Titel: Antworten mit Zitat

Besuchen deine Kinder die gleiche Klasse? Zwillinge?

Rudi
_________________
Bist auf Frieden du erpicht, darfst du intervenieren nicht, denn sonst gibt es bösen Streit mit der Schulsozialarbeit.
Und solltest du dann noch verstohlen dein Kind aus dieser Anstalt holen, dann Mütterlein, oh hüte dich - die Folgen sind gar fürchterlich.
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Bayer



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Beiträge: 1348
Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Morenas,

deine Jungen sind Zwillinge?

Bundesland schreibst du nicht (jedes Land hat andere Bestimmungen zum sonderpäd. Förderbedarf).

Die beiden sind sicher nicht lernbehindert, sondern wohl eher gut bis höher begabt. Die beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten können damit zusammenhängen, evtl. besteht eine bisher nicht bekannte "Asperger"-Symptomatik (einiges in deinem Bericht lässt daran denken).

Ich würde ein §35a-Gutachten ("von seelischer Behinderung bedroht") beschaffen (Kinder-und Jugendpsychiater) und dann beiden einen Integrationshelfer für die Regelschule zur Seite stellen lassen - Kostenträger Jugendamt.

Als sonderpäd. Förderort käme alternativ nur eine Schule für Erziehungshilfe in Frage. Die unterrichten in aller Regel am untersten Leistungsrand mit späterer Hauptschuloption. Gut begabte Kinder sind dort unterfordert.

Zumal EH-Schulen häufig Abstellplatz für Kids aus sozial randständigen Familien sind...- mit allerlei Gewaltproblematik. Der letzte Ort, den man sich als Eltern für die Kinder wünschen kann.

Du solltet unbedingt eine Förderkommission beantragen, zu deren Sitzung du alle mitnimmst als Fürsprecher, die deinen Jungs positiv gesonnen sind. Ebenso solltest du deutlich einer Förderschuleinweisung widersprechen und auf einen Versuch mit Integrationshelfer bestehen.

Den Antrag beim Jugendamt kannst du umgehend und formlos stellen.

VG, J.
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Morenas



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Beiträge: 13
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

GuMo & danke für das Durchhaltevermögen bzgl. meines Berichtes!

Ich weiß nicht, ob man in unserem komplexen Fall von Mobbing sprechen kann?, bin beim Suchen auf eurer Seite gelandet und dachte ich schreibe hier mal nieder, was wir bisher so erlebt haben.

Nun aber zu den Antworten:
Ja, leider ist es aufgrund unserer ländlichen Wohnsituation (niedersachsen) nicht anders möglich, als Beide (Zwillinge) die selbe Klasse besuchen zu lassen.

Um einen Integrationshelfer habe ich mich bereits ganz zu Anfang bemüht, nachdem die ersten Schwierigkeiten auftraten.
Nach Einsicht der Aktenlage durch das zuständige Gesundheitsamt und der unauffälligen Schuluntersuchung, bestehe aber kein Anspruch, da die Kinder "nicht körperlich" behindert sind.
Telefonate mit dem Jugenamt hatten leider genauso wenig Erfolg.
KJP, da habe ich mich vor 1,5 Jahren auch schon hingewand. Antwort:" manche Verhaltensweisen, sind eben fest im Charakter verankert, da kann man nichts tun ausser damit zu leben."

Diese Verhaltensproblematik besteht ja nicht erst seit gestern, ganz gravierend ist es aufgefallen, nachdem sie das erste Kindergartenjahr hinter sich hatten.
Die Gruppe bestand aus ingesamt *überleg* ich meine 25 Kindern, hier waren meine Kinder total überfordert.
Deswegen erfolgte dann ein Wechsel in einen Heilpädagogischen Kindergarten, beide in getrennte Einrichtungen.
Kleiner Gruppenstärke, immer wiederkehrende Abläufe, feste Regeln und Rituale, Beiden ist es gut bekommen, wir haben gemeinsam viele Fortschritte gemacht und langsam entwickelte sich auf ein klein wenig Selbstbewusstsein.
Genau aus dieser Tatsache versucht man uns- für mein Empfinden- einen Strick zu drehen.

"Überlegen sie mal in was für eine Situation sie sich und die Kinder bringen, sie nehmen jetzt schon immer mehr eine Aussenseiterposition ein. Eltern fangen an zu reden. Und wie sieht es dann erst in einigen Jahren aus, wenn ihr Nachzügler eingeschult wird?"

Über zig Ecken wurde mir zugetragen, daß es im allgemeinen unter der Lehrerschaft große Schwierigkeiten gibt und einige Eltern, unsere Klasse betreffend alles andere als zufrieden mit der Lehrerin sind. Wieso, weshalb, warum kann ich nicht sagen, da wir als "Zugezogene" doch eher einen schwierigen Stand haben.

Die Tagesgruppenleitung hat der Lehrerin in dem gemeinsamen Gespräch gesagt, daß es sicher immer wieder mal Kinder gibt, mit denen man nicht so gerne zusammen arbeitet und sich denkt nicht die schon wieder, aber sowas wisse man, wenn man sich für einen Beruf entscheidet.
Außerdem gehören sie in ihren Augen nicht auf die Förderschule, da würden sie untergehen, denn dort wären die richtigen "Granaten".

Unsere Lehrerin ist aber nicht positiv gestimmt, andere Vorschläge mag sie weder hören noch annehmen. Der Gutachterin gegenüber hat sie wohl geäußert, daß sie sich nur weiter im Stande sieht, die Kinder in ihrer bisherigen gewohnten Schulumgebung zu lassen, wenn sie eine Hilfe bekommt.

Ich kann und will jetzt nicht nur um des lieben Friedens willen, zu allem Ja und Amen sagen, natürlich ich möchte Helfen wo es geht, ihr aber den Beruf leichter machen, indem ich die Kinder von der Schule nehme, nein kein Stück.
In meinen Augen wäre es nämlich keine Lösung, lediglich eine Verlagerung- mit womöglicher Verschlimmerung- der Situation.


Ich könnte noch einiges mehr schreiben, dies möchte ich euch aber nicht wieder antun!

lG Morenas
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Morenas,

"zu privates" kannst du mir gerne per PN (Privatnachricht) mitteilen.

Nun hoffe ich mal für euch, dass es in eurem ländlichen Raum keine Schule für Erz.Hilfe gibt...

Dein Jugendamt irrt, wenn es meint, dass es I-Helfer nur für "körperliche Behinderungen" gibt. Das stimmt nachweislich nicht!!! Oder vielmehr erzählt man dir mit Absicht die Unwahrheit!!!

Bei allen seelischen Behinderungen (§35a KJHG) muss das Jugendamt zahlen, du musst aber schrftl. einen Antrag stellen. Dieser darf auch nicht mit dem bloßen Hinweis auf den möglichen Besuch einer Förderschule abgewiesen werden.

Ich weiß, dass kürzlich erst im nördlichen Niedersachsen einem Kind einer ersten Klasse wegen ASPERGER eine Schulbegleitung bewilligt wurde !

Ich selbst bin "Fachmann" für sonderpäd. Verfahren in Niedersachsen...


Lies mal hier:

http://www.k1-mediendesign.de/eifer....at=12&artikel_id=none

Wie das Verfahren abzulaufen hat, steht hier ganz genau (schon geringste Formfehler führen zur Anfechtbarkeit des Verfahrens!):


http://nibis.ni.schule.de/~infosos/sonderschulwesen.htm

http://nibis.ni.schule.de/~infosos/beratung.htm




J.
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Noch etwas, Morenas,

in Niedersachsen gibt es nur ganz wenige staatliche EH-Schulen. Die allermeisten dürften in privater Trägerschaft sein, Jugendhilfeeinrichtungen, zu denen die Schulbehörde nicht zuweisen darf, da Privatschulen.

Die Schulbehörde darf lediglich, nachdem die Sorgeberechtigten einen freiwilligen Antrag beim Jugendamt stellten, den Besuch dort "gestatten".

Das kann dein großer Vorteil sein!!!

Die Schulbehörde kann und darf dich nicht zwingen, deine Kinder auf einer Privatschule anzumelden, denn der Schulbesuch in Deutschland ist staatlich garantiert und kostenfrei!

Das Wichtigste wäre, dass du erst einmal herausbekommst, ob es in deiner Wohnortnähe eine erreichbare staatliche oder private EH-Schule gibt. Danach überlege ich gerne mit dir ein weiteres Procedere.

(Für eine LB-Schule halte ich deine Kinder eindeutig für zu intelligent! Jede halbwegs verantwortungsvolle LB-Schule müsste ihre Beschulung dort auch ablehnen...)

J.
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.nibis.de/nibis.phtml?menid=590

Zitat:
93531 Eylardus-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw. i.... 48455 Bad Bentheim
95527 Soeste-Schule Förderschule Schwerpunkt Lernen 26676 Barßel
93816 Werscherbergschule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw.... 49135 Bissendorf
92319 Ita-Wegmann-Schule Benefeld Sch.nach R.Steiner FöS... 29699 Bomlitz
93877 Johannesschule - FöS für LE, ESE und GE 49565 Bramsche
25215 Freie Waldorfschule Braunschweig in freier Trägers... 38120 Braunschweig
94468 Lotte-Lemke-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw.... 38108 Braunschweig
94493 Remenhof-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw. i.... 38104 Braunschweig
91042 Fördersch.d.Pestalozzistiftung- Sch.f. FöS Schwpt.... 30938 Burgwedel
92204 Celler evangelische Schule FöS Sc emot. u. so... 29225 Celle
94778 Oberharzer Jugendheimschule FöS Schwpt. emot. u. s... 38678 Clausthal-Zellerfeld
92460 Elbe-Jeetzel-Schule Dannenberg Ersatzschule f Erzi... 29451 Dannenberg
97950 CJD Förderschule Schwerpunkt emotionale und sozial... 31008 Elze
90530 Janusz-Korczak-Schule FöS Schwpt. emot.u.soz. Entw... 27259 Freistatt
95692 Schule am Habbrügger Weg Förderschule Schwerpunkt ... 27777 Ganderkesee
95710 Wichern-Schule gGmbH FöS Schwpt. emot. u. soz. Ent... 27777 Ganderkesee
93233 Diakonische Heime Kästorf e.V. Rischborn-Schule 38518 Gifhorn
92332 Pestalozzischule FöS Schwpt. Lernen emot. u. so... 38518 Gifhorn
91613 Schule an den Gleichen FöS Schwpt. emot. u. soz. E... 37130 Gleichen
94833 Amalie-Löbbecke-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. E... 38644 Goslar
94006 Johann-Heinrich-Leiner-Schule FöS Schwpt. emot. u.... 26629 Großefehn
91649 Schule Am Rohns FöS Schwpt. emot. u. soz. Entwickl... 37075 Göttingen
90438 Ludolf-Wilhelm-Fricke-Schule FöS Schwpt. emot.u.so... 30625 Hannover
90347 Schule auf der Bult FöS Schwpt. emot.u.soz. Entwic... 30173 Hannover
40125 Werk-statt-Schule e.V. Förderschl. Schwpt. emot. u... 30657 Hannover
91698 St. Ansgar-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entwic... 31134 Hildesheim
90141 Schule Ilseder Hütte FöS Schwpt. emot.u.soz. Entwc... 31241 Ilsede
90219 Freie Martinsschule -Förderschule Schw Lernen und ... 30880 Laatzen
94675 Marie-Juchacz-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Ent... 38685 Langelsheim
95898 Von-Stauffenberg-Schule FöS Schwpt. emotinale und ... 49393 Lohne
93920 Ferdinand-Rohde-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. E... 49328 Melle
93130 Marie Juchacz FöS -ES- staatl. Gen. Ersatzschule 21785 Neuhaus
92290 CJD Christophorusschule Nienburg 31582 Nienburg
90359 Freie Schule E-Werk FöS Schwpt. emot.u.soz. Entwic... 37154 Northeim
95941 Schule Sandkrugerstraße 26133 Oldenburg
93361 Herman-Nohl-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entwi... 49088 Osnabrück
95916 Paddstock-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw. i... 26939 Ovelgönne
92691 CJD Christophorusschule Göddenstedt FöS Schwpt. em... 29571 Rosche
90025 Schule am Thie FöS Schwpt. emo u.soz. Entw... 37124 Rosdorf-Obernjesa
93014 Bernhard-Röper-Schule Förderschule Schwpt. geist. ... 27356 Rotenburg
95631 Heinz-Neukäter-Schule,Roffhausen FöS Schwpt. emot.... 26419 Schortens
93440 Pater-Petto-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw.... 26903 Surwold
95680 Von-Aldenburg-Schule FöS Schwpt. emot. u. soz. Ent... 26316 Varel
95795 Janusz-Korczak-Schule Vechta FöS Schwpt. emot. u. ... 49377 Vechta
93099 Schulverbund Freistatt Förderschule Schwerpunkt Le... 27283 Verden
90888 Pestalozzi-Schule Walsrode Ersatzsch. f. Erziehung... 29654 Walsrode
93506 Eibenhorstschule FöS Schwpt. emot. u. soz. Entw. i... 26655 Westerstede
93336 Carlo-Collodi-Schule FöS Schwpt. u. soz. Ent... 26655 Westerstede-Linswege
95023 Moreno-Schl. d. Mansfeld-Löbbecke-Stif FöS Schwpt.... 38302 Wolfenbüttel


Das sind lt. Liste des Nieders. Bildungsservers NIBIS alle E-Schulen, d.h. staatliche und private.

Wie viele davon staatlich sind, muss ich erst durchschauen. Auf alle anderen kann dich keiner zwingen.

===>>>

O.K. - gelöst:

Zitat:
In Niedersachsen gab es bis zum Jahre 1997 zwei öffentliche Schulen für Erziehungshilfe. (Hermann-Nohl-Schule Osnabrück und Schule auf der Bult Hannover.) Weitere ca. 25 Schulen für Erziehungshilfe wurden und werden als Schulen in freier Trägerschaft, so genannte staatlich anerkannte Ersatzschulen geführt und befinden sich über das Bundesland Niedersachsen verstreut.
Aus dieser Sachlage ergab sich für die Schülerinnen und Schüler mit einem festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Erziehungshilfe die Problematik, entweder der Belastung eines langen Schulweges (im Regierungsbezirk Weser-Ems nach Osnabrück) ausgesetzt zu sein, oder aber in einer staatlichen Ersatzschule beschult zu werden, häufig in Verbindung mit einer teilstationären oder vollstationären Maßnahme (Tagesgruppe oder Heimunterbringung) des zuständigen Jugendamtes. Somit war die schulische Versorgung der Klientel Schüler mit Erziehungshilfebedarf seit langem ein kostenintensives Unterfangen und führte nicht selten dazu, dass Schülerinnen und Schüler unter Umständen in Schulen für Lernhilfe untergebracht wurden, da sich ein sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Lernhilfe aufgrund der häufig hohen Lerndefizite und dem vorliegenden Schulversagen oft begründen ließ. Diese Praxis wird im Fachjargon etwas salopp als Parksyndrom bezeichnet.

Die skizzierte Problemlage hatte schon vor mehreren Jahren zu Überlegungen geführt im Bereich Wilhelmshaven eine öffentliche Schule für Erziehungshilfe einzurichten, jedoch war dieser Gedanke vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte wieder verworfen worden.

http://www.heinz-neukaeter-schule.de/



==> d.h. - neben der Schule im LK Friesland dürfte es lediglich zwei andere staatliche Schulen geben: eine in Osnabrück und eine in Hannover.

Wenn ihr nicht gerade neben eine dieser drei wohnt, mal vorsichtig Entwarnung, weil alle anderen privat sein dürften, und dort kann man dich nicht zur Anmeldung zwingen, zumal mit der Hilfe durch einen I-Helfer ja eine praktikable Lösung zu finden wäre.

In einigen Landkreisen (ich weiß es z.B. aus dem LK Harburg, Nord-Niedersachsen) gibt es die merkwürdige Regelung, dass keine zweite Jugendhilfemaßnahme installiert werden darf, während eine noch läuft.

Möglicherweise verweigert man euch den I-helfer, weil zur Zeit die Tagesgruppe gezahlt wird? Kostendämpfung....

Das wäre natürlich rechtswidrig...

Bitte nicht mehr dem Jugendamt hinterhertel. , sondern glasklar beweisbare schrftl. Anträge stellen...
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Morenas



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BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo M.,
herzlichen Dank für deine Antworten und die Links! Habe sie abgespeichert und werde mich da mal ganz in Ruhe durchwuseln.

Leider muss ich dich enttäuschen, es gibt eine Schule für Erz. Hilfe ein paar Orte weiter,diese habe ich in deiner Auflistung auch gefunden. Wenn ich deinen letzten Beitrag dann richtig interpretiere, so ist die erwähnte Schule "privat"gefördert.

Unser Jugendamt trägt ja bereits die Kosten für die Jugendhilfe- Hilfe zur Erziehung in Form sog. Tagesgruppe (§32 SGB VIII).

In meiner Verzweifung habe ich mich ja an die Erziehungsberatung gewand (auf Anraten der Klassenlehrerin), diese stellte dann den Kontakt zum Jugendamt her. Daraufhin habe ich ein Gespräch mit dem pädagogischen Dienst gehabt.
"Eigentlich würde von mir beschriebenes nicht für die Tagesgruppe reichen, unter Einbeziehung der Gesamtsituation jedoch, könne sie ihre Entscheidung für die Gruppe vertreten."

Diese Leistungen sind nun erstmal für 1 Jahr bewilligt, danach findet ein erneutes Hilfeplangespräch statt.
Gäbe es denn nun überhaupt die Möglichkeit erneut einen Antrag bezugnehmend auf §35a KJHG zu stellen?
Ich meine mich dunkel zu erinnern, daß das Eine das Andere ausschließt, kann auch sein, daß ich es jetzt aus dem Zusammenhang reiße?!?

In die Tagesgruppe gehen die Kinder, da uns kein I-Helfer zusteht!!!
Augrund dessen, war die Schule auch so scharf auf die Überprüfung eines sonderpädagischen Förderbedarfs im sozialen- und emotinalen Lernbereich.
Damit man so eine Hilfe oder zumindenst zusätzliche Stunden bekommt.

lG Morenas
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Morenas,

das KJHG lässt absolut zu, dass deine Kinder in eine Tagesgruppe gehen und zusätzlich einen I-Helfer erhalten!

Zitat:
"In die Tagesgruppe gehen die Kinder, da uns kein I-Helfer zusteht!!! "

Die Aussage deines Jugendamts ist definitiv falsch!!!


Letzteren musst du schrftl. beantragen - und hilfreich wäre natürlich eine entsprechende Empfehlung von der Sonderschulkraft, die das Gutachten schrieb und ebenso eine schulische Stellungnahme.

Das Jugendamt müsste seine Ablehnung schrftl. begründen - und so etwas wie "keine körperliche Behinderung, deshalb kein I-Helfer" wird darin nicht stehen, verlass' dich drauf!

Immerhin: Kostengünstig könnte man ja einen I-helfer für BEIDE Kinder beschäftigen...

Der Rest ist möglicherweise Verhandlungssache: Wenn das Jugendamt mauert, könnte ich mir vorstellen, dass du "freiwillig" auf die Tagesgruppe verzichtest, weil der I-helfer die dringendere Baustelle ist.

Zweitens solltest du die Jungen auf Hochbegabung und auch auf ASPERGER testen lassen, möglicherweise in einer anderen KJPP oder ambulant in einer Praxis.

Was die EH-Schule bei euch angeht: Wenn sie "privat" (private Trägerschaft) ist (Homepage mal anschauen oder nach den Ferien anrufen), kann dich weder Schul- und Jugendamt zwingen, die Jungen dort anzumelden. Das ist dann immer freiwillig. Also "ruhig Blut". Immerhin scheinst du die Sonderpäd. auf deiner Seite zu haben...

möglicher Alternativvorschlag:
Die Sonderpäd. könnte empfehlen, den Jungen einen Neubeginn an der Regelschule im Nachbarort zu ermöglichen. Wenn die Schulbehörde sie dann dorthin überweisen würde und es gäbe keinen ÖPNV dorthin, müsste euch auch der Taxitransport dorthin bezahlt werden.

So ein Modell habe ich selbst in der Familie...

sonderpäd. Förderung in der Regelschule:
Wird deinen Jungen garantiert nur für 2 Wochenstunden gewährt, wenn du Pech hast, für beide gemeinsam 2 Stunden - und nicht 2x2= 4 ...

Ist Makulatur und reines "Pflaster", nicht unbedingt eine entscheidende Hilfe, damit die Kleinen nicht mehr gemobbt werden...




Hatte dir eine PN geschickt. Mal in dein Postfach schauen...

Ansonsten kannst du mich gerne mit allen fachlichen Fragen "löchern" ... Ich befürchte, über die Materie an sich weiß ich mehr als mancher JA-Mitarbeiter und manch' Sonderpädagoge (was einige bei mir vor Ort dann peinlicherweise schon feststellen durften...)

J.
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Bayer



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Bundesland: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 01.04.2010, 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein paar Sammeltipps, zu denen ich dich dringend ermuntern möchte:


* zukünftig Gespräch in Schule und Jugendamt NUR NOCH mit eigenem Zeugen als Beistand - das ist dein Recht ohne wenn und aber. Und kann sein, du brauchst doch mal einen Zeugen für das, was gesagt wurde


* betr. Meinung der Schule, dir Dinge erst im nachhinein mitzuteilen und deiner Angst vor "Sammlung von angeblichen Taten":
1. Eigenes tägliches Stichworttagebuch führen, was die Kinder erzählen
2. Am Ende jeder Woche eine Unterschrift der Schule einfordern, dass nichts vorgefallen ist, ansonsten Rückruf.
(Mitteilungsheft jeden Freitag vorlegen lassen: *nichts vorgefallen* Unterschrift , Datum


Dann können nicht Monate später "Überraschungen" folgen, die du nicht mehr nachvollziehen kannst.


* Lass' dir zügigst nach den Ferien mal die jeweilige Schülerakte beider Jungen vorlegen.
Du hast ein Recht auf Akteneinsicht in der Schule oder Behörde und auch ein Recht auf Kopien, sofern du die ortsüblichen Kosten dafür trägst ...

J.
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Morenas



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BeitragVerfasst am: 02.04.2010, 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo M.!
So, habe mich nun durch die Links gearbeitet und bin auf einige für uns interessante Sachen gestossen.

Außerdem habe ich einen schriftlichen Antrag gestellt, um die Schülerakte meiner Kinder einsehen zu können und um Kopien derselbigen gebeten.
Werde den Brief gleich nach Ferien bei der Schulleitung abgegen.

Im Moment versuche ich einen Brief zu verfassen. In diesem möchte ich die Lehrerin bitten, daß sie mir wöchentlich, am besten wird wahrscheinlich sein in einem gesonderten Heft, "quittiert wie die Woche gelaufen ist, bzw. ob es Zwischenfälle gab.
Wir haben uns überlegt, sofern sie mitspielt, die Erfolge die die Kinder erzielen, mit in unserem Punktesystem einzubauen, also als positiven Verstärker.

Da das Belohnungssystem bei uns zu Hause gut wirkt, hoffen wir darauf, dass sich dieser Anreiz positiv auf das Verhalten der Jungs in der Schule auswirkt.
Vielleicht wäre es für den Anfang auch gut, wenn die KL mir, bzw. den Jungs tägl. einen entsprechenden Eintrag macht? Denn 5 Tage sind ja doch eine lange Zeit....und eine Belohnung sollte ja immer direkt im Anschluss auf positives Verhalten erfolgen.

*anmerk*
inzwischen habe ich mein Postfach entdeckt, danke für die PN.... Smile

lG Morenas
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Bayer



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BeitragVerfasst am: 02.04.2010, 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Verfasse den Brief so positiv wie möglich,

"schließlich wollen wir gemeinsam für uns alle eine Verbesserung der Situation erreichen. Ich bin sicher, dass dies gelingen wird, wenn wir gut zusammenarbeiten. Ein erster Schritt könnte sein, wenn es möglich wäre, dass Sie ..."


Was das Heft angeht (eines für beide Kinder):
Führe es als Tabelle für jeden Tag, wo die Lehrerin nur ankreuzen muss. Dann kann sie nicht wegen "Überlastung" ablehnen.
Zwei Kreuze - je eines für jedes Kind- pro Tag sollten möglich sein.

Du bereitest das Heft jeweils für 4 Wochen im voraus vor. Dann hat man in der Schule weniger Arbeit.

VG, M.
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Waldfee



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BeitragVerfasst am: 03.04.2010, 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Morenas,

deine Geschichte ähnelt ein klein wenig an unsere.
Meine Tochter ist auch im sozial-emotionalen Bereich verhaltensauffällig, was daran liegt, dass sie Asperger hat.
Als sie in die Schule kam, wurde sie wieder sehr still und hätte sich wohl eine Tarnkappe gewünscht.
Natürlich lag ihr Verhalten an meiner Erziehung lt. ehemaliger Klassenlehrerin.
SPZ, Kinderarzt und 3 Psychologen in 7 Jahren hatte ich durch bis erkannt wurde, dass sie Asperger hat.

Ich würde die Beiden bei einem auf Autismus spezialisierten Kinderpsychologen bzw. ein Autismuszentrum aufsuchen.
Leider haben die z.T. recht lange Wartezeiten.
_________________
Die schlimmsten Wunden sind die, die man nicht sieht.
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Waldfee



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BeitragVerfasst am: 03.04.2010, 08:21    Titel: Antworten mit Zitat

Morenas hat Folgendes geschrieben:
GuMo & danke für das Durchhaltevermögen bzgl. meines Berichtes!

Ich weiß nicht, ob man in unserem komplexen Fall von Mobbing sprechen kann?, bin beim Suchen auf eurer Seite gelandet und dachte ich schreibe hier mal nieder, was wir bisher so erlebt haben.

Nun aber zu den Antworten:
Ja, leider ist es aufgrund unserer ländlichen Wohnsituation (niedersachsen) nicht anders möglich, als Beide (Zwillinge) die selbe Klasse besuchen zu lassen.

Um einen Integrationshelfer habe ich mich bereits ganz zu Anfang bemüht, nachdem die ersten Schwierigkeiten auftraten.
Nach Einsicht der Aktenlage durch das zuständige Gesundheitsamt und der unauffälligen Schuluntersuchung, bestehe aber kein Anspruch, da die Kinder "nicht körperlich" behindert sind.
Telefonate mit dem Jugenamt hatten leider genauso wenig Erfolg.
KJP, da habe ich mich vor 1,5 Jahren auch schon hingewand. Antwort:" manche Verhaltensweisen, sind eben fest im Charakter verankert, da kann man nichts tun ausser damit zu leben."

Diese Verhaltensproblematik besteht ja nicht erst seit gestern, ganz gravierend ist es aufgefallen, nachdem sie das erste Kindergartenjahr hinter sich hatten.
Die Gruppe bestand aus ingesamt *überleg* ich meine 25 Kindern, hier waren meine Kinder total überfordert.
Deswegen erfolgte dann ein Wechsel in einen Heilpädagogischen Kindergarten, beide in getrennte Einrichtungen.
Kleiner Gruppenstärke, immer wiederkehrende Abläufe, feste Regeln und Rituale, Beiden ist es gut bekommen, wir haben gemeinsam viele Fortschritte gemacht und langsam entwickelte sich auf ein klein wenig Selbstbewusstsein.
Genau aus dieser Tatsache versucht man uns- für mein Empfinden- einen Strick zu drehen.

"Überlegen sie mal in was für eine Situation sie sich und die Kinder bringen, sie nehmen jetzt schon immer mehr eine Aussenseiterposition ein. Eltern fangen an zu reden. Und wie sieht es dann erst in einigen Jahren aus, wenn ihr Nachzügler eingeschult wird?"

Über zig Ecken wurde mir zugetragen, daß es im allgemeinen unter der Lehrerschaft große Schwierigkeiten gibt und einige Eltern, unsere Klasse betreffend alles andere als zufrieden mit der Lehrerin sind. Wieso, weshalb, warum kann ich nicht sagen, da wir als "Zugezogene" doch eher einen schwierigen Stand haben.

Die Tagesgruppenleitung hat der Lehrerin in dem gemeinsamen Gespräch gesagt, daß es sicher immer wieder mal Kinder gibt, mit denen man nicht so gerne zusammen arbeitet und sich denkt nicht die schon wieder, aber sowas wisse man, wenn man sich für einen Beruf entscheidet.
Außerdem gehören sie in ihren Augen nicht auf die Förderschule, da würden sie untergehen, denn dort wären die richtigen "Granaten".

Unsere Lehrerin ist aber nicht positiv gestimmt, andere Vorschläge mag sie weder hören noch annehmen. Der Gutachterin gegenüber hat sie wohl geäußert, daß sie sich nur weiter im Stande sieht, die Kinder in ihrer bisherigen gewohnten Schulumgebung zu lassen, wenn sie eine Hilfe bekommt.

Ich kann und will jetzt nicht nur um des lieben Friedens willen, zu allem Ja und Amen sagen, natürlich ich möchte Helfen wo es geht, ihr aber den Beruf leichter machen, indem ich die Kinder von der Schule nehme, nein kein Stück.
In meinen Augen wäre es nämlich keine Lösung, lediglich eine Verlagerung- mit womöglicher Verschlimmerung- der Situation.


Ich könnte noch einiges mehr schreiben, dies möchte ich euch aber nicht wieder antun!

lG Morenas


Nochmal hallo Smile

Für mich ist es Mobbing.
Sie werden in eine "Ecke gedrängt" und versuchen sich zu wehren.
Anscheinend wird ihnen von den Erwachsenen (Lehrer) Hilfe verweigert.
Wer in Tochter's jetziger Schule das Wort "Integrationskraft" ausspricht, bekommt ein Augenrollen als Antwort.
Wenn alles gut geht und sie die Probezeit bis Weihnachten durchsteht, ist das Thema Förderschule für uns gegessen.
_________________
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monika



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BeitragVerfasst am: 04.04.2010, 14:20    Titel: Lehrerinnenkommentar Antworten mit Zitat

Liebe Morena,

Etwas dazu aus Lehrerinnensicht, das Dir möglicherweise helfen
kann, die Klassenleitung mit anderen Augen zu sehen. Mütterliche
Emotionen können wie ein Abwehrschild wirken. Dass Du Wut und
Ärger empfindest ist völlig ok, aber störend für eine
Kommunikation, die Deinen Kindern helfen könnte.

Die Lehrerin bzw. der Lehrer – wie Du einleitend schriebst –
scheint durch sein Verhalten zu zeigen, dass er durch das
Verhalten der Zwillinge seine professionelle Kompetenz in Frage
gestellt sieht. Ich vermute, dass er sich –Du erwähnst es –
ungeduldig, tadelnd, beschuldigend verhält. Dadurch entsteht für
die Mitschüler der Eindruck: "Mit denen stimmt was nicht!" So
entsteht ein Rahmen, der Mobbing ermöglicht. Der Schulleiter
scheint Deine Zwillinge etwas anders zu sehen, ebenso die
Sonderschullehrerin. Ein Glück! Dies setzt möglicherweise den
Lehrer noch mehr ins Unrecht, wo er sich insgeheim vermutlich
ohnehin schon angekommen sieht.

Dieser Teufelskreis ist eine Folge der Lehrerausbildung. Lehrer
müssen erfolgreich Lernziele erreichen und ihre Ausbildung
vermittelt ihnen den Eindruck zu wissen, wie Schüler erfolgreich
lernen. Misserfolge und Probleme fassen Lehrer daher als eigene
Unfähigkeit auf. Lehrer werden ausgebildet darin, wie sie frontal
und für alle das gleiche zur gleichcen Zeit möglichst ansprechend
vermitteln können. Disziplin ('tadeln') ist dazu unerlässlich.

Die Zwillinge und viele, viele Kinder heute reagieren auf
Disziplinierung mit Widerstand. Diesem Widerstand ist mit noch
mehr Disziplin – was Lehrer dann fordern - nicht zu begegnen.
Lehrer müssten gerade das Gegenteil machen. Statt Disziplin
bedarf es heute eines "individuellen zugewandten Kontaktes" mit
jedem einzelnen Schüler. Das ist aber im üblichen Unterricht nicht
möglich.

Falls das Verhalten Deine Zwillinge zum Aspergerspektrum gehört,
dürften sie ganz besondere Probleme mit Disziplin haben. Kinder
des Aspergerspektrums sind sehr sachbezogen und können sehr
differenziert beobachten. Denen fällt quasi alles auf. Sie selbst
sind nach meinen Erfahrungen in der Lage situativ flexibel zu
reagieren. Regeln einhalten, ist daher für sie eine unverständliche
Forderung.

Vielleicht kannst Du ja die Klassenleitung so sehen: Sie macht es
so gut, wie sie es gelernt hat und halt im Moment entsprechend
kann. Das unterscheidet uns Lehrer nicht von anderen Menschen.
Was uns von anderen unterscheidet ist der Mist, den man uns als
Wissen mit auf den Weg gegeben hat.

Wenn Deine Zwillinge anderes brauchen, könnte es sinnvoll sein,
andere Schulwege zu finden.

Monika Smile
_________________
Die Disziplin des Lernens unterscheidet sich von der Disziplin des Unterrichtens.
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