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Neurofeedback: Neue Therapie bei ADHS

 
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 01.02.2006, 19:14    Titel: Neurofeedback: Neue Therapie bei ADHS Antworten mit Zitat

Ein "Computerspiel" als Therapie für Kinder mit ADHS
Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung wird in Frankfurt behandelt


In einem Labor der Frankfurter Uni üben kleine Zappelphillipe, durch Neurofeedback ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. 1,8 Millionen Kinder leiden in Deutschland an ADHS, der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Die Kinder können kaum zuhören oder still sitzen und sind sehr "impulsiv" - ein schöneres Wort für ausfallend und aggressiv. Was aussieht wie ein Spiel, ist hartes Training für einen jungen ADHS-Patienten, denn er steuert ein Flugzeug nur mit Gedankenkraft - wozu er sich konzentrieren muss.

"Wenn das Flugzeug nach oben fliegen soll, stelle ich mir eine Achterbahn vor, wenn es nach unten fliegen soll, stelle ich mir eine Hängematte vor", schildert er. Die Flughöhe visualisiert die Frequenz seiner Gehirnwellen, die er so beherrschen lernt. Dadurch kann er vor einer Matheklausur sein Gehirn in Schwung bringen, um sich besser konzentrieren zu können.

Rehabilitationswissenschaftler der Universität Dortmund haben ein Bewegungstraining entwickelt, dass eine Alternative zur pharmazeutischen Behandlung mit dem Medikament Ritalin bieten soll. Neben Spielen in einer Turnhalle setzen die Dortmunder Forscher vor allem auf das Medium Wasser. Der Grund für dieses Medium: Wasser dämpft den Bewegungsdrang und wirkt vor allem bei höherer Temperatur entspannend. Das Element wird damit zum "ökologischen Ko-Therapeuten", erklärte die an dem Projekt beteiligte Diplom-Pädagogin Christina Koentker.

"Wir geben noch spielerische Elemente dazu, um Handlungsplanung und soziale Kompetenz zu entwickeln." Koentker hat eine Gruppe von sechs Kindern mit ihren Eltern über ein Vierteljahr lang drei Mal wöchentlich in einem Schwimmbad betreut.

Dort sollten die Kinder in Gruppenspielen Aufgaben lösen, die klare Regeln enthielten und eine Planung erforderten. Dabei lernten die Kinder spielerisch, nicht jedem Impuls zu folgen, sondern sich Gedanken über die Handlungen zu machen und auch mit Niederlagen umzugehen. "Wenn Kinder den Sinn von Tätigkeiten erkennen, verhalten sie sich anders", sagt Professor Gerd Hölter. "Wir versprechen kein Allheilmittel, wir können Ritalin nicht abschaffen", betont Hölter. "Aber mit unserer Methode soll es möglich werden, die Dosis zu senken. Mehr Bewegung und Therapie, dafür weniger Ritalin das ist unser Konzept."

Die "Zappelphilippe" sollten nicht einer "isolierten medikamentösen Behandlung" unterworfen werden. Das sei ganz klar ein ärztlicher Kunstfehler, stimmten der Psychotherapieprofessor Manfred Döpfner und der Mediziner und Psychoanalytiker Dietrich Schulz überein. In dem Streitgespräch zum Problem von Kindern mit einer ADHS betonte Schultz, dass zu einer angemessenen ärztlichen Behandlung auf jeden Falle auch eine intensive Psychotherapie gehöre.

Döpfner nannte es einen Kunstfehler, bei einem ADHS-Kind den Einsatz von Medikamenten von vornherein überhaupt nicht zu erwägen. Die Stimulanzien verbesserten nicht nur die Leistungen in der Schule, sondern auch das Sozialverhalten, nicht zuletzt die Beziehungen in der Familie. Nachteil der Medikamente sei, dass sie nur die Symptome bekämpften. In Grenzfällen könne eine "gute Pädagogik" in der Schule den Einsatz von Medikamenten tatsächlich überflüssig machen oder zumindest auf ein Minimum beschränken.

Andererseits könnten Stimulanzien bis zu einem gewissen Grad einen schlechten Unterricht kompensieren. "Erfahrungsgemäß müssen wir umso eher Medikamente verschreiben, je weniger der Lehrer kooperiert", so Döpfner. Nach Hölters Einschätzung sind die Fallzahlen von ADHS-Patienten in Deutschland um etwa das Zehnfache überhöht.

Der Forscher vermutet, dass unter anderem viele Verlegenheitsdiagnosen für den drastischen Anstieg der Fallzahlen in den1990er Jahren verantwortlich sind. Das gewöhnlich aufputschende Medikament Ritalin wirkt bei den Kindern sedierend und dämpft den Bewegungsdrang. Die Erfolgsrate mit dem Mittel liegt Studien zufolge bei etwa 70 Prozent. Ritalin bekämpft jedoch nur die Symptome, nicht die Ursache. Wird das Präparat abgesetzt, stellen sich die alten Erregungszustände wieder ein. Auch die langfristigen Nebenwirkungen sind bislang unerforscht.

Vor Selbstmordgefahr durch das zur Behandlung des so genannten Zappelphilipp-Syndroms eingesetzte Medikament "Strattera" hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gewarnt. Das Institut erklärte, ab sofort müsse in der Produktinformation darauf hingewiesen werden, dass Strattera in seltenen Fällen Selbstmordgedanken oder -versuche sowie aggressives oder feindseliges Verhalten begünstige oder auslösen könne.

Strattera (Wirkstoff: Atomoxetin) ist nach den Angaben des Instituts in Deutschland im Dezember 2004 zur Behandlung von Kindern ab sechs Jahren mit Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung worden. Das Arzneimittel soll nur im Rahmen eines Behandlungskonzeptes, das auch psychotherapeutische Maßnahmen einschließt, angewendet werden. In Deutschland seien bisher etwa 10.000 Kinder mit Strattera behandelt worden. Die jetzige dringende Zulassungsänderung ist nach den Worten des Leiters des BfArM, Reinhard Kurth, nötig, weil "nach Auswertung mehrerer neuester Untersuchungen" die Zahl der Kinder, bei denen solche Verhaltensänderungen aufgetreten seien, zwar selten, aber etwa doppelt so häufig sei wie im Vergleich mit einer Behandlung mit einem Placebo.

Vergleichbare Studien mit Erwachsenen hätten keine Risikoerhöhung ergeben. Den Eltern oder Betreuern von Kindern mit ADHS und Strattera-Behandlung empfiehlt das BfArM, die behandelnden Ärzte über solche Verhaltensänderungen rasch zu informieren und, wenn nötig, Rat zur weiteren Behandlung einzuholen.

Bei der Erforschung des "Zappelphilipp-Syndroms" ADHS sind deutsche Wissenschaftler einen großen Schritt voran gekommen. In einer Studie mit mehr als 200 Patienten stellten sie vier Typen von Auffälligkeiten im Gehirn fest. Experten gehen davon aus, dass die Erkenntnis zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlung führen wird. "Die Kinder müssen so spezifisch wie möglich behandelt werden", sagte die Leiterin des klinischen Teils der Studie, Kerstin Konrad von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH). Bisher seien die Patienten größtenteils mit den gleichen Medikamenten behandelt worden.

Die neuen Erkenntnisse müssten zu einer spezifischen Therapie führen. Neben Medikamenten gelte das auch für Trainingsverfahren. Kinder mit krankhaften Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität leiden unter Konzentrationsstörungen, körperlicher Unruhe und übermäßigem Bewegungsdrang.

80 Prozent der Erkrankungen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaft genetisch bedingt. "Wir wissen, dass viele Gene zusammenspielen, die zu der Ausbildung der Krankheit führen", sagte Konrad. In den vergangenen Jahren habe man erfolglos danach gesucht. Mit diesem Zwischenschritt wollen die Forscher die möglichen Gene eingrenzen. Bis zu sechs von hundert Schulkindern leiden unter dem Zappelphillipp-Syndrom. Jungen sind von der Krankheit ADHS drei bis neun Mal häufiger als Mädchen betroffen, wie am Freitag die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln mitteilte.

Die Anzeichen sind in aller Regel Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, ausgeprägte körperlicher Unruhe und starker Bewegungsdrang sowie impulsives und unüberlegtes Handeln. Wie die Bundeszentrale mitteilte, ist das "Zappelphillipp-Syndrom" am bekanntesten, doch kann die Erkrankung auch ohne Hyperaktivität auftreten: "Letzteres findet sich häufiger bei Mädchen, die dann meist als 'Traumsuse' bezeichnet werden."

Oft seien die Übergänge von einem schwierigen und besonders lebhaftem Verhalten bis hin zu einer behandlungsbedürftigen ADHS-Störung fließend und entsprechend schwer einzuschätzen, teilte die Behörde mit. Deshalb sei nun eine Broschüre "adhs" aufgelegt worden. Sie richtet sich an Betroffene, Eltern und Angehörige, aber auch Ärzte und Pädagogen. Enthalten sind Informationen über Standards der Diagnosestellung und Behandlungsansätze. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk, erklärte dazu: "In der Öffentlichkeit besteht noch immer viel Unkenntnis und Fehlinformation über das Krankheitsbild. Wir wollen mit dieser Broschüre eine erste Orientierung zu ADHS bieten."

Das "Zappelphilipp-Syndrom" tritt nach Erkenntnissen Göttinger Wissenschaftler nicht nur bei Kindern und Jugendlichen auf. Entgegen früheren Annahmen seien auch zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen von der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffen, erklärte das Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen.

Das Institut will deshalb eine Studie zu ADHS im Erwachsenenalter starten, sagte die Psychologin Halina Lackschewitz. Die Untersuchung werde der Frage nachgehen, wie betroffene Erwachsene auf Stress reagieren und welche Möglichkeiten der Stressbewältigung bestehen. Die Forscher wollen insbesondere herausfinden, ob sich der Aufenthalt in der Natur positiv auswirkt.


Die Broschüre der Bundeszentrale ist kostenlos zu bestellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992 257


Quelle: http://www.3sat.de/nano/cstuecke/88207/index.html






Zappelphilipp-Syndrom oft zu Unrecht diagnostiziert:

http://www.3sat.de/nano/news/75955/index.html
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Erika
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BeitragVerfasst am: 01.02.2006, 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Neurofeedback scheint wirklich etwas im Gehirn zu verändern, das Gehirn ist ja formbar, es verbessert z.B. die Konzentrationsfähigkeit, die Impulssteuerungsfähigkeit und das Gedächtnis - ist nicht preiswert und dauert viele Monate. Ich kenne es vom Warnke-Verfahren, habe bisher allerdings vorgezogen, lieber die Ursachen wie Kiss, frühkindliche Reflexe und dadurch ev. entstandene Hörverarbeitungsstörung oder Winkelfehlsichtigkeit "beheben" zu lassen, was mir umfassender und tiefgreifender erscheint. Durch Neurofeedback können nämlich vermutlich keine Winkelfehlsichtigkeit, motorische Defizite, später oft entstehende Kopf- und Rückenschmerzen beseitigt werden.

Neurofeedback habe ich bisher immer so im Hinterkopf behalten, wenn nach der Ursachenbehandlung mehr erforderlich sein sollte.

Meine Kinder haben mal eine Woche Kinderfreizeit für ADS-Kinder mit täglich Neurofeedback in Nordbayern gemacht. Eine Woche bringt aber nicht viel. Die Freizeit kann ich allerdings empfehlen. Meine Kinder waren hellauf begeistert und reden heute noch - 2 Jahre später davon - wollen unbedingt da mal wieder hin.

Von diesen gentechnischen Ursachen kann ich langsam nichts mehr hören. Alles Mögliche (Legasthenie, ADS, Schuppenflechte, Allergien und viel mehr) angeblich gentechnisch bedingt - besonders immer dann, wenn die sogenannten Fachleute keine andere Ursache kennen/kennen wollen. Einen gentechnischen Faktor gibt es ziemlich oft, was nicht heißt, dass es keine anderen Faktoren gibt, die so beeinflusst werden können, dass die Probleme gar nicht erst entstehen bzw. beseitigt oder extrem gemindert werden können - immer abhängig vom Beginn der Förderung, und wie hier auch erwähnt wurde, vom Umfeld. Der Teufelskreis, in dem sich viele Kinder befinden ist m.E. das allerschlimmste Übel überhaupt.

Die Wirkung von Strattera war mir bekannt, Ritalin erscheint mir auch nicht besser.

Wer noch behörden- und ärztegläubig ist, mag sich die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung besorgen. Ich kann dieser "Aufklärung" wirklich nichts mehr abgewinnen. Gelesen und inzwischen selbst erkannt habe ich, dass die Mühlen der Behörden langsam malen, die Ärzteausbildung sehr konservativ ist. Machnmal braucht es mehrere Generationen, bis sich neue Erkenntnisse endlich durchsetzen. Ich warte da nicht mehr drauf. Zum Glück kommt man per Internet an viele Informationen und Kontakte, die vorher nicht möglich waren. Eigentlich kann niemand mehr dumm gehalten werden, wenn er sich umfassend informiert.

Viele Grüße
Erika
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Ute



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BeitragVerfasst am: 21.02.2006, 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erika,

hier ein Artikel, der die von dir erwähnten Zusammenhänge zwischen ADHS und frühkindlichen Reflexen (am Beispiel Moro) beschreibt.
Die Diagnosekriterien für ADHS sind genau die bei persistierendem Moro beschriebenen Auswirkungen.

http://www.inpp.de/download/Beitrag%20praxis%20ergotherapie.pdf

Grüße
Ute
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Erika
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BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ute,

gut, dass du diesen Bericht hier eingestellt hast - daran gedacht habe ich auch schon mehrmals. Leider ist hier im Forum die Tendenz ausgeprägter, grundsätzlich die Schuld für Auffälligkeiten von Kindern bei den Lehrern zu suchen. Auch ich habe sauschlechte Erfahrungen mit Schule und Lehrern gemacht - da ist wirklich vieles im Argen - deshalb bin ich auch hier im Forum gelandet. Allerdings gibt es immer mehrere Faktoren. Meistens werden die Kinder von Lehrern schlecht behandelt, deren Entwicklung halt anders verläuft.

Viele Kinder haben ein Kiss-Syndrom und als Folge noch frühkindliche Reflexe, was ihnen das Lernen und angemessenes Verhalten schwer machen. Aber dir brauche ich das ja eigentlich nicht zu erzählen. Entsprechende Behandlungen/Therapien können Kindern, Eltern und Lehrern das Leben wirklich einfacher machen - natürlich nicht von heute auf morgen. Wunder dauern halt etwas länger.

Viele Grüße
Erika

P.S. Ich freue mich auf mein Wochenende in Berlin.
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Ute



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BeitragVerfasst am: 24.02.2006, 09:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erika,

du hast recht: ein Kind, welches durch irgendeine Auffälligkeit in eine Sonderrolle geraten ist, bietet an gutes Angriffsfeld gegen Mobbing durch Lehrer, andere Kinder und Eltern.

Leider wird selten bedacht, woher diese Auffälligkeiten kommen, und ob sie evtl. bisher unbekannte organische Ursachen haben, die bei besserer Information behandelt werden könnten.
Sind die betroffenen Kinder einmal in dem Teufelskreis, ist da schwer wieder herauszukommen.

Mein Sohn hat sich im letzten Jahr danke KISS-Behandlung und Reflexhemmungstherapie schon zum Positiven verändert, aber der Dorfgeist unseres 3000 Seelen-Ortes hinkt halt hinterher. Ich versuche jetzt durch Aufklärungsarbeit um Verständnis zu werben, da auf einmal auch Stimmen gegen meinen Jüngeren aufkamen, schließlich ist er ja der Bruder des Großen, also genauso schlecht erzogen.

Dabei habe ich festgestellt, dass das ständige Gespräch mit dem Lehrer unerläßlich ist und dass penetrantes mit Infos zuschütten signalisiert, dass man an einer Veränderung der Situation arbeitet. Ich gebe allerdings zu, dass nicht alle Lehrer lernwillig sind, die gibt es bei uns auch, besonders wenn Eltern in Teilbereichen der Medizin, Pädagogik, ... mehr wissen, als auf der Uni gelehrt wurde oder Situationen in der Schule kritisch hinterfragen.
Sind die Fronten in diesem Bereich verhärtet, hilft wahrscheinlich wirklich nur noch der Schulwechsel, in der Hoffnung, auf verständnisvollere Lehrer. Eine Garantie hat man dafür aber nicht, und solange die Probleme des Kindes weiterbestehen kann sich die gleiche Rolle ganz schnell wieder entwickeln.
Soweit muss es aber gar nicht kommen, wenn Eltern und Lehrer es schaffen von Anfang an zusammenzuarbeiten, statt sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen zu belasten. Das hilft keinem Kind.
Daher ist es ganz wichtig an einem gut ausgependeltem Gleichgewicht zwischen Fordern und Geben zu arbeiten.

Grüße
Ute

PS: Viel Spaß in Berlin!
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