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Die Gewalt an Schulen hat eine neue Dimension erreicht ...
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 12.03.2006, 09:32    Titel: Die Gewalt an Schulen hat eine neue Dimension erreicht ... Antworten mit Zitat

Die Gewalt an Schulen hat eine neue Dimension erreicht ...

Wie schön, dass das auch schon jemandem auffällt!
Eltern, deren Kinder mit blauen Flecken auf Körper und Seele nach Hause kommen machen sich schön länger Gedanken um dieses Thema.

All diese "bedauerlichen Einzelfälle" ergeben ein erschreckendes Gesamtbild, das viele Verantwortliche nicht wirklich sehen möchten.

Politisch gesehen könnte die Suche nach den Ursachen unerwünscht sein und es werden lieber gebetsmühlenartig die ewig gleichen Gründe (Elternhaus, Fernsehen ...) bemüht, weil diese Lösungen preiswert und zeitsparend erscheinen und es kurzfristig gesehen wohl auch sind.

Auf lange Sicht wird man sich intensiver mit dem Gesamtbild der Ursachen beschäftigen MÜSSEN, soll die Welle der Gewalt nicht eines Tages unbeherrschbar werden.

Gute, freundliche Umgangsformen, gewaltfreie Kommunikation und Erziehung darf nicht nur in und von den Elternhäusern verlangt werden.

So lange in vielen Kitas und Schulen - dank mangelnder Kontrollmöglichkeiten - weiter geschrien, gedemütigt, geschlagen und gemobbt wird, kann der Kreislauf der Gewalt nicht wirkungsvoll unterbrochen werden.





http://www.zeitung.org/onetz/852922-125,1,0.html


08.03.2006


Schlägerei endet auf Intensivstation


Zehnjähriger verprügelt Dennis Benner (9) auf dem Pausenhof - Verletzungen an der Wirbelsäule
Amberg. (tk) Das Lächeln hat Dennis nicht verlernt. Er freut sich, als er erfährt, dass sein Vater Andreas Benner extra Urlaub genommen hat, um ihn zur Schule zu bringen und ihn auch wieder abzuholen. Doch das Lachen ist dem Neunjährigen vergangen. In der Woche vor den Faschingsferien wurde er in der Pause von einem Viertklässler (10) so schwer verprügelt, dass er drei Tage auf der Intensivstation des Klinikums verbringen musste.


"Ich habe noch immer Kopfweh und überall blaue Flecken", sagt Dennis, dessen Geschichte der Beweis dafür ist, dass die Gewalt an Schulen eine neue Dimension erreicht hat. Eltern, Schüler, Lehrer - alle stellen sich die Frage, wie das passieren konnte. Warum prügelt ein Zehnjähriger einen Jüngeren fast bis zur Bewusstlosigkeit?

Die Antwort auf diese Frage kennt auch Dennis nicht. Zwar erinnert er sich an den 22. Februar und gibt auch zu, dass der Ärger im Pausenhof der Dreifaltigkeitsschule abzusehen war: "Ein Viertklässler kam auf mich zu und hat gesagt, dass ich seinen Freund beleidigt haben soll. Das hat so nicht gestimmt und das wollte ich ihm auch erklären." Aber der Schüler habe sich einfach umgedreht und sei gegangen. Dennis dachte, der Fall sei erledigt und spielte mit Klassenkameraden Verstecken. Doch als Dennis einen Moment nicht aufpasste, wurde er "von hinten in den Rücken" geschlagen.

Der Neunjährige ging zu Boden und fiel auf einen Baumstumpf: "Da konnte ich mich noch bewegen." Das gelang ihm aber nicht mehr lange, denn sein Widersacher schlug weiter auf ihn ein: "Mit Händen, Fäusten und Füßen. Er hat einfach nicht aufgehört." Dennis wirkt gefasst, wenn er von jenem Tag erzählt. Ganz nüchtern formuliert er, was danach geschehen ist: "Meine Freunde wollten mir helfen, aber die Großen haben sie zurückgehalten."

Lehrer griff schnell ein

Nur einem Mädchen aus seiner Klasse sei es gelungen, an den Viert-klässlern vorbeizukommen. Doch auch die Schülerin konnte nicht entscheidend eingreifen. "Ich habe keine Luft mehr bekommen. Ich war so wütend. Ich wollte mich wehren, aber ich hatte keine Kraft mehr", sagt Dennis und fügt hinzu: "Es hat alles nicht sehr lange gedauert und dann ist ja auch schon mein Lehrer gekommen." Konrektor Wolfgang Flierl, der Pausenaufsicht hatte, handelte sofort und kümmerte sich um Dennis. "Dieser Lehrer ist sehr gut. Er hat sehr schnell reagiert und alles richtig gemacht", erzählt Mutter Vera Benner, die an jenem Tag einen Anruf aus der Schule erhielt und auch ein Lob für die alarmierten Sanitäter parat hat: "Der Krankenwagen war sehr schnell da."

Dennis, der zu diesem Zeitpunkt noch immer regungslos am Boden lag, wurde in das Klinikum St. Marien gebracht, wo neben einer Gehirnerschütterung, Prellungen und Blutergüssen auch ein Wirbelsäulen-Trauma mit Sensibilitätsstörung festgestellt wurde. Das heißt, dass die Nerven, die entlang der Wirbelsäule verlaufen, aufgrund der heftigen Schläge angeschwollen waren. "Ein Arzt hat zu mir gesagt, dass Dennis noch Glück gehabt hat. Gottseidank hat er sich da nichts gebrochen, denn das hätte auch im Rollstuhl enden können", vermutet Vater Andreas, der sich große Sorgen um seinen Sohn gemacht hat: "Wir haben nicht gewusst, ob er wieder laufen kann." Doch Dennis, der beim FC Amberg Fußball spielt, konnte: "Nach drei Tagen bin ich wieder aufgestanden."

Am liebsten Schulwechsel

Nach Hause kam der Neunjährige vier Tage später, wo er sich Gedanken über seine Zukunft macht: "Klar gehe wieder in den Unterricht, auch wenn ich ein bisschen Angst habe." Insgeheim jedoch wünscht sich Dennis, künftig an eine andere Schule zu dürfen: "Am liebsten wäre es mir, wenn meine Freunde mit mir wechseln würden." Und wenn nicht? "Dann gehe ich halt allein. Weil den anderen Jungen möchte ich nicht mehr sehen."
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Angelika,

selbstverständlich ist es furchtbar, wenn die eigenen Kinder von Gewalt betroffen sind, aber dass "Gewalt an Schulen neue Dimensionen erreicht" ist nicht zu beobachten, auch wenn jeder einzelne Fall ein Fall zuviel ist!

Tatsache ist:

- dass die Medien das Thema Verkaufszahlen fördernd aufbauschen
- Studien diese Zahlen nicht belegen

Zu fragen ist, was man alles unter Gewalt versteht - ein großer Teil der befragten Schulleiter in Baden-Würrtemberg rechneten auch dazu: "Dauernder Ungehorsam, Widersetzen der Anordnungen des Lehrers, auf Provokation angelegtes Outfit, Ständiges Zuspätkommen zum Unterricht und unentschuldigtes Fernbleiben"

Ich habe hier mal einige Aussagen zur Gewalt reinkopiert:

Zitat:
"Die Berichterstattung der Medien lässt häufig den Eindruck entstehen, dass gewalttätige Übergriffe - insbesondere durch Jugendliche - dramatisch zugenommen haben. Wissenschaftliche Studien können diesen Eindruck nicht bzw. nur teilweise bestätigen.

Sichtet man Studien der vergangenen Jahre ergibt sich insgesamt kein einheitliches Bild. Dies ist besonders auffällig, wenn man Studien zu Gewalt in der Schule und Studien und zu Jugendgewalt vergleicht. Während Gewalt im Schulbereich offensichtlich kaum zugenommen hat, ist bei Jugendgewalt europaweit eine Zunahme festzustellen.

Die Forschungsergebnisse zu Gewalt in der Schule sind eher widersprüchlich. Einige Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass Gewalt leicht zugenommen hat (Tillmann, 1997). Andere hingegen sehen keine bedeutsamen Veränderungen im vergangen Jahrzehnt (Wenzke, 1997). Kaum etwas deutet jedoch auf eine dramatische allgemeine Zunahme von Gewalt im Schulbereich hin. Vielmehr spricht einiges dafür, dass von der Zunahme einige Schultypen stärker betroffen sind als andere, und zwar in erster Linie Sonderschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen mit sozial problematischen Einzugsgebieten (Schwind et al., 1995; Tillmann, 1997). Letzten Aufschluss über eine Gewaltzunahme können jedoch erst Längsschnittuntersuchungen geben, d.h. Beobachtungen der Gewaltsituationen über einen längeren Zeitraum hinweg, die gegenwärtig noch nicht vorliegen. http://www.bullying-in-school.info/....pa/germany-full-text.html


Zitat:
"Die Gewalt unter SchülerInnen bestimmt und erschwert den Schulalltag, darin sind sich PädagogInnen und PolitikerInnen einig. Die latente Zunahme von Gewaltbereitschaft in den Schulen gilt als unbestreitbar. Dem gegenüber steht eine Studie, die kürzlich am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Eichstätt fertiggestellt wurde.

Überraschende Ergebnisse
Die Ergebnisse der Langzeitstudie besagen, dass die Gewaltbereitschaft unter bayerischen SchülerInnen in den letzten fünf Jahren nicht zugenommen hat. Lediglich 3 Prozent sind laut Studie des Soziologen Lamek und seiner Kollegen gewalttätig. Das Ergebnis der Wissenschaftler überrascht, denn bisher galt die latente Zunahme von Gewalt an den Schulen als Faktum."

http://www2.leanet.de/dyn/9.asp?CCa....76004&url=14545%2Easp

Zitat:

"Gewalt an und von Kindern ist zu einem wichtigen Thema in den Medien geworden - in den Massenmedien ebenso wie in den Fachmedien... Eine Polarisierung ist zu erkennen: Während die Fachleute an den Massenmedienberichten beklagen, diese seien aufgebauscht und verzerrten das Bild zu einem Horrorszenario, kritisieren die Medien die Fachleute, diese spielten das Thema herunter und verharmlosten Gewalttendenzen unter Kindern und Jugendlichen und in der Gesellschaft insgesamt. Gegenüber spektakulären Einzelfällen bleiben verallgemeinerbare zahlenmäßige Befunde zunächst unklar.
Bei der Verwendung des Begriffes Gewalt ist von Seiten der Fachwelt kritisch angemahnt worden zu hinterfragen, inwieweit sie der Durchsetzung von Interessen über die Erweckung öffentlicher Aufmerksamkeit dienen soll (Krumm, 1997, S.66). Zu bedenken ist auch, dass Sensationsreportagen ihrerseits Rückwirkungen auf die Schule und die Auseinandersetzungen um Gewaltentwicklungen haben (Krappmann, 1994b). http://www.familienhandbuch.de/cmai....heitsforschung/s_797.html


Zitat:
Eine Umfrage von Schulleitern in Baden- Würrtemberg:
"Ausgangspunkt war eine im Jahr 1991 von den Oberschulämtern vorgenommene Umfrage bei 398 Schulleitern der allgemeinbildenden Schulen, der Berufsschulen und der Förderschulen in Baden-Württemberg, in der die Schulleiter Angaben zum Ausmaß bestimmter Gewaltvorkommnise an ihren Schule machen sollten. Da die Daten der damaligen Untersuchung noch zugänglich waren, lag es nahe, diese Umfrage mit denselben Schulen zu wiederholen, um so Informationen darüber zu gewinnen, ob die "Gewalt an Schulen" in den letzten Jahren zugenommen hat.


Zur Definition der Gewalt, ihrem Ausmaß, ihrer Entwicklung und ihrer Verbreitung

Von den in der Untersuchung vorgegebenen 42 Verhaltensbeschreibungen werden 28 von mehr als 75% der Schulleiter unter dem Gewaltbegriff subsumiert. Es handelt sich dabei um Verhaltensweisen, die folgenden Kategorien zugeordnet werden können: Sachbeschädigungen (Vandalismus), Beschimpfungen und Verunglimpfungen (verbale Gewalt), Schlägereien (physische Gewalt), sexuelle Belästigungen, Erpressung, Mitführen von Waffen.

Bezieht man in die Betrachtung dessen, was von den Schulleitern als Gewalt definiert wird, auch die Verhaltensweisen ein, die von weniger als 75% unter diesem Begriff subsumiert werden, zeigt sich eine relativ große Variationsbreite hinsichtlich des Gewaltkonzepts. So wird z.B. "Dauernder Ungehorsam" von 56%, "Widersetzen der Anordnungen des Lehrers" von 42%, "Auf Provokation angelegtes Outfit" von 33%, "Ständiges Zuspätkommen zum Unterricht" von 20% und "Unentschuldigtes Fernbleiben" von 13% der Schulleiter als Gewalt eingestuft.

Ausmaß

Bezogen auf die Verhaltensweisen, die von 75% und mehr der Schulleiter unter dem Begriff Gewalt subsumiert werden, sind insbesondere solche relativ häufig zu beobachten, die der verbalen Gewalt zuzuordnen sind. Andere Gewaltdelikte, wie "Sachbeschädigungen über 1000 DM Schadenssumme", "Sexuelle Übergriffe" seitens der Schüler oder Lehrer oder auch das "Tragen von Schußwaffen", kommen dagegen relativ selten vor.

Von den Verhaltensweisen, die von weniger als 75% der Schulleiter der Gewalt zugeordnet werden, kommen am häufigsten eher harmlose, aber für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs lästige Disziplinlosigkeiten vor, wie z.B. "Unterrichtsstörungen durch dauerndes Schwätzen" und "Zuspätkommen". Mit Abstand folgen die weniger harmlosen Verhaltensweisen, wie "Widersetzen der Anordnung des Lehrers", "Schulschwänzen" und "Diebstahl". "Drogenhandel" und das "Grölen von politischen Parolen" werden dagegen äußerst selten festgestellt.

Entwicklung

Nach Einschätzung der Schulleiter hat insbesondere die verbale Gewalt zugenommen. Gestiegen sind aber auch "Gezielte Unterrichtsstörungen", "Sachbeschädigungen bis 100 DM", "Schlägereien zwischen einzelnen Schülern" und "Erpressungen". Relativ gering ist dagegen das Anwachsen physischer Gewalt im Zusammenhang mit ausländischen Schülern und zwischen Schülergruppen. Darüber hinaus berichten die Schulleiter davon, daß besonders Disziplinlosigkeiten und Mißachtungen von Regeln deutlich zunehmen.

Verbreitung

Die verschiedenen Gewaltdelikte werden nach Meinung der Schulleiter in der Regel von Einzeltätern oder von einer Minderheit verübt. Versucht man aber die Zuordnungen der Schulleiter einer qualitativen Wertung zu unterziehen, so lassen sich bestimmte Delikte herausstellen, die tendenziell einer größeren Anzahl von Schülern zuzuordnen sind. An erster Stelle steht dabei wieder die verbale Gewalt, gefolgt von der physischen Gewalt und den Sachbeschädigungen der leichteren Form. Auch "Alkoholmißbrauch", "Grölen" und "Widersetzen von Anordnungen" sind nach Einschätzung der Schulleiter nicht nur auf einzelne Schüler beschränkt. "Ständiges Zuspätkommen" und besonders "dauerndes Schwätzen" sind weit verbreitet.

Zum Schülerbild

Die befragten Schulleiter zeichnen ein eher negatives Bild von der heutigen Schülergeneration. Versucht man das Votum der Schulleiter in ein "Schülerbild" umzusetzen, so könnte dies etwa so aussehen: Der durchschnittliche Schüler hat heute insgesamt einen weniger "langen Atem". Beharrlichkeit und Kontinuität sind nicht (mehr) seine Stärke. Er ist eine materiell eingestellte und narzistische Persönlichkeit, die sich durch Reizhunger auszeichnet und deren Lebensrhythmus von Schnellebigkeit und Sucht nach Abwechslung gekennzeichnet ist. Er hält sich weniger an Regeln und interessiert sich hauptsächlich für sich und sein Vergnügen. "Pflicht" ist ein Begriff, den er möglicherweise kennt, der aber sein Handeln nicht bestimmt. Deshalb zeigt er auch wenig Leistungsbereitschaft. Politik interessiert ihn weniger als frühere Schüler und er ist auch politisch weniger engagiert. Positiv zu werten ist dagegen, daß der heutige Schüler in der Regel kontaktfähiger und kontaktwilliger ist als der frühere Schüler. Allgemein ist er Fremden gegenüber aufgeschlossen und offener in seiner Meinung.
Das relativ geschlossene und in seiner Bewertungsrichtung eher pessimistische Bild von der heutigen Schülergeneration weist darauf hin, daß sich - gemessen am subjektiven Erfahrungsraum der Schulleiter - die pädagogische Situation an den Schulen gegenüber früher verschlechtert hat.
http://www.leu.bw.schule.de/1/12_gewalt.htm


Zitat:
Zahlen aus einer Berliner Hauptschule, veröffentlicht vom Berliner Forum Gewaltprävention:

Welche Formen von Gewalt werden von uns wahrgenommen?

Körperverletzung mit Waffen: ein Fall in 20 Jahren;

Körperverletzung (so dass der/die Schüler/in zumindest vorsichtshalber zum Arzt geschickt wird): circa ein Fall pro Jahr. Wenn man die nachmittäglichen Vorfälle außerhalb der Schule dazuzählt, die im Zusammenhang auch mit Schule stehen: zwei bis drei Fälle pro Jahr. Na-hezu alle gewalttätigen Vorfälle der bisher genannten Art spielen sich nicht im Schulgebäude ab!

? Ohrfeige bis Schlag gegen den Körper ohne ernsthafte Folgen ohne längere Andauer: circa drei Fälle pro Jahr (eher in den Jahrgangsstufen sieben bis acht als in den Stufen neun bis zehn);

? Bedrohung mit körperlicher Gewalt: öfter ? muss aber differenziert betrachtet werden;

? Beleidigung/Beschimpfung; Hänselei; Verächtlichmachung; Diskriminierung der anderen Nationalität: gegen Null.

Insgesamt sind nicht mehr ausländische Schülerinnen und Schüler beteiligt als deutsche. Fast alle (circa 75 Prozent) haben Gewalterfahrung außerhalb der Schule gemacht. 99 Prozent legen Wert auf Schule als einen gewaltfreien, geschützten Raum! Jeder einzelne Fall ist einer zu viel! Jeder Fall belastet den schulischen Alltag! Jeder Fall belastet die Kolleginnen und Kollegen in besonderer Weise, auch weil sie sozialisationsbedingt gar nicht daran gewöhnt sind. Die Schülerinnen und Schüler belastet es nicht so!!! Auf jeden Fall muss reagiert werden ? möglichst schon im Vorfeld!

Forum Gewaltprävention

Zitat:

"Gewalt in der Schule
Problemanalyse und schulpädagogische Prävention
Aggression und Gewalt an hessischen Schulen
Wahrnehmungen und Reaktionen aus Schüler- und Lehrersicht

Verbreitung von Gewalt
Obwohl die von Schüler/innen und Lehrer/innen wahrgenommenen Gewalthäufigkeiten vom Umfang her keinerlei Dramatisierung zulassen, zeigen sich für einzelne Gewaltformen dennoch beträchtliche Quoten. Die Täter- und Opferangaben verdeutlichen, daß Gewalthandlungen nur von einem zahlenmäßig kleinen Anteil der Schülerschaft häufiger begangen werden, gelegentlich vorkommende Gewalthandlungen jedoch von einer deutlich größeren Schülergruppe. Nach weitgehend übereinstimmender Wahrnehmung von Schüler/innen und Lehrkräften stehen an der Spitze der beobachteten Gewalthandlungen nicht spektakuläre Schlägereien, sondern psychische Angriffe, besonders verbale Aggressionen. Diese Häufigkeitsgewichte bestätigen auch die Täter- und Opferangaben. Dabei zeigen sich folgende Unterschiede:
Fast durchgängig haben Jungen bei Tätern wie Opfern ein spürbares Übergewicht in den Gewalthäufigkeiten. Aufgrund ihrer häufigeren Verwicklung in gewaltförmige Konfliktsituationen werden von den Jungen Gewalthandlungen in ihrer Schule fast durchgängig stärker wahr-genommen als von Mädchen.Die höchsten Quoten über fast alle Gewaltformen sind durchgängig in Schulen für Lernhilfe (Sonderschulen) festzustellen, während sich in Gymnasien fast durchgängig die geringste Belastung durch Schülergewalt zeigt; Schüler/innen aus Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen liegen im mittleren Bereich.Die höchsten Gewaltquoten zeigen sich im 8. und 9. Jahrgang. Hinsichtlich Vandalismus, verbaler und non-verbaler Angriffe auf Mitschüler oder Lehrer/innen steigt mit zunehmendem Alter (von Klasse 6 bis Klasse 10) offenbar die Sensibilität für Gewaltwahrnehmungen, während zugleich die Billigung von Gewalt abnimmt.Der Anteil der Lehrkräfte, die gewaltförmige Handlungsweisen registrieren, liegt zwar durchgängig höher als der Anteil der Schüler/innen, doch scheinen Lehrer/innen die Häufigkeit der Vorkommnisse zu unterschätzen..."

http://www.uni-bielefeld.de/SFB227/Pinfo/holt.html


Doris
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 11:57    Titel: ??? Antworten mit Zitat

Liebe Doris!

Ich bitte um Aufklärung. Ist dieses Posting

a) nicht von dir?
b) Ironie
c) unter Gewaltandrohung von Aliens entstanden
d) deine wirkliche Meinung *

* aufgrund des eher geringen Eigenanteils leider oft schwer auszumachen.


Danke

Angelika
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Angelika,

Zitat:
Alll diese "bedauerlichen Einzelfälle" ergeben ein erschreckendes Gesamtbild, das viele Verantwortliche nicht wirklich sehen möchten.

Politisch gesehen könnte die Suche nach den Ursachen unerwünscht sein und es werden lieber gebetsmühlenartig die ewig gleichen Gründe (Elternhaus, Fernsehen ...) bemüht, weil diese Lösungen preiswert und zeitsparend erscheinen und es kurzfristig gesehen wohl auch sind.

Auf lange Sicht wird man sich intensiver mit dem Gesamtbild der Ursachen beschäftigen MÜSSEN, soll die Welle der Gewalt nicht eines Tages unbeherrschbar werden.


Du schreibst von einem erschreckendes Gesamtbild und befürchtest eine Welle der Gewalt, dazu meine Meinung (kurz und knapp) und mit Zitaten von verschiedenen Studien und Untersuchungen belegt, dass es die neue Dimension von Gewalt eher nicht gibt. Wenn Zunahme, dann weil auch die eher harmlosen Fälle gemeldet und angezeigt werden (laut Pfeiffer: http://www.kfn.de/strukturentwicklungjugendgewalt.shtml

Das heißt aber nicht, dass der einzelne Fall nicht schrecklich ist.

Ansonsten zum Thema "Elternhaus, Fernsehen" - ich denke, dass besonders da wo der Selektionsdruck besonders groß ist, es 'mehr Gewalt' gibt.

Was erscheint dir daran 'unter Gewaltandrohung von Aliens entstanden' Wink zu sein?

Doris
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PinHei



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Beiträge: 60
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 22:19    Titel: Neue Dimmension der Gewalt.... Antworten mit Zitat

Question Question Question Hallo Doris
ich kann mich der Meinung von Angelika nur anschließen, auch ich empfinde deine Antworten als fremdbestimmt. Aus deinen auch in anderen Foren gemachten Äusserungen kenne ich, soweit möglich, eine andere Doris C. kann ich mich da täuschen?
Wenn du keine neue Dimmension siehst, ich sehe diese. In den von dir angeführten Zitaten ist doch die Rede davon;
1.Zitat Abs 1 letzter Satz,
2.Zitat Abs 1 Satz 2 : 3 % ist das nichts ?
letztes Zitat
Ich kann und will deiner Einschätzung nicht folgen. Jeder einzelne Fall und wenn er noch so selten ist ist ein Fall zu viel. In der letzten Woche wurde erst in einer hessischen Schule ( Hoch-Taunus) ein Einsatz eines RTH( Rettungshubschrauber) erforderlich. Bedingt durch eigene Betroffenheit, körperliche Gewalt von Mitschülern gegen meinen Sohn bin ich nochmehr sensibilisiert und werde ohne Ansehen von Personen bei weiterm Anhlten solcher Zustände entsprechend reagieren.
Trotzdem schöne Grüsse
Heinz
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
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BeitragVerfasst am: 13.03.2006, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris,

ich sehe dies genauso wie Angelika und PinHei.

Die Gewalt an Schulen hat nach meinen eigenen Erfahrungen enorm zugenommen.

Meine Tochter, die sich nie an körperlichen Rangeleien beteiligt und auch in Ihrem Verhalten immer die Note Sehr gut erhält habe ich bereits schon 3 mal aufgrund tätlicher Angriffe von Mitschülern frühzeitig von der Schule abholen und zum Arzt (einmal sogar in ein Krankenhaus) bringen müssen.

Mein Sohnemann, etwas "robuster" als seine Schwester, kam schon mehrfach mit einer Beule am Kopf nach Hause, weil Mitschüler ihn mit dem Kopf an eine Eisenstange geschlagen hatten. Auch kam er schon mit nach Stunden noch sichtbaren Fussabdrücken im Rücken nach Hause. Vor den Sommerferien musste ich ihn frühzeitig von der Schule abholen, weil er verursacht durch einen Mitschüler einen stark blutenden Zeh hatte.
Von unzähligen blauen Flecken, Schürfwunden und Kratzern möchte ich erst gar nicht reden.

Als "Kleinigkeiten" kann ich diese Vorfälle wirklich nicht bezeichnen.

Meine Kinder besuchen die Grundschule. Nein diese Schule ist kein sozialer "Brennpunkt"

Ich rede oft mit meiner Mutter über die Problematik an Schulen. Sie bestätigt mir immer wieder, dass sowohl bei meinem Bruder, als auch in meiner Schulzeit nie solche gravierende Übergriffe stattgefunden haben. Selbst in den weiterführenden Schulen (Gym. und Realschule) nicht!

Liebe Grüsse

Petra
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris,


"Wenn Zunahme, dann weil auch die eher harmlosen Fälle gemeldet und angezeigt werden"

Was bitte, sind die "eher harmlosen Fälle" bei Gewalt?" Kannst Du einen harmlosen Fall von Gewalt als Beispiel schreiben?

Schön, dass es doch wohl viele Studien gibt, über auch wohl " eher harmlose" Gewalt!"

Bei Gewalt gibt es für meine Begriffe, absolut keine harmlosen Fälle!



LG

Marlene
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo an Alle,

ich finde diese Diskusssion sehr interessant.

PInHei schreibt
Zitat:
"Ich kann und will deine Einschätzung nicht folgen. Jeder einzelne Falle und wenn er noch so selten ist ist ein Fall zu viel."


Ich hatte in meinem ersten Beitrag geschrieben:
Zitat:
"Das heißt aber nicht, dass der einzelne Fall nicht schrecklich ist."

In meinem zweiten Beitrag:
Zitat:
"..., aber dass "Gewalt an Schulen neue Dimensionen erreicht" ist nicht zu beobachten, auch wenn jeder einzelne Fall ein Fall zuviel ist!"


So what?

Worum es mir geht- auch wenn alle das Gefühl haben "Gewalt allgemein habe zugenommen" - die Studien decken sich nicht mit diesem Gefühl.

Mir geht es als Moderatorin auch darum Hintergründe für Zustände zu suchen!

Deswegen ist ein Bauchgefühle für mich nicht ausreichend, um eine Situation zu analysieren. Auch wenn es unter Umständen zu einer Zunahme von besonders brutalen Aktionen gekommen zu sein scheint - die Kriminalstatistik sagt bis jetzt, es gibt diese Zunahme nicht. Ich werde die Entwicklung aber weiter beobachten.

PinHei du beziehst dich auf diesen Satz "Die Berichterstattung der Medien lässt häufig den Eindruck entstehen, dass gewalttätige Übergriffe - insbesondere durch Jugendliche - dramatisch zugenommen haben. Wissenschaftliche Studien können diesen Eindruck nicht bzw. nur teilweise bestätigen."

Die Zunahme hängt damit zusammen wie Gewalt definiert wird. Siehe die Definition der Schulleitern:
Zitat:
"So wird z.B. "Dauernder Ungehorsam" von 56%, "Widersetzen der Anordnungen des Lehrers" von 42%, "Auf Provokation angelegtes Outfit" von 33%, "Ständiges Zuspätkommen zum Unterricht" von 20% und "Unentschuldigtes Fernbleiben" von 13% der Schulleiter als Gewalt eingestuft."
und
Zitat:
"Bezogen auf die Verhaltensweisen, die von 75% und mehr der Schulleiter unter dem Begriff Gewalt subsumiert werden, sind insbesondere solche relativ häufig zu beobachten, die der verbalen Gewalt zuzuordnen sind. Andere Gewaltdelikte, wie "Sachbeschädigungen über 1000 DM Schadenssumme", "Sexuelle Übergriffe" seitens der Schüler oder Lehrer oder auch das "Tragen von Schußwaffen", kommen dagegen relativ selten vor."


Wer wendet besonders häufig Gewalt an:

Zitat:
Fast durchgängig haben Jungen bei Tätern wie Opfern ein spürbares Übergewicht in den Gewalthäufigkeiten. Aufgrund ihrer häufigeren Verwicklung in gewaltförmige Konfliktsituationen werden von den Jungen Gewalthandlungen in ihrer Schule fast durchgängig stärker wahr-genommen als von Mädchen.Die höchsten Quoten über fast alle Gewaltformen sind durchgängig in Schulen für Lernhilfe (Sonderschulen)festzustellen, während sich in Gymnasien fast durchgängig die geringste Belastung durch Schülergewalt zeigt; Schüler/innen aus Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen liegen im mittleren Bereich.Die höchsten Gewaltquoten zeigen sich im 8. und 9. Jahrgang. Hinsichtlich Vandalismus, verbaler und non-verbaler Angriffe auf Mitschüler oder Lehrer/innen steigt mit zunehmendem Alter (von Klasse 6 bis Klasse 10) offenbar die Sensibilität für Gewaltwahrnehmungen, während zugleich die Billigung von Gewalt abnimmt


Ich sehe aber einen Zusammenhang zwischen Schulklima und Gewalt, dafür sprechen natürlich auch die sonstigen Erfahrungen, die ihr an euren Schulen gemacht habt, die in meinem Umfeld nicht vorstellbar sind.

Aber auch hier gibt es aggressive Kids, die überreagieren. Wenn man aber "das Davor und das Drumherum" analysiert, also fragt, was wirklich passiert ist, wenn zum Beispiel auf verbale Gewalt körperliche folgt, ist häufig die Eskalation zu verstehen. An der Stelle wird es wirklich interessant, da frage ich penetrant nach. Kinder müssen auch lernen, dass sie andere nicht provozieren dürfen.

Ich finde wichtig, in Schulen eine Sensibilität zu entwickeln, was auf Ausgrenzen und Hänseln folgen kann, allerdings fehlt mir da noch das Bewußtsein an manchen Schulen.

Zitat:
Bei der Verwendung des Begriffes Gewalt ist von Seiten der Fachwelt kritisch angemahnt worden zu hinterfragen, inwieweit sie der Durchsetzung von Interessen über die Erweckung öffentlicher Aufmerksamkeit dienen soll (Krumm, 1997, S.66). Zu bedenken ist auch, dass Sensationsreportagen ihrerseits Rückwirkungen auf die Schule und die Auseinandersetzungen um Gewaltentwicklungen haben (Krappmann, 1994b).
http://www.familienhandbuch.de/cmai....heitsforschung/s_797.html


und

Zitat:
Pfeiffer et al. (1999) referieren umfangreiche Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von familialer Sozialisation und Gewalterfahrungen außerhalb der Familie. Neben solchen Faktoren kommen soziale Ausgrenzungen und Etikettierungen in Schule und Gleichaltrigenkreis hinzu, weil davon abhängt, ob deviante Gruppen aufgesucht werden und in ihnen verblieben wird. Das wiederum steigert das Auftreten delinquenten Verhaltens. Dabei muss zwischen den Altersgruppen der Kinder unterschieden werden: Während bei delinquentem Verhalten jüngerer Kinder eher an Einflüsse aus dem Erziehungsmilieu gedacht werden muss, wächst bei älteren Kindern der direkte Einfluss der Gleichaltrigen.


Zitat:
* Schüler beider Klassenstufen erleben sich häufiger als Opfer von Lehrerangriffen als von Schülerangriffen. Die älteren beträchtlich häufiger als die jüngeren.
* Die "Beobachter" schreiben ebenfalls, daß Lehrer häufiger als Mitschüler Schüler beschimpfen, beleidigen, ärgern ...
* Schließlich äußern die Schüler, sie würden Lehrer seltener angreifen, als sie von Lehrern attackiert würden.

Die Befunde bestätigen die vermutete Einseitigkeit der Diskussion über Gewalt in der Schule: Verletzende Handlungen von Lehrern gegen Schüler kommen den Aussagen zufolge im Durchschnitt häufiger vor als verletzende Handlungen von Schülern gegen Schüler und Lehrer. http://www.sbg.ac.at/erz/salzburger_beitraege/krumm1.htm


Und da schließt sich der Kreis, mit der Forderung von Angelika:
Zitat:
Gute, freundliche Umgangsformen, gewaltfreie Kommunikation und Erziehung darf nicht nur in und von den Elternhäusern verlangt werden.

So lange in vielen Kitas und Schulen - dank mangelnder Kontrollmöglichkeiten - weiter geschrien, gedemütigt, geschlagen und gemobbt wird, kann der Kreislauf der Gewalt nicht wirkungsvoll unterbrochen werden.


Das ist auch mein Anliegen!

Doris
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris!

Doris Carnap hat Folgendes geschrieben:

Mir geht es als Moderatorin auch darum Hintergründe für Zustände zu suchen!

Deswegen ist ein Bauchgefühle für mich nicht ausreichend, um eine Situation zu analysieren. Auch wenn es unter Umständen zu einer Zunahme von besonders brutalen Aktionen gekommen zu sein scheint - die Kriminalstatistik sagt bis jetzt, es gibt diese Zunahme nicht. Ich werde die Entwicklung aber weiter beobachten.

Doris



Zwischen all deinen Zitaten habe ich diesen Satz entdeckt und staune nicht schlecht.


Als Morderatorin suchst du also nach Hintergründen (und vor allem noch mehr zitierbaren "Beweisen") während die anderen User frei nach Gutdünken haltlose Behauptungen aufstellen.

Kennst du nicht den Satz:
Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe!?


Deine Studien beruhen auf falschen Angaben - und sind somit wertlos.

Wie viele Eltern kennst du, die tatsächlich den Mund aufmachen, wenn sie Mißstände beobachten.

Wie viele kennst du, die es NICHT tun?
Vielleicht kannst du ja darüber mal eine Studie anfertigen.

Ich bin mal unsere Klassen durchgegangen und denke , dass das Verhältnis bei 1:10 liegt. Mit "Mund aufmachen" meine ich übrigens tatsächliche, offizielle Beschwerden und nicht die üblichen Tuscheleien im Schulflur oder Äußerungen in Foren.

Was nicht gemeldet wird, landet auch in keiner Statistik - so einfach ist das - und so wertlos sind deine Quellen.


Angelika
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Angelika,

glaubst du das wirklich?

Zitat:
Deine Studien beruhen auf falschen Angaben - und sind somit wertlos.


Ich frage mich wie hilft uns deine Aussage bei deiner Forderung:

Zitat:
Gute, freundliche Umgangsformen, gewaltfreie Kommunikation und Erziehung darf nicht nur in und von den Elternhäusern verlangt werden.

So lange in vielen Kitas und Schulen - dank mangelnder Kontrollmöglichkeiten - weiter geschrien, gedemütigt, geschlagen und gemobbt wird, kann der Kreislauf der Gewalt nicht wirkungsvoll unterbrochen werden.


Mein Zitat aus dem Text von Volker Krumm (GEWALT IN DER SCHULE - AUCH VON LEHRERN)

Zitat:
* Schüler beider Klassenstufen erleben sich häufiger als Opfer von Lehrerangriffen als von Schülerangriffen. Die älteren beträchtlich häufiger als die jüngeren.
* Die "Beobachter" schreiben ebenfalls, daß Lehrer häufiger als Mitschüler Schüler beschimpfen, beleidigen, ärgern ...
* Schließlich äußern die Schüler, sie würden Lehrer seltener angreifen, als sie von Lehrern attackiert würden.

Die Befunde bestätigen die vermutete Einseitigkeit der Diskussion über Gewalt in der Schule: Verletzende Handlungen von Lehrern gegen Schüler kommen den Aussagen zufolge im Durchschnitt häufiger vor als verletzende Handlungen von Schülern gegen Schüler und Lehrer. http://www.sbg.ac.at/erz/salzburger_beitraege/krumm1.htm


Zitat:
Von dir: Was nicht gemeldet wird, landet auch in keiner Statistik - so einfach ist das - und so wertlos sind deine Quellen.


Interessanterweise sagen die Statistiker (Pfeiffer) aber, dass selbst Kleinigkeiten gemeldet werden. Umfrageergebnisse von Pfeiffer zeigen aber auch, dass es mehr 'gefühlte Kriminalität' gibt, als wirkliche Vorfällen.

Aber ich vergaß:
Zitat:
Deine Studien beruhen auf falschen Angaben - und sind somit wertlos.


Ach übrigens: solche Argumente nennt man Killerphrasen Wink

Ich wundere mich doch etwas, welche Reaktion eine versuchte Versachlichung der Diskussion auslöst.

Doris
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris!

Du mußt dich doch nicht gleich persönlich angegriffen fühlen, wenn deine haltlosen Behauptungen und geschönten Studien hier nicht auf allgemeine Begeisterung stoßen.

Woher stammt übrigens diese Neigung jede Statistik so kritiklos zu übernehmen?

Oder gehörst du auch zu denen, die in den Schulen schweigen und erst in den Foren mutig werden.
Niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will ...

Verbale und körperliche Übergriffe gegen Kinder - durch Lehrer - nehmen zu und ebenso steigt die Bereitschaft, diese Erfahrung auf dem Schulhof "weiterzugeben"

Willkommen in der Realität Wink

Angelika
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Angelika,

angegriffen fühlte ich mich nicht, eher war ich etwas erstaunt über die Art der Argumentation. Deswegen hinter fast allen kritischen Äußerungen meinerseits ein Wink

Zitat:
Woher stammt übrigens diese Neigung jede Statistik so kritiklos zu übernehmen?


Welche Statistik übernehme ich kritiklos? Ich habe verschiedene Studien zitiert. In diesem Rahmen kann ich meine Untersuchungen noch nicht selbst machen;-)

Noch mal kurz worum es mir dabei ging:

-Zum Einen um die Diskrepanz zwischen Empfinden und Zahlen - daraus hatte ich eine Diskussion erwartet, die sich damit beschäftigt, wie diese Abweichungen von der allgemeinen Tendenz entstehen, also einen Zusammenhang mit einer speziellen Situation sieht.

-Zum Anderen finde ich sehr interessant, dass Volker Krumm davor warnt:
Zitat:
" Bei der Verwendung des Begriffes Gewalt ist von Seiten der Fachwelt kritisch angemahnt worden zu hinterfragen, inwieweit sie der Durchsetzung von Interessen über die Erweckung öffentlicher Aufmerksamkeit dienen soll (Krumm, 1997, S.66). Zu bedenken ist auch, dass Sensationsreportagen ihrerseits Rückwirkungen auf die Schule und die Auseinandersetzungen um Gewaltentwicklungen haben (Krappmann, 1994b). http://www.familienhandbuch.de/cmai....forschung/s_797.htmlwarnt


Wessen Interessen sollen wohl über die Erweckung von öffentlicher Aufmerksamkeit durchgesetzt werden?

Und welche Rückwirkungen können Sensationreportagen auf die Schule haben?

Ein interessante Fragestellung wäre für mich noch: Gibt es Anzeichen, dass die Gewalt von Schülern nach PISA zugenommen hat. Alle Zitate stammen aus Studien, die vor 2002 entstanden sind.

Zitat:
Angelika schrieb: Oder gehörst du auch zu denen, die in den Schulen schweigen und erst in den Foren mutig werden.
Niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will ...


Aber was das alles mit mir zu tun haben soll, den Zusammenhang kann ich nicht sehen - ob ich deswegen blind bin, wer weiß.

Doris
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geloescht



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BeitragVerfasst am: 14.03.2006, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris!

Ich freue mich aufrichtig, dass du mich verstanden hast Wink

Herzlichst

Angelika
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PinHei



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BeitragVerfasst am: 01.04.2006, 20:40    Titel: Lehrer schreien um Hilfe- Politiker fordern schärfere Gesetz Antworten mit Zitat

Question An alle Question
Es ist beschämend aber überrascht mich in keinster Weise! Zunächst möchte ich klar stellen, dass ich jegliche Gewalt ablehne, gelingt mir auch nicht immer. Doch ich kann die Geschehnisse nicht verhindern, also muß ich damit leben, nein ! ich denke das ein solcher Auswuchs hätte verhindert werden können. Warum, wenn sie vollkommen unschuldig sind, meldet sich der Lehrkörper erst jetzt über die Öffentlichkeit? Ich kenne keine gesetzliche Bestimmung in der verbeamteten Personen die freie Meinungsäußerung untersagt wird. Beschämend ist die Reaktion der Politiker auf das Geschehniss.Ohne zu zögern, unter Mißachtung ihrer eigenen Unfähigkeit, werden schärfere Strafen bis hin zur sofortigen Ausweisungen ( MDB Bosbach CDU) oder Voraussetzung für die Aufnahme in einer Schule beherschung der deutschen Sprache ( Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Böhmer) gefordert. Ausländerfeindlicher kann man sich mit solchen Äußerungen nicht besser outen. Weiterhin beschämend ist es, dass wiederum seitens der Lehrer - nicht aller Lehrer - die alleinige Schuld in erster Linie nur bei den Eltern und Schülern festgestellt wird. Ich bin mir über diese Aussage durchaus bewußt, dass ich mich der Gefahr aussetze als Lehrerhasser gebranntmarkt zu werden. Deshalb betone ich es nochmals ich habe nichts gegen die Lehrerschaft in der Gesamtheit aber gegen die schwarzen Schafe habe ich viel. Das ist im übrigen auch in meinem Berufsfeld so, dass einige wenige das gesamte Berufsfeld mit dem negativen Tatsch belegen.
Es drängt sich förmlich der Verdacht auf, dass diese Eskalation seitens der Schüler nur die Antwort auf Demütigung seitens der Institution Schule und deren Angestellten ist ????
Crying or Very sad Question Täusche ich mich da, stehe ich mit der Meinung allein auf weiter Flur?????
Die Aussage des zuständigen Bildungssenator im Morgenmagazin lässt unmissverständlich die Unfähigkeit einzelner Beamter in nachgeordneten Dienststellen zu. Aber auch in den folgenden Tagen entwickelte sich zum widerholten male das typisch deutsche Beamtentum, wir stellen Sozialpädagogen/Sozialarbeiter zur Verfügung, 2 Köpfe an der Zahl und diese werden es schon richten. Auch mit der Polizeipräsenz lässt sich von aussen eine solche Deeskalation nicht verhindern. Hier muß der Hebel an den inneren Wurzeln angesetzt werden.
Mit großer Besorgnis nehme ich seitdem zur Kenntnis, dass verstärkt, teils offen teils versteckt, über unsere ausländischen Mitbürger negativ diskutiert oder besser geredet wird. Wir sollten uns alle einmal fragen was wir, jeder einzelne in seiner unmittelbaren Umgebung tun könnte, damit sich der Mensch egal woher, ob jung oder alt sich in unser System besser integrieren kann.
Für mich stelle ich fest, was auch von andereer Seite gesagt wurde, dass es sich bei der Rüthli-Schule in Berlin nicht um einen Einzelfall handelt, sondern das wohl im gesamten Bundesgebiet an der Tagesordnung zu sein scheint. Wenn dann besorgte Eltern dagegen intervenieren werden sie als Querulanten dargestellt und die Schüler - die Kinder der Quer-Eltern- sind die leidtragenden. Was jedoch noch weitaus bedenklicher ist die Tatsache, dass die Schule mitnichten in der Lage ist auf solche konstruktive Kritik adäquat zu reagieren.

Ich bin gespannt!!!

mfg
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NightRunner



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BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 21:45    Titel: Schluss mit Statistik Antworten mit Zitat

Die Gewalt an Schulen hat zugenommen. Das mag nicht auf die Anzahl de Vorfälle zutreffen, aber es trifft auf die Art der Gewalt zu.
Zu meiner Zeit beschränkte sich der Schaden, den ein Schüler davontragen mußte, auf blaue Flecken, die von Fauststößen herrührten.
Heute haben wir Platzwunden von Eisenstangen und Steinen, Knochenbrüche von Stiefeln oder Baseballschlägern, Stichverletzungen von Springmessern, und zum bösen Schluss noch die Krönung: Schussverletzungen.

ergo: Die Gewalt hat zugenommen.
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