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Wie Kinder zum Schweigen gebracht werden

 
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
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BeitragVerfasst am: 26.03.2006, 20:51    Titel: Wie Kinder zum Schweigen gebracht werden Antworten mit Zitat

Wie Kinder zum Schweigen gebracht werden


Immer wieder kommen bei Eltern Fragen und Zweifel auf: WARUM hat MEIN Kind nichts von Vorfällen und Übergriffen berichtet?

Eines zur Beruhigung vorweg: Es hat in den meisten Fällen nichts damit zu tun, dass die Kinder ihren Eltern nicht vertrauen.
Es kommt jedoch vor, dass Kinder in der Schule so massiv unter Druck gesetzt und eingeschüchtert werden, dass sie vor lauter Angst mit niemandem mehr darüber sprechen können, ja sogar krank werden und so auf sich aufmerksam machen und auf diese indirekte Wiese um Hilfe bitten.

Die Hintergründe möchte ich gern an Beispielen erläutern, die uns durch Kinder berichtet wurden.



Kollektives Einschwören und Drohungen


Viele Kinder einer 1. Klasse werden zu Hause verhaltensauffällig. Sie wollen wieder zu den Eltern ins Bett, schlafen nur noch mit Licht, bauen sich Nester, nässen wieder ein, klagen über Bauchweh und Kopfschmerzen, werden aggressiv oder tieftraurig, weigern sich zur Schule zu gehen etc.

Nach ein paar Monaten werden Strafanzeigen gegen Lehrkräfte erstattet, da mehrere Kinder zu Hause von Misshandlungen berichtet haben.

Eine Mutter berichtete:
Ich habe meine Tochter gefragt, warum sie nie mit mir über die Vorkommnisse gesprochen hat. Sie antwortete: Unsere Lehrerin hat uns gesagt, dass wir das nicht dürfen.
Wenn wir zu Hause erzählen, was in der Schule passiert, geschieht ein Unglück, und wir fliegen alle von der Schule.

Das Verhalten der Lehrkraft ist an seelischer Grausamkeit kaum zu überbieten, denn durch diese vage Formulierung ?es passiert ein Unglück? schmort jedes Kind in SEINER kleinen Hölle. Nichts ist schlimmer, als eine von Angst getriebene Phantasie ...


Massive Manipulation einzelner Kinder

Eltern sollten immer dann skeptisch werden, wenn Kinder in einer Sprache über Schul-Erlebnisse berichten, die nicht ihrem Alter oder ihrem sonstigen Erzählstil entsprechen. Es kann sein, dass die Kinder massiv manipuliert wurden, wie in den folgenden Fällen:

Ein Mädchen beklagt sich darüber, von ihrer Sportlehrerin ins Bein gekniffen worden zu sein, als sie nicht hörte und mit anderen Kindern auf einer Mauer des Schulhofs stand. Sie hat eine halbmondförmige, verschorfte Wunde am Unterschenkel. Die Eltern sprachen mit der Lehrkraft und der Schulleitung. Die Lehrerin, die sonst immer lange Kunstnägel trägt, erschien mit kurz geschnittenen Nägeln und stritt alles ab.

In der nächsten Sportstunde spiele sich folgendes: Die Schülerin (7Jahre alt) befand sich in der Umkleidekabine, stand nur im Slip vor ihrer Sporttasche und wollte sich gerade umziehen, als die Lehrerin erschien und alle anderen Kinder rausschickte. Dem Mädchen wurde es untersagt, sich zu bekleiden, die Lehrerin nahm sie bei den Armen, begab sich auf Augenhöhe mit dem Kind, so dass sich ihre Nasen fast berührten und sagte immer wieder den gleichen Satz: Du musst sagen, dass das nicht stimmt. So etwas würde ich doch niemals tun!

Das Mädchen war völlig verstört, da es nicht daran gewöhnt ist, angelogen und manipuliert zu werden. So antworte sie genauso gebetsmühlenartig: Doch, das hast du getan! ? bis die Lehrerin schließlich entnervt von ihr abließ.

Das Pech der Lehrkraft: Dem Mädchen war ihr kurzes Leben lang im Elternhaus immer wieder gesagt worden: Egal was du tust - Du darfst nicht lügen. Im Gegensatz zur Lehrerin hält sie sich an diese Spielregel.

Nur wenige Tage später hörten wir denselben Satz zum zweiten Mal, gleiche Schule, andere Lehrkraft. Ein Junge berichtete: Ich bekam im Unterricht eine Ohrfeige. Hinterher hat die Lehrerin der Klasse erzählt, dass es nur so ausgesehen hat und dass man zu Hause auch nichts anderes erzählen darf. Mich hat sie mit in den Flur genommen und gesagt, dass ich nichts erzählen darf. Ich bekäme sonst Ärger und würde von der Schule fliegen. Also habe ich den Mund gehalten und auf Fragen geantwortet:
Nein, so etwas würde Frau XXX doch niemals tun!

Die Mutter berichtete: Erst als es darum ging, dass eine kleine Schwester an der gleichen Schule eingeschult werden sollte, brach er sein Schweigen ? er wollte auf gar keinen Fall, dass sie dort hin muss und erzählte von seinen Erlebnissen.

Bis auf 2 Kinder dieser Klasse hielten sich alle an die Vorgaben der Lehrerinnen und behaupten heute noch, nichts gesehen zu haben.
Dafür können sie schön im Chor sagen: Nein, so etwas würde Frau XXX doch niemals tun.


Die Kinder berichteten:
Wenn sie ausgerastet war, wurden hinterher oft Süßigkeiten verteilt ? eine Lehrerin hat dafür sogar eine Schublade, in der sie immer Schokolade hat, die sie dann an Kinder verteilt, damit die sagen, dass sie nix gesehen haben und wie nett die Lehrerin ist.

Eine andere ist nach Vorfällen immer besonders lieb zu uns. Sie spricht dann mit einer ganz lieben Stimme, gar nicht wie sonst, da brüllt sie immerzu und beschimpft uns, aber dann lobt sie uns und schenkt lieben Kindern Gummibärchen.


Aber auch das gibt es:
Eltern bringen ihre Kinder zum Schweigen.

Beispiel: Kinder berichten, dass ein Mädchen im Unterricht geschlagen wurde.
Ich habe nicht den leisesten Zweifel, denn die Beschreibung der Szene beschrieb Dinge, die ein 10-jähriges Kind nicht wissen kann, wenn es sie nicht erlebt hat.
Ein Junge erzählt:
Das Mädchen saß auf ihrem Platz und redete. Die Lehrerin wurde sauer, ging zu ihr hin und schlug ihr mit der flachen Hand ganz doll auf den Rücken. Das war furchtbar und hat so geröhrt.
Frage: Geröhrt?
Der Junge: Ja, das Mädchen hatte gerade den Mund auf und da kam die Luft durch den dollen Schlag so raus, dass es geröhrt hat.

2 Mütter suchten daraufhin die Mutter des Mädchens auf, um sie zu informieren, dass es Zeugen gibt und dass man ihr helfen würde.

Ergebnis: Die Mutter war überrascht aber nicht daran interessiert, ihrer Tochter zu helfen, die voller Angst daneben stand.
Die Mutter hat Angst vor dem Gerede der Leute, Angst vor Umsatzeinbußen für ihr Lädchen und hat sich zur Beruhigung folgende Version zurechtgelegt: Diese Leute von der Elterninitiative spinnen doch alle. Die Kinder haben das meiner Tochter nur eingeredet.

Ein paar Wochen später an der Bushaltestelle:
? Ich habe mich jetzt getraut, meiner Mutter zu sagen, dass ich in der Schule eingesperrt wurde. Mal sehen, vielleicht trau ich mich ja auch, ihr von den Schlägen zu erzähle?, erzählt ein kleines Mädchen und schaut traurig zu Boden.


Während einer Hospitation im Mathematik-Unterricht konnte ich eine unglaubliche Beobachtung machen. Wenn man sich leise in ein Ecke setzt, vergessen die Kids schnell, das man anwesend ist und geben sich ganz natürlich. Einige wurden recht albern und es wurde der Lehrerin zu bunt. Sie erhob ihre Stimme und setzt zu einer Standpauke an.

In diesem Moment senkten fast alle Kinder der Klasse synchron die Köpfe. Kein einziger Schüler blickte mehr auf ? die Lehrerin hätte jetzt Limbo tanzen oder Kinder ohrfeigen können und (fast) niemand hätte hinterher sagen können, was passiert ist. Ich war sprachlos vor Erstaunen über dieses seltsame Schauspiel.

Jedes Kind muss wissen, dass es den Eltern, Geschwistern Freunden ALLES erzählen kann, was es bedrückt und dass die Eltern ihm glauben.

Betroffene Familien berichten rückblickend fast einstimmig, dass sie solche Zustände im Traum nicht für möglich gehalten hätten. Man fragt zwar immer: Na, wie war es denn heute in der Schule? - rechnet doch aber nicht im Traum mit solchen Antworten.

Manchmal ist es nötig, doch genauer hinzuhören. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen zu fragen: Na, wie war es denn heute? Haben dich irgendwelche Lehrerinnen tierisch angebrüllt, gekniffen, geschlagen oder eingesperrt?

Die allermeisten Lehrkräfte tun dies ja glücklicherweise auch nicht, aber wenn Ihr Kind sich seit der Einschulung sehr verändert hat, wieder einnässt, unter Kopfschmerzen, Bauchweh, Übelkeit leidet, aggressiv oder tieftraurig geworden ist, sich Nester zum schlafen baut oder ins Elternbett möchte, sich zurück- statt weiterentwickelt, überhaupt nicht zur Schule gehen möchte, dann sollte man behutsam etwas genauer nachfragen.


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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 09.04.2006, 14:13    Titel: Vorbereitungen Antworten mit Zitat

Kinder, die so gründlich "auf das Leben vorbereitet werden", sprechen natürlich auch später nicht darüber, was ihnen in der Schule passiert.

Wer von klein auf die Erfahrung machen muss, dass niemand hilft, der verstummt, beklagt sich nicht mehr und empfindet Gebrüll und Schläge als normal.

Zitat:
Warum keiner einschritt? "Die Frage stellt sich noch heute jede Erzieherin. Sogar die Eltern", sagt Pfeiffer und zuckt mit den Schultern.



Umso erfreulicher ist die Reaktion des Mittenwalder Bürgermeisters, Herrn Pfeiffer, zu werten, der Courage zeigte und den Kindern sofort beherzt half!

Wir brauchen mehr Politiker dieses Kalibers, die sich für die Einhaltung der Kinderrechte einsetzen.


http://www.berlinonline.de/berliner....rg/540439.html?2006-04-06



Geschlagen und beschimpft
Erzieherin steht vor Gericht, weil sie in der Kita in Motzen kleine Kinder misshandelt haben soll

Katrin Bischoff

KÖNIGS WUSTERHAUSEN. Peggy R. sieht sehr blass aus. Sie ist 36 Jahre alt und hat zwei elf und 17 Jahre alte Kinder. Von Beruf ist sie Erzieherin. Sie leitete die Kindertagesstätte in Motzen, einem Ortsteil von Mittenwalde (Dahme-Spreewald). Im Februar vorigen Jahres wurde ihr fristlos gekündigt: Eltern hatten sich über Misshandlungen ihrer Kinder beschwert. Mittenwaldes Bürgermeister Uwe Pfeiffer, der Dienstherr von Peggy R., erstattete daraufhin Anzeige. Seit gestern muss sich die Erzieherin wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Amtsgericht in Königs Wusterhausen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, von Oktober 2004 bis Februar 2005 sechs Kinder im Alter zwischen acht Monaten und drei Jahren vorsätzlich misshandelt zu haben.

Peggy R. betreute die Gruppe der Kleinsten. Eine Zeit lang half ihr dabei Katrin W., eine junge Frau, die als sozialpädagogische Hilfe auf Ein-Euro-Basis in der Kita arbeitete. "Sie hat die Kleinen häufig angeschrien", sagt die 27-jährige als Zeugin vor Gericht. Einen kleinen Jungen, der sich in die Hosen gemacht hatte, habe Peggy R. als "altes Schwein" beschimpft, ihn "auf die Wickelbox geschmissen" und dort auf den nackten Hintern geschlagen. Einem kleinen Mädchen, das noch nicht richtig den Löffel halten konnte, habe sie den Löffel aus der Hand gerissen und ihm mit den Worten "Ich werde dir schon das Essen beibringen" weit in den Mund geschoben. Immer wieder. "Die Kleine wurde ganz rot. Sie hatte keine Chance, das Essen herunterzuschlucken und kaum noch Luft bekommen", so Katrin W.

Einen kleinen Jungen, der auf ein anderes Kind krabbeln wollte, habe Peggy R. hochgerissen und auf die Erde geworfen. "Er ist mit dem Hinterkopf zuerst auf den Boden geknallt", sagt Katrin W. Der Junge habe sich danach übergeben, sei ganz blass gewesen. Ein anderes Kind habe zwei Stunden lang auf dem Topf sitzen müssen.

Katrin W. sagt, sie habe sich nicht getraut, einzugreifen. Peggy R. habe immer sofort herumgebrüllt. Einen äußerst barschen und herzlosen Umgangston mit den Kindern bescheinigten Peggy R. auch zwei andere Kolleginnen. Auch sie schritten nicht ein, wenn die offenbar überforderte Kita-Leiterin "mal wieder einen schlechten Tag" hatte und herumschrie.

Jeannette G. kennt die Angeklagte seit Jahren. Auch ihre Tochter wurde von Peggy R. betreut. Die 41-Jährige erzählt, dass sie einmal überraschend in die Kita gekommen sei, weil sie das Obst für ihre Tochter vergessen hatte. "Ich sah, wie sie den kleinen Albert mit Wucht auf den Wickeltisch warf", berichtet sie. "Ich war außer mir, habe Peggy angeschrien, dass sie so nicht mit Kindern umgehen könne", sagt Jeannette G. Sie habe gedroht, zum Gericht zu gehen, sollte sich so etwas wiederholen. Sie habe geglaubt, dies habe ausgereicht.

Wie Jeannette G. berichtet auch eine andere Mutter vor Gericht, dass ihr Kind zu Hause beim Anblick der Dusche zu weinen angefangen habe. Sie wisse nun warum, offenbar hatte die Angeklagte die Kinder kalt abgeduscht, wenn sie sich in die Hose gemacht hatten.

Bürgermeister Uwe Pfeiffer, selbst Vater von drei Mädchen, sagt in einer Prozesspause, für ihn habe es keine Diskussion gegeben. "Als diese Vorfälle bekannt wurden, habe ich die Erzieherin sofort beurlaubt." Die Stadtverordnetenversammlung sprach sich dann einstimmig für die fristlose Kündigung der Frau aus. Warum keiner einschritt? "Die Frage stellt sich noch heute jede Erzieherin. Sogar die Eltern", sagt Pfeiffer und zuckt mit den Schultern.

Peggy R. hat sich zu den Vorwürfen nur hinter verschlossenen Türen geäußert. Ihr Anwalt hatte während ihrer Aussage den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Seine Mandantin müsse ihre gesundheitlichen Probleme darlegen, lautet seine Begründung. Das Urteil gegen Peggy R. wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch gesprochen.

http://www.berlinonline.de/berliner....g/brandenburg/542331.html

Milde Strafe für barsche Erzieherin
Geldbuße im Prozess um Kindesmisshandlung in Kita

Katrin Bischoff

KÖNIGS WUSTERHAUSEN. Bürgermeister Uwe Pfeiffer ist entsetzt. "Mir ist es unbegreiflich, wie man solche Taten einfach so tolerieren kann", sagt das Stadtoberhaupt von Mittenwalde. Pfeiffer steht vor dem Saal 203 des Amtsgerichts in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald), in dem gerade das Ende des Prozesses gegen Peggy R. verkündet wurde. Die einstige Leiterin des Kindergartens in Motzen, einem Ortsteil von Mittenwalde, soll von November 2004 bis Februar 2005 in der Kita sechs Kinder misshandelt haben. So lautete zumindest die Anklage.

Doch das Verfahren gegen die 36-Jährige ist am Mittwochvormittag überraschend eingestellt worden - im allseitigen Einvernehmen, sagte die Vorsitzende Richterin. Zwar hätten die Kinder Schmerzen erlitten, aber keine Schäden davongetragen, so die Begründung. Nur 1 000 Euro Geldbuße muss Peggy R. an einen Verein zahlen, der sich um misshandelte und missbrauchte Kinder kümmert. "So eine Entscheidung habe ich nach all den Zeugenaussagen nicht erwartet - und garantiert auch nicht die Eltern der Kinder", sagt Pfeiffer.

Fristlos gekündigt

Peggy R. war seit langem Erzieherin. Sie leitete nicht nur die Kita in Motzen. Sie betreute dort auch die Gruppe der kleinsten Kinder - Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht Monaten und drei Jahren. Sie habe oft herumgebrüllt, sagten Arbeitskolleginnen aus. Peggy R. sei überfordert gewesen. So habe sie beispielsweise ein Kind, das sich in die Hosen gemacht hatte, mit Wucht auf den Wickeltisch geschmissen und es als "altes Schwein" beschimpft.

Ein Junge, der noch nicht laufen konnte, sei nach Angaben mehrerer Zeugen von Peggy R. von einem spielenden Mädchen weggerissen und auf den Boden geschleudert worden. Das Kleinkind sei mit dem Kopf zuerst auf dem Boden aufgeschlagen, habe sich danach mehrmals erbrochen und Fieber bekommen. Die Mutter des Jungen ahnte nicht, warum es dem Kind so schlecht ging. Eine Ärztin, die die besorgte Mutter aufsuchte, diagnostizierte bei dem Jungen einen Magen-Darm-Infekt.

Erst Wochen später offenbarte sich eine Kita-Mitarbeiterin einigen Eltern. Mittenwaldes Bürgermeister, zugleich Dienstherr von Peggy R., erstattete gegen die Frau Anzeige. Die Stadtverordneten beschlossen einstimmig, Peggy R. fristlos zu kündigen. Seitdem ist die Frau krankgeschrieben. Woran die Mutter zweier elf und 17 Jahre alter Kinder leidet, kam nur im nichtöffentlichen Teil des Prozesses zur Sprache.

Anwalt: Mandantin genug gestraft

Daher ist es nicht leicht nachzuvollziehen, warum Peggy R. vor Gericht so glimpflich davongekommen ist. Zumal der Staatsanwalt zumindest den Tatbestand der Körperverletzung bis zuletzt durchaus als erfüllt sah, wenn man ein kleines Kind mit dem Kopf zuerst "auf den Fußboden knallen lässt". Er akzeptiere es auch nicht, dass Kindern auf den nackten Po gehauen werde, sagt er. Doch er habe auch das Krankheitsbild von Peggy R. im Kopf. Für ihn sei es fraglich, ob sie überhaupt in der Lage gewesen sei, ihr Handeln zu überblicken. Daher befürworte er die Einstellung des Verfahrens.

Ebenso wie der Anwalt von Peggy R. Er sagt, zu keiner Zeit habe es eine Misshandlung von Schutzbefohlenen gegeben. Seine Mandantin sei zudem schon genug gestraft: mit der Kündigung und durch die Darstellung von Peggy R. als "Bestie" in den Medien.



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Mittenwalde und Motzen liegen übrigens nur 10 Kilometer von Zossen entfernt.

http://www.emgs.de/presse/rbb.html#000000975f0d31a10


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optimistin



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BeitragVerfasst am: 13.04.2006, 07:29    Titel: schwächling und weichei Antworten mit Zitat

Unser Sohn musste die Erfahrung machen, dass er im Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen gegen seinen gewalttätigen Lehrer brutal gemobbt wurde.

"Hätte ich Euch nur nie erzählt, was Herr X mit uns gemacht hat", weinte er, wenn es einmal wieder ganz schlimm war.

Natürlich sahen die Lehrer tatenlos zu, wenn andere Kinder unseren Jungen quälten, weil er sich seinen Eltern anvertraut hatte. (Nach Monaten erst).

Auch durch gezielte Anrufe bei Eltern durch Lehrer der Schule wurde ein Klima geschaffen, in dem man die Taten des Lehrers als "männliches Verhalten" und "freundschaftliche Burschikosität" definierte. Der Tenor war, dass ein Junge das abkönnen muss.

Unserem bereits durch die Tritte des Lehrers vor der ganzen lachenden Klasse ("die Tritte waren spaßig"), entwürdigten Kind, wurde nun auch noch die "wahre Männlichkeit" abgesprochen.
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geloescht



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Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 23.05.2006, 06:51    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe optimistin!

"Hätte ich euch nur nie erzählt ...."
Den Satz mußten wohl schon viele Eltern hören, und ich frage mich manchmal, ob das wohl jemals aufhören wird.
Ein Klima der Angst wird geschaffen, in dem Kinder sich nicht einmal mehr den eigenen Eltern anvertrauen mögen, weil sie bereits wissen, dass die Wahrheit nicht gut ankommt und dass manche "Pädagogen" ihren Frust in der Schule abladen.


PS:
Wenn wahre Männlichkeit sich in einer solchen "Körpersprache" ausdrückt, dann sollte man sich d r i n g e n d einen guten Arzt suchen!


LG

Angelika
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chrissy



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BeitragVerfasst am: 01.07.2006, 08:48    Titel: Geschwiegen hatten wir nicht... Antworten mit Zitat

Hallo,

bei uns bzw. bei meiner Tochter (4 Klasse) fing es letztes Jahr im Dezember damit an, das unsere Tochter von ihrer Lehrerin beschimpft und in den Rücken geschlagen wurde. Am gleichen Tag erzählte sie uns auch was passiert war und das sie in der Pause mit Freundinnen zur Direktorin gegangen war.
Ich rief in der Schule an und hatte auch direkt die Direktorin dran, sie erzählte mit einen gänzlich andere Geschichte, als die Kinder.

Als meine Tochter am Nachmittag ein Hämatom entwickelte, fuhr ich mit ihr zum Arzt und danach stellte ich bei der Polizei Strafanzeige. Die Elternpflegschaft wurde informiert und der schulpsychologische Dienst. Auch telefonierte ich mit dem Schulamt,
der mir sagte das Probleme mit der Lehrerin bekannt seien und man schon entsprechend reagieren würde.

Andere Eltern meldeten sich auch nach diesem Vorfall und wir wollten nochmals gemeinsam einen Brief ans Schulamt schreiben.

Unsere Tochter ging nach einen gemeinsamen Gespräch mit Lehrerin, Direktorin und uns erstmal auf eigenen Wunsch weiter in die Klasse und wurde nebenher schulpsychologisch betreut.Dies ging gut bis so ca. 3 Wochen nach den Osterferien (Die Lehrerin war noch in Kur und kam dann erst wieder), da sollte meine Tochter einen Aufsatz, der während dem Vertretungsunterricht geschrieben wurde (für gut befunden) neu schreiben, weil dieser total doof seie, außerdem erhielt sie als einzige ein Übungheft nicht wieder aus dem am nächsten Tag ein Diktat geschrieben wurde (üben konnten sie demzufolge ja nicht). Mein Mann wieder in der Schule angerufen und am nächsten morgen mit hin, folge war das meine Tochter so 6 wochen vor Ferienbeginn die Klasse wechselte, das Diktat fiel aus der Benotung und alle Klassenarbeiten wurden von die Direktorin nachgeprüft.

Unserer Tochter ging es somit die letzten 6 Wochen noch richtig super in der Schule.

Unser Fehler war, sie nicht direkt in die andere Klasse getan zu haben, dennoch fand ich es gut das die Direktorin diesmal schneller und besser reagiert hatte.

Leider konnten wir mit unseren Beschwerden nur erreichen, das diese Lehrerin keine erste Klasse mehr übernimmt, allerdings unterrichtet sie im nächsten Jahr eine dritte.

Dennoch werde ich weiter gegen diese Lehrerin und Gewalt in allgemeinen an dieser und weiterer Schulen vorgehen, denn Schweigen werde ich dazu nicht.

Auch meine Mädchen wissen, das sie zu uns kommen können und wir alles versuchen werden um ihnen zu helfen, das ist mit das wichtigste überhaupt.
Liebe Grüße

Chrissy
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chrissy



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Beiträge: 11
Bundesland: NRW

BeitragVerfasst am: 08.08.2006, 18:53    Titel: Nach 8 Monaten.... Antworten mit Zitat

erhielten wir jetzt den Bescheid der Staatsanwaltschaft: Das Verfahren wurde eingestellt.
Klar war mir das ja schon, aber das warum regte mich schon auf:

Die Lehrerin hat komplett die Tatsachen verdreht, von einem "Tätscheln" war die Rede, die Verletzung hat sie sich auf den Schulhof zugezogen, dies war auch der Pausenaufsicht bekannt "angeblich" in der Pause saß mein Kind, mit einer Freundin, bei der Direktorin und versuchte diese zu sprechen. Am Vortag gab es einen solchen Vorfall, allerdings braucht ein großes Hämatom keine 24 Std. um sich zu entwickeln, dieses geht wesentlich schneller.

Nu, ist meine Tochter allerdings schon von der Schule und hat dieses auch ohne weitere Schäden überstanden, soll ich Einspruch erheben und die Geschichte immer wieder aufwärmen oder doch sagen, naja wir habens versucht, mein Kind ist da weg und es ruhen lassen? Was meint Ihr?

Was ist wenn ein Kind noch schwerer verletzt wird, durch diese Person?
Ich weiß nicht, was ich machen soll?

Liebe Grüße

Chrissy
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PinHei



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Beiträge: 60
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 08.08.2006, 20:21    Titel: Nach 8 Monaten.... Antworten mit Zitat

Hallo Chrissy
Zu deiner Information;
ich habe vor einigen Tagen mit meinem Rechsanwalt über verschiedene Dinge bezüglich der Schule ( allgemein) gesprochen und von einem ähnlichen Vorfall berichtet. Mutter wird wegen Ohrfeige verurteilt, Lehrkraft wegen gleichem Delikt wird Verfahren eingestellt. Begründung; liegt keine Gewalt vor sei nur eine unsachgemäße Berührung. Entsetzen beim RA.

Zitat:
Was ist wenn ein Kind noch schwerer verletzt wird, durch diese Person?
Ich weiß nicht, was ich machen soll?


Nicht nur im Interesse deines Kindes, nein ich denke nicht nur du, wir alle sollten uns verantwortlich zeigen und ein solches Verhalten weder durch Lehrkräfte noch durch Staatsanwaltschaft unwidersprochen hin nehmen.
Also wäre meine Reaktion:

Einspruch bei Staatsanwaltschaft, Veröffentlichung in Rundfunk und Presse , zunächst regional.
Elternschaft informieren, Schulleitung/Schulamt vom weiteren Vorgehen in Kenntnis setzen. ( Reihenfolge überlasse ich dir)

Ich wünsche Gute Nerven, Durchhaltewillen und Glück
Liebe Grüsse
Heinz

P.S. Sende noch eine PN
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Chrissy,


leider sind dies auch die Erfahrungen, die viele Eltern mit der Justiz machen mussten.

Da wird aus einer handfesten Ohrfeige ein leichter Tupfer.
Ein Schlag mit dem Buch auf den Kopf oder ein verdrehen des Arms werden zu "unangemessene Berührungen" und ein Treten in den Po des Kindes werden als "Trittbewegungen" bei denen eben manchmal ein Kind getroffen wird deklariert.

Die Schulämter gehen noch einen Schritt weiter: Da wird dann einfach behauptet, dass nicht die Lehrerin das Kind schlägt, sondern die Eltern das Kind misshandeln. In Deinem Fall könnte dies so ausgelegt werden, dass das attestierte Hämatom von einem Schlag durch die Eltern stammt und nicht von der Lehrerin.

Hast Du Dir die Akte der Staatsanwaltschaft (über einen Rechtsanwalt) angefordert?

Dein Rechtsanwalt kann innerhalb von 4 Wochen (nach Zustellung der Einstellung) Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft einlegen. Die Kosten hierfür müssten (ersteinmal) von Dir getragen werden. Wenn Du eine Nebenklage beantragst und die Lehrerin verurteilt wird, muss die Lehrerin in der Regel auch die Kosten hierfür tragen. Außerdem kannst Du unter Umständen Prozesskostenhilfe beantragen. Dies solltest Du aber mit Deinem Rechtsanwalt besprechen.

Zur zeit haben wir Presseanfragen zu dem Thema Gewalt durch Lehrer. Bei Interesse, Euren "Fall" zu veröffentlichen kannst Du mich gerne anrufen. Meine Telefonnummer findest Du auf der Startseite www.emgs.de unter "Ansprechpartner"

Mich würde noch interessieren, wie die Elternpflegschaft sich verhalten hatte und ob Du von dort Unterstützung erhalten hast.


Liebe Grüsse

Petra
_________________
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