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Angst und Mobbing im Zusammenhang mit Rechenschwäche
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 09:43    Titel: Angst und Mobbing im Zusammenhang mit Rechenschwäche Antworten mit Zitat

Liebe Forumsteilnehmer,

wie bei LRS, ADHS und anderen Lernproblematiken kann eine Rechenschwäche zu untragbaren (Dauer-) Situationen für betroffene Kinder führen - vor allem natürlich in der Schule. Dabei werden bei genauem Hinsehen die großen individuellen Probleme durch den falschen Umgang mit der Rechenschwäche überhaupt erst verursacht. Z.B. werden Kinder unter Druck gesetzt, sie sollten mehr üben, so daß sie am Ende kaum noch Freizeit haben. Ständig lastet auf ihnen der Vorwurf, sie hätten nicht bereits alles getan, um ein Versagen in Mathe zu vermeiden, obwohl niemand nachgeprüft hat, ob sie überhaupt genügend Grundwissen hatten, um den Mathematikunterricht verstehen zukönnen.

Es ist überhaupt nicht notwendig, daß Kinder mit anfänglichen Rechenschwierigkeiten im Kindergarten oder später in der Schule eine Rechenschwäche entwickeln. Entscheidend ist, ob die mathematischen Probleme individuell genau erkannt, aufgefangen und mit Rücksichtnahmen begleitet werden. Denn, nicht daß Kinder verschieden sind und Probleme haben ist der Skandal, sondern daß in einem hauptsächlich selektiven Schulsystem solchen Kindern meistens Rücksichtnahmen und echte Hilfen verweigert werden!

Falsche Behauptungen und Empfehlungen für den Umgang mit Rechenschwäche/Dyskalkulie werden immer noch von LehrerInnen und auch von Eltern vertreten bzw. geglaubt - z.B.:

Man muß das Kind mehr üben lassen!

Einfach noch ein oder zwei Jahre abwarten!

Viel mit Material arbeiten und hantieren lassen hilft am besten!

Alles muß anschaulich sein, dann lernen die Kinder wie von alleine!

Eine "sechs" in Mathe schadet keinem rechenschwachen Kind, sondern ist gerecht und setzt Lernenergie frei!

Ohne Mathe-Klassenarbeiten und Hausaufgaben werden rechenschwache Kinder faul und verlieren den Anschluß!

Durch Ergebniskontrollen bei Hausaufgaben und Klassenarbeiten findet man heraus, was das Kind verstanden hat und was nicht!


Wer das Problem etwas besser verstehen möchte und sich über einen besseren Umgang mit Rechenschwäche in der Schule informieren möchte, dem empfehle ich zunächst einmal sich die folgenden Seiten anzuschauen (Offener Brief und Schultipps):

http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de/ahnen.html

http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de/schultip.html

Fragen, die sich daraus ergeben, könne wir gerne hier diskutieren.
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Gruß Fred Steeg
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Zuletzt bearbeitet von Fred Steeg am 28.03.2006, 20:28, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Ute



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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich etwas intensiver mit Rechenschwäche und den Hintergründen.
Was kann ich als Mutter konkret tun um selbst heraus zu finden in welchen Bereichen es hakt? Mein Bauchgefühl sagt mir schon viel, aber wahrscheinlich nicht alles. Aufgrund verschiedenster Erfahrungen habe ich aber beschlossen, die Defizite mit meinem Sohn von Grund auf, inkl. neurologischer Voraussetzungen, selbst zu erarbeiten.
Gibt es einen Test für das Ende der 2.Klasse, der genau überprüft, welche Bereiche unzureichend ausgebildet sind: Raum-Lage-Orientierung, Zahlenvorstellung, Stellensystem, Abzählen... ? Da gibt es ja noch vieles andere.
Und wie erfahre ich, ob richtige Ergebnisse auf den richtigen Gedanken beruhen, wenn mein Sohn nicht erklärt wie er vorgeht?

Grüße
Ute[/code]
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 11:38    Titel: Test bei Rechenschwäche Antworten mit Zitat

Hallo Ute,

einen Test in dem Sinne, daß man eine Testmechanik abarbeitet und dann die richtigen Antworten hat, gibt es dafür nicht. Auch ein "Zareki" oder die diversen "Schulleistungstests" ersetzen kein "förderdiagnostisches Interview" bzw. eine "mathematische Lernstandsanalyse". Alle standardisierten Tests arbeiten nach der Methode des Vergleichs mit Normen, die gerade nicht auf individuelle Unterschiede eingehen wollen, sondern bereits unterstellen, daß bestimmte Ergebnisse und Lösungsmuster nur so oder so interpretierbar seien. Mit Förderung oder inhaltlicher Diagnostik hat dies also nicht viel zu tun.

Man muß also tatsächlich die mathematischen Themen mit dem Kind so durchsprechen (nicht ergebnisorientiert testen!), daß man möglichst viel Informationen über das individuelle mathematische Denken herausfindet. Eine Anleitung für solche Interviews gibt Herbert P. Ginsburg in seinem Buch "Entering Childs Mind" bzw. noch besser finde ich eigentlich sein Buch "Flexible Interviewing in the Classroom" (beides nur auf Englisch erhältlich), weil dort tatsächlich die Methode in jeder Hinsicht erläutert wird. Die mathematischen Grundkenntnisse sind natürlich Voraussetzung dafür, die richtigen Fragen zu stellen. Man sollte also wissen, welche Grundlagen im Bereich Pränumerik, Mengen, Zahlbegriff, Stellenwertsystem, Grundrechenarten bearbeitet werden müssen, um ein vollständiges Bild über die inividuellen Probleme zu erhalten.

Auf der RESI-BIB-Literaturliste findest du die Bücher, die ich dazu lesenswert finde:

zum Interview: Ginsburg, Wehrmann (siehe auch die Rezension dazu)

zu den mathematischen Grundlagen: Schinköthe, Gerster (Forschungsbericht, kostenloser Download bei der Uni-Freiburg), Simon, Röhrig und natürlich Baruk

http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de/literatu.html

Ob und wie dein Sohn dir erklärt, was er denkt, kann sich natürlich nur in der konkreten Arbeit herausstellen, d.h. du mußt natürlich auch ein wenig kombinieren und zwischen den "Zeilen" lesen. Aber ganz ohne, daß er etwas sagt, wird es kaum funktionieren. Was auch geht ist, daß er dir seine Vorstellungen versucht bildlich oder am Material zu zeigen. Das ist aber oft sehr indirekt und schwer interpretierbar. Irgendwie etwas äußern muß er schon, sonst kannst du seine richtigen oder auch falschen Ergebnisse schlecht oder gar ncht erklären. Am besten du versuchst es mehrmals unter günstigen Bedingungen mit ihm ein solches Gespräch zu führen. Vor allem: laß dich nicht aus der Ruhe bringen! Lieber dann ein anderes Mal weitermachen. Mit der eigenen Mutter ist das halt auch immer etwas emotionaler (belastet) als mit einem Fremden.
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Gruß Fred Steeg
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Ute



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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

eigentlich wollte ich nicht bei den mathematischen Inhalten ansetzen sondern eine Ebene tiefer bei der neurophysiologischen Voraussetzungen. Da ist ein Gespräch kaum zu führen.
Ich beobachte z.B. dass er rechts und links nur mittels eines Tricks unterscheiden kann und dass er bei der Addition 4+3 immer noch abzählt. Multiplikationen gehen jedoch teilweise, obwohl schwer zu sagen ist, was davon auswendig gelernt ist.
Der Lehrerin ist dies bisher kaum aufgefallen, da die Ergebnisse nicht besorgniserregend sind.

Grüße
Ute
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 18:28    Titel: "tieferliegende Ebenen" Antworten mit Zitat

Liebe Ute,

da siehst du mal, wie der eigene Standpunkt (in diesem Falle meiner), den Blick für die richtige, angemessene Kommunikation versperren kann. Aber das haben wir nun geklärt. Also:

1. Warum wolltest du nicht bei den mathematischen Inhalten ansetzen, deren Problematik bei deinem Sohn du ja doch klären willst, sondern (!) bei den (!) neurophysiologischen Voraussetzungen?

2. Woher weißt du, welches eigentlich die (!) neurophysiologischen Voraussetzungen für Zahlenverständnis und Rechnen sind, die man nun untersuchen müßte?

3. Rechts und Links sind relative Ortsbestimmungen, die sich nur über die Festlegung der Position des Betrachters und der Lage anderer Objekte dazu erklären lassen. Darüber kann man mit Kindern wunderbar diskutieren und Situationen ausprobieren. Welche neurophysiologische Voraussetzung sollte da defekt sein?

4. Deine Beispiele (Abzählen, Multiplikation) sind Themen, die zunächst einmal mit Kindern so bearbeitet werden sollten, daß man weiß, was denn nicht oder falsch und jeweils wie genau verstanden wurde. Warum glaubst du, daß eine vorhergehende neurophysiologische Untersuchung/Abklärung dir da weiterhelfen könnte?

5. Auch die Tatsache, daß die Lehrerin bisher nichts bemerkt hat, ist überhaupt kein Hinweis darauf, daß man dies nicht mathematisch erklären könnte. LehrerInnen checken in der Regel nur ab, ob und wieviel falsche oder richtige Ergebnisse von den Kindern geliefert werden. Eine Lernstandsanalyse untersucht, ob und welches Verständnis hinter den Ergebnissen steckt. Wie sollte da ein neurophysiologischer Befund eine zusätzliche Einsicht vermitteln?

siehe auch von Prof. Dr. Hans-Dieter Gerster, PH-Freiburg: http://www.irtberlin.de/download/Gerster-Broschuere.pdf

Aber um das nochmal klarzustellen: Ich will hier nicht den Neurologen und Kinder- und Jugendpsychiatern Konkurrenz machen und etwa behaupten, grundlegende hirnphysiologische Untersuchungen wären nutzlos. Nein. Das kommt eben darauf an wofür. Für Rechenschwäche stehen in der Regel jedenfalls erstmal andere Dinge zur Klärung an, bevor man nachguckt , ob auch alle Gehirnfunktionen richtig laufen!

Deswegen mein Rat: Mach dich erst mal mathematisch schlau, dann kannst du nämlich der Lehrerin evtl. erklären, was sie alles übersehen hat!
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Gruß Fred Steeg
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Ute



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BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 08:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

Zitat:
1. Warum wolltest du nicht bei den mathematischen Inhalten ansetzen, deren Problematik bei deinem Sohn du ja doch klären willst, sondern (!) bei den (!) neurophysiologischen Voraussetzungen?
Weil das die Grundlagen sind um darauf aufbauende kognitive Inhalte überhaupt erst erfassen zu können. Übertrieben gesagt: Beim Hausbau beginne ich auch nicht mit dem Dach

Zitat:
2. Woher weißt du, welches eigentlich die (!) neurophysiologischen Voraussetzungen für Zahlenverständnis und Rechnen sind, die man nun untersuchen müßte?

Weil ich in letzter Zeit einiges zu den Hintergründen gelesen habe. Z.B. ist Raumlage-Orientierung ganz wichtig um vor und zurück und damit auch die Richtungen auf dem Zahlenstrahl und dadurch Addition und Subtraktion zu begreifen.

Zitat:
3. Rechts und Links sind relative Ortsbestimmungen, die sich nur über die Festlegung der Position des Betrachters und der Lage anderer Objekte dazu erklären lassen. Darüber kann man mit Kindern wunderbar diskutieren und Situationen ausprobieren. Welche neurophysiologische Voraussetzung sollte da defekt sein?
s. 2.
Die Frage ist doch: Warum hat das Kind mit 8 Jahren noch Schwierigkeiten in dem Bereich? An mangelnder Übung liegt es nicht und die Lehrerin ist auch kompetent.

Die Beschäftigung mit den persistierenden frühkindlichen Reflexen ( http://www.chucholowski.homepage.t-....ds/checkliste_reflexe.pdf ) hat mir schon geholfen viel zu verstehen. Natürlich ist man immer ungeduldig und übersieht daher, was sich schon alles verbessert hat.
Bei meinem Sohn ist der TLR noch ausgeprägt, was viele grundlegende Funktionen für das Verstehen von Mathematik beeinträchtigt. In der Regel verschwinden die Probleme, wenn der Reflex abgebaut ist, aber wenn man trotzdem helfen kann, kann es ja nicht schaden.
Aber bevor es soweit ist nützt Üben in der Regel wenig, es demotiviert das Kind nur, weil es merkt, dass es diese Dinge einfach nicht begreift.

Grüße
Ute
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 20:26    Titel: Kritik am "Hausmodell" Antworten mit Zitat

Hallo Ute,

woher weißt du, daß die von dir benannten "Grundlagen" wirklich die Grundlagen für das Haus, von dem du das Dach reparieren willst, sind, wie du sagst? Frau Chucholowski ergeht sich in einer wirren Aufzählung von Stichworten, denen man erstmal als Leser eine Bedeutung beimessen muß, damit daraus so etwas wie ein Zusammenhang irgendeiner Art werden könnte. Ich finde diese Aufzählung wirklich eine Zumutung. Da wird nichts erklärt und kein Argument für irgendetwas gesagt. Man darf sich aber alles denken - was man will, jeder das Seine!

Okay, du hast etwas gelesen. Ob diese sogenannten "Hintergründe" begründet sind, weiß ich jetzt aber nicht. Da hilft auch die Aussage nicht, daß Raumlage-Orientierung wichtig ist. Mag ja sein, aber ich möchte dann schon wissen, inwiefern das etwas mit dem Problem deines Kindes zu tun hat. Mir ist das etwas zu allgemein, gerade wo es doch um die speziellen Probleme Deines Kindes geht. Ob man durch die Raum-Lage-Orientierung als "Hintergrundwissen" deinem Sohne weiterhelfen kann, die Richtungen am Zahlenstrahl zu verstehen oder was es mit Addition und Subtraktion auf sich hat, möchte ich stark bezweifeln. Hast du denn mit ihm schon mal über das, was der Zahlenstrahl ist/bedeutet diskutiert? Wenn ja, kam dabei heraus ob er (du?) eine (richtige oder falsche, welche konkret) Vorstellung vom Zahlenstrahl hat?

Es gibt keine Norm für ein Alter, in dem man irgendetwas bestimmtes gelernt haben müßte. Was hätten sonst die Leute vor ein paar tausend Jahren gemacht, wenn man sie nach dem Zahlenstrahl gefragt hätte und sie hätten vielleicht nichts sagen können? Schon über 8 Jahre alt, also rechenschwach? Frag mal einen Lehrer heute, wie er den Zahlenstrahl erklären würde. Vielleicht würde er dir einen bildlichen Zahlenstrahl an die Tafel malen. Ob er ihn dann auch noch "abstrakt" erklären könnte, würde ich nicht unbedingt in jedem Falle für gesichert halten! Hat der Zahlenstrahl und seine Bedeutung überhaupt etwas mit Üben zu tun? Ich meine nein !!! Und die Addition und Subtraktion zunächst einmal auch nicht !!! Und die Kompetenz der Lehrerin wäre höchstens insofern interessant, wenn wir jetzt darüber reden würden, worin sie besteht - das tun wir aber im Moment nicht!

Deine Kenntnisse in frühkindlichen Reflexen und TLR in Ehren, aber du hast mir noch keine Zusammenhänge aufgezeigt, mit denen ich mich nun begründeterweise auseinandersetzen wollte. Auch deine Chucholowski-Datei hat mir solche Motivation eher "im Keim erstickt", als daß ich dadurch schlauer geworden wäre.

Daß Üben nichts nützt, wenn Kinder nichts verstanden haben, darin sind wir uns einig!

Ich plädiere daher dafür, sich erst mal mit den mathematischen Problemen deines Kindes wirklich auseinanderzusetzen, sie auf den Begriff zu bringen, bevor du in unspezifischen Voraussetzungen von "Lernen überhaupt" nach "geheimnisvollen Erklärungsmustern" suchst.
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Gruß Fred Steeg
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Ute



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BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

offensichtlich gehen wir tatsächlich von sehr unterschiedlichen Ansätzen aus. Dabei wundert es mich vor allem, dass du nicht akzeptierst (oder weißt), dass das Gehirn als Werkzeug erstmal auf einem gewissen Stand sein muss, bevor man damit richtig arbeiten kann.
Gut, der Artikel von Frau Chucholowski für sich allein betrachtet, mag etwas ohne Zusammenhang sein. Daneben stehen im gleichen Verzeichnis aber noch einige andere, die etwas mehr Hintergrund geben. Die erwähnten Stichwörter als Basis für ein Bestehen im Mathematikunterricht finden sich allerdings in jeder Literatur über Dyskalkulie, die ich in letzter Zeit in der Hand hatte.
Dein Beispiel mit den Steinzeitmenschen ist wohl auch ziemlich daneben, denn Wissen, was zu einer Zeit überhaupt nicht bekannt war, werde ich kaum abfragen können.
Von daher bedanke ich mich für deine Mühe und werde weiterhin meinen eigenen Weg verfolgen um meinem Sohn zu helfen. Seit ich das selbst in die Hand genommen habe, verbessert sich vieles, wo vorher diverse Fachleute nicht helfen konnten.

Grüße
Ute
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 21:22    Titel: unterschiedliche Ansätze Antworten mit Zitat

Hallo Ute,

gerade die Tatsache, daß das Gehirn eine so grundsätzliche Voraussetzung ist, führt mich zu all den Fragen darüber, was das alles mit den mathematischen Problemen deines Sohnes zu tun hat. Das ist etwa so unspezifisch, als würdest du dich fragen, ob man etwas bestimmtes gegessen haben müßte, um einen erfolgreichen 100m Lauf abwickeln zu können. Damit will ich nicht einfach deinen Ansatz diskreditieren, sondern davor warnen, die Plausibilität der generellen "Voraussetzungen" fürs Denken mit Gründen für bestimmte Fehler im Denken zu verwechseln. Wissen und Lernen sind Tätigkeiten und Ergebnisse von Arbeit. Die Voraussetzungen dafür (Gehirn/Stoffwechsel/Reflexe) können mehr oder weniger perfekt sein, bürgen aber weder für richtige noch für falsche noch für gute oder schlechte Lernergebnisse - auch wenn es vielen Menschen sehr plausibel erscheint. In der Rückschau stellt man sich vor: Wenn der in Mathe so schlecht ist, muß doch etwas defekt sein! Damit kann man sich dann Vorurteile bestätigen und die Befassung mit den Fehlern und Irrwegen unterlassen. Deren Erklärung ist ja mit den defekten Voraussetzungen bereits abgehakt. Aber die Arbeit beginnt doch erst mit der Aufklärung und Aufarbeitung der Fehler und Irrwege!

Das Beispiel mit den Steinzeitmenschen ist deshalb nicht daneben, weil damals der Zahlenstrahl gar nicht Thema war und es eben keine Altersgemäßheit von bestimmten Wissensinhalten gibt! Über den Zahlenstrahl hätte man aber trotzdem mit Steinzeitmenschen konstruktiv diskutieren können, wenn man es sprachlich und vom Interesse her hätte einrichten können - wie auch mit deinem Sohn.

Ich wünsche dir und deinem Sohn alles Gute und hoffe, vielleicht bei dir ein wenig mehr kritische Distanz zu bestimmten Ansätzen angeregt zu haben.
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Gruß Fred Steeg
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Erika
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BeitragVerfasst am: 30.03.2006, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

Zitat:
wie bei LRS, ADHS und anderen Lernproblematiken kann eine Rechenschwäche zu untragbaren (Dauer-) Situationen für betroffene Kinder führen


Es hört sich so an, als ob du LRS, ADS, Dyskalkulie für unabhängig voneinander existierende "Störungen" ansiehst, die deshalb auch von unabhängigen unterschiedlichen "Fachleuten" zu behandeln sind.

Das sehe ich völlig anders. Ich möchte mich den Ausführungen von Ute anschließen. Erst wenn die körperliche Grundausstattung vorhanden ist, können LRS-Training, Dyskalkulietherapie u.a. wirklich etwas bringen - wenn sie dann überhaupt noch erforderlich sind. Alles andere ist in meinen Augen Flickschusterei.

Meine Buchempfehlungen werde ich an anderer Stelle reinsetzen.

Viele Grüße
Erika
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 31.03.2006, 09:44    Titel: Was ist eine Störung? Antworten mit Zitat

Liebe Erika,

es mag ja sehr verführerisch sein, sich durch Annahmen wie "gestörte körperliche Grundausstattung" ein vermeintlich sicheres Ursachenproblemfeld zu eröffnen, eine Lösung ist das aber deshalb nicht, weil du dich damit von einer echten (auch verifizierbaren) Hilfe für die Kinder mehr und mehr verabschiedest, je grundsätzlicher deine allgemeine Voraussetzungslogik (als solche als Grund für bestimmte Probleme unbeweisbar und doch schön plausiblel) wird. Es werden dann Probleme wie LRS, ADS und Dyskalkulie zu grundsätzlichen Merkmalen der Kinder erklärt, obwohl noch niemand sich mit den speziellen Problemen, die ja unbestritten mit Lernen zu tun haben, so auseinandergesetzt hat, daß das Lernen selbst untersucht worden wäre (siehe: Noten in der Schule, richtige oder falsche Ergebnisse als Diagnose).

Die Legende der diversen "Lernvoraussetzungen", die - allgemein wie sie sind - nun angeblich doch zu lauter bestimmten Spezialeffekten führen (Widerspruch!), hat nur den Vorteil, daß der Lehrer/Therapeut sich dann nicht mehr mit dem Inhalt der Lernproblematik befassen muß, sondern weiter - ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen - die gleichen Fehler wie die Schule perpetuieren "darf". An der Mathematik und wie man sie verstanden hat liegt es dann angeblich nicht! Welch eine Ignoranz gegenüber dem gerade noch beschworenen speziellen Problem!

Übrigens: Was ist eigentlich verwunderlich daran, daß manche Kinder sich in manchen Bereichen verschieden gut entwickeln und verschieden gut lernen. Gründe dafür, daß die Verschiedenheit dann zur Katastrophe in der Schule führt, sollte man vielleicht eher in dem "System Schule" suchen, anstatt den Kindern dies ständig als ihr Merkmal/Defekt anzuhängen.

Wenn Kinder nicht Klavierspielen lernen spricht man im Ergebnis auch nicht von "Klavierschwäche"! Da Klavierspielen eben nicht unbedingt zur Bedingung für Schulerfolg gemacht wird, läßt man es dann einfach. Bei Fächern wie Mathematik liegt das Problem eher daran, daß das problemlose Mitkommen zur unbedingten Voraussetzung für Schulerfolg erklärt wurde, bei der ein Nachhinken gleich wie eine Krankheit stigmatisiert wird, weshalb eine begriffliche Förderung am Inhalt des gelernten Stoffs dann auch nicht mehr unbedingt angeboten wird - welch ein Zynismus!?
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Ute



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BeitragVerfasst am: 31.03.2006, 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

Zitat:
es mag ja sehr verführerisch sein, sich durch Annahmen wie "gestörte körperliche Grundausstattung" ein vermeintlich sicheres Ursachenproblemfeld zu eröffnen

Das ist keine verführerische Sichtweise, sondern seit mehr als dreißig Jahren bekannte Realität.
Diese Grafik ist aus einer inhaltlichen Vorlage von M.Ayres (Bausteine der kindlichen Entwicklung) entstanden:
http://www.silvanus-gemeinde.de/Lebenshilfe/adhs-infos.htm

Zitat:
eine Lösung ist das aber deshalb nicht, weil du dich damit von einer echten (auch verifizierbaren) Hilfe für die Kinder mehr und mehr verabschiedest, je grundsätzlicher deine allgemeine Voraussetzungslogik (als solche als Grund für bestimmte Probleme unbeweisbar und doch schön plausiblel) wird.

Die Anerkennung der angegebenen Zusammenhänge ist eine Lösung, da dies erst es ermöglicht, wirklich bei den Grundlagen anzusetzen und von unten nach oben darauf aufzubauen. Nichts anderes geschieht bei der oft im Kindergartenalter durchgeführten Ergotherapie (z.B. Sensorische Integrationstherapie), damit die Kinder gar nicht erst die beschriebenen Probleme bekommen. Sogar bei der Einschuluntersuchung, so sehr ich an der Qualität der Durchführung auch zweifele, liegt dieses Wissen zugrunde.
Die Feststellung der Schulreife beruht auf Feststellung auf Vorhandensein der Lernvoraussetzungen, und anhand dessen, was ich bei dieser Einschulungsuntersuchung gesehen habe, war schon vorab klar, in welchen Bereichen mein Sohn in der Schule scheitern würde. Leider habe ich das damals noch nicht gewußt.

Zitat:
Es werden dann Probleme wie LRS, ADS und Dyskalkulie zu grundsätzlichen Merkmalen der Kinder erklärt, obwohl noch niemand sich mit den speziellen Problemen, die ja unbestritten mit Lernen zu tun haben, so auseinandergesetzt hat, daß das Lernen selbst untersucht worden wäre (siehe: Noten in der Schule, richtige oder falsche Ergebnisse als Diagnose).

Nochmal: die Fähigkeit zu lernen beruht auf Fähigkeiten, die normalerweise im vorschulischen Bereich entwickelt wurden.
http://www.pi-tirol.at/lrs/Vortrag%20Gudrun%20Kesper.doc

Zitat:
Die Legende der diversen "Lernvoraussetzungen", die - allgemein wie sie sind - nun angeblich doch zu lauter bestimmten Spezialeffekten führen (Widerspruch!), hat nur den Vorteil, daß der Lehrer/Therapeut sich dann nicht mehr mit dem Inhalt der Lernproblematik befassen muß, sondern weiter - ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen - die gleichen Fehler wie die Schule perpetuieren "darf". An der Mathematik und wie man sie verstanden hat liegt es dann angeblich nicht! Welch eine Ignoranz gegenüber dem gerade noch beschworenen speziellen Problem!

Genau, so ist es. Erst ist dafür zu sorgen, dass überhaupt die Fähigkeiten da sind, um den Stoff zu erfassen. Nachdem ich dies aus dem Weg geräumt habe, kann ich mich mit schulischen Inhalten beschäftigen.
Ob ich Mathematik verstehe, hängt davon ab, ob mein Gehirn die nötigen Voraussetzungen hat etwas zu verstehen.

Zitat:
Übrigens: Was ist eigentlich verwunderlich daran, daß manche Kinder sich in manchen Bereichen verschieden gut entwickeln und verschieden gut lernen. Gründe dafür, daß die Verschiedenheit dann zur Katastrophe in der Schule führt, sollte man vielleicht eher in dem "System Schule" suchen, anstatt den Kindern dies ständig als ihr Merkmal/Defekt anzuhängen.

Wäre nur das System Schule (mit allen seinen Fehlern) schuld, dann müßten deutlich mehr Kinder scheitern. Da die meisten aber doch ganz gut durchkommen, muss die Ursache wohl oder übel auch im einzelnen Kind gesucht werden.

Zitat:
Wenn Kinder nicht Klavierspielen lernen spricht man im Ergebnis auch nicht von "Klavierschwäche"! Da Klavierspielen eben nicht unbedingt zur Bedingung für Schulerfolg gemacht wird, läßt man es dann einfach. Bei Fächern wie Mathematik liegt das Problem eher daran, daß das problemlose Mitkommen zur unbedingten Voraussetzung für Schulerfolg erklärt wurde, bei der ein Nachhinken gleich wie eine Krankheit stigmatisiert wird, weshalb eine begriffliche Förderung am Inhalt des gelernten Stoffs dann auch nicht mehr unbedingt angeboten wird - welch ein Zynismus!?

Was soll mir das jetzt sagen? Es ist unbestritten, dass jeder in den Bereichen wo er durch Erfolge motiviert wird die besten Ergebnisse erzielt, und dass ein Teufelskreis nach unten losgetreten wird, wenn sich durch Miserfolge das eigene Unvermögen manifestiert hat.
Um so wichtiger ist es rechtzeitig bei den Ursachen anzusetzen.
Was M.Ayres noch nicht wußte ist die Tatsache, dass auch die Sensorischen Voraussetzungen nicht zufällig sind wie sie sind, sondern zum größten Anteil durch persistierende frühkindliche Reflexe bestimmt werden. Durch eine geeignete Therapie zur Integration dieser frühkindlichen Reflexe können auch später noch die Gehirnfunktion, die Wahrnehmungsfunktionen und Co beeinflußt werden. Und wenn so die Grundlagen geschaffen sind, ist auch schulisches Lernen kein Problem mehr.

Das kannst du u.a. in folgender Literatur nachlesen:
Dorothea Beigel: Flügel und Wurzeln
Sally Goddard: Greifen und Begreifen
J. Ayres: Bausteine der kindlichen Entwicklung
Robby Sacher: Handbuch KISS-Kids

Grüße
Ute
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Fred Steeg
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BeitragVerfasst am: 31.03.2006, 16:19    Titel: Ayres, Milz u.a. Antworten mit Zitat

Hallo Ute,

Autorinnen und Autoren wie Milz und Ayres habe sich um eine plausible Argumentation der Basisfunktionen bemüht (siehe auch meine zusätzliche Literaturempfehlung im Forum). Dabei ist charakteristisch, daß die Begründung von mathematischem (oder anderem) Wissen zunächst ohne Argument auf Basisfunktionen zurückgeführt wird. Es wird sozusagen ein "Vermögen zum Erlernen von Mathematik" unterstellt, ohne das das Lernen angeblich nicht funktioniere. Leider wird aber - außer der Plausibilität, daß man ein Gehirn und verschiedene physiologische Wahrnehmungsmöglichkeiten braucht, um Denken und Lernen zu können - nichts spezifisches über das Scheitern an der Mathematik erklärt, neben der ständig wiederholten Behauptung dies und jenes sei wichtige Voraussetzung für ....

Wenn ein Kind nach Milz/Ayres an Mathematik scheitert, dann hat es eben eine bestimmte Wahrnehmungsfunktion nicht oder nicht im ausreichendem Maß gehabt. Beweis: Es hat nicht Mathematiklernen können. Das wußte man bei einigen Kindern vorher schon. Wieviele Kinder mit "gestörten" Basisfunktionen trotzdem Mathe gelernt haben, bleibt dabei unerforscht und natürlich auch unerwähnt (viele blinde, gehörlose und sonstwie behinderte Kinder). Es würde ja neben der Plausibilität von der "Grundausstattung", die angeblich ohne Defekt sein muß, nur stören, da letztlich dann gar nicht mehr behauptet werden könnte, es habe daran gelegen. Im Übrigen habe ich aus wissenschaftlich untermauerten Quellen noch nichts davon gehört, daß Kinder, die ein sogenanntes Basisfunktionstraining durchlaufen haben, hinterher problemlos rechnen gelernt haben, so als würde ihnen nun plötzlich alles zufliegen. Allerdings habe ich davon gehört, daß einzelne Ergotherapeuten damit Werbung machen, daß ergotherapeutisches Basisfunktionstraining gegen Rechenschwäche hilft. Das halte ich für unverantwortlich und irreführend!

Thiel, Oliver
Rechenschwäche und Basisfunktionen. Wissenschaftliche Analyse empirischer Untersuchungen zu Zusammenhängen zwischen Lernschwierigkeiten im Mathematikunterricht und basalen Fähigkeiten des Menschen. RESI-Verlag, Volxheim 2001 (Libri/BoD), ISBN 3-8311-2330-6
http://www.resi-verlag.de/basisfu.htm
Homepage des Autors:
http://amor.rz.hu-berlin.de/~h1745bua/

Siehe auch: kostenloser Text des Forschungsberichts von Prof.Dr. Hans-Dieter Gerster über Rechenschwierigkeiten, in dem er sich auch mit Milz und Ayres kritisch auseinandersetzt:
http://freidok.ub.uni-freiburg.de/volltexte/1397/
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BeitragVerfasst am: 31.03.2006, 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

nur ganz kurz:
Ich weiß nicht, was du unter einem Basis-Funktionstraining verstehst, aber ich sehe hier zuhause sehr wohl, dass die Integration persistierender frühkindlicher Reflexe sehr viel an den kognitiven Fähigkeiten verändert. Und gleiches habe ich auch von zahlreichen anderen Internetkontakten gehört.
Es ist unbestritten, dass dies nicht alles sein kann, denn auch Intelligenz, Umwelt, Lernbedingungen und Motivation spielen eine Rolle.
Aber dies ist die unterste Basis, die zunächst stimmen muss, bevor ich an weitere Ebenen gehen kann.

Grüße
Ute
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Erika
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BeitragVerfasst am: 01.04.2006, 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fred,

Zitat:
es mag ja sehr verführerisch sein, sich durch Annahmen wie "gestörte körperliche Grundausstattung" ein vermeintlich sicheres Ursachenproblemfeld zu eröffnen, eine Lösung ist das aber deshalb nicht, weil du dich damit von einer echten (auch verifizierbaren) Hilfe für die Kinder mehr und mehr verabschiedest, je grundsätzlicher deine allgemeine Voraussetzungslogik (als solche als Grund für bestimmte Probleme unbeweisbar und doch schön plausiblel) wird.


Welch ein fürchterlich verschachtelter komplizierter Satz! Deine Ausdrucksweise kommt bei mir als ziemlich arrogant an. Kannst du dich auch einfacher ausdrücken? - mir ist das Lesen zu anstrengend.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, meine Energien nicht mehr für Schreiberein mit Leuten zu verschwenden, denen nicht zu helfen ist, weil sie sich lieber der Mehrheitsmeinung von konservativen vermeintichen Fachleuten anschließen, die nicht in Zusammenhängen denken wollen/können.

Viele Kinder mit Rechenschwäche haben taktile Wahrnehmungsschwierigkeiten, ein schlechtes Gleichgewicht, eine schlechte Haltung, einen schwachen oder angespannten Muskeltonus, teilweise zusätzlich eine Legasthenie, Verhaltensstörungen, angebliches ADS, schwach ausgeprägte Organisationsfähigkeit. Siehst du diese Auffälligkeiten nicht? Oder ist für dich die Annahme, es handele sich dabei lediglich um Folgeerscheinungen, so verführerisch, so dass dein Blick über den Tellerrand hinaus getrübt ist?

Hier ist die Grafik, die Ute bereits erwähnt hat: http://www.silvanus-gemeinde.de/Lebenshilfe/Wahrnehmungsbaum.pdf


Zitat:
Übrigens: Was ist eigentlich verwunderlich daran, daß manche Kinder sich in manchen Bereichen verschieden gut entwickeln und verschieden gut lernen. Gründe dafür, daß die Verschiedenheit dann zur Katastrophe in der Schule führt, sollte man vielleicht eher in dem "System Schule" suchen, anstatt den Kindern dies ständig als ihr Merkmal/Defekt anzuhängen.


Ich gebe dir Recht, dass die Schulen passend für die Kinder gemacht werden müssen und nicht umgekehrt. Trotzdem sind Schule und Lehrer nicht die Alleinschuldigen für das stetige Anwachsen der Anzahl von Kindern mit Lern- und/oder Verhaltensauffälligkeiten. Die Probleme der Kinder werden zwar wesentlich größer, wenn die Auffälligkeiten falsch interpretiert und falsch darauf reagiert wird. Die Ursachen liegen jedoch oft in der frühkindlichen Entwicklung. Bereits spätestens ab Geburt müsste Förderung beginnen, damit entwicklungsbedingte Lern- und Verhaltensprobleme erst gar nicht entstehen, aber auch im Schulalter kann noch an der "körperlichen Grundausstattung" für problemloses Lernen mit großem Erfolg gearbeitet werden. Das wird dir vielleicht nicht gefallen, weil du dann arbeitslos werden könntest.

Viele Grüße
Erika
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