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Lehrkraft unterstützt indirekt/direkt die Erpressung

 
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Anmeldedatum: 20.02.2006
Beiträge: 60
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 23:38    Titel: Lehrkraft unterstützt indirekt/direkt die Erpressung Antworten mit Zitat

Question Idea Hallo Doris,
die Gewalt nimmt doch eine neue Dimmension an oder wie erklärst du jetzt die Tatsache, dass eine Lehrkraft einen Schüler finanziell unterstützt, damit dieser seine Peiniger/Erpresser befriedigt. Ich war und bin zutiefst von dieser Angelegenheit berührt. Ich wollte es nicht glauben als ich einen entsprechenden Artikel/Meldung in einer hiesigen Zeitung entdeckte. In meiner Recherche bin ich in die betroffene Stadt in Niedersachsen - Salzgitter gesurft und dort dann näheres über den Fall erhalten. Im übrigen ist der unter folgender Adresse abrufbar, sofern noch nicht bekannt:
http://www.PR-ONLINE.de
Auf eine weitere Ungeheuerlichkeit bin ich durch die Medien aufmerksam geworden. Razzia in Bayerns Schulen und eine Beschlagnahmung von einer großen Anzahl Handys mit entsprechender Gewaltdarstellung. Wo leben wir eigentlich?
Wer ist für die Sicherheit von unseren Kinder verantwortlich wenn sich diese ausserhalb der Wohnung und unserer Einflussnahme aufhalten?
Von meinem Sohn höre ich heute, dass in seiner Schule solche Handys mit Gewaltszenen ebenfalls vorhanden sein sollen,sind.?

Wie können oder sollten bzw. müssen wir hierauf reagieren? Die Schulen und damit die Pädagogen erscheinen wohl damit überfordert zu sein.
Im übrigen; ich bin mal in die von dir zitierten Untersuchungen gegangen und quergelesen! Für mich sind diese nicht so aussagekräftig, da es sich überwiegend nur um theoretische Feststellung handelt und zum anderen aus einer Zeit die schon fast antiquarisch ist stammen. Es wäre interessant wenn es diese aus der jüngsten - maximal 2 Jahre zurück liegender Zeit wären. Ich glaube dann kämme man zu einem anderen Ergebnis. Nichts für ungut, ich finde es trotzdem toll das du dir solche Mühen machst.
Auf die Meinungen bin ich gespannt.
Viele Grüsse
Heinz
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Doris Carnap
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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heinz,

die Frage ist natürlich berechtigt, warum ich mir "soviel Mühe" mache, überhaupt soviel meiner knapp bemessenen Zeit für dieses Forum 'opfere'. Versuch einer kurzen Antwort: Mit vielen Themen beschäftige ich mich jetzt intensiv seit neun Jahren. Und ich möchte dazu beitragen, dass Eltern auch gut informiert sind. In diesem Fall heißt das, die Probleme und Zusammenhänge zu sehen und damit auch Lösungsmöglichkeiten.

Es gibt immer wieder Umfragen, wie bedroht sich Menschen fühlen und dieses Gefühl wird gerne als Tatsache hingestellt. Interessant die neuere Untersuchung von Christan Pfeiffer zur Jugendgewalt aus dem Jahr 2005: http://www.kfn.de/jugendgewalt101105.pdf

Iich frage mich, wenn die Presse über diese Themen schreibt, warum schürt sie die Angst und verbreitet nicht eher Hoffnung und liefert Lösungsansätze? Da ist meine Antwort schlicht - es geht nicht immer nur um Informationen, sondern auch darum die Verkaufszahlen zu erhöhen. Vor einigen Jahren gab es einen Filmbericht über Jugendgewalt, es wurden bewaffnete Jugendliche in der Schule gefilmt, der Bericht war erschütternd. Das Ganze stellte sich aber kurze Zeit später als Fälschung heraus, die Jugendlichen haben diese Szenen gespielt und den Zuschauern wurde das Ganze als Situation in unseren Schulen verkauft. Über diese Berichterstattung wurde in der Presse viel berichtet, darüber dass es seine Fälschung war leider weniger laut. Seitdem verfolge ich die Berichterstattung besonders kritisch.

Bei Pfeiffer kann man lesen, ein Grundmuster sei bei der Anwendung von Gewalt erkennbar: "Die sozial ausgegrenzten zeigen den Priviligierten mit der Faust, wo es lang geht."

Solange Schulversagen "vor allem ein Jungenproblem" ist (Preuss - Lausitz) müssen wir natürlich fragen, wo da die Zusammenhänge zu finden sind. Auch Gewalt ist vor allem ein Jungenproblem (99,99% der Gefängnisinsassen sind männlich. Als Lektüre empfehlenswert von Dieter Otten "MännerVersagen")

Ich verstehe das Ansehen von Gewaltvideos vor allem als "Mutprobe" für unsere Jungen, sozusagen als Ersatz für Initiationsriten http://de.wikipedia.org/wiki/Initiation Und in diesem Zusammenhang finde ich es überlegenswert über die Einführung sinnvollerer Riten von seiten der Erwachsenen nachzudenken.

Mein Anliegen aber ist eine Änderung im Umgang in der Schule, besonders mit Jungen. Neue Schulen braucht das Land, Schulen in denen angeblich "schwache" Schüler nicht mehr ausgegrenzt werden. Verlierer überall sind die Jungen, die größten Verlierer sind männliche Jugendliche türkischer und jugoslawischer Herkunft, eine Erklärung warum das so ist und auch wie man das verhindern kann, findet man im Text von Pfeiffer.

Die Frage, ob es nicht früher besser war, stellte sich auch Jürg Rüedi in seinem Buch "Disziplin in der Schule." Plädoyer für ein antinomisches Verständnis von Disziplin und Klassenführung: "Haben disziplinarische Schwierigkeiten in den letzten Jahren zugenommen? Mit dem Aufkommen dieser Frage soll nicht angedeutet werden, dass es früher alles in bester Ordnung war, dass es früher keine Disziplinschwierigkeiten in der Schule gegeben hätte. Das wäre eine Verklärung der Vergangenheit." Er führt die Ergebnisse von einer großen Untersuchung aus dem Jahr 1957 an, in der 6000 Lehrer befragt wurden, die zeigt, dass es auch früher nie anders war. http://www.disziplin.ch/downloads/disziplin_buch/Einleitung.pdf

Der nächste Punkt, welchen Eindruck bekommen "unsere Lehrer" und welche Gefahr entsteht dadurch, wenn wir annehmen "die Gewalt habe eine neue Dimension" erreicht. Welche Lösungsmöglichkeiten bleiben, wenn wir uns als hilflose Opfer von etwas, was wir uns nicht erklären können fühlen? Wenn wir alle davon ausgehen, dass die heutige Jugend schlechter ist als die frühere, sind wir und mit uns die Lehrer doch eher entmutigt, da kann man dann nichts dagegen tun, wenn wirklich etwas passiert. DIE heutige Jugend ist ja soo schlecht und DIE (anderen) Eltern versagen in der Erziehung, Lehrer begründen ihr Burnout ja meist genau mit dieser hoffnungslosen Situation, sie fühlen sich den disziplinlosen Schülern hilflos ausgesetzt.

Aber die Situation ist natürlich nicht hoffnungslos, für alle Verhaltensweisen gibt es Erklärungen und Gründe und die führen uns zur Lösung. Und da ist mein Ansatz. Und in dem Moment wo man nicht nur das Opfer beschreiben läßt, wie es zu einem Vorfall gekommen ist, sondern auch den Täter dazu befragt, bekommt man meist auch einen Lösungsansatz mitgeliefert.

Einen Ansatz für Lehrer liefert Jürg Rüedi in seinem Buch "Disziplin in der Schule - Plädoyer für ein antinomisches Verständnis von Disziplin und Klassenführung." http://www.disziplin.ch/buch/index.htm

Doris
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
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BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heinz,

ich vergaß auf dein Beispiel einzugehen, unter dem Link www.rp-online.de konnte ich nichts finden, deswegen nur allgemein zu diesem Fall, wie du ihn beschreibst.

Wennl "eine Lehrkraft einen Schüler in Salzgitter finanziell unterstützt, damit dieser seine Peiniger/Erpresser befriedigt" heißt das für mich erst mal, es gibt einen tragischen Fall in Salzgitter. Die Hintergründe würden mich durchaus interessieren.
Gibt es in diesem Fall ein Muster, dass sich auf die allgemeine Schulsituation übertragen ließe? Ich denke, die meisten Kinder haben genug schulische Probleme, für deren Lösung wir uns einsetzen sollten. Wie hilft uns da dieser Fall in Salzgitter weiter?

Doris
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heinz,

mit etwas mehr Ruhe habe ich die Meldung doch noch gefunden:

Salzgitter (rpo). "In Niedersachsen gibt es einen neuen Fall von Gewalt unter Schülern. Ein 13-jähriger Schüler soll monatelang von fünf Jugendlichen aus Salzgitter erpresst worden sein. Die Hauptbeschuldigten, zwei 15-Jährige aus derselben Schule, haben demnach ihr Opfer immer wieder geschlagen, getreten und mit einem Messer und einer Schreckschusswaffe bedroht.

Die Jugendlichen werden verdächtigt seit Juli 2005 etwa 30 Handys, 40 Prepaid-Karten und Bargeld erpresst zu haben, wie die Polizei in Salzgitter mitteilte. Nach Angaben der Ermittler besorgte sich der Schüler das nötige Geld unter einem Vorwand von einer Lehrerin. Das seien im Laufe der Zeit rund 10.000 Euro gewesen." kurzer Link

Da bin ich erst mal mißtrauisch. Welche Lehrerin ist dazu bereit/in der Lage einem 13jährigem 10 000? zu leihen? ich bin gespannt was an dieser Geschichte wahr ist.

Doris
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