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Anmeldedatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 11:54    Titel: Kopie: Unterstellungen Antworten mit Zitat

» Gewalt und Mobbing durch Lehrer » Unterstellungen


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ladina





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Erstellt am 31.01.2005 - 18:03 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo,

wie kann ich vorgehen, wenn eine Lehrerin meinem Kind unterstellt zu lügen?

Sache ist die: Mein Sohn erzählt mir zu Hause öfters Dinge, bei denen mir eigentlich die Haare zu Berge stehen. Jetzt habe ich auch schon sofort reagiert und bei der Lehrerin nachgefragt, was es damit auf sich hätte. Die Erfahrung, dass sie dann gesagt hat, das wäre typisch, da hätte mein Sohn wohl wieder einmal mehr gelogen.

Das verschlimmert dann die Situation dann erheblich. Wie kann ich erreichen, dass man meiem Kind Glauben schenkt?


lg,

ladina



DorisCarnap
Moderatorin




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Registriert seit: 11.12.2004
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Erstellt am 31.01.2005 - 18:40 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Ladina,

wie alt ist dein Sohn? Alt und durchtrieben genug für diese Definition?

"Lügen ist die Kommunikation einer subjektiven Unwahrheit mit dem Ziel, im Gegenüber einen falschen Eindruck hervorzurufen oder aufrecht zu erhalten." [nach J. Schmid, 2000]http://www.quarks.de/dyn/21247.phtml

Meinst du es könnte von der Lehrerin hart und unüberlegt formuliert sein, weil sie sich erwischt fühlte? Vielleicht ist es beim nächsten Gespräch besser, die Lehrerin berichten zu lassen, was geschehen ist, ohne die Version deines Sohnes zu erzählen. Wenn du noch einen Klassenkameraden dazu befragst bekommst du eine Idee, was in etwa geschehen ist. Wie dein Sohn es empfunden hat, ist als Rückmeldung für die Lehrerin wichtig, damit sie um die Wirkung ihres Handelns weiß.

Doris





ladina





Status: Offline
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Erstellt am 01.02.2005 - 10:00 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Doris,

ein blutverschmiertes Gesicht und eine halbe Stunde Verpätung ist mir eigentlich genug Hinweis, dass mein Sohn nicht lügt, wenn er berichtet, er sei auf dem Schulweg von mehreren Kindern "überfallen" worden. Da brauche ich ihn nicht auch noch zu beschämen und seine Aussagen anzuzweifeln.

Nun, die Lehrerin war sich ihrer Sache sicher, dass Kinder ihrer Klasse sowas nicht tun würden. Und sie empfand es als Frechheit gegenüber der ganzen Schule, dass er Schülern sowas unterstelle. (er war damals 9, die Raufbolde zwischen 10 und 14)

Sowas entmutigt einen halt schon.

Die aktuelle Situation ist die, dass ihn eine Lehrerin in einem Einzelgespräch inakzeptabel beschimpft hat. Ich möchte aus Gründen der Vorsicht, nicht ausführlicher werden. Die Beschimpfung war einer Pädagogogin absolut unwürdig, trotzdem muss ich meinem Sohn aus dem Gesamtzusammenhang heraus Glauben schenken.

Ich habe mit der Lehrerin einen Gesprächstermin ausgemacht. Wie reagiere ich, wenn sie behauptet, das wären alles unglaubliche Unterstellungen? Das macht die Situation noch schlimmer, trotzdem kann ich nicht länger wegsehen.


lg,

ladina

[Dieser Beitrag wurde am 01.02.2005 - 11:47 von ladina aktualisiert]



<Enja>
unregistriert


Erstellt am 01.02.2005 - 10:13 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo,

es gibt da Unterschiede. Einmal schildern Lehrer und Kind eine Situation unterschiedlich. Man kann aber erkennen, dass sie vom selben Vorfall berichten und es sich um verschiedene Sichtweisen handelt.

In anderen Fällen weiß man eigentlich ganz genau, dass das Kind nicht lügt und der Lehrer erzählt eine Geschichte, die definitiv nicht stimmen kann. Uns wurde an unserer Lieblingsschule klar erklärt, dass wir immer dem Lehrer zu glauben hätten, sonst müssten wir die Schule wechseln.

Im Prinzip ist das vermutlich richtig, da in solchen Fällen offensichtlich das Vertrauensverhältnis massiv gestört ist.

Aber es kann doch andererseits nicht so sein, dass Lehrer sich alles erlauben können.

Für entsprechende Ratschläge wäre ich wirklich sehr dankbar.

mfg Enja



DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 01.02.2005 - 16:06 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Ladina

Grundsätzlich sollte eine Schule eine Strategie zum Konfliktlösen haben, Verleugnung ist keine Strategie! Die Lehrerin scheint deinen Sohn in die Schublade Lügner gepackt zu haben, auch das führt zu keiner Lösung! Lügner würde in diesem Fall ja bedeuten, dein Sohn habe sich selbst verletzt, um bei dir den falschen Eindruck zu erwecken, er sei verprügelt worden. Soviel kriminelle Energie besitzt ein neunjähriger im Allgemeinen nicht! Also ist dein Ärger berechtigt.

Wenn ältere Schüler einen jüngeren verprügeln ist das Angelegenheit der Schule! Kannst du mit dieser Lehrerin überhaupt einen derartigen Konflikt lösen oder ist die Schulleitung der bessere Ansprechpartner?

Du schreibst: ???Die aktuelle Situation ist die, dass ihn eine Lehrerin in einem Einzelgespräch inakzeptabel beschimpft hat. Ich möchte aus Gründen der Vorsicht, nicht ausführlicher werden. Die Beschimpfung war einer Pädagogogin absolut unwürdig, trotzdem muss ich meinem Sohn Glauben aus dem Gesamtzusammenhang heraus Glauben schenken.?

Mir ist nicht klar, ob sich das Gespräch auf die oben beschriebene Schlägerei bezieht oder ob es sich um einen anderen Vorfall und die gleiche Lehrerin handelt? Ist es eine neue Situation, dann lass dir doch vorher auch noch zusätzlich von Klassenkameraden beschreiben, soweit sie etwas beobachten konnten. Die Lehrerin war vielleicht sehr sauer auf deinen Sohn und hat sich nicht richtig verhalten, aber manchmal steht Aussage gegen Aussage und wenn es keinen Zeugen gibt, ist die Sache schwierig! In diesem Fall könnte die Lehrerin vielleicht finden, dass dein Sohn die Angelegenheit nur falsch verstanden hat. Du kannst der Lehrerin aber freundlich und mit Nachdruck vermitteln, dass eine derartige Beschimpfung, für dich absolut unakzeptabel ist. Das nächste Mal wird sie dann hoffentlich vorsichtiger sein. Manchmal ist es sinnvoll zu zweit zu einem Gespräch zu gehen.

Doris



ladina





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Erstellt am 01.02.2005 - 16:17 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Doris,

danke für die Anwort.

Es handelt sich um zwei verschiedene Vorkommnisse und um verschiedene Lehrerinnen. Die sind aber nun so ähnlich gestrickt, dass man sich zwangsläufig an die schlechten Erfahrungen erinnern muss.

Zeugen gibt es keine, die Lehrerin würde so etwas auch sicher nicht vor einer ganzen Klasse sagen. Dort geht sie subtiler ans Werk.

Aber eine Lösung scheint es nicht zu geben. Klar kann man ihr sagen, dass so etwas nicht zu akzeptieren ist. Aber wenn sie das verleugnet, hat man natürlich selber den Schwarzen Peter.

Ich werde aber auf keinen Fall alleine ins Gespräch gehen. Das hat man mir in solchen Fällen bereits abgewöhnt.


lg,

ladina



<Enja>
unregistriert


Erstellt am 01.02.2005 - 16:52 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man sich zwar vielleicht selber besser ein Bild von der Situation machen kann, wenn man mit Klassenkameraden spricht, die Kinder aber überfordert wären, wenn sie das zum Beispiel auch der Lehrerin gegenüber äußern müssten. Sie fürchten dann die Folgen.

mfg Enja



DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 01.02.2005 - 18:53 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Enja,

natürlich sind die Schüler überfordert, wenn sie gegen die Lehrerin aussagen sollen! Das Gespräch mit den Klassenkameraden ist nur für die eigenen Information gedacht, man sollte es noch nicht mal der Lehrerin gegenüber erwähnen!

Aber es ist wichtig gut informiert in ein Gespräch zu gehen, die Wahrnehmung des eigenen Kindes kann sich erheblich von dem was andere wahrgenommen haben unterscheiden. Was wirklich passiert ist kann man manchmal nur vermuten.

Doris



<Enja>
unregistriert


Erstellt am 01.02.2005 - 20:09 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Doris,

ich habe mich eigentlich hinterher immer schämen müssen, wenn ich Zweifel an den Erzählungen meiner Kinder hatte. Aber gut. Ich weiß jetzt, was vorgefallen ist. Aber der Lehrer erzählt mir etwas anderes. Was tue ich?

mfg Enja



ladina





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Erstellt am 02.02.2005 - 10:43 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo enja,

enja schrieb

ich habe mich eigentlich hinterher immer schämen müssen, wenn ich Zweifel an den Erzählungen meiner Kinder hatte.



genau so geht es mir auch. Ich habe vermutlich schon viel zu oft die Schilderungen in Frage gestellt, versucht auszudiskutieren und auszuloten, wie sich die Situation in den Augen der anderen darstellt. Inzwischen erfahre ich wichtige Dinge manchmal erst im Nachhinein.

Klassenkameraden ausfragen kommt jetzt gar nicht in Frage. Das betreffende Fach wird in einer Gruppe, aus ganz verschiedenen Klassen unterrichtet. Es sind nur noch 2 Mädchen aus der jetzigen Klasse mit dabei, und die werde ich ganz bestimmt nicht in die Sache hineinziehen. Das wäre meinem Sohn bestimmt gar nicht recht, wenn man bedenkt wie leicht man es mit manchen Lehrern auf Jahre hinweg verdorben hat.

lg,

ladina



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DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 02.02.2005 - 11:19 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Enja, hallo Ladina,

sich einen Überblick über ein Ereignis zu verschaffen, ist notwendig, denn Kinder die in eine Angelegenheit verstrickt sind, haben diesen Überblick meist nicht. Dafür müssen wir Eltern sorgen und entsprechend auch wie Erwachsene reagieren. Dabei kann sich aber herausstellen, dass das eigene Kind sehr gut und richtig beschrieben hat, was vorgefallen ist.

Wichtig für die eigene Einschätzung ist auch wissen, ob nur mein Kind die Probleme hat oder ob auch andere davon betroffen sind. Ich denke ein Schwachpunkt ist, dass Eltern sich als Einzelkämpfer sehen, und dass ???man? nicht über Schulprobleme spricht. Der Nachteil dabei ist, dass ein Lehrer im Gespräch Eltern gegenüber über mehrere Schuljahre hinweg behaupten kann: ???Das muss ihr Kind missverstanden haben, das hat mir noch nie jemand vorgeworfen und ich bin nun schon seit 20 Jahren Lehrerin! Sagen sie dem Kind, es soll mir gleich im Unterricht sagen, wenn ihm etwas auffällt.? Was war passiert? Die Lehrerin hatte die Schüler aufs Übelste beschimpft: Ihr seid alle bescheuert, alle Schwachköpfe und noch einiges mehr. Ein Sohn berichtete davon zu Hause, ein Vater glaubte seinem Sohn und dessen Feunden und sprach sofort mit der Lehrerin, das Argument des Vaters: "Ich will nicht, dass mein Sohn einen derartigen Umgang mit Menschen in der Schule lernt." Die Lehrerin beteuerte, dass ihr noch nie so etwas vorgeworfen wurde. Der Vater erzähle mir davon, ich konnte ihm wiederum berichten, dass das keineswegs das erste Mal war, dass es deswegen schon einige Beschwerden und Gespräche gab. Wie es weitergeht ist offen. Schafft es die Lehrerin sich in Zukunft zu beherrschen, ist den Kindern doch schon geholfen. Schafft sie es nicht, wird sie nicht weiter damit durchkommen zu behaupten, es sei alles nur ein Missverständnis!

Doris




ladina





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Erstellt am 02.02.2005 - 12:28 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Doris,

Doris schrieb

sich einen Überblick über ein Ereignis zu verschaffen, ist notwendig, denn Kinder die in eine Angelegenheit verstrickt sind, haben diesen Überblick meist nicht. Dafür müssen wir Eltern sorgen und entsprechend auch wie Erwachsene reagieren.



sicher richtig, aber wenn ich jetzt mal ganz ehrlich sein darf:

Ich habe ja nun im Beratungsforum gepostet, um mich beraten zu lassen. Der Eindruck, den ich bis jetzt gewonnen habe, ist der, dass man einfach annimmt, ich hätte mich bis jetzt überhaupt nicht mit der Materie befasst, würde kritiklos meinem Sohn Glauben schenken, um eine Lehrerin anzuschwärzen und nun verhalte ich mich nicht mal wie eine Erwachsene.

Die Tipps und Unterstützung, die ich bis jetzt gefunden habe (ausser diejenige von enja und einer userin, mit der ich per pn in Kontakt stehe), hat mich nicht gerade überzeugt. Das sind schon fast Banalitäten, um die ich mir natürlich längst Gedanken gemacht habe, ehe ich hier eine Anfrage gestellt habe. Enja hat recht, man fühlt sich gleich ein wenig wie in der Schule.

Vielleicht muss ich einfach noch länger Geduld haben.


lg,

ladina



<Enja>
unregistriert


Erstellt am 02.02.2005 - 18:50 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Eines glaube ich auch: die entsprechenden Lehrer tun das immer wieder. Aber wenn wir nun mit Klassenkameraden, Parallelklassen, Klassen über und unter der eigenen, Eltern, Elternvertretern usw. gesprochen haben, was dann?

Nach meiner Erfahrung erzählt man dem Schulleiter auch nichts neues, wenn man sich an ihn wendet, weil man mit der Lehrerin nicht weiterkommt. Auch dort heißt es immer wieder, man habe noch nie etwas davon gehört, auch wenn es selber schon dreimal vorgebracht hat.

Gleichzeitig kommen die Retourkutschen der sich solidarisierenden anderen Lehrer. Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand von denen auf die Seite des Kindes gestellt hätte.

Ich kenne einen Fall, wo ein Schüler geohrfeigt wurde. Lehrerin und Schulleiterin stritten das zunächst ab. Als sich sämtliche Schüler bereit erklärten die Angelegenheit zu bezeugen, meinte man, die Lehrerin sei durch lauten Lärm provoziert und aus der Fassung gebracht worden. Die Schüler sollten sich mal was schämen. Die Mutter war inzwischen völlig fassungslos. Sie wollte nur eine Entschuldigung und beileibe nicht Anzeige erstatten. Aber wie auch immer, eine andere Lösung als einen Schulwechsel gab es nicht.

Irgendwann lernt man dann draus, immer mehr einzustecken, weil man doch nicht ständig von Schule zu Schule touren kann. So viel an Wahl hat man da meistens auch gar nicht.

mfg Enja



DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 03.02.2005 - 10:58 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Liebe Ladina,

deine Eingangsfrage war doch:

"Wie kann ich erreichen, dass man meiem Kind Glauben schenkt?"

Du kritisierst: "Der Eindruck, den ich bis jetzt gewonnen habe, ist der, dass man einfach annimmt, ich hätte mich bis jetzt überhaupt nicht mit der Materie befasst, würde kritiklos meinem Sohn Glauben schenken, um eine Lehrerin anzuschwärzen und nun verhalte ich mich nicht mal wie eine Erwachsene."

Du hast also eine Frage gestellt, deren Antwort für dich längst klar war, sozusagen als Beschäftigungstherapie? Und interpretierst die Antwort auch noch als Herabsetzung an deiner Person. Dazu fällt mir nur die Aussage von Watzlawik ein: "Jede Botschaft ist das Konstrukt des Empfängers."

Die der Frage vorangehende Beschreibung, in der du zwei Ereignisse vermischt, die nichts miteinander zu tun haben, liess mich darauf schließen, dass du nicht sauber zwischen dem ersten und zweiten Ereignis trennst.

"Die Tipps und Unterstützung, die ich bis jetzt gefunden habe (ausser diejenige von enja und einer userin, mit der ich per pn in Kontakt stehe), hat mich nicht gerade überzeugt."

Es gibt relativ einfache Regeln, wie eine Kommuniktion im Idealfall ablaufen sollte, dass diese Regeln in der Praxis nicht immer eingehalten werden, ist Ursache für viele Missverständnisse. Ein Beispiel ist die Aussage: 'Ihr Sohn lügt". Diese Aussage ist unter der Rubrik Killerphrase einzuordnen, die eine Kommunikation beendet ohne eine Lösung des Problems zuzulassen. Eine Antwort auf der gleichen Ebene, trägt auch nicht zur Lösung bei. Will man ein Problem lösen, sollte man sich dieser Problematik bewusst sein. Wie hast du denn auf die Killerphrase der Lehrerin reagiert? Bist du darauf eingestiegen? Oder hast du einen anderen erfolgreichen Lösungsweg gefunden?

Wenn du per PM so gute Tipps bekommen hast, dann lass uns doch daran teilhaben. Wir können sicher alle daraus lernen.

Doris





ladina





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Erstellt am 03.02.2005 - 12:12 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Doris,
Doris schrieb

Wenn du per PM so gute Tipps bekommen hast, dann lass uns doch daran teilhaben. Wir können sicher alle daraus lernen.



das wäre wohl nicht ganz im Sinne des Erfinders.

Doris schrieb

Du hast also eine Frage gestellt, deren Antwort für dich längst klar war



nein, eben nicht. Mit meinen Überlegungen bin ich nur nicht weiter gekommen. "Beschäftigungstherapie" muss ich mir hier glaub auch nicht vorwerfen lassen.


ladina



<Enja>
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Erstellt am 03.02.2005 - 12:20 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Unsere Frage ist doch unter anderem, wie man auf diese Killerphrase reagiert.

Doris' Vorschlag war zunächst sozusagen detektivisch tätig zu werden. Natürlich haben wir das auch getan und dabei festgestellt, dass wir uns auf unsere Kinder verlassen können.

In solchen Fällen kann man auch wohl davon ausgehen, dass die Schule weder Konfliktlösungsstrategien vorweisen kann, noch eine ideale Kommunikation stattfindet. Ich würde mal vorsichtig vermuten, dass sonst Mobbing gar nicht entstehen könnte.

Aber wenn es nun mal so unideal zugeht, was dann? Den Eltern die Schuld geben? So in etwa machen das die Schulen auch.

mfg Enja



ladina





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Erstellt am 03.02.2005 - 13:56 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

auf die Phrase: "Ihr Sohn lügt" habe ich leider so falsch reagiert, wie ich nur konnte. Ich war sprachlos über der Heftigkeit und der Vehemenz der Lehrerin, mit der sie sich sogar vor einen sehr viel ältern Schüler gestellt hat.

Dann war ich auch detektivisch tätig, fand heraus dass der älteste der "Täter" 14 war und habe dann die ganze Geschichte dem KL unseres Sohnes ausführlich geschildert und erklärt, dass ich mich im Wiederholungsfall gezwungen sehe, Anzeige zu erstatten.

Danach wurde man tätig. Ich finde das jetzt aber gar nicht ein Beispiel von idealer Kommunikation und möchte auf gar keinen Fall, dass mein Sohn noch einmal so etwas durchmachen muss.

Nun stehen wir vor einem ähnlichen Problem, wo ich wieder annehmen muss, dass eine Lehrerin (auch wenn es eine andere ist), behaupten wird, dass sie die Beschimpfungen, mit denen sie meinen Sohn bedacht hat, so nicht geäussert hat.........

Und nun? Sage ich gar nichts? Lasse ich zu, wie sie ihren Ärger sogar noch über eine ungerechtfertigte Note befriedigen kann? Oder stehe ich hinter meinen Sohn, kämpfe für seine Rechte und mache damit seine Situation noch schlimmer?

Enja hat recht, so gross ist die Auswahl an Schulen auch wieder nicht. In der 8./9. Klasse hat sich in Bezug auf Profilwahl, G8/G9 etc. die Auswahl doch schon ziemlich eingeschränkt. Auf die Schule "nebenan" kann man in so Fällen überhaupt nicht wechseln, da nimmt man die ganze Geschichte gleich mit.


ladina



<Enja>
unregistriert


Erstellt am 03.02.2005 - 15:33 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Immerhin hatte ihr noch Glück, dass die Schule überhaupt tätig wurde. Wir haben in einem gleichgelagerten Fall versucht, Anzeige zu erstatten. Zwecklos.

Man braucht Zeugen. Erwachsene am besten. Er hätte sich, während er verprügelt wurde, von den vorbeigehenden Passanten die Personalien geben lassen müssen.

In einem Fall hatte sich die ganze Klasse hinter ein Mädchen gestellt, dass von einer Lehrerin als asoziale Kriminelle beschimpft worden war, weil sie ihre Hausaufgaben vergessen hatte. Es kam zu einem aufklärenden Gespräch in größerer Runde. Die Lehrerin musste sich entschuldigen, tat das auch, fügte aber gleich an, das werde der Klasse noch leidtun. Der Schulleiter meinte dazu, so sei es eben, wenn man jemanden verletze.

Na Prosit.

mfg Enja



DorisCarnap
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Erstellt am 03.02.2005 - 16:04 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Liebe Ladina, liebe Enja,

am besten reagiert man auf eine Killerphrase, indem man sie ignoriert und sich nicht auf?s Glatteis führen lässt und auf einmal über ???Glaubensfragen? diskutieren muss. Denn an dem Beispiel kann man doch sehen was passierte, anstatt für das Problem ???ältere Schüler verprügeln einen jüngeren? eine Lösung zu suchen, steht zur Diskussion ???wer ist der größere Lügner.?

Ladina: ???Nun stehen wir vor einem ähnlichen Problem, wo ich wieder annehmen muss, dass eine Lehrerin (auch wenn es eine andere ist), behaupten wird, dass sie die Beschimpfungen, mit denen sie meinen Sohn bedacht hat, so nicht geäussert hat.?

Ladina du solltest nicht schon negativ gestimmt in diese Gespräch gehen, denn du weißt doch noch gar nicht wie diese Lehrerin reagieren wird. Es sollte aber nicht farüber gesprochen werden, ob die Lehrerin die Äußerungen gemacht hat oder nicht sondern wie dein Sohn dieses Gespräch empfunden hat, denn darum geht es letztendlich, dass er es als Beschimpfungen empfunden hat.

Ladina: ???Oder stehe ich hinter meinen Sohn, kämpfe für seine Rechte und mache damit seine Situation noch schlimmer??

Das hängt davon ab welchem Stellenwert du diesem Vorfall gibst. Er kann recht undramatisch sein, weil die Lehrerin mal die Nerven verloren hat, es ihr im Nachhinein eher unangenehm ist und sie sich vielleicht bei deinem Sohn entschuldigt. Es kann sich aber um eine notorische Beleidigerin handeln, wie in dem Fall den ich beschrieben habe und da lohnt es sich dann durchaus sich diesen Ton zu verbeten und sich mit anderen Eltern zu besprechen.

Enja schrieb: ???In solchen Fällen kann man auch wohl davon ausgehen, dass die Schule weder Konfliktlösungsstrategien vorweisen kann, noch eine ideale Kommunikation stattfindet. Ich würde mal vorsichtig vermuten, dass sonst Mobbing gar nicht entstehen könnte.?

Deiner Einschätzung stimme ich zu, aber Eltern haben die Möglichkeit auf den Verlauf eines Gesprächs Einfluss zu nehmen.

Enja schrieb: "Die Lehrerin musste sich entschuldigen, tat das auch, fügte aber gleich an, das werde der Klasse noch leidtun. Der Schulleiter meinte dazu, so sei es eben, wenn man jemanden verletze."

Rechtfertigte der Schulleiter mit diesen Worten die Drohung der Lehrerin? Das ist gruselig - ein Zeichen von Inkompetenz auf allen Ebenen.


Doris



<untergrund>
unregistriert


Erstellt am 03.02.2005 - 16:15 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Zwischenruf!

Killerphrasen ignorieren?? Nee! Wenn ein Lehrkörper
herbe Sprüche klopft bei seinen Schüler/bei Eltern
dann würde ich meine Meinung sagen - sprich mir den Ton verbieten. Nach dem Motto : bequem ist stets
genehm,na super




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DorisCarnap
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Erstellt am 03.02.2005 - 17:27 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Stimme aus dem Untergrund,

keiner hindert dich daran dich auf's Glatteis zu begeben und dort über Scheinprobleme zu streiten!

Mit welchem Erfolg kannst du aufwarten, hast du deine Probleme und die deiner Kinder gelöst?

Doris







ladina





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Erstellt am 03.02.2005 - 18:45 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Doris,

doris schrieb

keiner hindert dich daran dich auf's Glatteis zu begeben und dort über Scheinprobleme zu streiten!

Mit welchem Erfolg kannst du aufwarten, hast du deine Probleme und die deiner Kinder gelöst?



Wieso jetzt so bissig?
Untergrund hat doch lediglich seine Meinung kund getan.



ladina



DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 03.02.2005 - 19:05 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Ladina,

"Untergrund hat doch lediglich seine Meinung kund getan."

So ist es und ich auch. Was soll daran bissig sein?

Doris



ladina





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Erstellt am 03.02.2005 - 20:46 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Off topic:

Wenn ich zum ersten mal in einem Forum schreibe, und mir die Moderatorin gleich so "ihre Meinung kund tut", dann komme ich glaub nicht nochmal wieder. Soviele user hat das Forum doch noch nicht, dass man "Neuzugänge" gleich wegjagen müsste.

ladina



<Enja>
unregistriert


Erstellt am 03.02.2005 - 22:22 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Untergrund ist der Meinung, dass man sich solche Dinge nicht bieten lassen soll. Da würde ich sofort zustimmen. Die Frage ist nur, was man dagegen tun kann.

Aber ich glaube, wir kommen da nicht weiter.....

mfg Enja



DorisCarnap
Moderatorin




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Erstellt am 04.02.2005 - 19:36 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändernBeitrag löschen

Hallo Ladina, hallo Enja,

die Frage nach der ???Erfolgsquote? des Posters, halte ich nicht für bissig. Aber Enja hat mal wieder treffend bemerkt: Damit kommen wir nicht weiter.

Der Zwischenruf war ja: ???Killerphrasen ignorieren?? Nee! Wenn ein Lehrkörper herbe Sprüche klopft bei seinen Schüler/bei Eltern dann würde ich meine Meinung sagen - sprich mir den Ton verbieten. Nach dem Motto : bequem ist stets genehm,na super.?

Ich hatte die Gefahr von Killerphrasen beschrieben, sie beenden ein Gespräch oder verändern dann das Thema des Gesprächs. Ich hatte nicht geschrieben, dass man sich ???genehm? und sich der Lehrerin gegenüber ???bequem? verhalten solle. Sondern, wenn man sich einsetzt, genau zu prüfen wofür man sich einsetzt! Ganz im Gegenteil ist es für die Lehrerin doch bequem ???ihr Sohn hat gelogen? zu sagen, anstatt sich Gedanken über die Verantwortung der Schule zu machen. Und bei Ladina führte es dazu, ihre Frage zu formulieren: ???Wie kann ich erreichen, dass man meinem Kind Glauben schenkt?? Und damit auf eine Ebene gerät wo die Beweisführung schwierig ist. Aber ich wiederhole mich. Es gibt aber durchaus Situationen da hilft nur noch eine Drohung, im Ernstfall einen Gutachter oder Anwalt einzuschalten. Ich habe auch mal zu einer Lehrerin gesagt, die an ihrer Korrektur gar nichts auszusetzen fand ???die nächste Arbeit lasse ich von einem Fachmann gegenkorrigieren!? Daraufhin erst wurde die Lehrerin gesprächsbereit und wir konnten uns am Ende mit Handschlag und freundlichem Lächeln verabschieden. Und uns gegenseitig versichern, dass beide Seiten ihren 'Anteil' übernehmen.

Was kann man also tun? Jeder Fall ist ein Einzelfall und eine Generalempfehlung gibt es nicht. Es ist auch wichtig was die Kinder wollen, können sie die Situation ertragen wie sie ist oder kommt eine andere Klasse oder andere Schule auch für sie infrage.

Im Fall der Schlägerei könnte man der Schule vorschlagen ???Konfliktlotsen? auszubilden oder an dem Projekt ???Demokratie lernen & leben? teilzunehmen. http://www.blk-demokratie.de/ads-sdm.php

Im anderen Fall wäre zu klären, was hat der Sohn gemacht, warum hat die Lehrerin so heftig reagiert. Und wie kann man, das was zu Irritationen führt in Zukunft vermeiden. Auch das Gespräch kann im Notfall so enden, dass man sich diesen Ton dem Kind gegenüber in Zukunft verbittet! Ruhig und sachlich gesagt, kann es Wunder wirken.

Doris
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