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Hessen - Förderpläne für versetzungsgefährdete SchülerInnen
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rosaria



Anmeldedatum: 27.06.2006
Beiträge: 35
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 20.12.2006, 08:58    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Doris,

ich habe eine Zeitlang eine Regionalgruppe eines HB-Selbsthilfevereins mit organisiert.

Wir haben die zuständige Schulpsychologin eingeladen zu einem Informationsabend. Die anwesenden Eltern haben in eindrucksvoll offener Weise geschildert, wo bei ihnen der Schuh drückt.

Die Eltern waren sich rundweg einig, dass sie einen festen Ansprechpartner an ihrer jeweiligen Schule brauchen, der bei spezifischen Problemen hilft als Berater. Der die örtlichen Gegebenheiten kennt, der sich das Kind ansieht und keine Pauschalauskünfte gibt, der die Familie begleitet, solange das Kind dort die Schule besucht. (Das sollte nicht nur für HB-Kinder, sondern für alle Kinder, die ein Lernproblem/Handicap haben.)

Wink Also jemanden wie Dich, nur regional tätig.

Der Abend wurde vom Bürgerradio aufgezeichnet und auch gesendet.

Passiert ist nichts.

Ich habe dann noch mal einen Versuch gestartet und das Schulamt angeschrieben, um anzuregen, einen öffentlichen Informationsabend zur HB-Problematik durchzuführen. Ich sagte unsere Mithilfe bei der Organisation und Durchführung zu.
Es wurde uns lapidar geantwortet, dass ein solcher Abend nicht geplant sei.

Dann dachte ich daran, als kleine Gruppe von vier bis sechs Eltern von HB-Kindern an unserer Schule vorstellig zu werden. Wir hätten anregen können, unsere Kinder über bereits vorhandene Nachmittagsprogramm zu fördern (z.B. Experimentelles Lernen).

Leider scheiterte es daran, dass die anderen Eltern aus welchen Gründen auch immer nicht mitziehen wollen.

Auch hatte ich mal die Idee, den schulpolitischen Sprecher der Oppositionspartei einzubinden - z. B. als Schirmherr für den Informationsabend. Aber es kam ja nicht dazu.

Du siehst, Ideen sind vorhanden.

Leider war mir der durchschlagende Erfolg versagt.

Hauptgrund: Von offizieller Seite kommt k e i n e r l e i Unterstützung. Schule/Schulamt Fehlanzeige. (An den Schulen der anderen Eltern hier im Kreis sieht es nicht viel anders aus.) Das Schulamt verweist auf die Selbsthilfegruppen, empfiehlt Springen oder einen Schulwechsel -- das wars.
Die vom Land geförderte Beratungsstelle, die ich kürzlich kontaktierte, konnte mir auch keine konkrete Hilfe anbieten. Nein, einen Lehrer/eine Schulleitung darin beraten, wie sie ihren Job machen, das sei unmöglich.

In der benachbarten Großstadt gab es in den letzten zehn Jahren beachtlichen Fortschritt. Da gab es aber auch neben engagierten Eltern Menschen, die die Wünschen und Sorgen der Eltern ernst genommen haben und die ihren Einfluss jeweils eingesetzt haben, um die Sache weiter voranzubringen.

Bei uns? Nichts.

Meine Mitabiturientin ist Ehefrau eines ehemaligen Landtagsabgeordneten. Ihr Mann bekleidet ein öffentliches Amt und ist landesweit bekannt; sie selbst ist Journalistin.
Der Sohn hat ADS, geht auf dieselbe Schule wie meine Kinder.
Auch sie kämpft den gleichen Kampf wie ich. Ihr hilft nicht einmal ein bekannter Name und ein einflussreicher Ehemann.

Was Ihr als Elterninitiative unternehmen könntet?

Das kann ich jetzt nicht konkret benennen, weil ich nicht so genau weiß, welche Möglichkeiten Ihr ausschöpfen könnt.
Allgemeine Öffentlichkeitsarbeit betreibt Ihr sicher bereits, Informationen gebt Ihr auch weiter und sorgt für Ihre Verbreitung.
Aber habt Ihr die Möglichkeit, auf Behörden Einfluss zu nehmen? Wenn dann sicher nur mittelbar.

Ich sag Dir mal meinen Wunschtraum, kannst es auch Weihnachtswunsch nennen:

Eine gute Fee kommt herbei und berührt alle Menschen, die hier Einfluss auf die Schule haben mit einem Zauberstaub und ruckzuck sind sich alle ihrer Verantwortung und Aufgaben bewusst, nehmen ihre Berufstätigkeit als Profession, nicht als Job. Sie hören richtig zu, machen sich Gedanken über die nächste Schulstunde hinaus, sehen den guten Kern in den Kindern, werden teamfähig...

Einen hab ich vergessen: Den Staatssekretär im Ministerium, der mich mit einem riesigen Packen an Infomaterial versorgt hat, dem offensichtlich unser Engagement willkommen war. Der uns aufs Schulamt verwiesen hat, zwecks Durchführung eines Vortragsabends.
Soll ich nun hergehen und sagen: Lieber Herr X, in Ihrem nachgeordneten Bereich passiert leider nix.
Was meinst wie Schulamtsleiter XY reagiert, wenn er von Herrn X befragt wird?
Wird er uns und unserem Kind wohlwollend entgegen kommen?

Liebe Grüße,

Rosaria
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 21.12.2006, 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Rosaria,

wir haben einen ähnlichen Traum: In meinem Traum wird ein Schalter umgelegt, ein Licht geht an und alle erkennen, plötzlich 'erleuchtet', ihren Verantwortungsbereich! Wie du, sehe ich das Abschieben der Verantwortung durch die Lehrer auf andere, als ein großes Problem im System: die Kinder sind nicht richtig, die Eltern unfähig, die Verordnungen eine Zumutung 'von oben' und so weiter. Dass sich die Schulaufsichtsbeamten eher mit den "armen" Lehrern solidarisieren, als mit den Leiden der Schüler und den Nöten der Eltern, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Dazu hatten wir als Elterninitiative eine Presseerklärung herausgegeben und Interventionsteams gefordert: http://www.emgs.de/downloads/forderunginterventionsteams.pdf

Für meine Kinder und mich war dieser Traum schon mal Wirklichkeit, wir lebten im Ausland und meine Kinder besuchten eine Internationale Schule. Es handelte sich natürlich um eine teure Privatschule, aber der wesentliche Unterschied steckte in der anderen Einstellung zu Schülern und Eltern! Und diese andere Einstellung befindet sich in den Köpfen der Menschen, eine Veränderung würde kein Geld kosten und die Situation für alle Beteiligten schlagartig verbessern.

Weil es aber Wunder hier in Deutschland erst mal nicht geben wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu hoffen in endloser Kleinarbeit doch die ein oder andere Verbesserung zu erreichen.

Gerade berichtete mir eine Mutter, die sich schon lange für die Anerkennung der Legasthenie ihres Sohnes durch die Schule einsetzt und auch das meiste schriftlich geregelt hat, dass die zuständige Lehrerin nun auf einmal meinte, sie könne leider keinen Nachteilsausgleich gewähren, weil sich in der Schulakte kein Eintrag über die Legasthenie befände. Ja, wer in Gottes Namen ist denn für einen Eintrag in der Schulakte zuständig? Die Eltern doch wohl nicht! Es ist wirklich jede Ausrede recht, wenn es darum geht zu verhindern den legasthenen Schülern das Leben etwas zu erleichtern! Und bei dieser Lehrerin handelt es sich, wie die Mutter betonte, um eine wirklich engagierte gute Lehrerin!

Zitat:
"Rosaria: Einen hab ich vergessen: Den Staatssekretär im Ministerium, der mich mit einem riesigen Packen an Infomaterial versorgt hat, dem offensichtlich unser Engagement willkommen war. Der uns aufs Schulamt verwiesen hat, zwecks Durchführung eines Vortragsabends.
Soll ich nun hergehen und sagen: Lieber Herr X, in Ihrem nachgeordneten Bereich passiert leider nix."


Ja, diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Im Kultusministerium ist man durchaus interessiert an Kritik. Ich nutze jede Gelegenheit, die sich bietet, um auf die mangelhafte Umsetzung der Gesetze und Verordnungen in den Schulen und der Schwachstelle Schulamt hinzuweisen. Im HKM hofft man, dass sich durch die Einführung des Schul -TÜV etwas ändern wird. Ich bleibe skeptisch, aber man muss natürlich abwarten, wie sich die Schulbesuche auswirken werden.

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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