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Wie nehme ich die Schule in die Pflicht?
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Sabine



Anmeldedatum: 26.04.2006
Beiträge: 9
Bundesland: BaWü

BeitragVerfasst am: 28.04.2006, 11:29    Titel: Wie nehme ich die Schule in die Pflicht? Antworten mit Zitat

Hallo,

hier im Forum lese ich ja teilweise schreckliche Sachen. So weit ist es bei uns glücklicherweise nicht! Unser Sohn (9) wird von Mitschülern geärgert und geschlagen, es kam jetzt mehrfach zu kleineren Verletzungen.

Meine Frage ist nun, wie bekomme ich die Lehrerin bzw die Schule dazu, Maßnahmen zu ergreifen? Bin ich auf das Goodwill der Lehrerin angewiesen, wenn ich sie darum bitte, mit den Kindern zu reden und Maßnahmen gegen die Schläger zu ergreifen oder gibt es da rechtliche Grundlagen auf die ich mich im Ernstfall berufen kann?

Vielen Dank im Voraus
Sabine
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 29.04.2006, 08:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

Willkommen bei EMGS.

Sind die "Mitschüler" seine Klassenkameraden? Wo findet das Ärgern und Schlagen statt, in der Klasse, auf dem Schulhof oder auf dem Heimweg?

Gibt es in eurer Schule ein Streitschlichterprogramm?

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 29.04.2006, 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Sabine!

Herzlich willkommen bei EMGS!

Leider gibt es hier wirklich eine Ansammlung heftiger Übergriffe, aber das macht keinen anderen Vorfall minder schlimm. Jede Verletzung - ob nun verbal oder körperlich - ist für das betroffene Kind und seine Eltern unzumutbar und den Begriff ?nur? versuche ich in diesem Zusammenhang zu vermeiden. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich folgendes beisteuern:

Übergriffe müssen aufgearbeitet werden, und die meisten Lehrer sind dazu glücklicherweise auch bereit, wenn ihnen der Sachverhalt geschildert wird. Ob die Ergebnisse jedoch zufriedenstellend ausfallen, hängt von vielen Faktoren ab.

Oft werden durch so einen Anstoß ?Anti-Gewalt-Seminare? ins Programm genommen, Einzelgespräche mit Kindern und Eltern geführt und Klassen- bzw. Schulregeln ausgehandelt, vereinbart und vertraglich mit den Kindern fixiert.

Man hat die Möglichkeit, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten Elterabends setzen zu lassen, um alle Eltern für das Thema zu sensibilisieren. Für die Organisation und Durchführung sind die gewählten Elternsprecher verantwortlich, nicht die Klassenlehrer/in.

Als persönlich Betroffener reagiert man naturgegeben oft emotional, und so kann es günstig sein, die konkreten Vorfälle vorab mit einem Elternvertreter zu besprechen, sich beraten zu lassen und die weitere Vorgehensweise abzustimmen, bevor man Gespräche mit der Lehrkraft führt:


Deren Pflicht ergibt sich aus dem Schulgesetz. In deinem Fall:

http://www.leu.bw.schule.de/bild/SchG.pdf

§ 1 Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule

(1) Der Auftrag der Schule bestimmt sich aus der durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Baden-Württemberg gesetzten Ordnung, insbesondere daraus, dass jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung hat und dass er zur Wahrnehmung von Verantwortung, Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft sowie in der ihn umgebenden Gemeinschaft vorbereitet werden muss.

(2) Die Schule hat den in der Landesverfassung verankerten Erziehungs- und Bildungsauftrag zu verwirklichen. Über die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe, zur Menschlichkeit und Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zur Achtung der Würde und der Überzeugung anderer, zu Leistungswillen und Eigenverantwortung sowie zu sozialer Bewährung zu erziehen und in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und Begabung zu fördern, zur Anerkennung der Wert- und Ordnungsvorstellungen der freiheitlichdemokratischen Grundordnung zu erziehen, die im Einzelnen eine Auseinandersetzung mit ihnen nicht ausschließt, wobei jedoch die freiheitlich-demokratische Grundordnung, wie in Grundgesetz und Landesverfassung verankert, nicht in Frage gestellt werden darf, auf die Wahrnehmung ihrer verfassungsmäßigen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten vorzubereiten und die dazu notwendige Urteilsund Entscheidungsfähigkeit zu vermitteln, auf die Mannigfaltigkeit der Lebensaufgaben und auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und Entwicklungen vorzubereiten.

Man ist also keinesfalls auf Goodwill angewiesen und es ist natürlich ratsam, sich vorab über weitere Möglichkeiten und Wege zu informieren. Als Gesprächsauftakt sind diese Kenntnisse strategisch gesehen aber wohl eher ungeeignet Wink

In welchem Stadium befinden sich die Gespräche?


Viele Grüße

Angelika
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Sabine



Anmeldedatum: 26.04.2006
Beiträge: 9
Bundesland: BaWü

BeitragVerfasst am: 29.04.2006, 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris, hallo Angelika,

vielen Dank für eure Antworten. Natürlich werde ich nicht gleich mit dem Gesetzbuch unterm Arm bei der Klassenlehrerin aufkreuzen, aber im Hinterkopf zu wissen, was die Schule eigentlich leisten müsste, gibt mir Sicherheit.

Mein Sohn wird ausschließlich von Mitschülern geärgert, von einigen geschlagen. Das passiert überall, sowohl im Klassenzimmer, auf den Gängen, auf dem Schulhof, teilweise sogar während des Unterrichts.
Wenn mein Sohn sich dann mal bei einem Lehrer beklagt, wird es meist einfach übergangen oder es kommt der Hinweis, dass sie als Fachlehrer dafür nicht zuständig seien.

Ich hatte bereits mehrere Gespräche mit der KL (bin selber Elternvertreterin). Sie hat jedesmal versprochen mit den Übeltätern zu reden, aber bisher war das offensichtlich nicht erfolgreich. Ich habe sie auch gebeten, die Kinder zu den Streitschlichtern zu schicken, aber das hat sie bisher nur angedroht, aber niciht durchgezogen.
Nachdem mein sohn jetzt nicht mehr zur Schule gehen mag und sich jeden Morgen krank fühlt, habe ich jetzt wieder mit ihr gesprochen und diese Mal hat sie danach mit der ganzen Klasse geredet. Dabei haben wohl auch andere Kinder die Vorkommnisse um meinen Sohn und seinen Freund bestätigt. Daraufhin hat sie den Übeltätern mal wieder Strafen angedroht, wenn sie sich nicht bessern.
Und ich kann mal wieder nur hoffen, dass sich endlich etwas bessert. Aber ich habe so meine Zweifel.
Wie sind denn die Erfolgsaussichten bei solchen Fällen? Lassen sich aggressive Kinder noch umkrempeln?

Viele Grüße
Sabine
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geloescht



Anmeldedatum: 07.02.2008
Beiträge: 0

BeitragVerfasst am: 30.04.2006, 09:18    Titel: Höchste Alarmstufe Antworten mit Zitat

Sabine hat Folgendes geschrieben:

Nachdem mein sohn jetzt nicht mehr zur Schule gehen mag und sich jeden Morgen krank fühlt, habe ich jetzt wieder mit ihr gesprochen und diese Mal hat sie danach mit der ganzen Klasse geredet.
Viele Grüße
Sabine


Liebe Sabine!
Deinem Sohn muss schnellstens geholfen werden, bevor sich seine psychosomatischen Beschwerden und seine Schulangst manifestieren.

Aus meiner Erfahrung würde ich jetzt folgendermaßen vorgehen:

1. Wurden schon Gespräche mit den Eltern der kleinen Haudegen geführt? Wenn nicht, ist es jetzt hächste Zeit. Versuch einfach, zusammen mit der KL ein Gespräch mit ihnen zu führen.

2. Wenn diese Gespräche nicht fruchten, würde ich als Eltersprecher eine Klassenkonferenz zum Thema einberufen und dort Maßnahmen beschließen. Ein Protokoll dieser Konferenz in Kopie an die Schulleitung geben, damit wird auch diese in die Pflicht genommen.

3. Erfolgt keine rasche Besserung der Zustände würde ich ein Gespräch mit der Schulleitung vereinbaren - protokollieren, Maßnahmen vorschlagen und die Durchführung kontrollieren.

4. Bekommst du auch hier keine rasche Hilfe, muss die Schulaufsicht informiert werden. Kopien deiner Protokolle und ein Anschreiben mit der Bitte um einen Gesprächstermin reichen für den Anfang aus. So kann sich der der Sachbearbeiter vorab informieren und fühlt sich nicht überfahren.

5. Wenn alles nicht hilft, muss das Jugendamt um Hilfe gebeten werden. Du bist laut BGB verpflichtet, dein Kind zu schützen - wenn die Schule und die Schulaufsicht versagen, bleibt nur dieser Weg. Oft hilft schon die Ankündigung dieser Maßnahme.


Zu den Erfolgssaussichten:

Es ist extrem wichtig, dass alle Schritte schnell und konsequent kontrolliert und umgesetzt werden.

Ich habe mal von einem Beispiel gelesen, in dem auch erst das Jugendamt bzw. die Ankündigung half. Leider geben kindliche und erwachsene Schläger oft nur das weiter, was sie selbst erleben.

Ich habe eine Psychologin gezielt gefragt, wie lange aus ihrer Sicht eine Verhaltensänderung möglich ist. Aus ihrer Sicht hat man bis zum 50. Lebensjahr sehr gute Aussichten - das gibt doch Hoffnung Wink

Bekommst du Unterstützung von anderen Eltern und Elternvertretern, oder bist du als Einzelkämpferin unterwegs?

Viele Grüße

Angelika
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 30.04.2006, 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

das Problem sehe ich hier: "Mein Sohn wird ausschließlich von Mitschülern geärgert, von einigen geschlagen...im Klassenzimmer...teilweise sogar während des Unterrichts... Daraufhin hat sie den Übeltätern mal wieder Strafen angedroht, wenn sie sich nicht bessern." An dieser Stelle wäre es angemessen gewesen zu handeln. Das heißt für mich, Gespräche mit den einzelner Schülern zu führen, um herauszufinden was die eigentliche Ursache für ein derartiges, absolut inakzeptabels Verhalten ist. Aus diesen Gesprächen kann sich dann ergeben, ob es sinnvoll ist die Streitschlichter mit einzubeziehen!

Die Frage ist, warum geht die Lehrerin (gehen die Lehrer?) so lasch mit diesen Übergriffen während des Unterrichts um. Ein Grund könnte sein, dass sie sich gar nicht wirklich verantwortlich für die Klassengemeinschaft fühlt und unter Umständen gar nicht merkt, dass sie vielleicht Verursacher dieser Auseinandersetzungen ist. In einer funktionierenden Klassengemeinschaft mit klaren Regeln zum Umgang miteinander, in der sich alle Mitschüler als 'wir' empfinden', wird es derartige Übergriffe nicht geben. Die Gefahr besteht aber immer dann, wenn ein Lehrer gute und schlechte oder leise und unruhige Schüler unterschiedlich behandelt und eine Gruppe von Schüler sich ausgeschlossen oder herabgesetzt fühlt. Die suchen dann schnell ein Ventil und das ist in diesem Alter das typische ärgern von körperlich schwächeren Mitschülern, wobei die Grenzen schnell überschritten werden können, also Mobbing. Natürlich sind manche Jungen von Geburt an aggressiver als andere, aber bösartig müssen sie deswegen nicht sein oder werden. Allerdings, und das darf man nicht unterschätzen, wird in manchen Elternhäusern heute noch geschlagen und manche Kinder kennen keine andere Möglichkeit Probleme zu lösen. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht einen Elternabend zu diesem Thema anzusetzen. Sicher hast du schon mit den Eltern der Freunde gesprochen und weißt auch wie bei anderen Eltern dieses Geschehen wahrgenommen wird und was die Kinder zu Hause berichtet haben. Heute ist der No-hitting-day zum ersten Mal Thema auch in Deutschland, der Tag für gewaltfreie Erziehung. Viellleicht kann man diesen Tag auch als Anlass für eine Diskussion innerhalb der Klasse nehmen.

Ich würde zuerst aber die Lehrerin anrufen und sie fragen, was sie bei Mobbing mit diesen Folgen zu tun gedenkt und dir zu tun empfiehlt. Und ihr höflich, aber nachdrücklich klar machen, dass Handeln jetzt nötig ist, du nicht mehr bereit bist weiter zuzusehen, wie es deinem Sohn immer schlechter geht.

Dann ist zu überlegen wer der Anführer der Gruppe ist und mit ihm und /oder seinen Eltern zu reden, denn man kann letztendlich nur dann etwas ändern, wenn man auch weiß, warum das geschieht, also weiß wie der/die Täter ihr Verhalten empfinden. Und dann auch mit den Eltern der mitagierenden Schüler ein Gespräch zu führen. Diese Gespräche bringen häufig Interessantes zutage, nämlich auch den Leidensdruck der schlagenden Kinder!

Dann könnte ein Wechsel in eine Parallellklasse überlegt werden, dazu müsste dein Sohn aber auch bereit sein. Du könntest mit der Schulleiterin ein Gespräch über einen möglichen Klassenwechsel führen, um auch noch die Einschätzung der Schulleitung zum Umgang mit Mobbing zu erfahren. Als letztes bleibt dann ein Schulwechsel, aber auch da weiß man nicht, wie die eventuell existierenden Streitschlichtermodelle tatsächlich umgesetzt werden.

Du solltest für dich folgende Fragen klären: Wie ist z.B. deine Stellung in der Elternschaft und kann man Einigkeit innerhalb der Elternschaft erreichen. Wie kommst du mit der Lehrerin klar oder besser, sie mit dir. Und zu welchen Schritten ist dein Sohn auch bereit.

Mir ist noch aufgefallen, dass du von Fachlehrern geschrieben hast, die sich nicht zuständig fühlen. Mit neun Jahren besucht dein Sohn doch noch die Grundschule, wieviele Fachlehrer gibt es in der Klasse?

Doris

PS: Habe erst nach dem Abschicken gesehen, dass Angelika schon geantwortet hatte:-)
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Sabine



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Beiträge: 9
Bundesland: BaWü

BeitragVerfasst am: 30.04.2006, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich merke schon, hier bin ich richtig! Die Anleitung zum weiteren Vorgehen ist Gold wert für mich. Ein paar Schritte haben ja schon stattgefunden:

- ich habe mit den Eltern der schlagenden Kinder gesprochen. Die Reaktionen waren unterschiedlich: von Krallen ausfahren um den eigenen Sohn zu schützen bis hin zu Hilflosigkeit, weil das Kind immer wieder wegen aggressiven Verhalten auffällt.
Kurzfristig haben diese Telefonate auch immer geholfen.

- vor meinem letzten Gespräch mit der KL habe ich mit den Eltern anderer betroffener Kinder gesprochen. Der Leidensdruck der Kinder ist unterschiedlich, die benannten Übeltäter aber immer diesselben. Und alle bestätigen, dass mein Sohn der Hauptbetroffene ist.
Das ist vielleicht insofern verständlich, als er mit 9 Jahren in der 5.Klasse deutlich der Jüngste ist. Und das sieht man ihm auch leider an.
@ Doris: er ist nicht mehr an der Grundschule, sondern am Gymnasium, er hat die 2.Klasse übersprungen.

Interessant fand ich Punkt 2 bei Angelika: mir war nicht bewusst, dass ich als Elternvertreter eine Klassenkonferenz einberufen kann. Denn ich fände es wirklich wichtig, dass alle Lehrer Bescheid wissen und die Augen offen halten. Wahrscheinlich wird das dann mein nächster Schritt sein.

Vielen Dank für die Hilfe!!
Sabine
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optimistin



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Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 30.04.2006, 15:10    Titel: verständigung Antworten mit Zitat

liebe sabine,

die kinder sind noch relativ jung. hältst du es für möglich sie zusammen zu bringen?

möglicherweise sind die fronten ja noch nicht verhärtet.

falls es dir gelingt, einen draht zu den eltern der "aggressoren" aufzubauen, kannst du vielleicht einmal den "haupttäter" zu euch nach hause einladen oder mit der familie zusammen etwas gemeinsam unternehmen.

das wäre ein idealfall. das könnte den zwistigkeiten den wind aus den segeln nehmen.

die pädagogen sind aber unbedingt aufgefordert etwas zu unternehmen. bestehe darauf.

mein tipp: nimm dir zu jedem gespräch zeugen mit. fertige gesprächsnotizen an.

hoffentlich wirst du sie nie brauchen. aber: sicher ist sicher.

mir ist der fall einer mutter bekannt, deren 9-jähriger sohn lange gemobbt wurde, bis er schließlich eine schädelprellung durch die misshandlungen erlitt.

wie sie mir berichtete, habe der rektor der schule versucht mit vehemenz alle versäumnisse abzustreiten und dem kind schriftlich attestiert "sich in eine opferrolle" begeben zu haben "aus der er nun nicht mehr herausfindet".

ehe es sich die mutter versah, so sagt sie, habe sie ein dokument in den händen gehalten, das ihrem verletzten kind quasi die eigene schuld bescheinigte.

im dienstrechtlich relevanten konfliktfall reagieren pädagogen möglicherweise nicht anders als andere menschen, die etwas auf dem kerbholz haben.
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 03.05.2006, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

unter:

http://www.emgs.de/downloads/antimobbingfibel.pdf

wird der begriff "Mobbing" (hierzu zählt auch Gewalt) erklärt, sowie Tipps und Hilfestellung für Lehrer beschrieben. (mit Fragebogen)

Sehr interessant. Am besten ausdrucken und mit in die Schule nehmen.


Freundliche Grüsse

Petra Litzenburger
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Sabine



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Beiträge: 9
Bundesland: BaWü

BeitragVerfasst am: 03.05.2006, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo optimistin,

ich habe bereits mehrfach mit den Eltern der beiden Haupttäter gesprochen. Wirklich gebracht hat es nichts.
Mit einem der beiden hat sich mein Sohn auch schon mal nachmittags getroffen. Es klappte recht gut. Aber in der Klassengemeinschaft blieb alles beim Alten.
Der andere ist so verquer, dass sich mein Sohn auf gar keinen Fall mit ihm treffen will.

Ich glaube mit diesem Ansatz komme ich nicht weiter.
Aber deinen Tipp mit den zeugen und den Gesprächsnotizen werde ich auf alle Fälle beherzigen. Wir führen auch bereits ein Tagebuch über die Vorfälle in der Schule. Dabei finde ich es aber manchmal schwer zu beurteilen, was ist ein "Vorfall". Ist es ein Vorfall, wenn meinem Sohn und seinem Freund immer der Ball weggenommen wird und sie so in der Pause nicht spielen können? Oder ist das normal Rangelei unter Kinder`?
Der Tritt in die Genitalien dagegen ist eindeutig Sad


Viele Grüße
Sabine
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Sabine



Anmeldedatum: 26.04.2006
Beiträge: 9
Bundesland: BaWü

BeitragVerfasst am: 03.05.2006, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petra,

vielen Dank für den Link. Der ist wirklich gut!!
Ich werde mir ds gleich ausdrucken und auch an die Schule weiterleiten.

Mir war gar nicht bewusst, wie viel Material es schon zu diesem Thema gibt.

Viele Grüße
Sabine
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 03.05.2006, 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Gerne Sabine,

ich hoffe die Informationen helfen weiter.


Zitat:
Mir war gar nicht bewusst, wie viel Material es schon zu diesem Thema gibt.


Ganz ehrlich: Mir auch nicht Wink

Aber es sind hier ganz viele fleißige Helfer, die fleißig und ünermüdlich wichtige und interessante Informationen heraussuchen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen Helfer!


Liebe Grüsse

Petra Litzenburger
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optimistin



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 03.05.2006, 15:01    Titel: schulpsychologe? Antworten mit Zitat

liebe sabine,

das tagebuch ist gut.

wichtig ist es aber auch, so meine erfahrung, bereits in einem sehr früher stadium objektive belege zu sammeln.

meine versuche, durch freundliche gespräche und signalisierte offenheit weiter zu kommen, scheiterten kläglich. andere betroffene schilderten ähnliche beobachtungen.

man fühlt sich blöd, zeugen um unterschriften zu bitten, auf protokollen zu bestehen usw. möglicherweise wird man auch von anderen kritisiert oder angefeindet wegen dieser "pingeligkeit", aber: es ist in vielen fällen unbedingt notwendig, was sich meist erst zu einem viel späteren zeitpunkt zeigt. ("ach, hätte ich damals doch bloß gleich....")

wenn du bisher mit den eltern der kinder direkt nicht weiter gekommen bist und die lehrer nichts tun, dann kontaktiere doch einfach einmal in eigeninitiative den schulpsychologischen beratungsdienst. schildere deine sorgen und lasse dich beraten.

vielleicht kann ein psychologe in die schule kommen und dort mit den kindern arbeiten. hier scheint ja die gewaltfreie konfliktlösungs- und demokratieerziehung noch stark ausbauwürdig zu sein.

in der ehemaligen schule meines damals vom lehrer getretenen sohnes, haben die lehrer jetzt auch einschlägige fortbildungen gemacht.

leider ist es keine selbstverständlichkeit an staatlichen schulen, dass das personal seiner offiziellen qualifikation entsprechend arbeitet. friedenserziehung ist ja keine sensationelle innovation.
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Sabine



Anmeldedatum: 26.04.2006
Beiträge: 9
Bundesland: BaWü

BeitragVerfasst am: 03.05.2006, 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Optimistin,

dein Sohn wurde vom Lehrer getreten?! Das ist aber extrem heftig! Dafür kann es keine Entschuldigung geben. Finde ich eure Geschichte hier irgendwo?

Was du über das Protokollieren und Unterschreiben lassen schreibst, klingt logisch. Aber es kommt mir im MOment wirklich noch komisch vor. Ich habe immer noch die Hoffnung, das die Lehrerin/ die Schule endlich aktiv wird und die "Übeltäter" endlich in den Griff bekommt.
Immerhin hat es bis jetzt nach dem Klassengespräch noch keine weiteren körperlichen Attacken gegeben.
Aber gut ist es natürlich nocha nicht. Gerade jetzt liegt mein Sohn wieder oben im Bett und hat fürchterliche Bauchweh. Morgen früh wird er sich wieder krank fühlen Sad
Ich weiß dan nie, wie ich reagieren soll. Einerseits tut er mir leid, andererseits weiß uich, dass ihm eigentlich ncihts fehlt und er damit nur ausdrückt, dass er nicht in die Schule will. Aber das ist nicht die Lösung, er muss in die Schule!

Viele Grüße
Sabine
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 04.05.2006, 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

einige Geschichten findest Du hier:

http://www.emgs.de/presse/default.html

oder hier:

http://www.emgs.de/forum-emgs/viewt....56598a99843c6cc96ff703c1a

Code:
Gerade jetzt liegt mein Sohn wieder oben im Bett und hat fürchterliche Bauchweh. Morgen früh wird er sich wieder krank fühlen 
Ich weiß dan nie, wie ich reagieren soll. Einerseits tut er mir leid, andererseits weiß uich, dass ihm eigentlich ncihts fehlt und er damit nur ausdrückt, dass er nicht in die Schule will. Aber das ist nicht die Lösung, er muss in die Schule!


Bist Du Dir ganz sicher, dass ihm nichts fehlt? Ob die Bauschmerzen die er durchleidet nun psychisch oder organisch bedingt sind, was spielt das für eine Rolle?

Dein Kind ist krank! Denk einmal darüber nach.

Grüsse

Petra Litzenburger
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