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Jedes 20. Kind kann nicht rechnen

 
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 03.07.2006, 08:49    Titel: Jedes 20. Kind kann nicht rechnen Antworten mit Zitat

Quelle: www.dgkjp.de

Dyskalkulie: Jedes 20. Kind kann nicht rechnen
Die DGKJP entwickelt erstmals Test zur Früherkennung

Im Vergleich zur Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) ist die Rechenschwäche (Dyskalkulie) relativ wenig bekannt und erforscht. Aktuellen Untersuchungen zufolge sind im deutschsprachigen Raum 4,4 bis 6,7 Prozent der Schulkinder betroffen. Das heißt: Jedes 20. Kind kann trotz normaler Begabung nicht rechnen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) hat jetzt einen neuen Test entwickelt, mit dem eine Früherkennung leicht möglich ist.

?Unter Dyskalkulie versteht man eine grundlegende Schwäche im Umgang mit Mengen und Zahlen. Diese zeigt sich im mangelnden Vermögen, Zahlen in ihrer Quantität zu erfassen und damit einfache Rechenoperationen auszuführen?, erläutert Dr. Johann Haffner (DGKJP) aus Heidelberg die Problematik. ?Die Kinder kennen die Zahlen zwar und können sie auch aufsagen, nicht aber die Zahlengrößen mit Vorstellungen und logischen Denkprozessen verknüpfen.?
Rechenschwache Kinder haben oft Defizite in der räumlich-visuellen Reizverarbeitung und entwickeln dadurch unzureichende Mengen- und Größenvorstellungen von Zahlen. Im Alltag zeigt sich dies zum Beispiel an der Schwierigkeit, einen Tisch mit der korrekten Anzahl an Geschirr zu decken oder etwa die Uhr zu lesen und damit zeitliche Abmachungen einzuhalten. Mädchen sind von dem Phänomen etwas häufiger betroffen als Jungen.
Während legasthenische Kinder oft durch Verhaltensstörungen wie Herumkaspern oder Aggressivität auffallen, neigen Kinder mit Dyskalkulie eher zu Ängsten und depressiven Symptomen. Auch werden bei ihnen gehäuft Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und Probleme in der Sprachentwicklung beobachtet.
Wissenschaftler der DGKJP haben jetzt einen Test entwickelt, der die Feststellung grundlegender Rechenleistungen einzelner Kinder ermöglicht. ?Mit dem so genannten Heidelberger Rechentest können komplette Schulklassen in 50 bis 60 Minuten untersucht werden?, erläutert Dr. Haffner. ?Das versetzt uns in die Lage, Kinder mit Dyskalkulie ab dem Ende der ersten Klasse zuverlässig zu erkennen und besondere Fördermaßnahmen einzuleiten.? Mit dem neuropsychologischen Testverfahren ZAREKI können weitere Hinweise zur Art der Schwierigkeiten bei Zahlenverarbeitung und Rechenleistung gewonnen werden.
Bislang existieren keine standardisierten Therapieprogramme. ?Förder- und Therapiemaßnahmen müssen auf die konkreten Probleme des jeweiligen Kindes zugeschnitten sein?, betont Priv.-Doz. Dr. Michael von Aster (DGKJP) aus Berlin. ?Trainingsprogramme, die sich pauschal auf die Verbesserung von Psychomotorik, Wahrnehmung oder Sprache beziehen, können für sich allein keine ausreichende Verbesserung der numerischen Kompetenzen bewirken.? Intensives Üben, zum Beispiel mit den Eltern, bringt kaum etwas, wenn das Grundverständnis von Zahlen zu schwach ausgeprägt ist.
Nicht allen betroffenen Kindern kann umfassend geholfen werden. Dennoch, so die DGKJP, stehen die Chancen umso besser, je früher die Dyskalkulie erkannt wird. Die Förderung rechenschwacher Kinder sollte möglichst im Regelunterricht und in enger Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern stattfinden. Bei schweren Ängsten, depressiven Symptomen und Aufmerksamkeitsstörungen sollten zusätzlich begleitende Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden.


Verbindung zwischen neuronalen Netzwerken
im Gehirn gestört

Für den geistigen Umgang mit Mengen und Zahlen entwickeln sich im Kleinkind- und Schulalter neuronale Netzwerke - und zwar primär in den Regionen des Gehirns, die mit der Verarbeitung sprachlicher und visuell-räumlicher Inhalte zu tun haben. Den Kern dieser Entwicklung bilden einfache angeborene Grundfunktionen: Bereits wenige Wochen nach der Geburt können Säuglinge kleine Mengen wahrnehmen und unterscheiden. Mit dem Erwerb von Sprache lernen die Kinder dann, zu zählen und Mengen mit Zahlworten zu bezeichnen. Mit dem Schuleintritt bildet sich ein weiteres Netzwerk für die arabische Schreibweise aus, und schließlich entsteht mit fortschreitendem Schulalter eine Art innere Zahlenraumvorstellung, die das schnelle Schätzen und Überschlagen von Rechnungen ermöglicht. ?Wir gehen davon aus, dass bei Kindern mit Rechenstörungen diese Prozesse des Aufbaus und der Verschaltung der Neuronen-Netzwerke gestört sind?, erläutert Priv.-Doz. Dr. Michael von Aster von der
DGKJP. Als Gründe für solche fehlenden oder fehlerhaften Verknüpfungen kommen genetische Veranlagungen, frühkindlich bedingte Hirnfunktionsstörungen sowie schulische Entwicklungsumstände in Betracht.
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Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
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Fred Steeg
Moderator


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Beiträge: 60
Bundesland: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 23:38    Titel: Seltsame Erkenntnisse Antworten mit Zitat

In dem DGKJP-Beitrag werden viele Behauptungen wie Selbstverständlichkeiten aufgelistet:

Zitat:
"können trotz normaler Begabung nicht rechnen"
- normale Begabung, was ist das?

Zitat:
"Dyskalkulie ist ein mangelndes Vermögen Zahlen in ihrer Quantität zu erfassen"
- tautologische Verdoppelung!

Zitat:
"Wissenschaftler der DGKJP haben einen Test entwickelt"
- Was mißt dieser Test, wenn noch nicht einmal gesichert ist, was die Dyskalkulie eigentlich ist?

Zitat:
"Verbindung zwischen neuronalen Netzwerken sind gestört"
- Dolles Bild, wer hat sich das ausgedacht? - Leuchtet jedem Befürworter "guter Verbindungen" sofort ein!

Zitat:
"Den Kern dieser Entwicklung bilden einfache angeborene Grundfunktionen. Bereits wenige Wochen nach der Geburt können Säuglinge kleine Mengen wahrnehmen und unterscheiden."
- Mengen kann man nicht "einfach" wahrnehmen und unterscheiden, man muß sie geistig herstellen, wissen worum es geht. Zählen und Wortkenntnis sagen nichts über ein Verständnis des Mengen- der Zahlbegriffs aus - von wegen einfache angeborene Grundfunktionen, wer hat die unterm Mikroskop gefunden?

Zitat:
?Wir gehen davon aus, dass bei Kindern mit Rechenstörungen diese Prozesse des Aufbaus und der Verschaltung der Neuronen-Netzwerke gestört sind?
- von Asters "wir-gehen-davon-aus" mag einige Zuhörer beeindrucken, erklärt wird dadurch nichts! "Schalten" und "neuronales Netzwerk" klingt aber gut!

Daß "als Gründe für solche fehlenden oder fehlerhaften Verknüpfungen genetische Veranlagungen, frühkindlich bedingte Hirnfunktionsstörungen sowie schulische Entwicklungsumstände in Betracht" kommen, mag zwar interessant klingen, wäre aber gerade zu erklären. Mit solchen Pseudoerklärungen kann man übrigens jede Behauptung stützen, man muß dafür noch nicht einmal etwas über Vererbung, Hirnfunktionen oder Entwicklungsumstände wissen - stimmts?

Psychiater und Hirnphysiologen mögen ja ein sehr großes Bedürfnis nach determinierenden Grundannahmen über Lernstörungen haben, ob ein dementsprechender "erstmals entwickelter Test zur Früherkennung" nun die Dyskalkulie erkennen kann, wird damit sicherlich nicht belegt! Vielleicht sollte man sich lieber gleich mit den mathematischen Problemen der Kinder befassen und herausfinden, was sie nicht verstanden haben und an welchem Grundwissen man zweckmäßigerweise anknüpfen sollte, um ihnen etwas Neues nahezubringen. Als diagnostische Vorstufe dafür sind solche Entweder-oder-Tests völlig ungeeignet!
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Gruß Fred Steeg
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Fred Steeg
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Beiträge: 60
Bundesland: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 28.08.2006, 11:52    Titel: logische Irreführung Antworten mit Zitat

Um die vorangehende Kritik zu präzisieren, möchte ich zum Punkt:

"Dyskalkulie ist ein mangelndes Vermögen Zahlen in ihrer Quantität zu erfassen" - tautologische Verdoppelung!

noch Folgendes ausführen:

Man kann natürlich sagen, man wolle ein fachspezifisches Wort auf deutsch erläutern bzw. kommentieren - z.B.:

Code:
"Dyskalkulie ist ein mangelndes Vermögen Zahlen in ihrer Quantität zu erfassen"


Dieser Satz enthält jedoch bereits eine Unterstellung, die in dem unschuldig daherkommenden Fremdwort, das zunächst nicht mehr als die Zusammenfassung eines subjektiv unterschiedenen Phämomens ist, nicht enthalten ist, nämlich: Es handele sich bei Dyskalkulie um eine individuelle Störung der Funktionstüchtigkeit der Denkvoraussetzungen. Dies ist falsch!

Der "logische Trick" oder der "logische Irrtum", der den Sachverhalt dann doch so erscheinen läßt, ist der folgende:

Man spaltet/verdoppelt das Phänomen des fehlerhaften, unverständigen Rechnens in Ursache (Vermögen) und Folge (Beobachtungen), wodurch der Schein einer Begründung entsteht. Als Forschungsfeld ist dadurch "automatisch" alles und jedes, was in den Voraussetzungen des Denkens vorkommt, zur möglichen Ursache bzw. zur möglicherweise beschädigten Bedingung erklärt. Ein Zusammenhang zum Erlernen mathematischer Begriffe ergibt sich hier nur noch zufällig oder als Frage der "grundlegenderen oder spezielleren Bedeutung" fürs Denken. Eine wissenschaftlich begründete Notwendigkeit kommt auf diese Weise jedoch nicht zustande. Im Gegenteil: Jede weitere angeblich "grundlegendere" Behauptung über die Dyskalkulie entfernt sich weiter von den beobachtbaren Problemen, je "tiefer" sie in die Tiefen des "Vermögens" geht!

Zitat:

Die Logik des Mathematikversagens aus mathematischer Unfähigkeit, gleichgültig ob multi- oder monokausal gemeint, stützt sich auf ein seit Jahrhunderten gerne verwendetes (ideo-) logisches Verfahren:

Man koppelt ?das Problem? - z.B. die Lernschwierigkeiten von Kindern beim Erlernen von Zahl und Rechnen - inhaltlich von dem ab, worin es besteht - z.B. nämlich von dem konkreten mathematischen Denken und dem Wissensstand der sogenannten rechenschwachen Grundschulkinder. Das Problem erscheint in der so hergestellten theoretischen Ausgangslage dem Betrachter als grundlos bzw. unerklärlich. Dann aber ?entdeckt? man etliche plausible Gründe für Lernschwierigkeiten aller Art in diversen Voraussetzungen des Körpers, der Wahrnehmung, der Denkgewohnheiten, der sozialen Umwelt, der Vererbung, der Begabung und Neigungen, sowie der psychischen Konstitution der Kinder (vgl. Thiel 2001). Weitere Sphären der Begründung könnten ebenfalls zusätzlich plausibel gemacht werden, wenn jemand sich davon einen Nutzen oder auch nur eine ?geistige Versöhnung mit der Wirklichkeit? verspricht. Gründe und Zusammenhänge für die Existenz und Wirksamkeit angeblicher Festlegungen erscheinen als zwingend, aufgrund der Normabweichung, die durch schulische Auslese bereits manifestiert wurde. Die schulisch hergestellte ?Abweichung? wird damit zwar nicht geklärt, aber der logische Zirkel der zu verplausibilisierenden Notwendigkeit wird geschlossen. In frecher Ignoranz gegenüber den nicht verstandenen Lerninhalten schreibt man damit den Kindern eine angeblich an ihnen auffindbare ?Mathe-Versagereigenschaft? zu. Das alles macht denjenigen nicht stutzig, der sich geistig bereits vollkommen auf Konkurrenz und Auslese als schicksalhafte Karrierevoraussetzung und vermeintliches intellektuelles ?Lebensmittel? eingelassen hat.

aus: http://www.ifrk-ev.de/content/steeg.htm
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Gruß Fred Steeg
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