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Was geschieht mit unseren Kindern?

 
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Silke
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Anmeldedatum: 22.03.2006
Beiträge: 89
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 21.07.2006, 15:53    Titel: Was geschieht mit unseren Kindern? Antworten mit Zitat

Hallo an alle,

wir hatten am Mittwoch, 19. Juli 2006, ein Gespräch mit dem stellv. Leiter der Schule unserer Kinder.
Es ging um unsere beiden ältesten Kinder, die beide das Schuljahr nicht geschafft haben und die jeweilige Klasse wiederholen müssen. Ich wagte es zu behaupten, dass ich mir einbilde das intellektuelle Potential unserer Kinder sehr wohl einschätzen zu können, daraufhin fragte mich der Schulleiter, woher ich das wissen wolle. Ich erwiderte, dass ich meine Kinder jeden Tag erlebe und mir daher wohl ein Urteil erlauben könne. Daraufhin drückte er sich in einer Art und Weise aus, dass dieses Urteil ja wohl am ehesten den Lehrern zustände.
Er beklagte, dass die Schulen mittlerweile einen Großteil an Erziehungsarbeit übernehmen müssten, wozu sie ja eigentlich gar nicht zuständig wären. Weiterhin wäre es für einen Lehrer unmöglich jeden Schüler gleichermaßen zu fördern.
So erhärtet sich in mir der Verdacht, dass hier möglichst schnell und effizient alle Schüler/innen, die nicht in das System passen, ausgemustert werden müssen, damit sie das Gesamtbild nicht stören.
In der Klasse meiner Tochter sind einige sehr unschöne Dinge vorgefallen, und ich kann die Lehrer heute nur fragen; ?Was habt ihr mit meinem Kind gemacht??
Aus einem wissbegierigen, lernfreudigen Mädchen wurde nach und nach ein frustrierter, lernunwilliger Teenager, der igendwann in diesem Schuljahr dann total blockierte; mir ist schon klar, dass die Kinder während der Pubertät andere Dinge im Kopf haben, als die Schule und dann natürlich auch die Leistungen in den Keller gehen, aber in dem Ausmaß, wie das bei unserer Tochter, und nicht nur bei ihr, der Fall war, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das alleine zu verantworten hat.

Sie hatte, z. Bsp. eine Klassenlehrerin, die ständig am Sticheln war, und manchen Kindern vor der Klasse empfahl eine Familientherapie mit ihren Eltern zu machen.
Unserer Tochter empfahl sie vor der Klasse einen Schulformwechsel; diese Lehrerin unterrichtete gleichzeitig Mathematik; die Arbeiten fielen durch die Bank immer sehr schlecht aus, aber falls nötig ließ sie sie immer genehmigen. Was soll das? Ich sehe, dass ein Großteil der Schüler den Stoff nicht begriffen hat, trotzdem lasse ich die Arbeit genehmigen und die Kinder im Regen stehen.
Sie war nicht die Einzige, die so verfuhr; der Geschichtslehrer kündigte an, dass er, falls die Lernkontrolle schlechter ausfallen würde, als gedacht, er die Bewertungskriterien entsprechend anpassen würde, damit er die Arbeit nicht genehmigen lassen muss.
Chemie-Arbeit: das gleiche Spiel, musste genehmigt werden.
Physik-Arbeit, meine Tochter hatte sich mit meinem Mann zusammen auf die Arbeit vorbereitet; zu diesem Zweck hatte sie sich einen DIN A 4-Lernzettel geschrieben, auf dem sie in Stichpunkten die Themenblöcke skizziert hatte.
Die Arbeit wird geschrieben, meine Tochter schrieb auf einem College-Block, der Lehrer kommt und sagt, er möchte nur ein Blatt auf dem Tisch sehen. Daraufhin reißt sie das Blatt ab und legt den Block auf den Stuhl neben sich. Eine Viertelstunde vor Ende der Arbeit hebt er den Block hoch, dabei fällt der Lernzettel heraus. Der Lehrer lässt sie aber die Arbeit zu Ende schreiben, und äußert sich nicht zu dem Vorfall.
Die Arbeit wird zurückgegeben, Note 6 wegen Täuschungsversuch; unsere Tochter hatte den Lernzettel im College-Block liegen, beteuerte mir aber, dass sie gar nicht wusste, dass der Zettel noch darin liegt. Da ich meine Tochter kenne, glaube ich ihr das sogar. Der Lehrer sagte dann zu ihr, dass sie auch im Zeugnis die Note 6 bekommen wird; daraufhin machte mein Mann sofort einen Termin mit ihm aus, bei dem der Lehrer meinem Mann beteuerte, dass sie sich durchaus noch auf eine 4 oder sogar eine 3 verbessern könnte.
Auf die Frage meines Mannes, warum er ihr die Arbeit nicht sofort weggenommen hätte, sagte er, er wollte keine Unruhe in die Klasse bringen.
Unsere Tochter erzählte uns später, das der Lehrer ihr am Tag vor dem Termin mit meinem Mann noch gesagt hätte, sie könne sich sowieso nicht mehr verbessern.
Wen wundert es da, dass die Kinder dann irgendwann total zumachen. Ich habe Verständnis für die Entscheidung des Lehrers, aber muss er unserer Tochter nicht die Möglichkeit geben sich zu verbessern?

Ich habe 3 Kinder und wenn mir jemand vor 6 Jahren erzählt hätte, was da auf mich zukommt, ich hätte ihn ausgelacht. Die Schule ist für mich mittlerweile zum absoluten Haß-Thema geworden. Ich erlebe jeden Tag wie die Kinder, nicht nur meine, beleidigt,
diskriminiert und fertiggemacht werden; Eltern werden belogen und nicht ernst genommen, und keiner dieser sogenannten Pädagogen, fragt sich, warum Lehrer in diesem Land so einen schlechten Ruf haben.

Das sind so meine Eindrücke vom Schulalltag in Deutschland !

Liebe Grüße

Silke
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Einen Menschen erziehen heißt, ihm zu sich selbst verhelfen (Peter Altenberg)
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 21.07.2006, 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Volle Zustimmung. Ich habe ähnliche Erfahrungen........-und eine ähnliche Meinung.

Kannst du bitte so gut sein, deinen obigen Aufschrieb auch in anderen Foren zu veröffentlichen?

Z.B. bei grundschultreff.de und bei schulthemen.de?

Danke, M.
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Marlene Mayer



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Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 21.07.2006, 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

ich kenne das was du schreibst nur zu gut, auch meinen Kindern ist es so ähnlich ergangen und ergeht es ihnen noch immer so.

Lieber Gruß

Marlene
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Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 23.07.2006, 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,
Zitat:
Silke: "Ich wagte es zu behaupten, dass ich mir einbilde das intellektuelle Potential unserer Kinder sehr wohl einschätzen zu können, daraufhin fragte mich der Schulleiter, woher ich das wissen wolle. Ich erwiderte, dass ich meine Kinder jeden Tag erlebe und mir daher wohl ein Urteil erlauben könne. Daraufhin drückte er sich in einer Art und Weise aus, dass dieses Urteil ja wohl am ehesten den Lehrern zustände."

Leider haben Lehrer davon aber nun gar keine Ahnung! Für sie ist ein Kind vor allem dann fähig, wenn das Kind in der Lage ist gute Noten zu bekommen. Und das hängt vor allem davon ab, ob Lernstil, Temperament und Persönlichkeit zufällig übereinstimmen. Mir ist noch kein Lehrer begegnet, der auch nur annähernd eine Vorstellung vom Begabungspotentials eines Schülers hatte.

Zitat:
Silke: "Er beklagte, dass die Schulen mittlerweile einen Großteil an Erziehungsarbeit übernehmen müssten, wozu sie ja eigentlich gar nicht zuständig wären. Weiterhin wäre es für einen Lehrer unmöglich jeden Schüler gleichermaßen zu fördern."

Auch von deutschen Lehrern wird mittlerweile erwartet, dass sie alle ihre Schüler fördern, das hessische Schulgesetz fordert das schon seit vielen Jahren! Das Gymnasium möchte ich sehen, das Erziehungsarbeit übernimmt! Bei uns werden bei Dizsiplinproblemen der Lehrer sofort die Eltern verantwortlich gemacht. Die Eltern werden aufgefordert dafür zu sorgen, dass ihre Kinder im Unterricht nicht durch schwätzen stören! Sollen wir einen fernbedienten Elektroschocker einsetzen oder was? Meine höfliche Nachfrage, ob die Unruhe nicht auch mit dem wenig ansprechenden Unterricht zusammenhängen könnte, wurde mir sehr übel genommen! Häufig langt es doch schon, um als verhaltenauffällig zu gelten, dass ein Schüler eine abweichende Meinung vertritt! Andererseits werden aber depressive, magersüchtige und auch sich selbstverletzende SchülerInnen einfach übersehen. Der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck sagte in einem Interview zum Thema Gewalt:
Zitat:
Die gewaltreichsten Schulen sind die Gymnasien, aber das ist keine aggressive Gewalt, sondern eine Gewalt, die bei Krankenkassen gezählt wird. Gymnasiasten neigen zur autoaggressiven Gewalt, zur Gewalt gegen sich selbst. Das äußert sich unter anderem in Migräne, Magersucht, Neurodermitis, Fresssucht, Drogen und Selbstverletzung. An den Gymnasien haben wir es mit Schülern zu tun, die in ihren Familien in der Regel gelernt haben, dass man andere nicht verletzt. Sie haben allerdings nicht gelernt, was sie tun können, wenn sie Probleme haben. http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,3926827,00.html


Zitat:
Silke: "Ich erlebe jeden Tag wie die Kinder, nicht nur meine, beleidigt, diskriminiert und fertiggemacht werden; Eltern werden belogen und nicht ernst genommen, und keiner dieser sogenannten Pädagogen, fragt sich, warum Lehrer in diesem Land so einen schlechten Ruf haben."


Wie soll man Kinder auf diese Probleme, diesen Umgang, wie du ihn beschreibst und wie ihn auch viele andere erleben, vorbereiten?

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Silke
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Beiträge: 89
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 25.07.2006, 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo an alle,

aufgrund der Bitte von Momo habe ich meinen Beitrag
?Was geschieht mit unseren Kindern?? ins Schulthemen-Forum eingestellt.
Ich kannte dieses Forum bis dahin nicht; was sind das für Leute, die da schreiben? Sind das alles Lehrer?
Mit meinem Beitrag wollte ich eigentlich nur zeigen, wie verletztend und diskriminierend manche Lehrer mit ihren Schülern umgehen, und wie ohnmächtig die Kinder sich dabei fühlen, denn, im Falle meiner Tochter, sie ist zwar schon 16 fast 17, aber sie ist trotzdem noch ein Kind.
Stattdessen entbrennt jetzt in diesem Forum eine Diskussion über den angeblichen Täuschungsversuch meiner Tochter in der
Physik-Arbeit, und ich darf mir jetzt Sätze wie

?Wenn der Stoff umfangreich und das eigene Wissen schmal ist, braucht man halt einen entsprechend umfangreichen Spickzettel. Ich habe in meiner - noch recht kurzen - Berufspraxis schon viel dümmere Betrugsversuche als die Wahl eines zu auffälligen Zettels erlebt.?

und

?Möglicherweise, weil es für eine Schülerin die vielleicht nicht versetzt wird wesentlich angenehmer ist, wenn sie in den Augen der Eltern zumindest bei einer der schlechten Zensuren als Opfer eines pedantisch-fiesen Lehrers und nicht als erwischte Betrügerin dasteht??

ansehen.

Hallo, was ist das für ein Umgangston? Wenn das wirklich zum Großteil Lehrer sind, dann wundert mich nichts mehr.
Mit solchen Reaktionen hatte ich nicht gerechnet.

Liebe Grüße

Silke

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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 25.07.2006, 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Das Schulthemen-Forum ist ein "Ableger" von lehrerforen.de ...
Dort waren "kritische Eltern" irgendwann nicht mehr erwünscht.
Deshalb haben sie (um wieder unter sich zu sein bei lehrerforen.de) das Schulthemen-Forum ins Leben gerufen.

Ja, sie sind wohl "Lehrer" (oder Leerer???)

Einige würden vermutlich einem Kind erst glauben, dass es von einem Kollegen geschlagen oder missbraucht worden ist, wenn sie direkt daneben gestanden und zugesehen hätten...

Ich hatte so eine Lehrer-Reaktion vermutet - aber ich hatte immer die Hoffnung, dass der eine oder andere sowas wie Unrechtsbewusstsein haben möge - stattdessen der gleiche Korpsgeist, den wir so oft direkt in Schulen erleben - zum Nachteil unserer Kinder.

Und aus unserer Steuergeldern zahlen wir auch noch deren Gehälter...

Gestern war ich privat mit jemandem aus "Schule" unterwegs...- jemand, der Förderung von Kindern als seine Aufgabe ansieht, jemand, der nicht von Fehlergeilheit durchdrungen ist, nicht vom Selektionswahn beherrscht...
Dafür wird dieser jemand offenbar von Teilen des Kollegiums ausgegrenzt (Neider für den Erfolg bei Schülern und Eltern...)

Jedenfalls hat dieser jemand gute Kontakte - und hat mir noch mal aus eigenem Erleben bestätigt, dass mein Empfinden "wahr" ist... - man wollte meine Kinder (bzw. damit mich!) per gezielte Attacken von der Schule entfernen.

am besten aus jeder gymnasialen ausbildung - mit sonderpäd. Förderbedarf ´und damit Abschieben auf eine andere Schulform.

Das war ein Eigentor - da die Sonderpäds unbestechlich waren und PRO-Gym bei entsprechender Hilfe entschieden.
Das kost' jetzt viel mehr als wenn man meinem sohn gleich und unbürokratisch geholfen hätte.

Momo
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Doris Carnap
Moderatorin


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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 26.07.2006, 08:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

ich finde die Diskussionen im Schulthemenforum immer überaus interessant, weil Lehrer dort, genau wie im Lehrerforum, die Öffentlichkeit an ihrer manchmal sehr beschränkten Denkfähigkeit teilhaben lassen und das ohne jegliche Hemmungen.

In deinem Beispiel geht es um einen angenommenen Täuschungsversuch und den Umgang damit. Der Rechtsgrundsatz 'in dubio pro reo' scheint in der Schule unbekannt zu sein. Niemand darf in einem Supermarkt die Taschen der Kunden nur auf einen Verdacht hin kontrollieren, der Kunde muss beim Diebstahl direkt beobachtet worden sein. Lehrer sind bei ihren Schülern da doch vorschnell bei dem Urteil: das war eine Täuschung, obwohl sie diese Täuschung nicht gesehen haben. Und genau das ist der kritische Punkt.

Ich habe folgendes mit meinem Sohn erlebt, es ging um eine Mathearbeit in dem Schulhalbjahr, in dem es um die Empfehlung für die weiterführenden Schule ging. Mein Sohn hatte eine 'fünf' bekommen, obwohl er die richtigen Lösungen hingeschrieben hatte und er 'den Stoff' beherrschte, weil: kein Rechenweg, keine Punkte. Das fand ich schon happig. Ich habe mir ganz spontan die letzte Textaufgabe von meinem Sohn vorrechnen lassen, um zu überprüfen, ob er auch wirklich wusste, um was es ging und er wusste es. Diese Reaktion hätte ich auch von dem Lehrer erwartet, bevor er die Arbeit bewertet, hätte er das doch überprüfen können, ob sein Schüler den Stoff beherrscht, denn darum geht es doch in einer Arbeit zum Ende einer Lerneinheit. Das Gespräch mit dem Lehrer daraufhin war interessant, sein Standpunkt war, er habe schließlich vorher angekündigt, dass die Rechenwege im Heft stehen müssen, also hatte mein Sohn die Regel nicht beachtet, und wer die Rechenwege nicht im Heft stehen hat, hat abgeschrieben. Mein Sohn wiederum erklärte, sein Lehrer habe gesagt, dass schwieige Rechenwege schriftlich festgehalten werden müssen und das war ja wohl nicht schwierig. Lehrer gehen meist sehr unkritisch davon aus, dass ihre Mitteilungen eindeutig (und verständlich) sind und wenn etwas schief geht, liegt es am Schüler und der hat auch selbstverständlich die Konsequenzen zu tragen!

Doris
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Silke
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BeitragVerfasst am: 26.07.2006, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris,

das was du mit deinem Sohn erlebt hast, kenne ich auch.
Unser Sohn ist auch ein mathematisch begabter Schüler, d. h. er rechnet anders als andere, vieles davon im Kopf.
Auch mein Mann hat ihn getestet, und sich von ihm erklären lassen, wie er die Aufgaben rechnet, aber die Lehrer sind einfach nicht bereit das anzuerkennen. Das bringt ihm dann immer wieder Noten ein, die im Schnitt mindestens eine Note unter seinem Leistungsvermögen liegen, und das bei ihm, der dringend eine gute Mathematik-Note für eventuellen Ausgleich braucht.
Dieses Spiel machen wir schon seit Jahren mit, dieses Jahr auch wieder, und langsam bringt mich das ans Ende meiner Geduld.

Ich werde, glaube ich, mir noch eine passende Antwort für das Schulthemenforum einfallen lassen, denn was da als Reaktion auf meinen Beitrag passiert ist doch krank.

Liebe Grüße

Silke
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 28.07.2006, 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,
Zitat:
"Ich werde, glaube ich, mir noch eine passende Antwort für das Schulthemenforum einfallen lassen, denn was da als Reaktion auf meinen Beitrag passiert ist doch krank."

Das ist leider der ''normale' Ton auf Probleme die Eltern mit Schule und Lehrern haben. Und wie im wirklichen Leben macht eine derartige Einstellung einen Austausch häufig unmöglich.

Auf der Seite "Bildung.Hessen" findet sich ein Beitrag von Christian Kubina darüber "Was Lehrerinnen und Lehrer können sollten". Folgende Kompetenzen sind dort kurz beschrieben:
Zitat:

Diagnostische Kompetenz
Lehrerinnen und Lehrer sind befähigt, Lernfortschritte und Leistungsprobleme ihrer Schülerinnen und Schüler zu erfassen, zu beschreiben und zu beurteilen. Sie überprüfen entsprechend ihr pädagogisches Handeln.

Sachkompetenz
Lehrerinnen und Lehrer können mit den zu vermittelnden Lerninhalten souverän umgehen. Sie beherrschen die wissenschaftlichen Grundlagen ihres Fachs. Sie vermögen es, begründet einzuschätzen, wie sich die Inhalte von den Schülerinnen und Schülern alters angemessen lernen lassen.

Didaktische Kompetenz
Lehrerinnen und Lehrer können das jeweilige Unterrichtsthema intentional und sachlich fundiert erschließen. Sie beherrschen die Inhaltsanalyse und sind in der Lage, wichtige Lernziele eindeutig zu formulieren und in einen Gesamtzusammenhang zu stellen.

Methodische Kompetenz
Lehrerinnen und Lehrer können ihren Unterricht methodisch vielfältig und anspruchsvoll planen und gestalten. Sie vermögen es, ihre Schülerinnen und Schüler methodisch vielseitig und nachhaltig zu fordern und zu fördern.

Instruktionskompetenz
Lehrerinnen und Lehrer sind in der Lage, den jeweiligen Lernstoff verständlich darzubieten. Sie sorgen mit entsprechenden Impulsen und Fragen dafür, dass ihre Schülerinnen und Schüler mit Verständnis und Nachhaltigkeit lernen. Sie stützen sich dabei auf grundlegende Regeln der Rhetorik, der Visualisierung und der
Präsentation.

Moderationskompetenz
Lehrerinnen und Lehrer organisieren und moderieren Lernprozesse, die ihre Schülerinnen und Schüler vielschichtig aktivieren und zum Aufbau durchdachter Wissens- und Handlungsstrukturen veranlassen. Sie ermutigen auch zum Lernen nach dem Prinzip ?trial and error?.

Beratungskompetenz
Lehrerinnen und Lehrer planen und führen gezielte Beratungsgespräche mit ihren Schülerinnen und Schülern, aber auch mit Eltern. Sie können sensibel beobachten, zuhören und angemessen reagieren.

Emotionale Kompetenz
Lehrerinnen und Lehrer identifizieren sich mit ihrer pädagogischen Arbeit. Sie zeigen entsprechende Leidenschaft auf der fachlichen und auf der interaktiven Ebene. Sie übermitteln durch ihr Verhalten den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen Optimismus, Wärme, Gelassenheit und Empathie. Sie strahlen Ruhe, Fairness, Offenheit und Frustrationstoleranz aus.

Klassenführungskompetenz
Lehrerinnen und Lehrer sind dazu fähig, ihre eigene Klasse zu führen. Sie können motivieren und Störungen wirkungsvoll begegnen. Sie kennen nicht nur ihre formalen Pflichten, sondern lösen diese auch korrekt ein.

Kooperationskompetenz und Teamfähigkeit
Lehrerinnen und Lehrer besitzen die Fähigkeit und sind bereit, im Team zu arbeiten. Sie beachten und befolgen die Regeln erfolgreicher Teamarbeit. Sie sind in der Lage, nach Bedarf neue Teams zu bilden und bemühen sich stets um effektive
Arbeitsbedingungen und Arbeitsprozesse.
http://meko.bildung.hessen.de/schulentwicklung/m2_einf_ck.pdf


Das hört sich doch gut an - nur wer überprüft in der Praxis welche der Kompetenzen vorhanden sind?

Doris
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