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Bayern-Mangelhaft für Minister

 
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 28.07.2006, 14:18    Titel: Bayern-Mangelhaft für Minister Antworten mit Zitat

Am letzten Schultag ist der Tag der Wahrheit
http://www.augsburger-allgemeine.de...._regid,2_arid,764903.html


Am Freitag gibt es Zeugnisse für Schüler - "Mangelhaft" für Minister Schneider

Von unserer Redakteurin Ursula Ernst

Augsburg
Es ist wieder soweit: Das Schuljahr ist zu Ende, lange und hoffentlich entspannende Ferien liegen vor Schülern und Lehrern. Und es werden die Zeugnisse verteilt. Heuer hagelt es regelrecht Noten. Traditionell sind natürlich erst einmal die Schüler betroffen, diesmal muss sich aber auch Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider benoten lassen, der wiederum stellt seinen Lehrern Zeugnisse aus.

Der Kultusminister lobt das Engagement in den Schulen: Pädagogen leisteten "engagierte Erziehungsarbeit", die Schüler hätten "fleißig und engagiert mitgearbeitet". Sein Resümee: "Das vergangene Schuljahr hat Schülern, Eltern und Lehrkräfte vor große Herausforderungen gestellt, ihnen aber in der Regel auch viele positive Erfahrungen im Schulalltag beschert."

Für Schneider selbst gibt es nur "mangelhaft". Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezieht sich in ihrer Kritik am Schulwesen auf den Bildungsbericht des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB). Der Bericht bestätigt die Erkenntnisse der Pisa-Studie. Einkommen der Eltern, Nationalität und regionale Herkunft sind die entscheidenden Kriterien für den Besuch weiterführender Schulen. Nur wenige ausländische Kinder schaffen den Übertritt in Realschulen und Gymnasien. 74 Prozent der Kinder bleiben an der Hauptschule, im Bayernschnitt sind es 44 Prozent. 25 Prozent der Hauptschulabsolventen bleiben ohne Ausbildungsplatz. Der bayerische GEW-Vorsitzende Oskar Brückner bezeichnet das Schulsystem als ungerecht, weil es nicht gelingt, Schüler nach ihren Fähigkeiten zu fördern.

Wenn die Noten fatale Folgen für die Zukunft von Kindern bekommen können: Sitzenbleiben bzw. Durchfallen allein ist schon für viele Schüler eine persönliche Niederlage und schwer zu verkraften. Besonders an der Schnittstelle von altem neunjährigem Gymnasium und dem neuen G 8, der achten Jahrgangsstufe, spielen sich Tragödien ab. Für diejenigen, die wegen ihrer schlechten Noten keine Chance auf ein Vorrücken auf Probe haben, wird es nämlich schwierig.

Wenn sie die 8. Klasse wiederholen wollen, müssen sie ein Jahr in der zweiten Fremdsprache nachholen - das G8 ist hier ein Jahr voraus. Sollte das wegen Schwächen im sprachlichen Bereich nicht möglich sein, dann müssen Schüler in die siebte Jahrgangsstufe zurück und sind damit zwei Jahre älter als ihre Mitschüler. Natürlich können sie in die Realschule wechseln, aber auch da sollten sie den sprachlichen Zweig wegen der zweiten Fremdsprache meiden. Mithilfe von Intensivierungsstunden will man am G 8 die Durchfallerquote drastisch senken. Im ersten G-8-Jahr hatte das schon geklappt.

Wächst der Notendruck auf die Schüler, profitieren Nachhilfeangebote aller Arten: Bundesweit freuen sich über 3000 Nachhilfestudios über immer mehr Schüler. Vor allem die Einführung des G8 in Bayern und Baden-Württemberg habe ihnen Zuwächse beschert, so der Bundesverband der Nachhilfeschulen. Jeder dritte Schüler bekommt derzeit Nachhilfe, jeder zweite hat während seiner Schulkarriere Bedarf.

Vor den Nachhilfeangeboten von Scientology warnt der Deutsche Philologenverband (Berufsorganisation der Gymnasiallehrer). Die Sekte weite ihre Lerncenter immer mehr aus, so der Vorsitzende Hans-Peter Meidinger. Sie sei auch in Bayern und Baden-Württemberg aktiv. Dabei werde gezielt Einfluss auf die Kinder genommen. Meidinger rät den Eltern, ehe sie sich für ein Nachhilfestudio entschieden, von anderen Eltern und Schülern Erfahrungsberichte einzuholen. Größte Vorsicht bestehe bei Instituten, die große Versprechungen machen.




Nummern gegen Zeugniskummer

http://www.augsburger-allgemeine.de....63952_puid,1_regid,2.html

Augsburg (tiba). Der Giftzettel liegt auf dem Tisch seines Zimmers. Matthias starrt sein Zeugnis an. So schlecht soll er im ganzen Jahr gewesen sein? "Ungenügend", "ausreichend", "mangelhaft". Klassenziel nicht erreicht. Matthias starrt weiter auf das Blatt. Langsam kriecht Verzweiflung in ihm hoch. "Wie soll ich das nur Mama und Papa beibringen?"

Natürlich, nicht in jedem Kinderzimmer in Bayern spielt sich diese erfundene Szene in dieser Woche so ab. Manch ein Kind oder Jugendlicher wird sogar freudestrahlend den Eltern das Zeugnis unter die Nase halten. Doch nicht wenige Schüler haben zumindest ein bisschen Bammel, wenn sie den Eltern den "Fresszettel" präsentieren müssen. Schließlich ist das Schuljahr über nicht immer alles optimal gelaufen.

Auch manche Eltern bangen vor dem Tag, wenn Tochter oder Sohn mit dem Zeugnis nach Hause kommen. Denn ist das Zeugnis unterdurchschnittlich, müssen sie sich Alternativen und Lösungen überlegen - Nachhilfe, freiwillige Wiederholung sind dabei nur Stichworte.

Für alle, die bei der Suche nach einem Weg aus dem Zeugnisschlamassel professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, gibt es hier Ansprechpartner:

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Schulberatung Bayern in Schwaben:
Hallstraße 9, 86150 Augsburg, Telefon 0821-50 91 60
Zeugnisberatung am 27. Juli 2006, 28. Juli 2006, 31. Juli 2006 1. August und 2. August von 8 bis 16 Uhr.
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Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung durch die katholische Jugendfürsorge Ausgsburg, oft vor Ort, unter anderem in
Augsburg Telefon 0821-4554-100, Neu-Ulm 0731-76050, Illertissen 07303-5566 oder Günzburg 08221-31078
*
Evangelische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche
Oberbürgermeister-Dreifuß-Straße 1, 86153 Augsburg, Telefon 0821-59776-0
*
Kinderschutzbund:
Montag bis Freitag zwischen 15 und 19 Uhr kostenlose und anonyme Beratung unter Telefon 0800-11 10 333.
*
Vertrauenslehrer vor Ort
An den meisten Schulen gibt es Vertrauenslehrer, die sich der Probleme von Schülern annehmen
*
Bundeskonferenz für Erziehungsberatung:
Online-Hilfe mit Chat und bei einer Einzelberatung.


"Es gibt immer eine Lösung"

http://www.augsburger-allgemeine.de....64000_puid,1_regid,2.html
Keine Angst vor dem Zeugnis, rät der Psychologe sowohl Eltern als auch Schülern

Zeugnisvergabe: Dann werden viele Schüler jubelnd den Schulhof verlassen, ebenso viele aber werden mit betrübtem Gesicht und zitternden Fingern zu Hause ihr Zeugnis präsentieren. Über den Tag der "Giftzettel" hat Margot Weber mit Wolf-Dieter Schuster gesprochen, dem Schulpsychologen am Landratsamt Augsburg.

Frage: Herr Schuster, wie sollen Eltern reagieren, wenn das Zeugnis nur so vor schlechten Noten strotzt?

Schuster: Meistens wissen Eltern vorher, wie gut oder schlecht ihr Kind in der Schule ist und können sich auf die Situation vorbereiten. Sollten sie dennoch überrascht oder geschockt sein von dem, was sie da lesen, gilt prinzipiell: erst einmal Ruhe bewahren.

Frage: Kein Schimpfen, kein Schreien?

Schuster: Es hilft nichts, wenn Eltern ausrasten oder gleich mit Verboten und Strafen drohen. Da wächst nur der Trotz der Kinder.

Frage: Wie sollte man sich im Idealfall als Mutter und Vater verhalten?

Schuster: Wichtig ist es, nach dem ersten Schock ein bisschen Zeit vergehen zu lassen. Dann sollten Eltern mit ihrem Kind in einem ruhigen Gespräch über die Probleme reden und Lösungen suchen. Dabei dürfen sie durchaus ihrem Sprössling zeigen, dass sie enttäuscht sind, dass ein gewisser Unmut herrscht. Aber sie sollten ihr Kind nicht nur auf Leistungen reduzieren, denn nicht der Mensch ist schlecht, sondern eben besagte Noten sind es.

Frage: Und wenn die Noten gut sind? Was halten Sie von Belohnungen, von Geld?

Schuster: Ich kann nur dringend davon abraten, den Kindern und Jugendlichen für gute Leistungen Geld zu geben. Anerkennung ist natürlich sehr wichtig, aber nicht in Form von Scheinen. Viel sinnvoller wäre etwa ein gemeinsamer Ausflug oder ein Kinoabend.

Frage: Was können Schüler tun, wenn sie plötzlich die nicht so schöne Realität auf dem Stück Papier erkennen?

Schuster: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Natürlich erst einmal mit den Eltern sprechen -­ auch über Nachhilfe-Möglichkeiten. Wenn dies problematisch ist, denn pubertierende Jugendliche reden nicht offen mit Mama und Papa, dann könnten sie sich an Freunde wenden. Sicherlich richtig ist auch der Gang zum Klassenlehrer oder Beratungslehrer. Zusammen können sie dann erarbeiten, was man gegen die 4er oder 5er im Zeugnis tun kann.

Frage: Am Tag der Zeugnisausgabe können Schüler auch so genannte Notruf-Nummern anrufen. Wie funktioniert das?

Schuster: Es gibt verschiedene Einrichtungen, die eine Beratung anbieten. Auch mich können Schüler der Grund- und Volksschulen oder deren Eltern am 17. Februar anrufen. Diese Nummern hängen in den Schulen aus.

Frage: Mit welchen Sorgen rufen denn Jugendliche bei Ihnen an?

Schuster: Nun, sie fragen, wie es schulisch weitergehen kann, an wen man sich für ausführliche Beratungen wenden soll. Ich rate dann immer zu einem runden Tisch mit allen Beteiligten. Und ich muss immer wieder dafür eintreten, erst einmal ein bisschen Zeit vergehen zu lassen und keine Angst zu haben. Ich warne vor jeglichen emotionalen Kurzschlusshandlungen. Es gibt immer eine Lösung!


Berühmte "Sitzenbleiber"


http://www.augsburger-allgemeine.de....63960_puid,1_regid,2.html
Augsburg (liwe/mz). Probleme in der Schule? Die hatten andere auch. Irgendwie ist trotzdem was aus ihnen geworden.

Aus Verona Pooth (Ex-Feldbusch) zum Beispiel eine reiche Frau mit durchaus respektabel zu nennendem Bekanntheitsgrad.

Sechsmal hat sie die Schule gewechselt, um die letzte am Ende doch ohne Abschluss zu verlassen.


Thomas Mann: Zweimal schreiben musste der große deutsche Schriftsteller die Prüfungen zur Mittleren Reife.

Edmund Stoiber: Landtagswahlen gewann der bayerische Ministerpräsident bislang quasi im Schlaf, für die 7. Klasse aber benötigte er zwei Jahre.

Albert Einstein: Das Physik-Genie hatte die künstlich autoritären Zustände und die Beschimpfungen an seiner Münchner Schule satt und suchte bereits mit 15 Jahren das Weite. Das Abitur holte er in der Schweiz nach. Im Zeugnis standen weitgehend Fünfen und Sechsen. In der Schweiz sind das allerdings die besten Noten.

Harald Schmidt: In der 12. Klasse verging dem intellektuellen Witzbold das Lachen.

Mehmet Scholl: Fremdsprachen sind nicht gerade die Stärke des Fußballspielers, er fiel wegen Latein und Französisch durch.

Ulrich Wickert: Mister Tagesthemen hatte in der Schule keinen so guten Überblick über das Weltgeschehen wie heute ­ angeblich aus Langeweile.

Zeugnisse sind kein Grund zum Fürchten
Paula Print spricht mit Grundschulrektor über die Giftzettel

http://www.augsburger-allgemeine.de....64003_puid,1_regid,2.html
Von Paula Print und Sarah Ritschel, Untermeitingen

Paula Print ist schon ganz aufgeregt -­ bald bekommt sie ihr erstes Arbeitszeugnis! Hoffentlich ist nur ganz viel Lob darin enthalten. Aber was, wenn sie doch keine so gute Beurteilung erhält? "Zum Glück bin ich nicht allein, die Schüler bekommen ja auch ihr Zeugnis", denkt die Zeitungsente, um sich zu beruhigen. Aber eigentlich muss man vor dem Zeugnistag doch gar keine Angst haben, oder? Paula holt sich Rat bei jemandem, der es wissen muss ­- dem Rektor der Grundschule Untermeitingen, Rudolf Kreuzer.


Genau 347 Jahreszeugnisse musste der Schulleiter diesmal unterschreiben. "Warum gibt es überhaupt so ein Zeugnis?", quakt Paula. "Kann man nicht einfach ohne Noten in die Schule gehen?" "Nein, das geht leider nicht", antwortet Rudolf Kreuzer. "Das Zeugnis ist vor allem als Information für die Eltern gedacht. Sie können darin nachlesen, wie es ihrem Kind in der Schule geht."

Eltern sollen nicht für schlechte Leistungen bestrafen, sondern sich vielmehr regelmäßig bei den Lehrern informieren. "Dafür gibt es die so genannten Sprechstunden", erklärt der Schulleiter. "Was macht man denn in so einer Sprechstunde?", fragt Paula neugierig weiter. "Wenn ein Kind Probleme in der Schule hat, versuchen Lehrer und Eltern gemeinsam, diese zu lösen", verrät Rudolf Kreuzer. "Gar nicht so schlecht, eine Sprechstunde", findet unsere Zeitungsente.

Etwas Ähnliches kennt Paula aus der Redaktion. Regelmäßig kommen dort alle Mitarbeiter zusammen und besprechen, was man an der Zeitung noch verbessern könnte. Wenn Paula keine Lust zum Arbeiten hat und lieber baden geht, wird sie manchmal deswegen ermahnt. Sie solle sich ein bisschen mehr anstrengen, sagt dann ihr Chef. Aber wenn die Zeitungsente einen tollen Artikel abgeliefert hat, bekommt sie dafür auch oft ein großes Lob.

Genauso ist es in der Schule -­ manchmal muss man eben etwas fleißiger sein, dann werden die schulischen Leistungen schnell besser. Wenn noch dazu die Eltern beim Lernen helfen, lässt sich eine schlechte Note leicht ausbügeln. "Heißt das, man muss vor dem Zeugnis gar keine Angst haben?", forscht Paula Print weiter. "Nein, fürchten muss man sich davor gewiss nicht", beruhigt Rudolf Kreuzer die Ente.

Außerdem hat der Zeugnistag auch viele schöne Seiten: Fällt die Bewertung gut aus, gibt es oft eine Belohnung. Das kann ein leckeres Eis sein, ein Spielzeug "oder ein Besuch im Freibad!", freut sich Paula, der jetzt ganz warm ums Herz wird.
Doch das Beste kommt zum Schluss: Nach der Zeugnisvergabe stehen den Schülern erst einmal sechs Wochen Sommerferien bevor. Da ist selbst eine Fünf in Mathe schnell vergessen.

Sitzenbleiben ist "Schock und Chance"
Sollten "Ehrenrunden" nicht mehr gedreht werden? - Schulleiter sind verschiedener Ansicht

Landkreis Augsburg (kuep).

Heute gibt es Zeugnisse. Allerdings steht nicht auf jedem: Klassenziel erreicht. Für eine ganze Reihe von Schülern heißt es: Nochmal das Ganze. Schadet das "Sitzenbleiben" den Schülern? Oder ist die "Ehrenrunde" doch eher Gelegenheit sich zu verbessern? In Schleswig-Holstein müssen Schüler künftig nicht mehr "nachsitzen". In Bayern besteht seit vergangenem Schuljahr die Möglichkeit zum "Vorrücken auf Probe". Die Schulleiter im Augsburger Land sind unterschiedlicher Ansicht. Sitzenbleiben könne beides sein: Schock und Chance.

54 000 Schüler blieben im vergangen Jahr in Bayern "hängen". In der Realschule Zusmarshausen sind es in diesem Jahr rund 2,5 Prozent der 750 Schüler. Davon müssen allerdings noch die Hälfte in die Nachprüfung. Ist Sitzenbleiben sinnvoll? Schulleiter Horst Walther sagt: "Diese Frage ist grundsätzlich nicht mit ,Ja? oder ,Nein? zu beantworten: Wenn ein Schüler in den Kernfächern Defizite hat, wird er immer wieder Probleme bekommen. Es gibt aber auch Fächer, die Schülern im neuen Schuljahr neue Chancen ermöglichen." Die Leiterin des Neusässer Justus-von-Liebig-Gymnasiums, Christa Lacher, meint: "Für Eltern, Verwandte und Nachbarn ist das häufig wie ein Schock." Für die Kinder sei es schwierig, Lücken mit Gewalt aufzuholen. Aber: "Das Sitzenbleiben kann Chance sein, neu zu starten."

So argumentiert auch der stellvertretende Schulleiter der Meitinger Realschule, Christian Weiß: "Ganz viele Schüler berappeln sich in ihrem Wiederholungs-Jahr und werden danach passable Schüler." Aber auch das "Versetzen auf Probe" habe sich bewährt. Sieben Schüler seien im vergangen Schuljahr unter Vorbehalt versetzt worden. Zwei hätten auf die Hauptschule gewechselt, aber der Rest werde nun die nächste Klasse versetzt. Ein Abschaffen des Wiederholungsjahres hält Weiß für problematisch: "Wenn Schüler schlechte Noten in Kauf nehmen können, dann leidet darunter das Leistungsniveau insgesamt." Außerdem seien die Eltern oft gegen ein Versetzen auf Probe: "Wir hätten viel mehr Schüler versetzen können, aber die Eltern waren der Ansicht, dass es ihren Kindern gut tut, ein Jahr nochmal zu machen."

Elternverband ist dagegen

Die offizielle Meinung des Bayerischen Elternverbandes ist allerdings eine andere. In einer Presseerklärung setzt sich der Verband dafür ein, das Sitzenbleiben abzuschaffen. Vorsitzende Ursula Walther erklärt: "Was nützt es dem Schüler, zehn Fächer, in denen seine Leistung ordentlich war, noch einmal ein ganzes Jahr lang durchzukauen, nur weil er in Geschichte und Französisch Lücken hat."

Auf dem Königbrunner Gymnasium sind 1250 Schüler. 79 von ihnen werden nach jetzigem Stand nicht versetzt. Allerdings sind 35 unter ihnen, die noch in die Nachprüfung gehen. Schulleiter Werner Liessel ist gegen ein vollständiges Abschaffen des Wiederholens: "Es geht darum, für die Schüler den bestmöglichen Weg zu finden. Aber wenn die Zensuren nicht stimmen, dann muss es Sanktionsmöglichkeiten geben. Die Schule ist kein Selektionsinstitut, aber weil es verschiedene Schultypen gibt, muss es die Möglichkeit geben, einen Schüler nicht zu versetzen." Nicht jeder Schüler sei für das Gymnasium geeignet.

Dennoch hält Dr. Helmut Härle, Schulamtsdirektor im Staatlichen Schulamt Augsburg, nichts vom Sitzenbleiben. Er findet klare Worte: "Sitzenbleiben lassen ist für mich eine Dinosaurier-Reaktion. Das ist Verschwenden von Lebenszeit. Was ist denn eigentlich Schulleistung? Da spielen so viele Faktoren rein." Siehe auch Augsburg-Teil

www.augsburger-allgmeine-land.de/zeugnis
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Die entscheidenden Veränderer der Welt sind immer gegen den Strom geschwommen. Walter Jens
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