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Hochbegabte besser fördern

 
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 11:42    Titel: Hochbegabte besser fördern Antworten mit Zitat

Hallo,

im Februar gab es einen internationalen Kongress an der Evangelischen Akademie Bad Boll zum Thema "Hochbegabte besser fördern". Mittlerweile kann eine CD-ROM dazu in Bad Boll bestellt werden.
Zitat:
Hochbegabte besser fördern
"In Deutschland liegen Begabungen brach", kritisiert der Ulmer Psychologe und Bildungsforscher Prof. Albert Ziegler. Zum Auftakt eines internationalen Kongresses über Hochbegabung in der Evangelischen Akademie Bad Boll sprach er sich am Montag (6.2.06) für mehr individuelle Förderung und eine Qualifizierung der Lehrkräfte aus. In Deutschland herrsche "Aufbruchsstimmung beim Thema Hochbegabung", sagte Ziegler, aber viele Defizite müssten noch aufgearbeitet werden.

Einen Mangel sieht er zum Beispiel in der Ausbildung der Lehrkräfte. Seinen Erkenntnissen nach besuchen weniger als ein Prozent der Lehrerinnen und Lehrer einschlägige Veranstaltungen zur Begabtenförderung an den Universitäten. Insofern sei es auch kein Wunder, dass von 42 Kindern, die an einer von ihm durchgeführten Untersuchung teilgenommen haben, kein einziges als hochbegabt eingestuft worden ist, obwohl bei allen ein Intelligenzquotient von über 130 gemessen wurde.

Stark zulegen sollte man nach Ansicht Zieglers bei der Kindergartenerziehung, der besonders an den Universitäten mehr Bedeutung zugemessen werden sollte. Kritisch sieht Ziegler auch die Situation an den Schulen. "Weniger als ein Prozent der Hochbegabten erhalten eine nachhaltige Individualförderung wie man sie aus anderen Bereichen wie der Musik und dem Sport kennt." Insgesamt komme in Deutschland auf 10.000 Hochbegabte eine einzige Beratungsstelle.[...]

Die Zahl der Hochbegabten wird weltweit auf etwa 150 Millionen geschätzt, mit 1,8 Millionen rechnet man in Deutschland. Der Anteil hoch begabter Kinder im Primarschulbereich liegt bei etwa einem Prozent. An dem noch bis Mittwoch dauernden Kongress in Bad Boll nehmen etwa 240 Bildungsexperten, Pädagogen und Schulpraktiker aus insgesamt 15 Ländern teil.

Uwe Walter
Pressemitteilung


Die TAZ berichtete:
Zitat:
In Deutschland gähnen die Begabten
Eine international besetzte Tagung in Bad Boll zeigt: Für hochbegabte SchülerInnen ist die Schule viel zu langweilig. Das deutsche Bildungssystem hat die Begabtenförderung lange verschlafen. Das muss sich ändern - zum Wohl aller Kinder
Aus BAD BOLL
CHRISTIAN FÜLLER

Abdullah M. al-Jughaiman zieht ein ungläubiges Gesicht. Gerade hat der Gast aus Saudi-Arabien erfahren, dass Schulen hierzulande bereits Zehnjährige in verschiedene Zweige wie Gymnasium und Hauptschule trennen. "Was machen Sie, wenn sich ein Schüler erst mit 15 Jahren als besonders begabt erweist?", fragt der Wissenschaftler, der in Riad mit der König Abdulasis-Stiftung hochbegabte Saudis fördert. "Ich dachte, Deutschland hätte ein modernes Schulsystem?"

Wie al-Jughaiman ging es vielen bei der Konferenz "Hochbegabtenförderung weltweit". Die Experten reisten aus Amerika und Australien, aus Russland und China an, wo es teils eigene Studienprogramme zur Förderung besonderer Talente gibt. In der Evangelischen Akademie in Bad Boll lernten sie ein Land kennen, das seinen unerkannten kleinen Genies erst neuerdings Aufmerksamkeit schenkt.

"Jeden Tag schleppen hochbegabte Schüler ihren Körper in die Schule, um ihn dort nur abzustellen", beschrieb der Präsident des Weltverbandes für besonders begabte und talentierte Kinder, Den-Mo Tsai, den Schulalltag Begabter. Sein Vorschlag: kreativer Unterricht, der auf die individuellen Interessen eingeht. "Wenn Schüler sich so sehr unterscheiden, warum sollen wir sie im Unterricht alle gleich behandeln?"

Die Neugierde für Hochbegabung in Deutschland ist immens. Überall entstehen Beratungsstellen und Einrichtungen, die Hochbegabte als solche identifizieren. Es gibt Kinderakademien, Möglichkeiten der früheren Einschulung und vor allem: ein neues Verständnis. "Die Lehrer merken inzwischen, dass es sich um Hochbegabte handelt und nicht um Kinder, die nur nerven", sagte der Begabungsforscher Christoph Perleth von der Uni Rostock.

Trotz des Interesses wird es langsam eng für die deutsche Schule. Die UN schickt einen Sonderbotschafter, um die Einhaltung des Rechts auf Bildung für Migranten und untere Schichten zu begutachten (siehe Bericht auf Seite 18 ). Zugleich zeigen Studien, dass die Leistungsspitze der Schüler dünn ist. Probleme sind die Identifizierung der IQ-starken Schüler - und adäquater Unterricht. Oft werden die kleinen Einsteins oder Marie Curies nicht entdeckt, weil sie aus Langeweile gar nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Oder weil sie in anderen Mustern denken als der Lehrer.

"Wenn man mit so extrem individuellen Schülern arbeitet", berichtet Christine Hochmuth vom Deutschhausgymnasium in Würzburg, "dann geht das nicht mit den traditionellen Formen von Schule." Hochmuths Gymnasium hat seit fünf Jahren Modellklassen für Hochbegabte. Die Lehrer dort arbeiten in Teams, sie versuchen das forschende Lernen der Schüler in Projekten zu fördern. Den Experimenten sind aber etwa durch den 45-Minuten-Takt der Schulstunden Grenzen gesetzt. "Ich möchte aber, dass die Schüler ihre Potenziale so ausschöpfen, wie sie es wollen. Wir Lehrer sind nur begleitende Experten."

Für Hochmuth geht es bei Begabtenförderung nicht darum, "den Kindern möglichst viel Wissen in den Kopf zu stopfen". Ihre Schule verfolgt den Ansatz, die Schüler in ihren oft widersprüchlichen Persönlichkeiten ganzheitlich wahrzunehmen - und das Schulsystem weiterzuentwickeln. "Denn was für den Unterricht Hochbegabter gilt, muss für alle Schulen gelten."

taz Nr. 7892 vom 8.2.2006, Seite 6, 112 TAZ-Bericht CHRISTIAN FÜLLER
http://www.taz.de/pt/2006/02/08/a0087.1/textdruck


Zitat:
Beyond Standards - Hochbegabtenförderung weltweit - Frühe Förderung und Schule
CD-ROM
Evangelische Akademie Bad Boll, 2006
edition akademie multimedia 4

Schätzungen zufolge wird nur jedes zweite hochbegabte Kind in Deutschland identifiziert, nur jedes vierte schöpft sein Leistungspotential aus. Wie hierzulande und andernorts Hochbegabte gefördert werden, bilanzierten Wissenschaftler aus 15 Ländern auf einem Kongress in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Zugleich diskutierten Verantwortliche aus Bund und Ländern über Anstöße für die Bildungspolitik. Aber auch für praktisch Tätige gab es vielfältige Anregungen und Vorschläge für ihre Arbeit mit Hochbegabten in Kindergarten, Schule und beim Übergang zur Universität. Auf dieser CD sind Vorträge und Präsentationen dieses Kongresses zusammengestellt, dessen Beiträge allesamt um die Frage kreisten, wie hochbegabte junge Menschen möglichst frühzeitig ihren individuellen Fähigkeiten gemäß gefördert werden können.

Diese CD-ROM kann bei der Evangelsichen Akademie Bad Boll für 6.50 ? bestellt werden: http://www.ev-akademie-boll.de/inde....ID=315&tt_products=56

Inhaltsverzeichnis: http://www.ev-akademie-boll.de/file....autoren/eam-04_Inhalt.pdf

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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