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Hessen - Elternempfehlung zum Umgang mit den neuen Rechtsver

 
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 21.11.2006, 15:41    Titel: Hessen - Elternempfehlung zum Umgang mit den neuen Rechtsver Antworten mit Zitat

Der Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Hessen hat Empfehlungen für Eltern zum Umgang mit der neuen LRS Verordnung herausgegeben:

http://www.lvl-hessen.de/grafiken/p....ng_Rechtslage_10_2006.pdf
http://www.lvl-hessen.de/grafiken/p....ng_Nachteilsausgleich.pdf

Der Übergangserlass des hessischen Kultusministeriums:
http://www.lvl-hessen.de/grafiken/pdf/Uebergangserlass.pdf
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rosaria



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BeitragVerfasst am: 15.12.2006, 17:01    Titel: Bewundernswert... Antworten mit Zitat

... wie substantiiert sich der Legasthenieverband mit der Thematik auseinandersetzt.

Ich hörte neulich von der Mutter eines Legasthenie-Kindes:

Ich habe für meinem Sohn keinen Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt.

Er erhielt dafür mehr Anerkennung als bei Berufung auf sein Handicap.

Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

rosaria


Zuletzt bearbeitet von rosaria am 18.12.2006, 09:03, insgesamt einmal bearbeitet
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 16.12.2006, 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rosaria,

Zitat:
Rosaria: Ich hörte neulich von der Mutter eines Legasthenie-Kindes: Ich habe für meinem Sohn keinen Antrag auf Nachgleichsausgleich gestellt.

Er erhielt dafür mehr Anerkennung als bei Berufung auf sein Handicap.


Von wem erhielt der Junge mehr Anerkennung? Von seinen Lehrern? Und wie wirkt sich diese Anerkennung auf die Noten aus?

Doris
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rosaria



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BeitragVerfasst am: 18.12.2006, 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doris!

Die Anerkennung kam von den Lehrern. So in dem Sinne: Na, es gibt ja viele, die sich mit dem Legasthenie-Gutachten versehen auf die faule Haut legen und den Notenschutz ausnutzen, um sich weniger anstrengen zu müssen.
Wer zu seiner Schwäche steht und in Kauf nimmt, ein zwei Noten schlechter abzuschneiden, der ist ein ganzer Kerl.
Möglicherweise auch so zu verstehen: Im wirklichen Leben (nach der Schule) gibt es auch keinen Nachteilsausgleich, da muss man frühzeitig lernen, sich seinen Schwächen stellen.

Ob sich die Anerkennung im Notenbereich auswirkte, weiß ich nicht,
es wurde dem Schüler deutlich gemacht, dass man seine Entscheidung für richtig und lobenswert hielt.

So jedenfalls habe ich die Mutter verstanden.

Übertragen auf andere Behinderungen: Der einbeinige Skifahrer tritt nicht im Behindertensport an, sondern gegen seine zweibeinigen Kollegen - denn das ist das wirkliche Leben?

Mein Neffe ist auch Legastheniker, jetzt in der neunten Klasse Realschule. Er erhält z. Zt. keine Förderung mehr, hat aber von den Eltern bezahlten Nachhilfeunterricht bei einer Legasthenietherapeutin. Ob er Notenschutz in Anspruch nimmt, weiß ich nicht genau, ich denke eher nicht.

Daher meine Frage:

Kommt das öfter vor, dass Eltern/Schüler ganz bewusst auf ihre Rechte verzichten?

Hat ein Schüler mit einer schlechten Deutschnote überhaupt eine Chance bei Bewerbungen?
Wie reagieren Firmen, wenn sie die Erklärung "Legasthenie" erhalten?

rosaria
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 18.12.2006, 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rosaria,
Zitat:
rosaria: Daher meine Frage:

Kommt das öfter vor, dass Eltern/Schüler ganz bewusst auf ihre Rechte verzichten?

Ich glaube es kommt häufiger vor, dass Eltern die Rechte für ihre Kinder gar nicht kennen! Oder wie ich immer wieder erfahre, sind die Lehrer so sehr davon überzeugt, dass die Legastheniker keinen Anspruch auf eine "Sonderbehandlung" haben, nachdem die Kinder die Grundschule verlassen haben und die Eltern glauben ihnen einfach!

Ich weiß nicht wie Arbeitgeber auf Legasthenie reagieren. Aber bei einem Beruf, bei dem nicht auf besondere "Richtigschreibfähigkeiten" ankommt, sollte Legasthenie keine Rolle spielen.

Ich empfinde es nach wie vor als Skandal, dass es über zwanzig Jahre nach Einführung einer LRS Verordnung, die Lehrer diese nie selbst gelesen haben und auch die Richtlinien dazu nicht kennen. Dem Kultusministerium ist das bekannt und es werden regelmäßig die Zuständigen im Schulämter geschult - aber in allen Schulen kam diese Information bis jetzt nicht an. Ob es mit der neuen Verordnung besser wird, bleibt abzuwarten.

Im weiteren akademischen Leben haben die Legastheniker wieder Anspruch auf Nachteilsausgleich! Ich kopiere hier mal einen Text aus einem anderen Thread rein:
Zitat:

In der Ausgabe 3 (2005) der Zeitschrift des Bundesverbandes Legasthenie, berichtete ein junger Mann, wie erstaunt er war, dass ihm als Student der Uni München problemlos als Legastheniker ein Nachteilausgleich gewährt wurde und er beschreibt auch wie es ihm in England erging.

Fabian Joas schrieb:

"Mit dem Legastheniegutachten in der Tasche machte ich mich auf den Weg zur Behindertenbeauftragten der Uni, um einen Nachteilsausgleich zu erbitten. Mit dem Bewußtsein der enormen Widerstände, die mir die Lehrerschaft für derartige Bitten immer entgegen brachte, machte ich mir wenig Hoffnung, dass auf einer so großen und unpersönlichen Uni wie München ein solcher Antrag Erfolg haben würde. Ich stellte mich auf lange Verhandlungen und faule Kompromisse ein. Zu meiner Überraschung hatte ich mich jedoch vollends getäuscht. Ohne Probleme akzeptierte die behindertenbeauftragte meine Gutachten, billigte mir 20% mehr Zeit und eine Nicht-Bewertung der Rechtschreibung zu."

Der Autor geht dann für ein Jahr zum Studium nach England, auch dort versucht er sein Glück und bittet um Nachteilsausgleich.

Fabian Joas schrieb:

"Bei der Suche nach einem Anspruchspartner stellt ich erstaunt fest, dass es bei der Uni eine extra Internetseite nur für Legastheniker gab und eine spezielle Legastheniebeauftragte, die sich um die Belange der Betroffenen kümmerte. Bei dem Treffen mit der Beauftragten fragte ich, ob es möglich wäre für die kommenden Prüfungen den einen Nacheilsausgleich zu bekommen.

Nun passierte jedoch etwas, was man sich als kampferprobter deutscher Legastheniker, der es gewohnt ist um jedes Prozent Zeitverlängerung zu feilschen, nur schwer erklären kann. Die Dame fragte, ob das alles sei was ich benötige. Als ich sie nur verduzt anschaute, überhäufte sie mich mit Möglichkeiten, meine Schwäche zu kompensieren. Unter anderem bot sie mir an, ein Aufnahmegerät zur Verfügung zu stellen, um die Vorlesungen mitzuschneiden. Oder mündliche statt schriftliche Prüfungen, falls ich Probleme haben sollte, meine Gedanken schriftlich wiederzugeben. Des Weiteren machte sie mich auf spezielle "Legastheniker- Tutoren" an der Uni aufmerksam und versprach mir, sich mit allen meinen Dozenten wegen meiner Schwäche in Verbindung zusetzen.

Als ich ihr mein Erstaunen erläuterte und ihr die Situation in Deutschlands Schulen beschrieb, war sie ihrerseits verwundert und ungläubig. Vor allen konnte ich ihr kein schlüssiges Argument liefern, dass die deutsche Methode rechtfertigt, Legastheniker den gleichen Bedingungen auszusetzen, wie Nicht-Legastheniker. In ihren Augen sei die Förderung zum Vorteil aller. Nach ihrer Argumentation sei es unsinnig, fähige Schüler und Studenten auszusortieren, nur weil sie Schwächen im Lesen und Schreiben hätten.

Die häufig schiefen Karrieren, die gescheiterte Legastheniker einschlagen, seien Grund genug den Betroffenen einen Nachteilsausgleich zu gewähren und ihnen zu einem Abschluss zu verhelfen, den den Fähigkeiten der Betroffenen entspricht. In der Regel habe nach ein paar Jahren an der Uni jeder Legastheniker Techniken entwichkelt, um seine SChwäche so weit zu kompernsieren, dass sie bei der Jobsuche kein Hindernis mehr darstellen. Diese Haltung erschien mir absolut schlüssig und ich frage mich einmal mehr, wieso man in Deutschland immer so sehr für seine Rechte kämpfen muss, wenn sie doch niemanden schaden.

Die Tatsache, dass englische Schulen und Universitäten weltweit den besten Ruf genießen, nimmt zumindest den Leuten den Wind aus den Segeln, die um einen Verlust des Ansehens der Unis und Schulen fürchten, wenn derartige Maßnahmen eingeführt würden.[...]

Eine Ablehnung des Nachteilsausgleichs sollte man auf keinen Fall gleich hinnehmen. wie häufig bei derartigen Sachverhalten wird der Antrag zunächst abgelehnt, in der Hoffnung der Antragssteller meldet sich nicht wieder und verursacht somit keine Arbeit. Deswegen, bei einer Ablehnung grundsätzlich nach Gründen, Rechtsgrundlage und Vorgesetzten fragen. Es ist erstaunlich, wie schnell sich dann auf einmal alles ins Gegenteil wenden kann." http://emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=74


Meine Bermerkung dazu:
Zitat:
Wenn unserer legasthenen Kinder so behandelt würden, ginge es Schülern und Eltern besser. Dass dieser Umgang auch in deutschen Schulen 'normal' wird, sollte unser unser Ziel und unsere Forderung sein!

Bis wir so weit sind, müssen wir das Beste aus der Situation machen. Meine Empfehlung, möglichst alle Nachfragen und Forderungen schriflich stellen, bei einer Ablehnung unbedingt noch mal schriftlich um eine Begründung bitten.


Doris
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Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 20.12.2006, 08:26, insgesamt einmal bearbeitet
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rosaria



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BeitragVerfasst am: 20.12.2006, 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Wie gut, Doris, für die Betroffenen, dass

es die Verordnung gibt, denn nicht immer gibt es so klare Regelungen;

viele sich nicht entmutigen lassen und ihre Rechte einfordern.

Damit es damit vorangeht, werde ich den mir bekannten Legastheniker-Eltern den Link schicken. Vielleicht kennen sie ja auch die VO noch nicht.

Danke, Rosaria
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