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Asyl und Förderung??? Gerecht???

 
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Marlene Mayer



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 271
Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 26.01.2007, 11:00    Titel: Asyl und Förderung??? Gerecht??? Antworten mit Zitat

Artikel der Augsburger Allgemeinen Zeitung Ausgabe vom 26.1.07 Seite 4 (Bayern)


Die hoch begabte Natallia darf bleiben

Beckstein erkannte 17-jährige Weißrussin als Härtefall an

Von unserem Redakteur Peter Bauer

Krumbach/München

Natallia strahlt. Und sie hat allen Grund dazu. Der bayerische Innenminister Günther Beckstein hat entschieden, dass die 17-jährige Weißrussin eine befristete Aufenthaltserlaubnis bekommt, um in Bayern ihr Abitur machen zu können. Natallia gilt als hoch begabt. So hatte die Ablehnung ihres Asylantrages großes Kopfschütteln ausgelöst. Die so genannte Härtefall-Kommission hatte dann aber ein Bleiberecht befürwortet, Beckstein folgte dieser Empfehlung.

Viele Menschen, die Natallia begegnen, sind von der 17-Jährigen fasziniert. Fast akzentfrei spricht sie Deutsch - und das, obwohl sie erst vor etwa zweieinhalb Jahren nach Deutschland kam. Ihr Vater und sie seien nicht einverstanden gewesen mit dem politischen System in Weißrussland, das oft als letzte Diktatur Europas bezeichnet wird, sagt sie. Im August 2004 erhielten Natallia und ihr 55-jähriger Vater Alexander überraschenderweise ein Touristenvisum für einen Aufenthalt in Deutschland. Dort angekommen, beschlossen die beiden, nicht mehr zurückzukehren. Zurück in der Heimat, der 140 000-Einwohner-Stadt Orscha im Osten Weißrusslands, blieben die 50-jährige Mutter und die 25-jährige Schwester. Natallia und ihr Vater fanden im Asylbewerberheim in Nattenhausen bei Krumbach (Kreis Günzburg) eine vorläufige Bleibe. Bald machte Natallia durch herausragende schulische Leistungen auf sich aufmerksam. In Krumbach schloss sie die Hauptschule mit der mittleren Reife (M-Zug) als Jahrgangsbeste ab und schaffte schließlich gar den Sprung aufs Krumbacher Simpert-Kraemer-Gymnasium. Natallia ist hoch begabt und eine Bereicherung für unsere Schule, schwärmt Direktor Johann Deil. Und er fügt hinzu: Sie wäre auch eine Bereicherung für Deutschland, da sie viele Talente hat und Kontakte herstellen könnte. Deil hat wiederholt betont, dass Natallia ein Super-Abitur machen könnte.

In Erstaunen versetzte Natallia ihre Lehrer und Mitschüler vor allem mit ihrem herausragenden Sprachtalent. In einem geradezu atemberaubenden Tempo lernte sie nicht nur Deutsch. Derzeit lernt sie auch noch Französisch und Chinesisch. Für ihre Leistungen erhielt sie schließlich ein Stipendium der Stiftung Bildungspakt Bayern und der Robert-Bosch-Stiftung für Schüler mit Migrationshintergrund. Dieses sollte ihr finanzielle Unterstützung bis zu einem möglichen Abitur garantieren.

Doch dann begannen die Probleme: Wegen des 150-Euro-Stipendiums sollten ihr vom Sozialamt Mittel gestrichen werden mit der Begründung, dass das Stipendium angerechnet werden müsse. Dies sei dann aber, so berichtet der ehemalige Krumbacher Landtagsabgeordnete Karl Kling, doch nicht geschehen. Aber sowohl Natallias Asylantrag als auch der ihres Vaters wurden abgelehnt. In Krumbach jedoch hatten mittlerweile mehrere Personen einen Unterstützerkreis gebildet. Mitinitiator war Karl Kling. Schließlich nahm sich die Härtefall-Kommission des Falls Natallia an. Dieser gehören unter anderem Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern an.

Die im September 2006 gegründete Kommission empfahl, Natallia eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis bis zum Ende des Schulbesuchs zu erteilen. Nun war die Entscheidung des Innenministers und künftigen Ministerpräsidenten Beckstein gefragt. Beckstein kam dem Ersuchen der Härtefallkommission nach. Er möchte es der Hochbegabten ermöglichen, das Gymnasium bis zum Abitur zu besuchen. Außerdem würdigte Beckstein Natallias Engagement in der evangelischen Kirchengemeinde. Die 17-Jährige ist zwar russisch-orthodoxer Konfession, hat sich dieser Gemeinde aber inzwischen angeschlossen und gestaltet Jugendgottesdienste mit.

Ausreisen muss allerdings Natallias Vater Alexander. Für ihn würden laut Innenministerium keine Härtefallgründe vorliegen. Er habe sich, so sagt er unserer Zeitung, inzwischen aber freiwillig bereit erklärt, in seine Heimat zurückzugehen. Natürlich habe ich ab und zu Heimweh. Aber andererseits: Kann man Heimweh nach einer Diktatur haben? sagt Natallia.

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rosaria



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Beiträge: 35
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Also irgendwie habe ich keine Worte zu diesem Fall.

Ich denke daran, dass der Vorgang eine guter Ausgangspunkt wäre für eine Diskussion in der Schule zu den Fragen von Menschenrechten und Humanität, Verfassungsrang und Grundgesetz ausgehend von der provozierenden Frage:

Kann man den "Wert" eines Menschen Maßstab sein dafür, ob man ihm Schutz gewährt oder nicht?

Immer noch sehr nachdenklich

rosaria
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