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Eine bayrische Gruselgeschichte

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. Foren-Übersicht -> Allgemeine Diskussionen über Schulprobleme
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 18:11    Titel: Eine bayrische Gruselgeschichte Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Fall aus Bayern zum Thema Hausunterricht:
http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/html/pe_erlangen.html

Doris
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Marlene Mayer



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Bundesland: Bayern

BeitragVerfasst am: 05.02.2007, 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

kann man vielleicht noch hinzufügen der Kampf gegen die .....!?! Kann sowas noch angehen, ist sowas noch zu verantworten?

Kinder verhungern bei uns im Lande und ich möchte nicht wissen, in wie viel Fällen Behörden nicht rechtzeitig reagiert haben, auch bei Kindermisshandlungen.........etc....aber hier wurde es wohl eilig, weil Gefahr in Verzug??

Ansonsten erspare ich mir im Moment tiefer darauf einzugehen, sonst verbringe ich den Tag an einem Ort wo ich mich nur noch übergeben kann, denn mir ist ehrlich mehr als schlecht, denn ich kann so eine Vorgehensweise nirgendwo einordnen. Frage mich ernsthaft wie lange der Dornröschenschlaf noch dauert in unserem Lande, besonders was Schulpflicht anbelangt.


Marlene
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 06.02.2007, 08:50    Titel: Antworten mit Zitat

Wer Melissa schreiben möchte:

Melissa Busekros
z.Zt. Klinikum Nürnberg-Nord
Haus 48 B
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
D-90419 Nürnberg
Germany/Deutschland
===============================

für alle anderen Anfragen:

Jugendamt Erlangen

Edeltraud Höllerer
Rathaus
Rathausplatz 1
91052 Erlangen
Tel. +49 (0) 9131 86-2844
Fax +49 (0) 9131 86-2438
Mail: edeltraud.hoellerer@stadt.erlangen.de
stadtjugendamt@stadt.erlangen.de

Monika Muzenhardt
Mail: monika.muzenhardt@stadt.erlangen.de

============================

Familiengericht Erlangen

Richterin Frank-Daupin
Mozartstraße 23
91052 Erlangen
Tel. +49 9131-782 01
Fax +49 9131/782-361
===========================
Klinikum Nürnberg-Nord
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Chefarzt: Prof. Jörg Wiesse
Email: joerg.wiesse@klinikum-nuernberg.de

Oberarzt: Dr. Schanda
(behandelnder Arzt von Melissa)
Tel: 0911-398-3877
Fax: 0911-398-3261


==============================

Vielleicht kann die EMGS bitte auch eine Presseerklärung verfassen und rundmailen?

Je mehr Öffentlichkeit, desto besser.

Das ist ein Stück aus dem Gruselkabinett.


LG Momo
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Momo86
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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 07.02.2007, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

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http://zeus.zeit.de/text/2007/06/C-Fernschule

Die Rettung kommt per Post

Warum Schulverweigerer ihren Abschluss ausgerechnet an einer Fernschule schaffen

Von Jeannette Otto

Laurens? letzter Tag in der Hauptschule war ein gewöhnlicher Dienstag im September 2006. Er lief aus der Schule ohne Zeugnis, ohne Glückwünsche, ohne Blick zurück. Laurens wusste ja nicht mal, dass er nicht wiederkommen würde. Zu Hause wollte die Mutter mit ihm lernen, drei Arbeiten standen vor den Herbstferien der neunten Klasse noch an. Aber an diesem Nachmittag ging gar nichts mehr. Zuerst flogen die Hefte und Bücher durchs Wohnzimmer. Später schlug Laurens mit dem Kopf ein Loch in die Tür seines Zimmers und schrie: »Ich mach meinen Kopf kaputt!«

Elke Berger* stand fassungslos neben ihrem 16-jährigen Sohn. So viele Jahre hatte sie gekämpft, jetzt konnte sie nicht mehr. Seit der fünften Klasse hatte sie morgens vor seinem Zimmer gestanden und ihn angefleht, aufzustehen, zur Schule zu gehen. Wie oft blieb er liegen. Wie oft musste sie ihn entschuldigen, sich Krankheiten ausdenken. Und es fiel ihr so schwer, mit jedem Mal mehr. Aber jetzt schrie das Loch in der Tür sie so laut an, wie Laurens zuvor die Tür angebrüllt hatte. »Du gehst da nicht mehr hin«, sagte sie schließlich. Sie ertrug es nicht mehr, wie sich ihr Junge veränderte, wie er stiller und abweisender wurde, in sich gekehrt, traurig, depressiv. »Er war immer so ein fröhliches, aufgewecktes Kind.« Jetzt war Laurens ein Schulverweigerer.

Rund 300000 Kinder und Jugendliche sollen groben Schätzungen des Städte- und Gemeindebundes zufolge in Deutschland gelegentlich, regelmäßig oder dauerhaft die Schule schwänzen. Rund zehn Prozent eines Jahrgangs verlassen ohne Abschluss die Schule und damit oft ohne jede Zukunftsperspektive (siehe Seite 7.

Wer aus dem System ausschert, kann kaum noch mit Unterstützung rechnen. Die erste Reaktion: Ein Fall für den Psychologen. Wenn der nicht helfen kann, folgt der Gang zum Jugendamt. Dann kommen all die Empfehlungen: betreutes Wohnen, Internat, Psychiatrie. Für Elke Berger kam nichts davon infrage, und Laurens hatte »panische Angst« davor, wegzumüssen von zu Hause. »Das war doch der einzige Ort, an dem er sich sicher fühlte«, sagt die Mutter. Sie glaubte nicht an die Wunderkraft bestimmter Maßnahmen; sie glaubte immer noch an Laurens, ihren Sohn, der durchschnittlich begabt war und einen Schulabschluss brauchte. Elke Berger recherchierte wochenlang nach Alternativen zur herkömmlichen Schule. Als sie von der Flex-Fernschule hörte, wusste sie sofort, dass dies vielleicht der einzige Weg ist, Laurens zu retten, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben.

Es ist Montagvormittag, elf Uhr. Englischstunde. Laurens sitzt seiner Mutter am Esstisch gegenüber. Er hört einen englischen Dialog auf CD und muss Fragen beantworten. Viermal spult er zurück, dann hat er alle Antworten aufgeschrieben. Seit zwei Monaten sitzen Mutter und Sohn nun jeden Vormittag zusammen und pauken Mathe, Deutsch, Englisch, Sozialkunde und Wirtschaftslehre. Drei Stunden lang. Laurens? Schule liegt Hunderte Kilometer entfernt von dem weißen Haus im Göttinger Osten, in Oberrimsingen bei Freiburg. Die Schule kommt jetzt mit der Post.

Stapelweise Lernbriefe, Arbeitshefte, Lehrbücher und Aktenordner bekam Laurens geschickt. Ein ganzes Regal voller Fragen, Lektionen und Leistungstests. Große und kleine Hürden bis zur Hauptschulprüfung. Die Kosten für den Unterricht können je nach gewählter Lern- und Betreuungsform mehr als 500 Euro monatlich betragen. Rund 85 Prozent der Schüler bekommen ihre Ausbildung vom Jugendamt finanziert, 10 Prozent der Eltern sind Selbstzahler, 5 Prozent der Schüler bekommen ein Stipendium. Zurzeit lernen rund 150 junge Leute aus ganz Deutschland mit der Flex-Fernschule, die meisten sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. »Von allen 350 Schülern, die bei uns in den vergangenen acht Jahren gelernt haben, sind genau vier durchgefallen«, sagt Thomas Heckner, der Leiter der Flex-Fernschule. Das würde also bedeuten, dass die angeblichen Schulverweigerer plötzlich nichts mehr gegen Schule einzuwenden haben? Wie schafft es ausgerechnet eine Fernschule, die gleichen Schüler zu halten, die vorher nur noch weggerannt sind vor Lehrern und lärmenden Klassenzimmern? »Wir bieten ihnen die Schule, die sie gerne hätten. Ohne Mitschüler- und Lehrerkonflikte, ohne Angst vor schlechten Noten, ohne Anpassungsdruck«, sagt Heckner. Wenn sie nicht zur Schule gehen, kommt die Schule eben zu ihnen. So einfach klingt das in Oberrimsingen. Und der Erfolg liegt gerade auch in der Distanz zu den Schülern. »Sie schätzen es sehr, dass wir so weit weg sind, die idealisieren uns geradezu. Die Entfernung gehört zur Methode.« Lernen ohne Druck also, ganz von allein? Druck sei fast immer da, erwidert Heckner. Den würden sich die Jugendlichen selbst machen. Und das sei vor allem der Druck, wieder »normal« zu sein, wieder dazugehören zu wollen.

Die Jugendlichen haben oft jegliches Vertrauen in die Schule verloren

Jacqueline aus Dresden hat mit 15 Jahren die achte Klasse verlassen. Die Schule schrieb ihr ein Abgangszeugnis ohne eine einzige Note darin. Es folgten Depressionen, Essstörungen und Angst vor sozialen Kontakten, vor größeren Gruppen. Ihre Geschichte gleicht denen vieler Flex-Schüler. Mobbing in der Klasse, »von 24 Schülern waren 23 gegen mich«, Rückzug, Isolation, Krankheit, später Verweigerung ? und der totale Vertrauensverlust gegenüber der gesamten Institution Schule und ihren Lehrern. Oft kommen noch Probleme in der Familie, die Angst vor eigenem Versagen und zu starker Leistungsdruck hinzu.

Jacqueline ist inzwischen 25, hat einen zweijährigen Sohn und schmiedet endlich wieder Pläne. Nach nur neun Monaten Flex-Fernschule wird sie im Mai ihren Hauptschulabschluss machen. Danach möchte sie unbedingt weiterlernen. »Ein Abendgymnasium vielleicht«, überlegt sie und würde dafür sogar in eine andere Stadt ziehen. Jetzt traut sie sich wieder was, vor ein paar Monaten noch undenkbar. Die Fallmanagerin der Arbeitsagentur sagte ihr damals: »Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie in Ihrem Leben nur Hilfsarbeiten machen werden.« Die Fernschule hat niemand auf dem Arbeitsamt gekannt, die hat sich Jacqueline im Internet gesucht. Vier Stunden am Tag lernt sie, meist, wenn ihr Sohn schläft, oft bis Mitternacht.

Nicht alle Flex-Schüler sind so eifrig bei der Sache, aber genau deshalb lässt die Fernschule viele Freiheiten und Spielräume. Lernpensum und Tempo sind verhandelbar; die Schüler sollen ihren Lernprozess selbst steuern. »Und dabei erwachsen werden«, wie sich Thomas Heckner das wünscht. Die meisten brauchen gut 17 Monate bis zum Abschluss, manche auch drei Jahre. Der Kontakt zu den Lehrern ist eng. Jeden Montag kommt die Post aus der Schule, die vom Caritasverband der Erzdiözese Freiburg getragen wird. Die Aufgaben und Lernbriefe sollten bis zum Wochenende wieder auf dem Weg nach Oberrimsingen sein. Dort werden die Materialien innerhalb einer Woche korrigiert und zurückgesandt. Die Schüler erhalten stets Rückmeldung über ihr gesamtes Leistungsbild. Die Fernlehrer haben ein System aus Balkendiagrammen und Kuchenmodellen entwickelt, an denen die Jugendlichen ihren Kenntnisstand ablesen können: Wie viel bleibt noch zu tun, bis ich fit bin für den Abschluss? Die Hauptschulprüfungen selbst werden von externen Prüfern vorgenommen. Die Schüler können sie in ihrem Heimatort ablegen oder direkt bei der Fernschule, wo die Prüfer aus den umliegenden Hauptschulen kommen.

Meldet sich ein Schüler wochenlang gar nicht bei den Flex-Lehrern, melden die sich bei ihm. Notfalls per SMS: »Wo steckst Du? Kommst Du voran?« Das funktioniert. »Wir passen uns den Lebenswelten unserer Schüler an. Würden wir das nicht tun, könnten wir dichtmachen.« Dass Thomas Heckner damit recht hat, beweisen auch die Schicksale etlicher Straßenkinder, die in seiner Schule bis zum Hauptschulabschluss kamen. Jugendliche, die ohne Schreibtisch oder festes Zuhause ihre Aufgaben erledigten. Die manchmal alles hinschmissen, untertauchten und dann doch wieder einstiegen ? und am Ende überglücklich ihr Zeugnis entgegennahmen. »Schulen machen oft den Fehler, dass sie vieles missachten, was die Jugendlichen aus ihrer Welt hereinbringen. Deshalb hat Schule oft kaum noch etwas mit dem Leben ihrer Schüler zu tun und wird ihnen völlig fremd«, sagt der Schulleiter. Er beobachtet erstaunliche Entwicklungen an seinen Schülern. Manche kommen frech, aggressiv und provozierend zum Einstufungstest, mit der gleichen Null-Bock-Haltung, mit der sie die Schule hingeschmissen haben. Und nach ein, zwei Jahren meistern sie plötzlich Aufgaben, die ihnen niemand zugetraut hätte.

Heiko aus Mannheim zum Beispiel flog von mehreren Schulen, bis auch er morgens einfach im Bett blieb. Während der Fernschule hat er ein Praktikum beim Steinmetz gemacht. Heute lässt er sich zum Maler ausbilden, steht morgens um halb sechs auf, was für seine Mutter »wie ein Wunder« ist. Bei der praktischen Arbeit habe er endlich gespürt, dass er gut sein kann. Einen Tag Berufsschule muss Heiko pro Woche hinter sich bringen ? mit seiner Schulangst eine echte Herausforderung. »Ich bin heilfroh, wenn er diesen Tag überstanden hat«, sagt die Mutter. Die Angst vor den Institutionen verbindet die meisten Schulverweigerer. Die hat sich eingebrannt, genau wie die tiefe Scham darüber, versagt zu haben. Vielen ist es unmöglich, über ihre Zeit in der Schule, ihre Gefühle und Gedanken zu reden, Vertrauen zu fassen. Es lässt sich nur ahnen, wie tief verletzt und innerlich gebrochen sie die Schule hinter sich ließen. »Schulverweigerung ist für diese Jugendlichen oft die letzte Möglichkeit, die eigene Würde zu bewahren«, sagt Heckner.

Laurens hat bis heute kein Wort darüber verloren, was in der Schule eigentlich vorgefallen ist, was so unaushaltbar für ihn war. »Vielleicht dauert das ein paar Jahre«, sagt Elke Berger. Die vierfache Mutter hat gelernt, geduldig zu sein.

Inzwischen ist es früher Nachmittag. Laurens hat sein Englischbuch gegen die Bassgitarre getauscht. Er spielt ein Lied von den Ärzten, ganz versunken sitzt er in seinem Zimmer. Musik, das ist seine Welt. Einmal in der Woche kommt ein Gitarrenlehrer zu ihm nach Hause. In der Hauptschule hat das keinen interessiert. »Da stand Musik nicht mal auf dem Stundenplan«, erinnert er sich.

Nach dem Hauptschulabschluss holen wir sofort die Realschule nach«, sagt Elke Berger bestimmt. Von Sommer 2008 an soll es dieses Angebot auch in der Flex-Fernschule geben. Laurens sieht seine Mutter mit großen Augen an, ein kurzer Anflug von Widerspruch regt sich in seinem Gesicht, aber dann entschließt er sich zu lachen. Vielleicht, weil ihm der Gedanke an einen zweiten Schulabschluss inzwischen richtig Spaß macht.
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 08.02.2007, 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hier ein Artikel in den Nürnberger Nachrichten mit weiteren Informationen zur Situation der Familie Busekros:

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=605753&kat=10

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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 13.02.2007, 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Stellungnahme des Stadtjugendamtes Erlangen zum Fall:

http://www.erlangen.de/de/desktopde....tabid-14/1022_read-11911/
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 13.02.2007, 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Melissa ist inzwischen "verschwunden".
Die KJP hat sie gestern entlassen (vermutlich, weil tatsächlich keine "Krankheit" vorlag) und dem Jugendamt übergeben, welches sie an einen unbekannten Aufenthaltsort verbrachte.

Der Fall ist vom OLG an das vormalige Fam.Gericht wg. Formfehler (keine pesönl. Anhörung der Familie oder des Mädchens) zurückverwiesen worden.

Verh.Termin steht aus.

Melissa will nach Hause, Derzeit aber wird es ihr wohl unmöglich gemacht, ihre Familie zu kontakten und über ihren Aufenthaltort zu informieren.

Der"legale Weg" ein Kind in D versch´winden zu lassen.

Heute in der Zeitung:



Bzgl. MelissaB. Neues:

http://www.erlanger-nachrichten.de/artik...t=607794&kat=19

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=607729&kat=10

(vom OLG zurückverwiesen wg. Verfahrensmängeln)

Es gibt ein neues Interview mit dem Vater (bei choices.li ):

Auszug


Sag mir, wo Du bist. Zum Erlanger Fall ein Interview mit Melissas Eltern

Der Fall der Erlanger Familie Busekros, deren älteste Tochter Melissa Amina in die Psychiatrie einer Nürnberger Klinik zwangseingewiesen wurde, hat inzwischen international Beachtung gefunden. Auf Anfrage bei Melissas Eltern kam dieses Interview zustande, welches das ef-Magazin in seiner März-Ausgabe in Auszügen veröffentlichen wird.

Stefan Sedlaczek: Wie geht es ihrer Tochter?

Hubert Busekros: Am Anfang kam sie mit der Situation am besten zurecht, doch nun nagt die Einsamkeit und völlige Isolierung an ihrem Gemüt. Sie erhält keine Post und hat nur eine Stunde am Abend Besuch.

Stefan Sedlaczek: Probleme an der Schule führten dazu, daß sie Ihre Tochter nach Hause zum Unterricht nahmen. Welche Probleme waren das und gab es Vorschläge der Schule, wie die Probleme hätten anderweitig gelöst werden können?

Hubert Busekros: Von Anfang an war die unruhige Klasse ein Problem, in der 7ten Klasse kam ein Lehrerwechsel in Mathematik, der dazu führte, daß sie in nahezu allen Fächern schlechter wurde.

Stefan Sedlaczek: Warum waren sie gegen das Sitzenbleiben? Wurde eine Nachprüfung vorgenommen?

Hubert Busekros: Wiederholen ist verlorene Zeit, die neue Klasse war zudem noch unruhiger und die Klassenlehrerin war genau die Lehrerin, mit der sich unsere Tochter am wenigsten verstand. Nachprüfungen wurden vorgenommen aber nicht bestanden.

Stefan Sedlaczek Das deutsche Grundgesetz gewährt umfassende Elternrechte und das Bürgerliche Gesetzbuch sogar das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Eltern für ihre Kinder. Trotzdem herrscht in Deutschland Schulpflicht und Schulzwang. Was ist Ihre Vermutung, warum dies so ist und wie begründet ihre Familie das Recht, diese Dinge selbst zu entscheiden?

Hubert Busekros: Es geht um Macht, bei Kindern geht es zudem um die Zukunft, die man mitgestalten will. Daher besteht man auf staatlicher Vorherrschaft, in einem freien Land wie es durch das GG garantiert ist, darf so etwas nicht sein. So wie das auch Prof. Dr. Fritz Ossenbühl ausgearbeitet hat (http://www.homeschooling.de/elternrecht.htm). Den Behörden ging auch bei uns immer nur um die Verfügungsgewalt über die Kinder und so sieht das bisherige Ergebnis jetzt auch aus.

Stefan Sedlaczek: Sehr viele Kinder, Eltern und auch Lehrer sind unzufrieden mit dem Schulsystem. Alle ihre anderen Kinder besuchen eine Schule. Sind sie dort mit der Schule zufrieden oder versagt Schule nur, wenn es spezielle oder individuelle Probleme gibt?

Hubert Brusekros: Zufrieden kann man nicht sagen, alle Kinder haben schon Gewalt erleiden müssen, aber sie kamen bisher zurecht und haben natürlich nun auch Angst zum Hausunterricht zu wechseln.

Stefan Sedlaczek: Die Ausführungen des Gerichts zum Auslandsaufenthalt sind delikat und erinnern ein wenig an die Situation im ersten deutschen Arbeiter- und Bauernparadies. War Melissa eigentlich schon im Ausland, als die gerichtliche Vorladung kam?

Hubert Busekros: Da der jeweilige Aufenthalt die Gerichte sehr beschäftigt hat, will ich hierzu keine weiteren Angaben machen. Da muß ich mich auch nicht rechtfertigen.

Stefan Sedlaczek: Unser staatsmonopolistisches Gerichtswesen ist natürlich eine Beleidigung für jeden erwachsenen Menschen. Wie hätten Sie sich eine Zusammenarbeit, wie eine Lösung gewünscht?

Hubert Busekros: Gerne hätten wir Vorschläge, Hilfe und Unterstützung angenommen, aber auf Anfragen erhielten wir nur Bevormundung, die schon despotisch diktatorische Züge trug.

Stefan Sedlaczek: Was hat sie so unbeugsam sein lassen? Haben Freunde, Bekannte und Verwandte niemals zu Kompromissen geraten?

Hubert Busekros: Die Uneinsichtigkeit staatlicher Stellen in das vorrangige Erziehungsrecht der Eltern hat mich sehr bestürzt, aber auch fest und unnachgiebig gemacht. Besonders schwer war es, wenn nahe stehende Personen dafür kein Verständnis oder nur Angst hatten.

Stefan Sedlaczek: Ihre Nachbarn nehmen Sie öffentlich in Schutz. Auch diese Rechnung der Amtsträger, die womöglich bewußt auf Stigmatisierung setzte, ist nicht aufgegangen. Was sagt ihr Arbeitgeber, was sagen Ihre Vorgesetzten und Kollegen zum Vorfall und zu ihrer grundsätzlichen Haltung?

Hubert Busekros: Die Meinungen gehen da auch sehr weit auseinander.

Stefan Sedlaczek: Sie haben sich sehr unbeugsam gezeigt, sich aber nicht physisch gegen die Verschleppung ihrer Tochter gewehrt. Warum nicht? Sollten sich Eltern mit angeblich ?schulpflichtigen? Kindern besser bewaffnen und ein Fluchtauto parken?

Hubert Busekros: Bei 15 Polizisten hatte ich meine physischen Möglichkeiten schnell durchgerechnet. Wink Nach meiner Bundeswehrzeit hatte ich nie wieder eine Waffe in der Hand, außer dem Brotmesser, aber das habe ich für etwas anderes gebraucht Wink

Stefan Sedlaczek: Sie haben Ihre Tochter zuhause unterrichtet. Bei sechs Kindern stelle ich mir das schwierig vor. Wie haben sie das geschafft?

Hubert Busekros: Hausschule heißt auch eigenständig Lernen, nicht alles präsentiert bekommen, sondern selber erarbeiten.

Stefan Sedlaczek: Gelang es ihnen, die Ursachen für die schlechten Noten in der Schule festzustellen und haben sie den Leistungsstand heben können?

Hubert Busekros: Das kann ich momentan noch nicht vergleichen, da wir stark vom Lehrplan abgewichen sind.

Stefan Sedlaczek: Freies Lernen erfolgt natürlich nicht nach amtlichen Lehrplänen, sondern hat seine eigene Dynamik. Wurden seitens des Gerichtes, des Jugendamtes oder des Gutachters detaillierte Defizite artikuliert und wurden sie über dort beabsichtigte Maßnahmen informiert?

Hubert Busekros: In dieser Übergriffsituation hat man sehr viele Defizite festgestellt. Erwachsene können in solch einer Situation sogar das Stottern anfangen. Das ?Gutachten? haben wir bis heute nicht erhalten. Es wurde uns auch nicht mitgeteilt, welche ?akute Kindeswohlgefährdung? vorlag, offenbar wollte man einfach nur mal so schauen. Es wurde eine Schulphobie ?diagnostiziert?. Das hat nichts mit Schule zu tun, sondern stellt eine ?Freiheitsangst? dar, die man sicherlich therapieren sollte, wenn ein 25-jähriger ohne medizinische Indikation immer noch von den Eltern gefüttert wird, aber sicherlich nicht bei einer 14jährigen, die allein nach Australien geht. Durch die ?Therapiemaßnahme? soll das schützende Elternhaus ausgeschaltet werden, um die Kinder nach Belieben manipulieren zu können.

Stefan Sedlaczek: Hat sie die Psychiatrische Klinik über Therapiemaßnahmen und Medikamentierung informiert?

Hubert Busekros: Nein, denn sie haben ja auch nichts in der Hand, obwohl unser Haus immerhin mindestens zwei Monate observiert wurde und noch immer keine ?akute Kindeswohlgefährdung? vorliegt.

Stefan Sedlaczek: Wie stehen die Aussichten, daß Sie ihr Sorgerecht für ihre älteste Tochter auch wieder von Amts wegen zugesprochen bekommen?

Hubert Busekros: Das OLG Nürnberg hat Verfahrensfehler festgestellt, die hoffentlich zur Freilassung führen.

Stefan Sedlaczek: Wann haben Sie Ihre Tochter das letzte Mal gesehen und gesprochen? Besteht die Aussicht, daß Sie diese bald wieder im Familienkreis zuhause aufnehmen können?

Hubert Busekros: Am Donnerstag, Freitag und heute (10.02.2007) ist meine Frau mit einer Freundin aus München zu Besuch. Wir sind zuversichtlich, daß dieser Skandal für uns ein schnelles Ende findet.

Haben sie und ihre ganze Familie Dank für dieses Interview. Die ganze Redaktion wünscht ihnen allen schnellstmöglich das Bestmögliche.

Die Presseerklärung des Stadtjugendamtes Erlangen finden Sie hier auf http://www.erlangen.de/de/desktopdefault...22_read-11911/.



Momo
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BeitragVerfasst am: 16.02.2007, 08:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zur derzeitigen allgemeinen schulischen Lage in Erlangen heute ein lesenswerter Beitrag in der "Erlanger Nachrichten":



http://www.erlanger-nachrichten.de/artik...t=609156&kat=19

Eltern und Lehrer besorgt

G 8 bleibt in der Diskussion - Mehr Abitur-Abbrecher?

ERLANGEN-LAND (mrg) - Eltern und auch Lehrer im Landkreis Erlangen-Höchstadt reagieren mit wachsender Sorge auf die Entwicklung an den Schulen nach der Einführung des achtstufigen Gymnasiums.

Während bisher nur 50 Prozent der Gymnasiasten einer Schulklasse das Abitur ohne Ehrenrunde erreichten, werden es durch den neuen Lehrplan noch weniger sein. Ursula Walther, die Pressesprecherin des Bayerischen Elternverbandes berichtet, dass inzwischen die Klassen an den Realschulen überquellen. Die Erlanger Realschulen empfehlen den Eltern bereits, an die Realschulen Fürth und Herzogenaurach auszuweichen.

Die meisten Eltern wollen sich ungern über ihre Kinder in der Öffentlichkeit äußern. Es wird aber deutlich spürbar, dass sich immer mehr Resignation breit macht. Gerade in den sechsten Klassen, in denen die Kinder durch die Einführung der zweiten Fremdsprache besondere Schwierigkeiten haben, wollen viele Eltern das Schuljahr zwar noch abwarten, rechnen jedoch damit, dass ihre Kinder ab Herbst in die Hauptschule gehen müssen.

Dies ist aber für alle Beteiligten keine gute Lösung, so eine ehemalige Lehrerin der Hauptschule Neunkirchen am Brand. Die Gymnasiasten seien an der Hauptschule unterfordert, könnten sich häufig nicht eingliedern und verlassen die Schule oft nach der neunten Klasse ohne Abschluss.

Verärgert reagieren viele Eltern schon deswegen, weil sie nicht ver-stehen, dass einerseits das bayerische Abitur als eines der schwierigsten in der Bundesrepublik gilt, andererseits der Bedarf an technischen Akademikern mit Absolventen aus anderen Bundesländern und sogar aus Entwicklungsländern gedeckt wird. Ein Mitarbeiter einer Firma in Erlangen bestätigt, dass bayerische Aspiranten zwar besser ausgebildet seien als junge Leute aus den anderen Bundesländern, aber kaum zu bekommen seien.

Eine Grundschullehrerin aus Spardorf kann nicht verstehen, «was die am Gymnasium mit unseren Kindern machen. Wir schicken denen doch sowieso nur die Besten!»

Gymnasiallehrer erklären, dass sie keinen Einfluss auf die Lehrplangestaltung hätten. Sie seien aber gezwungen, den Stoff durchzuziehen, sonst gäbe es Probleme. Auch Oberstudiendirektor Günter Lukas vom Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf verweist auf das Zentralabitur, auf das man die Kinder vorbereiten müsse. Seiner Ansicht nach wäre die Einführung eines Zweiges für sprachlich weniger begabte Kinder mit Englisch als einziger Fremdsprache und einer naturwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Ausbildung sinnvoll. Momentan kann er aber seinen Schülern in dieser Hinsicht auch nicht helfen.


16.2.2007 0:00 MEZ ==================================

Da also an den schon überfüllten RS keine Plätze merh frei sind, müssen gymnasialempfohlene Kinder an die Hauptschulen ausweichen.

Hilfe? Gibt es nicht.

Und die KJP' en in Nürnberg und Erlangen? Sind überfordert mit langer Warteliste, s. gestrige Berichterstattung.

Und die Hauptschulen vor Ort sind abermals heute in der Presse dort:

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=609032&kat=10

Angst um den Ruf

Herschelschule bemüht sich um Schadensbegrenzung


Nach der Prügelei zwischen einem Polizisten und mehreren Jugendlichen hat die Herschelschule traurige Berühmtheit errungen. Die Schüler sind verunsichert, Stadt und Schulleitung um Schadensbegrenzung bemüht.

Schlägereien? Die 16-jährige Jenny (Name geändert) lacht. «Das ist doch normal», sagt die Schülerin der Herschelschule. «Aber nicht nur hier. Das gibt es doch überall.» Jenny spricht aus Erfahrung. Erst seit diesem Schuljahr besucht sie das Haus am Herschelplatz, vorher ging sie auf eine andere Nürnberger Schule.

Auch Gerhard Lenkner muss die Gewalt bestätigen. Der Psychologe arbeitet an mehreren Hauptschulen. «Überall gibt es Prügeleien», sagt er, «insbesondere an den Innenstadtschulen.»

Am vergangenen Montag war die Gewalt rund um die Herschelschule eskaliert (wir berichteten). Nach Hänseleien und Rangeleien auf dem Pausenhof war es nach dem Unterricht zu einer Schlägerei gekommen. Per Handy hatten Schüler auswärtige Freunde informiert. Trauriger Höhepunkt: Ein Polizist wurde von rund einem Dutzend Jugendlicher angegriffen.
(...) ........................................................................

So.

Und wer sein Kind aus dieser misslichen Lage befreit und ihm wirklich eine Chance zum begabungsgerechten Lernen gibt, der steht in Gefahr, mit einem abgesprochenen "Gutachten" das Sorgerecht komplett zu verlieren, das Kind in eine geschlossene Einrichtung gesperrt.

Wie wollte man denn sonst verhindern, dass Melissa sich dieser untragbaren Situation entzöge (z.B. durch Flucht?)

Herr Dr. Schanda, Ihr Gutachten ist eine Schande für jeden Menschen mit normalem Rechtsverständnis.

Das in nun ins Englische übersetzte psychiatrische Gutachten über Melissa (es entspricht dem, was ich im deutschen Original gelesen habe . Ich hoffe, ihr könnt so viel Englisch).

Man hatte Melissa in die Psych. verbracht zur Überprf. ihrer Lebensumstände und ihres Wohls.

Lest bitte, dass dieses Gutachten im Prinzip NICHTS über ihre Lebensumstände sagt, aber zu dem Schluss

"Abnormal conditions of upbringing"
kommt.
(zu dt.: abnorme Erziehungsbedingungen)


Keine körperliche Symptomatik. Keine IQ-Diagnostik (aber offenbar normale Intelligenz...), klar orientiert..., etwas eingeschüchtert (nachdem 15 Beamte sie gg. ihren Willen und ohne Ankündigung am frühen Morgen aus dem zuhause geholt hatten!!!)

Das "Urteil" =>
6. Global judgment of psychosocial adjustment:

Serious and universal social impairment in the area of school adjustment and school related interests, pass times and the ability to cope with social situations .
(zu deutsch: Ernsthafte und durchgängige soziale Beeinträchtigung in den Bereichen der schulischen Anpassung und schulischen Interessen, der Freizeitbeschäftigung und der Bewältigung von sozialen Situationen )

Zu den Bereichen "Freizeitbeschäftigung und sozialen Situationen" wird aber in dem "Gutachten" nicht eine weitere Frage/Anmerkung o.ä. gemacht!

Es geht von vorn bis hinten NUR um die "schulische Situation" bei einer fast 16jährigen, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegt!!!

Die Presseerklärung des JA Erlangen besagte aber, es gehe NICHT um die Schulpflicht, die ja nicht mehr bestehe...

(lt. Presserklärung, Zitat:
"
3. Nicht richtig ist jedenfalls, dass das Stadtjugendamt mit seinem Vorgehen eine nicht mehr bestehende Schulpflicht des Mädchens durchsetzen will. "

...........................................................................


Quelle:

http://gottsegnet.blogspot.com/2007/02/u...ros-family.html

Entspricht vollständig dem mir vorliegenden deutschen Originaltext der KJP Nürnberg - nichts weggelassen, nichts hinzugefügt... (falls jemand zweifelt, weil das nicht sein könnte - doch, DAS IST WAHR!!!)

. Findings:

Introduction:

Melissa B. was discharged from the Christian-Ernst Gymnasium in Erlangen on 02/28/05 because she attended school only very selectively since September 2004, after she failed the 7th grade and was set back to the 7th grade. Even after the Bavarian VGH upheld the lawfulness of the discharge on 12/18/05 and after [assignment to the responsible parish school?], M. refused to attend school.

The father of Melissa and Melissa herself view themselves as victims of misunderstandings and slandering from the school and the Youth Welfare Office. M. reports that school "went very badly" and she couldn't handle the school situation. She reported further that she participated in many school activities but declined to give details. The mother reported in a telephone conversation that she had been discontented with the school situation. She had attempted to [type blurred...guessing catch up] in the seventh grade but was overwhelmed with the amount of content.

The father reported in a telephone conversation on the afternoon of 1/30/05 that he was sure M. would begin her studies [university] in Summer 2008, because she had caught up on a lot of the content. He himself rejected further regular schooling. The father reported further that he would demand the return of M. to her old class at the CEG. The father sees himself as a victim of state arbitrariness [could be translated as despotism, but I think the sense is more that he is at the mercy of the state] and he will defend against the regular schooling of M. He could only with difficulty imagine an enrollment in the KJP Erlangen school for the sick. The father could not discuss the emotional situation of M. and sees absolutely no endangerment of her emotional development.

Psychopathological findings:

At first contact, M. was alert, oriented, quiet and somewhat reserved. M. presents herself affectively as indifferent, her drive and psychomotor movements were inconspicuous [I believe the point is that there is no concern in this area], thinking and perception are not greatly disturbed. M. appears in person unapproachable, appeasing, her willingness to cooperate did not seem genuine. Her mood tended toward depressive, the ability to transition was markedly reduced. Overall, M. appears very unhappy, as if at a dead end.

1. Clinical psychiatric syndrome:

In summary, the current clinical-psychiatric finding shows that M. has an emotional disturbance which is connected to a massive school phobia and a strong self-esteem problem.

2. Outlined developmental disturbances of school related talents:

Not tested.

3. Results of intelligence:

Not tested. At first estimate: normal intelligence.

4. Physical symptoms:

None

5. Current abnormal psychosocial circumstances:

Abnormal conditions of upbringing

6. Global judgment of psychosocial adjustment:

Serious and universal social impairment in the area of school adjustment and school related interests, pass times and the ability to cope with social situations.

II. Position

During the conversation we were able to confront Melissa with her situation. On the grounds of her massive school-refusal, the emotional disturbance and the unsatisfactory willingness to cooperate on the part of the parents, a relocation to a therapeutic home/group home is urgently required in order to avoid endangerment to the development of her personality.

Through intensive support and rehabilitation measures (no large groups and intensive school requirements), it could be possible for M. to finish school within these parameters, since she would be quickly ostracized due to the severity of her disturbance and the described self-esteem problems. A favorable development is possible. [Forgive the insertion, but isn't that exactly what her parents provided her through homeschooling?]

Melissa Busekros was examined by us. She suffers an emotional developmental disturbance, a massive school phobia and an oppositional denial-syndrome. Melissa does not agree with the treatment and sees herself as healthy and her behavior as fully normal. M. needs urgent help that can only be provided in a closed environment and subsequent therapeutic care which will ensure her schooling.

Because it is not possible for the parents to understand the endangerment of their daughter properly and make the necessary decisions regarding her further development or the type and length of the treatment and the schooling, the responsibility for her residence, care and representation before officials should rest with the Youth Welfare Office of Erlangen.

By reason of these findings, from this point on it must be assumed that the child's well-being is endangered and also the conditions for a stationary accommodation in a therapeutic arrangement must be made. By reason of the severity of the symptoms, she can only be provided stable and dependable contact to others her age and adult care-takers as well as the development of Melissa's very limited ability to cope with stress in such accommodations.

M. does not have the capacity to lead a self-determined and self-structured life as she would like. The necessary measure is to prevent a considerable endangerment to her further physical and emotional development which can occur only in a therapeutic environment, since experience shows that she will retreat from other measures. M. needs additionally competent child and youth psychiatric care and guidance that could be attained in such a situation.

On grounds of the diagnosed clinical-psychiatric disturbances, Melissa Busekros has been falling behind in her emotional health and is at least one year behind her peers already. [The last sentence is very blurred but says something about her ability to partake in life within a community being interfered with.]

With friendly greetings,

Unterschriften:

Dr. Wiesse Dr. Schanda
KJP Nürnberg

===============================

Der gleiche Dr. Wiesse, der gestern über die Presse die großen Klassen, die mangelnde Zeit der überforderten Lehrer für die Kinder, die lange Warteliste in der KJP beklagte.......


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BeitragVerfasst am: 16.02.2007, 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ein englischer Kommentar von jemandem vor Ort (oder jmdn., der vor dort unterrichtet wurde):

"The case went on till 4.15. The judge hasn't made a decision - she will give her decision in writing. I don't know how much I can say at present, but apparently the psychiatrist involved stuck very strongly to his guns, refusing to consider the idea of a second opinion. I had an idea from the length of time that was elapsing that the Jugendamt probably wasn't having an easy time of it. We will just have to see what the judge made of it all."


Meine eigene freie Übersetzung:

Der Fall wurde bis 16:15 verhandelt. Die Richterin hat keine Entscheidung getroffen - sie wird ihre Entscheidung zu Protokoll geben.
Ich weiß nicht wie viel ich zur Zeit sagen kann, aber wahrscheinlich hielt der Psychiater sehr an seinen Waffen fest.
Ich hatte die Idee, dass ob der Länge der Zeit das Jugendamt wohl keinen leichten Stand hätte. Wir werden sehen was die Richterin daraus gemacht hat.

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BeitragVerfasst am: 17.02.2007, 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Heute frisch in der Presse:

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=609536&kat=10




Zitat:
--------------------------------------------------------------------------------
Besuch jetzt möglich
Fall Amina: Eltern wissen nun, wo 15-Jährige lebt

Die 15-jährige Amina, die bis vergangenen Montag eine Woche lang von Ärzten in der Jugendpsychiatrie des Nord-Klinikums begutachtet wurde, muss zunächst weiter in einer stationären Einrichtung bleiben. Die Eltern der Jugendlichen wissen jetzt aber, wo sich ihre Tochter aufhält und können sie dort jederzeit besuchen.

Das ist das vorläufige Ergebnis einer viereinhalbstündigen Verhandlung vor dem Erlanger Familiengericht. An dieser haben die Eltern Aminas mit ihrem Anwalt Thomas Saschenbrecker teilgenommen, außerdem eine vom Gericht bestellte so genannte Verfahrenspflegerin für die Tochter, ein von der Tochter selbst ausgesuchter Anwalt, der Gutachter des Klinikums und zwei Vertreterinnen des Erlanger Jugendamtes.

Die Eltern wollten in dem nicht öffentlichen Verfahren erreichen, dass der Entzug des Sorgerechts zu Gunsten des Erlanger Jugendamtes zurückgenommen wird und Amina wieder nach Hause kann. Die Entscheidung in dieser Frage wird den Beteiligten vermutlich erst nächste Woche schriftlich zugestellt, auf dem Bürowege, wie es amtlich heißt. Bevor dies nicht geschehen ist, gebe es keine weiteren Auskünfte, sagte Justiz-Sprecher Andreas Quentin nach dem Gerichtstermin. Die Eltern haben noch in Erlangen angekündigt, sich gebenenfalls an das Oberlandesgericht zu wenden.

Anwalt der Eltern zufrieden

Ihr Anwalt, Thomas Saschenbrecker, zeigte sich in einem Gespräch mit unserer Zeitung mit der Verhandlungsführung der zuständigen Erlanger Richterin sehr zufrieden. Sie habe, so der Anwalt, alle Aspekte berücksichtigt und auch einen Kompromissvorschlag unterbreitet, dem die Eltern zugestimmt hätten. Danach hätte das Mädchen zu den Eltern zurückkehren können. Alle für notwendig erachteten medizinischen Untersuchungen sollten dann ambulant erfolgen. Dieser Vorschlag der Richterin sei am Widerstand der Verfahrenspflegerin und der Jugendamts-Vertreterinnen gescheitert. Sie halten nach Darstellung des Anwalts eine Trennung des Kindes von den Eltern zu dessen eigenem Wohl für angebracht. Im Erlanger Jugendamt war gestern niemand mehr zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Der Mediziner des Nürnberger Klinikums, der Amina begutachtet hat, habe, so die Schilderung des Anwalts, in der Verhandlung erneut bekräftigt, dass die Jugendliche seelisch krank sei und in der rund hundert Kilometer von Nürnberg entfernten heilpädagogischen Einrichtung bleiben müsse, in der sie seit vergangenen Montag lebt.

Erster Kontakt seit Tagen

Wo das genau ist, haben die Eltern nach eigenen Angaben erst im Laufe der gestrigen Verhandlung erfahren. «Weder das Klinikum noch das Jugendamt haben uns zuvor mitgeteilt, wo Amina ist», erzählte die Mutter. Am heutigen Samstag ist der erste Besuch seit vergangenem Montag möglich. Der Kontakt zu Amina sei auch nicht auf bestimmte Zeiten beschränkt worden, hieß es von Seiten der Eltern. Sie hoffen jetzt auf eine schnelle Entscheidung des Gerichts in der Frage des Sorgerechts.

Die Geschichte des 15-jährigen Mädchens wird von verschiedenen Organisationen auch im Internet heftig diskutiert. Dazu gehört die internationale Home-Schooling-Bewegung, die für das Recht auf einen Unterricht zu Hause eintritt, wie er in anderen europäischen Ländern längst üblich ist. Auch die Eltern Aminas hatten sich für diesen Weg entschieden, um die zunehmenden Leistungsschwächen ihrer Tochter im Gymnasium zu beheben. Andere Kinder des Paares - es hat insgesamt sechs - besuchen staatliche Schulen. «Wir sind eigentlich keine klassischen Home-School-Eltern», sagte der Vater. Dazu Leserbriefe auf Seite 14

Michael Kasperowitsch
17.2.2007 0:00 MEZ

Zitat aus diesem Artikel_

"Dieser Vorschlag der Richterin sei am Widerstand der Verfahrenspflegerin und der Jugendamts-Vertreterinnen gescheitert. Sie halten nach Darstellung des Anwalts eine Trennung des Kindes von den Eltern zu dessen eigenem Wohl für angebracht. Im Erlanger Jugendamt war gestern niemand mehr zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Der Mediziner des Nürnberger Klinikums, der Amina begutachtet hat, habe, so die Schilderung des Anwalts, in der Verhandlung erneut bekräftigt, dass die Jugendliche seelisch krank sei und in der rund hundert Kilometer von Nürnberg entfernten heilpädagogischen Einrichtung bleiben müsse, in der sie seit vergangenen Montag lebt."
--------------------------------------------------------------------------------



Da fällt einem nichts - aber auch gar nichts! - mehr zu ein. Nur nicht zugeben, dass das Gutachten eine Farce ist....- nur nicht zurückrollen.
Lieber eine Familie zerstören.

Lena


Unter diesem link das "Gutachten" der KJP Nürnberg auf deutsch. Melissas Eltern und sie selbst bitten dringend darum, diese "Farce" weiterzuverbreiten, damit Melissa nicht widerrechtlich und unwahrheitsgemäß für "psychisch krank" erklärt und weggeschlossen wird (unter dem Deckmäntelchen "therapie")

Quelle:

http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/..._gutachten.html


Wir dokumentieren nachstehend das medizinisch-psychologische Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Nürnberg. Farblich abgesetzt einige Kommentare unseres Netzwerks, die uns von Experten zugeleitet wurden und den zweifelhaften Wert dieses Gutachtens aufzeigen. Im Anschluß daran nimmt ein namhafter Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie dazu Stellung, der aufgrund seiner beruflichen Position hier namentlich nicht genannt werden möchte, unserem Netzwerk aber persönlich bekannt ist
Die Redaktion


Kinder- u. Jugendpsychiatrische Gutachten zum Vollzug des SGB VIII gemäß § 35 a, Abs. 1, Satz 2, Nr. 1 für Busekros Melissa. *23.04.1991, Schallershofer Str. 72a, 91056 Erlangen, die am 30.01.2007 in unserer Klinik vorgestellt worden war.

I. BEFUND: (nach dem internationalen Klassifikationsdiagnosesystem ICD 10 der WHO)

Vorstellungsanlass:

Melissa B. war zum 28.02.2005 durch die Schulleitung des Christian-Ernst-Gymnasiums in Erlangen von Amts wegen vom Schulbesuch abgemeldet worden, da sie seit September 2004 (J) die Schule nur noch sehr selektiv besuchte, nachdem sie das Klassenziel der 7. Jahrgangsstufe im Schuljahr 2003/2004 nicht erreicht hatte und in die 7. Jahrgangsstufe zurückversetzt worden war.

Selbst nach der Bestätigung der Rechtmäßigkeit der Schulabmeldung durch den Bayerischen VGH vom 18.12.2005 und nach Zuordnung zur zuständigen Sprengelschule weigerte sich M. die Schule zu besuchen. Der Vater von Melissa und Melissa selbst sahen sich als die Opfer von Missverständnissen und Verleumdungen durch die Schule und das Jugendamt. M. berichtete, dass es ihr in der Schule "sehr schlecht gegangen " sei und sie habe die Schulsituation nicht ausgehalten.

Sie berichtete weiter, dass sie sich eine Vielzahl von schulischen Aktivitäten organisiert habe, aber keine Details preisgeben wolle. Die Mutter berichtete in einem Telefongespräch, dass sie mit der Schulsituation unzufrieden gewesen war. Sie hatte in der 7. Klasse zwar versucht den Unterrichtsstoff nachzubereiten, war aber mit der Fülle des Stoffes überfordert.

Der Vater berichtete in einem Telefonat am Nachmittag des 30.01.2006, dass er sicher sei, dass M. im Sommer 2008 mit Ihrem Studium beginnen würde, da sie sämtlichen Stoff nachgelernt habe. Er selbst lehnt eine reguläre Beschulung weiterhin ab. Der Vater berichtet weiter, dass er die Wiederaufnahme von M. in ihrer alten Klasse am CEG verlangen würde. Der Vater sieht sich als Opfer von staatlicher Willkür und wird sich gegen eine reguläre Beschulung von M. wehren. Eine Beschulung in der an die KJP Erlangen angegliederte Schule für Kranke könne er sich nur sehr schwer vorstellen. Über die seelische Befindlichkeit von M. kann der Vater sich nicht äußern und sieht keinerlei Gefährdung der seelischen Entwicklung.

Psychopathologischer Befund:

Im Erstkontakt war M. wach, orientiert, ruhig, etwas eingeschüchtert. M. gibt sich affektiv unbeteiligt, der Antrieb und die Psychomotorik waren unauffällig. Denken und Wahrnehmung sind nicht grob gestört. M. wirkt im Kontakt aber unnahbar, beschwichtigend, ihre Kooperationsbereitschaft erschien nicht echt. Die Stimmung war depressiv ausgelenkt, die affektive Schwingungsfähigkeit war deutlich reduziert. Insgesamt wirkte M. sehr unglücklich, wie in einer Sackgasse.

Dass Melissa selbst nach der unter Gewaltandrohung erfolgten, zwangsweisen Verbringung in die Psychiatrie noch wach, ruhig und affektiv unbeteiligt wirkte, spricht eher für ihren gefestigte Persönlichkeit. Die depressive und unnahbare Stimmung dürfte nach dem traumatisierenden Polizeieinsatz wohl mehr als verständlich erscheinen. In der Tat musste sie unglücklich und wie in einer Sackgasse wirken. Sie konnte ja tatsächlich nicht mehr heraus aus ihrem Gefängnis, sondern wurde gegen ihren Willen von selbstherrlichen ?Medizinern? gefangen gehalten und für krank erklärt. Weil Melissa selbst anderer Meinung war, erklärte man sie prompt für behandlungsuneinsichtig. (siehe unten )

1. KLINISCH PSYCHIATRISCHES SYNDROM:

1. Zusammenfassend zeigt der aktuelle klinisch-psychiatrische Befund, dass bei M. eine emotionale Störung des Kindes- und Jugendalters vorliegt, die mit einer massiven Schulphobie und einer starken Selbstwertproblematik verbunden ist (ICD-10: F92.0).

2. UMSCHRIEBENE ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN SCHULISCHER FERTIGKEITEN:

Keine Testung durchgeführt.

3. ANGABEN ZUM INTELLIGENZNIVEAU:

Keine Testung durchgeführt, nach erster Einschätzung: Normvariante der durchschnittlichen Intelligenz.

4. KÖRPERLICHE SYMPTOMATIK:

Keine

5. AKTUELLE ABNORME PSYCHOSOZIALE UMSTÄNDE:

Abnorme Erziehungsbedingungen
Worin sollen diese bestehen? Begründung, nähere Beweise ? Dazu wird nichts näheres ausgeführt

6. GLOBALBEURTEILUNG PSYCHOSOZIALER ANPASSUNG:

Ernsthafte und durchgängige soziale Beeinträchtigung in den Bereich der schulischen Anpassung und schulische Interessen, der Freizeitbeschäftigung und der Bewältigung von sozialen Situationen.

II. STELLUNGNAHME:

Während des Gesprächs war es gelungen, Melissa mit Ihrer Situation zu konfrontieren.
Aufgrund der massiven Schulverweigerung, der emotionalen Störung und der bisher nur unzureichenden Kooperationsbereitschaft der Eltern ist eine basale Neuorientierung in einer heilpädagogischen Einrichtung/ Wohngruppe dringend notwendig um eine Gefährdung der weiteren Entwicklung zu vermeiden.

Durch intensive Förder- und Rehabilitationsmaßnahmen (kleine Gruppengröße und intensiv-
betreutes Schulangebot) könnte es M. in diesem Rahmen gelingen die Schule abzuschließen, da sie aufgrund der Schwere der Störung und der beschriebenen Selbstwertproblematik schnell ausgegrenzt werden würde. Eine günstige weitere Entwicklung ist möglich.

Es stellt sich die Frage: Wie kann ich Förderung dringend empfehlen, wenn ich nicht getestet habe, wo Lücken sind. Womit belegt der Gutachter denn ohne Testung seine Behauptung, daß M. überhaupt den Abschluß schaffen könnte?

Melissa Busekros wurde von uns begutachtet. Bei ihr liegt eine emotionale Störung des Kindesalters, eine massive Schulphobie und ein oppositionelles Verweigerungssyndrom vor. Melissa ist krankheits- und behandlungsuneinsichtig und sieht sich als gesund und ihr Verhalten als völlig normal an. M. braucht dringend Hilfe, die ggf in einem geschlossenen Rahmen angesiedelt sein kann und der anschließenden heilpädagogischen Behandlung mit der Sicherstellung der Beschulung.

Da es den Eltern nicht weiterhin nicht möglich ist, die Gefährdung der Tochter richtig einzuschätzen und notwendige Entscheidungen über die weitere Entwicklung der Tochter oder die Art und Dauer Behandlung und der Beschulung zu treffen, sollten das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die Gesundheitsfürsorge und die Vertretung bei Ämtern und Behörden beim Jugendamt der Stadt Erlangen liegen.

Seit wann bestimmt denn gleich der untersuchende Arzt welche Maßnahmen für das Kind getroffen werden sollen? Eine derartige Schlußfolgerung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist eine eindeutige Kompetenzüberschreitung, die dem Arzt nicht zusteht. Vielmehr wird hier der Verdacht eines Gefälligkeitsgutachtens laut, wo gleich im vorauseilenden Gehorsam dem Familiengericht die zu treffenden Maßnahmen mundgerecht serviert werden.

Aufgrund der erhobenen Befunde muss zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass das Kindeswohl gefährdet ist und auch die Voraussetzungen zur stationären Unterbringung einer heilpädagogisch-therapeutischen Einrichtung gegeben sind. Aufgrund der Schwere der Symptomatik kann die Bereitstellung stabiler und verlässlicher Kontakte zu Gleichaltrigen und erwachsenen Betreuern sowie der Ausbau von Melissa's sehr eingeschränkter seelischer Belastbarkeit nur in solchen Einrichtungen gesichert werden.
M. ist nicht in der Lage, ein von ihr gewünschtes, selbstbestimmtes und selbst strukturiertes Leben zu führen. Die notwendige Maßnahme ist zur Vermeidung einer erheblichen Gefährdung ihrer weiteren gesundheitlichen und seelischen Entwicklung notwendig und kann nur in einem heilpädagogischen Rahmen durchgeführt werden, da die bisherige Erfahrung zeigt, dass sie sich anderen Maßnahmen entziehen würde. M. braucht zudem eine fachkompetente kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung und Betreuung, die im ambulanten Rahmen durchgeführt werden kann.

Hier werden ambulante Maßnahmen vorgeschlagen, weiter oben dringend eine stationäre Behandlung empfohlen. Die Widersprüche sind offenkundig.

Aufgrund der festgestellten klinisch-psychiatrischen Störungen, weicht Melissa Busekros in ihrer seelischen Gesundheit bereits seit mindestens einem Jahr von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand ab. M. hat erfüllt die Voraussetzungen für die Gewährung von Eingliederungshilfe gemäß (SGB VIII) §35a, Abs. 1, Satz 2, Nr. 1, denn ohne künftige fachkompetente therapeutische Hilfe besteht die Gefahr, dass ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist.


Prof. Dr. M.W. Dr. S.S.

Chefarzt Oberarzt



Kommentar zum Gutachten

Das Gutachten finde ich sehr schwach, sowohl hinsichtlich der Anamneseerhebung als auch hinsichtlich der Befunderhebung. Bei der Anamneseerhebung wurden das Verhalten und die subjektive Befindlichkeit des Kindes im Hinblick auf eine ?Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung (F92.0)? kaum exploriert. Auch der Psychopathologische Befund ist für ein Gutachten viel zu dürftig und kaum differenziert. Zusatzbefunde (Beschwerdechecklisten, Persönlichkeitsinventare oder computergestützte Leistungsdiagnostik) fehlen völlig. Eine ?Störung des Kindesalters, massive Schulphobie und ein oppositionelles Verweigerungssyndrom? mit ?starker Selbstwertproblematik? (an anderer Stelle: ?Emotionale Störung des Kindes- und Jugendalters, die mit einer massiven Schulphobie und einer starken Selbstwertproblematik verbunden ist?) kann aufgrund der dargestellten Anamnese und des Psychopathologischen Befundes nicht abgeleitet werden. Die Verwendung der diversen Diagnosen mutet unscharf und inkonsistent an. Trotz deren Dürftigkeit, wollen die Kollegen ?aufgrund der erhobenen Befunde? eine Gefährdung des Kindeswohls festgestellt haben. Das Kind sei in seiner emotionalen Entwicklung ein Jahr zurück. Wie gesagt: Das Gutachten versteigt sich zu einer Beurteilung, die aufgrund der erhobenen Befunde und Anamnese nicht gemacht werden kann.

Ein namhafter Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie an einer deutschen Universitätsklinik, der ungenannt bleiben möchte, dem Netzwerk aber bekannt ist.

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BeitragVerfasst am: 27.02.2007, 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hier eine Internetseite, die Melissa und ihrer Familie gewidmet ist und mit einem Boykottaufruf für deutsche Produkte verbunden ist:
Zitat:

Parents Of The World Call For
A Boycott Of All German
Goods Until Melissa Busekros
Is Returned Without Threat Or
Condition To Her Family From
The German Authorities That
Removed Her From Her Home.
http://melissabusekro.theicelady.com/


Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 28.02.2007, 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hier eine Dokumentation der Ereignisse:

http://www.emgs.de/melissa/melissa_1.pdf

http://www.emgs.de/melissa/melissa_2.pdf

http://www.emgs.de/melissa/melissa_3.pdf

http://www.emgs.de/melissa/FragenZumFall.doc

www.emgs.de/melissa/Protestadressen_Busekros.rtf

http://www.emgs.de/melissa/Adresses_Busekros_english.rtf
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Momo86
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BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Und SOOOOOOOOOOOO beleuchtet ein erfahrener Gutachter die Sache (Dr.Schanda/Richterin und Verfahrenspflegerin sowie Jugendamt kommen nicht besonders gut weg dabei...

http://www.system-familie.de/kindeswohlgefaehrdung.htm

(Bis etwa 2/3 herunterscrollen...) Kindesname ist anonymisiert. Alle anderen Namen bekannterweise "real".

LG Momo
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